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am 23. Oktober 2012
Nur in dieser Aufnahme von 2004 liegt Händels bislang so vernachlässigte Oper „Lotario“ vor; in einer Einspielung mit Licht- und Schattenseiten. Zunächst ist zu beklagen, dass die „deutsche harmonia mundi“ es für unmöglich befand, mehr Musik aufzunehmen, als auf 2 CDs passt. So haben wir es hier mit einer kastrierten Oper zu tun, bei der von mehreren Arien nur der erste Teil geboten wird und auch die Rezitative gekürzt wurden.
Die Titelrolle wird erfreulicherweise von der großartigen Alistin Sara Mingardo gesungen, von leider immer noch relativ wenige Aufnahmen existieren. Mit ihrem klangschönen, dunklen Timbre und ihrem stets gefühlvollen, berührenden Gesang bietet Mingardo einen wunderbaren Lotario mit einer sehr großen Anzahl von Arien, die man von ihr sehr gerne alle in der Dacapo-Version gehört hätte.
Herausragend ist auch die Kontraltistin Hilary Summers - diese wunderbare Sängerin mit ihren einzigartigen samtigen und zugleich herben Timbre ist für Männerrollen ideal geeignet und singt als verliebter unglücklicher Idelberto herzzerreißend schön und emotional, technisch höchst überzeugend und wie stets mit unbestechlichem Stilgefühl. Bedauerlich nur, dass ihre Rolle vergleichsweise wenige Arien hat.
Wunderbar erklingt auch Sonia Prinas ebenfalls eindrucksvolle, wiederum ganz anders klingende Altstimme - weich und voll, mit großer Kraft in der bis zum abgründigen reichenden Tiefe, aber zugleich hell und enorm beweglich bis in erstaunliche Höhe ausgreifend erfreut sie in ihrer höchst anspruchsvollen Rolle als bösartige Matilde. Erfreulich ist auch ihr hier ganz natürlicher Ton (allerdings mit einigen etwas seltsamen Ornamentierungen), während Prina in späteren Einspielungen mitunter etwas manieriert klingt.
Leider ist es erforderlich, wegen Simone Kermes die CD immer wieder leiser zu drehen - viel zu laut eingestellt ist die Sopranistin, in mehr als einer Hinsicht. Ihre seltsam kehlige Gesangsweise ist bekanntlich Geschmackssache; warum man ausgerechnet ihre Arien mit den teilweise völlig überzogenen und unpassenden Verzierungen vollständig belassen wurden, während die der Titelrolle gekürzt wurden, fragt man sich vergeblich. Kermes' Stimme verfügt in den Koloraturen über perfekte Beweglichkeit; eine solche sollte jedoch stets mit proportionalem Urteilsvermögen und Geschmack verbunden sein, sonst sind die Ergebnisse höchst fragwürdig.

Händels Komposition „Lotario“ erweist sich trotz der koupierten Version als außerordentlich aufregend - dass der Oper damals kein großer Erfolg beschieden war, kann nur am höchst ungünstigen Zeitpunkt gelegen haben. So klingt die Musik auch von „Il Complesso Barocco“ unter Curtis gespielt interessant und packend, was von diesem Dirigenten nicht immer behauptet werden kann. - Vielleicht wird diese fabelhafte Oper ja bald erneut aufgenommen werden, vollständig und mit zwei Countertenören? - Dieses Mal aber: ein Triumph der Altistinnen!
Die tontechnische Umsetzung ist mittelmäßig. Deutliche Intonationsschwächen des Tenors fallen unangenehm auf, ebenso die zu laute Einstellung der Sopranistin im Vergleich zu den anderen Sängern und dem Orchester.
Das Booklet bietet uns leider nicht den Text zumindest der Oper Arien und Rezitative, sondern einige eher geschwätzige als erleuchtende Ausführungen - mehr kühle und klare Informationen wären besser.
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