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722 von 760 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Mit hundert Jahren ganz schön fit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" ist das erstklassige Debüt des schwedischen Autors Jonas Jonasson.Zum Inhalt: An seinem einhundertsten Geburtstag, dem 2. Mai 2005, klettert Allan Karlsson aus dem Fenster seines Zimmers im Altenheim und drückt sich so vor der eigenen Geburtstagsfeier. Sein erstes Ziel ist der Busbahnhof, an dem er mit dem erst besten Bus fährt soweit ihn seine 50 Kronen bringen - und da der ungepflegte junge Mann, dessen Koffer Allan in der Zwischenzeit beaufsichtigt, nicht rechtzeitig von der Toilette zurückkehrt, nimmt Allan das Gepäckstück gleich mit. Unglücklicherweise ist "Bolzen", der junge Mann, Mitglied einer kleinen Gangstergruppe und der Koffer prall gefüllt mit Geld. Die Verfolgung beginnt und da leider auch nicht jeder Kleinkriminelle, der sich auf die Suche nach Allan und seiner wachsenden Reisegemeinschaft (inklusive Elefant Sonja) macht, das Zusammentreffen überlebt, ist bald auch die Polizei an Allan interessiert. Neben der Flucht quer durch Schweden springt der Roman immer wieder in die Vergangenheit und schildert chronologisch Allans bisheriges Leben. Schon in jungen Jahren begeistert von Sprengstoff (und dadurch verantwortlich für die ein oder andere Kuhfehlgeburt), bereist der politisch eigentlich uninteressierte und überaus gutmütige Allan die ganze Welt, ist "zufällig" beteiligt an diversen historischen Ereignissen und trinkt Schnäpse mit (unter anderem) General Franco, Präsident Truman und Stalin... Mit diesem Roman ist es dem Autor gelungen auf über 400 Seiten ein unterhaltsames Lesevergnügen mit einer sehr detailverliebten Handlung, einer guten Sprache und jeder Menge trockenem Humor zu schreiben. Auch seine Charaktere bekommen eine liebevoll ausgeschmückte Hintergrundgeschichte. Der Autor schreibt mit einer bemerkenswerten Kreativität und konstruiert glaubhafte Zusammenhänge in einer gänzlich unglaublichen Handlung. Fazit: Sprachlich und inhaltlich ein mehr als gelungenes Buch über einen ganz schön munteren Hundertjährigen, das für viele Stunden fesselt und unterhält. Klare Leseempfehlung! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
428 von 456 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein weiser Roman,
Von bluespaula "bluespaula" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
Über den Inhalt haben sich bereits andere hinreichend geäußert. Daher möchte ich nur meine Meinung dazu abgeben, warum das Buch so lesenswert ist.Der Roman enthält sehr viel Situationskomik und Wortwitz, sicher. Aber er scheint mir auch eine Botschaft zu vermitteln, nämlich das Leben leicht - und nicht zu ernst- zu nehmen, es zu entschleunigen. Wir leben in einer Zeit, wo immer alles noch schneller, noch besser, noch effizienter, noch jugendlich-dynamischer... sein soll. Dieser Roman ist eine Art Anti-Buch. Die Figuren lassen sich alles andere als vom Leben hetzen, sie haben sich in der Vergangenheit oft dem normalen Leben entzogen, selten versucht, bewusst und mit viel Einsatz etwas zu erreichen und haben am Ende alles bekommen und oft mehr, als sie zu hoffen wagten. Die Figuren stolpern ausnahmslos zufällig in die nächste Situation. Sie machen selten längerfristige Pläne, sondern agieren entsprechend der augenblicklichen Situation und sind bereit, die Dinge und Personen so zu akzeptieren, wie sie in dem Moment nun einmal sind. Das Buch sagt m. E.: Öffne Dich dem Wunder des Lebens. Genieße das Leben (auch indem Du seine Skurilität erkennst und akzeptierst). Gleichzeitig führt es, mit leichter Hand gezeichnet, die Absurdität der politischen Ereignisse des 20.Jahrhunderts und der "wichtigen politischen" Personen dieser Zeit vor. Wer ein unterhaltsames, lustiges und gleichzeitig weises, herzwärmendes Buch lesen möchte, ist mir diesem Buch sehr gut bedient. Ich lächle schon, wenn ich das Buch nur sehe, meine Stimmung hebt sich. Von wie vielen Büchern kann man das schon sagen? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
