Kundenrezensionen

254
4,6 von 5 Sternen
Nevermind
Format: Audio CDÄndern
Preis:5,99 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Dezember 2013
Diese Produktrezension bezieht sich auf die Pure Audio Blu-Ray von Nevermind.

Hört man Pure Audio, Blu-Ray, PCM Stereo oder HD Master, so verbindet man damit erst einmal eine herausragende Wiedergabequalität. Liest man die Werbetexte von Universal Music bezogen auf ihre Pure Audio-Reihe, dann ist da die Rede von "Original Master-Tapes" und das Versprechen "Blu-ray Pure Audio Discs deliver the sound the artists originally heard in the studio when these classic albums were recorded". Kurz: Diese Reihe richtet sich an die eher Audiophilen unter uns oder (es geht ja hier um Grunge und nicht z.B. Jazz) zumindest an Hörer mit gewissen Qualitätsansprüchen an die Aufnahme bzw. dem Wunsch, das Original möglichst authentisch daheim abspielen zu können, ggf. mit entsprechendem Equipment.

Nach dem neulich erschienenem "In Utero"-Remaster, welches in der Tat durchaus gelungen ist (auch wenn man über die 2013-Mixe diskutieren kann), war die Hoffnung durchaus berechtigt, dass auch Nevermind in seiner Originalfassung zu hören sein würde.

Aber (man ahnt es schon) wer nun auf das ultimative Nevermind-Erlebnis hofft, wird leider gnadenlos enttäuscht: Wer auch immer für dieses Produkt verantwortlich war, hielt es offenbar für das Beste, statt den "Originalbändern" einfach entgegen obiger Werbetafel das 20th Anniversary Remaster zu verwenden. Letzteres ist allerdings - wie auch aus vielen Renzensionen hervorgeht - in seiner ursprünglichen Dynamik gegenüber der Erstveröffentlichung erheblich beraubt worden. Dynamic Range Original 12, Remaster 7. Zwar sagt auch die Dynamic Range nicht unbedingt etwas über Klangqualität aus und das Remaster mag über mobile Player durchaus seinen Reiz haben, aber wenn es sich wie hier um eine "Pure Audio"-Version handeln soll, die auch den entsprechenden Preis hat, dann sollte da meiner Meinung nach auch das klanglich mögliche Maximum hinterstehen.

Was nützen mir denn 24Bit/96kHz Abtastraten, wenn das zugrundeliegende Master schon klanglich
reduziert wurde ?? Wieso wirbt man mit "uncompressed audio", wenn das Master gegenüber dem Original schon erheblich komprimiert wurde?? Ich rippe keine CD auf mp3 runter, lass den Equalizer mit Dynamikkompression rüberlaufen, damit die Lautstärke innerhalb des Lieds nicht zu sehr schwankt, hebe noch etwas den Bass an, damit alles etwas "knackiger" wirkt, erstelle daraus schließlich 24-Bit-HD-Flacs und verkaufe das dann als ultimatives und originales HD-Erlebnis...

Anderer Vergleich:
Wer kauft sich einen Film auf BD mit lossless Audio, um dann die Dynamik am Receiver auf "Midnight" zu stellen, weil es klanglich ja doch viel angenehmer ist, wenn eine Stimme genauso laut wie eine Explosion, ein Sektkorken genauso laut wie ein Pistolenschuß ist und bei einem Horrorfilm sich keiner mehr wg. einer zuknallenden Tür erschrecken müsste. Der Film wäre der gleiche, das Bild immer noch Top, aber trotzdem fehlt etwas. Oder wenn Gitarren und Schlagzeuge auf einem Rockkonzert von der Lautstärke alle auf das gleiche Level runtergeregelt würden... Ja, das Lied und die Melodien / Texte wären noch das gleiche, aber das Musikerlebnis als ganzes wäre doch eher eingeschränkt. Sicher kann man das nicht zu 100% auf Musik runterbrechen, weil es hier weniger um Grob- als um Feindynamik geht, aber die Auswirkung ist bei mir ähnlich: Das Remaster kann ich auf meiner Anlage kaum am Stück durchhören ohne Kopfschmerzen zu bekommen oder die Lautstärke von Lied zu Lied runterzuregeln. Das Original kann ich mehrfach hören und drehe dabei die Lautstärke noch hoch, wodurch es klanglich besser wird, und nicht anstrengender (Übersteuern, Clipping, etc.). Ich beneide alle, die das nicht so wahrnehmen, aber ich hoffe, ich habe im Ansatz deutlich machen können, was ich von einer originalen HD-Aufnahme erwarte.

