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66 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wurde auch Zeit!
Darauf habe ich 25 Jahre gewartet: Endlich gibt es Terry Gilliams Kultfilm #1 in bester Qualität fürs Heimkino. Wichtig hierbei: Diese Ausgabe enthält die Langfassung (inkl. z.B. Mr. Helpman als Santa Claus und vor allem des vollen Endes) und nicht das gurkige Happy-End der US-TV-Fassung. Dieser bizarre Streifen übertrifft m.E. alles, was Gilliam...
Veröffentlicht am 3. Februar 2012 von Uwe Hoeppe

versus
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas anstrengend und Bunt
Grundsätzlich wirklich richtig gut. Besonders inhaltlich herausragend. Für die heutige Zeit sind die Effekte etwas veraltet vermitteln aber einen gewissen Charme.
Gleichzeitig ist die Story aber etwas komplex erzählt und die Entwicklung der Hauptpersonen muss genau verfolgt werden.
-Ein Film für den man einigermaßen ausgeschlafen sein...
Vor 8 Monaten von Ricardo Paulo veröffentlicht


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66 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wurde auch Zeit!, 3. Februar 2012
Von 
Uwe Hoeppe "uwehoeppe" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Brazil - Cine Project [Blu-ray] (Blu-ray)
Darauf habe ich 25 Jahre gewartet: Endlich gibt es Terry Gilliams Kultfilm #1 in bester Qualität fürs Heimkino. Wichtig hierbei: Diese Ausgabe enthält die Langfassung (inkl. z.B. Mr. Helpman als Santa Claus und vor allem des vollen Endes) und nicht das gurkige Happy-End der US-TV-Fassung. Dieser bizarre Streifen übertrifft m.E. alles, was Gilliam danach gemacht hat: Komplexität, Design, Atmosphäre und darstellerische Leistungen sind hier schwer zu toppen. Ein absoluter Klassiker.

Die technische Umsetzung der blu-ray ist sehr schön gelungen: Nach heutigen Maßstäben ist die Bildschärfe zwischen gut und sehr gut, Kontrast und Farben passen wunderbar. Leichtes Filmkorn gehört zum Originalmaterial und stört den Filmgenuss nicht. Der Ton ist unglaublich laut gemastert (was eher ungünstig ist), bleibt aber klar und unverzerrt.

Als Extra ist das von der DVD bekannte "What is Brazil?"-Special mit dabei, welches ein wenig Einblick in die Produktion gibt. Wahren Fans reicht das natürlich nicht, aber für den Filmdatenträger finde ich es völlig ausreichend.

Das einzig wirklich Dämliche an dieser Ausgabe ist das bescheuerte "Cine Project"-Cover, welches die Hälfte des fantastischen Titelmotivs verdeckt - eine Frechheit gegenüber dem Künstler. Leider gibt es aber keine andere Ausgabe für den deutschen Markt...

