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Kundenrezensionen

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am 31. Dezember 2003
Bei Restaurierungsarbeiten in der Plassenburg im Fränkischen Kulmbach wird die eingemauerte Leiche eines Säuglings entdeckt. Eine Gruppe von Hobbyhistorikern macht sich auf die Spurensuche eines Verbrechens, das mehr als 400 Jahre zurückliegt. Sabine Weigand, selbst Historikerin, nutzt diese Ausgangssituation für ein pralles Sittengemälde des mittelalterlichen höfischen Lebens. Das Buch enthüllt die Lebensgeschichte der jungen Markgräfin Barbara von Ansbach, einer mutigen Frau, die gegen die strengen gesellschaftlichen Normen ihrer Zeit verstößt und viele Jahre lang von ihrer eigenen Familie auf der Burg gefangen gehalten wird.
Geschickt verbindet die Autorin die Dedektivgeschichte in der Gegenwart mit der bunten Schilderung der tatsächlichen Begebenheiten auf der mittelalterlichen Burg. Die Hobbyforscher kommen am Ende der Wahrheit recht nah, doch ihre mühsamen Recherchen in Kirchenarchive und Bibliotheken stossen an Grenzen. Letztlich kann die Wissenschaft nicht in die Herzen der Menschen blicken. Aus den zahlreichen Fragmenten entsteht nur das Skelett der Ereignisse. Lebendig wird das Mosaikbild der Vergangenheit erst durch die Fantasie.
Die Geschichte ist mitreißend geschrieben und zieht den Leser von der ersten Seite an in den Bann. Auch wenn sich (wie in allen historischen Romanen) Wahrheit und Fiktion mischen ist der Roman von grobschlächtig-folklorisischem Kitsch weit entfernt. Das kann man ja leider bei weitem nicht von allen Büchern dieses Genres sagen. Sehr gut recherchiert (die Markgräfin und viele der historischen Figuren gab es nämlich wirklich!)entwickelt die Autorin ihre Figuren und deren Schicksale stets glaubwürdig und authentisch.
Sabine Weigand nähert sich der Geschichte mit viel Liebe zum Detail und großem Respekt vor den Figuren. Mit ihrem Erstling ist ihr ein spannendes Historienepos und zugleich ein wunderschönes Stück Heimatgeschichte gelungen.
Obwohl ich eigentlich kein Freund historischer Romane bin, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Durch Zufall habe ich vor einigen Tagen ein Leseexemplar in die Hände bekommen und es in einem Zug "verschlungen". Vielen Dank für die vielen Stunden höchsten Lesevergnügens. Ganz sicher werde ich demnächst einmal die Plassenburg besuchen.
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am 13. Februar 2007
Dies ist der beste historische Roman den ich jüngster und auch längerer Zeit gelesen habe und ich kann ihn nur absolut empfehlen.

Die zwei Zeitebenen fand ich total gut, für mich erhöhte es die Spannung.

Ging es in der Gegenwart mit den Nachforschungen voran, konnte ich es kaum erwarten bis es im nächsten Kapitel wieder um die aussichtslose Lage der Markgräfin ging. Schien sich hier ein Lichtblick abzuzeichnen, ging es wieder in die Gegenwart und die Hoffnung für Barbara musste warten.

Am besten an dem ganzen Buch fand ich die glaubwürdige menschliche Darstellung der Hauptperson:

Nicht grad vom Glück verfolgt, keine Vorteile durch adelige Geburt, nicht die Schönste von Natur aus, auch nicht begabter als alle anderen. Ein Freigeist ja! Gerade deswegen das verursachte Leid noch schlimmer für sie zu ertragen.

Noch nachvollziehbarer.

Dieses Buch fühlte sich ECHT an.

Mir gefielen auch einfach die Briefe in der altertümlichen Sprache. Das fand ich einfach schön für die Stimmung des Buches.

