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Torn ist Masterleveller in der letzten Stadt der Erde. In Asylon herrschen einzelne Clans, die Levellers sorgen dafür, dass deren Macht im Gleichgewicht bleibt. Eines Tages findet Torn mit seinem Kollegen Scooter im Minenfeld die Leiche einer jungen Frau. Das Minenfeld wie auch die Selbstschussanlage dienen dazu, weitere hungernde Menschen aus der längst mehr als überfüllten Stadt heraus zu halten. Doch ganz offensichtlich wollte die junge Frau nicht nach Asylon hinein, sondern aus ihr fliehen. Saina, die beste Freundin der verunglückten Lynn, kommt deren Tod merkwürdig vor und sie beginnt Nachforschungen anzustellen. Torn hingegen plagen ganz andere Sorgen. Angeblich hat seine hochschwangere Frau eine Frühgeburt gehabt und sich daraufhin das Leben genommen. Doch hieran mag Torn nicht recht glauben und fängt an, Fragen zu stellen. Doch dies ist in Asylon nicht gern gesehen und bald hat Torn Riesenprobleme und kommt zudem einem Geheimnis auf die Spur, dass seinen Glauben an Asylon und sein bisheriges Leben von Grund auf verändern wird.

Asylon: Die letzte Stadt der Menschheit nach der großen Klimakatastrophe. Hier herrscht die Macht des Stärkeren. Nur die Levellers halten einigermaßen das Gleichgewicht zwischen den einzelnen Clans. Ein Menschenleben zählt nicht viel, ist die Stadt doch schon hoffnungslos übervölkert. Die Menschen hausen in kleinen Räumen, die stellenweise mehrere Stockwerke unter der Erde liegen, das Sonnenlicht sehen die wenigsten. Es ist ein düsteres Bild, welches Thomas Elbel von Asylon zeichnet, doch es passt perfekt zur Geschichte. Und obwohl ein Menschenleben in Asylon fast nichts zählt, verzichtet der Autor dennoch auf zu brutale und gar blutrünstige Szenen, sondern es gelingt ihm gut, einem glaubwürdig das brutale Leben in Asylon zu vermitteln, ohne hierbei zu sehr auf Details einzugehen.

Thomas Elbel wechselt seine Erzählstränge ständig zwischen Saina und Torn, wobei deren Wege sich aber auch des Öfteren kreuzen. Die Kapitel sind recht kurz gehalten und enden stets an einer besonders markanten Stelle, was natürlich spannungsfördernd ist. Hinzu kommt der durchweg sehr temporeiche und flüssige Schreibstil des Autors, der seine Story anfangs schon ziemlich rätselhaft anlegt und vielschichtig weiterentwickelt. Und auch die Spannung steigert sich kontinuierlich bis zum absolut überzeugenden und schlüssigen Ende, was auch noch ein wenig Platz für die eigene Fantasie lässt.

Seine Charaktere sind unterschiedliche, teilweise sehr eigenwillige Personen. Im Vordergrund stehen natürlich Torn und Saina, er eher etwas überlegt agierend, sie mehr der impulsive Gegenpart. Besonders gefallen hat mir aber Scooter, er bringt stellenweise mit seiner flapsigen Art etwas Lockerheit in den düsteren, beklemmenden Endzeitthriller. Natürlich darf auch "der Böse" nicht fehlen, diese Rolle hat Rygor inne, zusammen mit seinen tumben Begleitern, die sich an Dusseligkeit gegenseitig schier überbieten. Rygor dagegen kann man schon als intelligent, durchtrieben und durch und durch als bösartig bezeichnen.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings an der Darstellung der Charaktere. Mag sein, dass es nur mir so ging, aber ich habe lange gebraucht, bis ich eine Vorstellung von Torn und Saina bekam. Hier hätte ich mir von Anfang an etwas mehr Tiefgang gewünscht. So ab der Mitte war dann aber der "Funke" übergesprungen und ein Mitfiebern an ihrem Schicksal war garantiert. Allerdings fand ich es jetzt auch nicht unbedingt als störend, da die Story an sich zu jeder Zeit überzeugt.

