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4.0 von 5 Sternen Döblins ungehobener Schatz!
Zum Inhalt: Der verstümmelte Kriegsheimkehrer Edward wird von seiner Mutter vom Krankenhaus ins Elternhaus geholt. Sein Vater, Romanschriftsteller und der festen Überzeugung das Leben sei Phantasie und Einbildung, tritt Edward erstmal distanziert entgegen. Edward, von den Grausamkeiten des Krieges gezeichnet (ihm fehlt ein Bein) tyrannisiert seine Familie mit...
Veröffentlicht am 17. September 2004 von deathdealer92618

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6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts fürs junge Alter!!!
Inhalt von "Hamlet oder Eine lange Nacht geht zu Ende"

Edward, ein englischer Soldat, liegt nach dem Krieg mit einem amputierten Bein und einer starken Neurose im Krankenhaus. Trotz abraten des Arztes holt seine Mutter, Alice Allison, ihn zurück ins Elternhaus, um ihn seinem Elend zu entreißen und ihn von dem Erlebten abzulenken. Die Gedanken von...
Veröffentlicht am 22. Januar 2007 von H. Bosch


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Döblins ungehobener Schatz!, 17. September 2004
Zum Inhalt: Der verstümmelte Kriegsheimkehrer Edward wird von seiner Mutter vom Krankenhaus ins Elternhaus geholt. Sein Vater, Romanschriftsteller und der festen Überzeugung das Leben sei Phantasie und Einbildung, tritt Edward erstmal distanziert entgegen. Edward, von den Grausamkeiten des Krieges gezeichnet (ihm fehlt ein Bein) tyrannisiert seine Familie mit Fragen nach der Schuld und dem Sinn des Krieges. Das führt dazu, dass der Vater auf die Idee kommt Freunde und Verwandte zum abendlichen Geschichtenerzählen einlädt. Dies soll dazu dienen Edward ein Wenig abzulenken. Diese besagten Geschichten, von den verschiedensten Leuten erzählt, spielen zB im Mittelalter, im Altertum, aber auch in der Gegenwart und entpuppen sich im Laufe des Erzählens als Angriffe oder Verteidungen (vornehmlich gegen den Vater oder die Mutter), wodurch das ganze Elend unter dem Deckmantel des Familienfriedens zum Vorschein kommt. Edward erkennt die Lügen und stochert nun noch weiter um auch wirklich die ganze Wahrheit herauszubekommen. Dies steigert sich so lange, bis die Familie auseinandergeht. Danach müssen die Protagonisten sich erstmal wieder selbst finden.
Alfred Döblin hat hier ein Bild der Nachkriegswelt erschaffen. Faszinierend diese Fülle an Informationen und der Ideenreichtum (es geht um Götter, Könige, Troubadoure u.v.a.) den Döblin hier an den Tag legt. Gut, für meine Begriffe hat sich das Buch nach hinten etwas gezogen, man hätte also vielleicht die ein oder andere Geschichte weglassen können. Hier werden ja ständig Geschichten erzählt, auch, wenn sich vereinzelte Personen "nur mal so" im Hasuflur treffen.
Also wirklich keine leichte Kost, dieses Buch liest man nicht mal eben schnell durch, auch wenn es eigentlich ja nicht schwer zu lesen ist. Aber man muss einfach bei jeder einzelnen Geschichte mitdenken, um auch wirklich zu verstehen, wie tiefgründig und weitreichend die Symbolik ist. Ausserdem spielt der Roman durch dieses Geschichtenerzählen auf mehreren Ebenen. Einmal natürlich in der Realität des Hauses, dann aber auch noch in den eingeschobenen Geschichten und auch noch in den inneren Monologen der Beteiligten. Es wird dem Leser eben so gut wie nichts auf dem Präsentierteller dargeboten.
Ich empfehle den Genuss dieses Buches auf jeden Fall. Es sticht definitv aus der breiten Masse heraus und hat es nicht verdient so sehr im Schatten von Berlin Alexanderplatz zu stehen (ein bisschen nur ;-)). Auch wenn man es nicht oft lesen kann, aus oben erwähnten Gründen
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6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts fürs junge Alter!!!, 22. Januar 2007
Von 
Inhalt von "Hamlet oder Eine lange Nacht geht zu Ende"

