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am 29. Januar 2013
" Es konmt mir so vor, als wenn wir Menschen auf ewig gefangen sind, wie Ratten in einem Laufrad. Wir treten und schlagen um uns oder uns gegenseitig. Doch wir kommen dadurch der Freiheit keinen einzigen Schritt näher".
Dieses Zitat aus Hitchcocks "Psycho" kam mir sofort in den Sinn.
Denn diesselbe Hoffnungslosigkeit und Resignation umfängt den Zuschauer bei "Blue Valentine".
Ja er lässt einen erschaudern in seiner pessimistischen Wucht, ratlos zurück und fordert den Zuschauer heraus, wie es vielleicht im Moment nur noch ein Lars von Trier zuwege bringt- oder so sezierend genau ein Ingmar Bergmann vor Jahrzehnten.
Ein Film über die Liebe, die Zuversicht die in Lethargie und Hoffnungslosigkeit, ja Stoizismus endet, vielleicht fast immer enden muss.
Kein Film der guten Gefühle, kein Film der Mitleid oder Gnade mit den Protagonisten und uns Zuschauern kennt. Sondern ein Film der das Liebespärchen entlarvt, ihnen Stück für Stück die Illusionen herunterreisst und uns verstört, uns zwingt in unsere eigene Gefühlswelt zu schauen.
Unangenehm und überfordernd für viele, die vielleicht von einem Film die cineastische Illusion erwarten und eben vielleicht nicht mit der eigenen Befindlichkeit konfrontiert werden möchten.
Schonungslos stellt er existenzielle Fragen: Gibt es die alles überdauernde Liebe: Nein. Und noch viel bedrückender: Sie schlägt um in Ekel, Gleichgültigkeit, Hass, Kampf. Gibt es Sicherheit und Erlösung im Leben: Nein. Gibt es selbstbestimmtes Handeln und Verwirklichen: Keine Chance.
Das Damoklesschwert schwebt auch über dir. Magst du dich vielleicht momentan noch so glücklich, geborgen und sicher in deinem Lebensentwurf wähnen, nichts ist von Dauer und an nichts kannst du dich orientieren.
Zitierte ich eingangs einen Horrorfilm, so muss man sagen vielleicht ist "Blue Valentine" in seiner Art den Zuschauer ruhig und undramatisch im Genick zu packen und in den Spiegel schauen zu lassen dämonischer in seiner trügerischen Alltäglichkeit als es jedes fiktive Kino- Ungetüm zuwege bringen könnte.
Ryan Gosling, Michelle Williams spielen nicht; sie leben, fühlen, nehmen uns in ihrer Seelenqual an der Hand, entblössen ihre nackte Verletzlichkeit, wie es intensiver nicht geht.
Sie sind obwohl Mitte Dreissig in der gefühlten Endstation ihres Lebens, zumindest ihrer Liebe angekommen. Lachen, Liebe, Leichtigkeit, Leidenschaft, Begehren sind leblose Vokabeln aus einer anderen Zeit.
Das Hier und Jetzt ist eine Abfolge von alltäglichen Stereotypen, von Überdruss und bohrender Unzufriedenheit. Aneinander vorbeireden, Unverständnis, Zweifel, Selbstmitleid, Ekel, offener Hass, kein Entkommen. Grau und traurig wie Asche; das Existieren.
Beide sind auf Gedeih und Verderb zusammengeschweisst durch ein gemeinsames Kind, das eigentlich nicht geplant war. So wird auch eine endgültige Trennung auf längere Sicht nicht möglich.
Eigentlich könnte die kleine Familie glücklich sein. Weder gibt es Seitensprünge, finanzielle Probleme, Schicksalsschläge.Doch die Liebe ist in voller Banalität einfach gestorben und unwiederbringlich verlöscht. Doch keiner will sich das richtig eingestehen.
Kaum erträglich die hilflosen Versuche gerade des Mannes in irgendeiner Weise, den Liebesfunken wieder zum Erglühen zu bingen.
Herabwürdigend und bemitleidenswert seine Versuche durch den Aufenthalt in einem Liebeshotel Gefühle erzwingen zu wollen. Die Würfel sind längst gefallen. Die Vergeblichkeit ist vorprogrammiert.
Vielleicht nur noch möglich in Strömen von Alkohol der den Blick auf die deprimierende Realität vernebelt und möglicherweise die für immer verlorene Intimität, Leidenschaft fratzenhaft vorgaukelt.
Verstörend für den Zuschauer zu sehen wie Ryan Gosling quasi um Sex und Erotik bettelt, nicht aus real empfundener Lust sondern um die Beziehung damit kitten zu wollen, und wie angewidert seine Partnerin bereits vor der kleinsten Berührung zurückzuckt.