FAZIT: Ein Meisterwerk kommt endlich voll zur Geltung.
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54 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brazil - Den Wahnsinn genial in Szene gesetzt, 24. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Brazil (DVD)
BRAZIL - Bombastisch - Reaktionär - Außergewöhnlich - Zauberhaft - Irre - Lustig ...
... man könnte diese Liste beliebig fortsetzen, doch wahrscheinlich hat mittlerweile jeder, der diesen Film sucht, ihn auch gesehen. Und wird dementsprechend seine eigene Meinung dazu haben. Also soll es hier zuerst um etwas Spezielles gehen:
Der Film ist auch auf dieser DVD 137 Minuten lang !!!
Bei der DVD-Produktion hat sich ein Fehler eingeschlichen - auf dem Cover steht: Spielzeit 124 Minuten, der DVD Player beweist: 136:50 min, was ebenso der Spielzeit der üblichen Europa-Version entspricht wie der superteuren Criterion-DVD. Fox hat das mittlerweile übrigens offiziell bekanntgegeben.
Da fragt sich der Fan: Ist denen etwa ein Fliege in die Schreibmaschine gefallen?
Aber was solls, ohne einen Schreibfehler wäre es nie zu der haarsträubenden Geschichte von "Brazil" gekommen. Also können alle, die so lange auf das Original gewartet haben (bestimmt waren die Bürokraten schuld), getrost zugreifen. Im Übrigen ist der Film einfach ein Muß für Freunde des schwarzen Humors, für Feinde von Bürokratismus und Spießbürgertum und alle, die wenigstens noch ein bisschen Träumen können, mit einem offenen - und einem zwinkernden Auge, versteht sich.
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83 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es gibt mehrere Versionen des Films..., 9. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Brazil (DVD)
Der Film ist absolut hervorragend und gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Doch interessant ist auch die Geschichte HINTER dem Film. Es gibt von Brazil die europäische Version mit 136 Minuten Länge (diese DVD). Doch die Amerikaner meinten, ihr Publikum werde überfordert. Daher gab es nach einem langen Streit zwischen Regisseur Terry Gilliam und den Studios eine gekürzte Fassung mit Happy End, die in den USA lief. 2 gänzlich unterschiedliche Filme also.
Wer nur den Film sehen möchte, ist mit dieser DVD hervorragend bedient!
Wahre Fans sollten sich jedoch die Criterion-Ausgabe besorgen (z.B. Amazon USA). Diese enthält 3 DVDs mit
1.) Dieser Version des Films
2.) Der Dokumentation "Streit um Brazil" und
3.) Der amerikanischen Fassung ("Love Conquers All")
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45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ENDLICH AUF DVD UND UNGEKÜRZT !, 25. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Brazil (DVD)
Zunächst einmal: Ich hatte die DVD in der Hand und legte sie gleich wieder weg. Freigegeben ab 12 Jahre und eine Länge von 124 Minuten stand auf dem Cover. (Original FSK 18 und Länge 136 min.) Also von so einer Version wollte ich die Finger lassen. Habe dann aber diverse Informationen aus dem Internet geholt. Der Film wurde erneut geprüft und hat danach eine NEUE Altersfreigabe von 12 Jahren bekommen. Habe mir die DVD also doch noch gekauft und tatsächlich: Er ist auf der DVD ungekürzt und hat eine Länge von fast 137 Minuten. Die Längenangabe auf der Hülle ist schlichtweg falsch. Bild und Ton sind sehr gut und der Film ist sowieso genial. Also an alle Fans: Laßt Euch nicht abschrecken, hier gibt's Terry Gilliam in voller Länge !!!
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48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sarkastisch, subversiv und surreal, 29. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Brazil (DVD)
Stell dir vor, du lebst in einer Welt in der du für jede Handlung ein langes Formular ausfüllen mußt. In genau so einer Welt lebt der Protagonist von 'Brazil': Sam Lowry, gespielt von Jonathan Pryce ist ein frustrierter Angestellter, der von einem Leben außerhalb des grauen Alltags-Einerleis träumt. Die Story erinnert stark an George Orwells '1984'. Dies ist kein Zufall, so war doch der ursprüngliche Arbeitstitel des Films '1984 and a Half'. Wie beim Großen Bruder gibt es auch hier einen totalitären Staat, in dem wirklich alles durch eine übermächtige Bürokratie gelenkt wird. Unser Protagonist, der Angestellte Sam Lowry, flüchtet sich so oft er kann in seine eigene surreale Traumwelt, denn nur so ist die Tristesse seines Alltags auszuhalten. Wie auch bei den anderen Filmen von Terry Gilliam muss man auch hier mit bizzarem Humor a la Monty Python rechnen -dies mag vielleicht nicht jedermanns Sache sein. Wer aber Terry Gilliam ('Time Bandits', 'The Life of Brian') mag, wird 'Brazil' lieben.
'Brazil' wurde 1985 gedreht und hat seither nichts von seiner Faszination eingebüßt. Besonders gefallen haben mir die Ausstattung des Films und die Kameraeinstellungen. Alles ist im Retro-Look der 50er Jahre gehalten und doch deuten raffinierte Apparaturen auf eine alternierende Zukunftswelt hin. Die wunderbar surrealen Traum-Sequenzen waren für einen Film Mitte der 80er Jahre sehr gewagt.