388 von 425 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Debüt mit hoher Qualität,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
Allein schon der sperrige Titel des Romans zeigt an, dass hier kein griffiger und leicht dahinplätschernder Mainstream Roman zu erwarten ist, sondern die Kreativität und Phantasie des Autors weite Wege zu gehen bereit ist. Eine Erwartung, die nicht nur nicht enttäuscht wird bei der Lektüre des Buches, sondern durchaus übertroffen wird. Vor allem, weil es Jonasson ohne weiteres gelingt, die Phantasie nicht zu sehr ausschweifen zu lassen, sondern die Geschichte seines Protagonisten in der Gegenwart und der Vergangenheit (beide Stränge liegen im Buch nebeneinander vor), zielgerichtet und intensiv zu erzählen.Viele kleine Fäden spinnt Jonasson in seinem Erstlingswerk, die allesamt in sich schlüssig konstruiert und mit wunderbarer Sprache auf den Punkt gebracht wird. Ein Roman, in dem die Figuren je liebevoll in ihren vielfachen Besonderheiten ausgearbeitet werden und ein homogenes Gesamtbild ergeben, das mit trockenem Humor versehen die phantastische Geschichte jederzeit nach vorne befördert, selbst in den Teilen des Romans, die dem ausführlichen Rückblick dienen. Denn jener 100 jährige Allan Karlson, der am Tag seines Jubiläums auf dieser Welt mit müden Knochen und in Pantoffeln das Seniorenheim durchs Fenster verlässt, ist einer, der sich zu helfen weiß und dadurch auch vielen anderen Wege zu ebnen versteht. In der Anlage ähnlich wie ein Forrest Gump (allerdings ohne dessen grenzenlose Naivität) hat er im Leben schon ganz andere Situationen gemeistert als diese Flucht aus dem kleinen Ort. Schon im vorbeigehen am Busbahnhof nimmt er einen Koffer an sich (zum Aufpassen anvertraut von einer zwielichtigen Gestalt, die das Ende des Buches nicht erleben wird). Aber herrenlos stehen lassen kann er ihn doch nicht und der Mann, der ihm den Koffer gab, kommt und kommt nicht herunter von der Toilette des Busbahnhofs. Mitsamt Koffer macht sich Karlsen auf den Weg, soweit 50 Kronen reichen. Steigt aus fast im Niemandsland und trifft auf einen Kleinkriminellen, der sich dorthin zurückgezogen hatte und gefallen an dem munteren Senior findet, ihn zudem kongenial ergänzt. Wie auch weitere Personen hinzutreten. Eine Gruppe, die bald landesweit zur Fahndung ausgeschrieben sein wird. Mitsamt einem Elefanten, der eine tragende Rolle spielen wird. Aber einer, der schon in jungen Jahren einen prominenten Bewohner des Dorfes mit Dynmait in die Ewigkeit verabschiedete (ungewollt), der mit Franco speiste, Truman nebenbei die technische Lösung der Atombombe verriet, dies mit flaschenweise Tequila begoss und damit wieder einen Freund fürs Leben gewonnen hat, einer, der Maos Verlobte zu retten verstand und, weil er sich mit Stalin persönlich anlegte (dem verriet der das Geheimnis der Atomspaltung nicht!) durch jenen Mao irgendwann gerettet werden musste, ein solcher Mann lässt sich von der schwedischen Polizei nicht einfach so fangen. Im Gegenteil. Eine der interessantesten Figuren des Buches ist jener mit der Fahndung beauftragte Kommissar Aronson. Jonasson