Der unbefriedigende Beischlafversuch gleicht dann schon fast einer Vergewaltigung, wobei sich die Hände seiner Frau erduldend vor Abscheu in den Boden verkrallen.
Der weitere Lebensweg scheint zumindest im Kino vorprogrammiert. Vielleicht ein paar Jahre später so könnte man es sich denken, steht Ryan Gosling wie einst Richard Burton in "Virginia Woolf" mit dem Gewehr hinter seiner Frau oder nach der gnadenlosen Gefängnisstrafe, genannt Ehe, werfen sie sich wie Jean Gabin und Simone Signoret in "Die Katze" kleine Papiernotizen als einzige Kommunikation zu.
Dieser Film wird die wenigsten kalt lassen, zwingt einen in seine Atmospäre. Ich behaupte nicht dass diese gezeigte Drastik für jeden schon erlebbar wurde.
Jedoch die traurige, vor sich selbst vielleicht nicht zugestandene Gewissheit dass plötzlich von einem Tag auf den anderen eine doch als ewige, einmalig empfundene Liebe, Leidenschaft sich verändert oder Gefahr läuft monotonem Gleichklang, Missverständnissen und Alltäglichkeit zu weichen, sowie auch die damit verbundene Zukunfts-Unsicherheit und die Angst vor emotionalen Verletzungen ist doch vielen, mich eingeschlossen, bekannt.
Das macht den Film, so nah, so intim für uns. Diese Menschen und Gefühle sind wir alle. Spiegeln in vielen Facetten unsere unausweichlichen Ängste.
Wie grausam, bedrückend, dass der Film uns bewusst keine Antwort, keine Hoffnung gibt.
Grandios und raffiniert ist der Film geschnitten. Szenen des Hasses, werden parallel mit Szenen der Liebe,der Erfüllung der Hochzeit gemischt. Zynisch, niederschmetternd und die traurige Unausweichlichkeit unterstreichend, so wirkt dies auf den Zuschauer.
Am Ende erstrahlt die Leinwand in einem Feuerwerk, und wie die Liebe ist es ein Staunen, eine unbeschreibliche Faszination, die erstrahlt und für immer als Erinnerung am Himel vergeht.
Was kann man also für sich herausholen aus dem Film um nicht gleich in Depressionen zu verfallen.
Die unter Umständen erleichternde Erkenntnis, dass dieses Paar doch auch viele Warnhinweise in den Wind geschlagen hat.
Da ist das eigentlich ungelegen kommende Kind, unfreiwillig, leichfertig Lebens- Verantwortung übernommen zu haben,da ist die doch auch anfänglich erkennbare nicht in die Tiefe gehende Kommunikation, die durch die Leidenschaft verdeckte unterschiedliche Lebensanschauung.
Und die Unfähigkeit offen und ehrlich Emotionen, Bedürfnisse anzusprechen ohne zu warten bis der Zug endgültig abgefahren ist. Bis keine gemeinsame Schwingung mehr möglich ist.
Trotzdem eine Sicherheit wird es nie geben.
Fazit: Eine extrem bittere Erfahrung,eine gnadenloser Schlag in die Magengrube für jeden Idealisten, Romantiker. Sie trifft den Zuschauer bis ins Herz und ist der Film, der in letzter Zeit zum grössten Diskussionsstoff in meinem Freundeskreis geführt hat. Wenn das ein Film schafft, sich und andere zu reflektieren ist das eine grandiose Leistung.
1616 Kommentare| 94 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. August 2011
Paare wie Dean und Cindy sitzen in Restaurants, kaufen im Supermarkt an der Ecke ein, oder laufen durch die Strassen der Stadt. Egal ob in Hamburg oder Buenos Aires. Dean und Cindy könnten auch Stefan und Nicole heissen, Enrique und Aurelia oder Daisuke und Mamiko. Meistens übersieht man sie, manchmal fallen sie einem auf, wenn sie mit gelangweilten Gesichtern nur das notwendigste miteinander reden. Sie stochern in ihrem Essen rum, würdigen sich kaum eines Blickes und wenn sie einmal miteinander reden, dann nur auf rein funktionaler Ebene. Sie übersehen die Schönheit des sie umgebenden, verachten den Augenblick in dem sie sich befinden und manchmal, wenn man sie bemerkt, zwischen den Menschen, den Paaren, die sich in die Augen sehen, lachend und das Leben geniessend, dann ertappt man sich manchmal dabei, wie man versucht ihre Geschichte zu entschlüsseln. Sich fragt, was passiert sein könnte, dass sie sich mit einer solchen Gleichgültigkeit begegnen, sich verachten. Waren die wirklich mal verliebt in einander? Warum sind sie augenscheinlich noch ein Paar, wenn nichts von dem, was Menschen zu einem Paar werden lässt, geblieben ist.