Fazit: Ein gelungenes Debüt mit einer absolut überzeugenden, logisch aufgebauten und sehr gut erzählten Story.
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TOP 500 REZENSENTam 23. August 2012
Ich gebe deutscher Sci-Fi und Sci-Fantasy immer wieder eine Chance, aber allmählich verhärtet sich das Gefühl, dass diese Genres wohl nichts für unsere Autoren sind. "Asylon" ist auch so ein Fall: gute Hintergrundidee, ordentlicher Plot, aber statt intelligenter Handlung platte Action, überzogene und unrealistische Charaktere und einfach keine echten Überaschungsmomente, keine Turning Points, keine Kapitel, die man mit einem überraschten WOW verschlingt.

Es geht um eine Gefängnisstadt, deren Insassen nichts von ihrem Glück wissen - gedächtnisverändernder Nanotechnologie sei Dank. 2 Personen mit überlappenden Handlungssträngen bilden die Grundlage der Geschichte, bei der es letztlich um die Flucht aus Asylon geht. Die dabei auftretenden Gegenspieler sind vollkommen überzeichnet und durch die Bank in tumben schwarz/weiß Kategorien eingeteilt. Logische Lücken springen einen beim Lesen mit so einer Wucht an, dass man sich manches mal schütteln muss und eine Stelle noch mal liest weil man nicht glauben möchte, dass eine mehr oder weniger spannende Szene tatsächlich so eine (auf gut deutsch) dämliche Auflösung erfährt. Und als Thomas Elbel die Chance hat, mit einem gelungenen Abschluß noch einiges zu retten, verläuft sich auch das Ende in kitschiger Romantik und sonnigem Happy End.

In seiner Danksagung berichtet der Autor dann, wie deutlich ihm die Gefängnisstadt bereits nach den ersten geschriebenen Zeilen vor Augen stand. Und spätestens da fragt man sich, warum es ihm dann nicht gelungen ist, ein so deutliches Bild von dem inneren Auge des Lesers zu zeichnen. Stattdessen wird nach Abschluß der Story auf eine Webseite verwiesen, auf der man sich einen besseren Eindruck vom Hintergrund machen könne. Zu einem Zeitpunkt also, als Thomas Elbel seine Welt bereits wieder eingerissen und vernichtet hat. Spätestens hier war der Punkt gekommen, das Buch mit Wut und Unverständnis in die Ecke zu schleudern.

"Asylon" hat deutlich mehr Potential als sein Ergebnis offeriert. Letzlich bot die Stadt und die dahinter liegende Verschwörung sogar Stoff für mehrere Bände. Schade. Aber zumindest langweilt der Autor nicht mit pseudomoralischem Gelaber, wie andere deutsche Autoren es bei solchen Geschichten gerne machen. Dies zumindest sei Herrn Elbel hoch angerechnet.
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am 19. März 2012
Ich war sehr enttäuscht von dem Buch, hatte ich doch etwas völlig anderes erwartet.
Es handelt sich hierbei um einen reinen Action-Roman, und nicht wie hier suggeriert einen Endzeit-Thriller.
Auch ist die Story an sich nicht neu, gibt es doch einige Hollywood-Streifen die diese bereits aufgegriffen haben.
Gespickt ist der Aktion-Trash mit ettlichen Logikfehlern und einfallslosen Problemlösungen. Z.B. wird der Haupcharakter ständig bei etwas verbotenem erwischt: "Hey, was tun Sie hier!?" und jedesmal wird er von einer dritten Person wieder rausgehauen. So etwas kann man ein, oder auch zwei mal bringen, aber nicht das ganze Buch über sonst bleibt die Spannung auf der Strecke.
Hinzu kommen durchweg unsympathische und teils auch absurde Charaktere - ich sag nur der Gouverneur - meine Güte!
Wer nicht auf pure Action in Form eines zweitklassigen Hollywood-Movies steht, dem kann ich nur von diesem Buch abraten.
1515 Kommentare24 von 33 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. September 2011
Handlung:
Die nach außen abgeschottete Stadt Asylon ist das letzte Stück Zivilisation, das nach dem Verfall unserer Welt auf Grund einer Klimakatastrophe noch geblieben ist. Trotzdem ist die Stadt ein einziger Unruheherd. Bandenkriege, Korruption, Gewalt, Mord und Hunger sind an der Tagesordnung.
Torn Gaser ist ein sogenannter Leveller, ein Auftragskiller, dessen Aufgabe es ist, durch gezielte Morde in den Clans ein Ungleichgewicht zu verhindern. Innerhalb kürzester Zeit stürzt seine Welt zusammen und er steht vor einem Scherbenhaufen: Weil er ein Mitglied eines gefürchteten Clans aus den falschen Beweggründen getötet haben soll, verliert er seinen Job und wird gleichzeitig auch noch für vogelfrei erklärt. Dazu kommt noch, dass seine Frau im Krankenhaus eine Fehlgeburt erleidet und kurz darauf selbst spurlos verschwindet und für tot erklärt wird. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt uns von Saina, einer jungen Frau, deren beste Freundin Lynn verschwunden ist und die ihr ihr kleines Mädchen hinterlassen hat. Es gibt Gerüchte von einer Sekte namens "Ordo Lucis", die ein paradiesisches Leben außerhalb von Asylon verspricht und vermutlich Lynn in ihren Fängen hatte. In ihrer Arbeitsstelle im Krankenhaus entdeckt sie zufällig den toten Körper ihrer Freundin, der, wie sie kurze Zeit später bemerkt, überstürzt weggeschafft wurde. Saina will diesen Mysterien auf den Grund gehen und über Torns gutherzigen ehemaligen Assistenten Scooter trifft sie auf den ehemaligen Leveller, dessen letzte Tätigkeit in seinem Job es war, die Leiche von Lynn im Sperrgebiet zu finden. Etwas Seltsames scheint vor sich zu gehen in der Stadt und sowohl Saina als auch Torn stellen Nachforschungen an...