gelingt es sprachlich treffend, fast spielerisch, die innere Entwicklung dieses Polizisten (einsam und leer zunächst) wunderbar zu schildern, als dieser auf die Gruppe der flüchtenden Ausreißer und vermeintlichen Schwerverbrecher trifft. Denn das ist die eigentliche Kraft des Hunderjährigen, dass er durch seine klare Linie und trockene Art der Lebensbetrachtung Menschen in seinen Bann zu ziehen vesteht, die nicht unverändert danach im Raume stehen bleiben können. Menschen die Alan Karlson ein Leben lang verbunden bleiben (außer Stalin eben), so wie ganz zum Schluss seine ehemals enge Freundschaft zum inzwischen verstorbenen Halbbruder von Albert Einstein allen Beteiligten ein Happy End bescheren wird. Nach so mancherlei Aufregungen und weiten Wegen, auf denen unter anderem 'Allan und Herbert hatten Chaos stiften wollen, und nun hatten sie weiß Gott Chaos gestiftet'. Ein Chaos, welches den beiden zu Zeiten zur Flucht aus dem Gulag hilfreich war. Erfrischend anders schreibt Jonas Jonasson seine Geschichte auf. In sich logisch bis ins kleinste Details ausgearbeitet, mit Figuren, die allesamt in den Bann zu ziehen verstehen, versehen mit einem trockenem Humor und einer differenzierten Sprache, welche die Lektüre zum reinen Genuss werden lassen. Ein wunderbares Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
172 von 193 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Gute Unterhaltung, allerdings ohne Tiefgang.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
Jonas Jonassons "Der Hundertjährige ..." ist ein Gute-Laune-Buch, ein Buch für einen Strandurlaub. Ein Buch, welches man in zwei Tagen durchlesen kann, allerdings auch jederzeit ohne Spannungsbruch zur Seite legen könnte. Ohne Zweifel ein Buch das Lesespaß garantiert, von dem allerdings auch wenige Tage nach dem Lesen der letzten Seite nichts zurückgeblieben ist. Gewissermaßen ein Jugendbuch für Erwachsene, nicht mehr aber auch nicht weniger.Allan Karlsson wird 100 Jahre alt, seine Tage im Altersheim und seine Privatfede mit Schwester Alice sind nicht dazu angetan, Allan von der Teilnahme an der anberaumten Feierlichkeit mit dem Bürgermeister zu überzeugen. Allan zieht es vor durch das Fenster reißaus zu nehmen. In Hausschuhen macht er sich auf den Weg und entwendet am nahegelegenen Busbahnhof dem Mitglied einer Rockerbande einen Koffer, in dem sich allerings nicht die erhoffte Kleidung, sondern einige Millionen Kronen aus Geschäften mit der Russenmafia befinden. Ehe Allan sich umsehen kann, ist nicht nur die schwedische Polizei und diverse Journalisten hinter ihm her, sondern auch die "Never Again" Rocker auf der Suche nach ihrem Geld. Allan bleibt nicht lange allein, ihm schließt sich zunächst ein Gelegenheitskrimineller an, dann ein Imbissbudenbesitzer und ehemaliger Dauerstudent und schließlich "die schöne Frau" mit ihrem Hund und ihrem zugelaufenen Zirkuselephant. Dass unterwegs noch ein paar Rocker auf der Strecke bleiben sei hier nur am Rande erwähnt, da schnell klar wird, dass sich in diesem Roman sowieso immer alles zum Guten wendet. Und so ist auch früh absehbar, dass am Ende alle Freunde sein werden, Rocker, Flüchtige und Polizisten. Soweit ist Jonas Jonassons Roman tatsächlich ein Kinderbuch mit Schmunzelgarantie, welches auch sprachlich den Leser mit seinem naiv-kindlichen Erzählstil nicht zu überfordern droht. Erfreulicherweise beläßt es Jonasson aber nicht bei dieser rosaroten Roadmovie-Parodie, sondern verdoppelt den Umfang des Romans dadurch, dass er reichlich Seemannsgarn einflechtet. Allan Karlsson ist schließlich nicht durch Nichtstun 100 Jahre alt geworden. So hat er