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38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schuld hat viele Formen
Das Autorenduo Hjorth und Rosenfeldt legt in seinem Debütroman einen soliden Grundstein für eine neue Krimiserie, die in Schweden bereits verfilmt wird. In "Der Mann, der kein Mörder war" werden die Charaktere einer Ermittlergruppe der Reichsmordkommission in Schweden bei der Arbeit an mehreren Morden detailliert vorgestellt, aber auch die Nebencharaktere...
Veröffentlicht am 13. Oktober 2011 von S. Hennig

versus
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Krimi mit deutlichem Verbesserungspotential
Ein schwedischer Krimi rund um Familie, missverstandene Liebe und Mord.

Für Hauptcharakter Sebastian Bergman ist es der Start in seine Krimi-Kariere, obwohl diese hier erst Jahre nach seiner offiziellen Arbeit als Polizeipsychologe einsetzt. Zurück in seiner Heimatstadt aufgrund des Todes seiner Mutter, trifft er auf ehemalige Kollegen der...
Vor 17 Monaten von Hauke Stammer veröffentlicht


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38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schuld hat viele Formen, 13. Oktober 2011
Von 
S. Hennig "Bücherfan" (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Das Autorenduo Hjorth und Rosenfeldt legt in seinem Debütroman einen soliden Grundstein für eine neue Krimiserie, die in Schweden bereits verfilmt wird. In "Der Mann, der kein Mörder war" werden die Charaktere einer Ermittlergruppe der Reichsmordkommission in Schweden bei der Arbeit an mehreren Morden detailliert vorgestellt, aber auch die Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet. Hauptperson ist der Psychologe Sebastian Bergmann, der zwar brilliant arbeitet, aber sehr unsensibel, zynisch und konfrontativ ist. Er hatte keine glückliche Kindheit und hat seine Frau und seine kleine Tochter auf tragische Art und Weise verloren.

Der Fall ist gut aufgebaut. Am Anfang wird der Leser auf eine völlig falsche Fährte gelockt, denn auf den ersten Blick könnte der Tod eines Schülers die Folge von zu weit ausuferndem Mobbing sein. Aber so einfach ist es nicht. Ein Junge wird vermisst, bei der Polizei läuft nach der Vermisstenmeldung alles schief. Als dann die Leiche nach einigen Tagen gefunden wird, soll die Reichsmordkommission den Fall aufklären und den Schaden begrenzen. Der Psychologe Sebastian Bergmann ist zufällig in der Nähe, um nach dem Tod seiner Mutter sein verhasstes Elternhaus zu verkaufen. Als er vertrauliche Informationen von der Polizei benötigt, bietet er aus purem Eigennutz seine Hilfe an, obwohl er gerade einen One-Night-Stand mit der Mutter eines Verdächtigen hatte. Ein weiterer Mensch stirbt, und alles scheint noch verworrener. Viele Spuren führen zu der Eliteschule, die Sebastians Vater gegründet hat.

Sebastians Einstieg ins Team und sein Verhalten führen zu vielen Konflikten im Ermittlerteam, aber er bringt auch immer wieder interessante Ansatzpunkte ein. Das Beziehungsgeflecht der Gruppe und private Hintergründe werden in die Handlung eingebunden. Ein Polizist versucht, durch selbstständige Ermittlungen die Reichsmordkommission auszustechen und die eigene Weste reinzuwaschen. In Wirklichkeit verstrickt er sich immer tiefer in seine Lügen.

Das Buch ist wirklich spannend geschrieben, mit vielen Möglichkeiten und Ansatzpunkten, die zu verblüffenden Wendungen führen. Die Schilderungen von Gewalt sind eher gemäßigt und nicht sensationsheischend, das ist mir sehr positiv aufgefallen. Ein großer Schwerpunkt liegt auf der menschlichen Ebene, bei den Ermittlern genauso wie bei Verdächtigen und dem ganzen Umfeld des Jungen. Daher ist Sebastian sehr wichtig, um aufgrund psychologischer Einschätzungen entscheidend zur Aufklärung des Falles beizutragen.

Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen, obwohl ich den Charakter des Sebastian Bergmann wirklich für unsympathisch halte. Aber in einer Serie ist vielleicht auch eine weitere Entwicklung dieser Person möglich.
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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr, mehr, mehr, ..., 19. Oktober 2011
Endlich mal wieder ein Buch, das mir wirklich richtig zusagt und wo ich mich jetzt schon auf weitere Teile dieser neuen Reihe freue!

Besonders positiv bei diesem Krimi sind mir folgende Dinge aufgefallen:

- Die Story ist wirklich spannend und es gibt viele Wendungen und immer wieder neue Fährten, so dass das Buch bis zum Schluss spannend bleibt und auch der Täter nicht sofort klar ist. Trotzdem ist das Ende nicht konstruiert!

- Es handelt sich hier um einen Skandinavien-Krimi, der aber nicht so dunkel" und depressiv" ist, wie dies oft der Fall ist bei Skandinavien-Krimis

- Der Stil gefällt mir sehr gut! Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen ohne als leichte Kost" daher zu kommen. Die Beschreibungen sind gut und auch bildlich vorstellbar, aber nicht zu blumig. Für mich also eine gute Mischung, besonders für einen Krimi

- Die Figuren sind schön gezeichnet.
Sowohl die Teammitglieder der Reichspolizei und der Hauptprotagonist Sebastian Bergmann, als auch alle anderen Charaktere wirken glaubwürdig. Man kann sich sehr gut in die Personen hinein versetzen und ihr Handeln nachvollziehen, selbst bei dem / den Tätern
Die einzelnen Teammitglieder incl. Sebastian Bergmann finde ich alle sympathisch, trotz Ihrer Eigenarten. Man erfährt im Laufe der Geschichte auch immer mehr über das Privatleben der Einzelnen (ohne dass der Krimi in den Hintergrund gestellt wird), so dass man das Verhalten besser nachvollziehen kann

- Auf den letzten Seiten, als der Fall bereits gelöst ist, passiert in der Geschichte noch etwas (ich möchte es jetzt hier natürlich nicht verraten), das in mir noch mehr Neugierde auf den nächsten Band dieser Reihe weckt

Negative Punkte kann ich nicht wirklich finden, davon abgesehen, dass es scheinbar keine intakten, monogamen Ehen gibt, aber dies scheint ja in Skandinavien bzw. den Büchern von dort (siehe z.B. auch Stieg Larsson) häufig der Fall zu sein.

Alles in Allem für mich ein super Buch, das ich weiterempfehlen werde!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Krimi mit deutlichem Verbesserungspotential, 8. April 2013
Von 
Hauke Stammer "Phantasie ist wichtiger als Wi... (Flensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Ein schwedischer Krimi rund um Familie, missverstandene Liebe und Mord.

Für Hauptcharakter Sebastian Bergman ist es der Start in seine Krimi-Kariere, obwohl diese hier erst Jahre nach seiner offiziellen Arbeit als Polizeipsychologe einsetzt. Zurück in seiner Heimatstadt aufgrund des Todes seiner Mutter, trifft er auf ehemalige Kollegen der schwedischen Kripo und wird in die Ermittlungen rund um den Mord an einem 16-jährigen Jungen hineingezogen.

