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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ergreifende Zeitgeschichte!
Wibke Bruns Meines Vaters Land Econ Verlag München ISBN 3 430 11571 X
Das ist eines der spannendsten Bücher über die Zeit vor und nach dem Beginn des Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg, das ich bisher gelesen habe.
Wibke Bruns bekommt zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens den Anstoß, den Vorfahren ihres Vaters und ihrer...
Am 14. März 2004 veröffentlicht

versus
40 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vorsicht Zeigtefinger
Die Geschichte ist gut. Es geht um die traditionsreiche Industriellenfamilie Klamroth in Halberstadt; Großbürgermilieu mit Anwesen - Haus, Hof, Garten, Gesinde -, viel Geld und vielen Kindern. Die jeweiligen Familien-Patriarchen gehören seit Generation zur Elite Halberstadts, hochangesehen, politisch immer korrekt, zunächst königs- und...
Am 19. Juni 2005 veröffentlicht


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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ergreifende Zeitgeschichte!, 14. März 2004
Von Ein Kunde
Wibke Bruns Meines Vaters Land Econ Verlag München ISBN 3 430 11571 X
Das ist eines der spannendsten Bücher über die Zeit vor und nach dem Beginn des Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg, das ich bisher gelesen habe.
Wibke Bruns bekommt zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens den Anstoß, den Vorfahren ihres Vaters und ihrer Familiengeschichte nachzuspüren.
Erfahren will sie aber vor allem , wer und wie ihr Vater war, was er mit den Nazis zu schaffen hatte, und warum er nach dem Attentat auf Hitler im Juli 1944 verurteilt und hingerichtet wurde. Sie war bei Kriegsende als jüngste von fünf Geschwistern noch ein kleines Kind, das versorgt wurde und die tiefen Spuren der Verwüstung und der menschlichen Dramen, die sich damals abgespielt haben, nicht bewußt erinnern konnte.
Nicht zu Unrecht wird die Familiengeschichte der Klamroths mit der Familiengeschichte der Buddenbrooks verglichen.
Mit ihrer Familiengeschichte, beginnend mit der Firmengründung um 1790, erfahren wir viel über die Entwicklung und das Leben einer Großbürgerfamilie in Halberstadt zu Zeiten der Gründerjahren und zur Zeit Kaiser Wilhelms.
Fein dargestellt werden die guten Tage, der Reichtum, die Verbindungen,die man pflegte, der gesellschaftliche Umgang und die Eheschließungen; man erfährt über den Familienzusammenhalt und die Gebräuche im Verhältnis der Geschlechter und Generationen untereinander.
Wahrlich immer spannender wird die Geschichte mit dem Ende des ersten Weltkriegs, Übergang zum Beginn der Naziherrschaft, später der zunehmenden Repression auf die Bürger, der politischen Verfolgung anders Denkender und schlußendlich der Judenverfolgung-und Vernichtung und dem Vernichtungskrieg im Osten. Parallel dazu verläuft der wirtschaftliche und familiäre Niedergang der Firma . Die Mutter meistert diesen Niedergang und die Kriegs-und Nachkriegszeit derart, wie viele sich aus eigenem Erleben an diese Zeiten erinnern werden.
Intensiv beschäftigt sich W.Bruns mit ihrem Vater als Kind, Heranwachsendem und Mann. Sie ist schonungslos offen in ihren Beobachungen, die den Vater nicht immer im besten Licht erscheinen lassen. Sie bleibt distanziert, wo es erforderlich ist, um seinen Charakter zu beschreiben. Daß sie die Mutter erst spät mit neutralerem und klaren Blicken sieht, ist eines der Merkmale, daß das Buch so sympathish macht: W.B. ist sehr aufrichtig. Niemand wird verherrlicht oder nur runtergemacht; es geht alleine um die Suche nach Wahrheit!
Wibke Bruns ist neben dieser persönlichen Wahrheitssuche ein hervorragendes Dokument der Zeitgeschichte gelungen. Imponiert hat mir, mit welcher Akribie sie ihre Familie und ihre Eltern beobachtet hat, recherchiert aus Briefen und Dokumenten, Tagebuchaufzeichnungen und Berichten. Sie bleibt objektiv, distanziert, als spräche sie über beliebige Personen, um dann doch wieder mit töchterlichen Einwürfen des Erstaunens oder der Entrüstung ihre Beziehung zu den Eltern herzustellen. Im Prolog und Epilog stellt sie ihre persönlichen Bindungen an die handelnden Personen dar.
Ergreifend ist am Ende die Versöhnlichkeit, mit der sie bei aller kritischen Beobachtung ihre Eltern als ihre Eltern annimmt.
Cl.Borries!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Vater unter vielen, 16. März 2007
Von 
Thomas Dunskus (Faleyras, France) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Man muss die Autorin und ihren Mut bewundern, sich nicht nur mit dem ehrbaren Nachzeichnen der Geschichte Ihre Familie zu befassen, sondern vor allem die Persönlichkeit des ihr so völlig unbekannten Vaters (HG) aus den vorhandenen schriftlichen Quellen herauszuarbeiten, denn dabei ist sie ohne Zweifel auf erschreckende Erkenntnisse gestoßen. Eine solche Arbeit ist entfernt vergleichbar mit Bernhard Schlinks Suche nach Vätern aller Art, wie sie in seinem jüngsten Buch "Die Heimkehr" beschrieben wird.