Meine Meinung:
Zunächst mal halte ich es für erwähnenswert, dass der Autor Thomas Elbel einen sehr sympathischen Eindruck macht. Er betreibt eine informative Facebook-Seite rund um "Asylon", sein langes Nachwort im Buch war richtig klasse und hatte schon fast Sebastian-Fitzek-Charakter und er hat mir auch per Privatnachricht in einem Bücherforum viel Spaß gewünscht, was mich sehr gefreut hat :) . Thomas Elbel steht absolut hinter seinem Werk und das merkt man der Geschichte auch in jeder Hinsicht an. In letzter Zeit habe ich viele Bücher gelesen, die in einer postapokalyptischen Dystopie spielen, "Asylon" war definitiv eins der besten.

Ganz toll fand ich den Aufbau der chaotisch wirkenden Stadt "Asylon". Die größtenteils ärmlichen Behausungen wurden kreuz und quer in der Stadt gebaut, auf engstem Raum und sogar übereinander, so dass sich mehrere Ebenen ergeben, die mit Brücken miteinander verbunden sind. Zu den untersten Teilen der stickigen, engen Gassen dringt keinerlei Sonnenlicht mehr durch und durch diese Bauweise entsanden gefährliche Hohlräume, von denen niemand weiß wo sie hinführen oder wie tief sie sind. Das Aussehen der Stadt wurde wunderbar beschrieben, so dass man Bilder dieses Molochs direkt vor den Augen hatte.

Die Menschen, die in Asylon wohnen, werden größtenteils als sehr lieblos, gewalttäig und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht, beschrieben. Für Freundlichkeit ist in dieser Stadt wenig Platz. Anfangs hatte ich noch leichte Probleme damit, mit den beiden Hauptpersonen Saina und Torn warm zu werden, da auch diese einen recht derben Charakter haben. Wenn man dann allerdings auf diverse Bösewichte stößt, merkt man schnell wie gutherzig die beiden im Vergleich zu diesen sind, so dass sie mir schnell ans Herz gewachsen sind und ich wunderbar mit ihnen mitfiebern konnte. Sämtliche öfter auftretende Personen in diesem Buch, und davon gibt es nicht unbedingt wenige, wurden gut beschrieben und tragen eigene Charakterzüge. Mein persönlicher Held war allerdings der sympathische Assistent von Torn namens Scooter.

Neben der tollen Atmosphäre in der Stadt ist der Spannungsaufbau der Geschichte der größte Pluspunkt von "Asylon". Anfangs denkt man noch, man liest einen recht typischen postapokalyptischen Thriller, der das Leben von Menschen in einer hoffnungslosen Umgebung beschreibt. Schon bald merkt man allerdings, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Häppchenweise erfährt der Leser immer mehr und mehr und gerät zusammen mit den Protagonisten in einen Strudel an Verwirrspielen, seltsamen Machenschaften und Mysteriösitäten, der einem sowohl an der Idendität sämtlicher Personen als auch dem Dasein von ganz Asylon zweifeln lässt. Die teilweise Auflösung dieser Rätsel hat Thomas Elbel so geschickt platziert, dass man immer weiterlesen will um mehr zu erfahren, so dass es schwer fällt, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Die wenigen Logiklöcher, die mir aufgefallen sind, fallen dabei kaum ins Gewicht.

