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933 von 1.006 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" ist das erstklassige Debüt des schwedischen Autors Jonas Jonasson.

Zum Inhalt: An seinem einhundertsten Geburtstag, dem 2. Mai 2005, klettert Allan Karlsson aus dem Fenster seines Zimmers im Altenheim und drückt sich so vor der eigenen Geburtstagsfeier. Sein erstes Ziel ist der Busbahnhof, an dem er mit dem erst besten Bus fährt soweit ihn seine 50 Kronen bringen - und da der ungepflegte junge Mann, dessen Koffer Allan in der Zwischenzeit beaufsichtigt, nicht rechtzeitig von der Toilette zurückkehrt, nimmt Allan das Gepäckstück gleich mit. Unglücklicherweise ist "Bolzen", der junge Mann, Mitglied einer kleinen Gangstergruppe und der Koffer prall gefüllt mit Geld. Die Verfolgung beginnt und da leider auch nicht jeder Kleinkriminelle, der sich auf die Suche nach Allan und seiner wachsenden Reisegemeinschaft (inklusive Elefant Sonja) macht, das Zusammentreffen überlebt, ist bald auch die Polizei an Allan interessiert.

Neben der Flucht quer durch Schweden springt der Roman immer wieder in die Vergangenheit und schildert chronologisch Allans bisheriges Leben. Schon in jungen Jahren begeistert von Sprengstoff (und dadurch verantwortlich für die ein oder andere Kuhfehlgeburt), bereist der politisch eigentlich uninteressierte und überaus gutmütige Allan die ganze Welt, ist "zufällig" beteiligt an diversen historischen Ereignissen und trinkt Schnäpse mit (unter anderem) General Franco, Präsident Truman und Stalin...

Mit diesem Roman ist es dem Autor gelungen auf über 400 Seiten ein unterhaltsames Lesevergnügen mit einer sehr detailverliebten Handlung, einer guten Sprache und jeder Menge trockenem Humor zu schreiben. Auch seine Charaktere bekommen eine liebevoll ausgeschmückte Hintergrundgeschichte. Der Autor schreibt mit einer bemerkenswerten Kreativität und konstruiert glaubhafte Zusammenhänge in einer gänzlich unglaublichen Handlung.

Fazit: Sprachlich und inhaltlich ein mehr als gelungenes Buch über einen ganz schön munteren Hundertjährigen, das für viele Stunden fesselt und unterhält. Klare Leseempfehlung!
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588 von 644 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Dezember 2011
Über den Inhalt haben sich bereits andere hinreichend geäußert. Daher möchte ich nur meine Meinung dazu abgeben, warum das Buch so lesenswert ist.

Der Roman enthält sehr viel Situationskomik und Wortwitz, sicher. Aber er scheint mir auch eine Botschaft zu vermitteln, nämlich das Leben leicht - und nicht zu ernst- zu nehmen, es zu entschleunigen. Wir leben in einer Zeit, wo immer alles noch schneller, noch besser, noch effizienter, noch jugendlich-dynamischer... sein soll. Dieser Roman ist eine Art Anti-Buch. Die Figuren lassen sich alles andere als vom Leben hetzen, sie haben sich in der Vergangenheit oft dem normalen Leben entzogen, selten versucht, bewusst und mit viel Einsatz etwas zu erreichen und haben am Ende alles bekommen und oft mehr, als sie zu hoffen wagten. Die Figuren stolpern ausnahmslos zufällig in die nächste Situation. Sie machen selten längerfristige Pläne, sondern agieren entsprechend der augenblicklichen Situation und sind bereit, die Dinge und Personen so zu akzeptieren, wie sie in dem Moment nun einmal sind. Das Buch sagt m. E.: Öffne Dich dem Wunder des Lebens. Genieße das Leben (auch indem Du seine Skurilität erkennst und akzeptierst). Gleichzeitig führt es, mit leichter Hand gezeichnet, die Absurdität der politischen Ereignisse des 20.Jahrhunderts und der "wichtigen politischen" Personen dieser Zeit vor.

