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5.0 von 5 Sternen Hut ab!, 26. November 2011
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Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
"Tom meets Zizou" dreht sich um die bewegte Karriere von Thomas Broich, der als junger, hochtalentierter Fußballer zu Borussia Mönchengladbach kam, als Heilbringer des deutschen Fußballes gefeiert wurde und schliesslich - zumindest aus rein fußballerischer Sicht - eine ziemliche Bauchlandung erlebte, bevor er in Brisbane schliesslich seinen Platz und auch den Erfolg fand.

Das klingt nicht besonders außergewöhnlich und in den ersten 20-30 Minuten stellt sich Tom meets Zizou wie ein relativ belangloses, gut gefilmtes Porträt eines talentierten jungen Mannes dar. Doch im Verlauf der Karriere von Thomas Broich gewinnt auch der Film zunehmend an Intensität und Tiefe. Das liegt einerseits am Protagonisten, der verzweifelt versucht, als vielseitig interessierter, charakterstarker und ohne Scheuklappen versehener, neugieriger Mensch seinen Platz in der oft dümmlichen, engstirnigen Fußballwelt zu finden; andererseits an der Qualität des Filmes, der Thomas Broich immer wieder entspannt am Lagerfeuer in Australien sitzend seinen Karriereverlauf kommentieren lässt. Statt auf dem "bösen" Geschäft, daß ihn einsog, zerkaute und wieder ausspuckte, rumzuhacken, spart Thomas Broich hierbei nicht an Selbstkritik und -ironie, sieht seine eigene Arroganz und Leichtgläubigkeit: alleine diese Charaktereigenschaft ist vorbildhafter als jeder Solo-Lauf von Messi oder jede Strafraumgebärde von Oliver Kahn.

So formiert sich langsam im Verlauf das Streifens das Bild einer Karriere, die nun doch ein Happy-End erfuhr; aber auch das Bild eines Menschen, der fast daran kaputt geht, daß er nicht zum fußballerischen Fachidioten mutieren will, sondern schlicht und ergreifend ein gutes, erfülltes und authentisches Leben mit vielseitig zu sammelnden Erfahrungen leben will, statt sich zum Held der Massen stilisieren zu lassen. Kurzum: man kann nicht drum herum, sich im Verlauf zunehmend mit diesem Thomas Broich zu identifizieren, sozusagen auf der Suche nach dem Sandkörnchen Ehrlichkeit und Tiefgang in einem fußballerischen Kunstprodukt - man kann dies übrigens in meinen Augen beliebig durch einen Großteil von "Karrieren", die heutzutage gemacht werden sollen, ersetzen.

Das Verdienst von Thomas Broich ist es im weiteren, zu zeigen, daß es Alternativen gibt, wie seine erfolgreichen Australien-"Flucht" zeigt: er kann seinen Job auf einem hohen Niveau ausüben, ohne sich dabei verkaufen und verbiegen zu müssen; aber er zeigt auch, daß dies nicht funktionieren kann, ohne daß man als Mensch die richtigen Lehren zieht.

"Tom meets Zizou" handelt zwar "nur" von einem Fußballer - aber es ist ein Film, den man auch als Nicht-Fußballinteressierter ansehen und aus dem man Inspiration und Denkanstöße ziehen kann.

