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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlose Parabel
Die New Yorker Bronx 1964: Die sich in ihrem Urteil für unfehlbar haltende Schwester Aloysious Beauvier (Meryl Streep) führt als Rektorin eine katholische Schule mit harter und drakonischer Hand. Angst und Furcht werden von ihr als Mittel zur Disziplinierung eingesetzt. Als die junge und naive Schwester James (Amy Adams) bemerkt, dass der farbige und von anderen...
Veröffentlicht am 12. September 2009 von Mrs. Peel

versus
2.0 von 5 Sternen nicht mein ding
die Schauspieler sind hochkarätig, aber mit der Story und deren Umsetzung kann ich persönlich sehr wenig anfangen.
Der Film behandelt ein Thema was man durchaus anders (besser?) hätte aufarbeiten können, verraten will ich aber auch nix.
So gibt es gefühlt nur ein ein paar Zweifel, und einen Kriegszug einer verbitterten alten Nonne, und...
Vor 2 Monaten von butz veröffentlicht


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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlose Parabel, 12. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage (DVD)
Die New Yorker Bronx 1964: Die sich in ihrem Urteil für unfehlbar haltende Schwester Aloysious Beauvier (Meryl Streep) führt als Rektorin eine katholische Schule mit harter und drakonischer Hand. Angst und Furcht werden von ihr als Mittel zur Disziplinierung eingesetzt. Als die junge und naive Schwester James (Amy Adams) bemerkt, dass der farbige und von anderen Schülern diskriminierte Ministrant Donald Miller alkoholisiert und verstört von einem privaten Treffen aus dem Pfarrbüro des progressiven und charismatischen Pater Flynn (P. S. Hoffman) kommt, nimmt Beauvier dies zum Anlass, um Flynn auf ganz subtile und perfide Art und Weise des Kindesmissbrauchs zu bezichtigen. Ein eigentlich leicht widerlegbarer Verdacht mutiert zu schweren Anschuldigungen.

Der Film, basierend auf Shanleys Theaterstück Doubt, ist eine zeitlose Parabel über Zweifel und Misstrauen, die klerikalem Glauben und Vertrauen diametral gegenüber gestellt werden. Er wird getragen von der spannungsgeladenen, unüberwindbaren Dialektik der beiden Antagonisten, deren Dialoge als kammerspielartiger Showdown in Szene gesetzt sind. Streep verleiht ihrem Charakter dabei bis zum Schluss hin eine burlesque entlarvende Note. Wohl keine andere Schauspielerin kann den allmählichen Verfall eines Charakters so wunderbar darstellen. Obwohl der Film, wenn auch nur ganz selten, in einigen Momenten in klischeehafte Symbolik abdriftet (so geht bei mancher lautstarken Auseinandersetzung quasi als Zeichen des Himmels öfters eine Glühbirne flöten), bleibt er gerade wegen den darstellerischen Leistungen und des Plots sehr sehenswert. Hoch anrechnen muss man dem Film, dass das Thema, das leicht zu einer reißerischen und gestelzt wirkenden Hollywood-Inszenierung verführt, von Shanley in angemessener Ruhe und mit hohem Realitätssinn verfilmt wird. Exemplarisch dafür ist die fast 10-minütige Dialogsequenz zwischen Beauvier und Donalds um Anstand bemühter Mutter, Mrs. Miller, die von Viola Davis gespielt wird.