Wer ein unterhaltsames, lustiges und gleichzeitig weises, herzwärmendes Buch lesen möchte, ist mir diesem Buch sehr gut bedient.
Ich lächle schon, wenn ich das Buch nur sehe, meine Stimmung hebt sich. Von wie vielen Büchern kann man das schon sagen?
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. März 2015
„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson ist ein schon eine ganze Weile ein „Bestseller“. Da mir die meisten Bestseller nicht gefallen, wollte ich auch dieses Buch zuerst nicht lesen. Letztendlich haben meine Neugier und die Leihgabe dieses Romans doch dazu geführt, dass ich mich überwunden habe.
Das Buch beginnt witzig, doch spätestens ab der Hälfte habe ich mich durch gequält und die Kapitel nur noch grob überflogen, weil ich das Ende der Geschichte erfahren wollte. Meine Erwartung des „Bestsellers“ hat sich für mich bestätigt und er bekommt von mir die Note: „ausreichend“!
Die Rückblenden des Lebens von Allan Karlsson (= der Hunderjährige) sind so ausgeschmückt und skurril, dass sie nur noch langweilig sind. Er bereist die Welt und trifft sämtliche berühmte Staatsoberhäupter. Die Gegenwartsgeschichte ist ein „lustiger“ Flucht – Krimi, bei dem der „Alte“ ohne Bedauern Leichen hinterlässt, die sich irgendwie von selbst entsorgen. Zwar witzig geschrieben, dies ging mir, nach einiger Zeit, eher auf den „Geist“.

Inhalt:
An seinem 100. Geburtstag flieht Allan Karlsson aus dem Fenster des Altersheims. Mit Pantoffeln läuft er zum nächsten Busbahnhof. Für einen jungen Mann achtet er auf dessen Koffer, während dieser auf die Toilette geht. Als Allans Bus einfährt, stiehlt er kurzerhand den Koffer. Der junge Mann nimmt sofort die Verfolgung auf, da ein Vermögen an Geld im Koffer steckt. Allan landet bei dem Dieb Julius, der mit Allan gemeinsam den Verfolger um die Ecke bringt, natürlich ausversehen. Bei der Entsorgung der Leiche kommen sie mit dem Imbissbesitzer Benny in Kontakt, der sie ab diesem Moment chauffiert. So geraten sie auf einen abgelegenen Hof einer schönen Frau Gunilla, die einen zugelaufenen Elefanten (hier erschließt sich mir das Bild auf dem Buchcover), versteckt. Doch die Clique des jungen Mannes macht sich auf die Suche nach ihm und dem Geld. So gibt es die nächste Leiche, die sich selbst entsorgt. Das ruft den Chef der Bande auf den Plan, der sich nach schwerer Verletzung ebenfalls der Gruppe um Allan anschließt. Selbst die Staatsanwalt Ranelid und die Polizei können Allans Gruppe nichts nachweisen. Kommissar Aronsson schließt sich am Ende der Truppe an und mit dem Geld setzen sich alle in Bali ab und leben glücklich bis an ihr Ende!
???????????????????? „Uaaahhhh!“ Der Leser könnte dies eventuell als modernes Märchen ansehen, ansonsten sehe ich persönlich in dieser Geschichte wenig Sinn.
Die Gegenwart wechselt mit Kapiteln aus Allans letzten 100 Jahren. Seine Kindheit, seine berufliche Laufbahn als Bombenbauer, bei der er mehr seine eigenen Unterkünfte sprengte und seine Reisen durch Spanien, Amerika, China, Himalaya, Russland … . Bei diesen traf er die hohen Persönlichkeiten, wie amerikanische Präsidenten, MaoTse-Tung, Stalin, Winston Churchill … . Am Ende ist er sogar Agent für den CIA in Russland. Diese Kapitel sind gähnend in die Länge gezogen und wurden von mir nur überflogen.

