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5.0 von 5 Sternen Auftakt von Janowskis Wagner Zyklus, 29. März 2012
Von 
Der Wanderer (Unterfranken, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fliegende Holländer (Audio CD)
Marek Janowski wagt es und scheint auch Sponsoren zu haben, die ihn unterstützen: Den gesamten Wagner bis 2013 in konzertanten Aufführungen in der Berliner Philharmonie aufzunehmen. Ein Unternehmen, dass die großen Wagnerheroen Thielemann und Barenboim wohl nicht schaffen. Auch die großen renommierten Schallplattenfirmen wie DG, EMI oder Sony haben da wohl wenig Ambitionen, wird schon langen, die alten Aufnahmen wieder mal neu zu verpacken. Dabei ist ja gerade beim Holländer die Auswahl an überzeugenden Aufnahmen nicht so groß.

Insoweit ist der Mut der Firma Pentatone schon mal zu begrüßen, den Wagnerfreund kanns nur freuen. Den Anspruch, damit alles toppen zu wollen, kann man eh nicht unterstellen. Marek Janowskis Ansatz bringt im wahrsten Sinne des Wortes frischen Wind in die in den letzten Jahren doch auch etwas einförmige Wagnerszene, die sich auf der Bühne zwar in immer neuen Kapriolen austobt, musikinterpretatorisch aber nichts wirklich innovatives gebracht hat. Auch die Originalklangbewegung scheint sich an Wagner die Zähne auszubeissen, Hengelbrocks Bayreuthdebut war ja auch keine Erfüllung.

Janowskis Wagner müsste nun all denen gefallen, die es leicht, frisch, flott und schlank mögen, in 2 Stunden und 6 Minuten saust sein Holländer über die Klangbühne. Das ist durchgehend spannend und demonstrativ unpathetisch. Bei den Sängern altbekannte Namen, die alle einen guten Abend erwischt haben. Albert Dohmen überraschend mit kernigen Basstönen und fester Höhe, wie immer textverständlich, manchmal etwas mehr deklamierend als singend. Er ist seit langem ein wieder mal überzeugender Holländer, viril, kraftvoll und trotzig, weniger Leidensmann als George London oder Simon Estes, aber eine eigene Interpretation. Riccarda Merbeth überzeugt in der eigentlich undankbaren Rolle der Senta, sie klingt relativ tief, die tonmalerischen Rufe der Ballade kommen klangschön und nicht gilfend, bei den späteren dramatischen Ausbrüchen geht dann aber die Textverständlichkeit leider gegen Null und die genaue Tonhöhe bleibt da leider wie bei so vielen im Vibrato vrborgen.
Ob es an der Aufnahmetechnik liegt oder gezielte Interpretationen ist, weiß ich nicht, aber wohl nie haben Senta und der Holländer im großen Duett im 2. Akt so klangschön und mächtig - aneinander vorbeigesungen. Und das finde ich äußerst treffend.
Robert Dean Smith, sonst mit größeren Aufgaben bei Wagner betreut, kann richtig Gas geben und so wird Erik kein Winsler, sondern eine starke, reale Gegenfigur zum Holländer. Richtig sensationell ist Matti Salminnen als Daland, nach 40 Jahren Wagnerbass vom Dienst klingt seine Stimme noch immer so mächtig rauh wie vor 30 Jahren im Kupfer Holländer, eigentlich fast noch besser geführt. Chapeau Meister Matti! Steuermann und Mary sind auch absolut rollendeckend gesetzt.
Die Chöre unter Eberhard Friedrich zu loben, ist fast wie Eulen nach Athen tragen.
So ist eine manchmal mitreissende, fetzige Aufnahme entstanden, die man insbesondere Wagner-Neulingen unbedingt empfehlen kann. Auch der Wagnerianer findet einen interessanten Gegenentwurf zu den schwergeichtigeren Versionen eines Klemperer oder Böhm.
Was mir am Ende fehlt, ist ein bisschen Operndämonie, ein wenig Romantik, etwas mehr Verzweiflung, etwas mehr Sturm und Wildheit dieses doch recht ungebärdigen Frühwerks. In sich stimmig bleibt Janowskis Deutung und so gibt es auch keinen Punktabzug. Musikalisch aber bleibt der Fliegende Holländer für mich noch nicht ganz erlöst, vor allem auch in Bezug auf die wilde Urfassung, die hier wieder der späteren Fassung mit dem Erlösungsschluss gewichen ist.
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3 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ideale Aufführung, 11. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Fliegende Holländer (Audio CD)
30 Meisterwerke der Klassik Anlässlich dem 100.Todestag von Richard Wagner ist der Ring-Zyklus unter Dirigierung von
Marek Janowski erschienen, und ich musste die Rezension für eine Musikzeitschrift schreiben. Denn man sagte damals, unsre japanische Berufskritiker wollen von dem noch nicht annerkannten Musiker verschweigen. (Wenn es wahr ist, dann wie feig!)
In dieser Rezension schrieb ich, während Theo Adam unter Böhm gegen die Rheintöchter, die die Rückgabe des Goldes von Wotan fordern, mit seiner wunderschönen Stimme singt, hört man hier unter Janowski, als hätte Wotan selbst sich ärgert. Auch im "Holländer" ist jener arme Herr Erik hier als eine wirklich lebendige Person sich erweist, gleich wie Daland, der Blutverwandter von Rocco im "Fidelio", kein bloßer Geiziger ist, sondern der normale Vater, der um das künftige Lebensfahrt seiner eigenen Tochter besorgt ist.
Aber das Wichtigste an dieser Aufnahme ist darin, daß die originale Partitur benützt und drei Akten ohne Pause gespielt werden. Bei der Aufführung im Theater läßt es sich schwer verwirklichen. Aber auch bei den Schallplattenprodukten, nur Meines wissens war es nur Antal Dorati, der die ganze Oper ohne die Zwischenakt=Pause aufgeführt hatte. Seit langem können wir das ausgezeichnete Jugendwerk Richard Wagners wieder als eine Ballade-Oper, wie sie Wagner selbst genannt hatte.
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Der Fliegende Holländer
Der Fliegende Holländer von Marek Janowski (Audio CD - 2013)
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