Ich rate daher entweder zur Originalabmischung (CD-Originalauflage oder besser Vinyl) oder wenn es schon das Remaster sein soll, lieber zur Anniversary-Edition zu greifen, die dieser BD klanglich kaum in was nachsteht, und darüber hinaus zum günstigeren Preis noch die etlichen Bonus Tracks aufweisen kann, auf die hier warum auch immer verzichtet wurde.

Ob man Nirvana nun wirklich unbedingt in audiophiler Qualität hören muss, oder die Idee des Grunge dadurch eigentlich ad absurdum geführt wird, mal aussen vor, aber dieses Produkt weckt aus meiner Sicht (bewusst?) falsche Erwartungen und ist in dieser Form meiner Meinung nach sein Geld in keinster Weise wert.

Nevermind an sich 5/5
BD-Audio 2/5
Wg. Verzicht auf Bonustracks, für das gebotene überteuerter Preis und die angesprochenen Werbelügen 2 Punkte Abzug (leider muss man einen geben).
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278 von 310 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2009
Ich schreibe diese Rezension nur, weil es mich als Musiker immens aufregt, was sich manche Menschen so auf ihren Musiksachverstand einbilden.

Da lese ich von einem Menschen, der an Nevermind nix Neues findet. Von einem Menschen, der meint Polly und Lithium fangen "HAARGENAU" gleich an. Und von einem Menschen, der die Musik eines dämlichen Junkies nicht versteht.

Also - mal was ganz Neutrales zu der Sache: Kritik hin und her - jedem seine eigene Meinung. Muss ja nicht jeder mögen

A B E R :

-> diese CD ist bald 20 Jahre alt - das, was Kurt Cobain und Nirvana damals gemacht haben, war eine derartige Ansage und revolutionierte (Achtung jetzt) die DAMALIGE Welt. Was IN UTERO angeht - ich muss sagen, dass ich das Album auch besser finde, weil es einfach rauer und echter nach dem wahren Cobainsound klingt...so wie er das immer wollte. Jeder Produzent wird euch bestätigen (und ich kenn da ein halbes Dutzend): alle Songs auf Nevermind und In Utero hätte man getrost als Singles veröffentlichen können, weil sie einfach so starke Melodien haben. Nachmachen!

-> Cobain war ein genialer Texter. Seine Lyrics sind von einer derartigen Tiefe und Kreativität in der tonalen Führung, die meines Wissens nach lediglich von Trent Reznor (das ist der von Nine Inch Nails liebe Musiksachverständigen) noch getoppt wird. Wer die Songs nicht versteht bzw. nicht zu interpretieren weiß - der kann auch keine Meinung abgeben, dass er die Musik nicht mag, wenn er nicht mal weiß worum es geht.
Wer ein bisschen was verstehen will - der hört NICHT Teen Spirit oder Lithium oder eines der anderen Pop Liederchen, die Cobain selbst schon nicht mochte.
Hört: "On A Plain", "Heart-Shaped Box", "Scentless Apprentice" oder "Lounge Act"

-> niemand sagt, dass Nirvana musikalische Meisterwerke wie "Stairway To Heaven", "Bohemian Rhapsody" oder "Nothing Else Matters" fabriziert hat.
Nirvanasongs sind schlicht wie Kinderlieder - aber wer sagt, dass Musik immer ein hochkomplexes Konstrukt sein muss, damit es gute Musik ist? Niemand.
Nirvana Musik zeichnet anderes aus:
- es ist 100% echt (jede Silbe ist 100% vom Menschen Cobain...ja er ist ein Mensch)
- es war einfach revolutionär in der Härte und dem Simplicissimus zur damaligen Zeit

- und an den Menschen, der meinte "wow...da schreibt ein Junkie 5 Songs":
-> Cobain war etwa 3 Jahre wirklich im Geschäft - in der Zeit gab es über 100 Songs, die er geschrieben hat. Diesen Output hat heute KEIN einziger Musiker mehr (vllt noch Trent Reznor). Schaut euch an wieviel Zeit Metallica, AC/DC oder was weiß ich welche Band brauchen - die nehmen sich vielmehr Zeit und haben Lückenfüller auf ihren Alben drauf.
Und jetzt sucht mal nach wirklich "schwachen" Songs auf Nevermind oder In Utero.