Mehr zu schreiben würde schon zu viel verraten. Allerdings möchte ich auf einige Schwächen hinweisen, die mich beim Lesen über Gebühr gestört haben: Die Anzahl der Ermmittler ist größer als der Kreis von Versdächtigen und beide Personengruppen bleiben überwiegend hölzern und eindimensional. Singuläre Charakterzüge definieren Personen zur Gänze. Bergmans persönliche Gründe für seine Ermittlungen bleiben nachvollziehbar, warum sein ehemaliger Chef Torkel ihn aber in die Ermittlerrunde aufnimmt, nicht. Der Versuch, Bergmann als Widerling darzustellen, den niemand leiden und um sich herum ertragen kann, misslingt.
Zum Ende hin überschlagen sich die Hinweise auf den tatsächlichen Mörder, die dann aber wieder durch noch deutlichere Hinweise auf den nächsten Protagonisten in den Schatten gestellt werden. Nie wirklich unlogisch, aber am Ende einfach eine Nummer zu viel. Besonders befremdlich ist allerdings die Auflösung der persönlichen Nebenhandlung des Hauptcharakters, die vollkommen konstruiert und an den Haaren herbeigezogen ist. Jede andere Auflösung - und ich meine jede andere - wäre besser gewesen als das, was sich das Autorenpaar hier ausgedacht hat. Wer sich das Lesen der letzten 10 Seiten also ersparen kann, sollte dies unbedingt tun.

Abgesehen von der Kritik ist das Buch guter Lesestoff, der rund 580 Seiten zu unterhalten weiss. Ob man am Ende auch den Nachfolgeband lesen will, liegt vielleicht auch an den persönlichen Preferenzen. Mich reizt es nicht, aber eingefleischte Krimifans haben hier vermutlich einen Auftakt in Händen, der nach mehr verlangt.
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50 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein schwedisches Panoptikum, 26. Oktober 2011
Von 
Marius (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
"Der Mann, der kein Mörder war" ist das deutsche Debüt des Autorenduos Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt, die beide in Schweden bereits Erfolge feiern konnten. Der Roman erschien bei Rowohlt Polaris als flexibles Softcover und ist der Beginn einer Reihe rund um die Fälle des Polizeipsychologen Sebastian Bergmann.

In Våsteras, in der Nähe von Stockholm, macht die Polizei auf der Suche nach dem verschwundenen Roger Eriksson einen grausamen Fund. Drei Pfadfinder entdecken beim Durchkämmen eines Waldgebiets die Leiche Rogers in einem Tümpel. Als grausige Dreingabe wurde diese mit zahlreichen Messerstichen traktiert und es fehlt dieser sogar noch das Herz. Diese verdächtig rituell erscheinende Ermordung Rogers lässt schon bald die Reichspolizei auf den Plan treten, die von der örtlichen Ermittlungschefin Kerstin Hanser dazugeholt wird, da diese erkennen muss, dass der Fall wahrscheinlich von größerer Tragweite ist, als es zunächst den Anschein hat. Schnell beginnt die Kommission der Reichspolizei mit ihrer Arbeit in der Provinz und ermittelt in alle Richtungen.
Zeitgleich weilt Sebastian Bergmann ebenfalls in Våsteras, um das Heim seiner Eltern zu veräußern. Sebastian ist ein getriebener Charakter, der die Leere, die in ihm nach dem Verlust seiner Frau und Tochter herrscht, mit zügellosem Sex zu betäuben versucht. Seit diesem schweren Verlust hat er von allem losgesagt, das ihn früher beschäftigte und er treibt antriebslos durch die Tage, nur mit dem Versuch beschäftigt, möglichst viele Frauen zu erobern. Durch einen Zufall wird er in die Ermittlungen rund um die Ermordung Rogers hineingezogen und bringt sich schon bald im Team rund um den erfahrenen Ermittler Torkel Höglund ein. Dies geschieht allerdings nicht aus Interesse am Fall des ermordeten Teenagers, sondern aus purem Eigennutz. Doch schon bald wird Sebastian für die Ermittlungen eminent wichtig, obwohl er ein zwischenmenschliches Ekel sondersgleichen ist.

