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70 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Filmkritik der Klasse 9c
Der Film "Der Junge im gestreiften Pyjama" ist eine gelungene Verfilmung des gleichnamigen Buches von John Boyne. Im Gegensatz zum Buch hat der Film leider nicht die Möglichkeit, die Ereignisse ganz aus der kindlichen und naiven Sicht Brunos zu schildern, worunter die Atmosphäre der Geschichte etwas leidet. Ansonsten wurde das Buch jedoch sehr gut umgesetzt. Die...
Veröffentlicht am 21. Juni 2011 von Klasse 9c Leininger Gymnasium ...

versus
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessantes Thema mit Schwächen
Die Story: Ein Berliner Junge muss aufgrund der Versetzung seines Vaters mit der ganzen Familie umziehen - und zwar in unmittelbare Nähe eines KZ.
Ob es sich um ein Arbeitslager oder ein Vernichtungslager handelt, wird leider nicht richtig ersichtlich, da der Film meines Erachtens über weite Strecken zu oberflächlich bleibt und historisch gesehen...
Veröffentlicht am 9. Mai 2011 von DerAltmärker


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70 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Filmkritik der Klasse 9c, 21. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
Der Film "Der Junge im gestreiften Pyjama" ist eine gelungene Verfilmung des gleichnamigen Buches von John Boyne. Im Gegensatz zum Buch hat der Film leider nicht die Möglichkeit, die Ereignisse ganz aus der kindlichen und naiven Sicht Brunos zu schildern, worunter die Atmosphäre der Geschichte etwas leidet. Ansonsten wurde das Buch jedoch sehr gut umgesetzt. Die Handlung wurde kaum abgeändert und keine wichtigen Szenen ausgelassen. Dem Film gelingt es, den schmalen Grat zwischen anrührend und kitschig nicht zu überschreiten, obwohl die dramatische Handlung geradezu dazu verführt. Die Schauspieler sind sehr überzeugend, vor allem Bruno und sein Freund Schmuel agieren natürlich und unbefangen vor der Kamera. Alles in allem bietet der Film tiefgründige Unterhaltung für die ganze Familie. Auch Jüngere können sich den Film bedenkenlos ansehen, da die Gräueltaten der Nazis nur indirekt dargestellt werden und auf unnötige Gewaltszenen verzichtet wird. Aufgrund der sensiblen Thematik, die unserer Meinung nach nie mit Füßen getreten wird, ist die Altersfreigabe ab 12 Jahren durchaus angemessen. Eltern jüngerer Kinder könnten sich schnell mit den gleichen, kaum zu beantwortenden Fragen konfrontiert sehen, die Bruno auch seinen Mitmenschen stellt.
Nicht stören sollte man sich an kleinen Ungereimtheiten und unglaubwürdigen Stellen, denn Ziel des Filmes ist es keineswegs, ein genau recherchierter Dokumentarfilm über die Nazizeit zu sein, sondern dem Zuschauer eine wichtige Botschaft mit auf den Weg zu geben:
Alle Menschen sind gleich und Grenzen, die von Menschen zwischen Menschen errichtet werden, können auch jederzeit von Menschen eingerissen werden!