Etwas spärlich fällt die Ausstattung der Extras aus:
- Audiokommentar von Autor/ Regisseur John Patrick Shanley
- Von der Bühne auf die Leinwand
- Die Filmmusik von Glaubensfrage
- Die Barmherzigen Schwestern
- Die Besetzung von Glaubensfrage
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43 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweifel..., 18. Juli 2009
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage (DVD)
"Glabuensfrage" ist ein Spielfilm des amerikanischen Regisseurs und Dramatikers John Patrick Shanley. Das Drama basiert auf Shanleys preisgekröntem Bühnenstück "Doubt" - also "Zweifel" so auch der Originaltitel, der den Inhalt viel treffender beschreibt.
Herbst 1964: Der Priester Brendan Flynn (Philip Seymour Hoffman)der im Stadtteil Bronx gelegenen katholischen Privatschule St. Nicholas, geht in seiner Predigt auf das Thema "Zweifel" ein. Er ist ein beliebter Priester, der an der Schule gerne liberalere Tendenzen sehen würde, ein moderner kirchlicher Vertreter. Die Leiterin der Schule, Schwester Aloysius Beauvier (Meryl Streep) ist der krasse Gegensatz. Sie führt die Schule mit strenger Hand und harter Disziplin. Eine zu sich selbst und auch ihren Mitmenschen sehr viel abverlangende Frau. Eine, die den geistlichen Orden deshalb gewählt haben muss, um sich in erster Linie Gott zu widmen. In zweiter Linie aber bemüht um die Einhaltung der Regeln, die diese Bestimmung mit sich bringt...und auch als Kontrollorgan darauf zu schauen, ob auch ihre Mitbrüder und Mitschwestern ohne Fehl und Tadel oder ohne Sünde leben, also eine Fundamentalistin.
Sie ist unbeliebt bei den Schülern, weil ihre Strenge und ihre Bestrafungen Angst auslösen, andererseits verteidigt sie dieses Verhalten, weil nur so Respekt erreicht werden kann.
Der neue Priester ist ihr daher ein Dorn im Auge. Die Situation spitzt sich dann zu, als der erste farbige Schüler aufgenommen wird. Hänseleien durch die Mitschüler sind die Folge, der Priester hält die schützende Hand über den hilflosen Jungen. Die noch unerfahrene Lehrerin Schwester James (Amy Adams)missdeutet das Verhalten und wird durch eine vage und unüberlegte Andeutungen an ihre Vorgesetzte, ebenfalls misstrauisch und es kommt bald zum Verdacht, dass der Priester den Jungen Alkohol gab und ihn auch sexuell missbraucht hat...
"Glaubensfrage" war einer der diesjährigen Oscarkandidaten und brachte es auf stolze 5 Nominierungen. Alleine 4 davon konnten die Schauspieler erringen (Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams und Viola Davis als Mutter des schwarzen Jungen) und damit erübrigt sich die Frage, wo der Film seine Stärken hat.
Es ist allerfeinstes Schauspielkino, allen gelingt es ihren Figuren Tiefe Glaubwürdigkeit und Charakter zu geben. Ein grossartig aufspielendes Ensemble, vor allem die wunderbare Darstellung von Meryl Streep ist ein Hochgenuss.
Eine weitere Stärke offenbart der Film in der interessanten "Wendung" als die Ambivalenz sämtlicher Figuren zum Tragen kommt und der Film sich dann dadurch über den Durchschnitt der Hollywood-Dramen setzt.
Auch wenn der Film die 60er Jahre beleuchtet, ein Jahrzehnt der Rassenunruhen und vielen gesellschaftlichen Umwälzungen, ist die Thematik doch recht zeitlos, dieser Konflikt zwischen alt und neu, zwischen Zustand und Wechsel, zwischen Unfehlbarkeit und Ungewissheit existiert heute gleichermassen.
Gut, der Schluss wirkt vielleicht zu theaterhaft aufgesetzt, aber andererseits ist es auch eine geschickte Dramaturgie, die dann "rund" wirkt.
Und ein bisschen erinnert der Film auch an den Hepburn/Mac Laine Klassiker "Infam", bei dem auch durch einen Verdacht(durch die Lüge eines Kindes) Verurteilungen ausgelöst werden....
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grandioses Duell mit flauem Schluss, 30. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage [Blu-ray] (Blu-ray)
Man merkt dem Film an, daß er auf einem Theaterstück basiert. Das ist nicht negativ gemeint. Im Gegenteil: Es geht um die Kunst der Schauspieler. Im Grunde ist es ein Duell zwischen der Nonne und dem Priester - und die Vorwürfe sind keineswegs so irrational, wie sie scheinen. Kein Rauch ohne Feuer? - Oder ist es doch nur die Nonne, die es, ausschließlich aus Gründen persönlicher Aversion, tüchtig rauchen läßt? Der Schluß ist etwas flau, doch das tut dem Film keinen Abbruch. Denn hinter dem Ganzen steht weniger die Frage, ob nun die Nonne recht hat oder nicht, sondern vor allem, welch Unheil entsteht, wenn Verdachtsmomente angedeutet werden, die Untersuchung aber ausbleibt.
Und wenn das nicht genügt, um dem Film Spannungspotential zuzubilligen: Meryl Streep gegen Philip Seymour Hoffman - das ist eines der großen Duelle der Filmgeschichte. Eigentlich nahezu unschlagbar.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die vielen Gesichter der Wahrheit, 1. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage (DVD)
Dass die Wahrheit viele Gesichter hat, ist eine alte Weisheit, aber nur selten gelingt es, diese Tatsache in einem Film so überzeugend darzustellen.
Schwester Aloysius (Meryl Streep) führt mit eiserner Hand die katholische Schule St. Nicholas in Bronx und fühlt sich in ihrer Macht angegriffen, weil der Priester Flynn (Filip S. Hoffmann) seine Schützlinge zu menschlich behandelt. Als die naive Schwester James (Amy Adams) ihrer Vorgesetzten berichtet, Flynn schenke dem ersten schwarzen Schüler, den die Schule aufgenommen hat, zu viel private Aufmerksamkeit, erweckt sie Schwester Aloysius'' Verdacht. Diese setzt sich in den Kopf, den Priester zu vernichten, was ihr, 'mit den perfidesten und subtilsten Mitteln, zuletzt auch gelingt, obschon sie ' ausser ihrem Verdacht keine handfesten Beweise von Flynns Pädophilie besitzt. Flynn gibt sich geschlagen und muss die Schule verlassen. Die Euphorie der Schwester Aloysius währt nicht lange, sie wird geplagt von Zweifeln und fragt sich, ob Flynn nicht doch unschuldig war. Das Ende des Filmes bleibt offen für Fragen, auf die es keine Antworten gibt...
Die schauspielerischen Leistungen der drei Darsteller, die tiefsinnige Geschichte, das hervorragende Drehbuch, die genialen Bilder, Schnitt und Regie machen aus dem Film einen Genuss der ganz besonderen Klasse. Ein Meisterwerk, das die 5 Oskar Nominierungen auf jeden Fall verdient.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Nuns Fall. It's the Habit. It Catches Us up More Often than Not.", 4. August 2012
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage (DVD)
Diese Erklärung läßt Bühnenschriftsteller und Regisseur John Patrick Shanley in seinem Film "Doubt" (2008) Schwester Aloysius Beauvier (Meryl Streep), die Leiterin einer katholischen Schule in der Bronx im Jahre 1964, als Erklärung für das Stolpern einer erblindenden Mitschwester finden, doch gleichzeitig sind diese Worte wegen der ihnen innewohnenden Doppeldeutigkeit natürlich auch nicht ohne Situationskomik. Allerdings schaden sich Nonnen, wenn sie denn fallen und dies offenkundig wird, wohl in allererster Linie selbst, während fallende Priester eher anderen Menschen Schaden zufügen.

