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Kundenrezensionen

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am 10. Oktober 2011
Ich habe mir diesen Film im Kino in 3D angesehen und als ich wieder heraus kam, war ich einfach nur verzaubert. So viel Schönheit und Ausdruck dieser Schönheit habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

Wim Wenders hat lange gewartet bis er diese Dokumetation über seine Freundin Pina Bausch und ihre Arbeit gedreht hat. Erst, als die 3D-Aufnahmetechnik in guter Qualität bezahlbar wurde, hat er damit begonnen, denn er dachte, dass der Tanz, diese Art von Tanz, diese Art von Ausdruck nur dreidimensional gesehen und erfahren werden kann.

Er hatte recht. Wenn es irgendwie geht, sollte man sich diesen Film in 3D ansehen. Es ist, als ob man dabei wäre. Man kann die Tänzerinnen und Tänzer förmlich spüren.

Pina Bausch hat ihren Tänzerinnen und Tänzern nie gesagt, wie sie etwas machen sollen. Sie hat mit wenigen Worten gesagt, was sie will und das wie, das war den Tänzern selbst überlassen. Das sollten sie selbst herausfinden und dann das zeigen, was in ihnen steckt und wirklich, ich habe selten so viel Schönheit im Ausdruck gesehen, denn dieser Ausdruck kommt von ganz tief innen.

Man muss sich darauf einlassen können, mehr wollen, als unterhalten und von Effekten beeindruckt werden. Pina Bausch und ihre Tänzer zeigen wahre innere Schönheit, keine billigen, schönen Effekte und das ist einfach wunderbar.

Pina Bausch verstarb während der Dreharbeiten. Jetzt gibt es noch ihre Tänzer, die diesen Zauber, diese Schönheit, die in den Menschen selbst steckt, weitertragen.

In diesem Film steckt viel Freude für Menschen, die sich berühren lassen.
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am 26. September 2012
Beim ersten Angucken ging es mir genauso wie dem Schreiber der 1-Sterne-Rezension und mit einem sehr großen Fragezeichen schaute ich den Film mehr oder weniger in der Vorlauffunktion.
Auf der Suche nach dem Sinn des ganzen fand ich anschließend den Film im Menü mit Kommentaren und schaltete hier interessehalber noch mal rein...

Was soll ich sagen, hätte ich das gleich mal gemacht!
Auf einmal gibt alles einen Sinn! Es endete damit, dass ich den Film - werktags bis nachts um 2- gleich nochmal guckte, diesmal mit Kommentaren und viele Szenen mehrmals zurück spulte um sie nochmal anzusehen, weil der Tanz- jetzt wo man versteht, was da eigentlich gerade gezeigt wird- so schön war.

Für alle, die nicht Ausdruckstanz studiert haben oder Pina Bausch kannten, empfehle ich daher direkt in die kommentierte Version des Films zu schalten. Dann ist er sehr schön, wirklich.
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am 30. Juni 2014
Pina Bausch

* 27. Juli 1940 in Solingen
+ 30. Juni 2009 in Wuppertal

Die ehemalige Balletttänzerin Pina wollte als Tanzpädagogin und Ballettdirektorin etwas neues erschaffen: Ballett, Tanz, Pantomime und Theater (alles in Einem) - das "Tanztheater"!

Wuppertal (in Nordrhein-Westfalen) war ihr tänzerischer Einsatzort.

Regisseur Wim Wenders wollte eigentlich eine Dokumentation über Pina Bausch drehen, doch dann starb Pina überraschend. Und so drehte er schließlich mit ihrem Ensemble eine Hommage an diese große Choreografin - Der Film kam 2011 in die Kinos, auch in 3D.

In seinem Film PINA sieht man Szenen ihrer Werke LE SACRE DU PRINTEMPS, CAFÉ MÜLLER, KONTAKTHOF und VOLLMOND. Es gibt ein paar rare Szenen von Pina zu sehen....aber am häufigsten sieht man ihre ehemaligen Tänzerinnen und Tänzer - in Interviews...aber auch in den Choreografien Pinas...Aber dort, wo man Ballett selten sieht: draußen!

In und um Wuppertal.

Unvergessen sind besonders die tänzerischen Darbietungen: in, um, und unter der Wuppertaler Schwebebahn (Wuppertals großer Stolz und touristisches Aushängeschild).

DVD:
Die Bildqualität (16:9, 1,85:1er Bildformat) ist hervorragend - und wer ein Heimkinosystem sein Eigen nennt, bekommt ordentlich was auf die Ohren (Dolby Digital 5.1).

