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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlaflose Nacht eines Amerikaners
Der 72-jährige Literaturkritiker August Brill hat wieder einmal eine schlaflose Nacht. Nach dem Tod seiner Frau Sonia und einem Autounfall lebt er bei seiner Tochter Miriam. Auch seine Enkelin Katya ist wieder bei ihrer Mutter eingezogen, nachdem ihr Freund Titus auf entsetzliche Weise ums Leben kam.
Brill denkt sich nachts Geschichten aus. In dieser Nacht...
Veröffentlicht am 8. Dezember 2008 von S. Epperlein

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Anfang, danach ewas abgebaut!
Das Buch Mann im Dunkel von Paul Auster hat ein gutes Grundkonzept und läßt sich sehr gut an. Die Geschichte in der Geschichte hat Potential und mach Spass. Allerdings wird sie viel zu früh beendet, ich hatte die ganze Zeit die Hoffnung, dass es weiter geht damit. Aber leider verkomtm das Buch in den letzten Kapiteln zu einer Aufarbeitung der Vergangeheit...
Veröffentlicht am 27. Januar 2011 von Carsten Steinkopf


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlaflose Nacht eines Amerikaners, 8. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Gebundene Ausgabe)
Der 72-jährige Literaturkritiker August Brill hat wieder einmal eine schlaflose Nacht. Nach dem Tod seiner Frau Sonia und einem Autounfall lebt er bei seiner Tochter Miriam. Auch seine Enkelin Katya ist wieder bei ihrer Mutter eingezogen, nachdem ihr Freund Titus auf entsetzliche Weise ums Leben kam.
Brill denkt sich nachts Geschichten aus. In dieser Nacht erwacht der Zauberer Owen Brick in einem Erdloch. Er ist plötzlich Corporal und es herrscht Krieg. Aber der Krieg findet nicht im Irak statt, sondern mitten in Amerika. Unabhängige Staaten kämpfen gegen die Föderalisten, deren Präsident George W. Bush ist.
Brick wurde aus seiner Welt geholt um einen Auftrag in einer Parallelwelt durchzuführen: er soll August Brill umbringen, den Erfinder dieses Krieges, denn dann wäre der Krieg vorbei.
In diesem vom Bürgerkrieg erschüttertem Land Amerika herrschen unbeschreibliche Zustände. Lebensmittel sind knapp, es fahren keine Autos oder Busse. Die Menschen jedoch scheinen Brick seltsam unberührt, sie leben ihr Leben.
Der Auftrag Bricks nimmt einen dramatischen Verlauf, als er zunächst in sein altes Leben zurückkehrt, aber dort von den Menschen aus der Parallelwelt aufgespürt wird.

In der zweiten Nachthälfte kommt Brills Enkelin Katya, ebenfalls schlaflos, in Brills Zimmer. Brill schwelgt in Erinnerungen. Er erzählt ihr von seiner gescheiterten Ehe mit Sonia und wie er nach neun schweren Jahren wieder mit seiner Liebe zusammen kam. Brill ermutigt seine Enkelin ihr Leben wieder aufzunehmen, das sie nach Titus Tod aufgegeben hat.

