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176 von 180 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intelligent und verblüffend unterhaltsam
Wer sich über die Bibel oder auch über Kirche, Glaube, Theologie informieren will, ist arm dran. Es gibt zwar eine unüberschaubare Fülle von Literatur zu diesen Themen, aber das meiste davon lässt sich vier Kategorien zuordnen. Entweder gehört es zur Sorte einfältig-langweiliger Traktat-Literatur oder zur Sorte...
Veröffentlicht am 14. Januar 2006 von martingneis

versus
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz nett
Das Buch ist spannend zu lesen und bietet interessante Interpretationsansätze.
Mich stören drei Dinge: Einmal die schon fasst naiv wirkende Idealisierung
des frühen Christentums und ebenso ihre unterschwellige Gleichsetzung mit
kommunistischem Gedankengut (wir müssen alle gleich sein, dann werden wir auch glücklich).
Und was...
Veröffentlicht am 5. März 2011 von Chris


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176 von 180 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intelligent und verblüffend unterhaltsam, 14. Januar 2006
Wer sich über die Bibel oder auch über Kirche, Glaube, Theologie informieren will, ist arm dran. Es gibt zwar eine unüberschaubare Fülle von Literatur zu diesen Themen, aber das meiste davon lässt sich vier Kategorien zuordnen. Entweder gehört es zur Sorte einfältig-langweiliger Traktat-Literatur oder zur Sorte hochgestochen-unverständliches Zeug von Theologen, oder zu jener Sorte, die ersichtlich in missionarischer oder pädagogischer Absicht geschrieben wurde, oder zur Sorte Pfarrersbuch, also brave, gepflegte Langeweile.
Das Buch von Christian Nürnberger gehört zu keiner dieser vier Sorten. Es steht absolut im Gegensatz zum sonst Üblichen und ist eines der intelligentesten und spannendsten Bücher, die ich über dieses Thema gelesen habe. In lockerem Erzählstil, immer verständlich, kritisch-engagiert, mit viel Sprachwitz, pointiert, gelegentlich sogar humorvoll, manchmal sarkastisch, mitunter ironisch, oft verblüffend, nimmt Nürnberger seine Leser an die Hand und schafft es tatsächlich auf 200 Seiten, das, worauf es bei der Bibel und beim christlichen Glauben wesentlich ankommt, zu vermitteln.
Er fängt wirklich bei Adam und Eva an, kommt zu Kain und Abel, zu Noah und zur Sintflut, zu Abraham und Isaak, zu Josef und seinen Brüdern und schließlich zu Mose, dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, der Wüstenwanderung und dem Einzug ins Gelobte Land. Er erzählt von David, von Hiob und den Propheten und gelangt schließlich zu Jesus und zum Neuen Testament.
Er erzählt nicht einfach nach, sondern interpretiert die Geschichten, ordnet sie ein, schildert die Hintergründe, spannt immer wieder verblüffende Bögen von einer Jahrtausende zurückliegenden Vergangenheit in die Gegenwart. Von manchen Ge-schichten erzählt er, wie wechselvoll ihre Auslegung in der Geschichte war, er erzählt ihre Wirkungsgeschichte und ihre Bedeutung für unsere europäische Kultur, und während man liest, fragt man sich plötzlich, wie man eigentlich auf die Idee kommen konnte, zu meinen, dies alles ginge einen nichts mehr an, sei verstaubte Vergangenheit.
Interessant und überraschend finde ich auch: Obwohl Nürnberger als „protestantischer Agnostiker“, wie er sich selber bezeichnet, seinem Gegenstand höchst kritisch gegenübersteht, kirchlichen Dogmen nicht ausweicht, sich aber auch nicht über sie lustig macht, verleugnet er doch nie seine Sympathie für recht verstandenes Chris-entum und für aufgeklärte Gläubige. Das findet man selten. Und das mit dem Agnostiker glaube ich ihm nicht. Ich glaube, dass er heimlich glaubt. Oder glaubt, ohne es zu wissen. Trotzdem gibt’s einen Punktabzug: Erstens für den bescheuerten Untertitel – Was man wirklich wissen muss. Den hat wahrscheinlich die Marketingabteilung gemacht. Zweitens für das Cover. Diesen Finger Gottes hat man in letzter Zeit zu häufig gesehen. Drittens für die Schublade „Jugendbuch“. Natürlich können und sollen Jugendliche das lesen. Aber Erwachsene auch. Christen und Nichtchristen. Alte und Junge. Sogar Bischöfen und Kardinälen würde die Lektüre nicht schaden.
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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der ultimative Bibel-Grundkurs für den modernen Menschen., 7. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit 14 Jahren bin ich konfirmiert worden und habe mich seit genau 14 Jahren nicht mehr mit dem Thema "Bibel" beschäftigt. Das mag unter anderem daran liegen, dass ich kein gläubiger Mensch bin. Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich gerne mehr über die Bibel gewußt hätte; allerdings hatte ich nie die Muße, mir mal wieder die Bibel zu schnappen und darin zu stöbern. Immerhin - und soweit war es mir schon bewußt - ist die Bibel DAS Buch, welches unsere heutige Kultur geprägt hat wie kein anderes. Mein Interesse für die Geschichte unserer Kultur ist in den letzten Jahren gewachsen. Schule und Konfirmantenunterricht haben mir damals die Lust an diesem Thema gehörig versalzen - die Geschichtslehrer in meiner Schulzeit haben sich am Dritten Reich und der Weimarer Republik festgekrallt und im Konfirmantenunterricht wurden nur mal einige Gleichnisse und die Wunder Jesu besprochen. Die historischen Zusammenhänge zwischen der Bibel, unserer Kultur und der frühen Menschheitsgeschichte wurden nie beleuchtet - ein Armutszeugnis.