EXTRAS:
Neben diversen Trailern gibt es auch einen Audiokommentar des Regisseurs Wim Wenders (unbedingt mal einschalten!!!).

DVD-Wendecover ist vorhanden!!!

BEWERTUNG:
Ich vergebe strahlende 5 Ballettsterne!

Sinnliche Bilderpoesie, Tanztheater vom Feinsten. Schönheit und Hässlichkeit als Ausdruck schöpferischer Vollendung, Trauer und Freude, alles was das Leben eben ausmacht - als Bilderrausch - aber leider nur 99 Minutenlang, schade :-((

Ein mit viel Liebe gedrehtes Requiem für "unsere" Pina ;-*

FAZIT:

Was ist Tanz?

"Tanz kann fast alles sein!" -- Pina Bausch
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am 9. Oktober 2011
... ein unglaublicher Film von Wim Wenders, über eine grossartige Künstlerin der einen in seinen Bann zieht.

Zunächst einmal sei gesagt, dass man im Vorfeld wissen muss, worauf man sich bei Pina Bausch einlässt. Andernfalls kann man vielleicht enttäuscht sein. Aber selbst dann, kann man diesem Film noch einiges abgewinnen:
Dieser Film ist ein 3D Masterpiece. Unglaublich wie räumlich alles wirkt. So ein Erlebnis hatte ich bis dato noch nie. Jedenfalls nicht so! Man hat teilweise das Gefühl, man ist mittendrin. Das liegt sicherlich auch an den verschiedenen Szenen, die in Wuppertal im Freien gedreht wurden, so z.B. in Barmen auf der grossen Kreuzung vor dem McDonalds.
Das ist sicherlich für Wuppertaler oder die, die es kennen ein kleines Highlight. Man kennt es in Natura und im Film wirkt es realistisch, aber doch anders. Andere Szenen zeigen die Schwebebahn und eine Fahrt damit. Hier natürlich wieder der Bogen zu den unglaublichen 3D Effekten!

Der Film an sich glänzt durch Farben, Kostüme, Szenerie, Choreographie und die charismatischen Tänzer aus den unterschiedlichsten Ländern. Sie erzählen zwischendurch von Ihren Begegnungen mit Pina, aber immer nur kurz, sodass der Tanz nicht zu kurz kommt oder gar gestört wird. Interessant dabei ist, dass das Gesicht der Tänzer nur gefilmt wird und sie Gefühlsregungen zeigen zu dem, was sie in ihrer eigenen Sprache übersprechen. Genial!

Pina hat die unterschiedlichsten Nationalitäten vereint, die kuriosesten und gleichzeitig beeindruckensten Ideen in Tanz umgesetzt. Ich kam teilweise aus dem Staunen nicht heraus, musste sogar zurückspulen, um mir Szenen nochmals genauer anzusehen ...

Schlussendlich ist die Auswahl der Musik zum Tanz ohne Zweifel passend und fasziniert.

Ich werde mir definitiv noch die 3 Disk Version zulegen, da ich unglaublich gespannt bin auf das Bonusmaterial. Das ist aus dieser Version nur aud der 2D Disk und doch recht rudimentär.

Danke Pina, Danke Wim Wenders für einen Film, der fasziniert und bereichert.

Diesen Film habe ich nicht zum letzten Mal geschaut!
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am 12. Oktober 2011
Der Film für und über die im letzten Jahr verstorbene Tänzerin und Choreographin Pina Bausch beinhaltet Ausschnitte aus drei älteren Choreografien (Café Müller - 1978, Das Frühlingsopfer - 1975, Kontakthof - 1978) und einer neuen (Vollmond - 2006). Alle vier Stücke hat Pina Bausch noch selbst ausgesucht. Außerdem beantworten die Ensemblemitglieder tänzerisch Fragen zu Pina. Dabei verließ das Team die Bühne und ging hinaus. Die beeindruckenden Aufnahmen in Wuppertal oder der Zeche Zollverein, profitieren in besonderen Maße von der 3D-Technik. Die Weite wird dadurch noch weiter. In Zusammenspiel der bildgewaltigen Choreographien mit den überwältigenden Aufnahmen, der intensiven Präsenz der Tänzer und der eindringlichen Musik entfaltet der Film eine soghafte, fast hypnotische Wirkung.
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am 19. März 2013
Wim Wenders' Film Pina ist viel mehr als eine Hommage. Er ist eine tiefe Verbeugung vor und eine Liebeserklärung an Pina Bausch. Und darüber letztlich auch eine Liebeserklärung an Wuppertal - die Stadt, der Pina Bausch immer die Treue gehalten hat und die mit dem Tod Pina Bauschs eine große Künstlerin verlor, der die Stadt so viel zu verdanken hat.