Cindy wuchs in einer privilegierten Familie auf, in der die tradierte, geschlechtsspezifische Rollenverteilung noch zum selbstverständlichen Bild einer Familie aus der bürgerlichen Kleinstadt gehörte. Wo der Vater seine Frau anschreit, wenn er genervt nach der Arbeit nach Hause kommt und sie das Essen versaut hat. Cindys Großmutter schein die einzige zu sein, die sich einen Kopf um den Teenager macht. Sie hört ihr zu und weiß davon zu berichten, dass sich die Eltern, wenn überhaupt, nur zu Beginn ihrer Beziehung liebten. Vielleicht bildete die Liebe auch nicht die Grundlage einer Ehe, in einer Zeit, wo es zum guten Ton gehörte zu heiraten, wenn die Geburt eines Kindes bevorstand. Alles andere war undenkbar. Cindy studiert Medizin und trennte sich kurz zuvor von ihrem Vorzeigefreund, einem Collegebesucher und Catcher. Sie kümmert sich um ihre Großmutter, die in einem Seniorenheim lebt, als Dean ihr das erste Mal begegnet. Er arbeitet als Hilfskraft in einem Transportunternehmen und organisiert den Umzug eines alten Mannes, der mehr oder weniger freiwillig den Rest seines noch kurzen Lebens in dem gleichen Heim verbringen wird. Dean fühlt sich von Cindy angezogen, begegnet ihr erneut und zufällig im Bus. Aus den beiden wird ein Liebespaar und diese Liebe scheint auch dann keine Brüche zu bekommen, als Cindy feststellt, dass sie schwanger ist. Das Kind ist allerdings nicht von ihm, sondern von dem coolen Collegeboy. Trotzdem werden sie eine Familie und Dean akzeptiert das Kind wie sein eigenes und kümmert sich rührend um die Tochter. Ein paar Jahre später ist von der großen Liebe nichts mehr geblieben. Dean ist Trinker, Kettenraucher und Maler. Cindys Traum von der Karriere als Ärztin wurde nicht zur Realität, sie ist Arzthelferin. Ohne, dass einem die Gründe näher genannt werden, weiß man, dass irgendetwas nicht mehr stimmt. Dean wirkt alt, älter als er vermutlich ist. Das Alter der Tochter Frankie ist ein Indiz dafür. Auch Cindy sieht abgekämpft aus. Beide haben sich nicht mehr viel zu erzählen und Cindy geht Dean aus dem Weg, wann immer sie kann. Die Geschichte begleitet das Paar. Bis zum endgültigen Ende der Beziehung, ein trauriger und schmerzlicher Weg. Doch das Ende kommt nicht unerwartet, obwohl nichts tiefgreifendes und einschneidendes passierte. Und der Weg bis dahin ist schmerzlich und bitter.