Um mutmaßlichen Mißbrauch an einem Jungen durch einen Priester geht es denn auch in "Doubt", mit dem Shanley eines seiner Theaterstücke verfilmte, wobei er sich einer erlesenen Schauspielerriege bediente, die sicherlich großen Anteil am Gelingen dieses gewagten Unterfangens hatte. Die Knabenschule St. Nicholas wird von Schwester Beauvier mit harter Hand geleitet, da sie der Auffassung ist, nur Disziplin und traditionelles Wertebewußtsein könnten junge Menschen gegen die Anfechtungen ihrer Zeit feien. Der Priester Brendan Flynn (Philip Seymour Hofman) ist ihr mit seinem Credo, die Kirche müsse sich den Änderungen der Zeit öffnen und den Menschen auf gleicher Stufe begegnen, natürlich ein Ärgernis. Als die junge Schwester James (Amy Adams), gemäß Beauviers Anweisung, ihr verdächtige Vorkommnisse im Umfeld Flynns zu melden, ihrer Vorgesetzten von Anzeichen berichtet, die dafür sprechen, daß Flynn den einzigen schwarzen Schüler an der Schule, Donald Miller (Joseph Foster), eventuell unter Alkoholeinfluß gesetzt und mißbraucht haben könnte, nimmt sie sofort den Kampf auf mit dem Ziel, den Priester von der Schule versetzen zu lassen.