reichlich zu erzählen und tut dies auch mit großer Begeisterung. Schließlich hat Karlsson nicht nur die Entwicklung der amerikanischen Atombombe entscheident vorangebracht, sondern wenig später auch die wesentlichen Details an die Sowjets verraten. Er hat abwechselnd mit Franco, Trueman, Stalin, Lyndon B. Johnson, Mao, den koreanischen Kims und diversen anderen Staatsmännern um die Wette gesoffen und dabei das Weltgeschehen mehr als einmal beeinflußt. Nebenbei hat er noch Wladiwostok niedergebrannt, ist über das Himalaya gewandert, hat eine indonesische Politikerkarriere angestoßen, die 68er Unruhen in Paris beendet und anderthalbe Jahrzehnte als CIA Spion dem Weltfrieden gedient. Jonas Jonasson erschafft mit Allan Karlsson einen zweiten Forrest Gump und führt seine Leser durch das zurückliegende Jahrhundert. Ähnlich der berühmten Roman und Filmvorlage erschließen sich dem Leser ganz neue, ersponnene Hintergründe für scheinbar bekannte Weltereignisse. Jonasson reduziert seine Romanfigur allerdings auf den Schmunzelaspekt und vermeidet jegliche tragischen Züge. So bleiben alle Figuren Jonassons in der bloßen Liebenswürdigkeit stecken, es fehlt jegliche Vielschichtigkeit. Aber wie zu Beginn bereits beschrieben ist das auch offensichtlich nicht Karlssons Anspruch. "Der Hundertjährige ..." ist ein Buch für beschwingte Lesestunden, kein nachdenkliches Buch, einfach ein guter Unterhaltungsroman. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
109 von 124 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Skandinavischer Roadmovie (zum zuhören) der Extraklasse / HÖRBUCHREZENSION!,
Von Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Audio CD)
Na ja, zuerst weiß man nicht genau was einen erwartet wenn ein 100jähriger aus dem Fenster steigt und einfach vor der Jubiläumsfeier verschwindet. Doch es kommt ganz dick bei diesem Roadmovie der Extraklasse aus der Feder von Jonas Jonasson DER HUNDERTJÄHRIGE DER AUS DEM FENSTER STIEG UND VERSCHWAND ist ein echter Ohrwurm, eine Geschichte die man nicht vergisst und die trotz aller Kritik am Rande und zwischen den Sätzen das Herz erfreut und die Seele aufblühen lässt. Falls dieser Stoff einmal verfilmt werden sollte, würde ich gespannt auf die Besetzungsliste warten, 100jährige Schauspieler kommen ja nicht oft vor - Johannes Heesters ist noch verfügbar, oder.Der alte Mann steigt aus dem Fenster des Altenheims, geht in ein Reisezentrum, klaut einen Koffer und fährt weg - Nein, sie haben sich nicht verhört. Er trifft auf einen anderen Kriminellen, auch schon über 70 Jahre und beide stehen einen Trip durch Schweden durch, welcher seines Gleichen sucht. Ja, es gibt sogar einen Toten und was im Koffer ist - jeder will es wissen, werde ich nicht verraten. Wir erleben mit dem 100jährigen seine ganze Lebensgeschichte, immer in Rückblicken erkennen wir wie ereignisreich so ein großes Leben sein kann und was für komische Verrenkungen das Leben auf Lager hat. Krieg, Revolutionen, verschiedene Jobs und immer wieder fügt sich alles so wie es sein sollte oder wollte. 100 Jahre und kein Kind von Traurigkeit - in Ordnung - ein wenig gebrechlich und die Gelenke wollen nicht mehr so ganz aber er beschwert sich nicht. Otto Sander liest die Geschichte so vortrefflich das es mir ein ganz großes Bedürfnis ist diesem Ausnahmeschauspieler und sehr gutem Sprecher dafür zu danken. Die Leistung für dieses Hörbuch würde ich mit mehr als 100% bewerten, exzellent! DER HUNDERTJÄHRIGE DER AUS DEM FENSTER STIEG UND VERSCHWAND von Jonas Jonasson hat mir sehr, sehr viel Freunde beim zuhören gemacht - ich habe viel gelacht und mir wieder einmal Gedanken gemacht über die Geschichte Europas, die Menschen und unseren Platz darin. Sehr empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Unterhaltung mit Längen,