Edward, ein englischer Soldat, liegt nach dem Krieg mit einem amputierten Bein und einer starken Neurose im Krankenhaus. Trotz abraten des Arztes holt seine Mutter, Alice Allison, ihn zurück ins Elternhaus, um ihn seinem Elend zu entreißen und ihn von dem Erlebten abzulenken. Die Gedanken von Edward, der als ein Fremdkörper das Haus verdüstert, kreisen krampfhaft um die Frage, wer an so einem schrecklichen Krieg schuld sei, der ihn zum Krüppel gemacht hat, und meint er könne die schuldigen auch in seiner Familie finden. Besonders der Vater des Hauses, Gordon Allison, ein berühmter Schriftsteller, der den Krieg unbeschadet überstanden hat und sein Leben nach Träumen und der Phantasie führt, kommt mit der neuen Situation nicht klar. Das Elend des Krieges begegnet ihm in Form seines Sohnes, der ihn mit Fragen tyrannisiert und ständig Redlichkeit und Wahrheit fordert. Um seinen Sohn auf andere Gedanken zu bringen richtet er gemütliche Abende mit Freunden ein, in denen Geschichten jeder Art erzählt werden - aus dem Mittelalter, dem Altertum, aber auch aus der Gegenwart. Jedoch artet dieses Geschichtenerzählen in einen verdeckten Kleinkrieg zwischen Vater und Mutter aus. Beide erzählen in der Gruppe Geschichten, in denen sie dem anderen die in der Vergangenheit begangenen Fehler vorhalten wodurch die Lügen und das Elend der Familie Allison zum Vorscheinen kommt. Jede Geschichte ist ein verdeckter Angriff und die folgende eine Verteidigung. Schon bald ist Edward am Ende seiner Suche nach den Schuldigen des Krieges, denn er begreift, dass zu einem Krieg nicht nur ein einzelner gehört, sondern dass die äußeren Umstände und die Gesellschaft einen solchen Krieg verursachen.
Während der familiären Streitigkeiten zieht die Mutter ihren Sohn auf ihre Seite und hetzt ihn gegen seinen Vater auf. Sie hofft mit ihrem Sohn nun über alles sprechen zu können und offenbart ihm, dass er in Wirklichkeit nicht der Sohn von Gordon Allison sei, sondern der Sohn eines Marineoffiziers, der gestorben sei. Doch ihre Beichte wirkt anders als sie gehofft hatte. Edward hasst nun auch sie, da er sieht, dass ihn seine Mutter nicht aus Liebe, sondern zum Zweck der Rache an ihren Gatten aus dem Krankenhaus geholt hat. Da sie mit ihrer Sünde nicht leben kann verlässt sie die Familie. Sie lässt sich in einem Schönheitsinstitut aufspritzen und beginnt ein Lodderleden als Dirne zu führen. Sie entmenschlicht sich aufs äußerste und meint so, wie ein "Tier" ihre Schuld büßen zu können.
Auch mit Gordon Allison geht es bergab. Er erkennt, dass die Phantasie sein Leben ruiniert hat und dass nichts nur Zufall ist, sondern dass wir alle einem Schicksal folgen. Nachdem sich die Unruhen gelegt haben, sucht er Alice in Frankreich auf und die beiden begegnen sich zum ersten Mal, freigesprochen von ihren Problemen und ohne Egoismus in vollkommener Liebe. Doch das Glück hält nicht lange - als Gordon versucht seine Frau aus den Klauen eines Freiers zu retten wird er tödlich verletzt. Auch Alice stirbt als folge ihres menschenunwürdigen Lebens und des Verlustes an ihrem nun doch geliebten Gatten Gordon Allison.

Was uns der Autor dem Leser mitteilen möchte:
Was Alfred Döblin uns mit diesem Buch wahrscheinlich sagen will, hängt mit seiner Erkenntnis zusammen, dass nach dem Krieg genau die selben Personen ihre Ämter ausführen, die dies schon zur Nazizeit getan haben und keiner was dagegen unternimmt. Er fordert von der Gesellschaft, sich aufzumachen nach den Schuldigen und dem Ursprung des Schlechten zu suchen und was dagegen zu unternehmen. Er ist so zu sagen auf der Suche nach der Schuld des Menschen an der Situation der Welt, nach dem Wesen des Schlechten und dessen Überwindung bzw. Vermeidung. Er wünscht sich, dass alle Menschen rechtschaffend und loyal zueinander sind.
Diesen Aufruf lässt er durch Edward ins Geschehen kommen, der auch nach dem Sinn des Krieges sucht und am Ende vor den eigenen Trümmern seines Familienkrieges steht. Diese Problematik wird aber nicht nur durch Edward, sondern auch durch die Schicksale der anderen Charaktere, den erzählten Geschichten und den vielen Dialogen dargestellt

Wie fand ich das Buch...?:
Ich muss sagen, dass das kein Buch ist, dass ich jemanden in meinem Alter (17+) weiter empfehlen würde, da es beim Lesen keine wirkliche Spannung aufkommen lässt und da es verhältnismäßig schwer zu lesen ist. Dies liegt daran, dass Döblin hier eine Fülle an Informationen und Ideen hervorbringt. Was das Textverständnis weiter erschwert ist, dass das Ehepaar Allison in dem Streit über ihre Fehler und Aktionen aus der Vergangenheit diskutiert. Genauso unverständlich sind dann die Reaktionen des einen, wenn sich sein Partner anders benimmt oder sich wie aus jenen vergangenen Zeiten kleidet (Kleid, Lederarmband). Kurzzeitig interessant wurde das Buch als all diese Unklarheiten aufgedeckt wurden und man so dem Geschehen vorübergehend folgen konnte.
Man muss sich dass ganze Buch über aufs äußerste konzentrieren und bei jeder einzelnen Geschichte mitdenken, um auch wirklich zu verstehen, wie tiefgründig und weitreichend die Symbolik ist. Außerdem spielt die Geschichte auf mehreren Ebenen. Zum einen in der Realität des Hauses, dann aber auch in den erzählten Geschichten, die dann wieder auf das Leben der Familie übertragen werden und auch noch in den Monologen der beteiligten Personen. Es wird dem Leser eben so gut wie nichts auf dem Präsentierteller dargeboten. Also wirklich keine leichte Kost, dieses Buch liest man nicht mal eben schnell durch, auch wenn die Story an sich relativ einfach ist. Evtl. auch zu einfache - dem Buch fehlt einfach das spannende Etwas. Da das Buch (leider) knappe 600 Seiten lang ist und teilweise sogar langweilig ist, zieht es sich doch ziemlich in die Länge, bis man es durchgelesen hat. Ich sehe es eher als ein sehr tiefgründiges Buch dass eine Message rüberbringen soll, aber nicht zur Unterhaltung dient. Und um dem Buch aber etwas positives abzufinden, muss ich sagen, dass, was Alfred Döblin an der Gesellschaft kritisiert, gut verdeutlicht wird.
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Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende
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