Mein Fazit: Ein Bestseller ist ein Buch, das sich viel verkauft hat! Leider sagt dies nichts über den Inhalt aus. Manchmal erschließt sich mir nicht, warum so viele Leser sich solch ein Buch kaufen! „Gott, sei Dank!“ sind Geschmäcker verschieden. Wenigstens kann ich über dieses Buch mitreden, wenn ich es auch nicht empfehlen würde. Einen weiteren Roman dieses Autoren werde ich mir nicht mehr zu Gemüte führen.

(Afrikafrau = Kitabu)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Februar 2015
Eigentlich hatte ich nicht vor, mich nach der Lektüre des “Hundertjährigen” , die nun schon einige Monate her ist, in schriftlichen Äußerungen zu verlieren. Dazu erschien mir das Ganze doch zu banal. Nachdem ich aber die geradezu irrwitzige Anzahl von positiven Kommentaren hier gesehen habe, möchte ich doch einige wenige kritische Zeilen nachreichen. Für mich ist schlichtweg kaum erklärlich, wieso absolute Top-Autoren wie T.C. Boyle, John Irving und Philip Roth mit ziemlich mickrigen, wenn auch guten Bewertungszahlen leben müssen, während der “Hundertjährige” hoch in den Tausenden rangiert. Mit der Qualität kann das eigentlich nichts zu tun haben. Liest man die euphorischen Bewertungen, kommt man schnell zum Schluss, dass die Ansprüche an gute Literatur doch recht unterschiedlich sind. Das Buch ist eben massentauglich. Und selbst gute Bekannte mit sprachwissenschaftlichem Studium waren von dem Buch recht angetan, was mich eine ganze Zeitlang daran hinderte, überhaupt die Stimme zu heben. Aber nun , da einem dieses Machwerk immer wieder über den Weg läuft, muss ein deutliches Wort gesagt werden.

Klar, das Buch kommt gefällig daher und die Idee dazu ist nicht schlecht. Warum soll ein Hundertjähriger, der von seinem Leben nicht mehr viel zu erwarten hat, nicht mal richtig ausrasten ? Auch kann er en passant ruhig historischen Gestalten respektlos und damit entmystifizierend begegnen. Und dass das Ganze noch dazu unterhaltsam sein soll, ist zu begrüßen.

Aber: Jonasson wollte zuviel. Das Buch sollte herausragend witzig werden, es ist aber nicht mehr als eine Reihe von überzogenen Albernheiten herausgekommen, die ziemlich zusammenhanglos und beliebig im Raume hängen bleiben. Humor entsteht doch dann, wenn eine realistische Situation mit Übersteigerungen oder Überraschungen konfrontiert wird. Dies ist hier nicht der Fall, denn eine realistische Situation gibt es hier gar nicht, weil die ganze Story ein Art entfesselter Traumtanz darstellt. Der Protagonist schwebt quasi als unanfechtbare Gestalt durch die Handlung. Dass er auch nach den aberwitzigsten Begebenheiten heil aus allem herauskommt, macht die Lektüre langweilig. Er schafft es ja immer. Was feiner Humor wirklich bedeutet , kann man bei John Irving, zB in seinem Hotel New Hampshire, nachlesen. So verrückt es dort zugeht, es bleibt stets nachvollziehbar.

