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Kundenrezensionen

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Ein Mann, der soviel Hass, Brutalität und Erbarmungslosigkeit versprüht hat kein Mitleid verdient. Ein Mann der unter grausamen Bedingungen Frauen zu Prostituierte abrichtet und als Zuhälter fungiert, hat kein Mitleid verdient. Ein Mann, der nicht als grausamen, unbändigen Hass in sich trägt, hat kein Mitleid verdient. Und doch...!?
Und doch verspürt man Mitleid mit dem kleinen sechsjährigen Jungen, dessen Vater ihm in voller Absicht und wegen Lust auf Pein die Hand zerquetscht, die bis heute nicht mehr so richtig will. Man hat Mitleid mit dem Jungen, dessen Mutter unaussprechliche Dinge mit ihm anstellt.
Warum wird ein Mann zum Täter? Warum trägt ein Mann soviel Hass in sich? Sind es immer die Opfer die zu Tätern werden? Mißbrauchs-Bücher gibt es mittlerweile einige, jedoch wer kennt ein Buch, in dem die Mutter den eigenen Jungen verführt, mißbraucht, zu Liebe zwingt, die er nicht will? Wenig, bis kaum. Die Frage bleibt: Warum?
Marquardt erzählt es. Schonungslos, ehrlich, in einfachen Sätzen. Eine Abrechnung. Mit sich, seinem Leben, seiner Mutter. Die übermächtige Mutter. Verzeihen? Nein, das kann er nicht. Wer nimmt es ihm übel? Wurde Marquardt verziehen? Keine Ahnung. Wäre ich betroffen gewesen, ich glaube eher nicht.
Eine hat es getan: 17 Jahre war sie alt, als er sie kennenlernte. Was tut er? Er schickt sie auf den Strich, richtet sie ab. Sie geht. Sie gehorcht. Sie liebt.
8 Jahre kommt er ins Gefängnis. Sie bleibt. Warum? Sie sagt: "Ich wusste immer, dass in Andreas ein anderer steckt. Ich liebe ihn."

Fazit: In einer sehr einfachen Sprache schreibt Marquardt seine Biografie. Im Prinzip wie ihm seine Geschichten einfallen, in einer Art Interview. Allerdings sind die ersten 50 Seiten mühsam, denn es geht hauptsächlich um den Kampfsport. Das zieht sich unglaublich in die Länge: Marquardt der Hero, der Unbesiegbare, der Unbekämpfbare. Jedoch beginnt hier der Abstieg ins Nachtleben. Welch ein Klischee. Doch das Klischee trifft hier hart zu. Er verfällt niemals in den ganz ordinären Text wie Heinz Sobota in Der Minus-Mann. In einige Ausdrücke der Berliner Sprache muss man sich erst einlesen.
Lude(r) = Zuhälter
Poussage = Liebschaft (altertümlich)
Marquardt hat nichts ausgelassen: Kampfsportfanatiker, Geldeintreiber, Schläger, Zuhälter, Frauen-Abrichter... und dennoch war er Mißbrauchsopfer. Dieses Thema kommt erst sehr spät raus. Heftig, ungeschont, ungeschönt.
Ein Leben, dass so nicht jeder gelebt haben will. Normalerweise ist das Gefängnis der letzte Schritt um total abzurutschen. Marquardt hat diese Chance ergriffen - die einzige Chance - die er jemals hatte. Sie? Sie ist heute noch da. Sein Fels in der Brandung. Unbeirrt. Unerreicht.
Lesenswert!
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am 14. Februar 2008
Es ist schon eine Weile her, seit ich das Buch las. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite faszniert. Ja, es IST hart - das deutet der Titel ja schon an. Und natürlich sollte man sich immer wieder hinterfragen, ob man bei einer solchen Lektüre tatsächlich vom Augenöffnen- und Verstehenwollen geleitet wird oder eher einer Sensationslust aufsitzt, die einen eben weiter ins Rotlichtmillieu führt als der sonntägliche "Tatort". Auch kritische Nachfragen, ob der Autor eines solchen Textes wirklich schonungslose Ehrlichkeit im Sinne hat oder eher auf Sex-and-Crime-Schlagzeilen aus ist und für seine eigenen kriminellen Erfahrungen eine öffentlichkeitswirksame Plattform sucht, sollten nicht ausgespart werden. Zu oft wird unterm behaupteten Deckmäntelchen der Aufklärung und Offenheit die Authenzität von Prostitutions-Storys benutzt, um einen besonderen Kitzel und puren Voyeurismus zu bedienen.
Auch Andreas Marquardt mußte sich diesem Verdacht oft stellen. Denn streckenweise blitzt denn doch sowas wie Stolz aus seinen Beschreibungen hervor, wie er mit sicherer Hand so manche Dame "zur Hure machte, ohne daß sie es merkte", als "harter Kerl" seine Mädels abrichtete und im Gewerbe seinen Mann stand.
Andererseits... ich kann es mir tatsächlich vorstellen, daß es in dieser Subkultur eben SO funktioniert. Wie ein männlicher Rezensent - Fritz Wollny - hier vor mir zugab, daß es ihn durchaus erregte, diese Huren-Abrichtungen literarisch mitzuverfolgen... Und wie diese "Schlampen" für ihn plötzlich zu menschlichen Schicksalen wurden...
Ja. Sowohl die Kerle, die als Luden da landen, jagen einer Selbstbestätigungssehnsucht hinterher, als auch die Frauen und Mädchen, die meist zu spät und zerstört "erwachen".