In den Nebenrollen sind viele bekannte Schauspieler zu sehen: Robert De Niro, Bob Hoskins ('Roger Rabbit'), Katherine Helmond ('Wer ist hier der Boß?'), Ian Holm ('Herr der Ringe') und Michael Palin ('Ein Fisch namens Wanda'). Die Hauptrolle wird von Jonathan Pryce gespielt, der die Rolle des Underdogs sympathisch und glaubhaft ausfüllt. Auch Kim Greist als Lowrys Traumfrau Jill liefert gute Arbeit ab, auch wenn Terry Gilliam etliche Szenen mit ihr herausschneiden ließ, da er mit ihrer Leistung nicht hundertprozentig zufrieden war. Die Musik von Michael Kamen wird schnell zum Ohrwurm. Und auch wenn es nicht ohne die ergänzende Erklärung des Regisseurs nachzuvollziehen ist, warum dieser Film 'Brazil' heißt, so besteht doch fast jedes Stück der Filmmusik aus Variationen der 'Brazil'-Melodie.
Die Laufzeit-Angabe auf dem DVD-Cover ist übrigens falsch: Lt. DVD-Player ist der Film auf der vorliegenden DVD genau 136 Minuten und 50 Sekunden lang und nicht 124 Minuten wie angegeben. Die DVD bietet neben dem originalen Kino-Trailer ein 30-minütiges Special: 'What is Brazil?' von Rob Hedden. Es handelt sich dabei um einen preisgekrönten Behind-The-Scenes Report mit zahlreichen interessanten Interviews. Das Special wurde nicht synchronisiert, kann aber mit deutschen Untertiteln angesehen werden.
Sehr verwirrend für den DVD-Käufer ist, dass es von diesem Film mindestens 2 verschiedene Fassungen gibt. In den USA bestand man nämlich auf einer 'beschönigten' Version des Films. Experten empfehlen daher immer wieder die 'Brazil Criterion Collection' aus den USA (RC1). Diese enthält 3 DVDs mit unterschiedlichen Fassungen des Films und massenhaft Zusatzmaterial, wie z.B. den geschnittenen Szenen. Film-Freaks, die dem Streit zwischen Produktionsfirma und Regisseur auf den Grund gehen wollen, sei die 'Criterion Collection' auf jeden Fall empfohlen.
Wer allerdings nur den Film sehen will, kauft lieber die hier angebotene Version. Sie ist in sich stimmig und flüssig im Ablauf und der Ausgang der Geschichte entspricht der Vorstellung Terry Gilliams (ich will hier nicht zuviel verraten...).
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46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der guten Brazils, 2. Juni 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Brazil (DVD)
Zur Erklärung der seltsamen Überschrift: Wegen der Querelen zwischen Gilliam und dem damaligen Universal-Boss Sheinberg gibt es (mindestens) drei Fassungen von Brazil. Da ist zunächst die europäische von Gilliam selbst, die amerikanische, die ebenfalls Gilliam angefertigt hat, und eine in Sheinbergs Auftrag hergestellte, genannt Sheinberg Edit oder auch "Love Conquers All"-Version. Diese DVD-Ausgabe hier scheint mir Gilliams amerikanische Schnittfassung zu sein, da die reine Filmlaufzeit ohne Abspann 133 Minuten beträgt (was laut imdb.com mit dem amerikanischen Schnitt übereinstimmt); die europäische Version soll 142 Minuten lang sein. Allerdings scheinen mir viele der Stellen, die imdb.com als exklusiv für die europäische Version bezeichnet, auch auf der DVD vorhanden zu sein. Gespannt bin ich vor allem, welche Version sich wohl hinter der in der SZ-Cinemathek verbirgt...
Zum Film selbst gibt es nur noch wenig zu sagen; ich glaube, er gehört zum Beeindruckendsten, was ich bisher gesehen habe. Besonders krass ist mir der visuelle Charakter aufgefallen, die starke Retrofuturistik, die die Handlung nicht einfach in eine beliebige Zukunft verlegt, sondern aus der Zeit heraushebt; Lowry ist eine Figur, die im Industrie- wie im Informationszeitalter gleichermaßen ihren Platz findet.
Die DVD geht für mich in Ordnung, aber ich bin da auch mit relativ wenig zufrieden. Von daher ist die zusätzlich vorhandene Dokumentation eine nette Überraschung, die zwar formell stark an diese notdürftig als "Making of..." getarnten Werbefilmchen von heutzutage erinnert, inhaltlich aber erstaunlich viel von den Konflikten andeutet, die die Entstehung des Films begleiteten.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1985er Vision eines neoliberalen Folterstaates, 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Brazil [CineProject] (DVD)
Da sitzt eine Sekretärin an der Schreibmaschine und tippt Tonaufzeichnungen von Schreien gefolterter Menschen in Papierform, Kopfhörer auf dem Kopf, dem Publikum gegenüber freundlich und zuvorkommend, geradezu charmant. Nur eine von vielen Szenen des Entsetzlichen, und immer wieder unterlegt mit der beschwingt-romantischen Musik der Samba 'Brazil' von Ary Barroso (1939, im ersten Jahr des II. Weltkrieges, komponiert!). Der Kontrast von Musik und Geschehen ist gewollt und hat zutun mit dem menschlichen Bedürfnis, auch noch die absurdeste Welt erträglich erscheinen zu lassen. Ist das nun eine Welt, die mit unserer Welt nichts gemein hat?