Jetzt habe ich die Motivation, mich selber mit diesem riesigen Themenbereich zu beschäftigen und begab mich hier bei Amazon unter anderem auf die Suche nach Bibelliteratur - und so bin ich hier auf dieses kleine Buch von Christian Nürnberger gestoßen. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Nürnberger fasst auf knapp über 200 Seiten das Alte und Neue Testament zusammen, pickt die entscheidenden Geschichten heraus, zitiert und erzählt diese auf eine unglaublich frische Art und Weise. Er deutet sie für den modernen Menschen, ohne sie dabei religiös zu verklären; dies alles kombiniert er mit historischen aber teils auch naturwissenschaftlichen Hintergrundinformation ohne dabei auch nur eine Zeile lang trocken oder verstaubt zu wirken. Es gibt wenige Bücher, die auf so wenig Seiten so viel Wissen so veständlich und motivierend vermitteln, wie dieses unscheinbare Taschenbuch.

Ich empfehle dieses Buch all jenen, die einen Einblick in die Bibel bekommen möchten, die die Bibel für sich wiederentdecken wollen oder jenen Leuten, welche die alten Bibeltexte besser verstehen möchten.
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42 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Bibel anhand des historisch-ethnischen Kontexts wirklich verstehen, 29. Oktober 2006
Zu den Säulen der europäisch-westlichen Kultur gehört zweifellos die Bibel. Diese Ursprünge verschwinden jedoch zunehmend aus dem Bewusstsein der Bevölkerung.

Christian Nürnberger begründet in seinem Buch die Bedeutung der Bibel für unseren Kulturkreis, weist aber auch darauf hin, dass dieses Schriftwerk vor rund zweitausend Jahren (und zum Teil sogar erheblich früher) entstand. Daher bedarf es einer Deutung, die den heutigen Lebensverhältnissen gerecht wird. Nürnberger bietet in seinem Buch eine zeitgemäße oder vielmehr zeitlose Interpretation an und den Brückenschlag zu den Hintergründen unserer Kultur. Im Zeitalter der Globalisierung ist das ein wichtiger Schritt.

Tatsächlich stellt die "Erfindung" des Monotheismus durch die Juden vor 2.500 Jahren eine Zäsur in der Geschichte dar. An die Stelle launischer, allzu menschlicher Götter tritt ein engagierter, liebender Gott, der den Menschen Freiheit gibt und damit auch Eigenverantwortung. Wie modern! Die Scheu vor dieser Eigenverantwortung und die Unfähigkeit, mit ihr umzugehen, ziehen sich von Adam und Eva an wie ein roter Faden durch die Berichte des Alten Testaments. Da ist es kein Wunder, dass das Verhältnis zwischen Gott und seinem auserwählten Volk meistens von Zerrüttung zeugt.