Kurzum: Hut ab, Thomas Broich! Eine solche Karriere ist inspirierender und großartiger als die von manchem Nationalmannschaftskapitän.
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Es wird Zeit, dass ich abhaue.", 3. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
Wenn ein Bundesliga-Profispieler, der einst als Hoffnungsträger und aufsteigender Stern am Himmel der Bundesliga gefeiert wurde, zu dieser Erkenntnis kommt, dann muss einiges passiert sein. Was vorfiel, bis Thomas Broich diesen Satz aussprach, das zeigt Aljoscha Pauses wunderbarer Dokumentarfilm -Tom Meets Zizou-. Dabei geht es in allererster Linie aber nicht nur um Fußball, sondern vor allem um das System Bundesliga und den Menschen Thomas Broich. Pause schafft es, keine Stellung zu beziehen und er kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus. Sein Film dokumentiert in einzigartiger Weise wie der "schwierige" Mensch Broich einfach nicht in die vorgefertigte Schablone "erfolgreicher Ligaprofi" hineinpasst. Lag die Schuld an den Trainern und Vereinen? Oder war es doch Broich selbst? Das spielt bei -Tom Meets Zizou- keine Rolle. Das Ergebnis von Pauses Dokumentation, die Broich vor allem im Zeitraum der Jahre von 2001 bis 2011 begleitet, sollte in jedem Fall zum Pflichtprogramm jedes jungen Fußballspielers werden, der sein Glück in der Bundesliga sucht, denn: Hier gibt es zu sehen, was die Sportschau oder die Titelseiten der Sportpresse nicht zeigen. Insofern ist -Tom Meets Zizou- wichtiges, großes Kino.

Der junge Thomas Broich ist ein aufgewecktes Kind. Ihm stehen alle Türen offen. Er liest gern, ist musikalisch interessiert, kommt in der Schule gut voran, und kann hervorragend Fußball spielen. Es dauert nicht lange, und man wird auf ihn aufmerksam. Von Burghausen aus geht er in den Profifussball. In Mönchengladbach avanciert er zum Hoffnungsträger des deutschen Fußballs. Seit Günter Netzer gab es keinen Mittelfeldspieler mehr, der die Borussen so überzeugte. Broich spielt in der U21 Bundesauswahl und die Chancen, dass er 2006 bei der WM im eigenen Land das Nationaltrikot trägt, ist groß. Doch dann entsteht ein Bruch. Der neue Trainer Advocaat steht nicht unbedingt auf Spieler, die in ihrer Freizeit klassische Musik hören oder lesen; um es vereinfacht darzustellen. Broich rebelliert, kommt aber gegen das System nicht an. So sehr Co-Trainer Oenning ihn auch schätzt, Broich scheitert. Dazu kommen Verletzungen, die ihn aufhalten. Später wechselt Broich von Gladbach nach Köln und erlebt dort, nach eigener Aussage, eine "geile Zeit". Mit den Geißböcken steigt er von Liga 2 in die Bundesliga auf. Doch Broich merkt immer wieder: Das Profileben ist nicht seins. Er nimmt an einem Töpferkurs teil, schert immer wieder aus dem Ligazirkus aus und landet auch in Köln auf der Bank. Nürnberg, beim Freund Oenning, wird Broichs letzte Bundesligastation. Dann ist Schluss. Broich wechselt nach Australien und erfüllt sich seinen sehnlichsten Wunsch, im Ausland zu spielen. Downunder geschieht tatsächlich das Wunder. Der unbequeme Bundesligaspieler findet sein Fußballparadies. Mit den "Brisbane Roar" wird er australischer Meister und ist mittlerweile ein hochgeschätzter Spieler in der australischen Liga...

"Ich hatte ein Angebot von Real...Villareal!" Lachend spricht Broich in die Kamera. Ja; genau so eine Type ist der junge Mann. Clever, intelligent, intellektuell, geradlinig und ganz sicher nicht einfach. Aljoscha Pause hat Broich zehn Jahre lang begleitet und das Bild eines Menschen gezeichnet, der unbequem ist, aber seinen Sport geradezu perfekt beherrscht. Das sich die Bundesliga dieses Talent nicht zu eigen machen konnte, ist so bitter wie verständlich. -Tom Meets Zizou- zeigt in sachlich starken Bildern auf, was da schiefgegangen ist. Gespickt mit wunderbaren Interviews, z.B. von Berti Vogts, Udo Lattek oder Horst Köppel, erhalten wir einen Blick hinter die Kulissen. Thomas Broich wirkt in diesem Umfeld oft wie ein Fremdkörper. Wenn er sagt: "Später habe ich mich angepasst und den gleichen Scheiß gequatscht, wie 70 Prozent der anderen Spieler", kann man seine Frustration durchaus mitfühlen.