Neben der in allen ihren guten und schlechten Eigenschaften wiederhergestellten Gestalt des Vaters wird uns auch die andere Hauptperson dieser Familiensaga, Else, Mutter von Wibke Bruhns, eingehend geschildert. Die ungeheure und ständig wachsende Belastung durch die Kriegsereignisse, durch die damit verbundenen politischen Umstände und durch die familären Verhältnisse haben sie bis in den Zusammenbruch ihrer Persönlichkeit getrieben; nur der Wille, zum Wohle der ihr anvertrauten Menschen weiterzumachen und das uns allen innewohnende Trägheitsmoment haben es ihr ermöglicht, sozusagen das rettende Ufer der Nachkriegszeit zu erreichen. Rudyard Kipling sagt dazu: "'and so hold on when there is nothing in you except the will'". Danach konnte sie nur noch als versteinertes Abbild ihrer einstigen Persönlichkeit weiterleben - vielleicht so, wie das ganze deutsche Volk mehr als fünf Jahrzehnte brauchte, um sich aus den Wirren der ersten 50 Jahre des hinter uns liegenden Jahrhunderts herauszuarbeiten.

Wibke Bruhns gehört einer Generation an, welche das Ende der Zeit, die hier beschrieben wird, kaum noch erlebt hat; sie hat sich und uns eine umfangreiche aber nie langweilige Beschreibung aus erster Hand beschert. Dem nachgeborenen Leser macht sie einen für uns Deutsche wesentlichen Teil der turbulenten Geschichte des 20. Jahrhunderts besser begreiflich. Dies sollte uns allen helfen, eine abgeklärtere Stellung zu den Ereignissen der Gegenwart zu beziehen, denn die heutigen Probleme liegen zwar geographisch und sachlich anders, sind aber mindestens ebenso kompliziert, wie es die Weltlage in der ersten Hälfte des vergangenen Säkulums war.

Damals wurdeauf alen Seiten versucht, die verfahrene politische Lage mit Schwerthieben wieder ins Reine zu bringen. Die Ergebnisse in Bezug auf Menschen, Dinge und Ideen waren katastophal, auch für die meisten der Sieger; heute sind die vorhandenen Mittel der Gewalt unvergleichlich größer und man kann nur hoffen, dass sie nicht angewendet werden.