Wir empfehlen den Film für die Schule sowie privat weiter!!
Deutschklasse 9c Leininger Gymnasium Grünstadt
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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliant!, 21. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
Ich habe das Buch an einem einzigen Abend durchgelesen und hatte Tränen in den Augen. Ich habe heute den Film auf DVD gesehen und habe geheult wie ein Schloßhund!
Was für ein großartiges Meisterwerk dass das Grauen und die Tragigk dieser Zeit unter Verzicht von Special Effects und Blockbuster-Elementen in einfachster Weise darstellt.
Eine einfach gestrickte Geschichte mit einem Ende, das zu keiner Zeit voraussehbar ist und einen sprach- und fassungslos zurücklässt.
Die Atmosphäre die in dem Film herrscht und die phantastischen Darsteller haben mich für 90 min. in eine komplett andere Welt abtauchen lassen und ich habe keine Sekunde daran gedacht dass ich hier ein Schauspiel sehe.
"Schindlers Liste" war schon ganz großes Kino, "Der Junge im gestreifen Pyjama" ist einfach nur atemberaubend.
Ich kann mich einem meiner Vorredner nur anschließen: Dieser Film sollte im Schulunterricht zur Pflicht werden um allen Kids, die es nicht besser wissen können, zu veranschaulichen, was wahre Werte sind. Ganz abgesehen davon wird sich der eine oder andere sicherlich mehr mit dieser Thematik der absurden Morde beschäftigen wollen.
Auch das Buch sollte zur Pflichtlektüre werden, wobei hier die Ehefrau eher hintergründig bleibt während sie im Film eine tragende Säule bildet.
Eine bewegende und grandiose Inszenierung, BRAVO!
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69 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Holocaust aus Sicht eines Kindes - geht stark an die Nieren, 14. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
Der Junge im gestreiften Pyjama - ich musste diesen Film einfach anschauen. Nachdem ich die Romanvorlage an einem Nachmittag verschlungen hatte, war ich sehr gespannt wie man diese herzzerreißende Geschichte filmisch umsetzen würde. Und was soll ich sagen - der Film ist wirklich gelungen.
Erzählt wird die Geschichte des kleinen Brunos (8 Jahre), dessen Familie aufgrund einer Beförderung seines Vaters nach Auschwitz zieht. Sie leben nun in einem Haus in der Nähe der Baracken und Bruno versteht nicht, warum die vielen Menschen auf dem "Bauernhof" alle gestreifte Pyjamas tragen.
Beim "Forschen" stößt er nun an einem Zaun auf den kleinen Schmuel (ebenfalls 8). Dieser erzählt Bruno, dass er gefangen sei, weil er Jude ist. Bruno versteht die ganze Ideologie, welche hinter dem Holocaust steckt, und den Hass auf die Juden nicht. Warum sind denn alle Juden böse? Es muss doch auch gute Juden geben - so wie Schmuel.
Der Film zeigt in gelungener Art und Weise, wie schrecklich diese Zeit war und welche Opfer sie verlangte.
Besonders begeistert war ich von der schauspielerischen Leistung der beiden Jungschauspieler, aber auch David Thewlis und Vera Farmiga überzeugen in ihren schwierigen Rollen.
Der Junge im gestreiften Pyjama erinnert uns an eine unvergessene und schreckliche Zeit, welche nie in Vergessenheit geraten darf. Ich denke, dass dieser Film geeignet ist, um Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren an das Thema Krieg heranzuführen, da der Großteil der Geschichte aus der Sicht eines 8-Jährigen erzählt wird.
Äußerst ergreifend war für mich und auch alle anderen Zuschauer das bewegende Ende des Streifens, welches die Sinnlosigkeit des Holocaust noch einmal zum Ausdruck bringt und dem Zuschauer einen bitteren Nachgeschmack bereitet und ihn zum DIskutieren anregt.
Alles in allem ein wirklich gelungener Film, welcher die Romanvorlage in großem und ganzen auch sehr gut verfolgt hat. Kleinere Fehler in der Handlung haben das Gesamtbild des Romanes nicht zerstört und somit eine gelungene Verfilmung ermöglicht.

Dieser Film hat die 5 Sterne wirklich verdient.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Es gibt doch auch so was wie einen netten Juden, oder nicht"?, 17. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
fragt der 8-jährige Bruno (Asa Butterfield), der einmal ein Forscher werden will, seinen Hauslehrer im Geschichtsunterricht. Seine Schwester ist gerade dabei, eine NS-Hetzschrift über "den Juden" vorzulesen.
"Weißt Du, Bruno, solltest Du je so etwas finden wie einen netten Juden, dann wärst du der beste Forscher der Welt" antwortet der linientreue Herr.
Bruno lebt mit Vater, Mutter und der 12-jährigen Schwester seit einigen Wochen "am Ende der Welt" in der Nähe eines großen "Bauernhofs". So wenigstens interpretiert Bruno von seinem Zimmerfenster aus die Ansammlung von Baracken. Wenn man aus Berlin aufs Land gezogen ist, seine Freunde verloren hat, dann ist es hier trostlos. Bruno erforscht die Gegend. Doch hinter das Haus, in Richtung Bauernhof, darf er auf keinen Fall, lautet das strikte Verbot des Vaters. Der ist Soldat, und zwar ein ganz besonderer. Er wurde befördert und sorgt nun hier in der Einöde, "dass es uns allen bald besser gehen wird".

