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132
4,3 von 5 Sternen
Jackie Brown [DVD]
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Februar 2010
Entgegen anders lautender Äußerungen hier, kann ich keinen Verlust gegenüber der als überlegen angepriesenen UK Special Edition feststellen. Das Bild ist tatsächlich 4:3, enthält aber oben und unten MEHR Bildinformationen als die UK 16:9-Version (habe eben per Screenshot am PC direkt verglichen) und ist NICHT links und rechts beschnitten (selbst da schien mir eher etwas mehr zu sein). Also scheinbar einfach ein anderer Bildausschnitt! In meiner Erstausgabe kann man per Untertitelfunktion schwarze Balken oben und unten einblenden, dadurch enthält das Bild dann etwas weniger Bildinformationen als in der UK Special Edition. Mit jedem halbwegs aktuellen Fernseher sollte man eigentlich eine Einstellug finden, die dem Kinoformat entspricht. Gegenüber der UK Version scheint das Bild etwas blasser, aber nicht dramatisch schlechter. Sollte es wirklich eine "breitere" Version von dem Film geben, so scheinen zumindestens unsere britischen Nachbarn ebenfalls nicht in den Genuß dieser gekommen zu sein.
Der Film ist super und deshalb wünsche ich mir auch eine technisch zeitgemäße Wiederauflage, am besten als Special Edition. Die vorliegende Version ist aber nicht so unerträglich, wie hier teils dargestellt!
PS: Ich habe die entsprechenden Screenshots hochgeladen!
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. April 2008
Über den Film an sich habe ich nichts zu sagen: dass er gut ist, steht zurecht in allen anderen Rezensionen. Was mir jedoch gar nicht in den Kram passt, ist die Bevormundung bei der DVD. Aus Lizenz-Gründen kann man die Originalversion nur mit deutschen Untertiteln schauen. Das sollte wirkliche Filmfans schon vom Kauf abschrecken. Und während des Anschauen kann man auch nicht die Sprache wechseln und muss mühsam stets zurück ins Menü. Eine Benutzerfreundliche DVD sieht für mich anders auch. Noch ein Minus für Amazon: in der Produktbeschreibung steht nicht, dass das Ansehen der Originalversion nur mit den deutschen Untertiteln geht.
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40 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Februar 2012
Was kann man nach Pulp Fiction nur machen? Diese Frage hat sich Quentin Tarantino mit Sicherheit irgendwann gestellt. Drei Jahre nach dem Erfolg von Pulp Fiction meldete er sich zurück mit Jackie Brown.

Der Film:

Jackie Brown ist kein zweiter Pulp Fiction, sollte es auch nie sein oder werden aber eines haben die Filme gemeinsam, beide sind von Quentin Tarantino. Das merkt man dem Film auch an, er ist in meinen Augen ein typischer Tarantino. Coole Dialoge, stimmiger Soundtrack, haufenweise verrückte oder weniger verrückte Charaktere die irgendwie miteinander in Beziehung stehen. Dennoch sollte man Jackie Brown als Film für sich sehen und nicht Pulp Fiction oder irgendeinen anderen Tarantino Film heranziehen. Jackie Brown ist insgesamt ein entspannterer, ein "chilliger" Film wie man heutzutage sagt, welcher viele und lange Dialogszenen hat, die für den einen oder anderen vielleicht zu lang sein könnten. Dialoge und Charakterentwicklung, dass sind die Stärken des Films, können aber auch seine Schwächen sein. Wenn ihr also ein Feuerwerk ala Kill Bill oder Pulp Fiction erwartet, seid gewarnt.

Die Blu-ray Umsetzung:

Die Blu-ray Veröffentlichung kommt sehr schick daher. Die Amaray kommt in einem Pappschuber mit Wendecover und aufgeklebtem FSK-Logo(auf der außenfolie, nicht auf dem Schuber selbst), außerdem noch einem "Director Approved" Aufkleber, der Release wurde somit von Tarantino abgesegnet. Als kleines Extra liegen noch schöne Postkarten dabei. Lob an Studiocanal für diese optisch tolle Veröffentlichnung. Kommen wir nun zur Technik, welche sich absolut nicht verstecken brauch.

