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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was kann man vom Leben erwarten?
Regie: John Sekeley, mit: Paul Henreid u. Joan Bennett, Eagle-Lion Films, USA 1948

Johnny Muller (Henreid) wird aus dem Gefängnis entlassen und plant schon seinen nächsten Coup - den Überfall eines Spielcasinos. Doch etwas läuft schief, nur John und seinem Freund gelingt die Flucht. Mafiaboss Stanzyk will sein Geld wieder und verfolgt die...
Vor 23 Monaten von Isabelle Klein veröffentlicht

versus
2.0 von 5 Sternen Sehr schwach (Achtung Spoiler)
Der Film war komplett unglaubwürdig. Ein Ganove tarnt sich als Psychoanalytiker und schlitzt sich deswegen das Gesicht auf, um als Doppelgänger durchzugehen - ok. Aber weder Sekretärin noch Ehefrau bemerken, dass die Narbe auf der falschen Seite sitzt? Das ist einfach nur unglaubwürdig.
Fazit
Sehr schwach.
Vor 2 Monaten von Fliegenpilz veröffentlicht


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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was kann man vom Leben erwarten?, 25. Januar 2013
Von 
Isabelle Klein "vintage books" (Hannover & Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit der Narbe - Film Noir Collection 8 (DVD)
Regie: John Sekeley, mit: Paul Henreid u. Joan Bennett, Eagle-Lion Films, USA 1948

Johnny Muller (Henreid) wird aus dem Gefängnis entlassen und plant schon seinen nächsten Coup - den Überfall eines Spielcasinos. Doch etwas läuft schief, nur John und seinem Freund gelingt die Flucht. Mafiaboss Stanzyk will sein Geld wieder und verfolgt die beiden gnadenlos. Johnny bleibt nur ein Ausweg: den verhassten Job anzunehmen, den ihm die Gefängnisleitung mit Hilfe seines Bruders vermittelt hat. Als er einen Botengang zum Ärztehaus erledigt wird er mit Dr. Victor E. Bartok (Henreid) verwechselt, einem angesehenen Psychoanalytiker. Neugierig geworden betritt der die Praxis und begegnet dort der schönen, aber äußerst desillusionierten Evelyn Hahn (Bennett).
In Johnny reift ein perfider Plan ...

1948 erschien dieser Film Noir unter dem Titel THE SCAR/THE MAN WITH A SCAR/HOLLOW TRIUMPH, der m.E. zu Unrecht ein vergessenes Dasein in der B-Kategorie fristet. Vielleicht, da die wirklich großen Namen fehlen. Paul Henreid, Joan Bennett (lesenswert auch die Autobiografie Louise Brooks, die eine Bennett-Schwester kannte, und über Joan sagt, dass diese nicht viel mehr konnte als schön auszusehen und die richtigen Männer - wie Walter Wanger - zu ehelichen), dazu der recht unbekannte Regisseur Steve Sekeley, der ebenfalls wie Henreid aus Europa stammte. An der Geschichte kann es kaum liegen, dass dieser Film weitestgehend dem Vergessen anheimfiel. Überzeugt er doch durch eine exzellente Story, in die jede Menge gelungenes Film-Noir-Potenzial steckt: ein Ganove, ein großer Coup, Gangster von ebensolchen gejagt, ein Doppelgänger, falsche Identitäten, Spiegelbilder und zerbröckelnde Fassaden, eine geheimnisvolle Schöne; darüber hinaus psychotherapeutische Einschläge. Er hat alles was ein Kultfilm braucht und darüber hinaus noch viel mehr. Eine doppeldeutige, höchst raffinierte Geschichte, die voller Gesellschaftskritik steckt. Was nehmen wir eigentlich wahr? Sind wir offen und aufmerksam gegenüber unseren Mitmenschen oder lassen wir uns von unseren Erwartungen, Vorstellungen, vorgefassten Rollenbildern und Stereotypen leiten? Vielmehr: Wollen wir unser Gegenüber wirklich wahrnehmen? Darüber hinaus: Ist Johnny nicht vielmehr Opfer einer Gesellschaft, die nicht wirklich sieht/sehen will, sondern in Schablonen denkt? Entspricht er nicht gerade deswegen allen Klischees, weil er von den Menschen enttäuscht ist?