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
Es hätte ein kurzweiliges Vergnügen werden können. Die Idee, der Plot, alles deutete in die richtige Richtung. Dass es am Ende nicht ganz geklappt hat, liegt an der Tatsache, dass der Roman mindestens 100 Seiten zu lang geworden ist. Spätestens ab Seite 250 kämpft man sich bis zum Ende durch.Allan Karlsson, der Hundertjährige, erlebt die skurrilsten Abenteuer, nicht nur in der Gegenwart nach seiner Flucht aus dem Altenheim. Nein, sein gesamtes Leben scheint eine Ansammlung von absurden Ereignissen und Begegnungen zu sein. Genau da liegt die Stärke und auch gleichzeitig die Schwäche des Buches. Der Autor erzählt Allans Lebensgeschichte in einem sehr schlichten Sprachstil, durchsetzt mit Wortwitz und schrägen Wendungen. Sozusagen das Rüstzeug für ansprechende Unterhaltungsliteratur. Das funktioniert auch sehr gut bis etwa zur Hälfte des Buches. Es ist sehr amüsant zu lesen, welche Unglaublichkeiten Allan und seinen Weggefährten zustoßen. Im Laufe des Romans wiederholen und summieren sich die Absurditäten jedoch derart, dass die Geschichte immer vorhersehbarer und langatmiger, um nicht zu sagen, langweiliger wird. Wer möchte, kann in die Geschichte natürlich die Ebene: ‚Satire über die Befindlichkeiten der Global Player der Weltpolitik‘ hineininterpretieren. Muss man aber nicht. Gegen Ende des Buches gelingt es dem Autor wieder Fahrt aufzunehmen und die Handlungsstränge auf originelle Weise zusammenzuziehen. Dennoch, was bleibt, ist ein Buch, von dem nicht viel bleibt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Irgendwie eigenartig,
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
Über die Story muss bei über 1100 bereits verfügbaren Rezensionen wahrscheinlich nichts (mehr) gesagt werden. Eine durchdachte und originelle Grundidee, garniert mit witzigen Charakteren und ein paar hanebüchenen Begebenheiten, fertig wäre ein an und für sich nettes Büchlein für den nicht allzu anstrengenden Lesegenuss, zumal wegen der eher einfach gehaltenen Sprache, die ich an dieser Stelle gar nicht bewerten möchte. Wenn nicht -, ja wenn nicht der Autor eine solche emotionale Distanz zu seinen Protagonisten aufkommen ließe. Ich finde - und in diesem Punkt kann ich die vielen anderslautenden Rezensionen leider nicht nachvollziehen -, dass gerade keine Nähe zu den Figuren aufkommt, wodurch man sie irgendwie liebgewinnen könnte. Das liegt auch an dem z. T. von Sarkasmus geprägten und am scharfen Grat zum Zynismus entlang wandelnden Sprachstil des Autors (vielleicht hängt das auch mit der Übersetzung zusammen?). Beispiel: Man muss nun für einen halbseidenen Kriminellen, der aus unglücklichen Umständen das Zeitliche segnet, keine übertriebene Sympathie aufbringen. Aber die lapidare Darstellung des "tragischen" Kühlhaustods des erwähnten Kleinganoven und der emotionslose Umgang der beteiligten Figuren damit hat in mir ein gewisses Maß an Befremden ausgelöst. Und dies zieht sich m. E. durch sämtliche historische Begebenheiten, denen der Hundertjährige im Laufe seines Lebens beiwohnt (Atombombenbau etc.). Überdies wechselt der Autor mitunter zwischen personalem und allwissendem Erzählstil hin und her. Letztendlich hatte ich nach etwa der Hälfte des Buches keine Lust mehr weiterzulesen, was bei mir wirklich selten ist. Aber vielleicht liegt mir einfach diese Art von Humor nicht. Daher und weil ich die Grundidee wie gesagt ganz originell finde immerhin 2 Sterne.