Doch Gott findet immer wieder einzelne Menschen, meistens unauffällige Außenseiter, die über sich selbst hinauswachsen und das Volk und Gott einander wieder annähern.

Die größte Annäherung hat dem christlichen Glauben zufolge Jesus Christus bewirkt. Bevor das Christentum zur römischen Staatsreligion wurde, lebten die Christen nach der Bibel - und fuhren offensichtlich gut damit. Danach kam es zum Verfall und der heutigen Aufsplitterung einschließlich der Konkurrenz durch Esoterik und andere "Ersatzreligionen".

Nürnberger, der übrigens kein unkritischer Verfechter des Christentums ist, hat kein Patentrezept zur Rückführung der Religion zu ihren biblischen Wurzeln parat, doch er interpretiert die biblischen Aussagen und Geschichten, auch schwierige wie jene von Hiob, in einer für heutige Menschen verständlichen und umsetzbaren Form. Zudem ist es spannend und abwechslungsreich geschrieben. Jugendliche und auch Erwachsene, die sich dem Christentum und somit der Bibel (wieder) annähern möchten, können ihm wertvolle Impulse entnehmen. Selbst wenn man nicht mit jedem einzelnen Interpretationsansatz übereinstimmen mag, lernt man doch, die Bibel aus dem Blickwinkel ihrer Verfasser zu betrachten und die Aktualität dieses einmaligen Werks zu begreifen.