Fazit: "Asylon" ist ein toller und spannender Endzeitthriller, den ich sehr gerne weiterempfehle.
0Kommentar20 von 28 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Februar 2012
Anscheinend kommen die meisten Endzeit Szenarien einfach nicht ohne sie aus: das schwarz-weiß denken und handeln der Personen. Auch hier gibt es die durch und durch Bösen und das Gute, das versucht nicht unterzugehen. Begriffe wie "Erzfeind" passen in Rittergeschichten und Fantasyepen mit Königen und tapferen Rittern. Hier erzeugen sie bei mir nur ein müdes Gähnen. Bis Seite 100 habe ich durchgehalten (und mich im zweiten Anlauf bis zur Hälfte durchgegähnt), als dann wieder der Erzfeind böse und triumphierend scheinbar das Gute besiegt hatte ohne dabei rafiniert, klug oder hintergründig gewesen zu sein habe ich das Buch in die Kiste der wiederverkaufbaren Exemplare gelegt.
Die Charaktere bleiben farblose und die Schwächen in der Handlung werden durch unnötige Superlative zu cachieren versucht. Auf den ersten 50 Seiten gab es schon etliche grausam gestorbene Leichen ohne wirklichen Sinn. Ein ermordetes Baby, zwei ermordete Mütter und korrupte Ärzte, fiese Clanchefs und durch und durch böse Polizei (eigentlich wäre der Ausdruck Milizen ja passender, aber vielleicht kannte der Autor den nicht) machen das Buch zu einem belanglosen Aneinandergereihe von unnötig brutalen Lückenfüller.

Guter Ansatz der Story, schön überlegter Schauplatz aber fade Charaktere, wenig Ideen und vor allem Gemetzel, dass die fehlenden Ideen des Autors wohl ausgleichen sollen.
22 Kommentare13 von 19 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Mai 2012
"Asylon" ist das etwa 440 Seiten starke Debutwerk des deutschen Autors Thomas Elbel. Aus unseren Landen kommt ja in letzter Zeit so einiges dystopisches auf den Markt, viel mäßiges, aber auch die ein oder andere Perle (z.B. Haselbergers "Fast tot"). Grund genug, "Asylon" mal eine Chance zu geben.

Zunächst eine kurze Einleitung a là Klappentext:

Eine Klimakatastrophe ("Surge") hat den Globus unbewohnbar gemacht, nur eine letzte Bastion der Zivilisation bleibt: Asylon. Umgeben von hohen Mauern, Minenfeldern und Stacheldraht (Damit keine armen, verhungernden Teufel von draußen reinkommen) haben die Bewohner ihre eigene Gesellschaft aufgebaut: Neben der obligatorischen autoritären Regierung bestimmen vor allem die verschiedenen Clans, wo es lang geht. Eine Spezialabteilung der Polizei - die sog. "Leveller" - hält den Einfluss der Clans untereinander in der Waage. So wird ein mehr oder weniger stabiles Gleichgewicht gewährleistet.
Torn ist so ein Leveller. Als Torn bei einem seiner Fälle auf merkwürdige Ungereimtheiten trifft und wenig später seine Familie von dunklen Mächten bedroht wird, beginnt für Torn und den Leser ein Abenteuer, dass Torns Welt schon bald auf den Kopf stellen wird.

So weit, so gut. Weltuntergang, letzte Stadt - das ist sicher nicht der frischeste Stoff in der Dystopie-Ecke. Aber immerhin ein ordentlicher Rahmen für alles weitere, denn theoretisch stehen einem alle möglichen Wege offen, daraus ein fantasiereiches, fesselndes Gebilde zu machen. Wie es Dmitry Glukhovsky mit dem "Metro 2033"-Universum beispielsweise gelungen ist. Leider macht Elbel von dieser Freiheit in meinen Augen zu wenig gebrauch. Die Welt, die er in "Asylon" skizziert, hat naturgemäß einen gewissen "Weltuntergangsflair", bietet aber wenig fantastisches, wenig neues. Wo man beispielsweise die Neuordnung von Gesellschaftsstrukturen hätte beleuchten können, kratzt "Asylon" nur an der Oberfläche. Eigentlich ist alles "wie früher", nur schmuddeliger. Ein Hauch von "Mad Max" weht durch die Geschichte. Und so dient das gewöhnliche Setting eigentlich dazu, einen Detective-Action-Thriller aufzuziehen. An dieser Stelle widerspreche ich daher auch dem Anspruch des Klappentextes, dass der Roman "ein Muss für fans von metro 2033" sei.