Unsere Welt, so betonen es die Vordenker der neoliberalen Globalisierung, hat ja - mehr oder weniger erfolgreich - die Bürokratie kritisiert und eingedämmt, den Staat verkleinert und die Freiheit erblühen lassen, vor allem die Freiheit der Märkte und Wechselkurse. Damit sind nach Friedrich August von Hayek die Voraussetzungen erfüllt, um die 'Wege der Knechtschaft' zu beenden und das 'Manifest der Freiheit' einzulösen. Daß spätere Protagonisten des Neoliberalismus wie Milton Friedman keinen Widerspruch zwischen autoritären Regimes (wie dem Regime Pinochets in Chile) und einer schönen neuen wirtschaftsliberalen Welt erkennen wollten, steht dabei auf einem zweiten Blatt. Das ist der feine Unterschied, den Neoliberale zwischen autoritären und totalitären Herrschaftsformen 'machen' können.

Zurück zum Film, der anscheinend einen totalitären Staat beschreibt, strukturell getragen und implementiert von einem Zusammenhang 'Bürokratie ' Überwachungstechnik ' Sicherheitskräfte ' Folterer', ein 'Netzwerk' würde man heute sagen, um den 'veralteten' Begriff 'System' zu vermeiden. Geht es um einen altbekannten Staat, zumal die 'Sicherheitskräfte' in ihrem Outfit und in ihrem Auftreten an deutsche Soldaten und 'Schutztruppen' der Nazizeit erinnern? Oder erfährt Orwells 1984er Staat im Jahr darauf in diesem 1985er Film ein künstlerisch-historisches 'Update'? Es geht visionär, wie ich meine, darüber hinaus und hat deshalb auch heute noch Bestand als für die Gegenwart aussagekräftige Beschreibung systemhaft gewordener Gewalt. Terry Gilliam führt es so aus (Interview während der 'South Bank Show' am 29. Juni 1991, zitiert nach Wikipedia):

'Die Ängste von Brazil betreffen eigentlich nicht die Gefahr, die Welt könnte uns wegen des Systems aus den Fingern gleiten, denn wir sind ja das System. Worum es in Brazil wirklich geht, ist, dass das System nicht aus großartigen Führern besteht, oder aus großartigen Maschinisten, die es kontrollieren. Es besteht aus einzelnen Menschen, die einfach ihren Job tun, als kleines Zahnrad, und Sam beschließt ein kleines Zahnrad zu bleiben und letztendlich zahlt er den Preis dafür. ['] Auf der anderen Seite merkte ich, dass es ein Wunschbild gibt, das sagt, wenn wir alle unseren kleinen Beitrag leisten, würde die Welt eines Tages besser werden. Dann gibt es auch die Pessimisten, die meinen: 'Genug von diesem Geschwätz, es macht sowieso keinen Unterschied, am Ende stürzen wir wie die Lemminge die Klippe runter'. Daraus ergab sich die Frage:'Wie entkommst du denn dieser Welt?' und Sam entkommt ihr, indem er wahnsinnig wird. Ich begann diesen Film mit der Frage im Hinterkopf, ob man einen Film machen könne, bei welchem das Happy End ist, dass jemand verrückt wird? ''

In dieser Sichtweise gehört 'Brazil' zu unserer Gegenwart, zu der Art und Weise, wie wir miteinander ein Überwachungs-, Verfolgungs- und Foltersystem täglich erschaffen und erhalten, in der Arbeits- und Lebenswelt, in der Bildungs- und Kulturwelt, überall, wo wir beteiligt sind an den psychosozialen, wirtschaftlichen, politischen und am Ende auch militärischen Abläufen und Strukturen dieser Welt. Wer das infrage stellt, fällt aus dem System und wird zumindest zum Außenseiter. Wer schon einmal erlebt hat, wie neoliberale Unternehmensberatung und 'Total Quality Management' die Arbeitsatmosphäre in einem Betrieb in einen kriegsanalogen Zustand versetzen können, kann vielleicht mitempfinden, daß 'Brazil' eine filmische Allegorie auf unsere Zeit darstellt. Auch in unserer Welt dudelt unablässig Wohlfühlmusik, die oftmals in einem absurden Kontrast zur Wirklichkeit steht.

