Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos yuneec Learn More HI_PROJECT sommer2016 Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
6
4,8 von 5 Sternen
5 Sterne
5
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Audio CD|Ändern
Preis:19,58 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 26. Februar 2005
"Three Friends" von 1972 war das dritte Album von Gentle Giant und ein Konzeptalbum über Schulfreundschaften und jugendliches Aufbäumen. Musikalisch war es nicht ganz so melancholisch wie das Vorgängerwerk "Acquiring the Taste", andererseits fehlen die Dissonanzen der Folgealben, so ist "Three Friends", vielleicht mehr als jede andere GG-Platte, ein Werk für den Einsteiger: Harter Rock, zwischendurch Jazzansätze, träumerische Streicher und am Ende farbenprächtiger Harmoniegesang machen aus "Three Friends" etwas Besonderes.
Gentle Giant schufen 1974 noch ein weiteres, wesentlich schwereres Konzeptalbum mit dem Titel "The Power and the Glory". Dieses empfehle ich, ebenso wie alle anderen GG-Alben, den Hörern, die sich mit der Gruppe schon etwas beschäftigt haben. Für mich steht jedoch fest, daß Gentle Giant es seinerzeit problemlos mit den bekannteren Yes und Genesis aufnehmen konnten, aufgrund ihrer stilistischen VIelfalt sogar vielfach besser waren.
11 Kommentar| 33 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Februar 2008
Das 1972 veröffentlichte Konzeptalbum "Three Friends" von Gentle Giant gehört für mich zu den bedeutendsten Werken der progressiven Rockmusik und kann in eine Reihe mit Alben wie "Tarkus" von Emerson, Lake & Palmer oder "Close to the Edge" von Yes aus dem selben Jahr gestellt werden.

Die dritte LP von Gentle Giant stellte den Abschluss ihrer kreativsten und innovativsten Phase dar. Das Folgealbum "Octopus" (ebenfalls aus 1972) - obwohl unter den Fans wohl das populärste der Gruppe - markierte in meinen Augen bereits den Übergang zu griffigeren, konventionelleren, wenn auch noch nicht kommerzielleren Kompositionen, zu denen die Gruppe später ab dem Album "Free Hand" (1975) überging. "Three Friends" ist leider auch das letzte Album, auf dem Schlagzeuger Malcom Mortimore mitwirkte, für mich mit seinem lockeren, sich nie in den Vordergrund drängenden Stil für Gentle Giant der bessere Schlagzeuger im Vergleich zu dem harten, rockigen Spiel von John Weathers, seinem Nachfolger.

Musikalisch geht "Three Friends" zwar nicht mehr so viele neue Wege wie das Vorgängeralbum "Acquiring the Taste" (1971), dafür ist "Three Friends" aber rockiger und wie aus einem Guss, dennoch unglaublich spannend und abwechslungsreich. Die musikalische Virtuosität der fünf englischen Multiinstrumentalisten ist ohnehin bekannt, wirkt aber auf diesem Album nicht so verspielt wie an anderer Stelle.

"Three Friends" erzählt die Geschichte von drei Schulfreunden, die in ihrem späteren Leben völlig getrennte Wege einschlagen und so die englische Klassengesellschaft des 20. Jahrhunderts wiederspiegeln.

Um den Rahmen nicht zu sprengen, nur meine beiden Lieblingsstücke:

- Das einleitende "Prologue" variiert eine simultan von Bass, Gitarre und Synthesizern intonierte und locker von Piano und Schlagzeug untermalte Melodie, die man sich als ein fröhlich von Schuljungen geträllertes oder gesummtes Lied vorstellen könnte - wäre da nicht der kraftvoll vorwärtstreibende Rhythmus und eine bisweilen bedrohlich verzerrte Synthesizerlinie, die die unweigerlich voranschreitende Zeit andeuten sollen.

"Prologue" in moderner Klangqualität lässt mir auch nach 36 Jahren noch Schauer über den Rücken laufen: Dieses Lied ist für mich in seiner Instrumentierung, seinem Rhythmus und seinen Harmonien absolute Musik, die ewig weitergehen könnte.