Der erwähnte Action-Thriller ist aber immerhin recht solide: Das Tempo bleibt hoch, weil Torn und die anderen Semiprotagonisten einfach ständig in gefährliche Situationen geraten. Wenn man sich nicht an diesem etwas redundanten Muster stört, fliegen die Seiten schnell dahin.
Bei der Charakterentwicklung gibt es Licht und Schatten: Torn und seinen Gehilfen finde ich recht sympathisch-gelungen (laden zum Mitfühlen ein!), die austauschbaren, klischeebehafteten Bösewichter gibt es aber auch. In der Summe stört es nicht, haut einen aber auch nicht vom Hocker.
So fliegt man durch die Seiten, bis - wie auf dem Klappentext angedeutet - letztlich die überraschende Wendung eintritt. Der erfahrene Leser hat bis dahin schon längst erraten was Sache ist, ich habe auch nicht den Eindruck, dass Elbel da einen großen Plottwist draus machen wollte. Er streut die Hinweise großzügig und offensichtlich: Hier wird eher die Geschichte konsequent weiterentwickelt, damit die Action weitergehen kann.

In der Summe ist "Asylon" sicher kein schlechter Roman. Als Erstlingswerk sowieso schon mal nicht. Es passiert viel, man hat einen sympathischen Hauptcharakter, ein solides Setting - Ein bißchen kurzweilige Unterhaltung aus Deutschland, wo man als Action-Thriller-Fan sicher mal die Nase reinstecken kann. Wer allerdings einen wirklich dystopischen Roman erwartet, mit frischen Ideen, postapokalyptischer Stimmung etc., sollte sich vielleicht doch eher mal die Metro-Reihe oder andere Werke ansehen.

Ich vergebe am Ende "nur" gute drei Sterne, weil mir die "Wow"-Momente fehlen und man aus dem Setting definitiv mehr hätte rausholen können. Die Geschichte ist nicht wirklich das, was ich mir beim Lesen des Klappentextes davon versprochen hatte. Thomas Elbel landet aber definitiv auf meiner "Kann man lesen"-Liste für die Zukunft.
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am 27. November 2011
Vorweg: Dies ist eine Überarbeitung meiner Rezension, da die alte angeblich einen Spoiler enthielt und deshalb gelöscht wurde. Halte ich für falsch, da ich einzig und allein darauf einging, dass man keine Vergleiche mit Konzentrationslagern anstellen sollte. Das ist plump und absolut daneben. Ich denke nicht, dass sich Juden in Ausschwitz wie Bewohner von Asylon fühlten. Großer Blödsinn und allein deshalb eigentlich schon was für die Tonne... Bei einer zweiten Auflage seines Buches, sollte Herr Elbel vielleicht versuchen einen passenderen Vergleich zu finden...

Das nur am Rande... Hier zur eigentlichen Rezension. Absolut Spoilerfrei. Versprochen.