Paul Austers kurzer Roman spielt mit Fiktion und Wirklichkeit ist hoch politisch und ungemein aktuell.
Indem er eine Geschichte erzählt, setzt er sich mit dem Irakkrieg auseinander, ein Krieg den Amerika letztlich gegen sich selbst führt.
Zugleich ist es aber auch eine Geschichte vom Älterwerden, vom Umgang mit Trauer und Verlust. Man findet quasi mehrere Geschichten in einer.
Paul Auster gelingt es, dies alles zu erzählen ohne Verwirrung zu stiften. Im Gegenteil, es regt zum Weiterlesen an.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Anfang, danach ewas abgebaut!, 27. Januar 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Audio CD)
Das Buch Mann im Dunkel von Paul Auster hat ein gutes Grundkonzept und läßt sich sehr gut an. Die Geschichte in der Geschichte hat Potential und mach Spass. Allerdings wird sie viel zu früh beendet, ich hatte die ganze Zeit die Hoffnung, dass es weiter geht damit. Aber leider verkomtm das Buch in den letzten Kapiteln zu einer Aufarbeitung der Vergangeheit des Hauptcharakters August Brill. Dies aber doch sehr leblos und langweilig in einer Art Nacherzählung für seine Enkeltochter, sodass der Wunsch auf eine Rückkehr seiner ausgedachten Geschichte immer größer wird. Dieser Wunsch wird aber wie bereits erwähnt herbe enttäuscht, sodass das Buch nicht mehr als Durchschnitt ist. Leider eine große Chance verpasst meiner Meinung nach!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein eigensinniger, ein düsterer Roman, 31. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Taschenbuch)
Zum Inhalt:
August Brill ist 72, seit einem Autounfall bettlägerig und seit einiger Zeit verwitwet. Schlaflos vegetiert er in seinem Bett vor sich hin und um sich selbst zum Einschlafen zu bewegen, ersinnt er sich Geschichten und phantasiert sich eine Traumwelt, in der Owen Brick, ein Zauberkünstler aus New York erwacht, in einem kreisrunden tiefen Loch und in eine Militäruniform gezwängt die nicht zu ihm gehört. Schnell wird ihm gewahr, dass Amerika sich im Krieg befindet - gegen Amerika! Den 11. September hat es nie gegeben, zahlreiche Staaten haben ihre Unabhängigkeit ausgerufen und mittendrin Brick, der die Mission erhält, den Mann zu töten, in dessen Kopf diese Welt Gestalt angenommen hat, August Brill.

Und so vermengen sich alsbald Wahrheit und Fiktion.

Rezension:
Auster versteht es, Geschichten zu erzählen wie kein Zweiter. Das durfte ich schon bei Reisen im Skriptorium" erfahren, welches sich in ähnlichem Fahrwasser bewegt. Es ist zu bewundern, wie zielsicher und gekonnt der Autor die beiden Welten miteinander verbindet, Zusammenhänge aufgreift, Überschneidungen schafft und den Leser trotzdem immer wieder in Zweifel über die Erlebnisse stürzt. Nebenbei und gerade zum Ende entfaltet sich die Geschichte einer lebenslangen und doch oftmals tragischen Liebe und wir erfahren viel über das Leben des gealterten Brill.

Das, in Verbindung mit der Viele-Welten-Theorie, macht Mann im Dunkel zu einem un- und außergewöhnlichen Leseerlebnis, auch wenn ich persönlich mir noch einige Seiten mehr in der alternativen Realität gewünscht hätte, um noch tiefer in die Thematik abtauchen zu können. Doch auch ob und gerade aufgrund seiner Prägnanz bleibt die Signalkraft der vermittelten Welt ungebrochen.

Meiner Empfehlung nach sollte man das Buch in kurzer Zeit (1-3 Tage) durchlesen, damit es seinen Sog ungebremst entfalten kann. Mit läppischen 220 Seiten fällt dies auch gar nicht mal so schwer, Trotzdem wird diesem Buch seine Kürze (und einige abrupte Wechsel in der Geschichte) zum Verhängnis, weil vieles in der Luft stehen bleibt beziehungsweise so unerwartet und endgültig beendet wird, dass es zu einiger Frustration führt.

Wie eingangs erwähnt bin ich der Meinung, dass Paul Auster ein meisterhafter Geschichtenerzähler ist, der mich jede Sekunde und jede Seite zu fesseln wusste. Ich freue mich schon, weitere Werke von ihm genießen zu dürfen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jede Welt ist die Schöpfung eines Geistes, 24. Mai 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Taschenbuch)
Ein alter gehunfähiger Mann liegt des Nachts in seinem Bett. Er starrt an die dunkle Decke, der Schlaf will einfach nicht kommen. Um nicht von seinen quälenden Erinnerungen überfallen zu werden, erdenkt sich der alte Mann im Dunkel Geschichten. Er wohnt bei seiner Tochter, die nach Jahren der Ehe von ihrem Ehemann verlassen wurde und bei seiner Enkelin, deren Freund auf grausame Art ermordet wurde. Alle drei hadern sie mit ihrem Schicksal und versuchen jeder auf ihre Weise, der Realität zu entfliehen. Die Mutter in ihrer Arbeit an ihrem Buch, die Tochter im exzessiven Anschauen von Filmen und der Großvater in seinen selbst erdachten Geschichten. In eine davon nimmt er uns mit:

Ein junger Mann namens Owen Brick erwacht, in die Uniform eines Soldaten von Rang gekleidet, in einem kreisrunden Loch. Als er daraus gerettet wird, muss er feststellen, dass es das Amerika, das er kannte, nicht mehr gibt. Kein 9/11, kein Krieg im Irak. Dafür aber einen Bürgerkrieg im eigenen Land. Diverse Staaten haben sich abgespalten und werden dafür von dem Präsidenten der Föderalisten, George W. Bush, angegriffen. Brick muss erfahren, dass es seine Aufgabe ist, diesen Krieg zu beenden. Dazu muss er nichts weiter tun, als die Person zu ermorden, die für all das verantwortlich ist und diese Welt erschaffen hat: den alten Mann im Dunkel...