Zudem ist DER MANN MIT DER NARBE perfekt inszeniert mit jeder Menge Schatten, wie die Figuren, die sich im Zwielicht bewegen. Doch das Licht enthüllt ihre finsteren Pläne, lasst sie auffliegen, bringt die Wahrheit ans Licht. Schonungslos. Grell - nackte Glühbirnen in kahlen Räumen, so hell, dass es blendet, fast schon weh tut. Dazu doppeldeutige, anspielungsreiche Dialoge, eine geheimnisvolle, spröde, desillusionierte Frau. Ein Mann, der zunächst als der geborene Bösewicht erscheint, jedoch viel mehr ist. Ein perfider Plan, der dennoch verständlich ist. Charaktere, die weder schwarz noch weiß sind, die sich entwickeln, einem sympathisch werden, in denen jeden Menge Potenzial steckt; die in keine Schublade passen. Zwei Menschen, die sich durch Zufall begegnen und einander brauchen, bis zum bitteren Ende.
So beginnt die Begegnung charakteristisch zum Thema passend: Evelyn fragt den Unbekannten, der ihrem Chef so sehr gleicht, nach seinem Wissen über Psychologie - sie beginnt mit der "Scopophobie", die Angst betrachtet zu werden. Der Film ist voller Symbolismus. Doch zunächst küsst sie ihn, da sie ihn für ihren Chef und Liebhaber hält. Ihren Irrtum bemerkt sie, da er wohl anders küsst.
Sie: "Was kann ich sonst noch für Sie tun?"
Er: "Was könnte sich ein Mann sonst noch wünschen?" "Eine klassische Freud'sche Fehlleistung", wie John erkennt.
Und während dieser brillante Kopf, der Medizin mit Schwerpunkt auf Geisteskrankheiten studierte, sich in die mysteriöse und zurückhaltende, vom Leben und der Liebe enttäuschte Frau verliebt, erkennt er, dass er nie sicher sein wird. Gefeuert und verfolgt reift ein Plan in ihm...
Anfänglich steht er als der durchweg böse und verkommene Verbrecher da, ein Gegensatz zu seinem guten Bruder. Ein Beamter, der seinen kriminellen Bruder wiederum beneidet, da er viel herumgekommen sei und darum beneidet wird. Doch das Bild wandelt sich als er Evelyn Hahn begegnet. Auch sie wirkt zunächst eiskalt und berechnend, nach und nach zeigt sie aber ihr wahres Ich -die Abstufungen der Schuld/die vielen Grautöne zwischen den Polen S/W sind bei Muller als auch Hahn meisterhaft dargestellt.

Evelyn: "Heutzutage ist man nicht verletzt, denn man erwartet nichts. Eine verbitterte kleine Welt voller trauriger Überraschung. Denn: Je älter man wird, desto schlimmer wird alles!" - sagt`s und gibt dem Schicksal eine letzte Chance.

Ist vieles nicht nachvollziehbar durch die Umstände, die sie zu denen machten, die sie heute sind? Eine Stärke ist sicherlich die perfekte Besetzung und Inszenierung des Filmes. Henreid, als der kalte, aber auch liebevolle Kriminelle, der klug, schonungslos und durchdacht handelt. Bennett, die kalte, verletzte Frau, die durch Muller ihren Glauben an die Liebe letztmals bestätigt sehen will. Ihre Licht- als auch Schattenseiten kommen geltungsvoll in ihrer S/W-Garderobe in einer Szene zum Ausdruck.
Die innere Unsicherheit Johnnys zeigt sich treffend in einer Szene, in der er vor seinem eigenen Spiegelbild (quer durch den Raum) erschrickt. Er weiß langsam selbst nicht mehr, wer er ist. Dies bildet zugleich Vorwegnahme eben jenes Gedankens, der ihm beim darauffolgenden Anblick seines bewusst wahrgenommenen (frontalen) Spiegelbildes kommt.
Genial auch die Szene Patient-Therapeut: Sie beschwert sich über die Unaufmerksamkeit der Menschen und merkt selbst nicht, was an ihren Gegenüber nicht stimmt. NUR der alten Putzfrau fällt es auf! Sie, die eigentlich auf dem Boden schrubbt, nimmt mehr wahr als alle anderen zusammen (auch Evelyn). Ergreifend und traurig: die Reaktion Johnnys darauf, der tatsächlich Gefühle zeigt, ergriffen ist.