- Mit "Working All Day" geben Gentle Giant eine Hard-Rock-Einlage. Mit mehrstimmigen, tiefen Saxophonen, jaulender, keuchender Hammond Orgel, elektrischer Gitarre und kraftvollem Gesang wird der nervenzerfetzende Alltag eines Straßenarbeiters akustisch wiedergegeben, dessen Kindheitsillusionen im Rhythmus des Presslufthammers zu Staub zermahlen werden. Einem solchen Stück trotzdem noch etwas schwingendes unterzulegen, das können nur wahre Meister.

Ähnlich kongenial fühlen Gentle Giant sich mit dem kreischenden "Peel the Paint" in das von Emotionen und Leidenschaften zerrissene Leben eines Künstlers ein und reflektieren mit dem sachten, kontrollierten "Mister Class and Quality" die zynische Gedankenwelt eines Geschäftsmannes. Das abschließende, hymnische Titelstück "Three Friends" schließt mit seinem wundervollen Melodiebogen wieder an das melancholische zweite Stück "Schooldays" an und beendet ein perfektes Album.

Die remasterte Edition von Repertoire aus dem Jahr 2008 ist mit einem Wort als exquisit zu bezeichnen. Die Tonqualität ist überragend. Der Klang ist voll, klar und sauber, die originale Abmischung wurde strikt beibehalten. So soll es sein! Man hört "Three Friends" eben nur in heute angemessener Tonqualität und völlig ohne Kratzer. Ein leichtes Rauschen vom Masterband bleibt auf meiner Anlage bei hoch aufgedrehter Lautstärke erhalten.

Die sogenannte Digipak-Hülle imitiert bis ins kleinste Detail das ursprüngliche Cover. Da aufgrund der Verkleinerung die Innentexte schwerer zu lesen sind, hat Repertoire Records aber daran gedacht, auf einem kleinen Poster die aufgeklappte Innenhülle der Original-LP von Vertigo nochmals in augenfreundlichem Format mitzuliefern, ergänzt auf der Rückseite durch eine Einführung in das Album vom Musikjournalisten Chris Welch.
22 Kommentare| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Mai 2011
Yes, Genesis, King Crimson, Jethro Tull, Emerson-Lake-Palmer: das waren die Erfinder und Protagonisten des progressiven Rocks Ende der 60-er und Anfang der 70-er Jahre. Und da war dann noch GENTLE GIANT.

Als ich mir "Three Friends" aufgrund eines Berichtes im "Musik-Express" oder in "SOUNDS" (weiß nicht mehr genau) für knapp 20 Mark kaufte damals, wusste ich noch nicht, wie anders die Musik sein würde im Vergleich zu den oben genannten Gruppen. Ich saß tagelang vor meinem ELAC-Plattenspieler mit DUAL-Kopfhörern und lauschte. Es war wie eine Droge. Eine fremde Welt prasselte auf mich ein, ein musikalische Welt, die in meinen Gehörgängen Einlass suchte. Ich gewährte ihn. Das sollte Rock sein?

Heute, rund 40 Jahre später ist der Zauber immer noch da. Diesmal auf CD. Diese Musik ist handgemacht, sie atmet. Und sie trägt mich in Sphären, die ich vorher nicht kannte.

Mit "Prologue" startet die Platte geschmeidig und synkopisch wie eine riesige Maschine, die sich nach vorne wälzt, ein Saurier, der Landschaften durchschreitet, voller Spannung, sinnlich.