Wer mehr lesen will als Liebesgeplänkel vor historischer Kulisse von Protagonisten, denen in eher schwierigen Zeiten alles in den Schoss zu fallen scheint und die alles mit links meistern, sondern ein authentisches Portrait einer mittelalterlichen Frau, gekleidet in einen spannenden Rahmen ist hier genau richtig!

Für mich, die genervt ist von Gabaldon & Co ein Volltreffer!!!
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am 10. Juli 2007
Kurz vorweg: Der Roman ist etwas anders aufgebaut, als man es von den klassischen historischen Romanen kennt.

Frau Weigand erzählt die Geschichte der Markgräfin von Ansbach im 16.Jhd., die sich zunächst der Heiratspolitik ihres Vaters fügt und zunächst den alten Herzog von Groß Glogau heiratet und nach dessen Tod mit dem König von Böhmen per procura verheiratet wird, jedoch nie von ihm angenommen wird. Als sie nach Jahren des Wartens ihr eigenes Leben beginnen will und gemeinsam mit dem König von Böhmen die Annullierung ihrer Ehe durch den Papst begehrt, wird sie von ihren Brüdern auf die Plassenburg gesperrt, um sie wieder gefügig zu machen.

Eben auf dieser Plassenburg entdeckt im Jahr 2001 der Kastellan eine Kinderleiche aus dem 16.Jhd.. Dies ist die zweite "Geschichte", die Frau Weigand am Rande erzählt und die sich am Ende des Romans mit einem Zeitungsartikel unterlegt. Sie nimmt den Leser mir auf eine spannende Entdeckungsreise eines kleinen Hobbyforschteam, dass sich um den Kastellan bildet und sich auf die Suche nach der Identität der Kinderleiche macht und dabei auf die Geschichte der Markgräfin Barbara von Ansbach stößt.

Frau Weigand wechselt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wodurch die Geschichte eine gewisse Frische bekommt. Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deswegen läßt sich der Roman flüssig lesen, so dass man ihn gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Ein gelungener, einfühlsamer Roman über eine starke Frau, die versucht mit den Regeln ihrer Zeit zu brechen.
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am 25. März 2004
Sabine Weigand weiß wovon sie redet, wenn sie über die Markgräfin schreibt. Ausführlich hat sie sich über Briefe aus der damaligen Zeit mit dem Schicksal der real existierenden Markgräfin Babara auseinander gesetzt und den Rest mit brillanter Vorstellungskraft zu einer Geschichte entwickelt, die eine Mischung aus Detektivroman (was hat es mit der Kinderleiche in der Plassenburg auf sich) und historischem Roman gekonnt kombiniert in sich trägt. Ungeschönt schildert sie das Leben im Mittelalter auf der Burg,die keineswegs so romantisch ist,wie man sich das immer vorstellt, sondern hart, mit vielen Entbehrungen und unter unmöglichsten hygienischen Verhältnissen. Aber lesen Sie selbst. Sabine Weigand ( Studium der Geschichte) ist vom Fach und "Die Markgräfin" wird sicher nicht das letzte sein,was man von dieser tollen und sehr sympathischen (habe sie persönlich treffen können!)Autorin lesen wird.
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am 5. November 2010
Eigentlich habe ich historische Romane über die deutsche Geschichte eher verschmät - hatte mich bislang nie wirklich interessiert, wo doch mein "Steckenpferd" eher das Mittelalter um Großbritannien und speziell alles über Schottland ist!
Bei einem Stöbern in Remitenden ist mir dann "die Margkräfin" in die Hände gefallen und war irgendwie gleich gefesselt von der Kurzbeschreibung!