Das Wertvolle für mich ist das Erleben, daß es sich auch da überall "nur" um Menschen handelt. Mit ihren bitteren Geschichten, Hoffnungen, Sehnsüchten. Die von M. beschriebenen harten Kerle sind ja keine Außerirdischen, sondern fühlende Wesen, die irgendwie SO geworden sind.

Dafür, daß er SO geworden ist, hat er im Knast gesessen. Zu Recht, und das gibt er auch zu. Ebenso, daß das wohl keiner der auch durch ihn zerstörten Frauen in irgendeiner Form gerecht wird. Daß das, was er tat, irreperabel und nicht zu entschuldigen ist.

Frappierend nur, daß ausgerechnet die Frau, wegen der er dann im Knast gelandet ist, ihn eher aus Rache dem Gesetz auslieferte. Aus Machtkampf.
Dennoch wird es deutlich, daß es (wiederum frappierenderweise) für M. der entscheidende "Bruch" war, um über sein Leben nachzudenken. Und die Strafe als solche anzunehmen.
Und das unglaubliche Glück, daß eine seiner Opfer-Frauen ihm ins Leben zurück helfen konnte. Diese Frau bewundere ich zutiefst!

Ich halte das Buch für ehrlich. Mit seiner Faszination für die dunkle Seite, der Schilderungen des Entsetzlichen, der Hintergründe... und der Dankbarkeit für die Chance eines Neuanfangs, die viele der Opfer nicht haben. Das betont Marquardt oft. Er bleibt damit schuldig. Aber er nimmt diese Vorgänge aus dem Fiktiven und macht sie menschlich, im Sinne von nachfühlbar. - Genauso wie mein Vorrenzensent zum Luden könnte ich zur Hure werden, wenn die Vorzeichen für mich so stünden wie für so viele. Die Abgründe sind in uns. In jedem. Mit diesen Dämonen werden wir nur fertig, wenn wir sie anerkennen und benennen.
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am 15. März 2012
Alles im Leben des Zuhälters 'Karate-Andi' muss akkurat und perfekt sein. Eine Szene, die die Tragik seiner Geschichte auf den Punkt bringt, ist das Weihnachtsgeschenk, das ihm eine seiner Prostituierten macht: Sie schmückt den Weihnachtsbaum mit phantasievoll gefalteten Hunderten. Nach den Feiertagen nimmt er den Baumbehang ab, bügelt die Geldscheine sorgfältig und legt sie in den Schuhkarton zu den anderen gebügelten Scheinen. Disziplin, Ordnung und Perfektion sind die Triebwerke, die sein Leben bestimmen. Andreas Marquardt ist sieben Jahre alt, als seine Mutter mit den sexuellen Übergriffen beginnt und ihn wie die Speispinne im Netz ihrer Lebenslügen gefangen hält. Nacht für Nacht spuckt sie ihre klebrigen, lähmenden Spinnfäden auf ihr Opfer, tackert ihren Sohn wie eine Beute ans Bett und bringt ihm die Technik ihrer sexuellen Wünsche und Vorlieben bei. Als Pubertierender kann er das Perfide nur noch aushalten, wenn er ihr gibt was sie will. Und er schweigt, denn seine Glaubwürdigkeit ist gelähmt und er ist gefangen im Netz der Zerstreuungen. Als Erwachsener führt er fort, was er lernte: Nun webt er seine Fäden, umgarnt die Frauen und tackert seine Beute auf den Straßenstrich. Sind sie im Netz, müssen sie ihm geben, was er will.