Der Roman des Duos ist nahezu 600 Seiten stark und verlässt sich sehr auf die ambivalente Figur des Sebastian Bergmanns, der die Geschichte trägt. Manchmal ist der Leser von diesem Protagonisten nur noch abgestoßen und manchmal voller Verständnis für diese schwierige Persönlichkeit. Doch auch die anderen Personen, die den Krimi bevölkern sind wirklich realitätsnah, ohne in die typische skandinavische Depression und Melancholie abzugleiten. Überraschend ist es auch, dass der Plot über die Ermordung Roger Erikssons fast über die ganze Länge des Buches trägt, ohne dass ein obligatorischer Serienmörder auftreten muss. Hier sind Hjorth und Rosenfeldt wirklich zu loben, da es ihnen gelungen ist, zwar einen typischen Schwedenkrimi zu verfassen, der aber nicht in die üblichen Klischees und Untiefen abtaucht, sondern wohltuend "antidepressiv" bleibt und sich sowohl auf Ermittlungen als auch auf Charaktere konzentriert. Neben dreidimensionalen Charakteren fließt auch moderne Technik ein und so dürften breite Leserschichten angesprochen werden.

Mit Vergleichen in Sachen Stieg Larsson ist man bei neuen skandinavischen Krimis natürlich schnell bei der Hand, aber beim vorliegenden Buch sind Lobeshymnen wahrlich angebracht, da der Fall wirklich fesseln kann und originelle Charaktere das Buch bevölkern. Ein dickes und interessantes Panoptkikum, dem schon bald neue Fälle des Sebastian Bergmann folgen dürften, die übrigens teilweise schon vom ZDF und vom schwedischen Fernsehen als Koproduktion verfilmt wurden!
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mann, der kein Mörder war, 15. Dezember 2011
Ein spannendes Buch von der ersten bis zur letzten Seite, mit Wendungen, die man nicht erwartet. Die handelnden Figuren sind allesamt sorgfältig gewählt und charakterisiert. Angefangen vom sexsüchtigen Psychologen Sebastian Bergemann, der seine Familie beim Tsunami in Thailand verloren hat und eigentlich selbst dríngend eine Therapie braucht, die Ermittler und Ermittlerinnen der Reichsmordkommission, die allesamt bis auf Billy (über ihn erfährt man relativ wenig) ihr Päckchen zu tragen haben, der Kommissar Thomas Haraldson, dem alles was nur schiefgehen kann schiefgeht und zu allem Überfluß vom Fall enthoben und zum Schluß angeschossen wird.

Zum Inhalt: Ein 16jähriger Schüler wird in einem Wasserloch im Wald ermordet aufgefunden, sein Körper ist übersäht mit Messerstichen und sein Herz wurde herausgeschnitten. Wer hat so ein Hass, dass er den Körper dermaßen verstümmelt. Kommisar Thomas Haraldson ist schnell überfordert, die Reichsmordkommission und der Psychologe Sebastin Bergemann werden hingezogen, eine spannende und facettenreiche Ermittlung beginnt. Die Spannung bleibt von der ersten bis zur letzten Seite bestehen, immer wieder gespickt mit Wendungen und Erkenntnissen mit denen man als Leser in keinster Weise gerechnet hat.