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81 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Nicht witzig, sondern albern,
Von Bluesbrother (Gräfelfing) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
Was für ein netter Plot, dachte ich mir, ein Hundertjähriger will sich nicht feiern lassen und verschwindet aus dem Fenster seines Altenheims. Dann zieht er noch mal los, wohl zum letzten Mal, in eine Welt, die sich in den hundert Jahren seines Lebens dramatisch verändert hat. Es hätte der Beginn eines großen, humoristischen Romans werden können, tragikomisch, voller Anspielungen und Seitenhiebe, wenn es denn der Autor vermocht hätte zu schreiben. Doch schon nach wenigen Seiten geht ihm gehörig die Puste aus und es wird klar, hier geschieht das Schlimmste, was passieren kann, es wird albern, ja kindisch. Ein Gauner taucht auf, schmächtig und doch allen Angst machend, dieser Gauner muss "scheißen" und vertraut seinen wertvollen Koffer mit Diebesgut ausgerechnet einem Greis in Pantoffeln an. Der macht sich dann prompt aus dem Staub, nimmt den schweren Koffer mit, den er auch hätte stehen lassen können, nur um den Bösewicht zu zwingen, ihm zu folgen. Und natürlich nimmt ein Polizist die Fährte auf und natürlich gibt es auch noch einen Obergangsterboss.Diese Geschichte nimmt die eigenen Figuren nicht ernst, sie blödelt herum und die Handlung wird nach Belieben zurechtgebogen, grade wie es die jeweilige Situation braucht, um noch Absurderes drauf zu packen. Das funktioniert bei mir als Leser nicht, statt mich zu amüsieren und mitreißen zu lassen, kann ich da nur mit den Schultern zucken. Jeder Roman setzt ja einen bestimmten Rahmen, innerhalb dessen er funktioniert. Hier glaubt ein Autor alles zu dürfen ohne sich um eine gewisse innere Logik kümmern zu müssen. Die Grenze zum albernen, nichtssagenden Geplänkel ist dann schnell überschritten. Auch Absurdität will beherrscht werden und braucht (großes!) handwerkliches Können. Wenn z.B. in den Rückblicken schwerste Schicksalsschläge mit einer unpassend ironisierenden Sprache beschrieben wird, die obendrein bemüht und aufgesetzt wirkt, ist das ärgerlich. Für mich ist der Autor hier zu kurz gesprungen, inhaltlich und erzählerisch, schade drum. Warum es so vielen anderen so gut gefällt, bleibt mir ein Rätsel. Vielleicht aus Lust auf etwas Leichtes, Beschwingtes. Ich hab's mir ja auch genau aus diesem Grund gekauft. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Weniger wäre mehr gewesen,
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
Das erste Viertel des Buches hat mir gut gefallen, ich habe viel gelacht und fand die Geschichte sehr unterhaltsam. Danach wird diese jedoch - je länger das Buch dauert - mehr und mehr komisch, bis sie am Ende nur noch albern und unglaubwürdig ist. Während der Autor zu Beginn viele lustige Ideen hat, die durchaus glaubwürdig erscheinen, sind diese Ideen zum Ende hin wohl ausgegangen und es wird z.T. versucht witzige, aber völlig unpassende Momente in die Handlung einzubauen. (Zur Unglaubwürdigkeit nur so viel: Franco, Stalin, Mao und Co.... alles Kumpels der Hauptperson). Das ist ärgerlich, da der Grundgedanke des Buches großartig ist (gerissener 100jähriger erlebt skurilen Roadtrip, gleichzeitig wird seine Lebensgeschichte und damit die Geschichte des 20. Jahrhunderts erzählt). Dass das Buch so hochgelobt wird, verstehe ich letztendlich nicht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Gemischte Gefühle,
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