Hier schließt sich der Teufelskreis: die Mutter schult das Kind zum Liebhaber, später schult und perfektioniert er die Prostituierten dahingehend, jeden Handgriff am Freier gewinnbringend einzusetzen. Karate-Andi wiederum bügelt zwanghaft die Falten aus seinen Zuhältereinnahmen um den innerlich geknickten Andreas Marquardt nicht sichtbar werden zu lassen.

Können Mütter (Frauen), die sich an (ihren) Kindern vergehen nicht vorstellen, dass schon allein ein inzesthaftes Klima eine Bannmeile verursacht, in der eine menschliche Entwicklung keine Chance mehr hat?
Wie soll man denn nach solchen Erlebnissen eine Beziehung aufbauen, die mit Vertrauen, Verantwortung, Sicherheit und Treue zu tun hat? Antwort gibt das Kapitel 'Cholera oder Pest'. Eine normale Entwicklung klappt bei solch' einer Mutter nicht. Sie hat die Tür zum Teufelskreis geöffnet, jede ihrer weiteren inzesthaften Handlungen trennt ihren Sohn von künftig normaler Beziehungsaufnahme. Aber trotzdem gibt es Hoffnung: die gewissenlose Selbstbedienung am Sohn lähmt, sie tötet nicht. Speispinnen sind kurzsichtig, sie können keine langen Fäden spinnen.

Das Buch ist spannend geschrieben, ich hatte es nach 12 Stunden durch und brauchte drei Tage, um es aus dem Kopf zu kriegen. Faszinierend ist die klare und eindeutige Lebensgeschichte, alles ist wie es ist und komplizierte Verhaltensweisen sind logisch auf den Punkt gebracht. Da es in Zusammenarbeit mit seinem Therapeuten Jürgen Lemke entstand, fiel mir beim Lesen oft der Begriff 'Tatortreiniger' ein. Einen normal aufgewachsenen Menschen überfordert eine Begegnung mit den Karate-Andis dieser Welt. Kaum jemand wagt einen Blick in die Pforten des Teufelskreises, denn dort sieht man blutverschmierte, von Maden zersetzte und verwest riechende Kinderseelen. Hier braucht es einen 'seelischen Tatortreiniger', der mit Spezialputzmittel agiert und dem es gelingt, den von der Mutter verursachten Dreck nach und nach zu säubern, den Verwesungsgeruch zu neutralisieren und menschliche Beziehungsgeflechte gemeinsam mit dem Opfer/Täter an einen ordentlichen Platz zu räumen.

Gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die ihren Teufelskreis durchbrechen. Dazu gehört Mut zur Schwäche und das kostet Kraft. Jeden Tag aufs Neue.