Um es gleich vorwegzunehmen, am Ende des Filmes wird man keine eindeutige Antwort erhalten auf die Frage, ob Pater Flynn seinen Zögling wirklich mißbraucht hat oder ob er nicht aus Angst vor einem Skandal und dem semper aliquid haeret die Segel gestrichen und um eine Versetzung gebeten hat. Wenn man sich das Verhalten des Geistlichen genau betrachtet und außerdem auf einige Gesten des Schülers William London - etwa in der Szene, in der Flynn über Fingernägel sinniert - achtet, dann kann man allerdings, wie ich, zu dem Schluß kommen, daß Beauvier mit ihrem Verdacht recht haben dürfte. Hieb- und stichfeste Beweise für seine Schuld werden in dem Film allerdings nicht geliefert, und die Schulleiterin ist bei aller Unerschrockenheit und Entschlossenheit, mit der sie vorgeht, damit zufrieden, Flynn in eine andere Stelle wechseln zu sehen, um ihre Schüler zu schützen, läßt es aber nicht zu einer offiziellen Untersuchung kommen. Ein Grund hierfür mag sein, daß sie im Jahre 1964, und dann im Machtgefüge der katholischen Kirche allzumal, in dem die Frau immer noch als ein mehr oder weniger notwendiges, allenfalls kurioses Übel gilt, wohl wenig Chancen gehabt hätte, gehört zu werden.

Immer wieder überrascht der Film mit erstaunlicher Ambivalenz: So kann zum einen die Sequenz, in der das schweigsame Mahl der Nonnen, die sich mit knorpeligem Fleisch begnügen müssen, unter den gestrengen Augen Beauviers mit dem opulenten Schmaus der Priester bei Tabak und weltlich-ausgelassenen Gesprächen kontrastiert wird, uns einerseits Flynn auf Kosten Beauviers sympathisch werden lassen, zum anderen weist aber auch dieser Kontrast auf die oben angesprochene Hierarchie hin, in der die Nonnen die Art von Demut, Selbstbescheidung und Askese lebten, die von den Geistlichen gepredigt wurde.

Auch die Figuren sind ambivalent: Wer etwa in Schwester Aloysius nur eine unbarmherzige, engstirnige, menschenfeindliche oder gar heuchlerische Frau sieht, macht es sich zu einfach oder hat den Film nicht richtig verstanden. Eine Heuchlerin ist Beauvier ganz sicher nicht, denn die gleichen hohen Anforderungen, die sie an ihre Mitschwestern und ihre Schüler richtet, gelten auch für sie selbst. Zudem handelt sie durchaus im Hinblick auf das Wohl anderer Menschen - wie etwa im Falle der Schwester Rebecca, deren Erblindung sie zu vertuschen sucht (auch, indem sie falsches Zeugnis redet), weil sie weiß, daß die alte Frau ansonsten in ein Pflegeheim abgeschoben würde. Allerdings ist sie in ihren Anschauungen sehr verknöchert, glaubt sie doch, nur durch Einschüchterung und harte Disziplin die Schule lenken zu können, und stellt sie sich zeitgenössischen Strömungen, die für ein (im Hinblick auf die ursprüngliche Intention Papst Johannes XXIII. vielleicht falsch verstandenes) aggiornamento der katholischen Kirche eintreten, entgegen, wobei sie allerdings auf verlorenem Posten steht, wie der stets in Schlüsselsituationen einsetzende symbolische Wind oder die immer mal wieder zerspringenden Glühlampen in ihrem Büro anzudeuten scheinen. Pater Flynn hingegen steht für eine Kirche, die den Menschen auf gleicher Augenhöhe begegnet und zieht sich auch aus diesem Grunde das Mißfallen Beauviers zu. Er begegnet David Miller mit Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft und hat auf die Fragen der Jungen immer eine kluge, aber meist auch witzige Antwort parat. Sein Ratschlag an Schwester James,"There are people who go after your humanity, Sister, that tell you that the light in your heart is a weakness. Don't believe it. It's an old tactic of cruel people to kill kindness in the name of virtue" ist zwar durchaus richtig und weise, doch könnte er genauso gut ein Beweis dafür sein, wie gut er darin ist, Leute zu manipulieren. Die ungewöhnlich schrägen Kamerawinkel, aus denen die Unterhaltung zwischen Flynn und Schwester James gezeigt wird, spiegeln jedenfalls Unsicherheit wider.