Neugierig geworden?! Wenn Sie wissen möchten, wie ein misslungenes Negativ ein Leben verändern kann bzw. warum Mord schlichtweg unnötig ist, dann schauen Sie diesen exzellenten Film Noir!

Zur DVD: herausragende Bildqualität! Deutsche und englische Tonspur, jedoch keine UT, kein Audiokommentar. Laufzeit 78 Min; Extras: Bildergalerie. Schön aufgemachte Papphülle mit Booklet.

Fazit: Kleinere inhaltliche Schwächen werden durch das grandiose Spiel Bennetts und Henreids, sowie durch die stimmige Inszenierung und tiefgehende Gesellschaftskritik absolut ausgeglichen! Extrem empfehlenswert. Ein Film mit Mehrwert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mann mit der narbe, 12. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit der Narbe - Film Noir Collection 8 (DVD)
ein sehr spannender film noir, ein bißchen jenseits der realität, aber welche filme sind das nicht. aber gute unter haltung ist garantiert.
gunter sanders
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5.0 von 5 Sternen Toll, 4. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit der Narbe - Film Noir Collection 8 (DVD)
Pünktliche Lieferung, gut verpacktk. Der Film selbst ist ein sehr guter Vertreter des film noir. Die Geschichte selbst ist vielfach beschrieben, einer weiteren Darstellung durch mich bedarf es nicht. Die Handlung weist ganz viele Brüche auf, letztlich führt sogar die "rettende" Idee des Protagonisten zu dessen Tod.
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2.0 von 5 Sternen Sehr schwach (Achtung Spoiler), 27. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit der Narbe - Film Noir Collection 8 (DVD)
Der Film war komplett unglaubwürdig. Ein Ganove tarnt sich als Psychoanalytiker und schlitzt sich deswegen das Gesicht auf, um als Doppelgänger durchzugehen - ok. Aber weder Sekretärin noch Ehefrau bemerken, dass die Narbe auf der falschen Seite sitzt? Das ist einfach nur unglaubwürdig.
Fazit
Sehr schwach.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Film mit Ecken und Kanten, 22. Juli 2012
Von 
Matthias Haas (Sumiswald Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit der Narbe - Film Noir Collection 8 (DVD)
Bevor John Muller (Paul Henreid) in den Knast musste, war er unter seiner Ganovenbande eine grosse Nummer. Nun wird er wieder auf freien Fuss gesetzt und hat sogar die Aussicht auf geregelte Arbeit in der Tasche. Für diese hat er nichts übrig, denn er will lieber wieder mit seinen alten Kumpels ein Ding drehen, und zwar einen Kasinoraub. Dieser geht aber gründlich schief, denn der unzimperliche Kasinobeitzer kann drei der vier Komplizen schnappen und macht sie unschädlich. Muller und sein letzter verbleibener Kumpel merken bald, dass ihr Widersacher nicht ruhen wird, bis er die Beute wieder hat. Also trennt man sich. Für Muller gilt jetzt: nicht auffallen. Er besinnt sich auf das Jobangebot zurück, das er hat, und beschliesst, dieser Arbeit nachzugehen, wenn auch widerwillig, denn viel Wertschätzung erfährt er nicht. Er erfährt aber, dass es in der Stadt einen Psychologen gibt, der Muller aufs Haar gleicht, abgesehen von einer Narbe im Gesicht. Miller sieht langfristig nur eine Chance, um seine Verfolger endgültig abzuschütteln: er muss die Identität von Dr. Bartok (auch Paul Henreid), dem Psychologen, annehmen. Also frischt er seine alten Psychologiekenntnisse wieder auf und macht sich an Bartoks Sekretärin (Joan Bennett) ran. Er weiss, dass er erst sie überzeugen muss, um sich sicher sein zu können, dass der Plan funktioniert. Dann aber setzt sich Muller als Bartok-Double durch eine Unachtsamkeit die Narbe auf die falsche Gesichtsseite, was den Plan stark gefährdet.
Die eher selten gesehene Produktion "Hollow Triumph" (Eagle-Lion Films, 1948) hat zwar aus heutiger Sicht kaum grosse Namen zu bieten, ist aber trotzdem sehr lohenswert zum anschauen. Die Geschichte hat einige gelungene Wendungen und ist kurzweilig. Obwohl die Hauptfigur ein Schurke ist, vermag die Handlung zu packen. Der Film entwickelt eine intensive Atmosphäre, ohne übertrieben düster zu sein.
Als übertrieben kann man derweil auch die Ausstattung der DVD kaum bezeichnen, denn sie bietet im Wesentlichen ein Bildergalerie zum Film im Bonusmaterial. Den Film selbst gibt es mit technisch annehmbaren Tonspuren auf Deutsch und Englisch. Untertitel gibt es keine. Der Film dauert gut 79 Minuten und ist im Format 4:3 und natürlich in schwarz/weiss zu sehen. Wer mehr zu den Hintergründen des Films erfahren will, tut gut daran, die Texte zu lesen, die man dem "Booklet" der DVD-Erstausgabe entnehmen kann. Die gesamte Veröffentlichung kann sicher als guter Durchschnitt betrachtet werden und erhält auch die entsprechende Note: drei von fünf Skalpellritzern und eine kostenlose Filmentwicklung.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Doppelgänger...., 13. Januar 2012
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit der Narbe - Film Noir Collection 8 (DVD)