"Blue Valentine" erzählt zwei Geschichten. Die eine spielt in der Gegenwart und endet mit dem unweigerlichen Auseinanderbrechen der Familie, die ihren Höhepunkt in einem futuristisch gestalteten Hotelzimmer findet, dem letzten Versuch zu retten was nicht mehr zu retten ist. Die andere Geschichte spielt in der Vergangenheit. Sie beginnt mit der Vorstellung der beiden Charaktere, wie sie sich ineinander verlieben und heiraten. Doch beide Geschichten laufen nicht nacheinander ab, sondern paralell, was den Film zur eigentlichen Tragödie werden lässt. Die Gegenüberstellung der Bilder aus den glücklichen und den deprimierenden und traurigen Tagen machen diesen Film zu dem was er ist. Ein Drama über eine Beziehung, die eigentlich keine sein sollte. Und dafür gibt es unterschiedliche Gründe.

Ryan Gosling, der für mich durch seine Rollen in Filmen wie Inside a Skinhead,State of Mind oder Stay längst zu den Schwergewichten des neuzeitlichen "Charakterkinos" gehört und Michelle Williams verkörpern ihre Rollen großartig und tragen den kammerspielartigen Film. Man nimmt beiden ihr Rolle vollkommen ab, sowohl in der Zeit der "rosa Wolken", als auch in der zunächst leisen Krise, die sich zu einem immer lauter werdenden Grollen und schlußendlich zu einem infernalen Donnerschlag ausweitet. Einem Konflikt, der kein Happy End zulässt, auch wenn dieses offen gelassen wird. "Blue Valentine" besticht durch seine Bilder, seine klugen Kameraeinstellungen und einen Soundtrack, der zwar sparsam, aber niemals deplaziert wirkt.

"Blue Valentine" erzählt die zutiefst banale Geschichte von zwei Menschen, die sich zufällig über den Weg laufen, sich verlieben, die Pläne schmieden und sich gegenseitig ihr Leben und ihre Herzen versprechen und sich am Ende doch verlieren. Und diese zutiefst menschliche Geschichte ist meisterlich inszeniert. Find ich gut!
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am 4. Juli 2016
Das verflixte siebte Jahr zeigt das traurige Ende einer Ehe, die mit romantischer Liebe und Illusion begann, aber einen möglichen Kern des Scheiterns schon bei der Hochzeit in sich trug.

Auf Vorschlag von Dean (Ryan Gosling) verbringen er und seine Ehefrau Cindy (Michelle Williams) eine Nacht in einem Motel, in einem futuristisch gestalteten und nicht heimelig eingerichteten, in neonfarbiges buntesLicht getauchten Zimmer. Cindy hat eigentlich überhaupt keine Lust darauf, aber Dean setzt sichh durchm Cindy macht gute Mine zum traurigen Spiel. In wiederholten Rückblenden zeigt Regisseur Derek Cianfrance, unter welchen Umständen die Ehe zusammenkam und scheiterte.

Die Medizinstudentin lernt den High-School-Abbrecher, der als Möbelpacker arbeitet, als einfühlsamen romantischen Mann kennen, der ihr unter anderem einen köstlichen musikalischen Liebesantrag macht. Schwanger von ihren vorherigen Freund entschließt sie sich zu einer Abtreibung und liegt mit schon eingeführtem Spekulum (medizinisches Wekzeug, mit dem vordere und hintere Scheidenwand auseinandergehalten werden, um Blick und Zugang auf den Gebärmutterhals zu erhalten) auf dem gynäkologischen Stuhl, als sie es sich fast in letzter Sekunde anders überlegt. (Das Verhalten des Arztes in dieser Situation, der ihre Entscheidung nicht nur widerspruchlos akzeptiert, was selbstverständlich sein sollte, sondern Cindy einfühlsam in die Obhut der OP-Schwester übergibt und den OP verlässt, muss ich als vorbildlich bezeichnen.) Dean unterstützt Cindy in ihrer Entscheidung , und Tochter und nicht biologischer Vater lieben sich sehr, wie man auch am traurigen Ende des Filmes sieht, als das Mädchen sich an den fortgehenden Vater klammert.