Von Ihrem Nachkriegsstandpunkt aus schildert uns die Autorin, sich auf den Familienpapieren gründend, mit vielen Einzelheiten die Zeit, Ihrer Eltern und Großeltern, insbesondere auch die Jahre des 1. Weltkriegs und das darauf folgende bewegte Jahrzehnt. Was vielleicht irgendwo zu kurz kommt - möglicherweise weil es sich im Umfeld der Familie nicht so krass abgespielt hat - ist das Thema des Bolschewismus und die sich daraus für die westlichen Länder ableitenden Gefahren. Diese waren ja ungleich größer als die Bedrohung, die heute im islamischen Fundamentalismus gesehen wird, denn hinter dem Linksextremismus stand ja ein riesiges und reiches Land mit einem sturmbereiten jungen Volk, dessen Führer und seine Anhänger weltweit sich von Anfang an die Weltrevolution zum Ziel gesetzt hatten ' wie würde man heute in unserem Teil der Welt darauf reagieren?

Auch jemand wie der Rezensent, der ein paar Jahre älter ist als die Autorin, kann aus diesem Buch neben einer tieferen Einsicht in menschliche Seelen neue Erkenntnisse in historischer Beziehung gewinnen: steht da nicht auf S. 300, es habe während der Zeit der deutschen Besetzung Dänemarks eine amtierende britische Botschaft in Kopenhagen gegeben? Wie bitte? Hitler hätte einen Vorposten des Feindes in einem Lande geduldet, das er, wie ja auch den Rest Europas und möglicherweise der Welt, sich zu beherrschen angeschickt hatte?

Anderswo im Buch lesen wir (ich find's nicht so schnell), Deutsche hätten in einer fortgeschrittenen Phase des Krieges die Möglichkeit gehabt, und zwar nicht nur hinter verschlossenen Türen, den amerikanischen Film "Ninotschka" zu sehen - hää? Die Hauptdarstellerin Greta Garbo war ohne Zweifel reinarisch, die Leute dahinter - Ernst Lubitsch, Billy Wilder, Louis B. Mayer - bekanntermaßen nicht; man kann daraus nur schließen, diese gutmütige Persiflage des sowjetischen Lebens und die fröhliche Darstellung der Verhältnisse in Amerika hätten Goebbels so gut gefallen, dass er über andere Dinge hinwegsah - so streng waren die Bräuche damals in Deutschland anscheinend manchmal eben doch nicht.

Auch die Erwähnung der Tatsache, dass sich Vater HG an die Ostfront - wenn auch in einem verschlossenen Umschlag, damit's keiner merkt - von Halberstadt (!) aus die Berlingske Tidende zuschicken ließ, regt zum Nachdenken an: was durften die Dänen denn seinerzeit in ihren Zeitungen lesen, das den Deutschen nicht auch zugänglich gewesen wäre?

Ansonsten führt uns das Buch auch vor Augen, mit was für Problemen sich HG als Abwehroffizier an der Ostfront herumschlagen musste, insbesondere bei der Bekämpfung von Partisanen - um solche Leute rechtlos zu machen, nennt man sie heute Terroristen oder feindliche Kombattanten - und was ihm für Mittel zur Verfügung standen, diejenigen zu retten, die er vom Bolschewismus abwenden zu können hoffte.

Erstaunliches tritt auch in Bezug auf die Verhältnisse in Deutschland zutage, das uns am monolithischen Bau der hitlerschen Macht zweifeln lässt, selbst im Zusammenhang mit den hingerichteten Verschwörern vom 20. Juli, zu denen ja auch HG gehörte: seiner Frau wurde später seitens der SS mitgeteilt (S. 387), dass die ursprünglich durchgeführte Beschlagnahme ihres Vermögens ein Versehen war, das dann korrigiert wurde, ja, es wurde ihr sogar eine Rente samt Ausgleichszahlung zugesagt.

Merkwürdigerweise findet die Autorin so etwas "monströs" - warum eigentlich? Die Angelegenheit ist so bezeichnend für die diffizilen Verhältnisse im 3. Reich und vielleicht auch für den Unterschied zwischen einer Revolution und einer Machtergreifung, wie es die vor Gericht verlorenen Prozesse der Gestapo bei der Beschlagnahme jüdischen Besitzes in der Kriegszeit sind (nachzulesen in dem Buch "Der entsiedelte Jude" von Susanne Willems).