Atmosphärisch dicht und den Tänzern des Tanztheaters den Raum gebend, das Unfassbare fassbar zu machen, ist es Wim Wenders gelungen, das Besondere, Einzigartige, das Pina Bausch und ihre Arbeiten auszeichnete und sie zur Revolutionärin des Tanztheaters und zu einer weltweit verehrten Choreographin werden ließ und ihre tiefe Menschlichkeit, die in allem ihren Ausdruck fand, in wunderschönen und zutiefst berührenden Bildern zu transportieren.

In 3D ist dieser Film absolut beeindruckend. Jedoch ist der Film auch in 2D wunderschön. Empfehlenswert ist zudem die von Wim Wenders kommentierte Fassung, die für den Zuschauer, auch wenn er Pina Bausch kannte und das Glück hatte, Aufführungen von ihr zu sehen, noch viele weitere Informationen bereit hält.
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am 15. Februar 2012
Der Einstieg in diesen Film gestaltet sich schwierig, auch sehr viele weitere Tanzszenen gestalten sich auch sehr unverständlich, das mag daran liegen, das sie aus dem Kontext der Gesamtinszenierung herausgegriffen worden sind. Das stört etwas den Einstieg-wäre da nicht Wim Wenders. Er fängt diese schwierige Tanzkunst visuell und packend ein, so das wohl auch Menschen,die eher weniger mit Piná Bauschs Tanzkunst vertraut sind den Einstieg finden können. Klar das moderne Tanztheater ist sicher nicht jedermanns Sache-und wer mit Wenders nichts anfangen kann ist hier gleich zweimal falsch.
Wim Wenders Film zeigt wie Körperbetont Pinas Tanztheater ist, er zeigt auch wie sehr Pinas Inszenierungen dem richtigen Theater verwandt sind-die Übergänge sind fließend. Auch die Tanzszenen sind so fließend, leicht, körperbetont, das vedient absolute Beachtung und Bewunderung. Man möchte fast sogar schon von "stunts" sprechen. Wundervoll ist Wim Wenders Film genau dann, wenn er das Theater verläßt und hinaus geht in die Stadt Wuppertal mit ihrer Schwebebahn, in die Natur. Genial verstörend sind die Tanzszenen in der Schwebebahn, eine Frau steigt mit einem Kissen ein und trampelt darauf herum-und vorher sah man die Schwebebahn durch die Stadt gleiten und es ließen sich durchs Fenster Wahlplakate sehen...
Wenders findet wunderbare Plätze für die Szenen außerhalb, da ist zum Beispiel ein Szene in einer Industrieanlage(ich glaube Zeche Zollverein) zu sehn. Der Tänzer scheint verloren in dieser Weite und Übermacht der Industrie-Anlage, doch der Tanz belebt den Körper UND die Anlage. Hier wird der Untertitel des Film am besten deutlich:" Tanzt, Tanzt sonst seid ihr verloren "
Der Film bezieht die Architektur als Element mit ein ebenso die Natur, das ist sehr beeindruckend. Genial in dieser Hinsicht auch die Tanzszenen an einer Straßenkreuzung, alles in Bewegung, die Körper, die vorbeifahrenden Autos. Und die Szenen die unter der Schwebebahn(Schatten und Spiegelungen an der Hauswand!!!) oder an deren Bahnhöfen stattfinden bzw, in deren Über-bzw- Unterführungen. Wenders gelingt hier modernes, surreales, architektonisches ! !, statisches, packendes, buntes Kino.
Auch Rainer Werner Fassbinder hätte diesen Tanzfilm drehen können, er hat eine Doku über ein Theatertreffen gedreht und auch Pina Bausch kommt darin vor. Wenders, Fassbinder, Pina Bausch sind aus dem selben Holz...