Cindy und Dean sind sicher nicht die einzigen, denen dies widerfährt, und es muss auch nicht immer so sein, aber hier schält sich für mich heraus, dass Cindys (von Dean mitgetragener) Entscheidung für das Kind ganz erheblich zu dem Scheitern beigetragen hat. Ohne die Kleine hätten sie sich mit der Entscheidung zu eine Ehe wahrscheinlich mehr Zeit gelassen, sie hätten länger prüfen können, ob ihre unterschiedlichen Zukunftsvorstellungen in Einklang zu bringen gewesen wären, Cindy wäre vielleicht Ärztin geworden und hätte die Familie alleine ernähren können, Dean kann seine Vorstellungen eher verwirklichen als Cindy, aber deren Unzufriedenheit ist ein schleichend wirksames Gift, das die Gemeinsamkeit und die Liebe auf der Strecke bleiben lässt.
Dean hat als Anstreicher ohne im Film gezeigter Ausbildung einen Job, in dem er "schon morgens um 8 Uhr eine Flasche Bier trinken kann". Cindy wird Krankenschwester, nicht Ärztin (ein >nur< habe ich bewusst nicht viórangestellt, als Medicus sehe ich meine Patienten im Schnitt 8 Minuten beinder täglichen Visite, das Pflegepersonal deutlich länger und erhält durch Beobachtung und Gespräche wertvolle Informatione, die unverzichtbar sind). Allmählich schleicht sich besonders bei Cindy eine Unzufriedenheit ein, sie hatte sich die Zukunft ganz anders vorgestellt, und Dean fühlt sich auch unausgesprochenen Vorwürfen ausgesetzt, weil er metrkt, dass Cindy mit seiner Auffassung nicht glücklich ist
Cindy und Dean sind auf ihre Art beide sympathisch, aber wie man nicht erst am Ende der Ehe und des Filmes sieht, etwas blauäugig in eine vorschnell geschlossenen Ehe geschlittert, die wirklich "filmreife" musikalische Liebeserklärung und der Zauber der ersten Verliebtheit haben dazu geführt, ffass die Entscheidung zur Ehe unausgegoren war, und sowohl Michelle Williams, für einen Oscar nominiert, den dann Natalie Portman für "Black Swan" erhielt, als auch Ryan Gosling überzeugen voll mit ihrem Spiel, das zeigt, wie die Beziehung nicht mit einem Knall unf großen Streit endet, sondern peu à peu abbröckelt , die verliebte Vorstellung zu Beginn ist ernüchterndem Alltag , Unzufriedenheit und Entfremdung gewichen, ohne das man einem Partner eine Vorwurf machen kann.
"Blue Valentine" ist sicher nicht so spektakulär und bildgewaltig wie "Black Swan" mit seinem tragischen (symbolischen?) Tod des weissen Schwans in Gestalt der wunderbaren Natalie Portman, aber die Darstellung der kleinen Alltäglichkeiten, die letzendlich auch zu einem tragischen Ende führen, sind im Endeffekt doch deutlich realistischer als in "Black Swan", ich finde beide Filme sehr gut. "Black Swan" fasziniert rasch, während "Blue Valentine" seine volle dramatische Wirkung langsam schleichend entfaltet und erst bei mit nach dem Ende richtig zum Tragen kam.
Dieser Film ist so gut, weil er nichts Spektakuläres zeigt, viele Details habe ich jetzt nach einem Tag schon wieder vergessen, aber der Gesamteindruck wirkt lange nach
Ein großartiger Film über viele Kleinigkeiten, die zu Großem, hier Traurigem führen, und eine Entscheidung für Michelle Williams als Oscarpreisträgerin wäre nicht falsch gewesen.

Doc Halliday
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am 9. Januar 2012
Ich habe mir den Film nach all den positiven Rezensionen hier voller Erwartungen angesehen und war leider etwas enttäuscht. Der Film ist authentisch gespielt und sicherlich nicht schlecht, aber "großartig" finde ich ihn nicht. Wie auch einer der anderen Rezensenten hier ging auch mir Michelle Williams auf die Nerven, oder wohl besser gesagt ihre Rolle. Sie war naiv, manchmal fast dümmlich kindlich und übernahm wenig Verantwortung für ihr eigenes Handeln und ihr Leben. Weder als der neue Freund (Dean) von ihrem Vater wegen seines Berufes wirklich abwertend gelöchert wurde (hier hätte sie meiner Meinung nach den Freund verteidigen müssen, denn zu diesem Zeitpunkt blühte die Liebe doch angeblich gerade so richtig auf), noch als Dean von ihrem dämlichen Ex-Freund feige verprügelt worden war (von dem sie dann auch noch schwanger war), hier hätte sie sich zumindest etwas mehr schuldig fühlen können und etwas mehr Verantwortung für die Situation übernehmen sollen. Sie war dagegen immer nur das dumme, passive kleine Mädchen, das beschützt werden wollte. So wird natürlich aus einer Liebe nichts.

