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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Leben geht weiter
Da ich den Film nicht gesehen habe, konnte ich mich der Geschichte ganz unbefangen und objektiv annähern. Der Titel 'Nathalie küsst' wirkt ja nun nicht gerade so, daß man das Buch als 'must have' erkennen könnte, aber so ab und an zwischen schwerer Kost und Fachliteratur ist eine Liebesgeschichte zum entspannten Lesen willkommen und angesagt. So also...
Vor 24 Monaten von eule 52 veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine elegante, geschliffene Sprache. Figuren und Handlung kamen mir jedoch ein wenig blass, um nicht zu sagen blutleer vor.
Gedanke eines polnischen Philosophen
Es gibt großartige Menschen, die man im Leben zum falschen Zeitpunkt trifft. Und es gibt Menschen, die großartig sind, weil man sie im rechten Moment trifft.
(96)
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Nathalie! Eine Wesen aus einer Welt, so soll der Leser wohl glauben. Zumindest...
Veröffentlicht am 23. November 2011 von ½


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Leben geht weiter, 21. April 2013
Von 
eule 52 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: Roman (Taschenbuch)
Da ich den Film nicht gesehen habe, konnte ich mich der Geschichte ganz unbefangen und objektiv annähern. Der Titel 'Nathalie küsst' wirkt ja nun nicht gerade so, daß man das Buch als 'must have' erkennen könnte, aber so ab und an zwischen schwerer Kost und Fachliteratur ist eine Liebesgeschichte zum entspannten Lesen willkommen und angesagt. So also diese. Und diese so ganz anders als man es gemeinhin erwartet. Wer jemals einen geliebten Partner verloren hat, weiß um die Leere, die Trauer und das Denken, daß es angesichts dieser verlorenen Einmaligkeit nie mehr möglich sein würde, eine Liebe zu leben und ein Pendant zu finden, das dem verlorenen auch nur annähernd das Wasser reichen könnte. Auch Nathalie empfindet so und füllt ihre Leere durch engagiertes Tun. Die Avancen ihres Chefs weist sie entschieden zurück, im Kollegenkreis wirkt sie unberührbar und exotisch. Das ruft die Voyeure auf den Plan, deren klatschhafte Neugierde gerade nicht dem tätigen Mitgefühl entspringt, sondern der Unsicherheit des Nichtwissens, wie man mit so einer zwischenmenschlichen Situation umgeht. Die Dramaturgie verlangt nach emotionaler Action, also tritt der Kollege auf den Plan, der in Nathalie den sympathischen Kurzschluss auslöst, daß sie ihn intuitiv küsst und sich und ihn somit ins bunte Leben zurück katapultiert. Da ich - wie gesagt - den Film nicht kenne, würde ich ihn mir bis zu dieser Kussszene in schwarz-weiß vorstellen und ab hier jetzt in Farbe. Es kommt wie es kommen muß. Nach einigen herrlich amüsanten Irrungen und Wirrungen 'kriegen sie sich'. Ich habe es ihnen von Herzen gegönnt und das Buch mit einem Lächeln zugeklappt.
Das Buch ist leicht zu lesen, an keiner Stelle kitschig, aber voll aus dem Leben und gerade deshalb so unerhört sympathisch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mal ein anderer Franzose..., 11. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: Roman (Taschenbuch)
Ich muss zugeben, eigentlich mag ich französische bücher nicht sehr gern.
Doch dieses ist anders.

Dieser einfühlsame Roman, der von der bezaubernden ersten Begegnung und von der Magie des ersten Kusses spricht berührt und lässt nicht mehr los.
Mit viel Einfühlungsvermögen, Leitigkeit und Humor wird von Nathalis lieben erzählt, über ihre Verluste, ihre großen Glücksmomente,der Melancholie unddie Leere in welche sie fällt, nachdem ihr Mann gesorben ist.
Doch statt einen Roman ala "P.S. Ich liebe Dich" findet man sich in einem leben einer starken, sensibelen und verwundbaren Frau wieder. Sie ist nicht die typische Witwe (wenn es das überhaubt gibt), sie sieht nach vorn, aus einem Ende wird ein neuer Anfang, aus der Einsamkeit wird Zweisamkeit und aus der Niedergeschlagenheit wird Magie. Eine Magie die den Leser verzaubert und ihn mit nimmt zu Nathalie und ihrer wunderschönen Geschichte.