Bild (1,85:1 1080/24p Full HD):

Der Transfer ist wirklich gelungen und ein riesen Sprung von der DVD Version. Oberflächen und Texturen sind sehr scharf und detailliert. Lebendige Farben, kräftiges Schwarz, insgesamt ein wirklich knackiges Bild!

Ton (Deutsch, Englisch 5.1 DTS-HD MA):
[Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte]

Dialoge sind sehr deutlich und klar, der Soundtrack(z.B. R&B, Soul Nummern) werden fantastisch wiedergegeben. Insgesamt sehr gut abgemischter/verteilter Sound!

Extras:

Mit dieser neuen Veröffentlichung kommen auch neue Extras, welche teilweise neu produziert wurden! Darunter z.B. eine 45 minütige Dokumentation "Jackie Brown: Wie es ablief" oder "Ein Blick auf Jackie Brown - Interview mit Quentin Tarantino", wie ich finde sehr interessantes und aufschlussreich Material! Außerdem noch dabei:

Filmkritikergespräch "Breaking Down Jackie Brown"
Video "Chicks With Guns"
Fotogalerien
Geschnittene und alternative Szenen
"Jackie Brown" auf MTV
Marketing-Galerie
Kritik von Siskel & Ebert "At The Movies"

Hier werden einfach noch viele Stunden außerhalb des Films geboten. Wirklich vorbildlich sowas!

Fazit:

Quentin Tarantino's Jackie Brown bekommt hier einen grandiosen neuen Auftritt auf Blu-ray. Optisch und Technisch einwandfreie Umsetzung! Jackie Brown ist was er ist, nämlich kein zweiter Pulp Fiction.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Oktober 2003
Oh, Mann. Wie man doch überrascht werden kann. Da denk ich mir so, aha, ein Tarantino-Film, "Jackie Brown", noch nichts von gehört, fast 2 1/2 Stunden, du meine Güte, was soll denn da alles passieren, Pam Grier, wo hat die denn noch einmal mitgespielt, okay, mal reinschaun.
Und dann 2 1/2 Stunden coole Schauspieler, die in ihre Rollen passen, wie der berühmte A**** auf den Eimer, allen voran Pam Grier, coole Musik (die Soundtrack-CD, wenn es eine gibt, brauche ich unbedingt noch), coole Handlung mit erfrischend wenig Ballerei und Action und nicht eine langweilige Minute. Das werd ich mir jetzt in regelmäßigen Abständen immer wieder reinziehen.
Für mich ist dabei völlig uninteressant, daß die DVD für heutige Verhältnisse etwas schwachbrüstig ausgestattet ist. Der Film bringts alleine.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. November 2012
Der Film „Jackie Brown“ hat eine Vorgeschichte:
Hollywoods „Sadist vom Dienst“ :-) Quentin Tarantino wurde von der US-Black Community vorgeworfen in seinen Filmen häufig rassistische Stereotype zu transportieren.

Dieser Vorwurf traf den Regisseur, Schauspieler, Produzenten und Drehbuchautor in seiner Ehre und er beschloss einer schwarzen Ikone der 1970er Jahre ein filmisches Denkmal zu setzen.

Filme des Black Hollywood der frühen Siebziger Jahre (u.a. Shaft, Superfly, Black Caesar, Trouble Man, Claudine, Pipe Dreams u.v.a.) brachten auch das Genre des sog. Blaxploitation Films hervor, in denen schwarze Darsteller, als „wild um sich ballernde“ Kämpfer für das Gute, im Mittelpunkt standen.

Die schwarze Schauspielerin PAM GRIER spielte in ‚Foxy Brown’ und ähnlichen Filmen der 1970er Jahre eine dieser schwarzen Superheldinnen, die mit Feuerkraft und Sex Gangster zur Strecke brachte.