John Muller (Paul Henreid) ist intelligent, doch er hat die Gangsterlaufbahn gewählt. Trotz Collegeausbildung und einigen Semestern Medizin, ist er immer mal wieder im Knast. Kaum draussen, plant er schon wieder einen irrwitzigen Coup: ausgerechnet das illegale Spielcasino des Mafia-Paten Rocky Stansyk (Thomas Brown Henry) will er ausnehmen.
Dieser ist bekannt dafür, dass er alle seine Feinde oder Menschen, die bei ihm noch eine Rechnung offen haben, irgendwann aufspürt und töten lässt.
Doch zu fünft wagt man das Risiko, denn Muller hat die Gabe seine Kumpels von dem lukrativen Plan zu überzeugen.
Natürlich geht es schief, drei seiner Kumpane werden noch auf dem Parkplatz des Spielcasinos von der Mafia geschnappt, lediglich Muller und einem seiner Freunde gelingt die Flucht.
Im Zug nach Los Angeles beschliessen sie, dass sie sich trennen. Der Kumpel will nach Mexico fliehen, Muller will das Job-Angebot seines Bewährungshelfer annehmen.
Inzwischen macht sich Johns Bruder Frederic (Eduard Franz) Sorgen um den verschwundenen Bruder und begibt sich ebenfalls in die Metropole.
Der Zufall will es, dass Muller auf der Straße von einem Mann verfolgt wird. Zuerst glaubt Muller, dass seine Verfolger ihn schon aufgespürt haben, doch es stellt sich heraus, dass der Mann lediglich extrem verblüfft war, weil er einen Doppelgänger von John kenne.
Dieser Doppelgänger ist der Psychiater Dr. Bartok, der einzige Unterschied ist Bartoks auffallende Narbe im Gesicht.
Muller interessiert sich für diese Doppelgängergeschichte und sucht die Praxis des Arztes auf, dort wird er mit einem innigen Kuß von Bartoks Sekretärin Evelyn Hahn (Joan Bennett) empfangen...
Der Ungar Steve Sekely drehte "Der Mann mit der Narbe" (Original: Hollow Triumph) im Jahr 1948 nach dem Roman von Murray Forbes.
Kameramann John Alton leistet sehr gute Arbeit, seine Arbeit veredelt diesen eher unbekannten Film Noir.
Die Motive sind auch etwas unterschiedlich: Es ist zwar der tragische Antiheld dabei, doch die Doppelgängergeschichte ist das Herzstück des Films.
Muller ist irgendwann versessen auf den Plan, das Leben eines anderen Mannes zu führen, dessen Identität anzunehmen. Dabei ist die Sekretärin eine Schlüsselfigur, sie ist es, die beide kennt und mit beiden eine Affäre hat.
Joan Bennett liefert da mal wieder eine tolle Performance.
"Der Mann mit der Narbe" hatte nie den Status eines echten Noir-Klassikers, vielleicht liegt es daran, dass die Geschichte sehr konstruiert ist und sich in dieser Kategorie auch beim Schlußplot noch einmal steigert.
Ich kannte den Film bislang nicht, er hat mir aber recht gut gefallen. Er war durchweg unterhaltsam und er ist so eine Art Neuentdeckung in Sachen Film Noir der 40er.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Widerspiegelungen einer Persönlichkeit - spiegelverkehrt?, 4. Februar 2013
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit der Narbe - Film Noir Collection 8 (DVD)
Ganove Muller (Paul Henreid) nimmt die Identität des Psychiaters Dr. Bartok (ebenfalls Henreid) an, dem er bis auf eine Narbe zum Verwechseln ähnlich sieht. Der Film bietet Noir-Bilder satt, von der Low-Key-Beleuchtung (helle Lampen lassen alles über ihnen im Dunkeln) bis zu diversen Schatten wie einem Maschendrahtgitter-Schatten über Henreids Körper, ihn schon bei einem Überfall als Gefangenen zeigend. Völlig untypisch für das kleine Studio Eagle-Lion, das Ende der 1940er Jahre (auch der vorliegende Film entstammt dieser Zeit) fast im Alleingang einen realistischer fotografierten, semidokumentarischen Film Noir mit damals jungen Regisseuren wie Richard Fleischer und Anthony Mann kreierte. Hier hingegen lieferte Regisseur John Sekeley eher klassischen Film Noir, dies aber auf höchstem Niveau. Das Ganze ist spannend erzählt, mit einem gut remasterten Bild, leider ohne Untertitel und in der deutschen Version mit jeder Menge stilunechtem und nicht originalem Soundtrack. Aber das sind lässliche Sünden in einem hochinteressanten Film, von Thomas Willmann im Booklet ansprechend beschrieben. Keine Topstars, mit John Alton aber immerhin ein Top-Kameramann. In einer Szene in einem Spielcasino merkt man das Etikett "B-Film" leider; simple Tische mit dem notwendigen Gerät auf nacktem Boden, sonst nichts, keine Bar, keine Lounge, keine Musik - und das soll DER Top-Laden eines Gangsters sein, in dem die Kassen nur so klingeln? Irgendwie sind solche Sparzwänge aber auch wieder sympathisch, wenn der Rest stimmt, und das tut er. Der Film ist nur auf den ersten Blick unglaubwürdig - ja merkt denn niemand, dass Muller eine falsche Identität angenommen hat, dass er aufgrund eines spiegelverkehrten Fotoabzuges sogar die Narbe auf der falschen Seite aufgetragen hat? Nein. Die Gleichgültigkeit der Menschen wird zum Thema gemacht, der Film ist hier einerseits gesellschaftskritisch, andererseits ein Film über das Hinschauen an sich. Wer sich einmal mit der mangelnden Präzision von Zeugenaussagen beschäftigt hat, kann alle Thesen dieses Filmes nur unterschreiben.