Es wurden meiner Meinung nach trotz aller Authentizität einige schreiende Klischees bedient, wie zum Beispiel die bereits erwähnte Szene zuhause bei der Familie von Cindy, welche den Jungen als "nicht gut genug" einstufte, vor allem bei dem gemeinsamen Abendessen. Irgendwann dachte ich nur noch "Ja, es ist jetzt wirklich deutlich, was gezeigt werden soll" - immer wieder ritt der Vater auf der Tatsache herum, dass seine Tochter studiert und Dean nicht! So etwas kann man auch ein wenig subtiler darstellen, die meisten Väter stellen ihre kritischen Fragen nicht dermaßen offensichtlich.

Der Film dümpelte meiner Meinung nach in wirklich deprimierenden Szenen herum, alles grau, alles schlecht, alles trostlos, alles hoffnungslos realistisch. Nichts berührte einen dabei wirklich, die schönen Seiten der Liebe kamen zu kurz, und schon am Anfang merkte man, dass das Pärchen nicht wirklich zusammen passte. Viele der romantischen, leidenschaftlichen Liebesszenen, die im Abspann eingeblendet wurden, waren im Film gar nicht zu sehen, was ich für einen Fehler halte, so fand ich es eher mäßig traurig, dass diese Liebe schließlich zerbrach.

Mein Hauptkritikpunkt ist außerdem: Die Entwicklung der Beziehung finde ich extrem schwach, die Gründe für das Absterben der Liebe wurden kaum analysiert oder wenigstens verständlich gemacht, oder überhaupt irgendwie dargestellt. Ich hatte mir von einem als "großartig" bezeichneten Film schon etwas mehr erwartet, etwas mehr Tiefe, etwas weniger Klischees, etwas facettenreichere Charaktere, eine nachvollziehbarere Handlung. Was will uns dieser Film nun sagen? Dass Liebe manchmal abstirbt? Ja, das ist mir bewusst. In Dean konnte ich mich besser einfühlen als in Cindy (obwohl ich eine Frau bin), er tat mir fast die ganze Zeit über leid, und Cindy fand ich relativ selbstgerecht.

Zusätzlich steht hinten auf dem DVD-Cover in der Kurzbeschreibung des Films etwas von einem "erbitterten Streit um das Sorgerecht", den die beiden wegen ihrer Tochter führen. Diese Information ist einfach nur falsch, an keiner Stelle geht es bereits um das Sorgerecht für das Kind.

Vielleicht gerade aus dem Grund, dass der Film so stark gelobt wurde, finde ich ihn eher schwach. Er hat seine Stärken (wie z.B. die authentische Darstellung von Ryan Gosling die wirklich mein Mitleid erregt hat und die ich stärker fand als die von Michelle Williams), aber auch seine ganz eindeutigen Schwächen. Einen Film beurteile ich immer danach, ob er mich irgendwie tiefer berührt hat, ob er etwas bei mir hinterlässt, ob er mich irgendwie verändert oder meine Sicht der Dinge beeinflusst...aber beim Abspann war ich zwar traurig und etwas deprimiert, aber alles in allem fand ich den Film nichtssagend. Eine tote Liebe, ja, davon gibt es einige. Muss ich mir diese deprimierende Geschichte dann auch noch ansehen?
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am 22. Juni 2015
In Rückblenden zwischendurch wird erzälht, wie Dean (Ryan Gosling) und Cindy (Michelle Williams) zu einander fanden und ein glückliches Paar wurden. In der Gegenwart (einige Jahre später) ist das Familien- und Liebesleben stark belastet ...