Fazit:
Es gibt nicht viele Bücher, die einen berühren und nicht mehr los lassen, dieses ist eines davon. Lassen Sie sich verzaubern.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Liebesgeschichte mit viel Gefühl, 31. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: Roman (Taschenbuch)
Über den Autor:

David Foenkinos, 1974 geboren, Schriftsteller und Drehbuchautor, studierte Literaturwissenschaften an der Sorbonne. "Nathalie küsst" (heißt im französischen "La Delicatesse") ist sein achter Roman, der in Frankreich einen sensationellen Erfolg hat, wird gerade von Foenkinos' Bruder Stephane Foenkinos, mit Audrey Tautou in der Rolle der Nathalie, verfilmt. Seine Werke erscheinen in über 15 Ländern und wurden bereits für alle wichtigen französischen Literaturpreise nominiert.

Die Liebesgeschichte mit viel Gefühl fängt richtig harmonisch, fast kitschig an, wird dann aber je geändert, als François nicht vom Joggen zurückkehrt, weil eine Blumenhändlerin ihn überfahren hat. Nathalie, eine liebreizende und schöne Frau, muss jetzt erst einmal allein ihr Leben meistern. Sie muß sich der Neugier der Kollegen und der Aufdringlichkeit ihres Chefs Charles in der schwedischen Firma, in der sie als leitende Angestellte arbeitet, erwehren. Aber dann, eines Tages, betritt ein Mann namens Markus ihr Büro. Nathalie packt ihn impulsiv und unvermittelt und küsst ihn.

Damit beginnt eine erotische und nicht kitschige Liebesgeschichte, wie sie empfindsamer und zärtlicher nicht laufen kann. Diese Absicht des Autors geht auch aus einem Interview in youtube mit Foenkinos hervor.

Nach meiner Auffassung ist "Natalie küsst" Foenkinos bisher schönste Liebesgeschichte und unbedingt lesenswert, wenngleich der französische Titel "La Delicatesse" aufregender klingt, ist der Inhalt doch identisch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ehe man sich versieht ..., 8. Februar 2013
Von 
Mephitidas - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: Roman (Taschenbuch)
Inhalt
******
Nathalie ist eine wunderhübsche und erfolgreiche junge Frau, die nicht nur einfühlsam und sehr sensibel, sondern auch ziemlich clever und schlagfertig ist. Und obwohl sie sich mit allem und jedem grosse Mühe gibt, meint es das Leben leider nicht allzu gut mit der lieben Nathalie. Erst stellt sie ihr neuer Chef nur aufgrund des Fotos auf ihren Bewerbungsunterlagen ein, und kurz darauf verliert Nathalie ihre grosse Liebe, als ihr Freund bei einem Jogging-Unfall um's Leben kommt. Nathalie, die bislang eher auf der Sonnenseite des Lebens gestanden hat, verliert vom einen auf den anderen Tag den Halt in ihrem Leben.

Auf der Arbeit belästigt sie ihr Chef schon kurz nach dem Tod ihres Freundes mit plumpen Anmachen und im Team selber hat es zahlreiche Leute, die es der "ach so schönen" Nathalie hinter hervorgehaltener Hand insgeheim gönnen, dass auch sie es einmal schwer hat im Leben.
Nathalie rettet sich nur mit Mühe und Not durch die Arbeitstage. Und das Schlimmste: Wenn sie abends nachhause kommt, findet sie eine leere Wohnung voller Erinnerungen vor. Nathalie verschliesst sich zusehends, verliert sich in ihren eigenen Gedanken und nimmt sich - aus Angst vor einem weiteren Verlust - insgeheim vor, sich nie wieder jemandem zu öffnen. Und das zeigt sie auch.
Einer von Nathalies Mitarbeitern - ein ziemlich tollpatschiger, schüchtener und an und für sich total pessimistisch denkender Kollege - fühlt sich dennoch auf sonderbare Weise zu ihr hin gezogen. Immer wieder nimmt er allen Mut zusammen und lädt Nathalie ein, spricht sie an oder will mit ihr ausgehen. Nathalie aber zeigt ihm nur die kalte Schulter. Als er eines Tages resigniert das Handtuch wirft und Nathalie ziemlich unverblümt spiegelt, was für eine verbitterte junge Frau sie geworden ist, fühlt sich Nathalie plötzlich berührt und zu ihm hingezogen. Gleichzeitig realisiert Nathalie, dass sie es - trotz ihres schweren Verlusts - irgendwie hinkriegen muss, mit ihren jungen Jahren ein neues Leben aufzubauen.