Quentin Tarantino ist mit Jackie Brown eine großartige Hommage an PAM GRIER und an ein, fast vergessenes, Filmgenre gelungen.

Inhalt des Films:
In Los Angeles bessert sich die, schon etwas "in die Jahre gekommene", Jackie Brown (Stewardess bei einer miesen kleinen mexikanischen Fluglinie) ihr mickriges Gehalt mit dem Schmuggel von Geldern aus Mexiko in die USA auf. Diese Gelder stammen aus illegalen Waffen- und Drogengeschäften des Kriminellen Ordell Robbie, der Jackie als Geldkurier benutzt.

Als sie vom FBI unter Druck gesetzt wird, ihren Auftraggeber (beängstigend brutal und kaltblütig gespielt von Samuel L. Jackson), in eine Falle zu locken, weiß sie, dass der sie eher umbringen wird, als sich von ihr ans Messer liefern zu lassen.

In dem (weißen) Kautionsagenten Max (Robert Forster), der sich ein wenig in diese, immer noch schöne, schwarze Frau verliebt hat, findet sie einen subtil agierenden Verbündeten im Kampf gegen Gangster und FBI.

Es macht mir unheimlich viel Spaß zu verfolgen, wie Jackie Brown (Pam Grier) beide Seiten an der Nase herumführt und in ihrem lebensgefährlichen Doppelspiel nur haarscharf an der eigenen Ermordung bzw. Verhaftung vorbeischrammt (eine meiner Lieblingsszene ist die in der Kaufhaus Umkleidekabine, wenn Jackie alle, die sie beobachten, bei der Geldübergabe völlig konfus macht …).

Ich möchte nicht zu viel verraten, aber man gönnt es Jackie Brown, wenn sie mit Verstand und Sex, als ebenbürtige Mitspielerin in dem verwirrenden Plot den Männern zeigt, dass sie nicht nur Körper, sondern auch Köpfchen hat …

Der Film Jackie Brown ist bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt. Es ist mir eine wahre Freude Schauspielern, wie Robert De Niro, Bridget Fonda, Michael Keaton, Robert Forster, Samuel L. Jackson u.a. zuzusehen.

Zur Filmmusik
In den Black Hollywood Filmen der Siebziger Jahre spielte die schwarze Soul Musik jener Zeit immer eine wichtige Rolle und so ist es auch bei Jackie Brown. Wir hören Songs von Bobby Womack, Randy Crawford, Bill Withers, The Delfonics, Minni Ripperton, Brothers Johnson u.a. sowie eine hinreißende (leider viel zu kurze) Performance des Supremes Hits “Baby Love”

Meine Beurteilung
Der Film wärmt das Herz (in diesen grauen Novembertagen), er beschäftigt ebenso das Hirn (schön aufpassen bei der Geldübergabe im Kaufhaus, sonst verpasst man etwas :-) ) und der Kauf der DVD ist eine gute Investition, denn Bild- und Tonqualität sind ebenfalls in Ordnung. Außerdem erhält man mit Jackie Brown einen absoluten Kultfilm (hier ist der, leicht überstrapazierte, Begriff angebracht).

Fußnote:
Als der Kautionsagent Max erstmals in der Wohnung von Jackie Brown Musik der DELFONICS hört, ist er hingerissen und kauft sich auf dem Heimweg eine Musicassette der Gruppe für sein Autoradio. Ähnlich dürfte es vielen Kinobesuchern gegangen sein, die damals durch den Film auf diese (fast vergessene) schwarze Vocalgroup aufmerksam wurden. (siehe in diesem Zusammenhang auch meine Rezension der Doppel-CD „The Very Best Of The Delfonics“)

Meine persönliche Empfehlung weiterer Soundtracks auf CD:

"SHAFT Deluxe-Edition", Isaac Hayes (CD Universal/Stax Records STX-31751)
"Super Fly", Curtis Mayfield (CD RHINO R2 75803) - siehe meine Rezension "Best in Sound ..."
"The Payback", James Brown (CD Polydor 314 517 137-2, USA-Import)
"The Secret Life Of Plants", Stevie Wonder (Double-CD MOTOWN 3746 36127 2)
"Black Caesar", James Brown (CD Polydor 314 51 136-2, USA-Import)
"Trouble Man", Marvin Gaye (CD MOTOWN 530 097-2, USA-Import)
"Claudine", Gladys Knight & The Pips (CD Buddah 22DN-100, Japan-Import)
"Blade Runner", The New American Orchestra (CD FULL MOON/WEA Records 250 002-2)
"Mahogany", Diana Ross u.a. (CD MOTOWN 530 277-2. USA-Import)
"Taxi Driver", Bernard Herrmann (CD ARISTA Records, 32RD-23, Japan-Import)
"Pipe Dreams", Gladys Knight & The Pips (CD Buddah 22DN-102, Japan-Import)
und natürlich
“Jackie Brown” (CD Warner Brothers Records) - hier bei Amazon erhältlich -
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Juli 2002
"Jackie Brown" ist meiner Meinung nach ein wirklich genialer Film mit erstklassiger Besetzung und einem sympathisch-schwarzen Humor. Er steht zwar eigentlich mehr im Schatten von Pulp Fiction, ist aber garantiert nicht minder sehenswert. Sicherlich ist dieser Film nichts für Leute, die "Matrix-Action" erwarten, die Optik des ganzen ist aber auch nicht entscheidend bei der Bewertung dieses Films. Man könnte es beispielsweise so sagen: Das Geld wurde an den richtigen Stellen ausgegeben, nähmlich bei der Besetzung. Samuel L. Jackson, Robert De Niro, Michael Keaton, Pam Grier (...); Tarantino setzt eben nicht auf Specialeffects, sondern auf eine ordentliche Handlung, Humor und auf geniale Dialoge, die eben auch nur von genialen Schauspielern rübergebracht werden sollten. Einfach sehr zu empfehlen.
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55 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Juli 2006
Kann denn hier keiner statt ständiger Inhaltsangaben mal daraufhinweisen, daß der Film hier bei der SZ-Edition, ebenso wie in der regulären DVD Edition im Verhältnis 4:3 also im normalen TV Ausschnitt daherkommt und keineswegs in der breiten Kinofassung?! Das ist Vergewaltigung! Erst von der Filmfirma verstümmelt und dann auch noch in der Zweiverwertung durch die SZ, die vorgibt cinephil zu sein! Das ist eine wirkliche Zumutung und der Blitz soll die SZ Redakteure treffen, die das zu verantworten haben. Entweder man nimmt das Medium Film ernst und gibt sich Mühe oder man läßt es ganz sein! Oder dann bitte auch konsequenter Weise ins Museum gehen und an den Gemälden rumsägen bis alle auf Standardformat gebracht sind! Monets Seerosen? Rembrandts Nachtwache? Pollocks Drip-Paintings? Alles viel zu groß, zu breit, zu wandfüllend!!! Absägen, absägen, absägen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Juni 2015
Bobby Womack's weltberühmter Song "Across 110th Street" steht wie ein Motto über Quentin Tarantinos von vielen Kinogängern mit gemischten Gefühlen betrachteten Film "Jackie Brown", den ich persönlich, um das gleich vorwegzunehmen, für das bemerkenswerteste, interessanteste und einfach schönste Werk unter den vielen interessanten Filmen Tarantinos halte.

Wie üblich in den "frühen" Tarantino-Filmen gibt es eine ganze Reihe Protagonisten, die miteinander, über einander hinweg, aneinander vorbei und frontal aufeinander zu agieren, sprechen, denken, taktieren, lieben, nerven, vögeln und morden - wobei letzteres hier eine für Tarantino eher untergeordnete Rolle spielt, aber dazu später mehr.