Asylon ist die letzte Stadt der Menschheit. So scheint es. Doch zu schnell, ja eigentlich schon im Klappentext wird deutlich, dass es um Asylon herum nicht so tot ist, wie es den Bewohnern suggeriert wird. Schade eigentlich. Bei einem Endzeitroman erwarte ich eigentlich leere Städte, weite, ausgemergelte Ebenen, sowie eine Hand voll hartgesottener Überlebender (egal welcher Katastrophe: Klimawandel, Zombies, Aliens...), welche sich allen Widrigkeiten zum Trotz ihrer hoffnungslosen Situation stellen.
Leser, die eben solche Elemente suchen, sollten von Asylon die Finger lassen. Nichts von all dem ist in diesem Buch zu finden. Die Geschichte fängt eigentlich ganz gut an, wobei besonders die Beschreibung der Stadt gelungen ist, welche sich dicht an dicht in die Höhe schraubt. Erinnerte mich ein wenig an die Umgebung aus dem PS2-Spiel "Project Eden". Der Mittelteil war für meinen Geschmack zu zäh. Zu oft verlor ich die Lust am umblättern. Kein gutes Zeichen. Das Ende war meiner Meinung nach völlig wirsch und vermurkst. Wäre das Buch in Asylon zu Ende gegangen, dann hätte ich vielleicht 3 Sterne vergeben, aber dass, was außerhalb der Stadtgrenzen passiert ist einfach zu blöde. Die Kapitel sind wenig aufeinander abgestimmt zusammen gewürfelt und es gibt derbe Sprünge und nicht nachvollziehbare Handlungen. Hier wollte der Autor wohl seine Auftragsarbeit - denn, so beachte man das Nachwort, nichts anderes ist dieser Roman - nur noch schnell fertig machen. Wirklich schade, zumal die Story recht vielversprechend begann.
Wer wirklich gute dystopische Endzeitliteratur lesen mag, dem kann ich dann eher von Justin Cronin "Der Übergang" empfehlen oder von Cormac McCarthy "Die Straße", oder, wer es etwas schneller und schmutziger mag von J. L. Bourne das "Tagebuch der Apokalypse".
88 Kommentare10 von 15 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. November 2011
Das erste Drittel ist toll.
Es geht spritzig los, die Geschichte greift und die Sprache ist wirklich gut; der Autor benutzt Deutsch als Sprache und nicht als künstlerischen Selbstzweck oder als Aushilfsenglisch. Ich war wirklich sehr angetan.

Den Rest kann man sich leider sparen.
Die Figuren gewinnen KEINE Tiefe, keinen Millimeter Profil. Die Guten sind heldenhaft und die Bösen grenzenlos, fast lächerlich böse.

Vielversprechende Handlungsstränge verschwinden ebenso im Nichts, wie die Sinnhaftigkeit der Beschreibungen der Stadt. Es passt einfach nichts mehr zusammen.

Anstatt eine Handlung mit zu erleben, kann man dem Autor dabei folgen, wie er immer "noch einen" drauf setzt; Alles wird noch unglaublicher, noch größer, noch mehr Bäng und Bum, dass man irgendwann einfach keine Lust mehr hat.
Man fragt schon gar nicht mehr, ob das alles auch nur entfernt Sinn ergibt.

Vorhersehbar: Ja, aber nicht nur das.
Es ist einfalls- und phantasielos.
Ich war von "Metro 2033", auf das im Buchdeckel verwiesen wird, nicht begeistert, weil es teilw. recht unschlüssig und unlogisch ist. Aber es ist um längen besser als "Asylon". Ganz andere Liga.

Man gewinnt hier beim Lesen den Eindruck, der Autor hätte, nach Monaten der Arbeit am ersten Drittel, an einem Sonntag Abend einen Anruf bekommen, dass das Buch am Donnerstag fertig sein müsse.
Den Eindruck macht es.

Man kann das Buch durchaus mit "Die Stadt" von Brandhorst vergleichen. Es beginnt spritziger und nicht so langatmig und zäh, wie "Die Stadt", aber die "Die Stadt" ist dafür "fertig geschrieben" und nicht "zu Ende gebracht".

Schade. Sehr, sehr schade.
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TOP 500 REZENSENTam 15. Februar 2012
Mit "Asylon" hat der Autor Thomas Elbel einen Debütroman geschrieben, der mich mit seiner düsteren Dystopie und einer gänzlich überraschenden Wendung überzeugen konnte.

Zum Inhalt: Nach einer schrecklichen Katastrophe gibt es nur noch eine einzige Stadt auf der Erde, die hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt ist. Als Schutz vor Eindringlingen ist die Grenze der Stadt von einem Minenfeld umgeben. Torn ist als sogenannter Leveller für das Gleichgewichte zwischen den Clans, kriminellen Vereinigungen, die die Stadt beherrschen, zuständig. Er findet die Leiche einer jungen Frau, die in den Minen starb. Doch er und sein Partner Scooter merken, dass etwas an diesem Fund nicht stimmt, denn die Frau scheint nicht über die Außenmauer in die Stadt eingedrungen zu sein. Kurz darauf gerät Torns Leben gänzlich aus den Fugen, als seine Frau eine Fehlgeburt erleidet und kurz darauf selbst stirbt. Außerdem verliert Torn durch den ungeplanten Mord an einem Clanmitgleid seinen Job und wird von den Clans für vogelfrei erklärt. Doch da Torns Frau bei ihrer letzten Begegnung behauptet hatte, man habe ihr das Kind weggenommen und es sei keinesfalls tot gewesen, bekommt er immer mehr Zweifel und versucht herauszufinden, was mit seinem Kind passiert ist. Gleichzeitig versucht Saïna, eine Freundin der Toten an der Grenze, die Sekte "Ordo Lucis" ausfindig zu machen, mit deren Hilfe ihre Freundin versucht hatte die Stadt zu verlassen. Als die beiden schließlich zusammen treffen, zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Antworten vielleicht tatsächlich außerhalb der Stadt zu finden sind...