Mein Fazit, ein Buch, das jeder Schwedenkrimifan unbedingt gelesen haben muss. Ich wünsche mir mehr davon und bin auch auf die angekündigte ZDF-Verfilmung gespannt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gut!!!!!, 26. Juli 2013
Am Anfang war ich etwas skeptisch, aber das Buch hat mich sehr schnell überzeugt und ich habe es an einem Tag gelesen :-) Ich will hier auch nicht den Inhalt wieder geben, denn jeder kann ja in der Buchbeschreibung lesen worum es geht. Den 2. Teil habe ich auch bereits durch und bin jetzt beim 3. Teil. Jedenfalls kann ich die Bücher von Hjorth & Rosenfeldt nur jedem ans Herz legen und sie absolut weiter empfehlen...einfach nur LESENSWERT :-)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender Schwedenkrimi, 1. Juli 2013
Der Mann, der kein Mörder war ist der erste Krimi von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt. Und zwar ein gelunges Werk.
Nach dem Mord an einenm Jugendlichen in seiner Heimatstadt, die er nach langer Zeit widerwillig besucht, bietet der Kriminalpsychologe Sebastian Bergmann seine Hilfe nicht uneingenütz der Reichskriminalpolizei an.
Mit seiner zynischen, manchmal bösartigen Art macht er sich keine Freunde, bringt aber immer wieder neue Aspekte in den Fall.
Zusamman mit dem durchaus kompetenen Team der Mordkommission werden mehrere Spuren und Fährten verfolgt.
Das Buch ist spannend geschrieben und die Spannung wird auch bis zum Schluß aufrecht erhalten.
Die Protagonisten sind gut charakterisiert und man kann sich in sie hineinversetzen.
Ein Buch, das nie langweilig oder langatmig war und immer wieder für Überraschungen sorgte.
Ich werde auf jeden Fall den Nachfolgeband lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solider Schwedenkrimi, "Wallander" meets "Dr. House", 6. November 2012
Der "Schwedenkrimi" bildet in der Literaturlandschaft mittlerweile eine eigene, fest etablierte Nische. Der vielleicht prominenteste Vertreter dieses Subgenres ist vermutlich Henning Mankells "Wallander"-Reihe, aber auch z.B. Stieg Larsson erfreut sich einer breiten Beliebtheit. Doch wie bietet man dem Genreliebhaber heute noch ansprechende Literatur, ohne sich zu deutlich an diese Vorbilder anzulehnen?
Mit "Der Mann der kein Mörder war" unternehmen die beiden Autoren Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt einen recht erfolgreichen Versuch, diese schwierige Aufgabe zu lösen. Ihr Erfolgsrezept besteht im wesentlichen darin, bewährte Elemente des Vorbilds mit modernen Einflüssen zu fusionieren.

Zentrum des Romans - und wohl auch Ausgangspunkt für viele weitere Bücher der Reihe - bildet der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman. Bergman ist zynisch, taktlos und ein waschechter Soziopath. Darüber hinaus verfügt er jedoch über einen ebenso brillianten analytischen Verstand. Aus recht eigensinnigen Motiven bietet der eigentlich pensionierte Bergman seine Dienste der Stockholmer Polizei an. Sein alter Kollege Höglund nimmt die Hilfe zögerlich an - wohl wissend, dass Bergmann Gift für jedes Teamklima ist. Doch der Fall scheint zu knifflig, um das Angebot abzulehnen: Ein Schüler eines örtlichen Eliteinternats wird ermordet aufgefunden. Vom Täter und vom Herz des Opfers fehlt zunächst jede Spur...

Es ist klar, mit welcher Prämisse der Roman den Leser an sich binden möchte. Das Konzept des zwischenmenschlich schwierigen Sonderlings, der aber durch seine genialen Fähigkeiten beruflich unentbehrlich ist, hat im letzten Jahrzehnt eine breite Anhängerschar in TV und Literatur angesammelt. Egal ob "Monk" oder "Dr. House": Der Antiheld ist "in". Gekreuzt wird dies nun mit dem lakonischen, idyllischen und rau-herzlichen Charme der "Schwedenkrimis". Weniger Brutalität, dafür kantigere, "echtere" Charaktere.
Die Rechnung geht größtenteils auf: Die Storyentwicklung ist spannend und auch für geübte Leser nicht trivial. Zwar ist die Geschichte in ihrer Komplexität und Entwicklung sicher nicht die pfiffigste, die ich bislang gelesen habe, aber viel vom Lesevergnügen wird durch die authentischen Charaktere und ihrer Wechselwirkung untereinander getragen. Es gibt erfreulich wenig Griffe in's "Klischee-Regal" der Krimiliteratur, das Autorenduo verteilt die Aufmerksamkeit - von Bergmann abgesehen - auf viele Schultern. Dabei handelt es sich um durchweg unterschiedliche Menschen, mit ebenso unterschiedlichen Aufgabenbereichen - von Technik bis Psychologie darf der Leser einen schmalen Blick in jedes Feld werfen. So bleibt das Geschehen dynamisch und arbeitet sich nicht zu sehr an den Kanten des Protagonisten ab.
Überhaupt ließt sich "Der Mann, der kein Mörder war" erfreulich flüßig, obwohl ich anfangs befürchtete, dass zwei Autoren möglicherweise erkennbare Stilbrüche hinterlassen würden. Das ist erfreulicherweise in meinen Augen nicht der Fall. Zu den weiteren Stärken des Buches zählt das recht unerwartete Ende und die in unserer Zeit doch stattliche Länge von fast 600 Seiten (welche jedoch vom Format her recht großzügig ausfallen).