Hierin liegt nämlich ein weiterer Clou des Filmes: Er macht uns deutlich, daß es bisweilen notwendig sein kann, unsere Einschätzung eines Menschen von unserer Meinung zu den Einstellungen, die er vertritt, zu trennen. So ist das Verständnis von Kirche und Schule, das Schwester Aloysius verficht, zweifellos antiquiert und unmenschlich, doch mag sie in ihrer Beurteilung Flynns unter Umständen recht haben. Die von ihr verfolgte Taktik mag allerdings nicht dazu angetan sein, die Wahrheit ans Licht zu bringen, doch wird sie auch ohne Rücksicht auf eigenes Risiko verfolgt. Ähnliches gilt für Flynn: Seine Vorstellung von Kirche ist uns sicher sympathischer, doch das muß nicht heißen, daß die Vorwürfe gegen ihn unbegründet sein müssen. Wichtig wäre es allerdings, hierfür einen unwiderlegbaren Beweis zu finden, bevor der Ruf eines Unschuldigen ruiniert wird.

Ein Film, der trotz eines mitunter offensiven Einsatzes von Symbolen - Wind, ihren Geist aufgebende Glühlampen, die Abneigung der Schwester Aloysius gegen ein geöffnetes Fenster sind nur einige sehr subtil und ambivalent bleibt und zum Nachdenken und Diskutieren anregt - gerade weil er am Ende keine eindeutige Antwort erteilt und damit dem Leben gleichkommt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Schauspielerkino, 11. August 2009
Von 
Jan-W Hecker "j-whecker" (Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage [Blu-ray] (Blu-ray)
Zwei Schauspielasse in einem Film: Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman. Beide glänzen in einem Film über Bosheit und Intrigen auf das allerbeste. Wer einen Actionfilm sucht, ist hier völlig falsch. Wer ein Schauspiel (denn ein verfilmtes Schauspiel ist dies) auf höchstem Niveau erleben will, das beklemmend und eindringlich nachwirkt und die Atmosphäre der 60er fantatstisch widerspiegelt, ist dagegen goldrichtig. Lob, Lob, Lob.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Was dir heute leicht gemacht wird..., 25. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage (DVD)
...dafür musst du Morgen büßen." Dieser Satz beinhaltet eigentlich alles, was Schwester Aloysius Beaver(Meryl Streep) von so neumodischen Dingen wie Kugelschreibern oder alternativen Erziehungsmethoden hält. Beaver ist Rektorin der kirchlichen St.Nicholas Schule in der Bronx. Wir schreiben das Jahr 1964. Als nächste, übergeordnete Instanz hat Schwester Aloysius den Pater Brendan Flynn(Philip Seymour Hoffman) über sich. Sie macht aus ihrer Abneigung gegen Flynn keinen Hehl. So hart, unerbittlich, altmodisch, konservativ und verbohrt wie Schwester Aloysius ist, so weich, freundlich, modern, fortschrittlich und einfühlsam ist Vater Flynn. Für Aloysisus ist klar, dass da etwas nicht stimmen kann. Sie bittet die junge Schwester James(Amy Adams) den Pater im Auge zu behalten. Und tatsächlich passiert etwas. Flynn kümmert sich aufopferungsvoll um den einzigen farbigen Schüler der Schule, Donald Miller(Joseph Forster). Als Donald zum Pater gerufen wird und kurze Zeit später verwirrt, und nach Alkohol riechend, wieder in den Unterricht kommt, meldet Schwester James das Aloysius. Für die Rektorin ist der Fall klar: Pater Flynn hat sich an dem Jungen vergangen. Aber es gibt keine Beweise. Für Schwester Aloysius ist das kein Hindernis. Ihre Direktive ist: "Ich entscheide, was wichtig ist!" So kommt es zum "Duell" zwischen der Rektorin und dem Pater.