-Tom Meets Zizou- ist ein wirklicher Klasse-Film und für jeden echten Fußballfan ein Muss. Zu absolutem Hintergrundwissen liefert Pause auch noch grandiose Spielszenen. Da kommt wirklich keiner zu kurz. Ich habe mich von Pauses Dokumentation brilliant unterhalten lassen. Schade, dass diese Miseren immer wieder passieren. Aber wer Pauses Film gesehen hat, der weiß, dass auch in Zukunft große Talente an der Liga, sich selbst oder an beidem zusammen scheitern werden. Thomas Broich ist in jedem Fall ein offener, ehrlicher Profi, der selbstkritisch genug ist, die Fehler nicht nur bei anderen zu suchen. So kommt er in Pauses Film auch rüber. Dafür Chapeu Thomas Broich! Ich bin jedenfalls schwer beeindruckt.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschlich, 21. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
Früher habe ich erfolgreiche Fußballer bewundert, nun bewundere ich Menschen wie Thomas Broich.

Der Film lässt einen Blick hinter die Kulissen des Profifußballs zu und man lernt einen Menschen kennen, der anders denkt und fühlt. Tom meets Zizou ist eine Dokumentation, die nie langweilig wird und immer wieder neu überrascht. Sie eröffnete neue Denkansätze und schafft Impulse für neue Sichtweisen. Denn es gibt auch einen anderen Weg zum Glücklichsein als Meistertitel und Pokale.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse gemacht, guter Typ, interessante Themen, 29. Januar 2012
Von 
Tomate "TMW" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
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Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
Regisseur Aljoscha Pause, früher Sportredakteur, ist wahrscheinlich der "Top-Profi" für Fußball-Dokus. Dabei arbeitet er nicht nur die sportlichen Eckdaten heraus, sondern durchleuchtet die Hintergründe, das Leben neben dem Sport, gesellschaftliche Themen, die damit im Zusammenhang stehen oder stehen könnten. Damit liefert er eine umfassende Doku über den Sportler bzw. das Thema, das er portraitiert.

INHALT + MEINUNG

Von 2003 bis 2011 begleitete Pause den Fußballer Thomas Broich. Auf dem Land in Bayern aufgewachsen, hatte Broich gerade seine erste Zweitligasaison bei Wacker Burghausen hinter sich gebracht. Dies erfolgreich, er war ein spielbestimmender Akteur und mit damals 21 Jahren eines der großen Talente des deutschen Fußballs. Schon nach der Hinrunde seiner zweiten Zweitligasaison wechselte er zu Borussia Mönchengladbach, wo er zweieinhalb Jahre blieb. Danach folgten drei Jahre Köln und ein Jahr Nürnberg, bis er schließlich in Australien landete.

Die einzelnen Stationen werden mit Bild-Eindrücken seines jetzigen Lebens sowie wichtigen, aufklärenden und selbst reflektierenden Interview-Kommentaren des heutigen Broichs zusammengefügt. Dazu kommen begleitende Personen (Trainer, Mitspieler) zu Wort. Mediale Berichterstattungen sorgen für den Roten Faden. Durch die Mischung all dieser Sequenzen ergeben sich ein klares und differenziertes Bild über den Mensch und Sportler Thomas Broich, über seine Karriere, über Ursachen und Wirkungen, richtige und falsche Eindrücke und Entscheidungen und vor allem erhält man einen besseren Blick als sonst auf das Geschäft Bundesliga und das Leben eines Fußballprofis.

