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Kundenrezensionen

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am 11. Mai 2008
Vorneweg: ich selbst bin Nachhaltigkeitsforscher mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichem Hintergrund, kein "unbefangener" Leser. Ich kann meinen Vor-Rezensenten gut verstehen, wenn er die Fachsprache bei Harald Welzer negativ anmahnt. Für alle, die sich beruflich mit dem Thema Klimawandel befassen (sei es als Politiker oder Wissenschaftler) ist dieses Buch allerdings eine absolute Pflichtlektüre.

Harald Welzer bemisst hier die Folgen des Klimwandels nicht in Zentimetern ansteigenden Meeresspiegels, sondern im Ausmaß von Gewalt als gesellschaftliche Reaktion darauf -- im Luhmannschen Sinne könnte vom "Klimawandel der Gesellschaft" gesprochen werden. Gewalt, so Welzers reichhaltig fundierte Hypothese, ist immer eine gesellschaftliche Option auf Veränderungen gewesen und wird es auch in Zukunft sein. Dabei kann Gewalt nicht nur in Entwicklungs- und Schwellenländern in Folge des Klimawandels auftreten (z.B. in Ressourcenkriegen wie in Darfur), sondern durchaus auch in der so genannten Ersten Welt, durch Abschottung vor Migranten, der Verlagerung von Grenzkontrollen in deren Herkunftsländer, durch eine immer stärkere Sicherheitsüberwachung und Einschränkung bürgerlicher Freiheiten.

Im Gegensatz zu vielen naturwissenschaftlichen Beschreibungen des Klimawandels legt Welzer den Finger auf die Wunde der Gesellschaft. Seine Schlussfolgerungen, welche Handlungsoptionen uns bleiben, sind denn auch realistischer als das platte "weniger Auto fahren" manch anderer Autoren. Sein Schlusswort ist dabei zweigeteilt. Zum einen für den optimistischen Leser, der sich -- nach einer sehr ernüchternden Lektüre -- an Begriffen wir reflexiver Moderne und guter (= nachhaltiger) Gesellschaft wieder aufrichten kann. Zum anderen für den Leser, der die Hoffnung hat fahren lassen. Dazu mag vielleicht auch Welzer selbst gehören, zeichnet er doch das Ende der Aufklärung, die an sich selbst zu Grunde gegangen sein wird.

Aber wie schreibt Welzer zu Beginn; "Manche Bücher werden in der Hoffnung geschrieben, dass sie sich irren."
11 Kommentar|82 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Der Titel ist vielleicht ein wenig reißerisch, doch Harald Welzer weiß wovon er schreibt auch wenn KLIMAKRIEGE und der Untertitel WOFÜR IM 21. JAHRUNDERT GETÖTET WIRD etwas anderes erwarten lassen. Dieses Jahrhundert wird für Europa und für Afrika einige Veränderungen bringen und auch der Rest der Welt wird nicht verschont werden.

Das KLIMA ändert sich, soviel steht wohl schon heute fest und wer sagt das dies nicht stimme, der lügt einem frech ins Gesicht - doch die Folgen überblickt heutzutage wohl keiner so genau.

Im Sudan toben seit 40 Jahren mehrere Kriege, 25% der Fläche sind bereits Wüste und es wird mehr werden, aber warum dies alles? Warum löschen sich ganze Stämme gegenseitig in Ruanda aus? Warum steigen die Temperaturen in Spanien auf über 45 Grad C. und was wi4rd dies zur Folge haben? Zäune und unbemannte Drohnen bewachen schon heute an der Grenze der USA, WARUM? Warum stirbt der Eisbär aus, ob wir es wollen oder nicht? Wer kontrolliert die Wasservorräte der Welt?

Das Buch behandelt viele Themen rund um das KLIMA und vieles davon ist hoch brisant, dennoch ist der Autor sachlich und seriös - ein Geschenk an alle Leser!

Absolut sauber recherchiert mit vielen aufgeworfenen Fragen und Ausblicken auf eine Welt, welche vielleicht in zwei bis drei Generationen nicht mehr die Heutige sein wird, ganz ohne Krieg sogar.