Kern und treibende Kraft (sozusagen "Kernkraft") ist natürlich Jackie Brown selbst, eine nicht sonderlich erfolgreiche Stewardess in ihren vierziger Jahren, die schon lange verstanden hat, dass Jungmädchenträume nur Chimären sind und ihr Leben bei ehrlicher Betrachtung wohl eher als gescheitert bezeichnet werden muss - zumindest im Hinblick auf Geld, Liebe, Spaß und andere mehr oder weniger entscheidende Attribute, denen wir alle, die wir als Glücksritter angetreten sind, hinterherhetzen; bis wir schlau, doof, reich, arm, verrückt, frustriert, tot sind - oder eine Kombination aus all dem, und am Ende blinken vor dem strahlend blauen Super-Cinemascope-Los-Angeles-Himmel zwei dürre Worte in candy-apple-red: GAME OVER.

Pam Grier, die in den frühen 70ern bekannte "Blaxploitation"-Ikone, verleiht Ihrer Jackie Brown in unnachahmlich dezenter und glaubwürdiger Weise nicht nur Züge ihres eigenen Lebens, sondern spiegelt vor allem unsere eigenen, des Zuschauers Enttäuschungen und Zukunftsängste, zugleich aber auch unsere trotzige Hoffnung und das verbissene Weitermachen in das attraktive, sehr lebendige, sehr wache Antlitz ihrer von den Stürmen des Lebens heftig geschüttelten Figur.

Mit Jackie verbunden ist der Handfeuerwaffenhändler, Zuhälter, Drogenschmuggler und Möchtegern-Big-Shot Ordell Robbie, auf seine Weise eine ebenso vom Leben eingeschüchterte, verzweifelte, überdrüssige und sich geradezu zwanghaft auflehnende Figur.

Samuel L. Jackson gibt hier eine der spannendsten und hintergründigsten Darstellungen seiner gesamten Karriere, einen Laberhannes und Angeber, einen tragisch selbst an seinem sehr speziellen eigenen Ethos scheiternden Clown, einen vorgeblichen "Jack-of-all-Trades" der doch tatsächlich gerade mal ein drogenabhängiges Schmarotzerflittchen (Melanie Ralston / Briget Fonda), eine völlig abgehalfterte Altprostituierte (Simone / Hattie Winston), ein fast schwachsinniges oder sich zumindest schwachsinnig gebendes Landei (Sheronda / LisaGay Hamilton) und ein paar Kleingangster, vor allem den grandios fehlbesetzten Robert de Niro als unterdurchschnittlich intelligenten Eierdieb Louis Gara, einigermaßem bei der Stange halten kann.

Verlierer, Dummschwätzer und Angeber allenthalben, die vor allem damit beschäftigt sind, sich gegenseitig übers Ohr zu hauen und sich auf diese Weise zumindest noch einen kleinen Rest an Selbstachtung zu erhalten, und wenn's auch nur eine Illusion sein sollte.

Das alles ist nicht nur fast, sondern tatsächlich wie im richtigen Leben - und zeigt Regisseur und Autor Quentin Tarantino auf der Höhe seiner Kunst, gelernt bei Hitchcock, Altman, Shepard und Jarmusch, ohne diese auch nur eine Sekunde lang ungewollt zu tradieren, oder zu karikieren, oder auch in ihre Grenzen zu verweisen.

Und die Kirsche auf diesem sahnigen, gehaltvollen Kuchen mit Chilli und blauen Bohnen ist der leider viel zu selten zu sehende Robert Forster in der Rolle des Max Cherry: Cool, augenzwinkernd, beginnend altersweise, kontrolliert, intelligent, voller emotionaler Tiefe - und eben auch ein Scheiternder, ein Gefangener in seinen eigenen Lebensumständen, der in Jackie Brown die vielleicht letzte, vielleicht größte Liebe seines Lebens trifft - und wieder verliert, denn zwei solche Alpha-Tiere, die sich immer als Beta-Tiere aufgeführt haben, die Alpha-Tiere spielen, können einen komplexen und komplizierten Plan zur Verbesserung ihres Lebensstandards entwickeln und durchführen - aber auf Dauer eben doch nicht miteinander auskommen.

