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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bildgewaltige Erzählung
Im selben Jahr wie Vom Winde verweht (Special Edition Box, 4 DVDs) entstanden liefert John Ford eine Erzählung mit grandioser Bildarchitektur ab, die sich in Technicolor gedreht in Bezug auf seine optische Ästhetik nicht hinter jenem Epos zu verstecken braucht. Die Szenen wirken wie gemalt und nehmen die Kompositionen eines Winton C. Hoch (oscarprämiert...
Veröffentlicht am 3. Oktober 2009 von Kurt-André Lion

versus
16 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen TROMMELN AM MOHAWK
John Fords erster Farbfilm in exzellenter Qualität !
Leider sind die Umschlag Fotos schwarz/weiss sowie der irreführende Hinweis als wäre der ganze Film schwarz/weiss !!!
Veröffentlicht am 16. Dezember 2004 von Chico


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bildgewaltige Erzählung, 3. Oktober 2009
Von 
Kurt-André Lion "kurtandrelion" (Gelsenkirchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
Im selben Jahr wie Vom Winde verweht (Special Edition Box, 4 DVDs) entstanden liefert John Ford eine Erzählung mit grandioser Bildarchitektur ab, die sich in Technicolor gedreht in Bezug auf seine optische Ästhetik nicht hinter jenem Epos zu verstecken braucht. Die Szenen wirken wie gemalt und nehmen die Kompositionen eines Winton C. Hoch (oscarprämiert für die John-Ford-Klassiker Der Teufelshauptmann und Der Sieger mit Maureen O'Hara - SZ Cinemathek Traumfrauen oder aber genauso genial in Spuren im Sand (Neue Sprachversion) und natürlich in Der Schwarze Falke (Special Edition, 2 DVDs)) vorweg.

Die Geschichte handelt von den kriegerischen Auseinandersetzungen anlässlich der amerikanischen Unabhängigkeit und bietet neben den o.a. brillianten Bildern auch einige sehr realistische Szenen wie z.B. die - angedeutete - Beinamputation des General Herkimer, der diesen Eingriff leider nicht überlebt. Oder wenn Henry Fonda/Gilbert Martin von seiner Frau Claudette Colbert/Lana Martin nach der Schlacht am Wegrand aufgefunden und anschließend von ihr gewaschen wird, dann verliert das Hochglanz-Kino seine strahlende Sauberkeit und zeigt nachvollziehbar den Schmutz und die Wunden des Krieges. Auch dieser Kontrast mag als gelungen bezeichnet werden.

Claudette Colbert, die in Komödien wie Es geschah in einer Nacht - SZ Cinemathek Screwball Comedy oder Blaubarts achte Frau - SZ Cinemathek Screwball Comedy brillierte, hat hier einen getragenen und ernsten Part, den sie glaubwürdig ausfüllt. Nur die Gegebenheit, dass Lidstrich und Lippenstift ebenso perfekt sitzen wie die Frisur bei der Feldarbeit oder etwa nach der Geburt des ersten Kindes, ist eher unglaubwürdig und m.E. der o.a. Bildkomposition geschuldet. Wesentlich realistischer ist das z.B. in der Neuzeit mit Unterwegs nach Cold Mountain dargestellt.

Die Bildqualität der DVD ist hervorragend, der Ton exzellent und die Extras wie Bildergalerie und Biographien von Regisseur und Darstellern für einen Film aus diesem Entstehungsjahr als annehmbar einzustufen. Fazit: Kaufempfehlung für alle Fans von John Ford / Henry Fonda / Claudette Colbert, die in opulenten Bildern schwelgen mögen und die ein Faible für das "gute, alte" Kino haben.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassiker in toller Qualität, 26. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
"Trommeln am Mohawk" ist sicher nicht der beste Praewestern der je gedreht wurde, aber ein durchaus gelungener. Die Konflikte zwischen Indianern und Siedlern während der Frühphase des Unabhängigkeitskrieges und die inneren Konflikte des Ehepaares Fonda/Colbert sind die Traglinien des Films, der gut gespielt ist und auch ansprechende Kampfszenen enthält.

Die Darstellung der streitenden Parteien geriet allerdings etwas holzschnittartig, nicht unüblich für die Behandlung der Indianerkriege in der Entstehungszeit.

Gute Ton- und tolle Bildqualität runden die DVD ab.