Als ich gerade versucht habe, den Inhalt dieses Romans möglichst knapp zusammenzufassen, fiel mir selbst wieder auf, wie viel auf den rund 450 Seiten tatsächlich passiert. Die Handlung ist sehr vielfältig, abwechslungsreich und schnell. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Protagonisten neben Torn und Saïna, die viele Perspektiven in die Handlung hineinbringen, sodass auch eine Vielzahl von Handlungsträngen entstehen.

Am einfachsten fällt wahrscheinlich jedem Leser schon nach wenigen Seiten die Feststellung, dass diese letzte Stadt der Erde ein wahrer Sumpf aus Kriminalität, Armut und Gewalt ist. Das Minenfeld tut zusammen mit diversen Grausamkeiten und einer Menge Blut sein Übriges, um das Bild einer erschreckenden, düsteren Dystopie aufzubauen, die sehr überzeugend wirkt und richtig fesselt. Auch meine anfänglichen Sorgen es könnte sich hier um einen derben Männerwelt-Thriller voller "Saufen-Rauchen-Sprüche-klopfen"-Klischee-Charaktere handeln, wurden Gott sei Dank nicht bestätigt. Die Charaktere sind durchaus vielfältig, haben harte und weiche Seiten und sind alles andere als schwarz-weiß, denn in dieser schlechten Gesellschaft ist es wirklich schwer mit Ausnahme von Saïna vielleicht einen wirklichen "Guten" ausfindig zu machen und viele überraschen im Laufe der Handlung mit unerwarteten Geheimnissen. Auch Torn ist von dem klassischen "Guten" meilenweit entfernt, hat aber dennoch sympathische und verletzliche Seiten.

Außerdem fand ich die große Wendung dieses Romans wirklich packend. Die Geschichte entwickelte sich plötzlich in eine vollkommen andere Richtung, die ein ganz neues Licht auf die Stadt und ihre Bewohner warf und dabei sehr gut durchdacht war. Die Handlung war spannend, durch die teils recht zwielichtigen Protagonisten abwechslungsreich und durch die hohe Geschwindigkeit sehr actionreich. Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, da es weder total enttäuschend noch ein verkitschtes Happy-End ist.

Zu guter Letzt hat mich der Roman auch sprachlich überzeugen können. Es war angenehm flüssig zu lesen und wie bereits erwähnt blieben trotz eines recht derben Tons die schlimmsten Klischee-Sprüche der Marke "harter Kerl" aus.

Fazit: Spannende, teilweise brutale, düstere Dystopie, die sich in eine überraschend andere Richtung entwickelte, als ich es ursprünglich erwartet hätte. Mir haben sowohl die Charaktere als auch die Handlung an sich sehr gut gefallen und es war so fesselnd, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen.
Für Dystopie-Fans ein Muss, klare Leseempfehlung!
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VINE-PRODUKTTESTERam 9. September 2011
Asylon ist die letzte Stadt der Erde. Das einzige Bollwerk der Zivilisation, umgeben von endloser Wüste und hungrigen Heerscharen. Das jedenfalls denken ihre Bewohner. Torn ist Mitglied einer Spezialeinheit, die das Gleichgewicht zwischen den herrschenden Clans wahrt. Als dunkle Mächte seine Familie und sein Leben zu vernichten drohen, sieht er sich gezwungen, Asylons tödliche Außengrenze zu durchbrechen. Doch das Geheimnis, das sich dahinter verbirgt, wird alles infrage stellen, woran Torn je geglaubt hat.( Quelle:Amazon )

Mit Asylon" liegt dem Markt der Debütroman eines bis dahin völligen unbekannten Autors Thomas Elbel vor.
Da stellt sich der Leser natürlich die Frage ob ihn ein weiteres 08/15 Werk in der Menge der Endzeit- Abklatsch Reißern" erwartet oder ob sich hier der Autor wirklich fundiert mit der Thematik auseinander gesetzt hat.
Beim Lesen des Werkes liegt dem Leser der Gedanke nahe das der Autor alles anders machen wollte, so häufig weicht der Roman von den Gängigen seines Genres ab, ohne dabei aber die Grundmuster des Dystopie zu vernachlässigen. Ein sehr interessanter Mix den der Leser da präsentiert bekommt.
Zunächst verhalten optimistisch, später wahrscheinlich begeisternd wird sich der Leser durch die insgesamt drei Bücher aufgeteilt in mehrere Kapitel lesen.

