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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gut, aber es gibt viele Aufnahmen dieser Qualität - keine Spitzenaufnahme, 12. Oktober 2011
Von 
Tobias Fabian-Krause (Landau, Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Vivaldi: Le quattro stagioni (Die vier Jahreszeiten) - La Follia (aus Triosonaten Op.1) (Audio CD)
"Mein Klassiker" lautet die fast schon ins phrasenhafte übergehende Überschrift über viele Amazon-Rezensionen im Bereich der "klassischen" Kunstmusik. Die 4 Jahreszeiten von Antonio Vivaldi sind zweifelsfrei ein Kandidat für diese Überschrift, denn diese 4 Violinkonzerte gehören sicherlich zu den prominentesten dieses Genres, vielleicht der Musik überhaupt und können sich hinsichtlich des Bekanntheitsgrades mit der Kleinen Nachtmusik oder Beethovens Fünfter Symphonie oder anderen Evergreens des Genres locker messen. Die Diskographie dieser Werke ist dementsprechend umfangreich und es lassen sich auch zahlreiche unterschiedliche Interpretationsansätze nennen.
Vergleichen Sie nur zum Beispiel Anne-Sophie Mutters frühere Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern unter Karajan (eine der am meisten verkauften Scheiben der klassischen Musik) mit der etwa zur gleichen Zeit herausgebrachten Einspielung von Simon Standage mit The English Concert unter Trevor Pinnock und sie werden sehr große Unterschiede zu hören bekommen.

Der 1965 geborene Geiger Daniel Sepec hat sich in letzter Zeit vor allem einen Namen als Mitglied des Arcantor-Quartetts sowie durch seine viel gelobten und mit Preisen bedachten Einspielungen der Violinsonaten Beethovens und Schumanns mit Andreas Staier einen Namen gemacht. Als einer von 3 Konzertmeistern der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen dürfen seine Verdienste um deren furios-brillante Einspielungen der Beethoven-Symphonien, die allerdings keineswegs alles sind, was das Orchester zu bieten hat, ebenfalls nicht verschwiegen werden.

Sepec hat sich als Solist und Leiter der Kammerphilharmonie auf dieser CD also den 4 Jahreszeiten gewidmet. Bei derart zahlreich eingespielten Werken widmen sich Rezensionen häufig der Frage: war eine weitere Einspielung notwendig? Diese Frage hat einerseits etwas banales und phrasenhaftes und nicht selten möchte man sie mit "Warum nicht?" beantworten. Ich, der ich z.B. eingestandener Maßen ein glühender Verehrer der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen bin freue mich nahezu bedingungslos, wenn eine neue Einspielung dieses herrlichen Orchesters auf den Markt kommt. Dennoch hat die oben angeschnittene Frage natürlich auch ihre Berechtigung, insbesondere, wenn sich Musik-CD-Sammler fragen, ob es sich tatsächlich lohnt, die x-te Aufnahme der 4 Jahreszeiten ihrer Sammlung hinzuzufügen und die Frage im Raum steht, ob aus dem Werk etwas interessantes Neues interpretatorisch herausgearbeitet werden konnte. Wer sich erstmalig eine Aufnahme der 4 Jahreszeiten zulegen will, steht auch vor der Frage: womit fange ich an? Wie kann ich das Werk am besten kennenlernen. Schließlich wird für Anfänger wie für Kenner und allen Zwischenstufen die Frage nach der besten Aufnahme, so problematisch, schwierig, ja vielleicht sogar unklug sie auch gestellt sein mag, doch immer wieder unter den Nägeln brennen. Mir jedenfalls geht es so.