Das Buch & Ich
***************
"Nathalie küsst" hat es tatsächlich geschafft, mich schon nach den ersten 30 Seiten zu Tränen zu rühren. Das hat mich ziemlich vom Hocker gehauen!
Grund dafür ist und war für mich definitiv die feinfühlig ausgearbeitete Protagonistin. Auf den ersten Blick scheint Nathaie ein vielleicht zu gelungenes Gesamtpakte zu sein: Hübsch, jung, sensibel, einfühlsam und clever? Wer soll das schon glauben?

Aber: Es funktioniert! Denn Nathalie wirkt zu keinem Zeitpunkt überzeichnet oder unglaubhaft. Vielmehr ist sie eines der schönen Mädchen, von welchen man gemeinhin sagt, sie hätten es einfacher im Leben. Doch dass das u.U. mehr Fluch als Segen sein kann, führt uns David Foenkinos sehr einfühlsam vor Augen. Die einzigen Menschen, die sich getrauen, Nathalie gegenüber den Mund aufzumachen, sind Leute wie ihr Chef oder andere plumpe Kerle. Und das ziemlich takt- und stillos. Alle anderen Mitmenschen in Nathalies Leben, die sich stets die Mühe machen, hilfsbereite und fürsorgliche Kollegen zu sein, sind plötzlich verschwunden oder haben keine Zeit, wenn Nathalie sie bräuchte.

Ebenfalls ziemlich hart getroffen hat mich Nathalies Gedankenwe, die Foenkinos sehr schön in Szene setzt. So verlässt sie - als sie den Anruf erhält, ihr Freund sei verunfallt - Hals über Kopf die Wohnung. Als sie im Wissen, dass ihr Freund um's Leben gekommen ist, zurück in die Wohnung kommt, stehen da der mittlerweile erkaltete Tee und das aufgeschlagene Buch auf dem Wohnzimmertisch. Nathalie überlegt sich dann z.B., wie absurd es sein kann, ein Buch fertig zu lesen, das man begonnen hat, als der Freund noch gelebt hat ... Diese und viele anderen kleinen Dinge, die sich Nathalie in ihrer Fassungslosigkeit überlegt, nehmen einen als Leser ziemlich mit. Sehr nachvollziehbar, sehr persönlich!

So erweist sich "Nathalie küsst" als wahrhaftige und sehr traurige Geschichte, die auf direktem Weg Kurs auf mein Herz genommen hat. Man lebt und leidet mit Nathalie und hat irgendwie das vertraute Gefühl, sie als Kollegin zu kennen und in den Arm nehmen zu wollen.

Sehr eingängig und durchaus zu empfehlen! Vier Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein französischer Roman über Trauer und die Macht eines Kusses, 3. September 2012
Von 
Glimmerfee - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: 4 CDs (Audio CD)
Nathalie liebt François, doch eines Tages kommt ihr geliebter Mann nicht mehr vom Joggen zurück. Er hatte einen Unfall und liegt im Koma. Ein Koma aus dem er nie wieder aufwachen wird.
Drei Jahre zieht sich Nathalie vollkommen in sich selbst und in die Arbeit zurück. Doch dann betritt, der eher unattraktive Schwede, Markus ihr Büro und Nathalie küsst ihn aus einem Impuls heraus. Sie hat den Kuss gleich wieder vergessen, doch in Markus hat sie etwas erweckt und nun scheint das Leben mit aller Macht wieder in Nathalies abgeschottete Welt zu brechen.

