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Kundenrezensionen

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FILM (OHNE SPOILER!) Bewertung (Review):

Wer insbesondere oder ausschließlich auf Hochglanz Thriller oder überschaubar strukturierte und nachvollziehbare Filmhandlungen und Motive der Hauptdarsteller steht, und nicht gerne ohne Vorwarnung mit mega-realistischen Gewaltspitzen konfrontiert und am Ende des Films nach einem Mega-Storytwist mit einigen deutlichen Fragenzeichen hinterlassen wird, der sollte einen Bogen um KILL LIST machen. Wer allerdings bereit ist, sich auf einen unberechenbaren und zynischen Genremix aus Drama, Thriller und Horror im Indielook einzulassen, gerne auch mal irritiert am Ende eines Films zurückgelassen wird und Regisseure wie Gaspar Noé oder auch Lars von Trier zu seinen Favorites zählt, der könnte mit KILL LIST eine echte Entdeckung machen.

Wer aber auch VÖLLIG ohne Vorinfo den Film genießen will sollte jetzt auch nicht weiterlesen. Obwohl die Highlights oder Überraschungseffekte hier auch nicht nur im geringsten angedeutet werden, ist völlige Ahnungslosigkeit noch die beste Methode von dem Film geflashed zu werden. KILL LIST (OHNE SPOILER!) beginnt als Familiendrama und Streit ist tägliches Brot zwischen Jay und seiner Frau Shel. Jay hat eine ungeahnte Vergangenheit in Kiew und aufgrund von Geldmangel tut er sich mit seinem Freund Gal zusammen um im Auftrag eines zwielichtigen Mannes 3 Menschen zu ermorden. Aber dies ist erst der Anfang einer Reise in ungeahnte und undurchsichtige Verwicklungen ........

Am Anfang entstehen durch die fast lapidare Hinführung zu den Figuren fast einige Längen. Das Tempo wird aber stets gesteigert und der Film greift interessante Elemente auf die die o.g. Regisseure auch teilweise einsetzen: holprige Jump-Cuts, scheinbar asynchroner Ton/Bildeinsatz und dazwischen auch noch die von u.a. Gaspar Noé in ähnlichem Kontext gesetzten schwarzen Bildtafeln mit Kapitelüberschriften. Eine Gewaltszene erinnert sogar fatal an IRREVERSIBLE von Noé.

Bis in die letzte Szene setzt der völlig ernst gehaltene Film mit atonaler atmosphärischer Musik auf Überraschung, Schock und Verwirrung und schafft es auch dieses dunkle Potpourri zu hinterlassen. Auch wenn man alle Einzelkomponenten schon einmal gesehen hat und teils bekannte Zitate anderer Genrewerke vorhanden sind ist KILL LIST ein angenehm fieses Film-Biest mit Garantie auf einen Platz im oberen Drittel der Feel-Bad-Movies Hitparade.

4,5/5 Schnittwunden....äh,....Sternen

MEDIUM (Blu-ray/DVD) Bewertung (Review):