Solche und ähnliche moralischen Urteile vom sicheren Port der heutigen Zeit aus finden sich mehrfach, sie sind eigentlich überflüssig und ärgern den Leser ein wenig - so flapsig hat man nur als junger Mensch manchmal geurteilt - aber sie sind verzeihlich, sind erklärlich aus der Vergangenheit der Autorin und sind begreiflich aus der Zeit, in der sie aufwuchs.
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46 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringliche Vergangenheit, 6. März 2004
"Meines Vaters Land" von Wibke Bruhns ist ein faszinierendes Buch. Dank eines außergewöhnlich umfangreichen und gut erhaltenen Familiennachlasses stellt die Autorin die Geschichte ihrer großbürgerlichen Familie dar ( = die Buddenbrooks von Halberstadt) Der Grund für ihr aufwändiges Quellenstudium:
Sie will ihren Vater kennenlernen, der - obwohl NSDAP-Mitglied seit 1933 - im Umfeld des 20. Juli 1944 als Verschwörer in Plötzensee gehängt wird. Wibke Bruhns ist zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre alt und hat wegen des Krieges ihren Vater kaum gesehen.
Das Buch ist ein "Muß" für den historisch interessierten Leser, der die politische Entwicklung Deutschlands ganz konkret, ganz lebendig, ganz überzeugend am Beispiel authentischer Personen erlebt.
Ein bemerkenswerter Beitrag unter der Überschrift: "Eine Vergangenheit, die nicht vergeht"
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichtsforschung einmal anders!, 22. März 2004
Das ist eines der spannendsten Bücher über die Zeit vor und nach dem Beginn des Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg, das ich bisher gelesen habe.
Wibke Bruns bekommt zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens den Anstoß, den Vorfahren ihres Vaters und ihrer Familiengeschichte nachzuspüren.
Erfahren will sie aber vor allem , wer und wie ihr Vater war, was er mit den Nazis zu schaffen hatte, und warum er nach dem Attentat auf Hitler im Juli 1944 verurteilt und hingerichtet wurde. Sie war bei Kriegsende als jüngste von fünf Geschwistern noch ein kleines Kind, das versorgt wurde und die tiefen Spuren der Verwüstung und der menschlichen Dramen, die sich damals abgespielt haben , nicht bewußt erinnern konnte.
Nicht zu Unrecht wird die Familiengeschichte der Klamroths mit der Familiengeschichte der Buddenbrooks verglichen.
Mit ihrer Familiengeschichte, beginnend mit der Firmengründung um 1790, erfahren wir viel über die Entwicklung und das Leben einer Großbürgerfamilie in Halberstadt zu Zeiten der Gründerjahren und zur Zeit Kaiser Wilhelms.
Fein dargestellt werden die guten Tage, der Reichtum, die Verbindungen,die man pflegte, der gesellschaftliche Umgang und die Eheschließungen; man erfährt über den Familienzusammenhalt und die Gebräuche im Verhältnis der Geschlechter und Generationen untereinander.
Wahrlich immer spannender wird die Geschichte mit dem Ende des ersten Weltkriegs, Übergang zum Beginn der Naziherrschaft, später der zunehmenden Repression auf die Bürger, der politischen Verfolgung anders Denkender und schlußendlich der Judenverfolgung-und Vernichtung und dem Vernichtungskrieg im Osten. Parallel dazu verläuft der wirtschaftliche und familiäre Niedergang der Firma . Die Mutter meistert diesen Niedergang und die Kriegs-und Nachkriegszeit derart, wie viele sich aus eigenem Erleben an diese Zeiten erinnern werden.