Nun, ich muss gestehen - ich konnte es kaum auf die Seite legen! Wie bei einer meiner Vorredner war auch ich teilweise zu tiefst gerührt über die Geschichte der Barbara. Teilweise verbunden mit einer richtigen Agression gegenüber Albrecht Alkibiades. Eigentlich war er Barbaras Großneffe. Sie selbst wurde ursprünglich bereits 1465 geboren, jedoch hat Frau Weigand sie 50 Jahre später in ihre Geschichte geschickt um den Markgräflerkrieg sowie die Zerstörung der Plassenburg zu Kulmach zu beschreiben. Das nennt man dann die sogenannte schriftstellerische Freiheit! Dies stört mich persönlich allerdings überhaupt nicht!
Die Frauen im Mittelalter hatten es generell nicht einfach - waren sie wirklich eigentlich nur zum Kinderkriegen gut und hatten - wie es auch heute noch so mancher denkt - nur hinterm Herd was zu suchen. Mitsprache bei einer Hochzeit hatten sie gar nicht, egal wie alt der Zukünftige auch war. War kein Verwandter mehr am Leben, so waren die Frauen und Mädchen meist Mündel des König. Gerade deshalb ist die Markgräfin so bewundernswert!
Schade nur, dass sich ihre Spur nach der Dispens vom Papst verliert!
Ganz besonders gut gefiel mir auch das, nicht verwirrende, hin und her springen in die Gegenwart.

Ich selber lebe in Franken und hatte bislang, zugegeben, nie was über die Plassenburg zu Kulmbach gehört. Doch seitdem ich dieses Buch gelesen habe, möchte ich unbedingt mehr darüber erfahren. :-)

Mein Fazit - "Die Markgräfin" war mein erster Roman von Sabine Weigand und sicherlich nicht das letze!
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am 7. August 2006
Der Titel erweckt den Anschein, das Buch könne nur langweilig sein. Weit gefehlt !!! Eins der anspruchvollsten und spannendsten Bücher, was ich jemals gelesen habe. Ein absoluter Glückstreffer. Ich habe dieses Buch einfach nur verschlungen und war entsetzt, was im Mittelalter so alles machbar war. Ich habe das Buch meiner Freundin geliehen, die es wiederum innerhalb ihrer Familie weitergegeben hat. Alle, wirklich alle waren absolut begeistert. Ein Leseauftrag an alle Bücherfans !!!
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am 17. Mai 2007
Die Autorin versetzt den Leser von Anfang an durch den Sprachstil in die richtige Stimmung. Die alte Ausdrucksweise beeindruckt wie z.B. bei Stolz und Vorteil.

Die 2 Erzählstränge (heute + damals) fand ich eine gute Idee und versorgten sich gegenseitig mit Spannung.

Das Schicksal von Barbara war sehr unterhaltsam und man fühlte immer mit ihr. Die Autorin vermied es zum Glück den Leser unnötig die seelischen Qualen zu beschreiben, Hut ab, denn die Autorin hätte uns sonst von Anfang an seitenweise damit auseinandersetzen können - aber Sie hat es unserem Einfühlungsvermögen überlassen dies für sich selbst nachzufühlen.

Dadurch wurde die Ungerechtigkeit für Barbara noch tragischer - denn man wusste es und doch redete keiner darüber. Und jedes Mal wenn Barbara Ihr Schicksal beanstandete, schrie mein Inneres mit Ihr auf.

Ein sehr empfehlenswertes Buch. Völlig anders als Gablé, Follet etc.

Denn irgendwie mit mehr Qualität.

Vermißt habe ich eine kleine Karte am Buchanfang.

Zum Ende wäre eine kleine Übersetzung von ein paar alten Worten aus den Briefen hilfreich, die hab ich mir dann im Internet suchen lassen müssen.
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am 13. Januar 2008
Auf der Plassenburg bei Kulmbach entdeckt im Jahr 2001 der Kastellan eine Kinderleiche aus dem 16.Jhd..
Zusammen mit ein paar historisch interessierten Freunden macht er sich auf die Suche nach der Identität der unbekannten Mutter und stößt dabei auf die Geschichte der Markgräfin Barbara von Ansbach.