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am 12. Januar 2015
Ja es ist eine Apotheose, und ja Wenders ist sehr pathetisch, aber wenn DER schon mal 3D filmt, dann MUSS man das doch wenigstens mal angucken. Sehr empfehlenswert jedenfalls, egal ob im Kino oder zu Hause! Die Choreographien sind jedenfalls kongenial (aber gut, das war nun auch schon vorher bekannt), und wenn das "Opfertuch" einem im Sacre förmlich auf den Schoß gelegt wird, oder man zusammen mit den Tänzern in der Schwebebahn fährt, oder oder oder, dann ist das einfach sehenswert (mir fehlen da gerade ein bisschen die Worte): Die Nähe der Kamera zum Motiv wird hier durch die 3D-Technik noch einmal eindrucksvoll intensiviert. Die Kurzmonologe der Tänzer/innen sind manchmal ein bischen tränendrüsig, natürlich fast immer sehr tief & bedeutend, und man spürt manchmal fast schon etwas zu intensiv, dass sie alle ihrer Erlöserin nachtrauern (was aber verständlich ist, denn wie es aussieht, WAR sie ihre Erlöserin). Aber es bleibt für mich insgesamt ein grandioses Werk.
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am 29. Juni 2012
Ich mag Wim Wenders' Filme nicht. Er kann keine Geschichten erzählen. Das hat er auch selbst immer zugegeben. Er ist als Fotograf besser, kann Stimmungen in Bilder feinfühlig umsetzen. Das gelingt ihm mal gut und mal weniger gut. In seinen dokumentarischen Filmen filmt er - ökonomisch geschickt - meist Bühnengeschehen ab und wertet dies durch technische Neuerungen auf (Fotografen lieben Technik..!).
Ich mag auch die Tanzchoreographien von Pina Bausch nicht. Schon immer wirkten sie auf mich destruktiv, spartanisch-anämisch und redundant. Hinzu kommt, dass sie nur ein Thema drauf hatte: das Geschlechterverhältnis.
Doch nun kommt es: Dieser FILM IST EINFACH GENIAL! Wenders inszeniert Tanz an ungewöhnlichen Orten in und um Wuppertal und erzählt plötzlich etwas über die Trauer von Tänzern und Tänzerinnen um ihre Choreographin und stellt Parallelen zum morbiden Charme der völlig verarmten und verschuldeten Stadt her, die jetzt nicht mal mehr mit der verstorbenen Bausch glänzen kann.
Kino lebt von großen Bildern - das gelingt Wenders hier einfach super. Ich entdecke eine Stadt völlig neu. Und ich entdecke Körper, die alt, ausgezehrt und dennoch biegsam sind, jenseits aller Musical-Dance-Klischees... Der 3D-Effekt ist mir aber wurscht, auch wenn er im Kino super 'rüberkam. Kurzum: Ich liebe diesen Film.
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am 11. Juli 2011
Nun ist es so. Meine Mutter ist seit immer großer Ballettfan, schwärmte schon vor Jahren von John Neumeier und seinen Inszenierungen, hat seit jeher ein Abo und hätte es gern gesehen, wäre ich als Kind selbst zu Ballettstunden gegangen. Das war natürlich vollkommen ausgeschlossen, nicht nur aufgrund einiger Kilogramm zu viel an Körpergewicht, sondern auch aufgrund der Vorstellung, dieses meinen Kumpels zu verklickern, mit denen ich definitiv viel lieber Fußball spielte. Meine Schwester jedoch besuchte die Schule an der Hamburger Staatsoper, gab das Projekt Ballett jedoch auf, nachdem ihre Füsse, geschunden von stundenlangem Training und einem schon fast militärisch zu nennenden Drill, tagelang geschwollen und unbenutzbar waren.