----------------

Das sind einfach Fakten. Sympathie oder Antipathie hin oder her - wie gesagt. Es ist Geschmackssache. Aber gewisse Dinge muss man als kleiner Fisch und kleines Licht auf diesem Erdball einfach mal respektvoll anerkennen. Und Nirvana - gehört zu diesen Dingen.

also - schreibt eure Meinung - aber zeigt Respekt vor der Leistung
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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2006
Das Nirvana mit diesem Album in einer solchen Art und Weise die Musikwelt verändern würde, war wohl keinem der Bandmitglieder bewusst. Als das Album 1991 erschien mit der Unterstützung der Hit-Single "Smells Like Teen Spirit", bedeutete dies eine absolute Revolution der Musikwelt, ähnlich vielleicht wie damals Black Sabbaths "Paranoid".

Und dabei sind die Songs an sich nicht sonderlich anspruchsvoll aufgebaut, aber der Sound war einfach neu. Das "Mal leise, mal laut"-Prinzip, wie man es heutzutage eigentlich im Radio pausenlos zu hören bekommt, ist von diesem Album aus ausgegangen. Gemischt mit der rauhen Energie des Punks, dem Nirvana wohl eher angehören wollte, schaffte man es, den Hairspray-Metal der 80er abzulösen und eine neue Form des Mainstreams zu erschaffen.

Auch wenn ich normalerweise mit Musik dieser Sorte nichts anfangen kann, so ist Nevermind trotzdem einfach anders. Die Songs wurden mit einer Energie eingespielt, wie sie nur wenige Bands besitzen. Und um es mal ganz banal auszudrücken: Die Musik klingt halt einfach geil!

Das Abwechseln von lauten und leisen Passagen innerhalb der Songs ist bei quasi jedem Song vorhanden und macht die Songs abwechslungsreich und durch die Einfachheit bleiben diese auch im Gedächtnis erhalten. Dieses Prinzip erreichte in "Smells like Teen Spirit" seinen Zenit, der meiner Meinung nach bis heute nicht wirklich erreicht geschweige denn übertroffen wurde.

Einfach ein genialer Song, ohne wenn und aber!

Aber auch die anderen Songs wissen zu überzeugen. Songs wie "In Bloom", "Lithium" oder "On a Plain" sind einfach klasse und sind einfach in jeder Situation zu gebrauchen. Vor allem das fast schon deprimierte "Come as you Are" hat es mir neben dem Top-Hit angetan.

Insgesamt bleibt zu sagen, dass Nevermind das beste Album in der leider zu kurzen Karriere Nirvanas ist, welches jeder in seiner Plattensammlung besitzen sollte. Ein absoluter Klassiker und Meilenstein!
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. November 2011
Ich schätze mich glücklich, die CD von '91 zu besitzen. Nachdem ich die Neuauflage gehört habe, habe ich diese CD ganz schnell in den CD-Schrank geschmissen. Selten habe ich sowas gehört, welches sich so schlecht, laut und ohne Druck anhört. Absolut keine Kaufempfehlung.
Dieses Album wurde absolut verschlimmbessert und fiel dem Loudnesswar zum Opfer (Wikipedia hilft weiter). Nicht nur Nirvana, auch Metallica und andere Bands machen diesen "Trend" wohl mit, leider.... Anscheinend springen immer mehr Plattenbosse und Produzenten auf diesen Zug auf und Bands versauen sich ihre ansonsten guten Alben.

Fazit:
Hört das Original und lasst die Remastered bei Amazon und den Händlern im Regal liegen. Sollen die Plattenbosse auf ihrem Mist sitzen bleiben!
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73 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. September 2011
Wenn so ein klanglicher Brei "Luxus" ist, verzichte ich gerne darauf. Die alte CD klingt um Längen besser. Das besondere Flair des Albums war ja seit jeher der Unterschied zwischen lauten und leisen Passagen, nur das fehlt auf dem tollen Remaster: Es ist alles nur noch LLLLLAAAAAUUUUUUTTTTTT. So ein Quatsch. Die Drums klingen wie Kindertrommeln, kommen gar nicht mehr aus dem Mix hervor.