So richtig weiß ich ehrlichgesagt nicht, wie ich dieses Buch beurteilen soll. Einerseits war es unterhaltsam und definitiv "mal was anderes", andererseits hat mich der Stil des Autors nicht so wirklich überzeugt und "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" gehört für mich nicht zu der Sorte Bücher, die in mir das Bedürfnis nach mehrmaligen Lesen wecken. (Bin also ganz froh, dass ich es mir nur ausgeliehen habe.) Ich kann aber verstehen, dass dieses Buch ein Beststeller geworden ist (per Definition also ein Buch das sich gut verkauft, über die Qualität sagt das erstmal noch nichts aus), mich hat es ja letztendlich auch gelockt, obwohl ich Contemporary und Bestseller eher weniger lese."Der Hundertjährige..." kann man wohl ruhigen Gewissens als ein sehr schräges Roadmovie bezeichnen. Da gibt es zum einen den Handlungsstrang über Allan Karlsson der an seinem hundertsten Geburtstag aus dem Altenheim ausbückst und relativ zu Beginn seiner Flucht einen Koffer an sich nimmt, der wie sich herausstellt statt Wechselkleidung 50 Millionen Kronen enthält. Unterwegs trifft er verschieden Personen - darunter auch eine Frau, die sich einen entlaufenen Zirkuselefanten als Haustier hält -, die sich ihm anschließen. Auf den Versen sind ihm dabei Suchtrupps, Stadtanwaltschaft und Polizei, sowie die ursprünglichen Besitzern des Koffers, eine kriminelle Gruppierung (bestehend aus 4 Mitgliedern) namens Never Again. Parallel dazu verfolgt man einen zweiten Handlungsstrang, der Allans Lebensweg von seiner Kindheit und Jugend bis hin zu dem Moment, wenn der Hundertjährige im Altersheim entscheidet, sich vor seiner Geburtstagsfeier zu drücken, womit der Bogen zum Anfang der Geschichte gespannt wird. Zwischen den beiden Zeitschienen wird jeweils von Kapitel zu Kapitel gewechselt. Allans Lebensgeschichte dürfte den ein oder anderen an eine irrwitzige Version von Forrest Gump erinnern. Obwohl Allan von Politik (und Religion) nichts wissen will, gerät er doch regelmäßig damit in Kontakt. Über die Jahre landet er an unterschiedlichsten Orten auf der Welt, mitunter politische Krisengebiete und begegnet verschiedenen Führungspersönlichkeiten (Franco, Truman, Stalin, Mao Tse-tung, Kim Il-sung...). Allans Interesse an Sprengstoff und Bombenbau ist dabei ein wichtiges Leitthema (Stichwort Atombombe!). Man bekommt als Leser einige geschichtliche Information, wobei ich zugegebenermaßen nicht immer wusste was Fakt und was Fiktion ist (Geschichte ist nicht meine Stärke). So absurd die Umsetzung durch den Autor anmuten mag - die Szenarien sind oft recht skurril dargestellt-, sind doch einige intelligente Seitenhiebe und eine ganze Menge bissiger Humor darunter zu finden. Der Humor in dem Buch ist allerdings nicht so ganz meiner. Tatsächlich waren da genauso viele Momente, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, wie solche, die bei mir überhaupt nicht gezündet haben. (Ich würde sogar behaupten, dass Letzteres häufiger war.) Stellenweise war es mir auch ein bisschen zu morbide, um darüber lachen zu können wie z.B. die Situation als der junge Allan mit Dynamit experimentiert und ein Mann dabei sozusagen ins Kreuzfeuer gerät. >> "Der Kopf des Großhändlers war kurz vor dem Wohnhaus ganz weich auf einem kleinen Rasenstückchen gelandet. Dort lag er nun und richtete seinen leeren Blick auf das Bild der Verwüstung. "Was hatten Sie in meiner Kiesgrube zu suchen?", fragte Allan. Der Großhändler antwortete nicht." Bleibt mir nur zu sagen, dass ich das Gefühl hatte, auf den 400 Seiten würde relativ wenig passieren, - vor allem der Erzählstrang der Gegenwart - und dass die Auflösung der Geschichte vorrangig in Bezug auf den Geldkoffer fast schon ein bisschen zu einfach erscheint. Manche Probleme (wie die bereits erwähnte kriminelle Gruppe Never Again) lösen sich mit erstaunlicher Leichtigkeit in Wohlgefallen auf, teils durch Todesfälle, teils durch wiederbelebte/alte Freundschaften oder ähnlich praktischen Gründen. Aber man sollte diese Buch auch nicht allzu ernst nehmen - wer wert auf tiefsinnige Erzählungen legt, wird sich für den Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand vermutlich nur schwer erwärmen können. Gewichtiger ist der unterhaltungstechnische Wert, denn der eigentliche Reiz liegt doch ganz klar in der ungewöhnlichen Geschichte, die hier erzählt wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman von Jonas Jonasson
EUR 11,99
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