Authentisch und emotional gedrehter Film mit starken Darstellern!
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am 4. Februar 2014
Was anfängt wie eine typische Hollywood Romanze endet im Drama. Eine sehr tiefsinnige, berührende Geschichte. Kein Film, den man nebenher schauen kann und auch keine leichte Kost. Hier sieht man, wie der Alltag die Schmetterlinge zerstört. Anscheinend helfen auch die größten Bemühungen nicht. Wenn man die Rückblicke sieht, die zwischendurch eingeblendet werden, kann man als Außenstehender kaum fassen, wie es so weit kommen konnte. Tiefgründige Charaktere, tolle Schauspieler. Am Ende der Geschichte kann man erkennen, dass der größte Verlierer die Tochter ist... Film ist auf alle Fälle Geschmackssache. Mir hat er gefallen.
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am 12. November 2013
Sicherlich ist die Tatsache, dass eine Ehe nach einiger Zeit auseinander geht schon lange nichts verwerfliches, oder gar überraschendes mehr. Paare wie Dean und Cindy laufen uns tagtäglich über den Weg, manchmal nehmen wir von ihnen Notiz, manchmal nicht.

Dennoch ist dieser Film, der ein alltägliches und nicht ungewöhnliches Thema behandelt, ein wirklich beeindruckendes Stück Filmkunst. Die Distanz mit der hier gearbeitet wird, ist sehr erdrückend, er wirkt kühl und irgendwie unnahbar. Die schauspielerischen Fähigkeiten von Ryan Gosling und Michelle Williams sind grandios. Man hat stets das Gefühl, man würde einem echten Paar dabei zusehen, wie es sich auseinanderlebt.

Über die Story wurde hier schon genug geschrieben - und gespoilert -, daher erzähle ich nur, was mich beeindruckt hat.

Ich finde es klasse, wie die Geschichte abläuft: Zum Einen sehen wir die Gegenwart, in welcher Misere Dean und Cindy leben, was sie sich gegenseitig antun. Zum anderen läuft Parallel die Geschichte der Vergangenheit ab, wir sehen wie Dean und Cindy sich kennenlernen und sich einst verliebten. Wir suchen nach Anhaltspunkten, die uns aufweisen können, was sich zwischen den beiden verändert hat, wir suchen nach einer Erklärung, warum diese Kälte zwischen den beiden herrscht... meistens müssen wir selbst interpretieren und möglicherweise auch unsere eigenen Erfahrungen mit einbeziehen. Es ist deprimierend, zu sehen, wie zwei Menschen, die sich einst liebten und ihr Leben miteinander verbringen wollten, nun zu anderen Menschen geworden sind, die sich offensichtlich nichts mehr zu sagen haben– und die vermutlich nur des Kindes Wegen noch zusammen geblieben sind. Das alles geht noch viel weiter und viel tiefer, aber ich möchte nicht spoilern.

Dieses Thema ist bei Weitem nichts „besonderes“ und wir alle haben sowas (zumindest etwas ähnliches) vermutlich schon erlebt, aber gerade das macht diesen Film so grandios, er ist realistisch und aus dem Leben gegriffen, hier wird nichts beschönigt und ich glaube, dass der Film auch eine ganz bestimmte Wirkung haben soll – er will uns den Spiegel vorhalten und uns zum nachdenken anregen.

Ich kann diesen Film jedem empfehlen der auf Dramen und tiefsinnige Storys steht. Ein wunderschönes und dennoch bedrückendes Stück Filmkunst, das man nicht verpassen darf!
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am 7. Juni 2016
Warum hatte ich diesen Film nur so viele Monate unangesehen in der Watchlist?
Er ist absolut sehenswert.
Was für ein Film. Tragisch. Bedrückend. Aber an vielen Stellen geht einem auch einfach nur das Herz auf. Wie Ryan Gosling zb über die wahre Liebe redet....
Man denkt sich so oft: Warum? Seid doch einfach glücklich!!!
Und bei der Schlussszene können einem ja nur die Tränen kommen.

Ganz bestimmt ist dieser Film nicht jedermanns Sache, aber ich liebe ihn. Ryan Gosling spielt seine Rolle einfach klasse.
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am 11. Juli 2011
Bei diesem film handelt es sich um den Einblick in das Leben eines jungen Paares, welches auf dem Weg ist, sich zu verlieren. Nur einer der beiden kämpft um die gemeinsame Liebe, Familie und Glück. Leider steht der Ehemann auf verlorenen Posten und sein Kampf zermartert ihn mehr und mehr. Seine Bemühungen um die Liebe zu seiner Frau verlieren sich in deren emotionalen Abstinenz und Flucht...ein zu tiefst aufwühlender Film, welcher die Zerbrechlichkeit einer Beziehung im Alltag glasklar vor Augen führt. FÜR MICH ein Geheimtipp. Beide Schauspieler sind bekannte Größen und überzeugen in jeder Minute des Films.Rezension von einem (Ehe)Mann (39)
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am 3. Dezember 2013
"Blue Valentine" ist ein extrem trauriger Film. Traurig vermutlich deshalb, weil er von einer Beziehung erzählt, wie es sie so unzählige Male gibt. Überall' auf der Erde! Und der Eine oder Andere hat sie vielleicht selbst schon erlebt.