Barbara von Brandenburg-Ansbach gehörte dem Haus (Hohen)Zollern an.
Sie wurde als Achtjährige am 11. Oktober 1472 an den bedeutend älteren Herzog Heinrich XI. von Groß-Glogau-Crossen verheiratet, der aber bereits zwei Jahre später starb. Neun Monate später wurde die zehnjährige Witwe am 20. August 1476 per procurationem mit König Vladislav II. von Böhmen verheiratet. Aufgrund von Kriegsereignissen konnte sie aber zunächst nicht zu ihrem Ehemann reisen. Später wurde die Ehe für Wladislaus lästig, da er die Witwe des ungarischen Königs Matthias Corvinus heiraten wollte, um Ungarn zu bekommen, sodass er seine Braut nicht mehr zu sich kommen lassen wollte und die Trennung anstrebte. Barbara war nun für die Hohenzollern zum Machtobjekt geworden und wurde von ihrer Familie wie ein Spielball hin- und hergeschoben. Schließlich bat sie gegen den Willen ihrer Familie den Papst um die Auflösung ihrer (nicht vollzogenen) Ehe. Zugleich verspricht sie dem Ritter Konrad von Heideck die Ehe. Als Reaktion auf ihren Eigenwillen wird Barbara von ihrer Familie auf der Plassenburg eingesperrt, bis von Heideck die Verlobung löst. Fünf Jahre später folgt am 7. April 1500 der Dispens ihrer Ehe mit König Wladislaus. Seitdem ist von Barbara von Brandenburg nichts mehr überliefert, vermutlich blieb sie auf der Plassenburg, wo sie am 4.9.1515 starb.

Aus diesen beiden Handlungssträngen macht Sabine Weigand ein spannendes, sehr gut zu lesendes Buch. Das Leben im Mittelalter und die rechtlose Stellung der Frau wird darin sehr anschaulich beschrieben.

TROTZDEM habe ich etwas GRAVIERENDES daran auszusetzen :
S.W. beginnt die Geschichte der achtjährigen Barbara mit ihrer Verlobung im Jahre 1525 ! und gebraucht im Verlauf des Buches sehr viele weitere Datierungen
Allerdings fielen mir gleich am Anfang einige "Ungereimheiten" bezüglich der angegebenen Jahreszahlen auf.
So ist z.B. die Rede davon, dass Barbaras Brüder LUTHERISCH sind, gleichzeitig bittet sie aber, beim PAPST um die Auflösung ihrer Ehe mit dem BÖHMISCHEN König Wladislav Jagiello.
Die JAGELLONEN waren aber nur bis 1526 Könige von Böhmen, dann fiel die Krone durch Heirat an das Haus HABSBURG
Auch schreibt ihr Bruder einen Brief an den König Matthias Corvinus von Ungarn, der von 1541 datiert ist... MC starb aber bereits 1490.
Kaiser Karl V. hat Barbara gar nicht mehr erlebt.....
Ich könnte noch viele andere Stellen anführen

Nachdem ich mich in meinen einschlägigen Büchern und Stammbäumen über die richtigen Zahlen vergewissert hatte, habe ich dann im NACHWORT von Sabine Weigand gelesen:
ZITAT: "Allerdings habe ich mir die Freiheit genommen, Barbaras Lebensdaten um ca. 50 Jahre in der Zeit zu versetzen, um den Markgräflerkrieg und die Zerstörung der Plassenburg mit thematisieren zu können...."

Als "Hobbyhistorikerin" bin ich jetzt doch etwas im Zwiespalt:
Einerseits ist die "Rekonstruktion" von Barbaras Leben wirklich gut gelungen, andererseits stören mich die falschen Daten und Umstände doch sehr.
Wenn einem "Laien" auch nicht jeder Fehler auffallen mag, aber allein schon die Widersprüche im Bereich der Religion... (mal ist vom Papst und dem Abt als Beichtvater, dann wieder von Luther die Rede...die Kulmbacher wollen den Fürsten wieder "katholisch machen", werden aber später als treu LUTHERISCH geschildert) ... führen doch einigermassen zur Verwirrung.
Auch wenn es sich in erster Linie um einen Roman handelt, aber HIER wird die ganze europäische Geschichte, samt ihren Herrschern um 50 Jahre "versetzt" und damit VERFÄLSCHT, und zwar von einer HISTORIKERIN, bloss um die Zerstörung einer Burg zu schildern ....