Das folgende "Schooldays" ist eine Ausgeburt an Rafinesse. Vertrackte 3/4 und 7/4 Metren jagen sich. Der Gesang wird auf den linken und rechten Stereokanal aufgeteilt. Man hört links "Septem ..." und auf dem rechten "... tember". September eben. Geniale Wortspiele in Musik gegossen, so filigran, so subtil, dass mir damals der Atem wegblieb. Es war wie ein Hörspiel. Dieser Track hat soviele Gesichter, soviele Themen, die sich ineinander weben, dass er wie ein Film vor den geschlossenen Augen abläuft. Dezent wird ein Synthie eingesetzt, ein Klavier, eine Kinderstimme, ein Vibraphon. Und am Ende läuft das Stück Musik aus, als wenn man den Stöpsel gezogen hätte. - Großartig. Unerreichte Musikalität. Gentle Giant zeigen hier, dass sie Trendsetter waren. Sie hatten einen völlig eigenen Sound entwickelt. Und eigene musikalische Strukturen.

Die Musiken auf dieser Scheibe sind rockig, oft schwerblütig, aber nie überladen, nie plump, immer feingliedrig. Am Ende der Platte vesetzt uns das Titelstück "Three friends" in eine Endlosschleife höchster Intensität, es ist wie eine barocke Woge, die auf die Küsten von Wales zurollt und immer wieder zerschellt und brandet. Ich hatte bis dato noch nie einen Sound gehört, der so majestätisch war, so rein und verwoben mit modernsten Synthie-Schwingungen, dass man bange hoft, es würde nie enden. Und wenn es dann vorbei ist, bleibt einem nur eines: die Nadel vorne wieder ansetzen.

Ein Meilenstein des filigranen, durchkomponierten Rocks von der britischen Insel, verschroben, fremd, machtvoll. - Diese Platte muss man einfach haben.

Ich habe noch viele andere GG-Alben. Aber "Three Friends" ist wie Urlaub an Bord eines Raumschiffs. Reiner Eskapismus. Satter Sound auf tönernen Füßen. Ein Studioalbum, das beweist, dass GG zur Creme de la Creme im Rockzirkus gehören.

Schade, dass ich bei meinem CD-Neukauf noch das falsche Album-Cover erwischt habe (diesen Kopf mit Bart). Das originale LP-Cover mit den drei Figuren auf herrlichem Aquarell-Blau lässt einen erst richtig träumen.
33 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
mal einen Personalwechsel an den Drums was aber der
Kreativität keinen Abbruch tat.
Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern klingt diese Platte
für mich persönlich etwas verhaltener, ja eigentlich sogar
düsterer was wahrscheinlich am Gesamtthema über die drei Freunde
liegt, die sich seit der Schulzeit kennen und so unterschiedliche
Karrieren machten.
Das macht das Werk um einiges schwerer zugänglich.

"Prologue"6:12 beginnt düster mit einem jazzrockigen Moog-Melodielauf
bevor der Gesang verhalten einsetzt und von dem einmaligen Chorgesang
der Gentle Giant-Jungs unterstützt wird. Dann geht es wieder in das
Anfangsthema und fadet aus.

Ein Vibraphon untermalt einen Kanongesang bei "Schooldays"7:33 von
Basstupfern begleitet. Ein Pianothema vom Mellotron unterstützt
erzeugt eine melancholische Atmosphäre und Ray Shulmans Sohn Calvin
leiht seine Kinderstimme. Ein sehr schräges Stück.

King Crimson/ Van der Graaf Generator - ähnlich vom Saxophon geführt
folgt "Working all day"5:07 und es geht in ein treibendes Hammond-Solo
bevor es wieder vom Anfangsthema abgelöst wird und endet.

Bei "Peel the paint"7:25 wird ein verhaltener Gesang von einem
Violinen/Mellotron-Thema unterbrochen und von einem brachialen
Rockthema abgelöst in dem es ein effektvolles Gitarrensolo gibt
das nur von den Drums begleitet wird. Dann setzt das Rockthema
wieder voll ein und es kommt zum Schluss.

"Mister class and quality"5:51 beginnt blues-boogie-rockend und
wird immer wieder durch schräge Einlagen in Richtung Prog-Rock
gebreakt bevor es nahtlos übergeht in "Three Friends"3:00
fast hymnisch durch Mellotron und Chorgesang, was diese Platte
dann beendet.