Insgesamt ist dieser frühe Film von John Ford kein Werk, welches unbedingt in jedes DVD-Regal gehört, für Freunde altmodischer und dramatischer Abenteuerfilme und Western aber durchaus zu empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn da nicht ...., 20. Januar 2013
Von 
W. Walz "RW" (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
... Claudette Colbert possenhaftes Stummfilmgehabe wäre, würde ich für Fords "(Ton-)Frühwerk" eine 5er-Note ziehen.
Auch darf man sich nicht von der ein oder anderen altbackenen, hölzernen Schnitt-/Gegenschnittmontage stören lassen, die aber letztlich durch Fords typische Bildsprache (z.B. seine fast an Gemälde erinnernden Aufnahmen und seine Art gerahmte Bildausschnitte auf Film zu bannen; wie etwa die berühmte Eröffnungsszenen aus "Der schwarze Falke [Blu-ray]") mehr als aufgehoben wird.
Natürlich wirken auch diverse Dialoge zwischen Fonda und Colbert (dazu gerade in der deutschen Synchro) stark aufgesetzt, was aber letztlich dem Entstehungsdatum mit seiner Art Tonfilm zu präsentieren zuzuschreiben ist. Wiederum aber wird dem Publikum, eben durch Fondas einzigartige und immerwährende "moderne" Interpretation des Schauspiels, die Schrecken des Krieges (z.B. Verwundungsszene) durch den Dialog intensiv nahe gebracht. Was im Bezug zum nahenden Weltkrieg sich äußerst brisant verhält (soweit mir bekannt, lief der Film unter anderem deshalb in England in einer abgewandelten Fassung).

Fords treues Schauspielensemble steht auch hier in der Grundstruktur vieler späteren Filme fest; hier z.B. wieder mit Russell Simpson und Dauerbrenner Ward Bond.
Ebenfalls bekommt ein weiteres Mal die Rolle der Frau in Fords Film (wie etwa auch in "Früchte des Zorns", aus den gleichen Jahr) ihren bindenden Part zugeschrieben. Wobei Edna May Oliver, die hier ihre Rolle als geifende Witwe, mit einer derartigen deftigen Präsenz füllt -trotz bzw. mit ihrer deutschen Synchro-, das selbst nach 70 Jahren das Zepter des Schauspiels bravourös beim Zuschauer ankommt.

Ford Zwiespältigkeit ist natürlich auch wieder hier zu finden, wenn die Kritik es denn so sehen will. Z.B. bleiben die Wilden eben die Wilden, zumindest solange sie sich nicht in die (amerik.) Gesellschaft assimilieren (z.B. Christen werden; Traditionen (Kirche etc.) pflegen und Ritten (Tanz; Feierlichkeiten) begehen. Und die Schlussszene, indem das "Banner der Freiheit" gehisst wird (gerade im Bezug zum eskalierenden II. Weltkrieg) und so die lose Gesellschaft den Sprung aus der Wilderness in eine zivile Gesellschaft schafft, in der alle Amerikaner (Schwarze, Weiße, Rote) einträchtig und ehrfürchtig den Gruß zur Flagge (Symbolik) erwidern, ist ein echter Ford und erstaunt bzw. besticht in seiner erzählerischen Leichtigkeit, ein solches Thema, im Kontext seiner Entstehungszeit, in einen einfach anmutenden "Abenteuerfilm" zu pressen.

Ziehe ich die eingangs erwähnten Kritikpunkte ab, bleibt "Trommeln am Mohawk" ein noch immer in seiner fotografierten Farbenpracht und der gezeigten klasse Kulisse ein sehenswertes Stück Filmgeschichte, der auch ohne Cinemascope eine abgelichtete, beeindruckende Weite (Natur) zeigt; im Gegensatz dazu Fords immer wieder verwendeten niedrigen Decken der Räume bei Innenaufnahmen, die eine besondere Stimmung vermitteln und -auch- die Eingrenzung der/von Kultur widerspiegeln soll (außer natürlich Kirchen, die die Gottesfürchtigkeit des Menschen in ihrer immensen Höhe ausstrahlen).

Letztlich also wird hier "fordtypisch" mehr Gewicht auf den gesellschaftlichen Konsens vom Ausnahmeregisseur gelegt, als auf eine vorgeschobenen (Frontier-)Geschichte im Kleide eines in Farbe gedrehten Abenteuerfilms.