Es ist klar, Paul Auster rechnet in diesem Buch mit der kriegstreiberischen Amtszeit von George W. Bush ab. Er spielt an auf die Unrechtmäßigkeit dieser Regierung und auf die Sinnlosigkeit des Krieges und verleiht so seinen eigenen Zorn Ausdruck. Gleichzeitig spielt er mit den Realitäten und greift so die Idee des Philosophen Giordano Bruno auf, der glaubte, dass das Weltall unendlich ist und so auch die Anzahl der belebten Welten.
Im Buch wechseln sich unsere Realität und die selbst erdachte Parallelwelt ab und lassen mich gebannt an den Seiten hängen. Verlust scheint in diesem Buch das Hauptthema zu sein: Verlust der Gesundheit, Verlust des Ehepartners, des Freundes, der Motivation, mit seinem Leben weiterzumachen. All das wird schnörkellos und mit klaren Worten beschrieben und lässt doch Raum für die Geschichte, engt sie nicht ein.

"Mann im Dunkel". Mein erster Kontakt mit dem Autor Paul Auster. Und sicherlich nicht das letzte Buch, das ich von ihm lesen werde. Eine klare Leseempfehlung!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Oberzauberer, 22. Oktober 2008
Von 
Heike G (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Gebundene Ausgabe)
Paul Auster spielt mit Realitätsebenen. Fiktion oder Wirklichkeit, gibt es überhaupt einen Unterschied? Der Krieg scheint überall zu sein.

Am 17. Februar 1600 wurde der italienische Philosoph Giordano Bruno in Rom auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Grund: In einer Zeit, wo für die meisten die Erde der Mittelpunkt von Allem war, vertrat Bruno die Meinung, dass neben einem unbegrenzten und unendlichen Weltall, dieses außerdem von unzähligen Welten erfüllt sei, die womöglich ebenso bewohnt und belebt seien wie die Erde. Zudem hatte er die Vorstellung, dass alle Körper beseelt seien und sich in einer lebendigen Wechselwirkung im Universum befänden.

Auch in Paul Austers neuem Roman "Mann im Dunkel" erfährt die Philosophie Brunos Bedeutung. Der alternde 72-jährige Literaturkritiker August Brill liegt in schlaflosen Nächten wach und erträumt sich Geschichten. "Nichts Besonderes, aber solange ich mich damit beschäftige, muss ich schon nicht an die Dinge denken, die ich lieber vergessen möchte." Vergessen will er seine Schmerzen an Körper und Geist. Durch einen Autounfall ist er beinahe bewegungsunfähig an Bett und Rollstuhl gefesselt. Seine Frau starb vor einiger Zeit an Krebs. Nun wohnt er bei seiner Tochter Miriam und seiner Enkelin Katya. Auch diese beiden haben in jüngster Zeit Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Miriam wurde von ihrem Mann verlassen und Katyas Freund Titus kam auf entsetzliche Art und Weise ums Leben (wie, dies verrät Auster erst am Ende des Buches). Alle drei versuchen ihre Traumata auf eigene Art und Weise zu überdecken - mit Bildern. Der eine erspinnt Geschichten, die Enkelin schaut sich exzessiv Filme an und Miriam schreibt an einer Biografie über Rose Hawthorne, einer Frau, die nach Jahren des Scheiterns spät noch zum Glauben konvertierte und dreißig Jahre lang unheilbar Kranke pflegte.