Sam 'entkommt' zum Schluß seinen Folterern, indem er sich manifest in seine innere symbolische Welt flüchtet. Aus einem Traum nicht mehr aufwachen zu können, ist nach dem Psychoanalytiker Wilfred R. Bion die Definition von Wahnsinn. In unserer Welt scheint für viele der einzige Ausweg noch die psychische Erkrankung: Anpassungsstörung, Erschöpfungsdepression ('Burn Out') oder gar Posttraumatische Belastungsstörung: Diagnosen, die in der psychiatrischen Praxis endemisch geworden sind. Vollkommen verständlich und akzeptabel, weil sich so deutlich die Wahrheit über die Wirklichkeit zeigt. Aber ist das ein Ausweg? 'Brazil, didi didi didi dida, Brazil...'
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tomorrow was another day…, 17. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Brazil - SZ-Cinemathek 14 (DVD)
Mit „Brazil“ ist dem Ex-Monty-Python-Mitglied Terry Gilliam im Jahr 1985 ein wahres Meisterwerk gelungen, dass auf jeder Ebene absolut überzeugen kann. Visuell ist der Film für sein Alter auch aus heutiger Sicht noch bahnbrechend; mit sehr viel Liebe zum Detail und zum Glück ohne kalte Computer-Spezialeffekte inszeniert Gilliam ein verwirrendes und zugleich schockierendes Drama um den Büroangestellten Sam Lowrie, der auf der Suche nach der Frau seiner Träume die Machenschaften eines totalitären Überwachungsstaates aufdeckt. Dabei ist der Film in seiner Vielfalt kaum zu überbieten und eigentlich kaum in ein Genre einzubetten, da die einzelnen Szenen in ihrer Grundstimmung zu unterschiedlich sind: Teilweise absurd, grotesk, komisch, mit einer hohen Dosis schwarzem Humor, manchmal aber auch einfach nur schockierend, traurig, brutal und abstoßend.
Oftmals wird sich der Zuschauer vielleicht überfordert fühlen, denn die Handlung schlägt vor allem gegen Ende wilde Haken und viele Szenen ergeben zunächst einfach keinen Sinn, sind für sich genommen aber sehr stimmungsvoll. Wer aber ein Filmerlebnis abseits festgetretener Mainstreampfade sucht, wird von „Brazil“ bestimmt nicht enttäuscht sein. Es werden zwar die von Gilliam auch aus seinen späteren Filmen „12 Monkeys“, „Der König Der Fischer“ und „Fear And Loathing In Las Vegas“ bekannten Themen angesprochen (Realitätsverlust, Isolation, Distanzierung von einer fehlerhaften Gesellschaft), aber trotzdem bietet der Film auch für Kenner all dieser Werke noch genug neue Aspekte.
Auf der DVD befindet sich die ungeschnittene Fassung mit mehr als 130 Minuten Spielzeit (nicht 124 Minuten, wie angegeben). Die Altersfreigabe ab 12 halte ich für einen schlechten Witz. Eigentlich wäre sogar eine Freigabe ab 16 fragwürdig, denn in meinen Augen könnte kaum ein Jugendlicher unter 18 Jahren diesen Film wirklich begreifen beziehungsweise verarbeiten. In meinen Augen sind manche Szenen aber trotzdem einen Tick zu grotesk / absurd / schräg geraten, weshalb der Film knapp an der Grenze zur Perfektion scheitert.
Als Fazit lässt sich sagen, dass „Brazil“ ein ziemlich anstrengender Film ist, der den Zuschauer auch lange nach dem Ablaufen des Abspanns noch zu Denken geben wird. Auf der anderen Seite ist der ein oder andere Lacher garantiert, auch wenn dieser meist in der nächsten Szene durch einen dramaturgischen Kniff unterdrückt wird. Diesen Film sollte man unbedingt mal gesehen haben.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER FILM: Traum oder Albtraum ? - endlich eine deutsche Blu-ray Veröffentlichung eines der besten Filme aller Zeiten !, 10. Juli 2012
Von 
Retro Kinski - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Brazil - Cine Project [Blu-ray] (Blu-ray)
Cine Project Blu-ray Bewertung (Review):