Und ist es neuerdings Luxus, nicht mehr einen Plastikschuber für das Digipak mitzubekommen, und stattdessen ein Klebeband, welches beim Ablösen das Cover beschädigt.

Also, das könnt Ihr gerne behalten, ich fühle mich veräppelt und über den Tisch gezogen!
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Mai 2012
Ich habe mich schon seit Monaten auf diesen Release gefreut. Geglaubt man bekommt ein liebevoll zusammengestellte und klanglich originalgetreue Jubiläumversion dieses legändaren Albums.
Als ich dann endlich reinhören konnte war ich entäuscht.

Ich will hier nicht die Musik an sich schlecht bewerten, sondern die die Idioten die diesen völlig überzogenen Remaster Brei verzapft haben. In anderen Kommentaren wurde sich ja därüber schon zu genüge ausgelassen.

Dieses ganze Digital Remastering Gedöns ist sowieso völlige Bauerfängerei. Wenn den Hohlkörpern von Univ**sal wirklich daran etwas daran gelegen wäre, bestmögliche Soundqualität abzuliefern, hätte man nicht MP3 FILES ALS QUELLE HERANGEZOGEN.

Jawohl. In einigen Foren berichten audiophile Fans, dass auf der CD 3 (Devonshire Mixes) laut Spektralanalyse "Stay Away" und "On a Plain" aufgrund fehlender Frequenzrate MP3-SOURCED sein müssen.

Was isn an der Box bitte Limited oder Deluxe, wenn da mp3's draufgepackt werden.

Desweiteren stammt "Here She Comes Now" auf der CD2 nicht vom Smart Session Master. Der Track wurde bereits auf dem Velvet Underground Tribute "Heaven and Hell" veröffenlicht und dieser war klanglich einwandfrei im Gegensatz zu der verrauschten "Deluxe" Version.

Wie schwer kann es denn sein bereits veröffrenlichte Tracks besserer QUALITÄt auf die Platte zu packen.
NEIN da muss irgend nen ausgelutschtes TAPE herhalten.