Spannungselemente sind im “Hundertjährigen” durchaus vorhanden. Sie erweisen sich aber überwiegend als effekthascherisch. Es wird oft aus der Situation heraus noch ein Gag dazugesetzt. Wer es mag … Im Ganzen sind die Begebenheiten alle derart unwahrscheinlich und willkürlich, dass ohnehin der Eintritt jedes beliebigen Events vorstellbar ist. Das macht die Angelegenheit nicht spannender. Eine Gesamteinschätzung kommt zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Buch um eine Aneinanderreihung aus dem Ruder gelaufener Phantastereien handelt, die garantiert sinnfrei zu Papier gebracht wurden. Dafür kann es nicht mehr als zwei Punkte geben.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Februar 2014
Man mag dem schwedischen Piratförlaget und der deutschen Random House Gruppe gratulieren, dass sie bzw. seine Lektoren und Literaturagenten das Romanskript zu "Der Hundertjährige, der etc. pp." nicht gleich in den Mülleimer geworfen haben. Sie kannten sich aus mit ihrer schwedischen und zumindest auch deutschen Leserschaft. Natürlich gönne ich dem Verlag, dass er einen wunderbaren Verkaufsschlager gelandet hat. Und natürlich freue ich mich auch für den Autor. Aber im Ernst, was lesen wir da? Ein Hundertjähriger mit abenteuerlicher Biographie türmt an seinem Geburtstag aus seinem Altersheim, entwendet einem Kriminellen den Beutekoffer, in dem sich eine hohe zweistellige Millionensumme in schwedischen Kronen befindet und freundet sich mit einem Gelegenheitsdieb an, bei dem er dann übernachtet. Dabei vergessen die neuen Freunde beide, dass sie den Kriminellen, der ihnen auf die Spur gekommen war, im Tiefkühlschrank eingesperrt hatten. Totschlag Nummer eins. Dann kommt noch der Komplize des Kriminellen ums Leben und der Boss der beiden Verschiedenen wird schwer verletzt. Der Hundertjährige hat inzwischen noch den Imbissbesitzer Benny im Schlepptau, sowie die 'Schöne Frau` nebst ihrem Elefanten Sonja. Immer einen Schritt zu spät versucht die schwedische Kriminalpolizei, der ganzen Bande auf die Schliche zu kommen.
In Rückblicken erfahren wir noch, dass Alan in seinem langem Leben
1. im spanischen Bürgerkrieg Brücken sprengte und ein Freund vom Generalissimus wurde,
2. den Bau der amerikanischen Atombombe ermöglichte
3. mit der Ehefrau von Chiang Kai-shek in China war
4. den Himalaya überquerte und im Iran Winston Churchill zu längerem Leben verhalf
5. bei Stalin und Kim Il-Sung war und weitere Abenteuer bestand.
Mit überbordender Phantasie hat Jonasson eine Mischung aus Pippi Langstrumpf Abenteuer und Kommissar Wallender Kriminalfall geschrieben, mit Einschüben von Quick History-Facts for Swedes". Natürlich haben Astrid Lindgren und Hennig Mankell und die von ihnen geschaffenen Figuren ihren festen Platz in der Literatur. Davon sind diese Figuren um den Hundertjährigen und er selbst weit entfernt.
Eine Mischung aus beiden mag auf den ersten Seiten ganz nett sein, wurde aber nach 100 Seiten zumindest für mich immer uninteressanter. Ich habe den Schmöker nach 200 Seiten nur noch quer gelesen und war froh, als es vorbei war. Alle Beteiligten im Roman gehen am Ende in den wohlverdienten Urlaub. Außer vielleicht der Polizeihund, der für den Staatsanwalt am Ende als Schuldiger für die Vorfälle um den Hundertjährigen herhalten muss. Einen Urlaub hat man sich nach dieser Lektüre als Leser dann auch verdient.
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265 von 305 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Dezember 2011
Jonas Jonassons "Der Hundertjährige ..." ist ein Gute-Laune-Buch, ein Buch für einen Strandurlaub. Ein Buch, welches man in zwei Tagen durchlesen kann, allerdings auch jederzeit ohne Spannungsbruch zur Seite legen könnte. Ohne Zweifel ein Buch das Lesespaß garantiert, von dem allerdings auch wenige Tage nach dem Lesen der letzten Seite nichts zurückgeblieben ist. Gewissermaßen ein Jugendbuch für Erwachsene, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Allan Karlsson wird 100 Jahre alt, seine Tage im Altersheim und seine Privatfede mit Schwester Alice sind nicht dazu angetan, Allan von der Teilnahme an der anberaumten Feierlichkeit mit dem Bürgermeister zu überzeugen. Allan zieht es vor durch das Fenster reißaus zu nehmen. In Hausschuhen macht er sich auf den Weg und entwendet am nahegelegenen Busbahnhof dem Mitglied einer Rockerbande einen Koffer, in dem sich allerings nicht die erhoffte Kleidung, sondern einige Millionen Kronen aus Geschäften mit der Russenmafia befinden.