Der Stil dieser Doku ist perfekt. Trotz mehrerer Sequenzen ohne Text, wird man des Zusehens nicht überdrüssig, wird man nie gelangweilt. Die ledigliche Bebilderungen vermittelt puzzleartige Aussagen ohne Wort, die das Gesamtprodukt vervollständigen. Eine passende Abrundung schafft die passgenaue, richtig gute Filmmusik. Somit enthält jede Sekunde Filmmaterial diverse Informationen, Thesen, Aussagen und Ergebnisse.

Insbesondere aber hat Thomas Broich was zu sagen. Und da geht es nicht nur um seine oft beschriebene Andersartigkeit als Fußballer, seine musischen Talente oder seine Intellektualität. Es ist vor allem ein fühlender Mensch mit Tiefe, der - entgegen so ziemlich jedem Sportler - mit Selbstkritik und einer diffizileren Sichtweise nicht spart. Dies aber ohne sich zu peinigen, sondern eher um sich zu erklären, für sich und vor allem mal für die anderen. Dies war nötig, denn oft hat die breite Öffentlichkeit ihn und sein Produkt nicht verstanden, dies vor allem sportlich. Warum, wenn er doch alles kann, stimmen die Leistungen nicht oder sind für seine Möglichkeiten nicht genug? Dass diese Frage eben nicht nur mit Schwarz-Weiß-Parolen, die man im Fußball gerne benutzt, zu beantworten ist, wird hier eindrucksvoll dargelegt. Zu wünschen wäre, dass alle Beurteiler, ob jetzt Manager oder Trainer oder auch Medien und Fans, sich zumindest ansatzweise mal damit auseinandersetzen. Viele schon morgen wieder irrelevanten Aussagen und Kritiken, könnte man sich sparen. Gerade was die Beziehung zwischen Talent und Leistung angeht, kann man hier eine Menge lernen, mal seine Augen wirklich öffnen. Und dies sogar in der Form, dass man dann irgendwann nur die Leistung bewertet, ohne nach vermeintlichen Gründen zu suchen und halbwahre Urteile loszulassen.

Ein Schmankerl am Rande ist das (arg gestellte?) Gespräch zwischen Horst Köppel, Udo Lattek und Berti Vogts über das Gladbacher Talent Broich. Während Köppel und Lattek durchaus was zu sagen haben, dachte Vogts wohl, er hätte wieder eine Nebenrolle im Tatort: Wie heißt der noch mal? Man ist der gut." Selbst in diesen wenigen Sekunden schafft es der kleine Verteidiger mal wieder eindrucksvoll zu beweisen, wie unnachgiebig er sich nach oben hangeln will und es leider nie gelingt. Eine so schonungslos offene Doku wie über Broich, die wäre auch Vogts zu wünschen. Dann könnte er seinen Frieden finden. Broich hat es nämlich allein durch Selbstreflektion und vielleicht auch diese Doku geschafft, all die Kritik an ihm, wirklich einzuordnen zu bewerten und ist daraus ein in sich ruhender authentischer Typ geworden, der er irgendwo immer schon war, aber jetzt verstehen es auch die anderen. Und wenn man dann Vogts filmt, sollte man Christoph Daum (köstliches, gemeinsames, aber getrennt von Broich gehaltenes Interview) gleich mitnehmen. Auch er hat da Nachholbedarf wie so viele im Fußballgeschäft.