Dieser französische Roman hat dank Stefan Kaminski eine wunderbare Stimme bekommen. Das Hörbuch ist so angenehm gesprochen, dass man geradezu in die Geschichte gesogen wird. Mit wunderschöner und warmer Stimme lässt er den Text vor dem inneren Auge lebendig werden und entführt in eine Welt, in der Küsse ebenso magisch sind wie im Märchen.

Dieses Buch dreht sich um Trauer und deren Bewältigung. Langsam sehen wir, wie Nathalie sich selbst wachküsst und langsam wieder auftaut, nachdem sie sich Jahre lang abgekapselt hat. Der Kuss, den sie aus einen Impuls heraus gibt, reißt ganz unerwartet alle Mauern nieder und zieht sie zurück ins alltägliche Chaos. Dabei empfinden sie gar nichts für den jungen Schweden, der so unbedacht in ihr Büro geschlendert war.
Im flotten und angenehmen Tempo nehmen wir Anteil an den Gefühle von Nathalie, Markus und ihrem Chef. Feinsinniger Humor begleitet einen durch das ganze Buch hindurch und zaubert so manches Lächeln auf das Gesicht des Hörers.
Die Liebesgeschichte kommt ohne große Gefühle, Spezialeffekte und Kitsch aus, sondern entsteht langsam, leise und zärtlich.
Man möchte einfach dabei sein, wenn Nathalie sich der Welt gegenüber öffnet, ebenso wie man wissen will was aus dem scheuen Markus wird, jetzt da er von seiner Traumfrau geküsst wurde. Und was wird eigentlich ans Nathalies Chef Charles, der seine Mitarbeiterin doch so sehr liebt und nun durch den Büroklatsch erfährt, dass Nathalie einen anderen Mann geküsst hat?

Dieses Hörbuch richtet sich an alle Menschen, die eine Liebesgeschichte hören wollen, die nicht pompös, aber dafür trotzdem wunderschön ist. Sicherlich eins der leiseren Bücher, aber dennoch von bezaubernder Schönheit.

Ich habe das Hörbuch in vollen Zügen genossen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe und Wahrscheinlichkeit, 11. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: Roman (Taschenbuch)
Über die Geschichte an sich ist schon vieles gesagt. Die schöne, glückliche und erfolgreiche Geschäftsfrau Nathalie verliert durch einen Unfall ihren Mann. Es scheint, dass es nach ihm keinen anderen wird geben können. Zeit vergeht und ohne dass Nathalie selbst es steuern oder begreifen könnte, verliebt sie sich in den unscheinbaren Markus, einen Schweden, unerfahren in Liebesdingen, ausgezeichnet durch seine Schlichtheit und sympathischen Eigensinn. Beide müssen zunächst lernen, sich aufeinander einzulassen.

So nacherzählt ist die Geschichte wie viele andere Liebesgeschichten. Foenkinos gelingt es sie allerdings, sie thematisch so zu wenden, dass sie dennoch etwas Neues erzählt. Er erzählt ganz nebenbei eine Geschichte der Zufälle, die allzuoft gar nicht wie Zufälle erscheinen. Zufall ist, dass Nathalies Ehemann beim Joggen vor ein Auto läuft. Zufall ist aber auch, dass Markus eben in jenem Moment ihr Büro betrifft als sie eben beginnt, ihren Körper wieder wahrzunehmen. Zufall sind aber auch Fußballergebnisse, Zeitungsartikel in den Lokalnachrichten und Filmdialoge, die den Protagonisten begegnen. Obwohl beide Liebesgeschichten wie vorbestimmt wirken, sind sie doch geprägt durch Zufälle. Wirklich sympahtisch wird die Geschichte allerdings durch die Anspruchslosigkeit ihrer Helden, die nichts erwarten und vielleicht gerade deshalb alles bekommen, die sich auf nichts verlassen als auf sich selbst und das, was das Leben ihnen an Situationen zuspielt. Zufall oder Bestimmung, streben oder harren - was führt zum Liebesglück? Genau das wird im Hintergrund mit thematisiert. Und allzuoft ist es nicht die Bestimmung und auch nicht das Streben, das die Figuren ihrem Glück näher bringt. Glück ist nicht self made.