Intensiv beschäftigt sich W.Bruns mit ihrem Vater als Kind, Heranwachsendem und Mann. Sie ist schonungslos offen in ihren Beobachungen, die den Vater nicht immer im besten Licht erscheinen lassen. Sie bleibt distanziert, wo es erforderlich ist, um seinen Charakter zu beschreiben. Daß sie die Mutter erst spät mit neutralerem und klaren Blicken sieht, ist eines der Merkmale, daß das Buch so sympathish macht: W.B. ist sehr aufrichtig. Niemand wird verherrlicht oder nur runtergemacht; es geht alleine um die Suche nach Wahrheit!
Wibke Bruns ist neben dieser persönlichen Wahrheitssuche ein hervorragendes Dokument der Zeitgeschichte gelungen. Imponiert hat mir, mit welcher Akribie sie ihre Familie und ihre Eltern beobachtet hat, recherchiert aus Briefen und Dokumenten, Tagebuchaufzeichnungen und Berichten. Sie bleibt objektiv, distanziert, als spräche sie über beliebige Personen, um dann doch wieder mit töchterlichen Einwürfen des Erstaunens oder der Entrüstung ihre Beziehung zu den Eltern herzustellen. Im Prolog und Epilog stellt sie ihre persönlichen Bindungen an die handelnden Personen dar.
Ergreifend ist am Ende die Versöhnlichkeit, mit der sie bei aller kritischen Beobachtung ihre Eltern als ihre Eltern annimmt.
Cl.Borries!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reines Lesevergnügen, 8. Dezember 2005
Ich habe dieses Buch mit wachsendem Vergnügen und Interesse gelesen. Die vielschichtige Familienchronik beschreibt zum einen die Geschichte einer Familie und lieferte -wie ganz nebenbei- die Auffrischung meines historischen Wissens mit. Dabei ist es mir völlig gleichgültig, dass Geschichte von der Autorin subjektiv kommentiert wird. Das tun die sogenannten wissenschaftlichen Historiker doch auch.
Mir gefällt die sehr persönliche und journalistísche "Schreibe" von Frau Bruhns. Ihr Stil passt zu dieser Art von Buch. Viele kleine Details machen das Buch so liebenswert. Wer erinnert sich z.B. heute noch daran, dass "duschen" mal "brausen" war. Und was bedeutet eigentlich "duschen"? Und warum ist "brausen" verschwunden? Ich bin mit Hilfe dieses Buches ein bisschen in die eigene Vergangenheit eingetaucht (obwohl erst Jahrgang 1951).
Frau Bruhns, ich danke Ihnen für Ihren Mut sich öffentlich mit Ihrer Familie und insbesondere mit Ihren Vater auseinander zu setzen.
Ich danke Ihnen für ein Stück Literatur, wie ich es schon lange nicht mehr hatte. Mein Exemplar ist ein Geschenk meiner Frau und ist von Ihnen signiert. Da waren Sie wohl mal in Hattingen.
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges Buch!, 4. Juli 2004
Das beste Buch seit Jahren! Wibke Bruhns hat einen faszinierenden, fesselnden Schreibstil, eine einfach schöne Sprache. Wichtiger der Inhalt: Außerordentlich lehrreich, ohne aufdringlich zu sein. Eine Familiengschichte, die sich wie ein Roman liest, aber auf tatsächlichen, geschichtlichen Ereignissen basiert. Ein Gewinn für die Zeitgenossen, die Kriegsgeneration, bestimmt aber auch für die Nachgeborenen, die nach der Lektüre dieses Buchs vielleicht besser verstehen können, was damals geschah, und warum es geschah. Und warum jene Zeitgenossen nicht so einfach "Nein" sagen konnten ...!
Die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird lebendig und verständlich. Sehr bewegend.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante lesenswerte Familienchronik, 19. Mai 2004
Wer glaubt, daß die Aufarbeitung von Tagebüchern und Briefen nicht zu einem spannenden Ergebnis führt, irrt. Einfühlsam, dicht und nicht parteinehmend, schreibt W. Bruhns eine sehr lesenwerte kritische Familienchronik, die auch dem nicht an geschichtlichen Zusammenhängen interessierten Leser eine Menge Interessantes bietet. Für mich beantwortet sie stellvertretend viele Fragen, die meine Großeltern nicht beantworten konnten oder wollten. Besondere Stärke des Buches ist ihre Schilderung der sehr unterschiedlichen Charaktere, die zu einem besseren Geschichtsverständnis führen kann. Als typisch deutsche Familienchronik unbedingt zu empfehlen, nie seicht oder betulich.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte ganz persönlich, 5. Oktober 2008