Der Schreibstil des Autors wirkt auf den Leser herrlich erfrischend. Ohne nachlässig zu wirken entführt der Autor den Leser umgehend in die Welt von Asylon" ohne das der Leser zu Beginn eine Dimension davon haben wird was und wie groß Asylon" wirklich ist und was das für die Menschen innerhalb dieser Stadt bedeutet. Langweilige oder zähe Passagen sind in diesem Roman nicht zu finden, eher abwechslungsreiche perspektivische Darstellungen die dem Leser Raum geben sich mit den Personen , der Geschichte und Asylon" selber vertraut zu machen.
Der Schreibstil bleibt auch in allen drei Büchern konstant, eine Durchgängigkeit die man in dieser Form selten erlebt aber dem Roman durch die Art und Weise der Erzählung sicherlich Struktur gibt.

Variabel hingegen sind die Wendungen und Spannungsmomente, getreu dem Motto nichts ist so wie es scheint"
Das sind eine der vielen Pluspunkte dieses Romans. Neben den zweifellos futuristischen Elementen die dem Roman gemäß seines Genres Leben einhauchen, sind es die Spannungen die den Leser nicht selten den Atem anhalten lassen.
Geschickt platziert der Autor Thomas Elbel Sequenzen von Dramatik, Abenteuerlust oder einfach nur Seelenschmerz, so das der Leser einfach nicht anders kann als zu hinterfragen, weiter zu lesen und nach Antworten zu gieren.

Auch hier folgt der Autor nicht dem gängigen Muster sondern bedient sich gewissermaßen eines Helden für jeden seiner zwei Handlungsstränge.
Beide Handlungsstränge für sich sind im Stil kaum zu unterscheiden und auch die beiden Charaktere Torn und Saina ,die diese prägen sind ähnlich stark gezeichnet, wenn auch gänzlich unterschiedlich in sich.
Unterstützt oder auch demontiert durch verschiedene andere- teils auch sehr stark gezeichnete und nicht weniger symphatische - Charaktere ebnen sich die beiden Figuren ihren Weg durch die Geschichte von Asylon".
Die Figuren der Handlung sind alle für sich sehr klar gezeichnet und lassen keinen Zweifel an ihrer Authentizität aufkommen. Der Leser fühlt, leidet und lebt mit ihnen. Je nach ihrer Rolle werden sie dem Leser mal mehr mal weniger tief in und mit ihrer Persönlichkeit präsent sein.
Auch hier weicht der Autor vom klassischen Muster ein einzelner Protagonist/Antagonist" ab, sondern kreiert ein völlig anderes Wer gegen wen" Szenario das dem interessierten Leser sicherlich gut gefallen wird.
Klassenunterschiede, mit denen nahezu jede Gesellschaft zu kämpfen hat, werden in diesem Wer gegen wen" Szenario dabei völlig neu erfasst, wenn gleich das noch durch die Besonderheit der Stadt Asylon" unterstützt wird und sicherlich auch so gewollt ist.
Eine der modernsten und erschreckensten Formen der Gesellschaftskritik, so mag man als Leser annehmen.

FAZIT:
Wer einen wirklich außergewöhnlichen und andersartigen Roman zum Endzeit-Thema lesen möchte , der ist mit diesem Roman , der wirklich in allen Bereichen zu überraschen weiß, sehr gut beraten.
Durch die günstige Taschenbuch-Ausgabe sind auch Preis-Leistung ein Volltreffer.
Ich gebe die volle Punktzahl und halte den Roman ,nicht nur durch die fulminante Umsetzung des Themas, tatsächlich für eine Perle seines Genre
Wer noch an weiteren Informationen interessiert ist kann sich mit der gleichnamigen Internetseite vertraut machen , die ich persönlich jedem ans Herz legen kann.
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