Aufmachung, Lektorat und Korrektorat sind ebenso in Ordnung wie das Preis-Leistungs-Verhältnis; somit verdient dieses Buch in jeder Hinsicht Aufmerksamkeit.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch, klug und witzig!, 28. Juni 2009
Von 
Janne Hoffmann (Bad Schwalbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hier sind so viele gute und ausführliche Rezensionen zu Nürnbergers Buch, dass ich mich kurz fassen werde. Nur soviel: ich habe das Buch gerade einmal durch und fange sofort wieder von vorne an. Weil die Lektüre so klug und inhaltsvoll ist, dass man beim ersten Mal lesen gar nicht alles erwischt. Und weil das Buch derart brillant, witzig und mit feiner Ironie geschrieben ist, dass ich sehr oft schmunzeln und mich einige Male vor Lachen kringeln musste.
Schon immer war mir klar, was für ein wichtiges Buch die Bibel ist, und dass man sie eigentlich kennen sollte - ob gläubig oder nicht. Doch die Bibel im Original zu lesen - da bin ich nie sonderlich weit gekommen.Die sperrige Sprache, das Weitschweifige - nun, damals hatte man einfach mehr Zeit. Also wanderte das Buch immer wieder ins Regal, wo mich sein Rücken anstarrte mit der ständigen Mahnung: Hey, willst Du wirklich ins Grab gehen, ohne die Bibel, dieses Grundlagenwerk der Kultur, aus der du stammst, gelesen zu haben? Meinst du nicht, dass dir da einiges entgeht? Und, mal ehrlich, ein bisschen gläubig bist du doch?
Ja...kann schon sein - aber diese ganze, dicke Bibel...puh.
Ich versuchte mich an der Kinderbibel, die mein Sohn noch aus der Schulzeit hatte, aber das war mir nun wieder zu...simpel.
Dann entdeckte ich das Buch von Nürnberger - und war vom ersten Satz an gefesselt. Der Autor schafft es, die Bibel spannend wie einen Roman nachzuerzählen - und einen immer wieder zum Lachen zu bringen mit seiner lässigen, irgendwie "coolen" Schreibe. Nürnberger gelingt das Kunststück, lustig über die Bibel zu schreiben, ohne sich über sie (oder den christlichen Glauben schlechthin) lustig zu machen. Stattdessen bringt er all diese faszinierenden Geschichten perfekt auf den Punkt. Die Schöpfung, der Garten Eden, der Sündenfall, Kain und Abel, die Sintflut. Abraham, wie aus Jakob Israel wird, Josef und seine Brüder, der Exodus...die unglaubliche Geschichte von Hiob, den Gott so gemein und nervenzerfetzend prüft und der doch tapfer standhält. Und dann: der Messias! Sein Leben und Wirken, sein Weg zum Kreuz.
Wie gesagt, ich fang gleich noch mal von vorne an. Selten habe ich so viel gelernt wie bei der Lektüre dieses genialen Buches - und selten so viel gelacht.
Und fühl mich jetzt auch fit, einige Geschichten noch einmal im Original zu lesen.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz nett, 5. März 2011
Das Buch ist spannend zu lesen und bietet interessante Interpretationsansätze.
Mich stören drei Dinge: Einmal die schon fasst naiv wirkende Idealisierung
des frühen Christentums und ebenso ihre unterschwellige Gleichsetzung mit
kommunistischem Gedankengut (wir müssen alle gleich sein, dann werden wir auch glücklich).
Und was noch schlimmer ist, das Buch hält nicht
was der Titel verspricht! Es müsste heißen, alles was man über das alte Testament
wissen muss. Aus dem neuen Testament wird eine Kurzbio Jesu geboten und eine fasst schon
skizzenhafte Darstellung dessen was danach passierte (um es überspitzt darzustellen).
Die Wurzeln des Christentums
im Judentum sind in der Tat wichtig zum Verständnis, warum man allerdings den
Inhalt (insbesondere die Lehre) des neuen Testaments so ausser Acht lässt, ist mir unbegreiflich.
Was mich außerdem gestört hat, ist die in diesem Buch völlig deplazierte Nietzsche Kritik.
Dennoch ein gutes Buch.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Flott, breit angelegt, aber oberflächg, 11. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Erst mal großes Kompliment: Der Stoff der Bibel wird in einem großen Bogen von der Genesis bis in die Kirchengeschichte flott und trotz des Umfangs kurzweilig erzählt. Für das Hörbuch wurde mit Falk Rockstroh ein Sprecher gefunden, der diesen Stil aufgreift und gut umsetzt. Die Zusammenfassung einzelner Epochen ist nachvollziehbar und die Auswahl an Schlüsselszenen ist geeignet, die wesentlichen Inhalte rauszuarbeiten. Für den ein oder anderen Sternabzug gibts aber doch gewichtige Gründe:
- Die theologischen Ausdeutungen, die stets im gleichen Zuge mit der Schilderung erfolgen, sind recht flach. Vielfach bleibt es beim Zwischenmenschlich-Psychologischen. Mit dem gleichen Blick könnte man aus der Odysse, Grimms Märchen oder dem Kleinen Prinzen ebenfalls allerhand Lehrreiches ziehen. Das Besondere der Bibel als Heilige Schrift bleibt auf der Strecke.
- Das über zweitausendjährige Fortbestehen der Tora bzw. deren Fortsetzung im Christentum wird allein mit der überlegenen jüdisch-christlichen Gesellschaftsordnung gegenüber den Sklavenhalterkulturen der Ägypter, Griechen, Römer u.a. begründet. Die in Tora und Christentum enthaltenen Werte wie Mitmenschlichkeit und Solidarität erwiesen sich als nachhaltiger als alle Unterdrückersysteme. Ob es das alleine war??
- Auch die Gestalt Jesu bleibt sehr "erdnah". Die Begeisterung, die Jesus mit seiner Lehre bei den Jüngern über seinen Tod hinaus entfacht hat, reicht zur Erklärung des nachfolgenden Evangelisierung völlig aus, da braucht man eigentlich keine Auferstehung mehr. Mit dieser tut sich Nürnberger eben auch erkennbar schwer. Jesus wird als Ghandi-artiges Vorbild, Außenseiter-Versteher, Sozialreformer, Kult-Kritisierer und Geschichtenerzähler hoch geschätzt, viel mehr wird ihm aber auch nicht zugetraut. Themen wie Gottessohnschaft, Auferstehung, Erlöser und entspr. Heilserwartungen, also die ganze Theologie des Johannesevangeliums und vieler Paulusbriefe, sind Nürnberger offensichtlich peinlich - wohl nicht ganz untypisch für evangelische Theologen. Adressaten scheinen mühsam für einen Kompaktkurs gewonnene Jugendliche zu sein, die man nicht mit allzu viel Theologie wieder verschrecken möchte.
- Bei all dieser aufs Diesseits gerichteten Erwartung ist die Enttäuschung über die weitere Entwicklung des christlichen Abendlandes auch nicht klein. Nürnberger sieht ab der Konstantischen Wende (313) nur noch eine opportunistische, mit dem Thron verbandelte Kirche. Nur Luther war noch mal ein kurzer Lichtblick. Warum sich der Autor bei diesem Buchtitel gegen Ende überhaupt in den Weiten der Welt- und Kirchengeschichte verliert, erschließt sich nicht so recht.

