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am 7. Mai 2011
Unser Alltag wird geprägt von sozialen Netzwerken, Suchmaschinen, Wikipedia, E-mails, tweets und vielen Informationen ohne Relevanz. Nicholas Carr greift die daraus resultierende Problematik in The Shallows (Die Untiefen) auf.
Hierbei formuliert er die These, dass das menschliche Gehirn in seinen kognitiven Fähigkeiten massiv vom zeitgemäß ausgiebigen Internetkonsum verändert wird, psychologische und neurobiologische Studien stützen seine Beobachtungen, eine kritische Distanz allerdings wird von Carr nicht in Betracht gezogen. Insgesamt baut Carr seine Argumentation in zwei Schritten auf:
Die erste Hälfte des Buches betrachtet neben dem gegenwärtigen Zusammenhang zwischen der digitalen Welt und ihrem Nutzer die Tätigkeit des Gehirn, während im zweiten Teil ein Schwerpunkt auf die damit verbundenen Veränderungen auf das Denken, Lesen und Erinnern gelegt wird. Ausführlich beschrieben wird der Begriff der Neuroplastizität, der aufzeigt, dass auch ein erwachsenes Gehirn noch zur Umgestaltung fähig ist.
Obgleich der Autor eine nostalgische Vorstellung vom echten Buch und dem damit verbundenen Leseerlebnis in seine wissenschaftliche Ausführung einbettet, kann kein Kulturpessimismus festgestellt werden. Ein Ausgangspunkt für The Shallows bilden die eigenen Erfahrungen Carrs und eine Selbstbeobachtung beim Lesen von Websites und Büchern und bei einem Versuch, sich dem Internet für eine Weile zu entziehen. Carr selbst weiß um die großen Fortschritte durch das Internet und bleibt von den Vorzügen überzeugt. Dennoch warnt er vor dem gewohnten Umgang mit dem Internet, welches die Strukturen des Denkens so radikal verändert, dass es schwer fällt, sich auf einen längeren Text zu konzentrieren. Lesefluss, Arbeitsweise, ein tiefgründiges Verständnis und nicht zuletzt das Gedächtnis werden geprägt.

Die Erinnerung, im antiken Griechenland einst als die Göttin Mnemosyne verehrt, wird nicht länger gebraucht,(Such-)maschinen ersetzen die eigene kognitive Leistung. The Shallows glänzt, wenn auch nur im englischen Original, durch eine bewegende Sprache, es gelingt dem Autoren statt einer furchteinflößenden Dystopie einen Appell an den Leser für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet zu richten - The Shallows erreicht damit das elemantere Ziel von Literatur: Es berührt, bewegt und fordert zur Selbstreflexion auf.

Exkurse jedoch wie jene über die Schriftentwicklung, Gutenberg, Taylorismus oder wissenschaftliche Untersuchungen sind oft zu langatmig gehalten, dennoch lohnt es sich, die 224 Seiten durchzuhalten.

Beschrieben wird auch die "Church of Google", in der die dominierende Suchmaschine angemessen kritisch betrachtet wird. So spricht Carr von der rechtlich zweifelhaften Veröffentlichung bei Google Books gegen welche die noch lebenden Autoren persönlich Widerspruch einlegen müssen.
Eine andere Entwicklung vollzog sich in der Gestaltung von Zeitungen, die sich dem Bedürfnis der neu entstandenen Leser anpassen: Die Beiträge werden kürzer und mit mehr Bildern angereichert, erst so kann das Interesse wieder geweckt werden, glaubt Carr. Der gewöhnliche Internetnutzer springt binnen weniger Sekunden von Seite zu Seite, überfliegt, scannt die Worte, folgt Links und verliert sich in einem Lesen, das ein wirkliches Verständnis ebenso erschwert wie ein Erinnern an das Gelesene.

Berlin, Johanna Konetzke (2011)
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am 25. Februar 2012
Das Buch habe ich über die Liste der Finalisten für den Pulitzer-Preis gefunden (Kategorie non-fiction). Wie schon öfter habe ich damit ein sehr interessantes und lehrreiches Buch gefunden. Der Autor verbindet Kulturhistorisches zum Buch und insbesondere zum Lesen mit der Diskussion der Auswirkungen des www auf unser Leseverhalten und zeigt, wieso nicht nur unsere Art zu lesen sondern auch unsere Art zu denken sich verändern wird.

Seinen Schlussfolgerungen folge ich nicht immer. Aber das macht eine anregende Lektüre vielleicht noch gewinnbringender. Ich denke auch, dass die neue Technologie des www alte und wertvolle Verhaltensweisen (wie das konzentrierte und vertiefte Lesen eines Buches) in den Hintegrund drängen kann und dazu führen wird, dass manche vielleicht tatsächlich nicht mehr wissen wie das war, wenn man ein Buch in aller Stille von vorn bis hinten gelesen hat. Aber es gibt auch Chancen des neuen Mediums, die manche Erkenntnisse und Folgerungen erst möglich machen.
... und schließlich war das mit den neuen Technologien immer so: Autos statt Pferdekutschen (Reisen von A nach B statt echtes Reiseerlebnis), Telefon statt Brief (Smalltalk statt tiefgründige Ausführungen ?), Taschenrechner statt Rechenschieber (kein Gespür für Zahlenverhältnisse, meinte unser Mathelehrer) und und und

Aber wie gesagt: Auf jeden Fall sehr empfehlenswert.
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am 1. Januar 2012
Ich habe das ganze Buch gelesen und es regt wirklich zum Nachdenken an, ist aber auch unterhaltsam geschrieben. Es ist allerdings schon deutlich subjektiv von der Meinung des Autors geprägt, ich sehe das zum Teil anders, aber das ist ja ok.
Jedenfalls habe ich meinen Umgang mit Medien und dem Internet nochmal überdacht und nutze es jetzt auch noch bewusster.
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am 22. Januar 2012
At some points in this book, I was so shocked how exactly his descriptions of how the web changes us fit onto my way of thinking and generally how I live with the fact of being online nearly 24/7. I have decided to change my way of living with the web after I have finished this compelling book. We will see how that will work out for me...
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