Ehe Allan sich umsehen kann, ist nicht nur die schwedische Polizei und diverse Journalisten hinter ihm her, sondern auch die "Never Again" Rocker auf der Suche nach ihrem Geld. Allan bleibt nicht lange allein, ihm schließt sich zunächst ein Gelegenheitskrimineller an, dann ein Imbissbudenbesitzer und ehemaliger Dauerstudent und schließlich "die schöne Frau" mit ihrem Hund und ihrem zugelaufenen Zirkuselephant. Dass unterwegs noch ein paar Rocker auf der Strecke bleiben sei hier nur am Rande erwähnt, da schnell klar wird, dass sich in diesem Roman sowieso immer alles zum Guten wendet. Und so ist auch früh absehbar, dass am Ende alle Freunde sein werden, Rocker, Flüchtige und Polizisten. Soweit ist Jonas Jonassons Roman tatsächlich ein Kinderbuch mit Schmunzelgarantie, welches auch sprachlich den Leser mit seinem naiv-kindlichen Erzählstil nicht zu überfordern droht.

Erfreulicherweise beläßt es Jonasson aber nicht bei dieser rosaroten Roadmovie-Parodie, sondern verdoppelt den Umfang des Romans dadurch, dass er reichlich Seemannsgarn einflechtet. Allan Karlsson ist schließlich nicht durch Nichtstun 100 Jahre alt geworden. So hat er reichlich zu erzählen und tut dies auch mit großer Begeisterung. Schließlich hat Karlsson nicht nur die Entwicklung der amerikanischen Atombombe entscheident vorangebracht, sondern wenig später auch die wesentlichen Details an die Sowjets verraten. Er hat abwechselnd mit Franco, Trueman, Stalin, Lyndon B. Johnson, Mao, den koreanischen Kims und diversen anderen Staatsmännern um die Wette gesoffen und dabei das Weltgeschehen mehr als einmal beeinflußt. Nebenbei hat er noch Wladiwostok niedergebrannt, ist über das Himalaya gewandert, hat eine indonesische Politikerkarriere angestoßen, die 68er Unruhen in Paris beendet und anderthalbe Jahrzehnte als CIA Spion dem Weltfrieden gedient.