Ja, es gibt eine echte Handlung in diesem Film, einen echten Plot, und ja, ich rede um diesen heißen Brei herum - nicht, weil der Plot des Films schlecht wäre oder weil ich krampfhaft sog. "Spoiler" vermeiden will, sondern weil es gerade in diesem Film aller Gewitztheit des mehrfach in sich verdrehten Plots zum Trotz eben eigentlich gar nicht auf ihn ankommt - wichtiger, noch wichtiger als in allen anderen Tarantino-Filmen, ist hier das "Menschlich=Allzumenschliche".

Selbst die bei Tarantino immer streng stilisierte, plötzlich aufflammende und ebenso plötzlich verschwindende Gewalt tritt in diesem Film in den Hintergrund - wenn ich das richtig erinnere, gibt es hier "nur" vier Tote, alle kurz und schmerzlos erschossen, alle Taten auf Kumpanei mit dem Zuschauer angelegt, der wohl denken soll "Na macht nix, eh kein Verlust für die Menschheit", alle gerade in ihrer Nebensächlichkeit grausam, anti-human und im wahren=schlechten Sinn des Wortes "beiläufig".

Das Konzept des "beiläufigen Todes" ist typisch Tarantino und in allen seinen Filmen zu finden: schnoddrig und schwarzhumorig in "Pulp Fiction", überdreht und blank in "Death Proof", comicartig und balletös in "Kill Bill", zentral und klaustrophobisch in "CSI Vegas: Grave Digger", alternativgeschichtlich und grotesk in "Inglourious Basterds" und im totalen overkill scheiternd in "Django Unchained".

Hier, in Jackie Brown, ist dieses Konzept perfekt, glatt, gedankenlos, fast schon unwichtig - und macht dabei doch in aller grellen Deutlichkeit klar, dass jeder Tod, und sei er noch so klein, unwiderruflich und für alle Zeiten ein Loch ins Universum brennt.

Ein großer Film mit großen Schauspielern von einem großen Filmemacher:

"take my advice, it's either live or die
you got to be strong if you want to survive" (Bobby Womack)

Gerade dreht Tarantino einen weiteren Western, oder was immer er dafür halten mag, und ich bin fast versucht zu schreiben: Schade!

Was würde wohl geschehen, wenn Tarantino sich eines Romans oder ineinander geschachtelter Stories von Charles Bukowski oder Mickey Spillane annähme? Hemingway oder James Ellroy?
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ich habe mir den Film deshalb gekauft, da der selbe Regisseur am Werk war wie bei "Pulp Fiction". Auch hier hat er wieder einen lässigen Film gemacht. Die Inszenierung ist sehr ruhig gehalten und nicht wie in vielen anderen Filmen zu sehr hektisch und überstürzt. Hier kommt jeder ausführlich zum Zug. Keiner der Darsteller wird vernächlässigt. Jeder Charakter hat seine genaue Funktion und trotzdem gehören sie alle irgendwie zusammen. Einen großen plus ist die Besetzung. Denn Namen wie Samuel l Jackson oder Robert De Niro sorgen wie immer für großes Kino. Alle Darsteller laufen hier zur hochform auf. Die Story ist isngesamt eher einfach gehalten, dafür aber sehr ausführlich. Es gibt fast immer einen coolen Spruch den Samuel l Jackson auf den Lippen hat. Die Dialoge sind einfach Klasse. Auf Action muss man vollends verzichten, denn hier gibt es keine einzige Actionszene. Schon verwunderlich, das man selbst einen eingefleischten Actionfan wie mich, damit überzeugen kann. Jedoch habe ich auch keine Action vermisst, da es gar nicht zum Konzept gepasst hätte. Daher war ich auch beruhigt, das man sich eher auf andere sachen konzentriert hat. Die Kulissen sind zwar keine Augenweide, jedoch ganz ansehnlich. Die Blu-ray hat einiges zu bieten. Das Bild ist für mich wirklich fast perfekt. Sowohl Außenaufnahmen als auch Innenaufnahmen sind fast perfekt. Es gibt ein paar Aufnahmen die es etwas zu weich geraten sind, was wohl eher an der Kameraführung lag. Ansonsten gibt es keine großen Kritikpunkte. Der Kontrast ist immer ausgeglichen. Die Farben wurden zum Glück nicht nachberarbeitet, somit bekommt man eine natürliche Farbpalette geboten. Die Detailzeichnung ist vorallem bei Nahaufnahmen perfekt. Auch die wenigen Panoramaaufnahmen geben sich keine Blöße. Der Ton ist eine kleine Überraschung, wenn man berücksichtigt das der Film keine einzige Actionszene besitzt. Vielmehr kann der Soundtrack überzeugen. Der über alle Lautsprecher perfekt platziert wurde. Auch die Dialoge sind glasklar abgmischt worden. Die Umgebungsgeräusche wurden dezent auf die Surroundlautsprecher platziert. Auf Effekte muss man verzichten. Auch der Bass hält sich eher im Hintergrund. Trotzdem ist der Ton auf seine Art von Film sehr gut.