Eine Empfehlung an Frauen mit Gewalterfahrungen, sie erhalten in dem Buch 'Härte' einen Einblick in die bösartige Denke eines gewalttätigen Mannes und verlieren vielleicht an Blauäugigkeit. Eine Empfehlung an Fachkräfte und Öffentlichkeit, sich endlich eingehender mit der Thematik 'Missbrauch durch Mütter' zu befassen und betroffene Kinder vor ihren Müttern zu schützen.
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am 29. Juni 2012
In diesem erschütternden und bewegenden Buch schildert Andreas Marquardt die brutale Gewalt seines sadistischen Vaters und sehr detailliert die jahrelange sexuelle Ausbeutung durch seine Mutter. Die für lange Zeit vom ehemaligen Kind nicht erkannten und an ihm begangenen Verbrechen, der Missbrauch seines kindlichen und unschuldigen Vertrauens sowie die verdrängten Demütigungen durch beide Elternteile fanden beim späteren Erwachsenen ein Ventil in eigener Gewalttätigkeit. Diese verheerenden Folgen für sein Leben als Erwachsener verschweigt der Autor nicht und berichtet auch darüber in überwältigender und schonungsloser Offenheit.

Es geht nicht um Täterschutz. Der Autor sieht sich selbst in der Verantwortung für seine eigenen Verfehlungen; für seinen erlittenen Schmerz will er kein Mitleid.
Es geht vielmehr darum, wachzurütteln und aufzuzeigen und auf die Ursachen von Gewalttätigkeit aufmerksam zu machen. Und das gelingt dem Autor sehr eindringlich.

Andreas Marquardt hat - wie leider nur sehr wenige - die Fähigkeit, seine Verdrängungen aufzuheben, das Leiden und die Einsamkeit des Kindes, das er einst war, zu erkennen und den Missbrauch zu artikulieren. So hat er die Möglichkeit gefunden, seine Erfahrungen besser zu verarbeiten und damit seine Einstellung zu Gewalt entscheidend zu verändern.

Mit der Veröffentlichung seiner Geschichte bricht der Autor ein Tabu - es darf nicht länger ein streng gehütetes Geheimnis bleiben, was Eltern ihren Kindern antun und welche Konsequenzen dies für die Kinder und die späteren Erwachsenen hat. Er gibt dem Leser hiermit ein wertvolles Instrument in die Hand. Sein Bericht ist eine Ermutigung, auch sich selbst und seine eigenen Handlungen in Frage zu stellen und nach Ursachen zu forschen, was zu hilfreichen Erkenntnissen und Einsichten und damit zu bemerkenswerten Veränderungen führen kann.

Andreas Marquardt hat es sich inzwischen zur Aufgabe gemacht, Kinder in der Wahrnehmung ihnen zugefügter Demütigungen und Misshandlungen zu sensibilisieren, damit sie nicht in Verdrängung und Gewalt flüchten müssen, und setzt sich entschieden und nachhaltig für die Belange von missbrauchten und bedürftigen Kindern ein.

Eine authentische Lebensgeschichte und ein sehr lesenswerter Bericht!
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am 24. März 2011
O.K. man könnte hier jetzt ein paar Schwächen des Buches erwähnen, insbesondere die kaum nachvollziehbare Struktur und die Tatsache, dass er zwar alles sachlich beschreibt und erklärt aber offensichtlich nichts bereut. Trotzdem locker 5 Sterne, weil:

Es hat wohl noch niemals sonst jemand mit seinem Hintergrund so offen sein Leben und die tiefsten Abgründe seiner Seele beschrieben. Nebenbei bemerkt: er lässt uns auch in die Tiefen von Spiessigkeit und sexuellen Realitäten einen tiefen Blick werfen, indem er der sogenannten normalen Welt den Spiegel hinhält. Denn er beschreibt sehr wohl genauso direkt die Bedürfnisse seiner Frauen, das Verhalten der vielen Freier und wie sehr er die Welt verachtet hat - und warum. Und wie und warum sein Milieu so funktioniert wie es funktioniert. Eine spannende Frage bleibt natürlich, inwieweit die durchaus plausiblen Gründe für seinen Frauenhass, seine Kälte und Gewaltbereitschaft tatsächlich zwingend waren. Was wäre wohl in Grünewald in einem intakten Elternhaus aus ihm geworden? Oder war in seinem Leben tatsächlich nur die Wahl zwischen seinem Leben und dem Suizid bzw. den unseligen Drogenkarrieren, die in seinem Umfeld die Regel waren?

Was nach der Lektüre bleibt ist sehr viel Nachdenklichkeit. Denn das Buch hat eine einzigartige Komponente: der Mut, dass jemand, der sich anscheinend immer noch auch über seine Stärke und Härte definiert, den Missbrauch durch die eigene Mutter so offen beschreibt, ist schlicht bewundernswert. Ich gönne Herrn Marquardt von ganzem Herzen, dass er seinen Weg in ein normales Leben gefunden zu haben scheint. Und ich bewundere die Frau, die es geschafft hat, eine Kerbe in den Panzer zu schlagen und so lange an das Gute in ihm zu glauben, was jetzt hoffentlich dauerhaft gewonnen hat.

Extrem empfehlenswert, allerdings nur für Leute, die mit den geschilderten tiefen Abgründen von Gewalt und Sexualtität leben können.
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am 11. März 2014
Ich kenne Andi Marquardt von früher, nicht eng befreundet, nur einige Male im Fitnessstudio und im Schwimmbad. Ich kannte ihn nicht so, sondern als netten Kumpel. Umso ehrlicher sein Buch, vielleicht glauben ihm viele einige Dinge nicht, ich schon und beachtenswert, was er heute tut, Kindern und Jugendlichen, die schon mit ihrer Geburt keine Chance auf ein normales Leben haben, zu helfen.
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am 18. Oktober 2015
Dieses Buch ist insofern interessant, dass es xum einen Einblick in eine Welt gibt, die den meisten von uns verschlossen bleibt: die Zuhälterei. Auch habe ich mich gefragt, wer die nötige Brutalität für diesen Metier mitbringt. In diesem Buch habe ich eine mögliche Antwort gefunden, die als Katalysator wegen Missbrauch in der Kindheit verwendet wurde. Der Stil ist sehr einfach geschrieben. Letzendlich ist es die Liebe einer Frau, die Marquardt als Mensch nicht aufgegeben hat, den Weg zu sich selber zu suchen, die Ursprünge seiner Aggression. Dies macht Hoffnung wieviel die Liebe letzendlich bewegen kann. In einer Reportage habe ich Marqurdt erleben dürfen und er wirkt wie ein anderer Mensch. Demütig, dankbar und er scheint den Frieden in sich gefunden zu haben.
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am 26. Oktober 2013
Dieses Buch plaudert auf unschöne Weise aus dem Nähkästchen des Rotlichtmilieus. Wichtigste Regel: Denk nur an Dich selbst, setz Dir Deine Ziele, sei skrupelos, abgebrüht und brutal. Frauen sind nur ein Mittel zum Zwek - sie haben es nicht anders verdient.

Mit dieser Masche hat Andreas Marquardt Erfolg. Er ist darüberhinaus bestens auf die Klopperei der Zuhälterei vorbereitet, denn er ist einer der weltbesten Kampfsportler im Vollkontakt-Karate, einer extrem harten Disziplin. Auf ihn wettet auch das Berliner Millieu und dort werden immer harte Typen gebraucht. So fängt Marquardt als Eintreiber an und verdient dabei schon saftig. Dann geht er gezielt auf schwache, eher schüchterne Frauen los und richtet die auf eine ziemlich inhumane und brutale Art für den Strich ab. Seine Masche ist dabei denkbar einfach: Du und ich, wir brauchen das Geld, wir werden irgendwann all unsere Träume erfüllen. Aber: Wenn Du mit mir zusammen sein willst, musst auf dem Strich für mich gehen.