Alles richtig hat "Der Mann der kein Mörder war" für meinen Geschmack jedoch trotzdem nicht gemacht. Zum einem haben die Autoren meiner Ansicht nach die so oft angesprochene Dualität der Person Sebastian Bergman nicht wirklich konsequent durchgezogen. Weder erscheinen seine Beiträge zur Ermittlung durchweg "hochintelligent" (Es fällt schwer zu glauben, dass eine erfahrene, gestandene Ermittlergruppe einen kauzigen Außenseiter braucht, um darauf hinzuweisen, dass ein Verbrechen wohlmöglich zur Kaschierung eines anderen begangen wurde...), noch ist er das groß angekündigte "Ekelpaket", aus dessen Taktlosigkeit man sicherlich die ein oder andere humorvolle Situation hätte konstruieren können. Sicher: Bergman ist unhöflich, egoistisch und manchmal sogar provokant. Überraschend oft verhält er sich dann aber doch diplomatisch und die Autoren geben sich alle Mühe, in zahlreichen Passagen die "menschliche" Seite Bergmanns darzulegen. Letztendlich ist Bergmann eben auch nur ein Opfer seiner Vergangenheit - zu oft so gelesen, langweilig.
Man könnte weiterhin anmerken, dass die Geschichte trotz einigen interessanten Plottwists nicht all zu originell ist und die Ermittlungsmethoden für eine solche Einheit überraschend "altmodisch" sind (CSI-Junkies werden nicht auf ihre Kosten kommen), aber dies trübt das Lesevergnügen meiner Ansicht nach nur wenig.

FAZIT:

"Der Mann, der kein Mörder war" ist vielleicht kein perfektes Buch, aber sicherlich ein gelungener, solider Einstieg des Autorenduos Hjorth & Rosenfeldt in die Krimiwelt. Die Story ist nicht innovativ aber interessant, die Charaktere sind authentisch. Lediglich die Titelfigur erfüllt in meinen Augen nicht ganz die Erwartungen, die die ständigen Nennungen auf Klappentext, Buchbeschreibung, Rezensionen etc. schüren. Trotzdem kann ich das Buch jedem Krimifan, der mehr auf Charakterspiel als auf blutige Leichen zählt, empfehlen. Gorehounds und Forensik-Experten werden nicht so sehr auf ihre Kosten kommen, Fans einer lakonischen, dichten Atmosphäre dafür umso mehr. Das Buch hat es immerhin geschafft, mich für den zweiten Teil der Reihe "Die Frauen, die er kannte" zu interessieren. Das Buch liegt schon auf meinem Schreibtisch, und ob die "Sebastian Bergman"-Reihe mich wirklich zu begeistern weiß, wird sich demnächst herausstellen. Bis dahin: 4/5 Punkte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolles Debüt, bin schon Fan !!, 20. November 2011
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Ein guter solider psychologisch gut aufgebauter Krimi. Der 16-jährige Roger wird in einem See in Västeräs tot aufgefunden, das Herz wurde ihm rausgeschnitten. Kommissarin Hunter fordert die Reichskrim an, um den Fall aufzuklären. So kommen, Torkel, Ursula, Vanja und der Computerspezialist Billy angereist, um sich in die Arbeit zu stürzen. Der Psychologe Sebastian stößt zufällig zu den Ermittlungen, Torkel und er waren vor Jahren gut befreundet- er bittet Torkel um der alten Freundschaft willen, an den Ermittlungen teilhaben zu können, verfolgt aber damit eigene Interessen. Ursula, die Sebastian ebenfalls von früher kennt, ist nicht begeistert. Erst kristallisiert sich schnell ein Verdächtiger raus, der Roger übel gemobbt hat, schnell stellt sich allerdings raus, dass dieser es nicht gewesen sein kann.