Gary Green - guitars, percussion

Kerry Minnear - keyboards, vibraphone, percussion, Moog, vocals

Malcolm Mortimore - drums

Derek Shulman - vocals

Phil Shulman - sax, vocals

Ray Shulman - bass, violin, 12 string guitar, vocals
55 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 22. Februar 2016
(drei davon sogar Brüder), besser bekannt als die britische Art-Rock-Legende GENTLE GIANT, begaben sich irgendwann im Jahre 72 mal wieder in's Tonstudio, um ihr drittes, diesmal Quasi-Konzept-Album aufzunehmen. Die beiden vorangegangenen LPs waren/wurden (absichtlich oder zufällig/bewusst oder unbewusst) keinem erkennbaren Konzept untergeordnet, und so erzählt THREE FRIENDS eben von 3 Jungs, die zusammen in die Schule kommen (PROLOGUE), den einen oder anderen Blödsinn verzapfen bzw. schlicht erste (Lebens-)Erfahrungen sammeln (SCHOOLDAYS), nur um sich dann in den darauffolgenden Jahren mehr und mehr aus den Augen/aus dem Sinn zu verlieren. Der eine schuftet sich als desillusionierter Working-Class-Non-Hero seinen Buckel krumm (WORKING ALL DAY), der andere verfällt den schönen Künsten (PEEL THE PAINT) und der letzte wird emotions-/gesichtsloser, kalkulierender/taktierender, zynischer Businessman (MR. CLASS & QUALITY?) - interessanterweise alles Männchen/kein einziges Weibchen, was heute in der politisch ach so gleichberechtigten Welt ja sowas von gar nicht ginge. Egal, am Ende (nicht nur der Platte) treffen sich die Drei (THREE FRIENDS), ob tatsächlich oder nur theoretisch, bleibt unklar und bedeutungslos. Jaja, die Schule/die Schulzeit und alles, was damit assoziiert wird – kein übermäßig aktuelles/beliebtes/relevantes Thema, schon gar nicht für eine Rock-Band. IN A GLASS HOUSE, POWER AND THE GLORY (beide 74), FREE HAND (75) und nicht zuletzt INTERVIEW (76) waren auch solche Konzept-Alben, allerdings eher thematisch, weniger musikalisch.
.
.
DIE MUSIKER/DIE PERFORMANCES (5 Sterne, außer *)
Gary GREEN (guitars, backing vocals), Kerry MINNEAR (keyboards, lead & backing vocals), Derek SHULMAN (lead & backing vocals), Phil SHULMAN (lead & backing vocals, sax), Ray SHULMAN (bass, backing vocals) und *Malcolm MORTIMORE (drums) waren 1972 das sanft-riesige 6-Pack und fügten ihren „Haupt-Instrumenten“ noch viele weitere hinzu: Image-, Klang- und Stil definierende Instrumente wie Akustik- und 12-saitige Gitarre, Cello, Cembalo, Geige, Klavier, Pauken, Shaker, Triangel, Vibraphon oder Xylophon kommen hier (genauso wie auf dem Vorgänger AQUIRING THE TASTE oder besonders dem Nachfolger OCTOPUS) z.T. exzessivst zum Einsatz und demonstrieren nur ein weiteres Mal einen vorher und nachher nie dagewesenen instrumentalen Overkill der Extra-Klasse.