Sehr empfehlenswert!
44 Kommentare|35 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. August 2008
Nachdem ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte, konnte ich nicht zunächst nicht einschlafen. Denn folgt man den stringenten Ausführungen von Harald Welzer zu den Wirkungen sich rapide verknappender Überlebensressourcen, bedenkt zudem die Tatsache der Existenz von Atomwaffen und Kernkraftwerken und hat schließlich Ursachen, Verlauf und Ausmaß des Untergangs der römischen Zivilisation im Hinterkopf, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die moderne Zivilisation das 22. Jahrhundert nicht mehr erleben wird. Und das 22. Jahrhundert im günstigen Fall weltweit durch Anarchie, Chaos, willkürliche Gewalt und nackten Überlebenskampf geprägt sein wird. Ähnlich wie auf den Osterinseln, nachdem die Überlebensressourcen dort definitiv erschöpft waren.
Dies hat bei mir nicht nur Glaubensfragen aufgeworfen. Auch meine Parteienpräferenz wurde erschüttert. Ich frage mich generell, wie ich im Hinblick auf diese deprimierenden Aussichten agieren soll. Zumal es angesichts der Dimension des Problems in keinster Weise hinreichend ist, wenn ich lediglich mein eigenes Verhalten ändere.
Der Klimawandel ist eine Folge der Tatsache, dass zu viele Menschen in den vergangenen Jahrzehnten zu ressourcenintensiv gelebt haben. Der Klimawandel in Verbindung mit der weiteren Zunahme der Erdbevölkerung trägt maßgeblich zur Desintegration von Staaten und zu einer exponentiellen Verknappung der Überlebensressourcen der menschlichen Spezies bei. Aus dem Verlust von Staatlichkeit und der Konkurrenz um knappe Überlebensressourcen erwächst Gewalt. Gewaltanwendung
(wie auch der Klimawandel selbst) kann (und wird) Katastrophen mit unvorhersehbaren und unkontrollierbaren Folgen nach sich ziehen.

Ja, Titel und Untertitel sind irreführend, die Gliederung ist unschlüssig und konfus. Der Autor driftet immer wieder in weitschweifige Exkurse (Holocaust, Grenzsicherung Europas/USA) ab und lenkt den Gelegenheitsleser so von den (wichtigen) Kernaussagen und dem (durchaus vorhandenen) roten Faden ab.

Dies alles fällt jedoch nicht weiter ins Gewicht, wird hier doch z.B. klipp und klar dargelegt, was es bedeutet, wenn wir im Großen und Ganzen und de facto die Handlungsoption "weitermachen-wie-üblich" weiter verfolgen. Dass aber andererseits genau dies der menschlichen Natur am ehesten entspricht. Die Menschheit erscheint nicht zukunftsfähig.
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am 13. Juli 2011
Der Autor umschreibt Soziale Probleme wie Terrorismus, Krieg und Ursachen für Völkermorde recht interessant und kompetent. Der Klimawandel spielt dabei aber eine Nebenrolle. Wer sich konkrete Beschreibungen des Klimawandels erhofft und womöglich unterschiedliche Szenarien wird enttäuscht. Genauer auf Konflikte eingegangen wird ebenfalls nicht. Würde man das Wort Klima aus dem Titel des Buches streichen würde dies dem Buch eher gerecht.Ich habe das Gefühl, das Wort Klima wird hier benutzt um ein breiteres Publikum anzusprechen.
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am 17. Juli 2008
Endlich ein Buch über die globale Erwärmung von einem Wissenschaftler einer nicht technischen Disziplin. Ein Buch eines Soziologen bzw. Sozialpsychologen über den Klimawandel.

Doch Vorsicht: Es ist keine populärwissenschaftliche leichte Lektüre im Stil von Al Gore, auch wenn der bebilderte Umschlag entsprechendes vermuten lässt.

Für die Gemeinde, die noch nicht wissen will, dass es wissenschaftlicher Konsens ist, dass menschlich verursachte Treibhausgase der Grund für den Klimawandel sind, sollte sich -man höre und staune- Wikipedia aufrufen und erst einmal Fakten lesen ([...]ärmung). Wer sich mit dem Focus-Titel "Werden Sie Optimist" von Anfang Juli 2008 identifiziert, sollte anschliessend den Artikel über die Kontroverse um die globale Erwärmung in Wikipedia lesen ([...]ärmung). Danach sollte man reif sein für die Klimakriege, natürlich nicht ohne jemals die unbequeme Wahrheit gesehen zu haben.