Was macht ein 8-Jähriger, der schon alles erforscht hat, was es auf der erlaubten Seite zu erforschen gibt? Bei der ersten Gelegenheit büxt er aus. Auf seinem Streifzug erblickt er einen eigenartigen hohen Stacheldrahtzaun, hinter dem der Bauernhof liegt. Direkt dahinter sitzt ein Junge in seinem Alter, der am helllichten Tag einen gestreiften Pyjama an hat. Und nicht allein der Junge, auch die Erwachsenen, die man im Hintergrund sieht, haben diesen blau-gestreiften Pyjama an.
Shmuel (Jack Scanlon), so heißt der Junge, erklärt Bruno, dass ihnen die Soldaten ihre Kleider weggenommen haben.
Die beiden unterschiedlichen Jungen werden Freunde.
Eines Tages erzählt Shmuel seinem Freund Bruno traurig, sein Papa sei von einem Einsatz nicht zurückgekommen. Bruno würde ihm ja gerne suchen helfen. Aber in seinen normalen Kleidern wäre das gar nicht möglich. Shmuel weiß Rat. Er verspricht Bruno, ihm auch so einen "Pyjama" mitzubringen.

Und bald steht Bruno neben Shmuel im gestreiften Pyjama. Seine Haare hat er unter einer ebenso gestreiften Mütze verborgen. Und er hat sich unter dem Zaun durch gegraben. Und damit hat er erschreckende Weichen gestellt!!!

Hier ein paar Pressezitate: "Ein Blick auf den Holocaust aus kindlicher Perspektive, der Schock- und Schreckensszenarien außen vor lässt. Vielmehr nähert er sich dem Massenmord auf irritierend naive Weise, wobei er dessen perverse Banalität umso aufwühlender offen legt. (Kinotipp der katholischen Filmkritik)"
Die FAZ urteilt am 6. Mai 2009: "Der Film, mit dem Auschwitz zur Fiktion wird. [...] Erst am Schluss erzählen sie, was in Auschwitz geschah, bis an die Grenze des Erträglichen und darüber hinaus. Sie spielen ein Spiel mit uns, mit unseren Tabus, unseren Geschichtsbildern, unseren Kinoerfahrungen. Und sie spielen es gut."

Dem Rezensenten ist der Film auf brutale Weise nahegegangen: In der Zeit, in welcher er spielt, war ich etwa so alt wie Bruno und Shmuel im Film. Was beim Schauen alles aus meinem Unterbewusstsein hervorgekrochen kam, kann und möchte ich hier nicht beschreiben. Zeitzeugen wie ich sterben bekanntlich bald aus. Deshalb ist der Film ein äußerst wichtiges "Zeitdokument", obwohl es gerade kein Dokumentarfilm ist.
Neonazis und Holocaust-Leugnern müsste man diesen Film zur Pflicht machen!
Ich bin meinem Mitrezensenten Hugo Humpelbein äußerst dankbar, dass er mir diesen Film geschenkt hat. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die schauspielerische Leistung der Protagonisten. Allen voran Asa Butterfield und Jack Scanlon! Ich schäme mich nicht, zu sagen, dass ich alter Mann geflennt habe wie ein kleines Kind!