Keine andere mir bekannte Band hat es auch nur annäherungsweise geschafft, derart viele verschiedene Instrumente nicht nur zu bedienen/bearbeiten/beackern, sondern sie auch noch nach MUSIK klingen zu lassen – einfach unglaublich, diese Typen! Wie meinte irgendein Zeitzeuge irgendwann einmal: „GIANT are basically five One-Man-Bands all in one!“ Naja, etwas übertrieben vielleicht, aber irgendwas ist schon dran an dieser Aussage, die sich allerdings auf das klassische 5er-Outfit (MIT John, OHNE Phil) und deren Live-Präsentationen so Mitte 70 bezieht. Bis auf MORTIMORE (der bestimmt ein fähiger, aber unscheinbarer Drummer war) kann/muss man alle Beteiligten ohne jegliche Übertreibung schlicht als hochgradig begnadete Instrumentalisten/Sänger bezeichnen. Guter Gott, was hast Du bloß nicht nur den SHULMEN, sondern auch dem GREEN und dem MINNEAR mit auf ihren genetischen Weg gegeben, wo findet man heute noch so unerhört viel Talent zeitgleich konzentriert auf einem Haufen?
.
.
DIE MUSIK/DIE KOMPOSITIONEN (5 Sterne)
Gerade mal 6 Songs mit einer Gesamt-Spielzeit von mageren 35:19min befanden sich auf dem Original-Vinyl, welches ich irgendwann Mitte der 70er als 2-LP-ReRelease (zusammen mit der ersten GENTLE GIANT) gekauft habe. Die vorliegenden CD-Ausgaben fügen dieser traurigen Tatsache bedauerlicherweise nichts hinzu: keine Bonus-Tracks, keine Outtakes, keine Remixes oder unveröffentlichte Schätze - absolut NIX! Dafür klingt jeder einzelne Song vollkommen unterschiedlich (typisch GIANT der early 7Ts), hat seinen ganz eigenen Charakter/versprüht seinen ganz eigenen Charme:

1. PROLOGUE („fate and skill and chances play their part“)
Snare-Wirbel und los geht's: Das mysteriös-melodische, rhythmisch recht seltsame Haupt-Thema wird von E-Gitarren, Saxophonen(?) und Synthesizern mehrfach über einen starr-sterilen Bass/Keyboard/Schlagzeug-Rhythmus exekutiert. Gedämpfter Gesang setzt ein (Phil oder doch Kerry oder gar beide?) theoretisieren über Freunde/Leben/Schicksal/Talent/Zufall. Beim anschließenden Mittelteil handelt es sich um ein frühes Beispiel mathematisch anmutender GIANT-Kompositions-Konstrukte: Während die Band langsam aber sicher einen 3/4tel-Rhythmus aufbohrt (watch out for Ray!), lässt Kerry seine Synthies dialogisieren (ähnlich seinen Einwürfen auf A CRY FOR EVERYONE der 73er OCTOPUS). Anschließend wird das Anfangs-Thema erneut aufgegriffen und ausgefaded...

2. SCHOOLDAYS („feeling no care“)
Das zentrale Stück auf FRIENDS und offensichtlich eins von Kerry: haufenweise verschiedenste damals erhältliche Keyboards: A- und E-Pianos, Mellotron, Synthesizer (72 gab's davon noch nicht SOOO viele, vorzugsweise den legendären MOOG), und vor allem Percussion (alle Instrumente von Kerry gespielt, der u.a. auch Schlagwerk studiert hat). Dem von ultra-dumpfer E-Gitarre und Vibraphon vorgestellten Anfangs-Thema (Marc BOLAN würde jetzt fragen: „is it jazz?“) folgt die wohl verquerste Verquickung zerstückelter Vokal-Fragmente, vereinzelter Percussion-Einwürfe und 6-/12-saitiger Gitarren-Einstreuungen, die die Welt bis dahin gehört hat – absolut eigen- und einzigartig, faszinierend fremd, unerhört! Dann passiert, was auf der 75er FREE HAND, genauer gesagt auf ON REFLECTION perfektioniert werden sollte: Teil 1 „cross-faded“ allmählich mit (quasi Mittelteil-)Teil 2, dies allerdings rhythmisch so clever aufeinander abgestimmt, dass der Übergang von einer Takt-Art in die andere überhaupt nicht auffällt. Diesen (ich nenne ihn mal „remember-always-forever-gone“)-Part dominiert Kerry nicht nur durch Grand-Piano und auf- und abschwellendes Mellotron, sondern auch durch seine eindringlichen Lead-Vocals. Hard rechts gepannte Schuh-Karton-Drums kommen hinzu und Ray's Sohne-Mann Calvin SHULMAN gibt sein kindliches Mikrofon-Debut. Keine einzige Gitarre hier, überhaupt kein Derek, dafür ein in's Nichts wiederholtes zweistimmiges „gone, gone, gone...“ Teil 1 galoppiert erneut von hinten nach vorne und wird völlig unerwartet von einem nervösen Vibraphon-Solo (lustig: Vibraphon OHNE Vibrato, also einfach nur draufgehauen) abgelöst. Dann nochmal ein sich mehrmals wiederholender Refrain und Reprise des Anfangs-Themas/Ausklang auf Staub-Gitarre und E-Piano. Dieses Stück sollte man sich unbedingt auch mal im Kopfhörer reintun, um all die mix-, produktions- und sound-technischen Feinheiten gänzlich erkennen zu können!