Jonas Jonasson erschafft mit Allan Karlsson einen zweiten Forrest Gump und führt seine Leser durch das zurückliegende Jahrhundert. Ähnlich der berühmten Roman und Filmvorlage erschließen sich dem Leser ganz neue, ersponnene Hintergründe für scheinbar bekannte Weltereignisse. Jonasson reduziert seine Romanfigur allerdings auf den Schmunzelaspekt und vermeidet jegliche tragischen Züge. So bleiben alle Figuren Jonassons in der bloßen Liebenswürdigkeit stecken, es fehlt jegliche Vielschichtigkeit. Aber wie zu Beginn bereits beschrieben ist das auch offensichtlich nicht Karlssons Anspruch. "Der Hundertjährige ..." ist ein Buch für beschwingte Lesestunden, kein nachdenkliches Buch, einfach ein guter Unterhaltungsroman. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Dezember 2014
Mir wurde das Buch empfohlen, doch der Anfang war für mich schon mega langweilig. Sprachlich gesehen kein Highlight, häufig im Konjunktiv geschrieben und extrem viele Wiederholungen. Ich fand dieses Buch äußerst anstrengend zu lesen und ich musste mich quälen, es nicht sofort in die Ecke zu werfen. Ich fand keine Figur, mit der ich mich annähernd identifizieren oder mit der ich sympathisieren konnte. Der Witz, der hierbei vermittelt werden sollte, blieb für mich verborgen. Durchgehalten habe ich jedenfalls nicht. Nach ein paar Kapiteln habe ich es doch irgendwann abgebrochen... Demnach kann ich es nicht empfehlen. Aber ich denke, da muss sich jeder sein eigenes Bild machen. Denn anscheinend gibt es Leute, die es total toll finden - aber das ist dann wirklich Geschmacksache!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juli 2014
Also ich fand das Buch überhaupt nicht komisch. Der Autor gab sich alle Mühe um Zusammentreffen des Allan Karlsson mit so vielen historischen Figuren wie möglich zu arrangieren. So trifft er ua Franco, Stalin, Berija, Kim Il Sung, Mao, Chiang Kai Shek, Suharto, den Schah von Persien, Churchill, Truman, Lyndon B. Johnson .... Und allen hilft er aus der Patsche.
Der Film "Forrest Gump" ist viel amüsanter als dieses Buch.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Dezember 2014
Mir wurde das Buch von einer Freundin empfohlen. Erzählt wird auf humorvolle Art und Weise das Leben eines Hundertjährigen, der im Laufe ebendessen viele bekannte Persönlichkeiten der Weltgeschichte trifft. Also Forrest Gump quasi von Ken Follett erzählt. „Das Buch musst Du lesen – Dir als Geschichtsfan wird es bestimmt gefallen…“.

Soviel zu meinen Erwartungen. Tatsächlich wurde ich bitter enttäuscht. Dies beruht maßgeblich auf vier Faktoren: Mangelnder Geschichtsbezug, individueller Humor, fehlende Spannung und Schreibweise des Autors.

Tatsächlich, Allan Karlsson trifft in seinem Leben unglaublich viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft. Die Umsetzung finde ich jedoch enttäuschend. Während ein Autor wie Ken Follett es versteht, die Handlungen seiner Bücher wunderbar in den geschichtlichen Kontext einzubauen, beschränkt sich Jonas Jonasson weitestgehend auf Allgemeinplätze wie Stalin – Russland – Wodka. Einen tieferen Anspruch sollte man mit dem Buch nicht verbinden, weder was die geschichtliche Handlung, noch die beteiligten Personen anbelangt. Allerdings muss das ja auch nicht sein. Man kann es noch immer zur puren Unterhaltung lesen, womit wir beim Humor wären.

Dieser ist bestimmt höchst subjektiv und es ist es ganz klar, dass andere Leser diesbzgl. eine total andere Meinung vertreten als ich. Meinen Humor hat der Autor jedoch überhaupt nicht getroffen. Ich finde das Buch nicht witzig, sondern überwiegend albern und phasenweise total lächerlich. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Bösewicht zuerst auf Elefantenscheiße ausrutscht und anschließend vom Verursacher des Missgeschicks auch noch zerquetscht wird. Keine Sorge, ich verrate hier bestimmt nicht das Highlight des Buches, denn solche Situationen gibt es zur Genüge. Wie lustig…

Dadurch, dass in Allans Leben einfach alles möglich scheint, kommt der dritte Punkt ins Spiel. Die Spannung geht komplett verloren, sofern sie überhaupt jemals existiert hat. Die Frage, wie es wohl weitergeht, habe ich mir mit der Zeit überhaupt nicht mehr gestellt, denn es ist jede auch noch so absurde Wendung denkbar. Irgendetwas wird sich der Autor schon einfallen lassen, bedauerlicherweise in Fortführung der bereits erwähnten Punkte.