4 dicke Amazonsterne
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöner Pionierfilm von John Ford, 5. April 2012
Von 
Mladen Kosar (Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
Produkt: DVD (1 Stück). Herausgeber: Euro Video. ASIN: B005G16ZFW
Deutscher Titel: Trommeln am Mohawk. Originaltitel: Drums Along the Mohawk
Produktionsland: USA. Premiere: 1939
Mit: Henry Fonda, Claudette Colbert, Edna May Oliver, Eddie Collins, John Carradine, Ward Bond, Chief Big Tree u. A. Regie: John Ford
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Walter D. Edmonds
Kamera: Ray Rennahan und Bert Glennon (Oscar-Nominierung für einen Farbfilm)
Bild: gut / Farbe / Technicolor / 4:3 / Originalformat. Sprache: englisch. Synchronisation: nur deutsch. Untertitel: keine
Filmlänge: 100 Minuten (Originallänge im PAL-Verfahren)
Genre: Historienfilm > Pionierfilm
Specials: keine

Der Mohawk ist ein 230 km langer Fluß im heutigen Staate New York, in dessen Nähe sich im Laufe der Geschichte einige größere bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen allen möglichen Seiten ereigneten. Der Fluß mündet in den Hudson-River.
Handlung 1776.
Ein jung vermähltes Pionierpaar zieht auf eine Farm im Landesinneren. Hier leben kameradschaftliche Siedler, die sich gegenseitig in Allem behilflich sind. Auch das Fort ist nicht weit entfernt zum Schutz vor Indianern, wo man sich in Krisenzeiten zurückziehen kann. Aber die Gefahren sind auch permanent gegeben. Die Indianer wollen ihr Land nicht einfach so hergeben und wehren sich. Die Pioniere sind tapfer, müssen aber das Niederbrennen ihrer teuren Behausungen stoisch über sich ergehen lassen.
Ein rühriger, nostalgischer und patriotischer Pionierfilm in wunderschön eingefangenen Landschaftsbildern und historischen Szenen. Nie langweilig, obwohl es in ihm eher im letzten Drittel Action gibt. Der Film berührt aufgrund seines harmonisch dahinfließenden Handlungsbogens. Es ist berührend zu verfolgen, wie die junge Gattin mal erst die höllische Angst vor einem Indianergesicht bewältigen muß und der junge, fürsorgliche Fonda langsam zu einem Helden heranreift. Schöne Bilder, ein guter John Ford, trauliche Atmosphäre des damaligen Lebens, etwas verklärt aber organisch menschennahe, fein und letztlich äußerst sehenswert!
Verblüffend und genießerisch die überragende Bildqualität in Farbe von 1939. Auch die DVD-Bildqualität ist besonders lobenswert. In jedem Fall ist der Film TOP.
Mladen Kosar
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen John Fords frühes Meisterwerk, 12. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
Ein alter Film der begeistert.
Henry Ford in einer Paraderolle. Wo John Ford Regie führt,
ist Spannung -bis zum Schluss- garantiert.
Die DVD sollte man haben.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Teil des Ford'schen Manifests, 9. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
1776. Kaum hat Lana Borst (Claudette Colbert) ihren Mann Gilbert Martin (Henry Fonda) geehelicht und ist ihm auf sein Stück Land im Staate New York gefolgt, lernt sie auch schon die Härten des Siedlerlebens kennen: Regen und Sturm, die Arbeit bei der Ernte, unliebsame Überraschungen durch Indianer und die harte Hand ihres Gatten, der es nicht mag, wenn die Frau an seiner Seite zu starke Gefühle oder sich gar einer Situation wie einem Indianerangriff nicht gewachsen zeigt. Denn kaum sind die Martins in der kleinen Gemeinde, die sich rings um die Garnison im Mohawk Tal angesiedelt hat, angekommen und haben sich eingelebt, trifft die Nachricht ein, daß die Gegend, immerhin Grenzgebiet, von englischen Truppen und Indianern zu deren Unterstützung heimgesucht wird. Die amerikanische Revolution ist ausgebrochen und hat nun auch die äußeren Provinzen der Kolonien erreicht. Der ersten Angriffswelle fällt auch die Farm der Martins zum Opfer. Lana verliert in den Aufregungen ihr Kind. Das Ehepaar findet Unterschlupf bei der Witwe McKlennar (Edna May Oliver), die seit dem Tod ihres Gatten ihre Farm nur mit Hilfe bewirten kann. Erneut wird eine Miliz aufgestellt und gegen die Indianer vorgegangen. Schwer verwundet kehrt Gil von dieser Expedition zurück. Eine Zeit friedlichen Lebens zieht auf, doch bleiben sich die Siedler, die allesamt ihr Land im Mohawk Tal verlassen mussten, der Gefahr, die durch die Engländer und vor allem deren Helfer, die Irokesen, droht, stets bewußt. Und wirklich - erneut wird das Fort angegriffen. Nun ziehen sich alle gemeinsam ins Fort German Flatts zurück, wo es zu fürchterlichen Scharmützeln kommt, denen auch Mrs. McKlennar zum Opfer fällt. Verstärkung soll geholt werden, doch der Pfadfinder Joe (Francis Ford) erleidet einen fürchterlichen Tod, als die Indianer ihn einfangen und drohen, bei lebendigem Leibe zu verbrennen. Der Prediger Rev. Rosenkrantz (Arthur Shields) - Prediger und Führer seiner Gemeinde in Personalunion - erschießt den angebundenen Joe. Gil erklärt sich bereit, es selber zu versuchen und liefert sich ein anderthalb Tage dauerndes Wettrennen mit drei Indianern, die ihn verbissen verfolgen. Schließlich gelingt es ihm, Hilfstruppen aus dem nächstgelegenen Fort heranzubringen, gerade, als den Siedlern und Verteidigern von Fort German Flatts die letzte Munition auszugehen droht. Endlich ist der Krieg zuende und die Briten haben sich zurück gezogen. Die Siedler können sich daran machen, ihr Land zu bewirtschaften, am Himmel weht die neue Fahne - das Sternenbanner.