3. WORKING ALL DAY („never getting nowhere“)
Synthi-Intro mit rhythmischem Stereo-Delay, dann scheint das Tonbandgerät ausgeschaltet zu werden, die Klänge werden immer langsamer, immer tiefer, nur um direkt in's eigentliche Stück hinein zu brechen: 4/4tel, bassig, dunkel, medium-tempo, moll, schwer, tief – wie „richtige“ Arbeit eben ist bzw. laut Derek (on lead vocals) angeblich zu sein hat. Alles unschön und ungut, wäre da nicht der rein instrumentale Mittelteil: Aus dem 4/4tel wird ein 6/8, Saxofone schnarzen und Kerry quält seine Hammond – sehr schön wie er während des Spielen's an den Registern schiebt und zieht. Nach einem Zwischenstopp, der wie ein Elektro-Cembalo klingt, werden nochmal Teile der Strophen und ein Refrain wiederholt, bevor dann die ganze Band das Stück (und die erste Seite der damaligen LP) zu Ende rockt – angefügter Ausklang dann hoffnungsvollerweise in Dur...

4. PEEL THE PAINT („free from the start“)
Eigentlich ein Three-Part-Song (Zufall?): Teil 1. dünne, feine, leise Strophen-Vocals, mittelalterlich anmutendes Cello/Geigen-Arrangement über nicht ganz geradem Takt als Pseudo-Instrumental-Refrain, das Ganze zweimal wiederholt, bis schlussendlich nur noch 4 Noten übrig bleiben, die dann als elektrifiziertes Intro für Teil 2 herhalten müssen: GIANT rockt so heavy wie selten, während Derek seine gefürchteten Stimm-Eisen gegeneinander reibt („nothing's been learned, no nothing at all“). Das gesamte Arrangement hier deutet das viel später folgende I LOST MY HEAD voraus, welches ähnlich aufgebaut werden sollte. Dann Teil 3: Das hier offensichtlich improvisierte (an anderem Ort gespielte, zu anderer Zeit aufgenommene) wilde E-Gitarren/Schlagzeug-Duell bringt das Stück zwar auf über 7min Gesamt-Länge, hat mit ihm aber weder tempomäßig noch thematisch noch tonal großartig zu tun. Erinnert mich von der Idee her übrigens ganz gewaltig an den Mittelteil des Song's NOTHING AT ALL (hatten wir das nicht schon mal an anderer Stelle?) von GIANT's Debut-Album – auch da: minutenlange Piano-/Drum-Improvisation und kein erkennbarer Zusammenhang mit dem Rest des Stück's, wohl aber eine Verlängerung auf über 10min. Part 2 kehrt kurzzeitig zurück, nochmal die oben erwähnten 4 Noten und AUS.