Das Buch ist eine Herausforderung für Otto Normalleser, welcher keine Vorkenntnisse aus der Soziologie oder Sozialpsychologie mitbringt. Das Buch weckt Interesse an der Soziologie, die im Stil von Harald Welzer im Anspruch der höheren Mathematik gleicht. Logische Zusammenhänge und immer schlüssige Folgerungen im überdimensionalen Zusammenhang meistert Herr Welzer, was mich immer ein wenig überforderte aber das macht den Reiz aus. Lesen Sie es und wenn sie nicht alles verstanden haben lesen sie es ein zweites Mal.

Verzeihen Sie es Herrn Welzer dass er sich beim zweiten Weltkrieg etwas verliert und ziemlich weit ausholt.

Der Schlusssatz ist schockierend und es wir einem schlagartig klar, dass das ganze Buch auf dieses Fazit hingearbeitet hat.

Herr Welzer hofft, dass "der Autor Unrecht behält". Ich denke der Autor wird nicht Unrecht behalten, denn Herr Welzer hat den Durchblick. "Optimismus ist lediglich ein Mangel an Informationen" wird Heiner Müller zitiert.

An einigen Stellen bezieht sich Welzer auf 'Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste', Erstauflage 1956. Die im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) tätigen Geologen Henno Martin und Hermann Korn flohen 1939 aus Furcht vor der drohenden Internierung als 'feindliche Ausländer' in die Namib und kämpften dort mehr als zwei Jahre um das nackte Überleben. Wenn sie nicht mit Jagen oder Nahrungsmittelsuche beschäftigt waren hörten sie über ihr Transistorradio die Grausamkeiten des Krieges und machen sich Gedanken über die Entwicklung der Menscheit.

Welzer unterstreicht seine Theorie mit der Praxiserfahrung der beiden - Gedanken, die aus einem extremen Überlebenskampf entstanden sind, hier ein Auszug aus dem Buch von Henno Martin:

"Allmählich wurde unsere Welt immer trockener und trostloser. Oft fragten wir uns, ob Grausamkeit auch eine Grundeigenschaft des Lebens sei. War das Leben nicht überall der Feind des Lebens? Nun, bei uns war die vermehrte Grausamkeit eine Folge der Trockenheit. Der verschäfte Existenzkampf bedingte die Grausamkeit; wir mussten unsererseits mit Grausamkeit antworten, wenn wir uns nicht selbst aufgeben wollten."

Schlussanmerkung zum Titelbild der Edward Bohlen in der Namib-Wüste:

Namibia's Küste südlich von Walvis Bay wächst jährlich um bis zu 25 Meter ins Meer, aber nur zum kleineren Teil aufgrund der globalen Erwärmung. Tatsächlich befördert der aus der Antarktis nach Norden strömende Benguela-Strom den durch den massiven Offshore-Abbau von Diamanten im Gebiet um Oranjemund aufgewirbelten Sand Richtung Namiba. Hierdurch wächst die Wüste vom Meer her. Schade dass Herr Welzer hier kein passendes Photo gefunden hat, geeigneter wäre ein Schiff des Aralsees o.ä. gewesen.
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Als Bedrohung für die nationale Sicherheit wird der Klimawandel unterschätzt und meist mit noch geringeren Budgets als der Kampf gegen den Terrorismus bedacht, doch sind es nicht Präventivmaßnahmen wie Förderungen für Passivhäuser oder Partikelfilter, die damit gemeint sind, sondern Katastrophenschutzmaßnahmen, die Möglichkeiten im schlimmsten Fall zumindest adäquat reagieren zu können. Naturkatastrophen wie der Hurrikan Katrina beweisen dass auch in den Industriestaaten eine gewisse Arglosigkeit herrscht und selbst für bekannte Bedrohungsszenarien kaum Notfallpläne in den Schubladen vorhanden sind. Man sollte aus den Fehler der Vergangenheit doch etwas lernen? So sieht das zumindest der Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen, Harald Welzer und hat sich in "Klimakriege" mit durch den Klimawandel verstärkten Konfliktpotentialen befasst.