Die Frauen arbeiten in Wirklichkeit für Marquardt und werden manchmal von ihm noch sexuell ordentlich zur Sache genommen, weil er selber eine gestörte Sexualität hat und nur durch die Erniedrigung von Frauen seinen Spaß habe kann. Das schreibt er alles selber und steht zu diesem Leben. Dass Marquardt ein Fall für den Psychater ist, ist ihm lange nicht bewusst, aber das Leben teilt jetzt wiedfer an ihn aus: Es fängt mit dem Ende seiner extrem langen Kampfsportkarriere an und endet im Gefängnis, wo ihn am Ende die Berliner Justiz und Polizei haben will, was bei seinen Vorgehensweisen auch kein Wunder ist. Nasch meinem Wissen ist Marquardt der einzige Zuhälter, der den Mut hatte, sein Leben schonungslos abzubilden und nichts zu beschönigen. P.S. Wer selber gerne zu Prostituierten geht, der sollte den Abschnitt lesen, wie Marquardt über Freier denkt und wie er die Frauen auf die Psyche der Kunden abgerichtet hat. Es geht hier nur ums Geld und das landet in der Tasche des Zuhälters. Die hamburger Prostituierte Domenica sagte ein Mal, dass 80 Prozent der Prostituierten im Alter beim Sozialamt landen, kein Wunder, denn das Geld haben die Zuhälter schon längst ausgegeben.
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am 7. November 2012
Hut ab vor Herrn Marquardt. Hier ist ein Mann, den jahrelang Furchtbares gequält hat. Das hat ihn - auch wiederum jahrelang - zu einem äußerst gefährlichen Gewalttäter, Zuhälter und Kotzbrocken werden lassen.
Wäre er zu diesem Zeitpunkt verstorben - kein Mensch hätte ihm eine Träne nachgeweint. Mit Recht.

Doch jetzt ereignet sich eine erstaunliche Wandlung:

Im Gefängnis zieht der hochintelligente Karatemeister Bilanz. Und stellt fest, dass er sein bisheriges Leben auf einem Irrweg war. Zum ersten Mal stellt er sich seinen inneren Dämonen.
Er lässt zu, dass ihn die Zuneigung einer selbstlosen Frau innerlich berührt - bisher gab es für ihn keine Liebe, zu groß das Risiko in seiner Kill-Or-Get-Killed- Welt.

Obwohl ihm ein Wiedereinstieg in das Milieu ohne Weiteres wieder die schnelle Mark (bündelweise!) eingebracht hätte, vollzieht er in typischer Manier einen U-Turn: Gnadenlos sich selbst gegenüber.
Unter erheblichen finanziellen Einbußen beginnt er auszumisten. Seelisch und beruflich wird er "clean".

Herrn Marquardts Schneid, seine Gnadenlosigkeit beim Beschreiten eines sauberen Lebenswegs und in der Darstellung seiner schwierigen Biografie sind bewegend und imponierend.
Genauso beeindrucken seine Leistungen als Kampfsportler (härter selbst als Mas Oyama, was Insidern etwas sagen wird), als umsichtiger Trainer und ehrlicher Freund und Helfer seiner Schüler.

Die Ehrlichkeit, die hier zum Ausdruck kommt, haut einen um. Die Möglichkeit, dass sich ein Mann aus freier Entscheidung so wandeln kann, kann einem den Gottesglauben zurückgeben.

Noch eins zum Geleit: Marquardt wird niemals naiv,süßlich oder selbstverherrlichend (wie das bei so mancher englischsprachigen "Tough-Guy"- Autobiografie der Fall ist).
Das hier ist knallharte Realität, kein kastrierter seichter Massenmarktwälzer (Minderjährige: Finger weg!).
Auffällig intelligent analysiert Marquardt sich und seine Umwelt - knochentrocken, "mit Berliner Schnauze".