Foenkinos erzählt mit viel Witz und ohne große Worte. Das macht die Lektüre des Romans entspannt und kurzweilig.

Leider hinterlässt der Roman auch viele lose Enden, deren Bedeutung unklar bleiben. Warum manche Szenen überhaupt erzählt werden, bleibt dunkel.

Mit Nathalie ist zwar eine schillernde Hauptfigur geschaffen, in die man sich auch als Leser sofort verliebt, sie ist allerdings auch so vollkommen makellos, dass man darüber stolpert. Könnte sie nicht einen kleinen Fehler haben?
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Kuss ist der höchste Erfüllungsgrad der menschlichen Glückssuche, 7. September 2011
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: Roman (Taschenbuch)
Eine Art Kussimpuls - ein Kuss als grundloser, unmotivierter Akt - steht im Mittelpunkt dieser klugen und bezaubernden Geschichte, die mit Leichtigkeit über die Liebe erzählt. Genauer gesagt handelt es sich um zwei Geschichten über die Liebe, zweier erfüllter Lieben ganz unterschiedlicher Natur.

Die zartfühlende, zaghafte Nathalie verbringt sieben glückliche Jahr mit Francois. Das Geheimnis ihres Glücks ist, dass jeder Tag ihres gemeinsamen Lebens noch immer Spuren der ersten Tage aufweist. Diese besondere Form der Liebe zerbricht, als Francois ums Leben kommt. Es folgen drei Jahre der Trauer und Melancholie. Bis Nathalie aus heiterem Himmel Ihrem Kollegin Markus im Büro einen nicht zu erklärenden Kuss gibt. Markus, ein bodenständiger Schwede und der Inbegriff einer gemütlichen Sphäre steht im Kontrast zu der mädchenhaften Französin Nathalie. Es dauert etwas, bis die Beiden zueinander finden. Da die Liebe aber bekanntlich unbezwinglich ist, wird aus dem Kuss "Liebe auf den zweiten Blick".

Voller französischem Esprit und Poesie gestaltet sich der Roman von David Foenkinos so anmutig wie ein Bühnenstück. Dabei ist es dem Autor gelungen, ohne Pathos und Kitsch über die Liebe zu schreiben. Der eigenwillige Zauber der Geschichte ist mit feinsinnigem Humor durchzogen. Was diese Liebesgeschichte von anderen gängigen Erzählungen am Markt unterscheidet, sind die minimalistischen Einschübe, in denen Aspekte aus den vorangegangenen Kapiteln aufgegriffen werden. Diese unterbrechen den Text; mal feststellend, mal philosophisch, aber stets ungewöhnlich werden Fußnoten oder Statistiken zum Besten gegeben. Der Text bricht sozusagen immer wieder aus und lässt den Leser verwundert schmunzeln.
Vom Cover sollte man sich nicht in die Irre führen lassen; im Buch steckt mehr als es den Anschein weckt. Und der Kuss ist nur das Vorwort ...