"Nichts Besonderes" meint Brill zu seinen Wachträumen. Doch weit gefehlt. Sie scheinen in einer Art Parallelwelt wahr zu werden. Einer Welt, in der zwar das World Trade Center in New York noch steht und 9/11 genauso wenig stattgefunden hat wie die Invasion der USA im Irak, zur gleichen Zeit jedoch ein blutiger, von Terror gepeinigter inneramerikanischer Bürgerkrieg das Land spaltet. Seit einer betrügerischen Wahl im Jahr 2000 kämpfen die Föderalisten unter George W. Bush gegen sechzehn unabhängige Einzelstaaten, die damals mehrheitlich demokratisch gewählt hatten. 13 Millionen Tote hat das sinnlose Gemetzel bereits gefordert.
Die Kritik des Autors an der Politik der USA springt einem geradezu aus den Seiten an.

August Brills erträumte Figur - Owen Brick ein bald dreißigjähriger Profizauberer, der unter dem Namen "Der Große Zavallo" hauptsächlich bei Kindergeburtstagen auftritt - wacht eines Tages in dieser wüsten Welt auf. Seinen Auftrag erfährt er recht schnell: eben jenen Erfinder dieser bösen Geschichten umbringen. Brick will nicht töten. Doch bei Zuwiderhandlung droht man ihm und seiner Frau eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Zwar gelingt es Brick in die reale Welt zurückzukehren, aber seine Häscher finden ihn auch hier.

Schnitt. Abrupter Szenenwechsel.
Nach zwei Dritteln des Buches ist das Szenario beendet. "Der Große Zavallo" hat ausgezaubert, wird mit keinem Wort mehr erwähnt. "Giordano Bruno und die Theorie unendlicher Welten.", sinniert Brill, "aber es gibt noch andere Brocken auszugraben."
Und genau das tut Auster. Eine nahezu sanfte und sentimentale Stimmung stellt sich nun ein. Die letzten 75 Seiten handeln von Erinnerungen des alten Kritikers und einem nächtlichen Gespräch mit seiner Enkelin und steuern mit Bedacht auf die Enthüllung erschreckender Details hin. "Ich habe unser Gespräch zu einer Nacht der Wahrheit im Schloss der Verzweiflung gemacht..."

Der Autor setzt erneut auf sein altbekanntes Stilmittel. Er schafft Verwirrung, bricht Handlungen abrupt ab und überlagert Bilder. Der Leser schwebt ständig in einem Wechselbad der Gefühle. Wo führt das hin? Hat dies alles mit der Trauerarbeit der Protagonisten zu tun? Wird es das sogenannte Licht am Ende des Tunnels noch geben?
Paul Auster erweißt sich selbst als der "große Zauberer". Was in der Quantenphysik ein bekanntes Phänomen ist, findet hier in der Literatur statt: alles scheint miteinander verschränkt. Meisterhaft, wie er mit ein zwei Strichen ein ganzes Panorama unterschiedlicher Universen entwirft - ein Multiversum.
Letztendlich dreht sich die wunderliche Welt immer noch.

Fazit:
"Mann im Dunkel" ist ein spannender, komplexer, origineller und politischer Roman des amerikanischen Autors. Er ist sanft und ergreifend, zugleich jedoch auch grausam und schockierend. Ein großartiges Buch!
Werner Schmitz hat es vorzüglich in die deutsche Fassung übertragen.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die USA im inneren Krieg, 5. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Gebundene Ausgabe)
Paul Auster begibt sich auf seine gewohnt flüssige und leichte Erzählweise auf eine Reise ins Innere der US amerikanische Psyche. Wäre das Buch erst in einem Jahr erschienen, würde er vermutlich auch die aktuelle Finanzkrise mit einarbeiten, so beschränkt er sich auf die großen Narben der jüngeren Geschichte, 9-11 und den Krieg im Irak. Das Spannende finde ich, dass es ihm gelingt, dem europäischen Leser eine Ahnung davon zu vermitteln, wie es sich für einen Amerikaner anfühlen muss, mit diesen Traumata zu leben, wie sie sich auf den Alltag auswirken und die Selbstverständlichkeit des "American Way of Life" in den Grundfesten erschüttert haben. Ein Urteil seinerseits findet sich eher zwischen den Zeilen, dennoch bleibt der Leser nicht allein. Nach den letzten Seiten benötigte ich erst eine Zeit zum Nachdenken, denn insgesamt handelt es sich hier nicht um leichte Kost.
Insgesamt: ein tolles Buch, um über den aktuellen Stand der amerikanischen Psyche informiert zu sein, flüssig geschrieben und mit der üblichen Prise Paul-Auster-Humor.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von Menschen und Visionen, 6. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Gebundene Ausgabe)
'Mann im Dunkel' ist ein weiterer Auster-Roman mit surrealistischen Qualitäten. Wie bei Auster fast schon gewohnt, ist die Handlung auf mehreren Ebenen angesiedelt, entstehen Geschichten in Geschichten.