Was finden Sie also auf dieser CD vor? Meines Erachtens finden Sie eine Aufnahme vor, die gut bis sehr gut gelungen ist, die auch ihre interessanten Aspekte hat, die aber letztlich angesichts der übergroßen Konkurrenz meines Erachtens eher im Mittelfeld anzusiedeln ist. Viel Freude bereitet mir, wie so oft, das Orchester, mit seiner Fähigkeit mit großer Klarheit und Spielfreude, vielen Details der Partitur Geltung zu verschaffen. Das Zusammenspiel mit dem Solisten ist auch sehr gelungen, man merkt, wie eingespielt dieses Team ist. Sepecs Leistung zu beurteilen fällt mir schwer. Streckenweise bewundere ich seine Virtuosität, seinen konsequent vibratoarm und sehr am so genannten Originalklang orientierten Ton. In einigen Passagen hingegen erscheint mir sein Spiel fast eine Spur zu rau, in einzelnen Passagen habe ich mich - ich bin selbst kein Musiker und auch als Hörer längst noch nicht erfahren genug, um mir wirklich so etwas wie Kennerschaft zuzuschreiben - dann wieder gefragt, ob ein bestimmtes Klangbild nun wirklich interpretatorisch gewollt ist oder gar ein technisches Problem des Geigers offenbart. Beispielsweise gefällt mir im ersten Satz des Frühlings das Zusammenspiel mit dem passagenweise als Co-Solisten auftretenden Geiger Jörg Assmann nicht besonders. Es klingt für mein Ohr übertrieben asynchron und fast schräg und das in einem Maße, den ich bei anderen Interpretationen so nicht kenne. Wenn das interpretatorisch gewollt ist, mag man mir verzeihen, wenn ich die Frage, nach der Technik aufwerfe - mir gefällt es jedenfalls nicht besonders. Auch in Sepecs Solospiel gibt es die eine oder andere Passage, beispielsweise im Adagio des Sommers, wo ich einfach sagen muss, dass mir sein Ton nicht besonders gefällt. Mag sein, dass es sich Sepec übermäßig schwer macht, indem er die Passagen nicht durch verstärktes Vibrato glättet wie dies die Mehrzahl der mir bekannten anderen Interpreten getan hat, aber vergleiche ich sein Spiel in dieser Passage mit dem von Simon Standage muss ich einfach sagen, dass mir der letztgenannte doch mehr Gefallen bereitet.

Das ist hier nicht als Fundamentalkritik gemeint und ich stehe dieser Einspielung insgesamt mit großer Sympathie gegenüber, aber es sind eben Punkte, die mich letztlich dazu führen, diese Aufnahme eher im Mittelfeld der Vivaldi-Diskographie zu verorten (oder zu vermuten - dass ich einen echten Überblick hätte, um sie einsortieren zu können, möchte ich nicht behaupten - da würde ich mich gewaltig überschätzen). Es gibt aber auch vieles, das mir Spaß bereitet, so z.B. werden insbesondere schnellere Passagen höchst hörenswert phrasiert. Auch z.B. die Continuo-Begleitung im ersten Satz des Winters ist absolut herrlich gelungen - der zusätzlich zum Cembalo erfolgte Einsatz einer Laute erscheint mir ein großer Gewinn.

Das schwungvolle und vor allem die Perkussion betreffend sehr spannend eingespielte Werk "La Follia" bereitet mir viel Freude, aber ich kenne hierzu keine Vergleichspunkte, so dass ich bewandertere bitten möchte, es zu beurteilen.

Fazit: auf die oben angeschnittenen Fragen bezogen lässt sich meines Erachtens sagen: Sepec und das Ensemble konnten dem Werk durchaus ihren eigenen Stempel aufdrücken, etwas rasend Neues, nie gehört liegt dennoch nicht vor. Sepec benennt im Booklet auch klar, dass das nicht das Ziel dieser Aufnahme gewesen sei und stellt die vielleicht nicht unberechtigte These in den Raum, dass dies auch kaum mehr möglich sei und für heutige Interpreten eine eher hemmende Zielsetzung darstelle. Um eine Referenz-Einspielung handelt es sich meines Erachtens nicht, sondern um eine sehr gute Aufnahme, allerdings eine von einer Qualität, wie es auf dem reichhaltigen Markt der Vivaldi-Einspielungen nicht eben wenige gibt.
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5.0 von 5 Sternen Absolute Weltklasse! lebendige klangliche Kernigkeit!, 16. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Vivaldi: Le quattro stagioni (Die vier Jahreszeiten) - La Follia (aus Triosonaten Op.1) (Audio CD)
Diese CD gehört (meines Erachtens als Profigeiger) mit zu den besten Vivaldi Jahreszeiten Aufnahmen! Es wird auf historische Aufführungspraxis geachtet verliert jedoch nicht diese Lebendigkeit die oftmals in dieser Praxis fehlt. Sowieso kommt nun der Trend in der jetzigen Klassikwelt mehr auf das historische Spiel einzugehen anstatt die Noten so schnellst möglichst runterzurattern und zu pfuschen...Der Solist ist im absoluten Einklang mit seinem Instrument und hat einen unglaublich reinen, kernigen, energetischen Klang! So habe ich mir das vorgestellt! Das Orchester - Die Deutsche Kammerphilharmonie (welches meiner Ansicht nach zu den TOP 5 in Deutschland gehört) wird von ihm selbst geleitet und die jahrelange Zusammenarbeit des Solisten (der auch dort Konzertmeister ist) mit dem Orchester drückt sich in der unglaublich präzisen Dynamik und Agogik aus! Absolute Kaufempfehlung!
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