>Nathalie küsst< ist ein modernes Märchen über die Fügung und das Leben mit allen Irrungen und Wirrungen. Und nicht zuletzt über die Macht des Kusses. Reizvoll!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein literarischer Traum!, 12. Dezember 2011
Von 
Sophia! - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: Roman (Taschenbuch)
'Weißt du, woher unsere wirkliche Macht rührt? Vom Kuss, vom Kuss allein! (...) Dennoch ist der Kuss nur ein Vorwort.'
(Guy de Maupassant)
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Ganz anders als der Titel vermuten lässt, geht es in diesem Buch nicht in erster Linie um eine romantische Liebesbeziehung, sondern um das Zerbrechen eines jungen Glücks durch einen harten Schicksalsschlag. Was passiert, wenn man den Boden unter den Füßen verliert? Wenn einem die Person genommen wird, die man am meisten liebt? Mit der man alles geteilt hat. Jedes Erlebnis. Jede Freude. Jeden Schmerz. Jeden Gedanken. Ist es unter diesen Bedingungen je wieder möglich, ein normales Leben führen zu können?
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Genau diesen Fragen muss sich Nathalie, die Protagonistin der Geschichte, stellen. Aus einer zufälligen Begegnung mit François entwickelt sich die große Liebe. Eine Liebe, die alle Sehnsüchte erfüllt und die den jeweils anderen in seiner Persönlichkeit stärkt. Voller Glück fristen die beiden die Jahre der ersten Verliebtheit bis hin zur Hochzeit. Ihr Leben scheint vollkommen, die Liebenden angekommen. Doch dieses Glück ist nur von kurzer Dauer. Bald schon wird François brutal aus Nathalies Leben gerissen und die junge Frau droht an diesem Verlust ihres geliebten Mannes zu zerbrechen. Die Beerdigung durchsteht sie mit aller Not, erfüllt von einer tiefen Leere. Es fehlt ihr jegliche Kraft. Doch als die junge Frau wenig später ihre Arbeit wieder aufnimmt, wird sie mit den Gefühlen ihres Chefs konfrontiert, die sie erneut aus den Bahnen des gewohnten Alltags werfen.
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David Foenkinos ist mit diesem Titel ein emotionales Meisterwerk gelungen, das seine Leser leise und dennoch voller Emotionen in die Geschichte einführt. In einzelne Kapitel aufgeteilt, ergibt sich ein durch den angenehmen Schreibstil begünstigter zügiger Lesefluss. Viel zu spannend ist es, als dass man das Buch auch nur eine Sekunde aus der Hand legen könnte. Die Sprache des Autors ist voller Zauber, voller Poesie und französischer Leichtigkeit. Mit den Figuren mitfühlend, wird die geballte Kraft der Emotionen transparent und spürbar, denen man in einer solchen Situation ausgesetzt wäre. Die Bewältigungsstrategien der jungen Frau sind sehr interessant. Eine Geschichte, in die man sich sofort verliebt und die sicher auch als Kinofilm ein großer Erfolg sein wird. David Foenkinos, der in der Lage ist, solche kunstvollen Texte zu schreiben, sollte man sich unbedingt merken. Enormes Potenzial! Großartiges Lesevergnügen mit einem umwerfenden Zauber!
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Fazit: Zum Dahinschmelzen! Literarischer Hochgenuss.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Romantische, zum Glück nicht verklärte, Liebesgeschichte im Doppelpack, 5. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: Roman (Taschenbuch)
"Nathalie küsst" erzählt die wunderbare Geschichte einer Liebe, die so harmonisch ist, dass sie nicht von dieser Welt erscheint. So viel Glück kann es doch für zwei Menschen gar nicht geben, denkt man bei der Beschreibung ihres Kennenlernens, ihrer Beziehung, der Hochzeit und den ersten Ehejahren. Und tatsächlich, es scheint, als wäre der Glücksvorrat aufgebraucht, als François überfahren wird. Doch auch wenn es so scheint, als wäre Nathalies Geschichte mit seinem Tod vorbei, geht sie in Wirklichkeit erst los.

David Foenkinos beschreibt erst die perfekte, ungetrübte Liebe, bevor er dieses Paar auf grausame Art auseinander reißt. Seine Protagonistin weiß nicht mehr, wie sie weiterleben soll, stürzt sich in Arbeit und überlebt irgendwie. Aber ein wirkliches Leben mit allen Sinnen ist das nicht mehr, das drückt sich auch in allen Worten des Autors aus. Nathalie existiert nur noch, sie fühlt nicht mehr, sondern atmet und handelt so, wie es von ihr erwartet wird. Erst die Begegnung mit Markus rüttelt sie auf, auch wenn das nicht im Geringsten am schwedischen Kollegen liegt, sondern einfach daran, dass sie den Verzicht auf alles Sinnliche in ihrem Leben leid ist. Markus wiederum ist komplett überrumpelt von seiner schönen Vorgesetzten und setzt ab dem Moment alles auf eine Karte, um sie doch für sich zu gewinnen.