Bereits das Titelbild zeigt die 1909 vor Namibia auf Grund gelaufene "Eduard Bohlen", welche sich heute einige hundert Meter vom Meer entfernt befindet. Das Klima unserer Erde ist einem beständigen Wandel unterworfen, ob wohin dieser auch immer führen mag und wer ihn zu verschulden hat. Doch genau dieser Wandel, sorgt seit jeher für demographische Bewegungen und die Verschärfung regionaler Konflikte, die sich nicht selten in Bürgerkriegen und Massakern entladen. Wenn das Weideland zurückgeht und die Bevölkerung explosionsartig anwächst, sich aber nicht mehr ernähren kann, geraten womöglich Minderheiten ins Visier der aufgebrachten Massen. Nicht das Klima an sich, aber die Begleiterscheinungen sind entscheidende Faktoren, die das neutrale Zusammenleben von nomadischen Viehzüchtern und sesshaften Bauern bedrohen können. Harald Welzer nutzt diese Szenarien nur als Beispiele, um die Bedeutung des Klimas als Einflussfaktor auf die nationale und regionale Sicherheit zu verdeutlichen.

Erste Klimaflüchtlinge ortet er in Nordafrika wo Millionen hoffen in die europäischen Staaten emigrieren zu können, während in ihren Heimaten politische Konflikte, Arbeitslosigkeit und schwindende Ernteerträge ihr Leben bedrohen. Währenddessen könnte Nordeuropa sogar vom Klimawandel profitieren, auch wenn Skiorte eindeutig mit Tourismuseinbußen rechnen müssen. Gegen Naturkatastrophen könnten wir uns wappnen, denn es sind meist nicht Natur- sondern soziale Katastrophen die sich im Ernstfall offenbaren, wenn schlicht nichts unternommen wurde diese zu verhindern oder Szenarien für den Notfall zu erproben.

Als Autor von Werken wie "Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden" gibt Harald Welzer in "Klimakriege" auch einen sehr eindrucksvollen Einblick in die Moral des Tötens. Der Zweck heiligt gewissermaßen die Mittel, rückblickende Reue verleiht den Tätern Absolution und macht sie wieder menschlich. "Erst illusionslose Betrachtungen ermöglichen es, aus der tödlichen Logik der Sachzwänge auszusteigen - wie sie sich etwa in falschen Alternativen wie der zeigt, ob man nun aus Gründen des Klimaschutzes auf verbesserte Kohlekraftwerke oder doch lieber auf die Atomkraft setzt." (Seite 261-262) Klimakriege ist kein Buch für Optimisten, denn es soll bewusst illusionslose Betrachtungen fördern und zum Nachdenken anregen.

Fazit:
Das Konzept funktioniert, ein Autor der sich zuvor vorwiegend mit den Massenmorden gewöhnlicher Mitläufer im NS-Regime befasst hat, bringt diese mit der Tradition europäischer Kolonialpolitik in Einklang. Ein Buch, das überaus nachdenklich stimmt und die Frage stellt, welche Verbrechen der Klimawandel im 21. Jahrhundert möglich machen wird.
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TOP 500 REZENSENTam 8. März 2009
Dies ist sicherlich ein interessantes und aufrüttelndes, in Bezug auf unsere Zukunftsperspektiven aber auch deprimierendes Buch. Für Kenner der Evolutionstheorie stellen dessen Kernaussagen jedoch nichts Neues dar.

Gemäß der Systemischen Evolutionstheorie kann man Ressourcen dominant oder durch Gefallen-wollen erlangen. Beispielsweise können Männchen in der Natur Weibchen dominant (indem sie sich etwa ungefragt auf sie stürzen) oder per Gefallen-wollen (sexuelle Selektion: sie präsentieren den Weibchen ihre Vorzüge [Gesang, Gefieder, Einkommen etc.] und lassen sich dann wählen) erobern. Zivilisationen basieren aber fast ausschließlich auf der Gefallen-wollen-Kommunikation, die im Grunde jedoch nur im Überfluss funktioniert. Man stelle sich einen Markt vor, auf dem es nicht genügend Waren gibt, um den Bedarf der Kunden zu befriedigen. Hält der Zustand länger an, dann dürfte es mit der Zeit zwangsläufig zu dominanten Übergriffen kommen (Kampf ums Dasein). Das war auch der zentrale Denkfehler der gesamten Sozialdarwinismusdebatte: In Zivilisationen versucht man zu gefallen und sich nicht mittels Kraft und Gewalt durchzusetzen (Recht des Stärkeren). Das alles würde sich aber sofort ändern, wenn es zu massiven, nicht behebbaren Ressourcenengpässen käme. Dann kehrten wieder Dominanz und der Kampf ums Dasein zurück.