- BILD: schwache Farben und Kontrast, deutliches Rauschen und Korn, keine HD-Referenz aus heutiger Sicht, aber trotzdem Verbesserung gegenüber DVD Veröffentlichungen (Ansichtsverhältnis 1,85:1, Auflösung 1080p)
- TON: Dialoge gut verständlich, Stereoeffekte gut wahrnehmbar, keine große Räumlichkeit oder Nutzung von Subwoofer, Ton nur in DD 2.0
- EXTRAS: sehr überschaubar: Kinotrailer (HD), Featurette: "What is Brazil" (ca. 29 min., ist schon von der DVD her bekannt)

FAZIT:
- technisch leider kein zeitgemäßes Produkt
- 20th Century Fox hat wohl kein restauriertes Bildmaster erstellt, Qualität nur mäßig besser als DVD
- Ton nicht zeitgemäß und mit Fehlern (Zischlaute, wenig dynamisch, kaum Räumlichkeit)
- Film Langfassung von ca. 143 min. ist vorhanden (nicht gekürzte US Fassung mit Happy End!)
- schöne, wenn auch schon bekannte Dokumentation "What is Brazil" mit Interviews, Spezialeffekten, Drehbuch, Interview Michael Palin, Masken, Kostüme usw.
- Extras dürftig (auch wenn nicht viel vorhanden ist hätte man z.B. die Dokumentation "Battle of Brazil" noch beilegen können)
- leider schönes Covermotiv von Standard Blu-ray Layout zu ca. 50% verdeckt

-->> DENNOCH ein Zeitdokument von 1985 auf dem Stand der eingesetzten Technik: qualitätsmäßig beste deutschsprachige Veröffentlichung & eine Empfehlung !

FILM Bewertung (Review):

Über den Film ist schon alles gesagt worden. Er ist einer meiner TOP 3 Filme aller Genres aller Zeiten. Terry Gilliam hat sich hier selbst übertroffen und ein all-time Meisterwerk (hier passt der Begriff mal) geschaffen. Mit ausufernder Phantasie und einem unglaublichen Gespür für Figuren hat Gilliam eine unerreichte dystopische Vision unserer immer mehr bürokratisierten und entmenschlichten Gesellschaft geschaffen und einige heute erst spürbare Entwicklungen visionär erkannt und im Film verarbeitet. Das retro-futuristische Design der von ihm geschaffenen Welten wurde bis heute oft kopiert und selten erreicht und ist stilbildend für ähnliche Filme gewesen.

"1984 auf LSD" hat irgendwo mal jemand geschrieben, hier kann ich voll zustimmen! BRAZIL ist abseits von üblichen Hollywood-Konventionen ein Fest für alle Sinne und ist trotz der Bilderfluten auch ganz gezielt empathisch aufgeladen und vermag unglaubliche Emotionen und Identifikationspotential mit dem Hauptdarsteller Sam Lowry (Jonathan Pryce in der Rolle seines Lebens) freizusetzen. Ein Schmankerl für Cineasten: Robert De Niro brilliert nur in einer ungewohnten Nebenrolle die allerdings sowohl für den Film sehr wichtig ist und auch von den Fans von BRAZIL sehr positiv aufgenommen wurde.

4,5/5 Sternen (0,5 Punkte Abzug für die Bild- und Tonqualität)
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30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gilliams Bester, 9. April 2005
Von 
Ansgar von der Osten (Dortmund Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Brazil - SZ-Cinemathek 14 (DVD)
Eine skurrile, spannende, ergreifende, witzige, morbide und schließlich tief erschütternde Vision - Orwells "1984" zwei, dreimal in einen Eimer Monty Python getaucht und gut gewendet. Brilliante Schauspieler, eine fantastische Szenerie mit guten Effekten, klasse Musik - Terry Gilliam hat sich hier selbst übertroffen, weder "Münchhausen" noch "12 Monkeys" noch die zeitreisenden Zwerge sind annähernd so gut. In einem totalitären Staat der Zukunft gerät das Leben eines verträumten Angestellten vollkommen aus den Fugen, als er dem mörderischen Bürokratismus des Staatsapparates in die Quere kommt, weil er unbedacht pragmatisch handelt und sich auch noch ernsthaft verliebt.
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Brazil - Cine Project [Blu-ray]
Brazil - Cine Project [Blu-ray] von Terry Gilliam (Blu-ray - 2012)
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