- BILD: Durchschnitt, keine Highlights
- TON: Dialogabstimmung gut gelungen, wenig Räumlichkeit, aber wenn dann sehr geschickt eingesetzt; Blu-ray: DTS-HD MA 5.1, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: Audiokommentar mit Regisseur und Darstellern, Making of (7:39 Min.), 3 Interviews, div. Specials, Trailer, Trailershow
- SONSTIGES: UNCUT, Wendecover (BD)
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am 13. März 2012
Wenn man den Klappentext so liest, dann bekommt man den Eindruck, es handele sich bei "Kill List" wieder mal um einen Auftragskillerfilm der üblichen (düsteren) Bauart.
Nichts könnte falscher sein und wer sich hier auf flotte Unterhaltung mit etwas Blut einstellt, wird vermutlich eher verärgert über Ben Wheatleys Film sein. "Kill List", den man nicht nacherzählen kann, ohne alles zu spoilern, ist Thriller, Drama und Horror in einem, erzählt in realistischer TV-Optik und verstörenden, vignettenhaften Szenen; spröde und verworren, zeitweilig nüchtern, zeitweilig träumerisch-mysteriös. Was geschieht, scheint oftmals unwichtig oder nebensächlich, scheint überflüssig zu sein, doch mit zunehmender Laufzeit wird der Film immer dunkler, abgründiger, unkontrollierbarer, bis er auf den Schlußmetern plötzlich in Okkulthorror kippt.
Der Film ist sperrig, scheinbar unattraktiv erzählt und nur sporadisch "hart", ergeht sich mitunter aber in ein paar kurzen heftigen Gewaltdarstellungen. Der bewährte Eindruck ist "unbefriedigend", aber der Film setzt sich im Hinterkopf fest und knabbert dort hartnäckig herum bis zur zweiten Sichtung, ob man das Mysterium nicht doch irgendwie aufschlüsseln kann.
Die schönen Audiokommentare sind eine gute Ergänzung, erklären jedoch nicht den Film und seine Auflösung.
Insofern ein Film mit Langzeitwirkung, den man studieren muß, den man aber nicht wirklich mögen wird. Die Ablehnungsquote prognostiziere ich jetzt mal hoch, aber dennoch wird der Film in einigen Lieblingsgenrelisten auftauchen.
Abgründig, sehenswert, aber sehr speziell.
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am 21. Februar 2015
Kill List hat eine sehr eigene, bedrohliche wie auch bedrückende Atmosphäre. Diese fängt bereits mit der Einführung der Protagonisten an und zieht sich bis zum wahrlich schockierenden, verstörenden Ende durch den Film, wird dabei noch durch einen unheilvollen Soundtrack unterstützt. Es werden auch nicht alle Motive erläutert, manches bleibt im Dunkeln, aber gerade das macht Kill List besonders: Man denkt nach der Sichtung noch lange über den Film nach, er brennt sich ins Hirn. Obwohl Kill List wie ein Sozialdrama beginnt, sich anschließend in einen Killer-Thriller mit kurzen, aber ultraheftigen Gewaltausbrüchen verwandelt und schließlich in einem Okkult-Horrorfilm kulminiert, wirkt er dennoch wie aus einem Guss. Getragen wird die Story außerdem von überzeugenden Hauptdarstellern. Einziges Manko ist meiner Meinung nach das deutsche Cover, das eher einen routinierten Actionfilm suggeriert.
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am 6. August 2015
Jay hat nach einem katastrophal verlaufenen Auftrag vor einem Jahr nicht mehr gearbeitet und langsam geht ihm nun das Geld aus. Seine Frau Shel beginnt ihm deswegen Probleme zu machen und er entschließt sich doch wieder in seinen alten Job zurückzukehren. Bestätigt durch Shel und seinen Freund und Kollegen Gal nimmt er den Auftrag eines obskuren Klienten an drei Morde zu begehen. Jay wird im Rahmen dieser Aufträge immer angespannter und aggressiver und die Aufträge driften immer stärker in das am unterbewusstsein nagende Unangenehme für Jay und Gal.

*** SPOILER ***
KILL LIST ist kein Action-Thriller und auch kein Mysterie-Thriller, es ist ein Feel-Bad-Movie, ein Film der einem an die Nieren gehen und verstören soll. Am Ende sitzen viele wütend und verwirrt vor dem Bildschirm und fragen sich was sie da eigentlich gerade gesehen haben. Jay's verliert nachdem der Auftrag in Kiew aus dem Ruder lief, zunehmend die Kontrolle über sein Leben, das Geld schwindet, seine Frau macht ihm Ärger, seinen Job als Killer möchte er hinter sich lassen, aber einen Weg nach vorne kann er nicht ausmachen. Seine Stimmung wird zunehmend aggressiv, seine Wut auf alles und jeden, nicht zuletzt in der Wut auf sich selbst begründet, wächst in dem Auftrag nur noch an. Jay möchte seinem Schicksal entgehen. Er will kein Killer sein, aber er kann eigentlich nichts anderes.