IS JA SCHLIEßLICH ALLES REMASTERED.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Oktober 2011
Dass man mit dieser LP eine der wichtigsten Veröffentlichungen der 90er Jahre in den Händen hält und die Musik über JEDEN Zweifel erhaben ist, muss wohl nicht mehr gesagt werden. Leider ist die Aufmachung der 4LP-Edition gelinde gesagt billig und diesem epochalen Werk NICHT angemessen. Die Bilder sind zwar schön groß und nett anzuschauen, aber ich bin überzeugt davon, dass der Entwickler der Verpackung nicht daran gedacht hat, dass der durchschnittliche Vinyl-User das Ding auch ab und zu mal auflegen möchte. Kann mir nicht vorstellen, dass ein Doppel-doppel-gatefold-Cover (sic!) das regelmäßige Auf- und Zuklappen lange überleben wird. Und dann das Ganze auch noch aus einem dünnen Karton, der jetzt schon, obwohl ich ihn wirklich vorsichtig klappe, alleine aufgrund des Gewichtes deutlich anfängt zu knittern. Bedruckte Innenhüllen mit ein paar weiteren Informationen zu den Liedern oder mit weiteren Fotos wären auch ganz nett gewesen. Stattdessen: klassisch weisse Papierhüllen! Aber retro ist ja auch nicht schlecht... Fazit: Kaufenswert wegen der Musik, aber eine klassische Box mit vier einzeln verpackten LP's und einem schönen Booklet mit weiteren Infos wäre hier das Mittel der Wahl gewesen, nicht so ein Design-Dünnpfiff.
Ach ja! Und dass man für den Download auch noch Name, Alter, Geschlecht, Postleitzahl und eMail-Adresse angeben muss ist eine Unverschämtheit.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Dezember 2003
Ein Meilenstein der Musikgeschichte ist Nirvana mit ihrem zweiten Longplayer "Nevermind" gelungen, der im Herbst 1991 veröffentlicht wurde und einen wahren Hype um die Band zum einen und alles, was aus Seattle kam, auslöste.
Im Vergleich zum Debüt-Album "Bleach" (1989) präsentiert sich die Band musikalisch deutlich gereift, was wohl auch an der neuen Besetzung liegt. Drummer Chad Channing wurde ersetzt durch den späteren "Foo Fighters"-Frontmann Dave Grohl, was eine deutliche Bereicherung ist. Im Gegensatz zu Channing gelingt es Grohl, den Takt zu halten und den Songs mehr Charakter zu geben. Nicht mehr dabei ist auf "Nevermind" auch der zweite Gitarrist Jason Everman, der ohnehin nie große Akzente setzen konnte.
Zum Trio geschrumpft und mit neuem Drummer schöpft Nirvana sein gesamtes Talent aus, das auf "Bleach" nur andeutungsweise zu sehen bzw. zu hören war. Die Songs klingen nicht mehr roh und ungeschliffen, sondern homogen, rhytmisch und durchaus melodisch. Dies liegt natürlich auch zu einem gewissen Teil daran, dass "Nevermind" für einen größeren Markt produziert wurde, während der Vorgänger als eine Platte für wenige Insider gedacht war.
"Nevermind" ist nicht nur musikhistorisch wichtig, es ist auch ein geniales Stück Musik. Das wird einem bereits bei den ersten Klängen von "Smells Like Teen Spirit" klar, der Song, der zur weltweiten Hymne der Generation X (nach Douglas Couplands Roman) wurde. Nirvana schafften es mit diesem Album eine globale Hysterie auszulösen, wie man es vorher nur von den Beatles kannte - und das eher ungewollt und ohne penetrante Vermarktung von findigen Marketing-Experten. Nicht gekonnte Werbung, sondern die Qualität der Musik und vor allem das Charisma von Frontmann Kurt Cobain machten diese Band und dieses Album groß.
Nirvana waren und sind bis heute noch ein Phänömen, das es (leider) wohl kein zweites Mal mehr geben wird. Anderes verschwindet nach wenigen Jahren in der Versenkung und wird vergessen. "Nevermind" dagegen ist für die Ewigkeit gemacht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 10. Oktober 2014
Kurt Cobain (1967 - 1994) ist nicht nur aufgrund seines frühen und tragischen Tods eine Kultfigur wie Jim Morrison geworden, sondern auch, weil er als ein wichtiger Wegbereiter der Grunge Music gilt. Der Durchbruch gelang Cobain mit seiner Band "Nirvana" mit diesem Album "Nevermind." Fast alle Lieder schrieb er selbst, wobei ihm der Text an sich nicht so wichtig war. Inhaltlich ließ Cobain die meisten seiner Lieder offen, so dass Platz für freie Interpretationen blieb. Vielfach waren die sich ständig wiederholenden Passagen auch aggressiv angelegt. Vieles erinnert irgendwie an die abstrusen Texte der "Doors."

Bevor diese Album erschien galt der Subculture Pop schon wieder als antiquiert und man rechnete mit einer so geringen Nachfrage nach diesem Album, dass zunächst nur rund 50000 Exemplare zum Verkauf standen. Die Manager sollten sich aber irren.

Am 4. November 1991 wurde die Single des Kulthits "Smells Like Teen Spirit" veröffentlicht, welcher bereits vier Wochen später die Verleihung der Platin-Schallplatte durch den amerikanischen Schallplattenverband RIAA für eine Million verkaufter Exemplare von Nevermind folgte. Am 11. Januar 1992 stieg Nevermind an die Spitze der US-Album Charts und verdrängte damit Michael Jacksons Album Dangerous. Sehr erfolgreich waren auf internationaler Ebene auch die Songs "Come As You Are,""Lithium" oder "In Bloom."

"Poly" und "Something in the way" wurden erst später mit der Veröffentlichung des MTV Unplugged Albums beliebt. Letztendlich erhielt die Band aufgrund des Suizids des Sängers im Alter von 27 Jahren so viel Aufmerksamkeit, dass nach dessen Tod noch mehr Alben veröffentlicht wurden, als zu seinen Lebzeiten. Dieses Album fehlt bis heute in keinem noch so kleinen Musiktempel einer Kleinstadt, denn es ist einfach Kult. Auch Songs, wie "Drain You,"" Lounge Act,"" Stay Away" oder "On a plaine" haben mittlerweile Kultstatus.