DAS hätte man eigentlich im Sinne der "Wahrheit" auch weglassen können.
Die Geschichte um Barbaras Leben und die zweite, die in der Gegenwart spielt, wäre auch OHNE DAS spannend genug.
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am 21. November 2009
Das Buch erzählt zwei parallele Geschichten, einmal im 16. Jahrhundert und zu Beginn dieses Jahrhunderts, die miteinander verbunden sind. Ich empfand es als ungünstig, da man immer wieder aus der deutlich spannenderen historischen Geschichte gerissen wurde. Die Markgräfin war zwar eine interessante und für Ihre Zeit sicher beeindruckende Persönlichkeit, aber ich hätte erwartet, dass sie selber stärker in das politische und gesellschaftliche Geschehen eingegriffen hätte und nicht nur die vielen Rückschläge durch ihre Familie erleiden musste. Das Buch hat durchaus spannende Passagen, auch wenn echte Hochspannung bei mir nicht aufkommen wollte. Allen in allem ein guter historischer Roman, aber eben auch nicht mehr.
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TOP 500 REZENSENTam 11. November 2010
Das Buch hat mich gleich besonders interessiert, da der Schauplatz der Geschichte gar nicht weit von meiner Heimatstadt entfernt liegt. Ich habe die Plassenburg selbst schon besucht, und ich finde, man kann sich noch besser in eine Geschichte hineinfühlen, wenn man den Handlungsort kennt. Die Autorin stammt ebenfalls aus Franken, und man spürt bei ihr die Historikerin in jedem Satz. Das Schicksal der Markgräfin Barbara ist zu einem großen Teil authentisch, und wo die historischen Quellen versiegen, hat Sabine Weigand mit viel Phantasie eine fesselnde Story weitergesponnen. Die Personen, die Lebensumstände, alles wirkt sehr real, ist einfach toll beschrieben. Barbara, von den Eltern schon als Kind für politische Schachzüge "verkauft" und ausgenutzt, wird von ihren Brüdern auf der Plassenburg eingesperrt, als sie sich gegen die Bevormundung auflehnt. Sie möchte ihr Leben selbst bestimmen, und das wird ihr immer wieder verwehrt, denn ihre eigenen Wünsche und Hoffnungen stehen im krassen Gegensatz zu den Plänen ihrer Familie.
Neben der Geschichte um Barbara gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang, der sich in der heutigen Zeit, ebenfalls im Bereich der Plassenburg abspielt. Bei Bauarbeiten an der Burg wird ein eingemauertes Babyskelett gefunden. Das Interesse von vier Hobby-Historikern ist schnell geweckt, und sie stellen intensivere Nachforschungen an. Mit der Zeit vergrößert sich die kleine Gruppe um weitere zwei Mitglieder, und zu sechst kommen sie nach und nach gleich mehreren Geheimnissen auf die Spur. Man liest immer parallel zur Geschichte aus dem 16. Jahrhundert, was die sechs historischen Detektive gerade herausgefunden haben. Diese Teile des Buches sind wie aus dem Leben der Kleinstadt Kulmbach gegriffen, die Protagonisten werden sehr sympathisch dargestellt, und nach einer Weile hat man das Gefühl, alle schon richtig gut zu kennen. Auch hier bringt Frau Weigand eine schöne Portion Humor und menschliche Wärme in ihre Erzählung.
Es ist ein wunderbares Buch, das ich nur empfehlen kann, und es werden sicher noch andere Werke der Autorin in meinem Bücherregal Einzug halten.
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