Der Auftrag ist der Zerstörung der gesellschaftlichen Wertinstanzen geschuldet. Jay tötet symbolisch die vier gesellschaftlichen Grundfesten im Auftrag einer ominösen und bis über das Ende des Films hinaus nebulösen Gemeinschaft, die in allen Stricken der Macht hohe Positionen eingenommen hat. Jay tötet unbewusst symbolisch die Grundfesten der Gesellschaft und damit löst er sich in den Augen der Sekte aus der Gesellschaft. Er, der aufbrausende, verstörte und brutale Mann entfremdet sich damit vollständig von den Beschränkungen der Gesellschaft. Die Sekte hat in dem Augenblick, als Jay den Buckligen tötete in den Augen der Sekte seine Bestimmung erfahren und wird zu einer von allen Konventionen freien Person. Am Ende setzen sie ihm, dem einen freien Individuum, eine symbolische Krone auf. Jay ist in den Augen der Sekte zu Nietzsches Übermensch geworden, denn "Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll." (Nietzsche Also sprach Zarathustra Kapitel 4) und Jay überwindet den Menschen indem er die menschlichen Konventionen überwindet und sich am Ende ungebunden in das Chaos begiebt und als 'tanzender Stern' seine Wiedergeburt erfährt. "Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch"(Nietzsche Also sprach Zarathustra Kapitel 6)
Die Sekte strebt also mit dem Ziel der Apotheose eine bewusste Loslösung des Geistes von jedweden gesellschaftlichen Konventionen an und Jay folgt dieser Vorstellung und geht mit massiver Brutalität gegen alle seine Opfer, die sich ihm bereitwillig ergeben, vor. Das rückt die Gruppe in eine Chaos-Gnostische Richtung.
In einer Chaos-Gnostischen Auffassung, wurden Raum und Zeit aus dem ewigen, grenzenlosen und unendlichen Chaos heraus durch ein übermächtiges Wesen erschaffen. Diese Schöpfung ist damit zugleich die Versklavung des Chaos, oder zumindest eines Teils des Chaos und der die Widerherstellung des Chaos anstrebt. In diesem Sinn ist das Streben nach Loslösung von allen an die Schöpfung gebundenen Normen und Werte der Weg zurück in die Freiheit. Hier könnte man auch Freuds Thanatos anfügen, jenen Todestrieb, der den Menschen dazu bringt, sich selbst und andere zu zerstören. In einer Chaos-Gnostischen Sicht, wäre dies die ursprüngliche Kraft des Chaos die sich gegen das Joch der Schöpfung richtet.
Jay wird von der Gruppe dazu gebracht in vier symbolischen Akten, jede der wichtigen Norm und Wertinstanzen der Gesellschaft zu zerstören. Am Ende, verbleibt er damit aus ihrer Sicht als direkte Verbindung zur Unendlichkeit und damit als Gottwesen, dass die Befreiung des Geistes einleuten soll.
Der harte Bruch am Ende lässt hier natürlich das Ende offen. Hatte diese Sekte recht? Und, so oder so wie wird Jay nun im folgenden handeln? Es gibt keine befriedigende Antwort auf diese Frage, die auch nur annähernd dem Film gerecht werden würde. Der Film wurde ohnehin erzählerisch in Teile zerrissen und in Episoden einer abwärtslaufenden Spirale unterteilt und mit einer Reihe von inhaltlichen Zersplitterungen versehen. Jean-François Lyotard nennt diese sich dem Erzählfluss widersetzenden und den Betrachter verstörenden Brüche quid. Es ist die Unterteilung in davor und danach. Kill List erhält die härteste quid zum Ende und raubt einem so das mögliche danach. Wir als Zuschauer beginnen mit dem zunehmendem Verlauf des Films verstörende oder zumindest irritierende Brüche in der Handlung wahrzunehmen, die wir nicht in den Handlungsfluss geordnet bekommen. So finden sich einige markante Stelle im Film deren Haltepunkt im Film entweder garnicht oder nur in Andeutungen zu finden ist z.B.:
Fiona ritzt ein Symbol auf die Spiegelrückseite.
Der Klient besiegelt den Vertrag mit Blut.
Jay verspeist ein Tier, dass ihm die Katze als Opfer gebracht hat.
Die Opfer bedanken sich und kennen Jay.
Die sich als MacGuffin erweisenden Filme des Archivar, welche wir nicht aufgedeckt bekommen.
Und besonders Jays im Vergleich zum eher ruhigen Filmverlauf überproportional aggressive Ausbrüche.
Man kann vieles davon in einen Mysteriekontext setzten, doch verweigert sich der Film eigentlich einer solchen Auslegung und beharrt auf eine realitätsnahe Geschichte. Der Film nimmt eine postmoderne Erzählmethode ein, er ist subjektiv aus Jays Position erzählt. Er eröffnet keine Lösungen sondern lässt die Kernfragen offen im Raum stehen.
Als solcher steht der Film für mich dem französischen Martyrs in vielen Dingen gegenüber und liegt gerade was das Ende an geht diesem Gegenüber besser in der Spur. Die erzählerischen Brüche, sowohl in den Unterteilungen in Kapitel, als auch in den quid-Augenblicken ist ähnlich angelegt, wobei die Handlung einen anderen Verlauf nimmt und mir Kill List mit seiner offenen Ausgangssituation deutlich mehr als post-moderne Erzählung zusagt. Die Hauptfigur Jay pendelt unterdessen zwischen Vulnerabilität und Aggressivität und wirft den Zuschauer mit seinen überspitzten Gewaltausbrüchen gelegentlich aus der möglichen Identifikation nur um ihn im nächsten Augenblick wieder als liebevoller Vater einzufangen. Seine Identifikationsfläche, seine Rolle als Vater und Ehemann, als jemand der das moralisch richtige tun möchte, wird immer wieder zerstört und so ist man als Zuschauer auch begleiter der Erfüllung der durch den Kult oder die Sekte angestrebten Zerstörung von Jays Loslösung aus den moralischen Vorstellungen der Gesellschaft. Im Endeffekt ist Jay als umfassende Person dargestellt er ist glaubwürdiger als die meisten Helden oder Antihelden filmischer Erzählungen und auch als Figuren die in inhaltlich ähnlich angelegten Filmen ihm Gegenüberstehen (z.B. Claudia in The Nameless, oder Anna in Martyrs). So oder so, am Ende geht es einem schlecht damit. Jays Welt liegt in Trümmern. Übermensch oder nicht, er hat sich selbst Zerstört und wurde durch etwas neues ersetzt. Man kann dieses Ende auch moralisieren und Jays Leben, seine Arbeit und seine Brutalität für das Ergebnis verantwortlich machen, aber das würde der Erzähltechnik nicht vollends gerecht werden. Das Ende verbleibt offen. Ich habe Kritiken gelesen, die von erzählerisch-überzogener Effekthascherei schrieben. Den Vorwurf weise ich zurück. Die Handlung hat für mich kein Element zu viel oder zu wenig.