Bei dem falschen Spiel kommen viele Aspekte hinzu: Da ist erstens das entspannte, aber auch kritische Verhältnis zur Psychoanalyse. Während Filme wie "Spellbound" das Thema ernst nahmen, ist Bartok jemand, den Muller nach einem abgebrochenen Psychologiestudium und mit gewisser Menschenkenntnis mühelos imitieren kann. Fachbegriffe der Psychoanalyse kommen zwar vor, spielen aber keine große Bedeutung, da die Patienten schon froh sind, wenn sie sich aussprechen können wie bei einem guten Freund - dass da ein ganz anderer sitzt, mit der Narbe auf der falschen Seite, merken sie gar nicht. Zweitens: Der gesellschaftskritische Aspekt verstärkt sich gegen Ende, wenn sich herausstellt, dass Biedermann und "Brandstifter" so unterschiedlich nicht sind und ein ganz ähnliches Problem mit wenig angenehmen Zeitgenossen haben. Es sind eben zwei Seiten einer Medaille, die Narbe ist spiegelverkehrt, die Medaille ist dieselbe. Drittens hat die schöne Joan Bennett als Sekretärin Evelyn eine hochinteressante Rolle - sie wirkt zuerst reichlich liederlich, hat sie doch offenbar mit ihrem Chef Bartok etwas laufen, fängt dann aber unbekümmert mit Muller etwas an, als dieser noch nicht die Rollen getauscht hat (übrigens gibt dies Gelegenheit zu reichlich anspielungsreichen Dialogen im Zeitalter des Production Code). Immerhin, dies mag schon darauf hindeuten, dass man zwei Männer als Spiegelungen ein und derselben Person auffassen kann. Im Übrigen: Eine seltsame Beziehung, Muller als Mann, der sich nimmt, was er will; Evelyn als fast schon Devote. Doch dahinter steckt eine feine, berührende Studie einer desillusionierten Seele in einer desillusionierten Welt. Diese Frau hat schon so viele falsche Schwüre gehört und gebrochene Versprechen bekommen - da kann sie sich in einen verlieben, der wenigstens nicht vorgibt, etwas anderes als ein Macho zu sein. Tragische Paradoxie ist, dass sie sich aber Verlässlichkeit und echte Zuneigung wünscht, ausgerechnet von einem, der sie ihr nicht geben will, weil dies immer noch besser als die falsche Vorspiegelung des Gegenteils sei. Zwei Außenseiter in einer Welt der Falschheit und Gleichgültigkeit - können die eine Chance haben? Auch ein noir-typisches Thema. In einer Welt der Lügen sind die beiden wenigstens ehrlich zueinander, wenn auch nicht durchgängig mit Worten. Und in einer Welt der Blindheit sind sie sehend - die Frau bekommt recht schnell heraus, dass Muller später die Identitäten tauscht. Doch in diesem Film über das Sehen und das Nicht-sehen-Können/-Wollen ist noch nicht ausgemacht, ob Evelyn auch später alles wird sehen können, worauf es wirklich ankommt. Und ob sie ihre ehrliche Aufopferung und Liebe bekommen wird, als sie sie sich mehr denn je wünscht und als Muller erstmals in seinem Leben bereit ist, sie jemandem zu geben. Die meisterhafte Antwort, die der meisterhafte Film gibt, müssen Sie schon selbst - sehen.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Film-Noir-Klassiker ....., 25. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit der Narbe - Film Noir Collection 8 (DVD)
....mit Paul Henreid, den wir bereits als Filmpartner von Ingrid Bergman aus dem Film "Casablanca" und von Bette Davis aus "Reise aus der Vergangenheit" kennen, spielt in dieser düsteren Film-Noir-Perle die Hauptrolle.