John Ford inszeniert den Moment von Amerikas USA-Werdung. Nicht als Heldengemälde von wilden Flußüberquerungen oder gesetzten Herren in winterlichen Mänteln, die Kapitulationserklärungen unterschreiben, sondern als einen Moment der Gemeinschaft, des 'common man', des 'common sense'. Die Fahne weht, die Arbeit kann wieder aufgenommen werden, man beginnt damit, die Nation zu erbauen. Nimmt man das Jahr 1939 - ein Jahrgang, der den Connaisseuren des Hollywoodfilms gemeinhin als sein allerallerbester gilt - in John Fords Werkkatalog, kann man behaupten, daß er in den drei Filmen dieses Jahres sein Bekenntnis, sein Manifest und ein Programm dessen vorgelegt hat, das Auskunft darüber gibt, was "sein" Amerika bedeutet. STAGECOACH (RINGO), YOUNG MR. LINCOLN (DER JUNGE MR. LINCOLN) und DRUMS ALONG THE MOHAWK erzählen uns Wesentliches über Amerika, sein Werden und wie es sich sehen will. Wobei die Premieren folge interessanterweise in umgekehrter Reihenfolge zur historisch erzählten Zeit steht - STAGECOACH hatte im März seine Erstaufführung, YOUNG MR. LINCOLN im Mai, DRUMS ALONG THE MOHAWK erst Anfang November 1939.

Historisch am weitesten zurück nämlich greift der vorliegende Film. YOUNG MR. LINCOLN hingegen, der "mittlere" der drei, berichtet uns davon, wie jener Präsident wurde, was er dann war, welcher auf Nachfrage sowohl Republikanern als auch Demokraten gemeinhin als der größte, wahlweise wichtigste in den Sinn kommt. In beiden Filmen spielt Henry Fonda die Hauptrolle. Der damals 34jährige zeigt in beiden Filmen beeindruckend, daß er nicht nur einer der bestaussehendsten Hollywoodgrößen aller Zeiten war, sondern auch sehr, sehr gut spielen konnte. So gibt er diesem Gil etwas durchaus Hartes, Unverbrüchliches mit, das ihn dann auch Lara hart anfassen und sogar schlagen läßt. Doch erfüllt Fonda mit seinem natürlichen Pathos ebenso perfekt das Staatstragende, das sowohl den Farmer Gil Martin, eben jenen 'common man', als auch die zukünftigen Lichtgestalt Lincoln umgibt. Das ist Amerika: Wo ein "Niemand" wie Gilbert Martin gleichberechtigt neben Abraham Lincoln steht. Jene Nation, wo beide das Antlitz von Henry Fonda tragen. Ein Land, in dem der gemeine Mann der größte, und der Größte ein gemeiner Mann sein kann. Und wer immer dieser Mann sein will - er kann nur existieren dank der Gemeinschaft, die ihn trägt. Wie in allen seinen Filmen, wird auch DRUMS... von Szenen der Arbeit wie des Feierns mitgetragen. Für John Ford wesentliche Szenen, denn ohne diese so ausgiebig gezeigte Gemeinschaft gäbe es gar keinen Grund da zu sein, wo man ist. Gerade dieser Film macht das sehr deutlich. Hier gibt es keine einsamen Wölfe, hier gibt es nur Farmer, die ihre Arbeit erledigen wollen, die einander unterstützen, die gemeinsam das Erntedankfest feiern.