Und wie andere postmoderne Filme destruiert 'Kill List' das Kernelement der Identifikationsfigur. A Serbian Film und Martyrs zerstören Torture Porn Filme, Irriversible Rachefilme und 'Kill List' zerstört die Idee des romantischen Killers. Jays Aggression - seine Ausbrüche gegenüber seiner Frau, seine völlig irrationalen Gewaltausbrüche - sie nehmen den Bezugspunkt der Figuren wie Leon der Profi und ähnliche 'edle' Mörder in ihren filmischen Umsetzungen anhängt und so etwas positives im Mörderdasein findet. Kill List bricht mit dieser Tradition, fast schon nebenher und zeigt das Handwerk des Killers, als das eines Soziopathen.
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TOP 1000 REZENSENTam 27. August 2013
Ben Wheatley könnte eine neue Hoffnung für den briischen Horrorfilm sen. Sein 2011 entstandener Auftragskillerthriller "Kill List" mündet vom Gangsterfilm hinterrücks und heimtückisch in einen bizarren gewalttätigen Okkultschocker.
Jay (Neil Maskell) und Gal (Michael Smiley) waren in der Armee Kameraden und sind seither dick befreundet. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie sich mit Auftragsmorden. Vor kurzer Zeit waren sie beruflich in Kiew unterwegs, dort gabs anscheinend mit Jay Probleme, die nicht näher beschrieben werden. Mit seiner schwedischen Frau Shel (MyAnna Buring) hat er einen kleinen Sohn (Harry Simpson). Gal erzählt ihm während eines Essens von einem neuen lukrativen Auftrag. Der Abend ist heiter und gelassen, zumal Gal seine neue Flamme Fiona (Emma Fryer) dabei hat. Jay willigt ein und die beiden treffen sich mit einem sehr ominösen Auftraggeber (Struan Rodger), der den Vertrag mit Jays Blut besiegelt, indem er ihn an der Hand verletzt. Noch machen sich aber weder Jay noch Gal Gedanken darüber. Der erste Mord ist schnell ausgeführt: ein Priester ist das Opfer und dieser bedankt sich noch dafür bei Jay. Bei der Nummer zwei auf der Todesliste gibt es jedoch Komplikationen, denn Jays psychopathische Struktur offenbart sich eruptiv. Dieser Bibliothekar steht auf Snuff-Filme und die beiden Killer entdecken einige davon bei ihm zu Hause. Als Jay sich einen ansieht, rastet er aus und das Opfer wird vor seinem Tod noch ausgiebig gefoltert und gequält. Gal macht sich langsam Sorgen um den Geisteszustand seines Freundes....
Wheatley arbeitet mit verschiedenen Handlungssträngen, die langsam zusammengeführt werden, Allerdings bleiben einige Rätsel - was vielleicht einige Zuschauer verärgert. Aber im Grunde die große Stärke dieses britischen Schockers ist, der auf den Pfaden vom "Wicker Man" agiert. "Kill List" ist verstörend und schockierend, gewalttätig und okkult, überraschend und reichlich bizarr. Dadurch steigt das Potential, dass man diesen Thriller nachhaltig in Erinnerung behalten wird. Ich fand ihn sehr sehenswert, allerdings muss man sich auf einige brutale Sequenzen einstellen, die recht erschütternd konzipiert sind.
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am 24. Februar 2013
....Das ist hier die Frage...es ist an den einzelnen Bewertungen zu erkennen, das "Kill List" auf totale Ablehnung oder Euphorie stösst...ich denke mal der film trifft auf jeden Fall einen Nerv, was sowohl die positiven wie auch die negativen Reaktionen dokumentieren.

