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am 15. Oktober 2011
Mal vorweggeschickt um keine Missverstaendnisee aufkommen zu lassen - Gardiner ist immer eine Klasse fuer sich.

Diese neueste Aufnahme des vielseitigen Briten, "Welt gute Nacht", dessen Bach Kantaten Pilgrimage wohl zu den Meilensteinen der Bach Interpretation zu zaehlen ist, hat sich nun - als Live-Konzertmitschnitt veroeffentlicht - mit dem Onkel des grossen Thomaskantoren Johannn Christoph Bach beschaeftigt.

Diese Musik ist stilistisch im Fruehbarock angesiedelt und wesentlich karger als die Werke seines Neffen. Dennoch sind die Motetten des Onkels musikalische Juwelen. Nur leider ueber-interpraetiert Gardiner diese karge und zurueckhaltende Fruehbarock Musik.

Er ist eben ein hochbarocker Chorleiter. Das passt nur leider nur bedingt zu den sehr verinnerlichten Motetten Christoph Bachs. Man vergleiche die Referenzaufnahme von Cantus Coelln zu dem gleichen Komponisten.

Das ist alles viel feiner und durchsichtiger musiziert als bei Gardiner zu hoeren. Auch die wirklich schoenen solitischen Stimmen die Gardiner aufbietet, sind dem Thema kaum angemessen und singen viel zu opernhaft.

Die Deklamation ist enorm emotional - meiner Ansicht nach drueckt man hier interpraetatorisch einfach zu stark auf die Tube. Das hat oft schon oft italienische Operzuege - zu viel, zu maechtig, zu derb.

Die Sprache Bachs allein ist schon stark genug, sie braucht nicht angeschoben zu werden. Vielleicht ist das Problem das die Interpreten fast durchweg Briten sind und nur bedingten Zugang zu den Feinheiten dieser fruehbarocken deutschen Sprache haben.

Die Spannung kommt aus der Sprache nicht aus der Interpraetation. Aber wie soll das ein rein britisches Publikum didaktisch verfolgen?

Also muss man musikalisch starken Tobak liefern. Ein Indiz dafuer ist das Gardiner dieses Programm als 7 Funerals and a Wedding" an das britische - heutzutage zumeist stark saekularisierte - Konzertpublikum verkaufte - nach dem fast gleichnamigen) Kinoerfolg schielend.

Das hat nichts mit der Ernsthaftigkeit der fruehbarocken Musiklandschaft die fast calvinistisch war, zu tun. Und es tut mir leid - man muss nicht alles aber auch alles aufpeppen, um es besser konsumier- und verkaufbar zu machen. Manche Dinge eignen sich dafuer ueberhaupt nicht.

Darunter hat wohl das ganze Konzept etwas gelitten. Grosse Ausnahme - "Es ist nun aus mit meinem Leben" - hier erreicht Gardiner die noetige innerliche Tiefe, so haette sich mal alles anhoeren sollen was sich auf dieser Platte findet.

Ich mag diese Platte dennoch weil Gardiner - wie man Anfang bemerkt - einfach eine Klasse fuer sich ist. Aber Fruehbarock ist nicht unbedingt seine Sache. Das ist nicht seine Staerke.

Ich wuensche mir eher Gardiner wuerde eine Neuaufnahme der Bach'schen Ouvertueren vorlegen (die Brandenburgischen gibt es schon von ihm - toll!) als sich weiter mit dem Bach'schen Archiv zu beschaeftigen. Er ist ein Vollblutmusiker und nur bedingt ein Akademiker - ein barocker Vollblut-Spassmops eben, so mag man ihn.

Und ich bevorzuge fuer diese Musik Gruppen wie Cantus Coelln mit mehr Tiefe und Bindung zur Renaissance und zum Fruehbarock.

Trotz allem hoerenwert und wer Gardiner sammelt - wie ich - sollte die Aufnahme in jedem Fall haben. Spannend zu hoeren in jedem Fall.
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