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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Artenschutz, ja; aber richtig. Fakten und Denkanstöße., 3. Oktober 2008
Beispiel Bayern. Das Ergebnis ist traurig: Dreißig Jahre Artenschutz und trotzdem ist die Hälfte aller freilebender Tierarten und wildwachsender Pflanzenarten Bayerns gefährdet. Überall? Nein! Gerade dort, wo es die wenigsten erwarten würden, hat die Artenzahl zugenommen, in den Großstädten. Der mit der Treviranus-Medaille des Verbands deutscher Biologen ausgezeichnete Professor für Naturschutz an der Technischen Universität, Josef Reichholf, der einst mit Klaus Töpfer den Umweltgipfel von Rio vorbereitete, wirft einen sachlichen, unaufgeregten Blick auf die Artenvielfalt und präsentiert überraschende Fakten. Ein Plädoyer, das Richtige zu tun, ohne in romantischen Aktionismus zu verfallen.

* Über Artenvielfalt und ihre Erhaltung - und über die Normalität des Aussterbens *
Wen interessiert das eigentlich, ob ein Organismus der einen oder einer kaum unterscheidbaren anderen Art zugehört? Nun, der kleine Unterschied kann entscheidend sein. Eine Möwenart mag Überträger des gefährlichen H5N1-Typs des Vogelgrippevirus sein, eine andere nicht; Mücken der Gattung Anopheles übertragen Malaria, andere nicht. Und mancher Schaden ist gar nicht so groß, wie vermutet. Gespinstmotten spinnen Bäume ein und fressen sie kahl. Die Bäume können absterben. Nicht so aber, wenn diese Bäume Traubenkirschen sind. Traubenkirschen und Gespinstmotte sind aneinander angepasst.

Ökosysteme sind wandelbar. Von allen Arten, die einmal lebten sind 95 Prozent im Verlauf der Erdgeschichte ausgestorben. Das Aussterben einer Art ist die Normalität. Es wäre aber falsch, daraus den Schluss zu ziehen, dass wir machen können was wir wollen und, dass die Natur im Verlaufe der Evolution es schon wieder richten wird. Denn die Evolution braucht Jahrmillionen, bis eine Nische durch eine neue Art wieder ausgefüllt ist. Andererseits ist es eine Illusion zu glauben, man könne das Leben in seiner ganzen Vielfalt so erhalten, wie es jetzt gerade ist.

Es dürfte für manche überraschend sein zu erfahren, dass die wirtschaftlich am weitesten fortgeschrittenen Länder - gegenwärtig - die geringsten Verluste an Biodiversität erleiden. Es sind die Schwellenländer, die heute ihre Artenvielfalt vernichten. Wir haben aber wenig Grund die Schuld auf diese Länder zu schieben. Es war und ist die westliche Lebensart, welche die bedeutendsten Artverluste hervorgerufen hat und weiterhin hervorruft. Wir haben deshalb auch eine besondere Verpflichtung.

Als Hauptverursacher für das Artensterben hat Josef Reichholf die Landwirtschaft ausgemacht. Damit wird er, der selbst aus den Tiefen des schönen, landwirtschaftlich geprägten Bayern kommt, wohl wenige Freunde gewinnen. Die Gründe aber, die er vorbringt sind einleuchtend. Überdüngung und Verarmung der Landschaftsstruktur. Prompt tut sich das Überraschungsei auf: Artenreich sind Großstädte wie München und Berlin, artenarm die großflächigen Agrarregionen. Und nun schauen wir uns dies einmal an: die Hälfte der Fläche Deutschlands entfällt auf Landwirtschaft und ein Drittel auf Forstwirtschaft und ihre Nadelwald-Monokulturen. Die Versiegelung des Bodens durch Straßen macht nur wenige Prozent aus. Um eine gebietstypische Artenvielfalt erhalten zu können, muss die Fläche groß genug sein. Deshalb ist es nur dann sinnvoll, die Zahl der Naturschutzgebiete zu erhöhen, wenn sie auch die entsprechende Größe haben.

Weltweit, mit nur wenigen Ausnahmen, berühren menschliche Kulturleistungen die Natur. Es ist geradezu ein Kriterium für die Qualität einer Kultur, in welchem Ausmaß sie die Natur schützt, so Reichholf in Anlehnung an Hubert Markl. Weltweite Schutzprogramme können erfolgreich sein. Wir müssen die Erhaltung der Artenvielfalt zur Kulturleistung machen.