FAZIT

Als Fußballfan sowieso, aber ggf. auch weniger Interessierter kann man über diesen Film noch lange schreiben und reden. Wenn man es auf den Fußball begrenzt, sicher eine der besten Dokus, die es bisher gab. Wertet man es unter dem Gesichtspunkt aller möglichen Film-Dokus, ebenfalls sicher eine der besten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Sommermärchen, aber ein hervorragender Film, 22. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
Grimme-Preisträger Aljoscha Pause ist ein Filmemacher der ein Gespür für besondere Fußballfilme hat. Seine Dokumentationen blicken weit hinter die Kulissen des großen Fußballgeschäfts. Immer wieder gelingt es ihm, den Fußball gesellschaftskritisch zu hinterfragen. Mit dem Kinofilm „Tom meets Zizou – Kein Sommermärchen“ gelang ihm ein echter Glücksgriff. Denn ab dem Jahr 2003 begleitete er den damals 22 Jahre jungen Fußballkünstler Thomas Broich bis zu seinem 30. Lebensjahr. Damals war der gebürtige Münchener Broich eine Nachwuchshoffnung nach der sich die darbende deutsche Fußballnation sehnte. Ein Glücksgriff ist dieser Film, da damals weder abzusehen war, wohin dieser Weg führen sollte, noch wie lange diese dokumentarische Begleitung erfolgen würde. Es wurden acht Jahre in denen zwischen Pause und Broich ein Vertrauensverhältnis entstand. Dies ermöglicht dem Film tiefe Einblicke ins (Fußball)Leben eines für die Branche außergewöhnlich reflektierten Fußballers, abseits der tagtäglichen Spielberichterstattungen und der oberflächlich-boulevardesken Schnelllebigkeit. Die Dokumentation ist ebenso ein Glücksgriff, da Thomas Broich nicht den Karriereplan nach dem Reißbrett verfolgte, sondern, u.a. geplagt von diversen Verletzungen, selbstkritisch offene Betrachtungen über ein oberflächlich und eng gestrickt scheinendes Fußballsystem wagt.

Es ist die Geschichte die zu einer Zeit beginnt, in der der deutsche Fußballnachwuchs noch nicht nachhaltig und gut strukturiert gefördert wird. Die mediale und öffentliche Erwartung fokussiert sich daher auf einige wenige Spieler die dennoch Hoffnung machen wie Sebastian Deisler oder Thomas Broich. Was dies für Auswirkungen auf einen jungen Menschen haben kann wird im Film deutlich. Die Dokumentation, in der immer der Mensch Thomas Broich im Mittelpunkt steht, findet mit kluger Kameraführung und zwischenzeitlichen Interviews genau das richtige Maß zwischen dokumentarischer Nähe und Distanz. Somit wird auch der Wandel des ehemaligen U-21- und „Team 2006“-Spielers Thomas Broich hin zu einem mündigen Spieler deutlich, der heraussticht aus dem stromlinienförmigen Einerlei vieler Fuballprofis. Das System des Profifußballs kann damit offenbar nicht umgehen und verliert dieses Talent. Denn nach mehreren Auf- und Abschwüngen seiner Karriere entschied sich der ehemalige Gladbacher und Kölner Mittelfeldspieler dann für einen Wechsel nach Australien, wo er das fand, was ihm in Deutschland fehlte: ein glückliches Fußballerleben.

Sehr interessant sind auch die verschiedenen Interviews die immer wieder während des Films mit Weggefährten und einstigen Trainern für die Dokumentation gefilmt wurden. Wenn sich z.B. Thomas Broich und Christoph Daum in zwei Einzelinterviews komplett widersprechen, dann sind das Momente, die einen guten Blick auf menschliche Wahrnehmungen und mediales Wirken im Fußball werfen. Darüber hinaus ist auch die Filmmusik stimmig und hörenswert.
Jedem ernsthaften Fußballinteressenten sei das ungekürzte 135 minütige Original auf DVD oder Blu-ray empfohlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film zum Weiterempfehlen!!!, 5. August 2012
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Als ich im Menü der Bluray den Titelsong "Roland Meyer De Voltaire - Lauf Lauf" gehört hab, wusste ich gleich, der Film ist was besonderes. Hab mir erst mal 3-4x die Wiederholung angehört und dann erst den Film gestartet.
Des Weiteren bin ich noch infiziert von einem weiteren Song, der im Film vorkommt "Roland Meyer De Voltaire - Australia lies sleeping". Eine Hymne für mich!!!
Es wird hier wieder klar, die richtige Musikauswahl für einen Film ist sehr wichtig - und hier hat sie Aljoscha Pause perfekt getroffen!!!