Fazit: Wem es ausreicht, das aus dem Judentum fortgeführte Christentum als Regelwerk für eine neues, besseres Gesellschaftsmodell auf biblischer Grundlage aufgezeigt zu bekommen, für den ist das Werk umfassend, gut zu lesen (bzw. hören) und erschöpfend. Mir fehlte da häufig eine tieferliegende Ebene, da muss man mehr wissen!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Christentum verstehen, 17. Januar 2008
Eins vorweg, ich bin kein Christ. Da ich aber ein religiöser Mensch bin, wollte ich natürlich auch verstehen, was es mit dem Christentum auf sich hat, die mit weltweit mehr als 2 Milliarden Anhängern größte Religion der Erde. Die gesamte Bibel und gewichtige Einführungen mit erklärenden Interpretationen und Kommentaren wollte ich aber auch nicht durcharbeiten. In dieser Situation bin ich auf das Buch von Christian Nürnberger gestoßen und habe, um es gleich zu sagen, einen Volltreffer gelandet. Anhand der wichtigsten Textstellen aus der Bibel wird dem Leser auf gut 200 Seiten deren Botschaft sowie die Entstehungsgeschichte des Christentums aus seinen jüdischen Wurzeln anschaulich vermittelt, sodass dieser ein grundlegendes Verständnis dafür bekommt. Dabei wird von der Schöpfung bis zur Apokalypse kein wichtiger Aspekt ausgelassen und auch die Entwicklungsgeschichte der Kirche wird kurz erörtert. Der Autor bleibt dabei nicht unkritisch, er gibt hier seine ganz persönliche Sichtweise wieder und spart auch nicht mit Kritik an den Kirchen und den Konfessionen. Das bietet dem Leser aber auch jede Menge Stoff für einen anschließenden konträren Diskurs mit anderen Gläubigen. Zum besseren Verständnis, dieses im Grunde komplexen Themas, trägt außerdem der sehr lebendige, bisweilen auch witzige Still bei, in dem das Buch geschrieben ist.