Ich habe "Meines Vaters Land" trotz akuten Prüfungsstresses in weniger als einer Woche verschlungen und wann immer ich konnte ein paar Seiten gelesen, beim Frühstück, in Kaffeepausen, vor dem Schlafen gehen. Das ist mir bei einem Sachbuch noch nie passiert.
Was also ist an "Meines Vaters Land" so besonders?
Zunächst mal ist es Bruhns ganz persönliche Annäherung an die tragisch endende Lebensgeschichte ihres Vaters, die eng verknüpft mit der Geschichte Deutschlands ist. Von Anfang an ist dem Leser klar, dass am Ende des Buches die Hinrichtung des Vaters als Verschwörer des 20.07.1944 stehen wird und doch wird HG Klamroth an keiner Stelle glorifiziert und auf einen Sockel gehoben. Statt dessen nähert sich Bruhns ihm als Menschen und macht dabei immer wieder klar, dass es ihr bei ihrem eigenen Vater nicht gelingen kann, objektiv zu sein. Zu fremd sind uns heute Mentalität und Einstellungen der im Kaiserreich aufgewachsenen Generation und zu schmerzhaft ist wahrscheinlich auch die Erinnerung an spätere Verstrickungen. Das besondere bei Bruhns Ansatz ist, dass sie ihrem Unverständnis und ihrem Ärger immer wieder unmissverständlich Luft macht und geradeheraus schreibt "So ein Unsinn!" oder "Was soll das nun wieder?" wenn sie über ihr unverständliche Äußerungen stolpert. Dieser unkonventionelle Stil lockert das Buch einerseits enorm auf, macht aber andererseits auch immer wieder deutlich, dass hier eine "Nachgeborene" aus ihrer Perspektive schreibt.
Diese Perspektive kann und will dabei gar nicht "die einzig wahre" sein, sondern ist ihrerseits wiederum ein Produkt ihrer Zeit. So war es z.B. für mich als wiederum gut 40 Jahre nach der Autorin geborene Leserin gleichzeitig interessant und irritierend, dass die Mentalität der bürgerlichen Schicht des Kaiserreichs für Bruhns offensichtlich zwangsläufiger Wegbereiter für das "Dritte Reich" ist.
Insofern war das Buch auf zweierlei Art faszinierend: Zum einen durch die Aufarbeitung historischer Quellen aus dem Familienarchiv mit allerlei interessanten Hintergrundinformationen (z.B. gelingt es HG auf dem Gipfel der Verliebtheit in seine zukünftige Frau beim Spaziergang rechts von ihr zu gehen, was normalerweise dem Ehemann vorbehalten war) und zum anderen durch die sehr persönliche aber genauso zeitgebundene Beurteilung durch Wibke Bruhns.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Hörbuch, 25. Oktober 2007
Von 
Dr. Matthias Korner "brundisium" (Ratingen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Meines Vaters Land, 5 Audio-CDs (Audio CD)
Wibke Bruhns war gerade mal sechs Jahre alt, als ihr Vater, der Abwehroffizier Hans Georg Klamroth, am 26. August 1944 wegen Hoch - und Volksverrats hingerichtet wurde. Als Israelkorrespondentin hört und sieht sie 35 Jahre später ihren Vater in Originalfilmausschnitten seiner Hauptverhandlung vor dem Volksgerichtshof. Das setzt einen Überlegungsprozeß über ihren so nahen wie fremden Vater in Gang, den sie kaum kannte. Die Suche nach seiner Geschichte führt zurück in die Vergangenheit der Halberstädter Kaufmannsfamilie Klamroth. An Hand zahlloser Briefe, Fotografien, Tagebücher und Haushaltskladden erzählt Wibke Bruhns eine an die Lübecker Buddenbrooks erinnernde Familiensaga, die vom Kaiserreich durch die Weimarer Republik und zwei Weltkriege bis zum Ende der Diktatur des Dritten Reiches führt.