EIN GANZ AUSGEZEICHNETER FILM GEGEN DAS VERGESSEN! Man müsste 10 Sterne vergeben können. Weil das nicht geht, von mir leider nur 5 Sterne.
eboku
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wir dürfen eigentlich keine Freunde sein", 31. Juli 2010
Von 
Hugo Humpelbein "das Viech" (in Sicherheit) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
"Wir müssten Feinde sein. Hast du das gewusst?", fragt der 8-jährige Deutsche den gleichaltrigen Juden. Doch was interessiert sich ein reines Kinderherz für so einen Quatsch wie Rassismus oder Vorurteile? Kinder erkennen in ihrem Gegenüber keinen Landsmann, sondern einen Artgenossen, und darum schließt der Deutsche mit dem kahlgeschorenen Jungen im gestreiften "Pyjama", der hinter dem Stacheldraht mit seinesgleichen in einem Lager gefangen ist, kurzerhand Freundschaft.

Ein Audiokommentar des Regisseurs, ein paar entfallene Szenen und ein 20 Minuten langes "Making of" sind ein prima Bonusmaterial für die DVD, welche ich in diesem Leben nicht mehr weiterverkaufen sondern behalten werde.
Holocaust aus Kindersicht - da weiß ich ungefähr, was mich in den letzten Filmminuten erwarten wird, dachte ich. Aber so wie ich mir die Kinderfilm-Tragik ausgemalt hatte, ist sie nicht. Sie ist noch dramatischer, noch erschütternder. Zum Ende kann ich weiter nichts sagen. Nicht etwa weil ich es nicht sehen wollte, oder weil ich niemandem den Film verderben will, indem ich den Schluss verrate, sondern weil mir dazu einfach die Worte fehlen...

5 Sterne, ohne eine abgebrochene Zacke.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Film..., 3. Juli 2011
Von 
Sven Jacobs (Bornheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
Manchmal finde ich es schon krass, was manche an einem Film kritisieren. Ein Minuspunkt, dass ein Achtjähriger während des zweiten Weltkrieges zu naiv ist, finde ich persönlich etwas zu viel des Guten. Bruno ist acht, nicht naiv, er ist einfach unwissend, abenteuerlustig und versteht nicht, was im Krieg vorgeht. Aus Angst vor anderen Soldaten und seinem Vater fragt er nicht nach. So manch aufgeführter Kritikpunkt stört mich kaum... Trotz Geschichts-LK. Auch die Tatsache, dass die Kinder sich öfters am Zaun treffen, wird meiner Meinung nach gut erklärt.

Aber Whatever!

Ich habe den Film auf Empfehlung von drei Freunden gekauft und mir gerade angesehen... Und ich bin absolut begeistert. Ich liebe Filme, in denen der Zuschauer mehr weiß, wie die gezeigten Charaktere. "Der Junge im gestreiften Pyjama" hat mich von der ersten Minute gepackt, es ist einfach ein etwas anderer Holocaust-Film, zurückhaltend und ruhig, dennoch auf seine Art und Weise spannend und schockierend.

Die Schauspieler machen ihre Sache allesamt gut. Asa Butterfield als Bruno spielt wirklich gut, David Thewlis als Vater kann man einfach nur hassen, Jack Scanlon als Shmuel spielt überzeugend und man möchte ihm einfach helfen. Am besten gefallen hat mir jedoch Vera Farmiga als Mutter, die eine sensationelle Leistung abliefert.

Zum Ende: Vielleicht gibt es ein Logikloch, aber ich habe selten so etwas erlebt. Unerwartet, packend, schockierend und berührend... Man, was sind mir die Tränchen gekommen!!!