Wozu natürlich auch die Art zu Schreiben gehört. Hierzu ein Beispiel. Allan trifft am Bahnhof einen „schmächtigen jungen Mann mit langen, fettigen blonden Haaren, struppigem Bart und einer Jeansjacke mit der Aufschrift Never Again auf dem Rücken“. Nun ist es leider so, dass wenn von diesem Mann die Rede ist, nicht einfach nur vom jungen Mann, Gammler, Rocker oder wie auch immer gesprochen wird, sondern vom „schmächtigen jungen Mann mit langen, fettigen blonden Haaren, struppigem Bart und einer Jeansjacke mit der Aufschrift Never Again auf dem Rücken“. Mehrfach absolut inhaltslose Wiederholungen, es nervt.

Fazit: Ich denke insbesondere beim Thema Humor scheiden sich die Geister. Dies ist Geschmackssache und ich kenne mittlerweile zahlreiche Leute, denen das Buch sehr gefällt. Vielleicht werden auch Sie dazugehören. Ich kann Ihnen wirklich empfehlen, sich vor dem Kauf in einer Buchhandlung die ersten drei Kapitel durchzulesen. Wenn Ihnen gefällt, was Sie lesen, dann greifen Sie zu. Wenn nicht, sollten Sie es definitiv bleiben lassen, denn besser wird es in dessen Verlauf nicht werden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. April 2014
Vorweg, die Bewertung zwischen 2 Sternen (Gefällt mir nicht) und 3 Sternen (Nicht schlecht) ist nicht leicht zu treffen. Ich finde das Buch auf schwachem Niveau okay, aber 3 von 5 Sternen sind mir in der Relation eindeutig zu viel.

Nachdem Freunde von uns mir und meiner Frau Ende letzten Jahres "Die Analphabetin, die rechnen konnte" geschenkt hatten, fiel mir ein, dass genau ein Jahr zuvor "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" den gleichen Weg gegangen war. Glücklicherweise wurden wir beide nicht gefragt, wie uns das Buch gefallen habe. Wir hatten es beide bis dahin noch nicht gelesen. Wir sind beide interessierte begeisterte Leser, der Hundertjährige weckte aber offensichtlich kein ausreichendes Interesse. Nun dachte ich mir aber, dass ich den Roman doch mal lesen sollte. In den Buchhandlungen stolperte man ja fast darüber und die Bewertung war überwiegend positiv.

Der auffällige Buchtitel klingt gut und weckt eigentlich Interesse. "Eigentlich" deshalb, weil mir über ein Jahr andere Bücher interessanter und dringlicher erschienen. Der sehr große Überraschungserfolg ließ mich an Leichtkost denken und hielt mich dann doch lange von der Lektüre ab. Trotz der Dicke ist das Paperback handlich. Die Umschlaggestaltung ist gelungen und gefällt mir. Man kann den Umschlag auch als Lesezeichen benutzen, den vorderen bis zur ersten Hälfte, den hinteren bei der zweiten Hälfte. Das habe ich auch genau so gemacht. Daher sah das Taschenbuch nach dem Lesen auch verratzter aus, als andere Bücher von mir. Ein Einweg-Buch (für mich!), dies war mir nach den ersten Seiten klar.