Fazit: Einer der lässigsten Filme der Filmgeschichte. Mit einer einfachen, jedoch perfekt umgesetzen Story. Die Darsteller sind durch die Bank perfekt. Vorallem Samuel l Jackson kann mit seinem Schauspiel vollends überzeugen. Ein perfekter Krimi-Thriller der komplett auf Action verzichtet. Kurz gesagt ein Meilenstein!!
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Juli 2006
....pimps try to catch a woman that's weak

Aber Jackie Brown ist alles andere als schwach! Vielleicht die beste Story, die Tarantino jeh verfilmt hat und wahrscheinlich der am meisten unterschätzte Film von ihm obendrein.

Über die Story möchte ich eigentlich nichts verraten, denn selten schafft es ein Regisseur, eine recht komplexe Handlung dermaßen eingängig in einem wenig turbulenten Plot aufzubauen, wie in Jackie Brown. Zugleich stellt der Film einen angenehmen Bruch zu seinen früheren Filmen dar, indem er auf plakative Gewaltdarstellungen verzichtet, ganz einfach weil dieser Film sie nicht braucht. Der Film lebt von seiner ausführlich erzählten Geschichte, den langen Dialogen und genügend Zeit, um die anderen Personen des Films genau zu charakterisieren. Nichts desto trotz verstrickt sich die Hauptfigur immer weiter in einem Strudel aus Gewalt, der am Schluß seinen kurzen, aber dennoch dramatischen Höhepunkt findet. Dennoch ist die Gewalt nie Mittel zum Zweck der Effekthascherei oder Überzeichnung, sondern ist tragender Bestandteil der Geschichte, mehr als in Filmen wie Resevoir Dogs oder Kill Bill. Sie ist subtiler eingesetzt, es ist fast schon "Film Noir"-Stimmung, deshalb gewinnt der Film für mich an Glaubwürdigkeit. Wer am Blutorgien wie Reservoir Dogs denkt und etwas derartiges erwartet, liegt mit diesem Film wohl daneben. Wer sich gerne Filme mit viel Handlung anguckt, eben auch erzählendes Kino mag, wird diesen modernen Klassiker mögen.

Die weiteren Rollen neben Pam Grier (Tarantino soll ihr die Rolle quasi auf den Leib geschrieben haben) sind exquisit besetzt, Robert Forster, Bridget Fonda, Samuel L. Jackson, Robert de Niro, Micheal Keaton, es entsteht fast der Eindruck, als ob Tarantino nur mit dem Finger zu schnipsen bräuchte, um die am besten passenden Schauspieler für seine Streifen zu bekommen.

Tarantino in Topform.
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