Am Anfang die große Verliebtheit, beide glauben, es hält ewig. Erotik, Leidenschaft, Hingabe, Liebe. Alles perfekt! Jedem Anfang wohnt eben ein Zauber inne ...

Und dann - nach nur wenigen Jahren - die große Ernüchterung. Der Alltag hat die Liebe verbraucht. Die Jahre haben die Liebe unter ihrem unentrinnbaren Leichentuch begraben. Für immer! Die Langeweile hat die Liebe verbrannt.

Und plötzlich ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Liebe ist einfach weg und kommt nie mehr wieder ... Zum Weinen ... Aber dieses tragische Spiel spielt das Leben eben leider mit vielen Paaren. Und es gibt kein Entrinnen ...

Ryan Gosling spielt hier einen einfachen, aber herzensguten Typen, der in jungen Jahren schon seiner Traumfrau begegnet. Sie (eine bezaubernde Michelle Williams) stammt aus "gutem Hause", will eigentlich Medizin studieren und ist überdies noch wunderhübsch! Trotzdem bekommt er sie. Er hat das Herz am rechten Fleck. Trägt sie auf Händen. Die beiden verlieben sich unsterblich ineinander. Der Himmel hängt voller Geigen. Alles wunderbar. Alles perfekt. Die Welt, durch die rosarote Brille betrachtet, ist eben funny ...

Ich habe - zugegeben - eine Zeitlang gebraucht, bis ich in den Film rein gefunden habe. Die Story wird nicht "am Stück" erzählt, sondern "durcheinander". Mal sieht man Szenen vom Anfang, dann wieder von der Gegenwart. Das wirkt anfänglich sogar ein bisschen anstrengend. Aber mit der Zeit hat man sich daran gewöhnt. Und genau dieses Hin- und Herspringen in der Zeit macht den Film dann auch so interessant und spannend. Keine langweilige Geschichte, schön der Reihe nach erzählt. Sondern eine bittere Lovestory mit Zeitsprüngen.

Nach und nach erfährt man dann, wie die beiden sich kennen- und lieben gelernt haben. Und die Gegenwarts-Szenen zeigen, wie die beiden auseinanderdriften. Oder sagen wir so: Eigentlich ist es hier ja nur eine Person, die die andere nicht mehr liebt. Das macht in meinen Augen das Ganze dann auch noch besonders traurig. Denn wenn der eine noch liebt, der andere aber nicht mehr, dann ist die Beziehung trotzdem zum Scheitern verurteilt.

Der Film braucht nicht viele Worte, um das Traurige rüberzubringen. Manchmal hat mich - zugegeben - die derbe Wortwahl etwas gestört. Wenn einer zum anderen zehnmal hintereinander "A*schl*ch" sagt, dann hätte einmal auch genügt. Aber gut, ich gehe davon aus, dass es so gewollt war.

"Blue Valentine" ist ein düsterer, trauriger Film. Die negative Stimmung nimmt man auch nach dem Film noch ziemlich mit. Und wenn man etwas labil ist oder vielleicht gerade in einer unklaren Beziehung steckt, dann ist der Film vielleicht nicht empfehlenswert. Denn auch, wenn "Blue Valentine" eine traurige Geschichte aus dem Leben erzählt, so stimmt er doch auch irgendwie hoffnungslos. Besonders traurig hier eben, dass das "Nichtmehrlieben" hier von einer Person ausgeht und die andere eigentlich noch liebt. Und wenn man so etwas selbst kennt, dann verstärkt dieser Film noch das negative Gefühl.

Deshalb: "Blue Valentine" wird wohl am besten von Frischverliebten, Hartgesottenen, langjährig Verheirateten und Optimisten verdaut!
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