Die komplett gegen den Strich gebürstete Story eines Auftragskillers ist filmisch interessant in Szene gesetzt, die Darsteller sind gut, Kamera ist sehr gut. Die eh schon ziemlich krassen Gewalt-Darstellungen wirken aufgrund des hyper-realischen Feelins während des Films sehr krass - so unangenehm berührt war ich seit Haneke's "Funny Games" (erste Version) nicht mehr.

Regisseur Ben Whearley mag es, seine Darsteller zur Höchstform auflaufen zu lassen, indem er ihnen möglichst viel Freiraum und vor allem Zeit gibt - dies erzählte er mehrmals in Interviews. Die Schauspieler wirken sehr natürlich in dem Film, was das ganze beklemmender macht als ohnehin schon.

Schon am Anfang, als ein Abendessen zu viert aus dem Ruder läuft, entsteht diese gewisse beunruhigende Stimmung, die sich durch den ganzen Film zieht und die zum großen Teil dadurch entsteht, das wirklich unvorhersehbare Dinge geschehen, und das Situationen häufig komplett unerwartete Wendungen nehmen, wie man sie bisher nicht so häufig in Filmen gesehen hat...

Die Liste von eventuellen Vorbildern für "Kill List" ist lang...zuweilen dachte ich an Polanski oder teilweise auch an Bergmann oder Peter Fonda, allerdings mit moderneren Mitteln. Wäre diesr Film in schwarz-weiß und aus den Sechzigern oder Siebzigern, dann würde er garantiert ein heutiger Klassiker sein...

Gemeinerweise macht der Regisseur uns, die Zuschauer, manchmal zu "Komplizen", wenn die beiden Auftragskiller zum Beispiel im Hotel nervige Christen-Sänger zurechtweisen, die ein ECHT schlimmes Lied singen (irgendwas mit christlichen Soldaten welche in die Schlacht ziehen...)

Dieser Independent-Film ist sehr verstörend und nichts für einen lustigen Horrorabend mit Popcorn und Bier. "Kill List" ist eher einzureihen zwischen "Mann beisst Hund" und "Knife in the water".

Ben Wheatley hat mit seinem Regie-Zweitling (de erste heisst "Down Terrace") einen sehr guten Film hingelegt, es war allerdings offensichtlich eine Finger-Übung, wenn man sich dazu sein neues Werk "Sightseers" anschaut.

Die Blu Ray besticht durch interessante Features wie Audio-Kommentare, Interviews und Making Off. Das Bild ist hervorragend und wirklich Blu-Ray Qualität!

Alles in allem: 4 Sterne (5 kmöchte ich nicht vergeben, denn dann müssten "Shining", "Knife in the water" und andere Werke ja NOCH mehr Sterne bekommen, was technisch nicht möglich ist hier... ;o)
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Regisseur Wheatley gelingt mit "Kill List" das Kunststück, nicht bloß, wie heute üblich, Zitate aus Jahrzehnten Horrorgeschichte aneinanderzureihen, sondern einen Film zu erschaffen, der sich trotz vieler bekannter Elemente wieder frisch und unverbraucht anfühlt.

Er streift dabei zwar immer wieder Werke von Polanski oder Hardy, ohne jedoch je wirklich Gefahr zu laufen, diese am Ende nur plump zu kopieren.
Es ist eher diese unangenehm-paranoide Stimmung der früheren Meisterwerke, die "Kill List" in sich aufsaugt wie ein Schwamm - ein modernes Genre-Highlight, das den Geist der großen Klassiker atmet.

Nun liegt eine große Stärke des Films allerdings auch darin, dass er uns nicht penetrant unter die Nase reibt, dass er ja in erster Linie eine Horrorgeschichte erzählt.
Der Beginn zeigt eher ein sehr bodenständiges Familiendrama, in dessen Mittelpunkt sich der noch völlig verstörte Jay in ständiger Konfrontation mit seiner Frau sieht. Sie streiten viel, und ihr Streit ist heftig. Doch unter den verbalen Gewaltausbrüchen scheint immer noch der letzte Funke einer Liebe zu flimmern.

Jay ist ein interessanter Filmcharakter, der von Neil Maskell absolut glaubwürdig verkörpert wird.
Er bleibt trotz seiner spürbaren, inneren Unruhe und Impulsivität für die Zuschauer irgendwo stets sympathisch und greifbar. Als Jay und Gal schließlich ihren Job beginnen, führt sie dieser langsam an eine Grenze, an welcher Wahnsinn und Wirklichkeit die Plätze zu tauschen scheinen. Während Jay forsch einen Schritt über diese hinaus wagt, zögert Gal kritisch und versucht, seinen Buddy irgendwie zur Vernunft zu bringen und den Auftrag gründlich zu überdenken.

Ben Wheatley lässt bereits vom schlichten Vorspann an, welcher anstelle des Titels ein eigenartiges Symbol zeigt, keinen Zweifel daran aufkommen, dass in der Story okkulte Mächte ihre Finger mit im Spiel haben. Allzu viele Hinweise darauf, was nun genau unter der pechschwarzen Oberfläche brodelt, bekommen wir aber nicht in die Hand. Dafür überreicht uns der Regisseur eine Schaufel und lässt uns selbst aufmerksam nach dem Unheil graben, welches da im Zentrum des Werkes lauert.