Das Buch ist eine echte Empfehlung für alle Christen und auch Nichtchristen, sowohl für Jugendliche im Konfirmandenalter als auch für ältere Atheisten, die schon immer einmal wissen wollten, was es mit dem christlichen Glauben auf sich hat und denen die Ausführungen der kirchlichen Autoritäten nicht wirklich weiter geholfen haben. Als Negativ empfand ich, den doch typisch christlichen, missionarischen Unterton und die deutliche Ablehnung aller nicht monotheistischer Religiosität. Als persönliches Fazit bleibt festzuhalten, dass ich mein Wissen über das Christentum und das Verständnis für die christliche Lehre, erheblich erweitern konnte, und nun auch in Diskussionen mit Christen sehr viel eindeutiger Argumentieren kann.
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79 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Bibel-Guide, 7. Dezember 2005
Von Ein Kunde
Die Bibel ist das Buch, ohne das man nichts versteht. Europa sei um dieses zentrale Buch herum gebaut worden, sagt der Autor, und folgert: Wer Europa und die westliche Welt verstehen will, muss dieses Buch kennen.
Aber kennen genügt nicht. Man muss es auch verstehen, und das fällt schwer, denn zwischen den Texten der Bibel und uns liegen Jahrtausende. Man bräuchte eine Übersetzungshilfe, eine Art Touristenführer durch das unbekannte Land namens Bibel. Und eben das leistet dieses Buch auf eine sehr verständliche, unterhaltsame, oft geradezu packende Weise.
Nürnberger nimmt den Leser an der Hand und führt ihn, wie ein Touristen-Guide, von Adam und Eva bis zur Auferstehung Jesu, und nebenbei durch dreieinhalb Jahrtausende Kirchen- und Weltgeschichte. Der Autor erzählt, wozu Gott eigentlich Abraham brauchte, und warum gerade ihn; wozu Gott ein eigenes Volk brauchte, und warum er sich dafür ausgerechnet jene Frondienstler in den Steinbrüchen Ägyptens ausgesucht hat, die in der Wüste zum Volk der Juden wurden.
Nürnberger erklärt, wie eng Juden und Christen eigentlich zusammengehören, denn zu rund drei Vierteln besteht die Bibel aus dem Buch der Juden, dem Alten Testament, das sich die Christen mit den Juden teilen. Der Gott des Juden Jesus wurde später auch zum Gott der Christen.
Durch das Zusammentreffen des jüdisch-christlichen Glaubens mit der griechisch-römischen Kultur habe sich etwas ganz und gar Neues entwickelt, schreibt der Autor, nämlich Europa, die westliche Wertegemeinschaft. Im Buchreport wird Nürnberger mit den Worten zitiert: "Erst wenn man dies alles weiß, versteht man, warum Aufklärung, Menschenrechte, Demokratie, Kritik und die Ideen von Wahrheit, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Europa entstanden sind, ja entstehen mussten. Dann wird auch verständlich, warum es nichts mit Eurozentrismus zu tun hat, wenn man diese Ideen für universal gültig hält. quot;
Nürnbergers Buch ist für „Bibelfremdlinge" genau so erhellend wie für Insider, die meinen, schon alles zu wissen, denn man liest bei ihm Interpretationen biblischer Geschichten - die Beinahe Opferung Isaaks durch Abraham zum Beispiel, oder die Hiobsgeschichte - die man so noch bei keinem anderen Autor gehört oder gelesen hat, auch nicht in der Kirche.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu wenig Bibel, zu viel Interpretation, 14. August 2012
Der Autor präsentiert Ausschnitte aus der Bibel, gibt Informationen zum historischen Kontext und liefert auch gleich seine Interpretation mit. Ein schönes Konzept, das es dem Leser ohne Vorkenntnisse ermöglicht, etwas von der schwierigen Materie zu verstehen. Das Problem ist allerdings, dass der Bibeltext immer nur schnipselweise zitiert wird -- stets genau passend zur Interpretation des Autors. Gerade Bibel-Neulingen dürfte es dadurch schwerfallen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Lesern ohne Bibel-Vorkenntnisse würde ich eher die "Bibel für Atheisten" von V. Becher zum Einstieg empfehlen: Die Bibel für Atheisten: Das Alte Testament gekürzt und wissenschaftlich kommentiert.
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39 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen überraschend spannend, unerwartet modern, 2. Januar 2006
Ich war zu Besuch bei meiner alten Tante, langweilte mich ein wenig und blätterte darum ein bisschen in dem zufällig herumliegenden Buch von Christian Nürnberger. Während ich so blätterte, das erste Kapitel las, und ich in Gedanken immer wieder abschweifte – wer interessiert sich heutzutage noch ernsthaft für Bibel, Glaube, Kir-che, Christentum und so’n Gedöns? – blieb ich plötzlich im zweiten Kapitel hängen, und dachte: Hey, das ist ja interessant, was der Typ da über den Schöpfungsbericht schreibt. Wieso hat mir unser Reli-Lehrer so was nie erzählt? Diese Frage stellte sich mir auch nach dem dritten und vierten Kapitel. Und jetzt, wo ich das ganze Buch ge-lesen habe, kann ich meinem Reli-Lehrer nur nachträglich sagen: Wenn du auch so interessant und spannend über dieses fromme Zeug gesprochen hättest wie dieser Nürnberger schreibt, hätte ich mich nie vom Reli-Unterricht abgemeldet.
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Die Bibel: Was man wirklich wissen muss
Die Bibel: Was man wirklich wissen muss von Christian Nürnberger
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