"Nathalie küsst" erzählt zwei Liebesgeschichten: die einfache, natürliche, die einfach so passiert zwischen François und Nathalie, an der keiner von beiden arbeiten muss. Diese Liebe entsteht natürlich und endet grausam. Die andere Liebe wiederum ist die zwischen Nathalie und Markus, an die sie zunächst überhaupt nicht glaubt, die dann aber durch äußere Einflüsse immer mehr verstärkt wird. Diese beiden Lieben sind so unterschiedlich, wie sie nur sein können und daher auf ihre Art beide einzigartig. Der Schreibstil des Autors hebt diese wunderschönen Geschichten hervor, wird dabei aber niemals zu gefühlvoll oder gar kitschig. Fast schon bissig werden die Gedankengänge der Beteiligten nachgezeichnet, so manche absurde Situation führt zu Irritationen beim Leser, passt dann aber wieder so großartig ins Gesamtgefüge dieses Romans.
Viele Fußnoten und kurze Zwischenkapitel ergänzen alles mögliche, was lose zu den Hauptkapiteln der Geschichte passt. Sei es die Liste der Puzzleweltmeister, kurze Dialoge aus Filmen und Theaterstücken, Liedzeilen, unnütze Fakten ... All dies unterstützt das Gefüge des Romans und liefert Hintergrundinformationen zu vielen der Anspielungen, die Foenkinos in seinem Roman versteckt hat, wenn auch bei weitem nicht zu allen.

Überragend auch, wie sich die vielen Metaphern und Vergleiche, die in den kurzen, prägnanten Sätzen viel besser wirken als in übertrieben blumiger Ausdrucksweise, von Christian Kolb ins Deutsche übertragen wurden. Französisch ist eine malerische Sprache; dies so gut ins Deutsche zu übertragen ist eine Kunst für sich, die nichts an den schönen Ausdrücken und raffinierten Sätzen schmälert.

"Nathalie küsst" erzählt zwei verschiedene, aber auf ihre Art grundehrliche und unverwechselbare Liebesgeschichten. Zusammen mit der grausamen Liebe des Vorgesetzten zu Nathalie sogar noch eine dritte, ebenso einmalige. Ein wunderschönes Buch, das mit seiner zeitweise ruppigen Sprache dafür sorgt, dass der Roman immer lesenswert bleibt und nie ins rosarot-zuckersüße abgleitet. Kein Wunder, dass die Verfilmung schon mit Audrey Tatou in Planung ist - bleibt zu hoffen, dass der Film nicht zum typischen Hollywood-Kitsch verkommt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine elegante, geschliffene Sprache. Figuren und Handlung kamen mir jedoch ein wenig blass, um nicht zu sagen blutleer vor., 23. November 2011
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(TOP 50 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nathalie küsst: Roman (Taschenbuch)
Gedanke eines polnischen Philosophen
Es gibt großartige Menschen, die man im Leben zum falschen Zeitpunkt trifft. Und es gibt Menschen, die großartig sind, weil man sie im rechten Moment trifft.
(96)
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Nathalie! Eine Wesen aus einer Welt, so soll der Leser wohl glauben. Zumindest ein Wesen, das sich leicht in Extreme steigert, das ist klar aus dem Inhalt erkennbar. Ihren ersten Mann François hat sie grenzenlos geliebt, so scheint es. Sein Unfalltod stürzt sie in tiefste Verzweiflung. Wie gut, dass ihr Chef Charles größtes Verständnis für ihre Situation hat. Sie braucht Zeit und Unterstützung? Kein Problem. Sie soll dann ins Büro zurückkehren, wenn ihr danach ist. Realitätsnähe sieht natürlich etwas anders aus - welcher Arbeitgeber ist schon so kulant - aber hier geht es ja auch um die höhere Spähren von Nathalie. Denn Nathalie hat auch ihrem verheirateten Chef den Kopf verdreht. Bereits beim Einstellungsgespräch wurde dies sichtbar. Eine obligatorische Frage nach dem Kinderwunsch, die Nathalie treuherzig beantwortet. Dann starrt er sie an, bietet ihr ein Knäckebrot an, und meint sie solle sich daran gewöhnen, da es hier nichts anderes gäbe (24). Aber zurück zu Nathalie. Als sie nach dem Tod von François endlich wieder zu arbeiten beginnt, wartet eine Beförderung auf sie. Nathalie wird Teamleiterin von sechs Personen. Einer ihrer Mitarbeiter ist jener Markus, von dem noch später die Rede sein wird. Zunächst jedoch dient diese Beförderung Charles als Vorwand, um Nathalie einzuladen. Endlich will er es wagen, und ihr seine Zuneigung gestehen. Eine beklemmende Situation, die Nathalie glasklar löst: "Du gefällst mir tatsächlich nicht. ... Zwischen uns wird nie etwas sein, da bin ich mir sicher." (65) So endete der Abend.