Mir hat der Film rundum gefallen. Ich werde ihn definitiv weiterempfehlen und mir auf jeden Fall in Zukunft ein weiteres Mal anschauen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Bauern sehen aber komisch aus", 20. September 2009
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
Dies sagt der achjährige Bruno zu seiner Mutter, nachdem er aus seinem Zimmerfenster im neu bezogenen Haus in der Ferne einen "Bauernhof" entdeckt hat. Es ist die kindlich-naive Sicht, die den Film von Beginn an prägt, in der Spiel, Fantasie und Realität noch eine Einheit bilden und im besten Sinne des Wortes Unschuld vermitteln. Bereits die, den Film eröffnenden Szenen machen den Gegensatz aus kindlichem Blick und tatsächlicher Realität deutlich: Er zeigt Bilder der Deportationen: deutsche Soldaten, die jüdische Familien in einem Berliner Innenhof zusammentreiben. Dann rückt Bruno ins Bild, der mit seinen Spielkameraden auf dem Weg nach Hause ist und fortwährend mit ausgebreiteten Armen Jagdflieger spielt. Gut gelaunt trifft er zuhause ein und erstarrt, als er Männer sieht, die Möbel wegschleppen. Doch die in diesen kurzen Einstellungen aufgebauten Assoziationen laufen ins Leere. Brunos Eltern sind keine Juden, deren Zuhause zwangsarisiert wird. Im Gegenteil, sein Vater ist eine echte Nazi-Größe. Den bevorstehenden Umzug "aufs Land" feiert er standesgemäß mit Parteigenossen. Mit seinen Eltern und seiner vier Jahre älteren Schwester Gretel reist Bruno den deportierten Juden hinterher. Er selbst ahnt freilich noch nichts davon, dass sein Vater Leiter eines Vernichtungslagers ist, eben jenes "Bauernhofes"(um welches Lager es sich handelt, bleibt im Film ebenso offen, wie ein Bezug zu realen historischen Personen).
Der Film nimmt fortan den Zuschauer mit auf die Entdeckungsreise von Bruno, der am liebsten Abenteuerbücher liest und keine Gelegenheit auslässt, um sich gegen das Verbot seiner Mutter von zuhause fortzustehlen. Bruno landet bei einer seiner Expeditionen am Lager. Auf der anderen Seite des Zaunes hockt ein verwahrloster jüdischer Junge, Shmuel. Schnell freunden sich die beiden Kinder an, unterhalten sich über 'ihre' jeweilige Realität, spielen Dame und können sogar miteinander lachen. Schließlich begegnen sie sich sogar einmal bei Bruno zuhause, wo Shmuel zur Arbeit hingeschickt wurde. Hier ereignet sich jener schicksalshafte Freundschaftsverrat, der zuletzt in die Katastrophe führt.
'Der Junge im gestreiften Pyjama' ist ein ergreifender, aufwühlender, nie rührseliger Film, der sich dem Holocaust auf eine irritierend naive, zärtliche Weise annähert und gerade dadurch dessen perverse Banalität offen legt. Einen Vergleich mit dem Roman braucht er nicht zu scheuen, da er die Grundaussage des Buches in einem anderen Medium auf eigenständige, aber großartige Weise genauso ergreifend und überzeugend zu vermitteln weiß. Sehr sehenswert, gerade auch für Jüngere!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Macht traurig und nachdenklich!, 24. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
Egal ob dieser Film den Tatsachen entsprach, ob er historisch völlig korrekt ist...
er geht zu Herzen, macht traurig und nachdenklich. Schließlich handelt es sich
um einen Spielfilm und KEINE Doku. Der Film ist ruhig gemacht,
wie viele schon sagten, das Grauen wird nur angedeutet und spielt sich somit
im Kopf ab. Ich kann ihn allen, die sich mit dem Thema befassen wollen,
nur ans Herz legen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Junge im gestreiften Pyjama, 21. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
Berlin in den 40ern. Eine Familie muß den geschätzten Wohnsitz verlassen, da der Vater als Kommandant eines Konzentrationslagers eingesetzt wird. Die beiden Kinder sind eher weniger begeistert und können der neuen Heimat anfänglich nicht viel abgewinnen. Da entdeckt der kleine Bruno einen "Bauernhof" in dem seltsame Menschen wohnen. Alle tragen einen Pyjama mit Nummer versehen und können da merkwürdigerweise nicht raus. Am Zaun begegnet er einem Jungen in seinem Alter mit dem er sich anfreundet.