Ich hatte gelesen, dass Buch wäre amüsant, man würde es verschlingen, eine gute und unterhaltende Story. Wenn man sich hier einige Rezensionen anschaut, sind viele Leser begeistert. Ja, Jonassons Erstling ist leicht zu lesen, ich konnte dann und wann schmunzeln. Allerdings zunehmend weniger, da sich Jonassons eher flacher Humor relativ schnell abnutzt. Lustig bis zum Umfallen, pythonesk oder gar subtil ist hier für meinen Geschmack gar nichts. Einige groteske Szenen haben ihren Reiz, aber recht bald ist der Charme dahin. Und wenn der Protagonist dann wieder einmal mit einer realen oder fiktiven Figur der Zeitgeschichte eine Zusammenkunft hat, so what? Ja, das Buch hatte mich mehr oder weniger unterhalten, etwas Leichtes für zwischendurch. Es begann flott, der Ausbruch aus dem Altersheim, der Koffer, die Busfahrt, usw... irgendwann begann sich jedoch alles nur zu wiederholen, das Gleiche in Grün. Ich dachte mir dann, dass man aus dem Film sicher eine Kino-Komödie machen könne, die viele Leute zum Lachen bringen würde. Dass der Film damals in der Mache, bzw. bereits abgedreht war, habe ich nicht gewusst. Ich habe nichts grundsätzlich gegen Wiederholungen. Man könnte bspw. Kafka oder Murakami den gleichen Vorwurf machen. Wenn mich jedoch ein Buch in den Bann zieht, eine oder mehrere Figuren berühren, lebendig werden, dann ist das für mich gute literarische Unterhaltung. Der Hundertjährige bietet dagegen nette, jedoch nur oberflächliche Unterhaltung. Hat man das Buch ausgelesen, verpufft in null-komma-nix die Wirkung, der Eindruck. Ich lese gerne Bücher die mich beschäftigen oder zumindest eine sehr interessante vielfältige Geschichte bieten. Leichte Unterhaltung hat jedoch gleichfalls eine Daseinsberechtigung, wer dies sucht, liegt bei Johansson richtig.

Ich habe mich im Laufe der Lektüre dann gefragt, ob der Autor in der Lage wäre ein tiefsinniges Werk zu schreiben und wann ich zum letzten Mal so ein flaches und seichtes Buch gelesen hatte. Der sehr große kommerzielle Erfolg erklärt sich eben auch aus der schnellen, leicht zugänglichen Konsumierbarkeit. Fairerweise muss erwähnt werden, dass es in einigen Feuilletons positive Rezensionen gab. Die Zeit mit dem Hundertjährigen ist keine verschenkte Zeit gewesen. Doch trotz eines zumindest zeitweise vorhandenen Unterhaltungswertes ist das Buch letztendlich schwache literarische Magerkost. Man kann den Hundertjährigen immer wieder gut zur Seite legen und irgendwann später wieder aufschlagen. Dies hat auch seine Vorteile, ist mir jedoch zu wenig. Da sich in Karlssons Lebensgeschichte im Grunde alles nur in leichten Nuancen wiederholt und der Verlauf der Flucht aus dem Altersheim absehbar ist, verpasst man auch nichts, wenn man das Buch an der falschen Seite aufschlägt oder in der Zwischenzeit etwas vergessen haben sollte. Spannung auf das Ende kann hier eigentlich nicht aufkommen und haften bleibt da freilich auch so gut wie nichts, obwohl (oder vielleicht gerade weil?) der Inhalt des Buches schnell nacherzählt ist.

Als ich das Buch ausgelesen hatte, dachte ich mir, dass es ganz nett gewesen sei, ich aber nun ein gehaltvolleres, interessanteres und fesselnderes Buch lesen möchte. Ich habe mich dann entschieden Murakamis "Mr. Aufziehvogel" nach längerer Zeit wieder in die Hand zu nehmen. Bereits nach den ersten Sätzen war ich glücklich, ein Buch, das mir etwas sagt! Vielleicht schaue ich mir mal irgendwann den Film im Fernsehen an, im Kino sicher nicht. Lust auf die "Analphabetin, die rechnen konnte" habe ich momentan keine. Ich hoffe nur, dass Jonas Jonasson im Herbst nicht "Der Fisch, der die Tour de France gewann" veröffentlicht, sonst müsste ich dann doch mal durchblicken lassen, dass ein Schornsteinfeger-Glücksschwein auch ein nettes Silvestergeschenk ist...
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