Meine Frau sah vor einigen Wochen "Pina" im Kino und war, obwohl das Ballett auch eher nicht so ihre Sache ist, begeistert. Also entschloss ich mich dazu, mir den Film ebenfalls anzuschauen, schließlich eint uns die Liebe an der Fotographie, den aussergewöhnlichen Inszenierungen und filmischen Raffinessen und auch hiervon sollte es angeblich ne Menge geben. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich der Film schwer beeindruckte. Nun werde ich ganz sicherlich kein Ballettfan, jedoch ermöglichte es mir "Pina" einen Einblick in eine mir relativ unbekannte Welt zu erhalten, die mich zugegebener Weise stellenweise mehr als fesselte.

Ursprünglich wollte Wim Wenders einen Film über Pina Bausch machen, seine langjährige Freundin. Jedoch verstarb diese 2009 vor den Dreharbeiten und so wurde "Pina" ein Film für die Choreographin, Tänzerin und Ballettdirektorin, von der ich zuvor niemals etwas gehört hatte. Neben den Choreographien "Le Sacre Du Printemps", "Kontakthof", "Vollmond" und "Cafe Müller", die von Wim Wenders und Pina Bausch noch vor deren Ableben ausgewählt wurden und die von dem Tanztehater Wuppertal dargeboten werden, sind es die kleinen, sparsamen Filmausschnitte und Tondokumente einer ungewöhnlichen und oftmals mißverstandenen Frau, die diesen Film zu etwas besonderem machen. "Pina" ist ein kreatives Meisterwerk auch wenn einzelne Mitglieder des Ensembles, wie auch Pina Bausch, von Zeit zu Zeit ein wenig verrückt wirken, was an dieser Stelle als Kompliment zu betrachten ist. Insbesondere die Ausbrüche aus vor- und festgeschriebenen Strukturen machen für mich oftmals erst den besonderen Reiz aus, das Überbrücken konventioneller Wege, der Versuch etwas anderes und neues zu erzeugen, bekommt von mir prinzipiell erst einmal mindestens einen Extrapunkt in der Beurteilung. Die Darsteller und Tänzer wirken teilweise recht "unballettmäßig", es gibt keine Tütüs und keine (oder kaum) "Zehenspitzenakrobatik" und auch hinsichtlich der Ästhetik bewegt sich "Pina" auf mir unbekannten Ebenen, weit weg von "Schwanensee", "Nussknacker" oder "Giselle" die mir noch im Gedächtnis waren, da übriggebliebene Eintrittskarten dafür sorgten, dass ich in meiner Jugendzeit mehr oder weniger dazu gezwungen wurde, mir "dieses Erlebnis aus Tanz und Musik" doch einmal live und vor Ort anzusehen. "Pina" ist anders, das Ensemble tanzt "Angst" und "Vergewaltigung", was beizeiten recht verstörend wirkt. Auch dient nicht eine x-beliebige Bühne als Ort der Darstellung, es wird auf Wasser getanzt, es wird auf Sand getanzt. Auch die Musik verlässt die mir bekannten Ebenen und ist hin und wieder äußerst gewöhnungsbedürftig. Gewöhnungsbedürftig fand ich ebenfalls "Cafe Müller", stellenweise nervte mich diese "Darbietung" sogar, jedoch fesselten und faszinierten mich die anderen Choreographien um so mehr.

Wie ich schon andeutete, Ballett wird niemals meine Leidenschaft werden, auch nicht nach dem Sehen dieses aus Fragmenten und Teilen zu einem Ganzen zusammengebauten Werks, jedoch wurde ich bestens unterhalten, in einen Sog aus Kreativität, Raffiness und Bild- und Farbexplosionen gezogen, in einen Rausch, der dafür sorgte, dass ich mich anschließend mit einer aussergewöhnlichen Frau beschäftigte, deren Inszinierungen und Choreographien mich tief berührten. Wim Wenders schaffte dieses 2003 mit seinem Film "A Soul Of A Man" schon einmal und auch wie hier war der Gegenstand des damaligen Films eine Thematik die mich prinzipiell nicht interessierte und auch anschließend nicht wirklich lange von Interesse blieb. Genauso wenig, wie ich nun regelmäßig Ballettaufführungen sehen werde, höre ich Blues, allerdings war das Abtauchen in etwas mir Unbekanntem von großer Wichtigkeit um den eigenen Horizont zu erweitern, bzw. um mir ein Teilbild zu machen, anstatt etwas abzulehnen, was ich nicht kenne. Das Ballett kenne ich nach wie vor nicht, dafür wird dieser eine Film wohl nicht genügen, jedoch konnte ich stellenweise nachvollziehen, was für einige den Reiz daran ausmacht und das führt schlußendlich zu einer gesteigerten Toleranz "dem anderen" gegenüber. Und diese Feststellung genügt mir und jetzt kann ich wenigstens einmal mit meiner Mutter über einen Film reden, den sie mag und das ist mehr als ich vorher erwartet habe.

Über den deutschen Release kann ich nichts sagen, da der VÖ ja noch aussteht. Diese Rezension bezieht sich also alleine auf die Kinofassung. Wie in der Produktbeschreibung bereits zu lesen, wird "Pina" auch auf DVD als 3D Version erscheinen, was ich für unbedingt notwendig halte, da grade diese Technik dem Film die richtige Note verleiht. Die enstandene Räumlichkeit ist insbesondere in Filmen dieser Art von unschätzbarem Wert. Es wurde auch Zeit, dass die 3D Technik nicht nur für 0815 Hollywood Großprojekte genutzt wird.
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