Erzähler ist ein 72 Jahre alter Invalide mit Namen August Brill. Er bekämpft seine Schlaflosigkeit indem er Geschichten einer alternativen Wirklichkeit erfindet, und diese Nacht für Nacht weiterspinnt. In dieser Parallelwelt wurden die Twin Towers nicht zerstört, führt Amerika keinen Krieg in Irak. Stattdessen ist Amerika mit sich uneins, die Vereinigten Staaten gibt es nicht mehr, mehrere Staaten haben sich nach der Wahl 2000 abgespalten, und in Amerika tobt der Bürgerkrieg.

Brills Protagonist ist Owen Brick. Er wurde aus unserem Universum in diese Alternativ-Welt geworfen mit einem ganz besonderen Auftrag: er soll die Person töten, die für die Entstehung der Alternativ-Welt und somit für den Bürgerkrieg verantwortlich ist - was auf August Brill hinausläuft.

Brills nächtliche Phantastereien werden immer wieder unterbrochen durch Reflexionen über seine eigene Realität. Nach einem Autounfall schwer verletzt, lebt er jetzt in Vermont bei seiner Tochter und Enkelin. Er sinniert über seine Ehe, Scheidung und Wiedervereinigung mit seiner Frau, er reflektiert die tragischen Ereignisse, die seine Tochter und vor allem seine Enkelin in letzter Zeit getroffen haben, er führt lange Gespräche mit seiner Enkelin.

'Mann im Dunkel' ist einerseits eine Geschichte über einen Mann und seine Familie - andererseits eine provozierende Science Fiction-Geschichte über das Thema 'Was wäre wenn?' Die Ebenen überlappen sich ständig und machen den Spannungsbogen dieses Romans aus. Eine Parabel amerikanischer Selbstzerstörung.

Wie schon in einigen seiner anderen Romane, spielt eine gesichtslose Obrigkeit, der der Protagonist gehorchen muss, eine wichtige Rolle. Brick wird aus unserer in diese Parallelwelt hineingeworfen, in der er sich, zunächst völlig orientierungslos, zurechtfinden muss.
Es ist auch ein Buch über die Frage: Warum werden Kriege geführt - auf nationaler und privater Ebene?

'Mann im Dunkel' ist meiner Meinung nach bisher Austers politischstes Buch. Es ist jedoch nicht schwerfällig, sondern durch den eleganten Schreibstil des Autors extrem gut lesbar. Vielleicht manchmal zu gut, denn einige Passagen erscheinen sehr glatt. Obwohl er an Tiefe und literarischer Erzählkraft nicht an einige frühere Auster-Romane heranreicht, ist der Roman schon allein aufgrund seiner Idee eine interessante Lektüre.
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2.0 von 5 Sternen Enttäuschend !, 20. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Taschenbuch)
Fängt gut an und ist auch spannend zu lesen ,allerdings nur bis zum mittelteil . Die Geschichte die "der Mann im Dunkeln" sich ausdenkt ist wirklich interresant , leider aber versteht es Paul Auster aber nicht diese weiter zu erzählen . Stattdessen endet diese in ein äuserst kurzes ideenloses ende . Der rest der Geschichte über den "mann im Dunkel" ist absolut UNINTERRESANT.Da kann ich mich auch mit unserer Katze unterhalten .
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4.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich und warmherzig, 29. November 2012
Von 
Anke Przybilla "Leselöwin.blogspot.com" (Schönwalde) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Gebundene Ausgabe)
Paul Austers "Mann im Dunkel" ist ein kleines Kabinettsstück, welches den Leser in die Vergangenheit, in die Gegenwart und in die Gedanken des ehemaligen Literaturkritikers August Brill, der krank im Rollstuhl sitzt und nachts nicht schlafen kann, bringt.

Um den Gedanken an die schrecklichen Geschehnisse rund um seine Familie zu entfliehen, denkt er sich eine Geschichte aus. Ein Mann wacht in einer Grube auf und weiß nicht, wie er hineingekommen ist. Er befreit sich, macht sich auf die Suche und erfährt, dass er sich zwar im Jahre 2007, aber in einem Bürgerkrieg befindet, die die Vereinigten Staaten untereinander führen.