Kaum aus dem Knast entlassen, plant der kleine Gangster John Muller(Paul Henreid) bereits einen neuen Coup: Er will ein illegales Spielcasino ausrauben, das von der Mafia betrieben wird. Der Diebstahl schlägt fehl - Muller flieht. Doch die Mobster wissen genau, wer hinter ihrem Geld her war und machen Jagd auf ihn. Aber das Glück ist auf Mullers Seite: Als er dem Arzt Dr. Bartok(ebenfalls gespielt von Paul Henreid) begegnet, der ihm - von einer Gesichtsnarbe abgesehen - fast bis auf das Haar gleicht, reift in Muller eine verwegene Idee .....

Ein spannender Thriller im Stil des "Film-Noir" mit einem glänzend aufgelegten Paul Henreid in einer Doppelrolle. Ebenfalls mit dabei ist Joan Bennett als charmante und gerissene Filmpartnerin von Henreid.

Als Extras gibt es ein sehr interessantes 12-seitiges Booklet und eine Bildergalerie!!!!!

Toll wären jetzt noch auf DVD in dieser Film-Reihe ....
- "Der gläserne Schlüssel" ebenfalls mit Veronika Lake
- "Der schwarze Kreis" mit Bette Davis
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Der Mann mit der Narbe - Film Noir Collection 8
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