Charakteristisch für die Musik Nirvanas ist, wie allgemein im Grunge, die Verbindung von Punk mit Elementen des Metal und Hard Rock. Einfache eingängige Melodien wechseln oft mit Hardrockpassagen. Curt Cobain bedauerte zum Teil die Kommerzialisierung der Band, denn dadurch wurde der Stil und die Charakterfindung vom Plattenlabel enorm beeinflusst bzw. festgelegt. Eine Besonderheit ist sicher auch die kraftvolle und manchmal krächzende Stimme von Kurt Cobain, wie auch der Produzent Jack Endino einst richtig herausstellte.

Nirvana hat innerhalb der Popkultur eine herausragende Stellung. Sie wird oft als Ausdruck der sogenannten Generation X betrachtet. Mit dem Begriff "Generation X" bezeichnete man damals eine orientierungslose Jugend in einer sich verändernden Weltordnung, die zunächst durch den Zusammenbruch des Ostblocks gekennzeichnet war. Die Texte von Nirvana wiesen zum Teil auch sehr linksorientierte politische Botschaften auf, wobei man ihm angesichts der schroffen Auftritte der Band (Spucken, Zerschlagen von Equipment, etc.) die Mutter Theresa nicht abnehmen kann.

Dennoch: Das Album ist nun einmal ein Kulturgut und sollte auch in keinem Pop - CD - Rack fehlen. Mittlerweile ist es auch recht günstig geworden. Von den Größen des Grunges scheint heute nur noch die Band "Pearl Jam" übrig geblieben zu sein, die das Zepter dieser Musikrichtung immer noch erfolgreich hoch hält. Es sind hier schon viele Worte verloren worden und mein Beitrag soll eigentlich nur dazu beitragen, die Audio CD wieder in Richtung fünf Sterne zu bewegen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. September 2013
Kult kann man nicht züchten, einen echten Hit nicht kalkulieren- und Musikgeschichte zwar schon schreiben, aber erst nach dem die verstrichene Zeit dieses auch offenbart. Die Geschichte von Nirvana`s „Nevermind“ ist nicht einfach eine reine Erfolgsgeschichte einer Band (das ist sie gewiss auch), sondern in erster Linie die vom Indierock und seiner verlorenen Unschuld. Nirvana waren ohne Frage eine tolle Band. Eine von den Guten. Eine Band, die ihre Musik liebte und sie gerne mit Anderen teilte. Ende der 80er Jahre unterschrieben mehrere Undergroundbands bei großen Konzernen Plattenverträge. Unter anderem auch schon damalige Größen wie Sonic Youth oder Hüsker Dü. Sonic Youth, die mit Nirvana sowohl eine ähnliche künstlerische- als auch politische Attitüde teilten, empfahlen ihrem damals ebenfalls neuem Label Geffen die junge Band aus Seattle. Zwei Wochen vor „Nevermind“ wurde „Smells Like Teen Spirit“ als erste Single des Albums ausgekoppelt und sollte der alles verändernde Moment für Nirvana und für die Rockmusik der 90er Jahre werden. Zwei Wochen später erschien schließlich „Nevermind“, welches sogar Michael Jackson`s „Dangerous“ in den folgenden Monaten auf die Plätze verweisen sollte. Spätestens hier deutete sich eine kulturelle „Wachablösung“ an, welche zur Folge hatte, das Pomp und Künstlichkeit jugendlicher Frustration und einem klarem, unverfälschten Blick auf das echte Leben weichen mussten. Und Nirvana waren das Ventil dafür. Gewiss hätte es auch andere Bands treffen können. Aber das Schicksal hatte sich das sympathische Trio aus Seattle ausgesucht. Die künstlerische Qualität kann und sollte man aber nicht deswegen höher heben, als sie ist. Das Single-Quartett aus „Smells Like Teen Spirit“, „Come As You Are“, “Lithium” und “In Bloom” ist das Aushängeschild des Albums, doch auch „Drain You“ und „On A Plain“ sind exzellente Perlen, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Mit „Breed“, Territorial Pissings“ und „Stay Away“ will die Band ihre Punkrock-Kredibilität unter Beweis stellen, was bei dem vorherrschendem Pop-Format und der fein-geschliffenen Produktion nur bedingt zur Entfaltung kommt. „Nevermind“ ist nicht das beste Rockalbum der 90er Jahre, sondern es war der entscheidende Schlüsselmoment, der alles verändern sollte. Und das sollte doch Kult genug sein, oder?
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