John Patrick Shanley wurde für sein gleichnamiges Bühnenstück bereits mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Was lag da näher, als den Stoff auch zu verfilmen. Wie so oft bei Bühnenstücken, ist das nicht ungefährlich. So beginnt -Glaubensfrage- auch recht handlungsarm und besonnen. Aber mit jeder Minute verdichtet sich die Story mehr und nach einer halben Stunde will man unbedingt wissen, wie dieser "Glaubenskrieg" ausgeht.

Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman spielen sich geschickt die Bälle des Plots zu. Beide Schauspieler zeigen, dass sie nicht umsonst zu den absoluten Hochkarätern der Szene gehören. Amy Adams vervollständigt das Trio mit eindringlichem Spiel und einer Figur, der unsere Sympathien gehören. Sympathie ist das Stichwort. Wie Shanley es schafft, unsere Sympathien sehr schnell auf eine Seite zu ziehen, nur um sie später fast komplett umzupolen, vor allen Dingen jedoch in Zweifel(wie ja auch der Originaltitel des Films ist) zu ziehen, das ist eine filmische Leistung a la bonheur.

Mein Fazit: -Glaubensfrage- ist eine gelungene Bühnenverfilmung. Das kann man wahrlich nicht von jeder Theaterverfilmung behaupten. Es gibt ganz starke Szenen, wie zum Beispiel das Gespräch zwischen Schwester Aloysius und Mrs. Miller(Viola Davis). Die kirchlichen Doktrin der 60er Jahre und der Zeitgeist sind hervorragend eingefangen. Über allem stehen jedoch die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller. Sehenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dramatischer Kampf zwischen zwei echten Schauspielgrößen, 31. Oktober 2009
Von 
Schwalbenkönig - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage (DVD)
New York in den 60ern. An einer katholischen Schule "regiert" die Direktorin Aloysius mit harter Hand und strengen Regeln. Ihr gegenüber steht der allseits beliebte Pfarrer Flynn, der sich liebevoll des schwarzen Jungen Donald annimmt. Vielleicht etwas zu viel Fürsorge? Schwester Aloysius drängt sich ein furchtbarer Verdacht auf.

Dies ist für mich ein klassisches Drama, das ganz klar von den Dialogen, der Stille, den Bildern und dem Talent der Hauptdarsteller lebt. Ich habe mal gelesen, dass das dramatische Schauspiel das schwerste ist. So überrascht es nicht, dass für die beiden tragenden Hauptfiguren zwei Darsteller genommen wurden, die ihr Können in dieser Hinsicht schon mehr als einmal unter Beweis gestellt haben. Meryl Streep & Philip Seymour Hoffman fahren hier alles auf was sie haben und stellen bereits nach kurzer Zeit alles andere in den Schatten. Fast alles. Die niederschmetternde Geschichte um Verdacht, Beschuldigung, Beweise und Gewissensbisse natürlich nicht. Diese ist der dritte Star in dem "Kammerspiel". Sie macht erst in aller Ruhe neugierig, unterhält dann recht gut und fordert schlussendlich. Sie fordert eigene Gedanken und eine Meinung vom Zuschauer. Und genauso stelle ich mir das vor! Auch wenn das nicht jedermanns Sache ist und bei manchem ein unbefriedigender Eindruck hängen bleibt, gibt es von mir eine klare Empfehlung! Nicht nur für Fans des Genres.

Das Filmzitat: "Vergessen Sie nicht, das es Dinge gibt, die Sie nicht wissen. Und auch wenn Sie ein Gefühl haben, so haben Sie doch nie Gewissheit."