* Sehr Lesenswert *
Das Buch beleuchtet die Gründe, die für den Naturschutz vorgebracht werden, und zwar durchaus auch kritisch. Josef Reichholf beobachtet genau. Er kommt zu Schlussfolgerungen, die nicht immer im Mainstream der Naturschutzbewegung liegen. Die Sachlichkeit und Sachkenntnis, mit der er seine Gedanken vorträgt, ist ansteckend. Er tut damit mehr Gutes für die Natur als manch einer, der es gut meint. Sehr lesenswert für alle, denen Naturschutz am Herzen liegt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einfluss des Menschen auf die Artenvielfalt, 9. Juni 2008
Von 
Gromperekaefer "gromperekaefer" (Luxembourg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eigentlich sind die Tier- und Pflanzenarten in ständiger Evolution. Auch ohne menschliche Anwesenheit würden diese oder jene Arten nach einer gewissen Zeit verschwinden, beziehungsweise durch andere ersetzt werden. Der Mensch hat sich jedoch so ausgebreitet und sich dabei die Natur untertan gemacht, dass er extrem in die Naturentwicklung eingreift.

So wird durch Zerstörung des Lebensraums die Biodiversität zerstört oder gefährdet. Hierbei sind besonders isolierte Gebiete (Inseln und inselähnliche Biotope) betroffen, da hier weniger Konkurrenz herrscht als anderswo.

Neben dem Raum, welchen der Mensch als Wohngebiet benötigt, braucht er viel Fläche zur Nahrungserzeugung (Ackerland und Flächen zur Viehzucht). Bei Letzterem bilden monotone Kulturen einen extremen Artenrückgang. Hinzu kommt dass für die Viehhaltung wiederum Land zur Nahrungsproduktion für das Vieh benötigt wird. Neben diesem Landverlust wiegt der Einsatz von Düngemitteln negativ, welcher bewirkt dass die Artenvielfalt auf Feld und Flur verschwindet.

Der Mensch schafft jedoch auch neue Lebensräume für die Arten, und dies vor allem in Grossstädten, welche sich auf grösseren Flächen befinden (z.B. Berlin, München,...). Hier besteht kein Produktionszwang wie in der Landwirtschaft und die Natur kann sich vielfältiger asubreiten, zudem ohne grossflächige Düngung. Auch hat man eine Artenvielfalt in den Städten (z.B. Stadtpark, wo verschiedene Baumarten stehen im Gegensatz zu einem Forst mit einer Monokultur).

Naturreservate dienen ebenfalls zum Artenerhalt, müssen jedoch eine bestimmte Grösse besitzen und dürfen wiederum nicht zu sehr isoliert sein.

Die Lage scheint demnach nicht so dramatisch wie angenommen. Es liegt trotzdem am Menschen, nachhaltiger und respektvoller mit der Natur umzugehen, um den kommendne Generationen eine lebenswerte Umwelt weiterzugeben.
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4.0 von 5 Sternen Leicht verständlich, 28. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gute Einführung, leicht verständlich geschrieben. Ich vermisse aber exaktere Fakten, zusätzlich wären grafische Darstellungen wünschenswert. Weiterführende Literaturhinweise würde ich auch begrüßen.
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3 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Steht der Mensch vor der Selbstauslöschung?, 27. Dezember 2007
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Die Zerstörung der Artenvielfalt war noch nie so groß wie heute (menschenbedingt) und doch sind die Chancen auf Arterhaltung noch nie so groß gewesen. Josef H. Reichholf zeigt in seinem Buch ENDE DER ARTENVIELFALT" Wege aus der Misere auf, denn die Biodiversität ist einer der Eckpfeiler des menschlichen Überlebens.

Die Menschheit steht vor der Selbstauslöschung, sie hat es nur noch nicht gemerkt. Mit jeder Art die wir ausrotten, stirbt auch ein Teil in uns selbst und geht unwiederbringlich verloren.

Aus der Reihe FORUM FÜR VERANTWORTUNG zeigt der Autor Josef H. Reichholf in seinem Buch ENDE DER ARTENVIELFALT Wege aus der Krise auf. Er zeigt die Vernichtung ebenso wie die Bewahrung der Biodiversität auf und richtet sein Augenmerk ebenso auf Rettungspläne wie auch ungewöhnliche Methoden der Arterhaltung.

Die Natur kann ohne uns leben, wir aber nicht ohne die Natur!

Sehr Empfehlenswert!
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