Der Holocaust durch die Augen von Kindern ist die Thematik mit der wir hier konfrontiert werden. Wer jetzt aber eine rührselige Brühe erwartet ist falsch gewickelt. Der Hauptstrang ist zwar die sich entwickelnde Freundschaft der beiden Jungen, aber es sind weitere hochinteressante Nebenplots vorhanden. Zudem ist die sich anbahnende Freundschaft fantastisch inszeniert, was den Dialogen und Ansichten der Jungs zu verdanken ist. Die gegenseitigen Fragen und Antworten sind wunderbar naiv und das ist keinesfalls despektierlich gemeint.

"Die Soldaten haben uns die Kleider weggenommen" - "Mein Vater ist Soldat, aber der würde nie jemandem was wegnehmen".

Die Judenvernichtung wird uns hier somit nicht durch die Keule, sondern sehr einfühlsam entgegengebracht. Auch bleibt uns eine überdeutliche schwarz-weiß Malerei erspart. Der Vater ist auch einfach nur Vater und die Mutter eben einfach auch Mutter. Man wird nicht von Beginn an dazu verdammt jeden in Uniform sofort zu hassen. Natürlich sind aber auch hier einige direkte Unsympathen am Werk, die aber nachvollziehbar eingebaut wurden.
Die Charaktere sind sowieso hervorragend ausgearbeitet, was bei der Spieldauer eine reife Leistung ist. Die Darsteller tun ihr übriges dazu, da sich ein glänzend aufspielendes Ensemble zusammengefunden hat. Besonders hervorheben möchte ich aber Vera Farmiga und David Hayman. Da war jede Minute Screentime vom Allerfeinsten obwohl sie nur in Nebenrollen zu sehen sind.

Einziges Manko ist die historische Genauigkeit aber die stand auch nicht im Vordergrund. Deshalb hat man wahrscheinlich absichtlich auf die Mitteilung von Orten und Daten verzichtet. Dadurch kann man diesen Aspekt getrost vernachlässigen.
Verzichten werde ich allerdings auf den Vergleich zur Romanvorlage. Dies liegt aber daran das ich das Buch nicht kenne und somit nur den Film bewerten kann.

Wer sich also für Filme die in dieser Zeit spielen oder aber auch "nur" für Freundschaft interessiert, kann hier bedenkenlos zugreifen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film der leisen Töne, den man nicht so schnell vergisst, 16. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (DVD)
Ein weiterer Beweis, dass alles, was in der Literatur oder im Film über das Thema 'Judenverfolgung im Dritten Reich' nicht direkt gesagt, all das, was angedeutet wird und man es nur zwischen den Zeilen spürt, wesentlich mehr Gewicht und Wirkung hat, als ellenlange Aufzählungen der Nazi-Gräuel.
Der achtjährige Bruno, dessen Vater zum Kommandanten von Auschwitz befördert wird, muss seine Freunde in Berlin verlassen und mit der Familie in eine Villa in der Nähe des KZs umziehen. Der vereinsamte Junge freundet sich mit Shmuel an, einem Jüdischen Jungen gleichen Alters, und spielt jeden Tag mit ihm im Versteck. Als Shmuels Vater eines Tages verschwindet, will Bruno ihm helfen, ihn im KZ zu finden, was für beide Jungen fatale Folgen hat...
Am Schluss der Geschichte ist man sprachlos und fragt sich, wie in einem Land mit einer jahrhunderte alten Kultur, das Leute wie Bach, Beethoven, Goethe, Jean Paul und Thomas Mann hervorbrachte, solche unmenschliche Politik und Einrichtungen wie Auschwitz überhaupt möglich waren? Und man denkt: Nie wieder!
Eine starke Geschichte, ein Film der leisen Töne mit überzeugenden Darstellern, den man nicht so schnell vergisst.
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Der Junge im gestreiften Pyjama
Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne (DVD - 2011)
EUR 6,99
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