STAGECOACH, der uns historisch am nächsten käme, angesiedelt irgendwann in den 1860er/70er Jahren, erzählt im Grunde keine "wahre" Begebenheit mehr, er erzählt schon eindeutig davon, wie man sich einst davon erzählen wird, wie dieses Land besiedelt wurde. Mythensysteme. Metaebenen. Er tritt aus der Geschichte, die in den beiden anderen Filmen so wichtig ist auch und gerade in ihrer wirklich datierten Verankerung, heraus, betritt mythischen Raum, verläßt die Zeit. STAGECOACH ist eindeutig ein Western, im engeren Sinne des Genres. Dort tritt ein anderer 'common man' auf, der jedoch zugleich auch anders angelegt ist: John Wayne wirbelt sein Gewehr herum und läßt keinen Zweifel aufkommen, daß er, was immer da kommen mag, bewältigen wird. Diese Haltung prägte ihn und prägte er seine gesamte Karriere hindurch. Fonda hingegen zeigt in beiden Fällen einen Zweifler, hier in DRUMS... auch einen Mann, der Angst hat. Gil Martin ist nicht zum Kämpfen gemacht, anders als Ringo. Als die siegreichen Männer nach dem ersten Feldzug gegen die Indianer heimkehren und in einer nicht endenden Schlange nachts am Haus der Witwe McKlennar vorbeiziehen, dabei eher an eine geschlagene Armee erinnernd, berichtet er Lana im Fieber von den Kampferlebnissen und offenbart dabei einen zutiefst verstörten Mann, der solcher Gewalt ganz offensichtlich noch niemals ansichtig geworden ist. Ford gelingen eindringliche Momente, indem er uns zunächst die Aktion vorenthält und lediglich mit anhören läßt, was Gil zu berichten hat, so daß die Schrecknisse in unserem Kopf entstehen. Später, während des großen Angriffs auf das Fort, präsentiert er uns für seine Verhältnisse und auch jene von 1939 teils drastische Bilder des Kampfes. Man kann auch hier, wie oft in den frühen Filmen von John Ford, über den Umgang mit den Indianern diskutieren und fände manches, das zu beanstanden wäre, nicht beanstanden kann man, daß er den Krieg beschönigen würde. Die Angst der Siedler, das Gefühl, ausgeliefert zu sein, wird gut eingefangen. Wunderbar gelingt es dem Film, eine Balance herzustellen zwischen der Schönheit des Landes, die die Kamera immer wieder in Panoramabildern und Schwenks festhält, und deren gleichzeitiger Bedrohlichkeit, wenn wir den Blick der Siedler über die Palisaden des Forts bei Nacht einnehmen und den Wald auf der anderen Seite des im Mondlicht glitzernden Flusses dunkel dräuend wahrnehmen.

DRUMS ALONG THE MOHAWK ist ein äußerst gelungener Film, wenn man bereit ist, sich auf die ideologischen Implikationen einzulassen, die manchmal gerade mit dem Wissen, was danach geschah, nur schwer zu ertragen sind. Er hat ein gutes Tempo, bedenkt man, daß die Handlung zweimal nahezu zum Erliegen kommt. Ein gutes Beispiel für elliptisches Erzählen. In seinen Actionszenen ist er überzeugend, allerdings legt er weitaus weniger Wert auf Action, als dies STAGECOACH beispielsweise tut. DRUMS... ist eher ein Drama, denn ein Western. Ein Epos, das uns davon berichtet, wie eine Nation anfing, zu sich selbst zu finden. Nimmt man die drei Filme dieses Jahres zusammen, hat man so etwas wie ein nachgereichtes filmisches Gründungsmanifest der amerikanischen Nation.