Da ich selbst lange Fußball gespielt habe, kann ich die Denkweise eines Thomas Broich sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich keine Leseratte und Kultur-Liebhaber bin, so wie er. Ein Eigenbrödler bin ich jedoch genau wie er, weshalb auch ich es schwer hatte, mich in der Mannschaft zu integrieren.
Der schnelle Aufstieg zum Hoffnungsträger wird in dem Film sehr gut beschrieben. Man wird hochsterilisiert und man hat gar nicht die Zeit alles zu verarbeiten, weil Spiel auf Spiel und Training auf Training folgt. Anders herum wird auch gut dargestellt, wie es schnell wieder bergab gehen kann. Das liegt nicht immer an anderen, sondern auch an jedem selbst. Auch das hat T.B. erkannt und spricht offen auch seine Fehler an, die er gemacht hat.

Meiner Meinung nach eignet sich der Film sehr gut, jungen Leuten das Leben eines Fußballprofis näher zu bringen. Sowohl mit seinen Höhen und Tiefen. Daher würde ich bei meiner nächsten Jugendmannschaft bestimmt mal eine Trainingseinheit mit Film schauen verbringen und diesen Streifen zeigen. Danach eine kleine Diskussionsrunde mit den Kids. Solche Filme sind aus meiner Sicht goldwert für die Nachwuchskicker!!!

Ich hoffe, T.B. bleibt weiterhin so entspannt wie aktuell in Australien. Er ist ein toller Typ, viel Glück weiterhin!

BLURAY:
+ Bild & Ton sind für mich sehr gut, auch wenn das Filmmaterial teilweise auch schon 8-9 Jahre alt ist, da die Geschichte ja schon 2003 begann
- Extras (Making Of und einige Trailer) hätten etwas größer ausfallen können, ein paar Outtakes mehr vllt. :-) Gibt aber keinen Abzug dafür

Von mir gibt es 5 Sterne für ein tolles Porträ über Thomas Broich und seine Erfahrungen zwischen 2003 und 2011.

PS: Achja, hier noch eine perfekt passende Kritik von der Seite textilvergehen.de : "Wer seine Illusionen über den Traumberuf Fußballprofi behalten möchte, darf sich diesen Film auf gar keinen Fall ansehen."

EDIT vom 17.09.2012:
Hab mir jetzt auch noch die Limited Edition zugelegt, da dort der Soundtrack auch in CD-Form vorliegt (gibt es bei Amazon nur als MP3-Version). Ich bin da noch vom alten Schlag und möchte was in der Hand haben, um was vorzeigen zu können. Digital ist für mich nicht alles...
Zudem ist das Booklet sehr gelungen!!!
Natürlich ist die Bluray UND die DVD dabei, Rezension dazu habt ihr ja oben schon gelesen. :-)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligenz & Fußball - nicht jeder akzeptiert diese Mischung, 24. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
Wie sehr ein Mensch anecken kann, wenn er nicht dem gängigen Bild entspricht, das schildert "Tom meets Zizou" so eindrucksvoll und nah wie kein anderer Dokumentarfilm aus dem Bereich Sport.
Thomas Broich ist ein vielversprechender, talentierter Fußballspieler, als er aufgrund seiner für einen Fußballer atypischen Interessen - er liest mit Vorliebe anspruchsvolle Literatur und hört unter anderem klassische Musik - von den Medien den Beinamen "Mozart" bekommt und ihm damit ein Stempel aufgedrückt wird, der nur eine seiner vielen Facetten darzustellen vermag.
Doch dieses Phlegma wird ihm schnell zum Verhängnis - Trainer wie Christoph Daum sehen in Broich einen, der sich für was Besseres hält und können mit seinen fußballuntypischen Hobbys nichts anfangen. Sein Talent wird immer wieder gebremst, er verbringt Monate frustriert auf der Bank.
Nach Leidensjahren, die so unverfälscht und in aller Krassheit vor der Kamera ablaufen - vor allem durch die einfühlsame Arbeit des Filmemachers Aljoscha Pause - dass man als Zuschauer mit Broich leidet, entschließt sich der junge Fußballer, der Bundesliga den Rücken zu kehren. In Australien ist er heute gefeierter Star, hat mit seiner Mannschaft schon mehrere Erfolge eingefahren und ist vor allem: akzeptiert und glücklich.