Um in sein altes Leben zurückzukehren, wird er beauftragt, einen Mann zu töten. Den Mann, dem der Bürgerkrieg zu verdanken ist - August Brill. Denn nur in dessen Gedanken existiert dieser Krieg, indem soviele Menschen sterben müssen.

Soweit zum ersten Teil des Buches.

Die Nacht schreitet voran und Brills Enkelin, die ein traumatisches Ereignis hinter sich hat und seitdem im Haus ihrer Mutter wohnt, in dem auch August Brill Zuflucht gesucht hat, klopft an dessen Tür. Sie reden über vieles, über Brills Vergangenheit, seine große Liebe Sonia, ihren Tod und über die Tragödie, die alle vereint und nicht schlafen läßt.

Anfangs fand ich die Geschichte sehr skurril. Zunehmend nahm sie mich aber in den Bann. Die Idee, eine Geschichte in der Geschichte zu erzählen, gefiel mir, auch den Bogen, den diese zurück zu Brill bringt, hat etwas. Warum er diesen spannt, bleibt der Interpretation des Lesers überlassen: Selbstmordgedanken, moralische Verantwortung oder einfach nur Stilmittel? Man kann vieles daraus lesen.

In der Mitte des Buches dann der Wechsel in die Gegenwart. Der Ausgangspunkt wird wieder hergestellt, wir erfahren, von welchen Gedanken sich die Familie ablenken will, warum Großvater und Enkelin nicht schlafen können. Eine Rückkehr in das Kopfkino erwarten wir vergeblich.

Hochpolitisch ist das Buch, mit zahlreichen Anspielungen auf den Terror der Neuzeit, der auch anders hätte stattfinden können. 9/11, Irak oder Bürgerkrieg. Amerika als Ganzes ist traumatisiert. In der geschaffenen Parrallel-Traumwelt tobt sich Auster aus, um dann im Hier und Jetzt eine eigene Tragik zu erleben.

Am Ende bleibt ein Satz: "Die wunderliche Welt dreht sich weiter" und dieser Satz läßt hoffen, dass die Familie ihren Frieden macht mit ihrer Vergangenheit und alle wieder schlafen können.
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5.0 von 5 Sternen 1000 Geschichten aus 1 Nacht, 6. Januar 2012
Von 
Manfred Küper "Manf" (Kranenburg, Niederrhein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
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Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Taschenbuch)
August Brill verbringt eine schlaflose Nacht. Der 72-jährige, seit einem Unfall gehbehinderte, Literaturkritiker versinkt in Erinnerungen. Um sich die Zeit bis zum Morgengrauen zu verkürzen, erinnert er sich. Und erfindet Geschichten.

Brill, dessen Lebenspartnerin Sonia inzwischen verstorben ist, reflektiert sein Leben, das er gemeinsam mit seiner geschiedenen Tochter Miriam und seiner Enkelin Katya, deren Partner Titus vor kurzem auf misteriöse Weise ums Leben kam, unter einem Dach verbringt. Drei verletzte Menschen aus drei verschiedenen Generationen, die alle mit ihrem Schicksal hadern und Schwierigkeiten haben, es anzunehmen.

Er resümiert, analysiert, phantasiert, skizziert Lebensläufe, erfindet Geschichten.

Eine davon beeindruckt besonders: Ein junger Mann wacht in einer Parallelwelt auf (die stark an Murakamis 1q84 erinnert), in der er sich zunächst nicht zurecht findet. Er erhält den Auftrag, den geistigen Vater dieser Parallelwelt, Brill also, zu finden und zu töten. Nur so gelänge ihm der Weg zurück in sein Leben. Ausweglos.

Brill denkt an seine verstorbene Frau Sonia, erinnert sich an ihr erstes Treffen, an Höhen und Tiefen einer langjährigen Beziehung, an die Scheidung und die Jahre der Trennung, an die Wiederannäherung und die Liebe des Alters. Respektvolle, liebevolle, ehrliche Erinnerungen, die er mit seiner Enkelin teilt, die nachts zu ihm kommt, als sie Geräusche hört.

Paul Auster ist ein Meister des Geschichtenerzählens. Hier gelingen ihm beeindruckende Beispiele, begleitet von der Dunkelheit und Stille einer Nacht.

Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.
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Mann im Dunkel
Mann im Dunkel von Paul Auster
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