Mein Kompliment weiterhin an Mit-Autor Jürgen Lemke, der dieses Buch erst möglich machte.
Meine besten Wünsche für Sie, meine Herren.
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am 15. Februar 2012
Das Buch 'Härte', welches ich gleich nach seinem Erscheinen im Januar 2007, betroffen vom Schicksal des Gewalttäters Marquardt, verschlungen habe, hat in mir Fragen aufgeworfen, über die ich gerne diskutiert hätte. Marquardts Geschichte war und ist für mich mehr als eine harte Biographie eines harten Typen, hart erzählt, schwer zu schlucken. Es ist ein Sachbuch, das nach mehr fragt, als nach dem Konsum einer brutalen Lebensstory.
Erneut nahm ich das Buch in die Hand, nachdem ich einen Beitrag bei Stern TV mit A. Marquardt und seinem Therapeuten gesehen habe.
Gerade mich als Frau, hat die Darstellung der Mutter Marquardts, die Art und Weise, wie sie sich in die Seele des Jungen einschleicht und ihn auf perfideste Weise für ihre Zwecke manipuliert und missbraucht, am tiefsten erschüttert. Wenn es eine Kritik an dem Buch gibt, dann die, dass dieser Abschnitt im ersten Drittel des Buches sinnvoller gewesen wäre. Die Aufklärung für seinen Frauenhass kam für mich leider sehr, sehr spät.
Diese Form des mütterlichen, emotionalen und sexuellen Missbrauchs (welcher in meinen Augen ein ebenso zentraler Aspekt in dem Buch Härte darstellt, wie Marquardts späteres, von Rache angetriebenes Zuhälterleben) ist genauso gewalttätig, wie der spätere Marquardt - nur anders verpackt und im Schutz des stillen Kämmerleins, was aus meiner Sicht symbolisch für die Verdrängung des Themas 'Missbrauch durch Mütter' in unserer Gesellschaft steht.
Soweit ich Diskussionen zum Buch 'Härte' mitverfolgt habe, ging es darin immer nur um die Person Marquardt, die in ihrer Brutalität fasziniert und zugleich abstößt. Vom Narzissmus der Mutter, die ihren Sohn selbstsüchtig missbraucht und den Samen der Gewalt, der Verachtung und der Rache in ihm pflanzt, spricht kaum jemand.
Marquardt wird doch nur so extrem brutal, weil er die Gewalt, die er als Kind erfahren hat, später als Erwachsener wieder nach außen abgibt. Er wählt ' ich sage bewusst wählt, denn als Erwachsener habe ich die Wahl - Formen männlicher Gewalt, die am Ende immer in der Selbstzerstörung enden. Blinde Wut, ob nach außen, oder nach Innen gerichtet, zerstört immer.
Ich frage mich heute, fünf Jahre nach erscheinen des Buches, wo sind die Frauen, die feministischen Verbände, Frauenrechtlerinnen, Politikerinnen und Psychologin-nen, die dieses aufrüttelnde Buch als Diskussionsgrundlage nehmen, um gesell-schaftliche Veränderungen anzuschieben, und einen Bewusstseinsprozess zum Thema 'Frauen als Täterinnen' ins Leben rufen?
'Härte' ist ein schonungsloses Buch, dass wach machen sollte, ein harter Brocken Wirklichkeit, der in Deutschland noch immer niemand ins Auge schauen möchte.
Ich fühle mich mit diesen Brocken alleine gelassen, und wünsche mir - damit das Buch durch die richtige Brille, im richtigen Kontext gelesen werden kann -, eine Art Erklärung am Anfang des Buches, auf was diese brutale Geschichte abzielt. Damit es eben nicht nur konsumiert wird, sondern bei den Lesern mehr hinterlässt, als Erstaunen, Ekel, Ablehnung, Faszination und am Ende wieder Vergessen.
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