"Tom meets Zizou" ist ein fesselnder Dokumentarfilm über einen jungen Mann, der viele Hürden überwinden musste, um schlussendlich eine ungewöhnliche, aber nachvollziehbare Entscheidung zu treffen. Auch oder vor allem aber zeigt dieser Film mit aller Heftigkeit, wie die Maschinerie Bundesliga funktioniert: Der Fußballer "mit Köpfchen" ist in diesem Geschäft nicht nur seltenes Phänomen, sondern auch eine diskriminierte Minderheit.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fußball hinter den Kulissen, 13. Mai 2014
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Noch nie gab es einen solchen Blick hinter die Kulissen der Bundesliga. Thomas Broich zeigt absolut ungefiltert wie der Auf und Abstieg in einer Bundesligakarriere verlaufen kann. Empfehlung Kaufen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehenswert!, 15. April 2013
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Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
"Tom meets Zizou" zeigt mit Thomas Broich einen Fußballer, den man nicht alle Tage trifft. Extrem reflektiert, kritisch dem Profi(t)fussballgeschäft gegenüber, individualistisch, dennoch mit viel Gemeinsinn. Jemand, der seine Träume nicht aufgeben möchte.

Ich habe den Film gerne gesehen. Thomas Broich, ein hochbegabter Fussballer, zugleich ein vielseitig interessierter und intelligenter Intellektueller, geht seinen Weg. Und dieser Weg hat Brüche und Biegungen, Höhen und Tiefen. Er führt ihn nicht an die Quelle des Fussballkommerzes, zum FC Bayern München oder zu den Topvereinen der englischen Premier League (ich bin sicher, dass er das Talent dazu besessen hätte), sondern über Unterhaching, Burghausen, Borussia Mönchengladbach, Köln und Nürnberg nach Australien, zu den Brisbane Roars. Mit denen durfte er 2011 und 2012 den australischen Meistertitel feiern. Aber das ist gar nicht so wichtig für ihn. Thomas Broich holt sich seine Bestätigung nicht über Erfolge, sondern durch menschliche Erlebnisse und Erfahrungen. Das macht ihn sehr sympathisch!

Für mich einer DER Fussballfilme.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Dokumentation, 25. Juni 2012
Als langjähriger Fan von Borussia Mönchengladbach, der die Karriere von Thomas Broich eben als normaler Fan mitbekommen hat, fand ich den Film überraschend gut. Er bietet einen Blick hinter die Kulissen, den man sonst als Fam kaum bekommem kann und das über einen langen Zeitraum hinweg. Ich habe den Film mit einem lachenden und einen weinenden Auge gesehen, weil es einerseits für einen Fußballfan echt bedauerlich ist, das ein so toller Spieler wie Broich, den Weg in die Nationalmannschaft nicht geschafft hat. Andererseits macht der Film aber auch gut deutlich, dass es eben wichtigere Dinge gibt als den Fußball und letztendlich hat Broich wohl doch sein Glück gefunden.

So ist ein Kommentar, den ich über diesen Film gelesen habe, wirklich sehr zutreffend: "Ein Film über den besten Nationalspieler, den Deutschland nie hatte".

Ich kann diesen Film zumindest Leuten, die Broichs Karriere von Außen ein wenig mitverfolgt haben, nur empfehlen.
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Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen.
Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. von Thomas Broich (DVD - 2011)
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