5. MR. CLASS AND QUALITY? („give and take the orders“)
Obskures Intro mit noch obskurerem Bass (wer hat sich DEN bloß ausgedacht?). Dieser ist tatsächlich identisch mit dem unterliegenden Bass-/Gitarren-Unisono-Geriffe im abschließenden THREE FRIENDS. Ich hab auch ca. 10 Jahre gebraucht, bis mir diese Tatsache bewusst wurde – sehr seltsam. Ansonsten hat das Intro (ohne Drums) mit dem Rest der Nummer nichts zu tun. Ein insgesamt recht fließendes, dennoch striktes Stück Musik mit E-Geige und fast durchgängig mehrstimmigem Gesang. Im Mittelteil ein zunehmend verzerrtes Hammond-Solo, dann ein paar Echo-Effekte hier, ein paar Unisono-Läufe da, nochmal ein kombiniertes E-Gitarren/E-Piano-Solo und unmittelbarer Übergang zu:

6. THREE FRIENDS („class to class“)
Göttlicher Chor-Gesang (KEINE Lead-Vocals!), Mellotron und Orgel bis zum abwinken, ostinate E-Bass/E-Gitarren-Figur und stolperndes Schlagzeug. Wie gesagt, MORTIMORE war kein Schlechter, aber hier hat er offensichtlich Probleme mit den Takten: wo fängt der eine (Takt) an, wo hört der andere auf, was GENAU geht hier vor sich? Nach drei Durchgängen (THREE FRIENDS) schweigt der Chor, wird das Stück instrumental und fadet sich in die Auslaufrille...
.
.
DIE ARRANGEMENTS/DIE EXPERIMENTE/DIE INNOVATIONEN (5 Sterne)
Was soll man denn zu GENTLE GIANT (speziell der Anfangstage) und deren Gebrauch/Missbrauch(?)/Verwendung von Instrumenten in Verbindung mit damals vorhandener Studio-Technik noch großartig analysieren/diskutieren/rekapitulieren? Es muss der absolute Alptraum eines jedes Sound-Engineer's (in diesem Fall Martin RUSHENT) gewesen sein, mit SHULMAN & Co. zuammen zu arbeiten, zu arrangieren, aufzunehmen und letztlich zu mixen. Ein Titel wie beispielsweise SCHOOLDAYS besteht aus einer so absurden Anzahl von Einzelteilen, akustischen Ereignissen, Audio-Gimmix, dass allein die Vorstellung eines NICHT computerisierten End-Mixes wie der blanke Horror, das Ergebnis allerdings wie ein Märchen/Wunder/Zauber anmutet - wie haben die DAS bloß geschafft, mit gerade mal 16, wenn's hochkommt vielleicht 24 analogen Aufnahme-Spuren und einem ebenso voll-analogen Mischpult? Keine Presets, kein Pro-Tools, kein Total-Recall-Mixing-Desk oder ähnlich digitaler Schnickschnack - der Wahnsinn! Die allein in diesem Stück auftauchenden Dynamik-Schwankungen, Frequenz-Extreme, Klang-Effekte, Lautstärke-Staffelungen, Stereo-Positionierungen spotten jeder (72er-)Beschreibung und ringen mir auch heute, schlaffe 44(!) Jahre nach Aufnahme, allergrößten Respekt ab!
.
.
DIE PRODUKTION/DER SOUND (4 Sterne)
Aufnahmen aus den Anfang-70ern verheißen soundmäßig in aller Regel nicht viel Gutes. Ja, Ausnahmen bestätigten die Regel und die weiter unten aufgelisteten 72-Veröffentlichungen sind Beispiele solcher Ausnahmen. Der Sound der originalen drei Freunde war überdurchschnittlich (wenn auch alles andere als homogen), der vorliegenden REPERTOIRE-CD-Ausgabe angenehm anders, warm, weich. Ein großartiges Remastering/Restoring scheint nicht stattgefunden zu haben, und so wurde selbst das deutlich hörbare Grundrauschen in manchen Stücken oder Teilen davon einfach beibehalten. Ein komplett neuer Remix (zur Abwechslung vielleicht mal NICHT von Herrn WILSON) interessierte bestimmt nicht nur mich, wird aber aufgrund allgemeiner Nicht-Notwendigkeit wahrscheinlich nie stattfinden.