Das 360 seitige Buch ist 2004 auch als beeindruckendes ca. 6 stündiges Hörbuch (6 CDs) erschienen. Die Autorin liest es mit der klaren Stimme von Deutschlands erster ,Heute` - Nachrichtensprecherin und trotz aller persönlicher Betroffenheit mit professioneller Distanz. Bemerkenswert ist ihre Härte gegen ihre Familie und damit letztlich auch gegen sich selbst, wenn sie ihrer Mutter Else eine unkritische Gefolgschaft Hitlers vorwirft oder schonungslos die ehelichen Verfehlungen Hans Georgs (genannt ,HG`) aufdeckt. Trotzdem merkt man doch des öfteren, wie schwer ihr der Vortrag gerade so einschneidender Sequenzen wie der Schilderung schauriger Details der Hinrichtung ihres Vaters gefallen sein muß. Auch wenn Bruhns so manche Verirrung ihrer Eltern anprangert, fragt sie sich immer wieder selbstkritisch, wie sie selbst in der einen oder anderen schwierigen Situation reagiert hätte.

Auch wenn letzte Zweifel bleiben am Wert einer Darstellung , die so manche weißen Stellen im Leben ihres Vaters aufgrund der lückenhaften Quellenlage nur durch einfühlsame und logische Mutmaßungen der Autorin geschlossen hat, sind Buch und Hörbuch bemerkenswert. Da viele Menschen von den Zeiten in Deutschland vor ihrer Geburt nur vage Vorstellungen haben, ist es zu begrüßen, wenn die tatsächlichen Verhältnisse zwischen 1900 und 1945 nicht abstrakt, sondern an Hand einer konkreten Familiengeschichte anschaulich und erfaßbar gemacht werden. Sehr instruktiv hat Bruhns historische Hintergründe (wie die Situation der Ukraine nach dem Separatfrieden mit Deutschland, die Rolle Ludendorffs bei der sog. Dolchstoßlegende) aufgearbeitet. Nahezu jeder Deutscher hat vom Versailler Friedensdiktat gehört. Doch wer hat tatsächlich einmal die 440 Artikel (davon allein 231 zur Kriegsschuld) dieses Pamphlets gelesen, in dem beispielsweise exakt aufgelistet ist, wieviele Junghengste Deutschland jährlich den siegreichen Nachbarn Frankreich und Belgien im Rahmen seiner Reparationsverpflichtungen auszuliefern hat. Bei Bruhns lernt er es.

Fazit: Lehrreiches und unterhaltsames Hörbuch. Absolut empfehlenswert.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieser Roman will keine historischen Wahrheiten kundtun., 26. Januar 2006
Von Ein Kunde
Selten hat mich ein Buch so faziniert und emotional mitgerissen wie dieser Roman aus dem Leben einer nicht alltäglichen deutschen Familie. Dabei bewundere ich sowohl die Akribie, mit der die Autorin sich mit ihrem umfangreichen Material auseinandergesetzt hat, als auch den lockeren ironischen Schreibstil, der das Buch so leicht lesbar macht.Es gefällt mir - im Gegensatz zu anderen Rezensenten - gerade der Mut zur persönlichen Auseinandersetzung mit der Familie und die Fähigkeit der Autorin,auch dann, wenn sie die Handlungsweise der Eltern nicht billigt, Verständnis, Verzeihung und Liebe zum Ausdruck zu bringen. Und auch das Einfließenlassen moderner emanzipatorischer Gedanken machen für mich als Frau einen weitgehenden Reiz dieses Buches aus.Dies will ja gar kein rein historischer Roman sein.
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