Sebastian macht sich mit seiner überheblichen und besserwisserischen Art nicht unbedingt Freunde, sein Hang zu Frauen macht die Sache nicht besser, da er auch vor den Frauen nicht halt macht, die in diesem Fall involviert sind. Allerdings ist er eine tragende Figur, ohne die das Buch langweilig wäre. Letzendlich hat er mit seinem Schlußfolgerungen auch immer Recht, was die anderen zähneknirschend eingestehen müssen. Als der Täter gefaßt scheint und eine große Pressekonferenz stattfindet, gibt es in dem Fall nochmal eine dramatische Wende.

Super geschrieben, nachvollziehbar, die Chraktere gut dargestellt, vor allem der von Sebastian. Sehr empfehlenswert.

Das Ende allerdings, als Sebastian einer privaten Spur folgt, ist die Autorin doch etwas über das Ziel hinausgeschossen, da diese Verwicklung doch sehr unglaubwürdig ist.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sensationeller psychologischer Kriminalroman, 28. Oktober 2011
Ein wirklich gelungener Serienauftakt von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt!

Dem Autorenduo ist ein sensationeller schwedischer Kriminalroman gelungen. Ihr erster gemeinsamer Roman ist zugleich der Serienstart zu weiteren Bänden mit dem Kriminalpsychologen Sebastian Bergman.

Ein 16-jähriger Junge wird vermisst und kurz darauf in einem Tümpel von jugendlichen Pfadfindern tot aufgefunden. Gleich zu Beginn läuft in der Ermittlung einiges schief. Experten werden zur Aufklärung gerufen und beginnen mit der Ermittlung. Doch bevor diese richtig anlaufen, stößt der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman zu den Ermittlern, der gerade in der Nähe damit beschäftigt ist, sein Elternhaus zu verkaufen. Auf eigenen Wunsch möchte dieser an dem Fall mitarbeiten. Zunächst noch aus ganz anderen persönlichen Gründen wird er doch auch bald vom Fieber des Falles gepackt und hilft tatkräftig bei den Ermittlungen. Dass Sebastian nicht unbedingt sympathisch bei seinen neuen Kollegen ankommt macht für diese die Zusammenarbeit schwer ist aber für den Leser unglaublich interessant, denn der Kriminalpsychologe, der auch noch versucht mit seiner traurigen und tragischen Vergangenheit zurechtzukommen ist ein Ekelpaket.

Der Schreibstil der beiden Autoren ist sehr flüssig und der Spannungsbogen wird von Beginn des Buches an koninuierlich aufgebaut und bis zum Ende gehalten. Die Geschichte ist sehr glaubwürdig und wird auch so erzählt. Auch die Auflösung ist logisch und psychologisch komplett ausgefeilt.

Dieser Roman ist nicht nur Schweden-Krimifans ein unbedingtes Muss. Auch alle andere Krimifans, vor allem, die die gerne psychologisch ausgereifte Kriminalromane mit klugem Schreibstil bevorzugen, kommen voll auf ihre Kosten!! Wer allerdings einen actiongeladenen Thriller sucht, ist hier fehl am Platz, denn "Der Mann, der kein Mörder war" ist eher ein psychologischer Roman, der zwar die typischen Züge eines Kriminalromans aufweist, aber nicht zwingend nur als Kriminalroman behandelt werden muss.

Fazit ist aber: Hjorth und Rosenfeldt ist ein kluger, psychologischer (Kriminal)-Roman gelungen, der auch gewählte Krimileser und Freunde von psychologischen Romanen anspricht.
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