Der Newcomer Wheatley beweist mit der hypnotisch ruhigen, stets bedrohlichen Stimmung des Films ein beeindruckendes Talent dafür, seinem Publikum ein langsames, aber dafür umso nachwirkendes Fürchten zu lehren.

Geschmackvoll, aufwühlend und fordernd sind vielleicht die Adjektive, die "Kill List" am treffendsten beschreiben würden. Ohne am Ende jede Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und mit Raum für Interpretationen, entlässt das Werk seine Zuschauer mit einem Paukenschlag aus seinem wirren Inferno.

Bild und Ton kommen sehr klar und detailreich daher, absolut HD-würdig. Diese blu ray ist der DVD durchaus vorzuziehen.

Als Bonusmaterial liegt der blu ray u. a. ein umfangreiches Making of, verschiedenste Interviews sowie zwei Audiokommentare bei. Zudem liegt der blu ray, für Gegner der FSK-Logos, ein Wendecover bei.

Fazit:

Dieser Film geht unter die Haut. Unbedingt zu empfehlen!
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am 29. Oktober 2015
Dieser Film kriecht einem einfach unter die Haut. Man merkt einfach von Anfang an, dass sich etwas Komisches hinter den Szenen steckt.
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am 1. Januar 2013
Die Hauptfiguren in diesem deftigen Horrorschocker Kill List" sind zwei kaltblütige Auftragskiller.
Der Film beginnt wie ein britisches Sozialdrama, der Familienvater und Ex-Soldat Jay (Neil Maskell)
ist ohne Job, seine Arbeitslosigkeit und die dadurch prekäre finanzielle Lage, führen immer wieder
zu heftigen Streitereien mit seiner Frau Shel (MyAnna Buring). Bei einem Besuch seines Freundes Gal
(Michael Smiley) eskaliert die Situation zwischen Jay und Shel abermals.

Danach schlägt der Film eine ganz andere Richtung ein als Jay und Gal schließlich ihren Job beginnen.
Vieles bleibt im Ungewissen, was ist in Kiew passiert, was haben die auf der ominösen Abschussliste
stehenden Opfer verbrochen? Bis hin zum abgefahrenen Showdown lässt Regisseur Ben Wheatley
den Zuschauer auch nach dem Abspann teilweise ahnungslos und verstört zurück.

Jay ist die tragende Figur in diesem Film, hervorragend gespielt von Neil Maskell. Von Beginn an ist
seine innere Unruhe und Zerrissenheit für den Zuschauer förmlich spürbar.

Fazit: Ein verwirrender düsterer nervenaufreibender sehenswerter Mix zwischen Drama, Thriller und
Horror, der einen an die Nieren geht.
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am 18. März 2012
"Kill List" ist eine stimmige Mischung aus Drama, Thriller und Horror. Man nimmt sich hier viel Zeit für die Charakterzeichnung und es herrscht zunächst eine ruhige, jedoch stets bedrohliche, Stimmung. Das anfängliche Familiendrama wandelt sich dann langsam zu einem Thriller und mit dieser Wandlung steigert sich zugleich auch das Tempo. Dazu kommen kurze, aber durchaus einprägsame und explizite, Gewaltszenen die wirklich weh tun. Im letzten Drittel kippt das Ganze noch mal in eine Horrorgeschichte um und man fragt sich eigentlich nur noch was denn jetzt abgeht. Völlig losgelöst von den bisherigen Geschehnissen wird einem ein überraschendes, spezielles und atmosphärisch dichtes Finale serviert. Die Darstellerleistungen sind durchweg gut.

"Kill List" ist ein interessanter und stimmiger Genre-Mix, der keine klare Linie verfolgt und durchaus zu überraschen weiß.

7 von 10
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