Zum Thema Schlagzeug-Sound möchte ich hier an dieser Stelle anmerken, dass MORTIMORE's Beiträge klanglich (NICHT spielerisch) die vielleicht unbefriedigensten der gesamten aufgenommenen GIANT-Geschichte darstellen. Es tut mir wirklich leid (auch für ihn und selbst), aber ich habe selten derart drucklose, dumpfe, dünne Drums gehört. Klar, es war erst 72 und Drums spielten allgemein noch lange nicht die Rolle, die sie später mal spielen sollten, aber Malcolm's Abgang/John's Rekrutierung (inkl. der damit einhergehenden Dynamik-/Lautstärke-/Sound-Veränderung) bestimmte ohne wenn und aber den weiteren Werdegang der Band!
.
.
DAS COVER (3 Sterne)
der Original-LP wie auch der mir vorliegenden CD-Versionen war/ist nicht mehr und nicht weniger als der ambitionierte Versuch, die ohnehin recht reduzierte Story zu visualisieren. Hier existierten schon immer zwei unterschiedliche Versionen: 1. die mit dem bereits auf der ersten LP aufgetauchten GENTLE GIANT-Kopf außen/Gruppen-Zeichnung innen (das FALSCHE Cover also, wenn man so will) und 2. die mit den drei sich gegenüber sitzenden stylisierten Gestalten außen/Texten und weiteren Illustrationen innen. Um's kurz zu machen: Mehr als der Versuch einer Visualisierung ist auch in der CD-Gegenwart nicht heraus gekommen - LEIDER! Die vollkommen plastiklose REPERTOIRE-Ausgabe kommt als Miniatur-Version des originalen Klapp-Cover's zusammen mit einem auffaltbaren Info- und Text-Blatt, welches zumindest das Original-Artwork aufgreift und vergrößert, sodass die pessimistischen/realistischen/tristen Texte tatsächlich lesbar werden. Ja, selbst das VERTIGO-Label (allerdings nur die Rückseite) wurde auf der CD reproduziert!
.
.
THREE FRIENDS
war im Jahre 1972 die gerade mal dritte GENTLE GIANT-Platte überhaupt. Gemessen an ihren Platten davor und danach möchte ich von einer ihrer klanglich kompaktesten, kompositorisch konsequentesten Veröffentlichungen sprechen. Zeitgleiche Veröffentlichungen waren z.B. EMERSON, LAKE & PALMER's TRILOGY, GENESIS' FOXTROTT, JETHRO TULL's THICK AS A BRICK, KING CRIMSON's LARK'S TONGUES IN ASPIC, PINK FLOYD's MEDDLE, YES' CLOSE TO THE EDGE - alles atemberaubende, bahnbrechende, definierende, exemplarische, individuelle, innovative, revolutionäre Werke mit Langzeit-Wirkung. Was sich heute PROG nennt, wurde damals gerade erst kreiert und (zur einfacheren Sortierung) ART-ROCK getauft. Andere 72er-Veröffentlichungen (allerdings eher im Rock/Pop- denn im Art-Bereich) waren z.B.: BLACK SABBATH's VOL.4, BOWIE's THE RISE AND FALL OF ZIGGY STARDUST AND THE SPIDERS FROM MARS, DEEP PURPLE's MACHINE HEAD, LED ZEPPELIN's IV, SLADE's SLAYED?, T.REX' THE SLIDER, URIAH HEEP's DEMONS AND WIZARDS und(!) THE MAGICIAN'S BIRTHDAY und und und – was für ein abenteuerliches, künstlerisches, musikalisches, produktives, sensationelles Jahr!. Warum GIANT's FRIENDS inmitten all dieser künstlerisch wertvollen Meilensteine nicht mehr Aufmerksamkeit, Anerkennung, Airplay bekommen hat, bleibt wahrscheinlich nicht nur für mich und bis an's Ende aller Tage ein ewiges Rätsel.
.
.
HAAX/Kiel
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. März 2015
Tolles Album!!! Ich hatte vor vielen Jahren schon die LP von einem Freund zum "reinhören" bekommen und war angenehm überrascht über den Sound von Gentle Giant. Klare Kaufempfehlung!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

7,99 €
8,99 €
16,26 €