DVD-Extras:
Audiokommentar von Autor & Regisseur John Patrick Shanley
Von der Bühne auf die Leinwand
Die Filmmusik von Glaubensfrage
Die Barmherzigen Schwestern
Die Besetzung von Glaubensfrage
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen präzise Inszenierung & darstellerischen Glanzleistungen, 6. September 2009
Von 
Christian Latussek "milkspan" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage (DVD)
Es ist auf den ersten Blick gesehen ein einfach gestrickter Film, der eine überschaubare Geschichte erzählt. Allerdings lauern im Hintergrund komplexe moralische Fragestellungen. Über Gerücht oder Gewissheit, Täter oder Opfer entbrennt eine packende Auseinandersetzung, bei der Persönlichkeiten und Lebensmodelle, Überzeugung und Zweifel kollidieren. Am Ende ist nur eines sicher: die Qualität dieses Dramas, mit großartigen Dialogduellen und darstellerischen Glanzleistungen.
Die präzise Inszenierung von John Patrick Shanleys verzichtet auf alles, was von der Geschichte ablenken könnte. Die absolute Schlichtheit der Geschichte ist in diesem Falle äußerst zweckdienlich. Der Film in seiner Gesamtheit funktioniert liegt an dem starken Darsteller-Quartett: Meryl Streep, Philipp Seymour Hoffman, Amy Adams und Viola Davis (als Donalds Mutter). Meiner Meinung nach ist die beste und schauspielerisch kraftvollste Szene ist das Aufeinandertreffen von Pater Flynn und Schwester Beauvier in ihrem Büro. Die eisigen Spannungen, die sich hier zwischen Streep und Hoffman auftun, sind überwältigend!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Duell zweier genialer Schauspieler, 18. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Glaubensfrage (DVD)
In dem Film Glaubensfrage geht es hauptsächlich darum, dass eine Nonne, hervorragend gespielt von Meryl Streep, den Verdacht hat der Pfarrer der Klosterschule, Pater Flynn, dargestellt von Philip Seymour Hoffman, habe einen Schüler mißbraucht. Ich hatte meine Zweifel, ob es möglich ist ein solches Thema ohne Klischees und mit der erforderlichen Sensibilität ohne Effektehascherei zu behandeln und ich finde das ist in diesem Film wirklich außerordentlich gut gelungen. Meryl Streep verkörpert in der Rolle der Schwester Alyosius durchaus keinen eindimensionalen Charakter, wie hier schon geschildert wurde. Sie ist für mich keine Frau, die herzlos und nur um ihrer Prinzipien willen agiert. Sie fühlt, mehr als sie es beweisen könnte, dass hinter der liberalen, gütigen und liebevollen Haltung, die Pater Flynn seinen Schülern zeigt etwas stecken könnte was über rein christliche Nächstenliebe hinaus geht. Diesem Gefühl folgend bittet sie ihre Mitschwester, die in der Schule unterrichtet, die Augen offenzuhalten. Immer mehr Indizien scheinen dafür zu sprechen, dass Pater Flynn nicht die reine Weste hat, die er gerne hätte. Daraufhin stellt sie ihn zur Rede. Schwester Alyosius will unbedingt Schaden von dem betreffenden Schüler abwenden, auch wenn sie keine Beweise hat, dass etwas Schlimmes vorgefallen ist. Was mir diese Figur bei ihrem Feldzug sympathisch macht ist, dass sie nicht einfach wegschaut, dass sie sich nicht durch Erklärungen des Paters sofort beruhigen läßt wie ihre wirklich gütige, liebevolle aber dadurch leider auch sehr naive Mitschwester. Auf die Frage von Pater Flynn, ob sie denn kein Mitleid mit ihm habe, dass sie ihm solche Untaten unterstellt, sagt sie sie sei dort wo er sie mit seiner Bitte um Mitgefühl nicht erreichen kann. Wie gesagt, es ist gut, dass sie sich nicht leicht abbringen läßt,andererseits scheut sie die Konsequenz einer öffentlichen Anklage und hat letztendlich das Problem nur aus ihrem Blickfeld verbannt und keineswegs eine Lösung herbeigeführt. Sie scheitert und auch das ist ein sehr realistisches Element in Bezug auf die Realität in der kirchlichen Vergangenheit. Pater Flynn mag vielleicht unschuldig sein, das läßt der Film offen, wahrscheinlich jedoch betrügt er sich selbst, was seine Neigungen angeht. Der Film ist in jedem Fall sehenswert, weil er die Schwierigkeit zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden darstellt und Einblick gibt wie schwer es ist solche Sachverhalte zu klären.
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Glaubensfrage von Meryl Streep (DVD - 2011)
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