Wobei eines noch zu bedenken gegeben sei: Die Briten spielen hier, in Fords Version der Unabhängigkeit, kaum eine Rolle. In der Figur des Caldwell, den John Carradine mit Augenklappe als wahren Dunkelmann gibt, sind sie eher als Aufrührer zu sehen, als daß sie hier mit regulären Truppen gezeigt werden. Insofern hat man es bei DRUMS... eben doch mit einem Western zu tun, denn für Ford ist die Besiedlung dieses Landes der Kampf der Siedler gegen eine übermächtige Natur, die ebenso schön wie bedrohlich sein konnte, es wurde bereits erwähnt. Die Indianer sind für den jungen Ford immer Teil dieses Environments gewesen, eine gesichtslose Masse, die einer Plage gleich über die Siedler kommen. DRUMS... bewegt sich also schon vollkommen auf "amerikanischem Grund", die Briten sind eigentlich nur noch ein lästige Pflicht, die es zu erledigen gilt. John Ford erklärt Amerika schlicht und einfach aus Amerika selbst heraus. Das allerdings macht er, wie kein zweiter.

Abschließend einige Anmerkungen zur Musikuntermalung. Viele stören sich am Einsatz des YANKEE DOODLE, den man gemeinhin mit den Unionstruppen im Sezessionskrieg verbindet. Doch ist dies eigentlich ein viel älteres Lied, ein Spottlied sogar, das bereits in er britischen Armee Anwendung fand. Etwas anderes ist der Einsatz der letzten Melodie im Film: Während die amerikanische Flagge gehisst wird, ertönen verhuscht einige Takte der britischen Nationalhymne, die dann von der amerikanischen sozusagen eingefangen und vereinnahmt wird. Dies war nicht geplant, sondern eine Konzession der produzierenden 20th Century Fox an die Tatsache, daß Anfang September 1939 der Krieg in Europa ausgebrochen war und man sich natürlich mit den Briten solidarisierte, die das Licht der Demokratie recht einsam am Brennen hielten. Da hatte man nahezu zwei Stunden lang die Briten als böse, zynisch und brutal, musste aber dennoch seine Verbundenheit mit dem "Mutterland" verdeutlichen. So kommt es, daß am Ende dieses amerikanischen Unabhängigkeitsepos der britischen Krone gehuldigt wird.
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5.0 von 5 Sternen Trommeln am Mohawk, 30. September 2014
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Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
Dieser Film ist ein Klassiker der einfach in keinem DVD Schrank fehlen sollte. Ich habe ihn schon vier fünf mal oder ofter gesehen und kann ihn immer wieder anschauen.
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16 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen TROMMELN AM MOHAWK, 16. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
John Fords erster Farbfilm in exzellenter Qualität !
Leider sind die Umschlag Fotos schwarz/weiss sowie der irreführende Hinweis als wäre der ganze Film schwarz/weiss !!!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Film über die Frontiermen im Unabhängigkeitskrieg, 5. Mai 2007
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Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
Abgesehen von einigen lustigen Damengarderoben ist der Film selbst für penible Authentiker wirklich sehenswert. Die Charaktere des Films sind klasse herausgearbeitet und von den Schauspielern sehr toll in Szene gesetzt.

Meister Ford hat selten schlechte Bilder geliefert und hier bewies er wieder einmal seine Berufung für den Film.

Der Film nimmt unter den wenigen Filmen, die zu der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges spielen eine der ersten Positionen ein. Da hält kein "Patriot" mit Mel Gibson mit, was die Umsetzung angeht.

Man kann da gerne die Monoqualität und die etwas überschminkte Hauptdarstellerin übersehen.
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9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trommeln am Mohawk, 7. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Trommeln am Mohawk (DVD)
Eine seltene Perle unter den Neuerscheinungen !
Allerdings täuscht der Umschlag und die Beschreibung einen schwarz/weiss Film vor obwohl der Streifen in den schönsten Farben ist !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Trommeln am Mohawk
Trommeln am Mohawk von John Ford (DVD - 2011)
EUR 11,13
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