Das Leben geht weiter. Nathalie geht ganz in der Arbeit auf. Bis zu dem Tag. Eben jenem Tag, als ihr Mitarbeiter Markus in ihr Büro kommt und sie ihm eben jenen Kuss gibt. Sie küsst. Sie, die unnahbare Nathalie küsst! Nur dummerweise kann sie hinterher Markus keine Erklärung für diesen Moment geben. "Ich weiß es nicht", hauchte sie. Natürlich. Ein ätherisches Wesen wie Nathalie sagt nichts einfach daher. Sie haucht! Passt das zu der engagierten Führungskraft? Also ich weiß nicht. Jedenfalls ist Markus jetzt an der Reihe. ER ist berührt, ER gibt nicht auf. So kommt es zu einem Treffen, und noch einem Treffen, einem zweiten Kuss, einem dritten Kuss ... zu dumm, dass zwischenzeitlich der Flurfunk und die Büro-Buschtrommeln auch Nathalies Chef erreicht haben, der trotz der glasklaren Absage eingreift ...

Die Handlung erinnert phasenweise an eine Parodie. Die Realität sieht jedenfalls anders aus. Aber irgendwie hatte ich sowieso das Gefühl, dass bei diesem Buch der Schwerpunkt eher auf dem Innenleben der Protagonisten liegt. Betont wird die Handlungsarmut noch durch den Aufbau der Kapitel. Immer wieder werden Fragmente eingeschoben, die Themen aus dem Geschehen aufgreifen. Beispielsweise die Erklärung für Nathalies ersten unerklärlichen Kuss: "Dieser Kuss war wie moderne Kunst." (91) Das folgende 45. Kapitel auf Seite 92 greift dies auf und nimmt Bezug auf ein Gemälde von Kasimir Malewitsch aus dem Jahre 1919: Weißes Quadrat auf weißem Grund. Aha! An anderer Stelle wird der Begriff der Empfindsamkeit laut dem Larousse erwähnt oder die Erstligaergebnisse des Abends, an dem Charles klar wurde, dass er Nathalie nie gefallen würde.

Ein Buch für Menschen, die Spaß an einer geschliffenen Wortwahl und einem raffinierten Aufbau haben. Auf der Strecke bleiben dabei jedoch die Darsteller. Mich persönlich konnte diese Kombination nicht begeistern. Zu viele schön geschwungene Worthülsen, bei denen ich mich fragte, was sie mir zu sagen haben, mit denen ich mich nicht identifizieren konnte. Was wohl subtil gedacht war, erschien mir nur oberflächlich.

Kurz: Es ist ein etwas anderes Buch. Wer Spaß an derlei wortgewandten Exkursen hat und weniger Wert auf die eigentliche Handlung legt, wird das Leseerlebnis wohl mehr geniessen als die Rezensentin. Auf jeden Fall ist es eine preisverdächtige Mischung, die hier präsentiert wird, hat das Buch in Frankreich doch mehrere Titel errungen (siehe französische Amazon-Seite), auch wenn der renommierte Prix Goncourt nicht mit dabei war. Dennoch, mich konnte David Foenkinos mit dieser Vorstellung nicht begeistern.
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Nathalie küsst: Roman
Nathalie küsst: Roman von David Foenkinos
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