Genau davon handelt letztlich Harald Welzers Buch. Überbevölkerung, Klimawandel und industrielle Produktion werden schon bald für einen globalen Kampf um die Ressourcen sorgen. Schlimmerweise verfügt die Menschheit mittlerweile über Waffen und sonstige Mittel, die dem Kampf ums Dasein eine ganz neue Qualität geben könnten.
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am 10. August 2008
Dieses Buch hat mich sehr gefesselt und meine Ansichten über das, was in der Welt passiert und passieren wird, mitbestimmt. Wie wird der Klimawandel das Handeln der Menschen global beeinflussen? Werden die Menschen fähig sein, ihn zu stoppen? Harald Welzer beschreibt eindringlich die Gefahr, dass der Klimawandel weltweit zu enormen Problemen führen wird. Die sozialen Spannungen und die Bedrohung und Vernichtung der Lebensgrundlage wird in vielen Teilen der Welt in Kriege münden. Daneben wird es große Flüchtlingsströme und Verelendung geben. Die Geschichte lehrt, dass der Mensch in gefühlten Bedrohungssituationen zur Waffe greift - bis auf den heutigen Tag - und dabei glaubt, richtig zu handeln. Klimawandel bedeutet Krieg, Vertreibung, Flucht bzw. Ausgrenzung, Abschottung usw. Die Anfänge dieser Entwicklung sind bereits zu erkennen.
Das Buch ist inhaltlich hervorragend, allerdings ist die Sprache nicht immer leicht zu verstehen.
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Während die Öffentlichkeit die durch Klimaveränderungen hervorgerufenen Naturkatastrophen nur als diese sehen, erweitert der Autor das Spektrum, da eine der Effekte dieser Katastrophen der Zusammenbruch staatlicher Ordnung ist. Die daraus resultiernden sozialen Folgen stellen die eigentliche Katastrophe dar, da die Veränderungen regionaler Ökosystem zu Massenwanderungen und Gewaltexessen führen, die nicht nur in der Nahregion, sondern in einem globalen Maßstab Folgen haben werden.
Denn aus Naturkatastrophen resultierende Ressourcenverknappung lässt die Tötung von Konkurrenten zu einer Option werden, um das eigene Leben zu sichern. Welzer untermauert seine These hierbei am Beispiel Darfu, das für ihn der erste Klimakrieg des 21. Jahrhunderts darstellt.
In jetzt schon betroffenen Gebieten existieren zusammenbrechende soziale Strukturen und fehlende Bearbeitungsinstrumente zur Konfliktlösung. Damit entwicklen sich kriegsoffene Räume, in denen Krieg edemisch ist. Auch Europa wird im 21. Jahrhundert betroffen sein, da Massenwanderungen u.a. aus Afrika in einer nicht gekannten Größe drohen.
Auch wenn der Autor eine zuweilen explizite wissenschaftliche Sprache benutzt, breitet er eine ernst zunehmende Prognose aus, die vor der Folie aktueller Ereignisse eintreten könnte.
Dem interessierten Leser zu empfehlen.
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am 11. September 2008
Ich muß zugeben, daß ich diesen Lesebereich noch nie angetastet habe und folglich auch etwas skeptisch war. Dennoch muß ich sagen, gibt das Buch erschreckend tiefe Einblicke in unsere doch allzu vertraute Gesellschaft. Das Buch beschönigt absolut nichts, ganz im Gegenteil, es offenbart einen schreckliche Abgründe und Zukunftsaussichten. Dennoch merkt man, daß, das Buch von einem Professor geschrieben wurde und manch einer sicher Mühe mit dem Einstieg haben wird. Dennoch will ich hier keinen Neuleser vergraulen, denn es ist, abgesehen von Daten, Fakten und diversen Fremdworten, auch von einem Laien zu verstehen. Ich bin zwar erst am Seite 90 direkt eingestiegen, was mit Sicherheit auch an meiner vorhergenden Lektüre zusammenhing. Danach lies es mich nicht mehr los, bereitete mir fast schlaflose Nächte und nach 1 1/2 hatte ich es geschafft. Wer also eine Ader für solche Lesegebiete hat, ein unverzichtbares Werk.
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