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am 6. Juni 2006
Nun was soll man viel sagen: Wer hier Blut erwartet, wartet lang. Doch genau das macht diesen Film aus. Manche würden ihn als langatmig bezeichnen, ich als genial. Wo ist denn der Sinn, wenn alle Filme eines Regisseurs immer so sind wie die anderen. Und genau das mach Jackie Brown aus. Die perfekten Dialoge, die einem wirklich zum lachen bringen und seine Art eine Geschichte, die man auf ner Viertel Stunde hat, in 2 1/2 Stunden zu erzählen, machen den Film sehenswert! Er ist deshalb genial, weil er eben ruhig ist und nicht vollkommen durchgedreht. Mann kann ihn sehen ohne sich zu ekeln und man muss ihn sehen und mögen. Man erwartet vll ewiges Rumgeballer, große Blutspritzer oder fliegende Leichenteile. Doch Gottseidank wird man hier verschont, denn das alles würde den gesamten Flair des Films ruinieren. Das liebt man an Tarantino. Abwechslungsreich und nicht festgefahren. Dieser Film schafft es sogar Tarantino-Hasser auf das andere Ufer zu bringen!

Ordell ist ein Penner aus der Gosse der Kohle mit Waffen macht, aber nicht einmal in der Lage ist Leute um sich zu scheren, denen er vertrauen kann (S. Jackson zeigt das perfekt)

Max scheint ein totaler "Lovefool", doch er ist es nicht und macht das was er tut aus Überzeugung!

Melanie und Luis sind genial daneben und doch total normal (was erwartet man anderes in LA).

Und Jackie, sie ist einfach cool!

GOTTSEIDANK!
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am 5. März 2001
Der Film ist genial (Tarantino eben). Bei den guten Schauspielern (perfekt: S.L. Jackson, P. Grier), einer ausgeklügelten und gut rübergebrachten Story und dem vielleicht besten Soundtrack, den es je gab, auch kein Wunder. Zu überzeugen wissen auch die perfekt inszenierten Verknüpfungen unter den Personen. Auch die nötige Action ist im Film enthalten, allerdings nicht in so Tarantino-typischem Ausmaß. Ein Film, den man gesehen haben sollte, der allerdings auch nach einigem Anspruch verlangt. Sollte man diesen mit sich bringen, kann der Film nur gefallen.
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am 5. Juni 2012
Ein großartiger Film in allen Details: der Filmidee, der Filmbilder und des Abstandes vom Buch als Medium, welches auch hier die Vorlage ist. Ich habe Tarantino nie besonders gemocht und tue es heute auch nicht, aber ich bin bereit, meine letztendlich unerklärliche Abneigung gegen die physische Person ruhen zu lassen und sein Werk, besonders dieses, zu beurteilen, wie es ihm zukommt. Man achte auf die Schnittsequenzen, die Farbhintergründe, die Großaufnahmen in die Gesichter der Protagonisten hinein ... alles mit sicherem Instinkt und selbstbewusster Unabhängigkeit. Tarantino hat derart umfangreiches Filmwissen, dass klar wird, er hat ähnlich gewaltige Teile seines Gesamtlebens mit Filme-Anschauen verbracht, wie z.B. der Schriftsteller Milton mit dem Lesen (bis zur Erblindung eben dadurch). Und so bleibt es nicht aus, dass jede Einstellung eine Anspielung, eine Hommage, eine Weiterentwicklung seiner großen Filmvorbilder ist: Am Auffälligsten finde ich hier seine Parallelen zu Sam Peckinpah und Martin Scorsese. Ich empfehle, ein paar Peckinpah Filme bewusst mit Jackie Brown zu vergleichen, um die Linie, etwa der liebevoll-ungewöhnlichen Details (Kaffee einschenken, Klopfen an der Tür, Riesenaufnahme der Augen) noch mehr zu genießen. Mein Vergleich will sagen: Hier kommt der Filmkenner, der intelligente Anspielungen im Genre sucht, wirklich auf seine Kosten. Man braucht nicht bei Buchvorlagen zu suchen und soll es auch nicht - hier ist der wissende Cineast gefragt. Dürers Hase, könnte man sagen, ist nur ein Hase, aber kraft der Haar-Details sogar manch einer hochauslösenden Kamera überlegen, kurz: Dürers Hase ist eben nicht nur ein Hase, und zwar weil Dürer sich des Hasen angenommen hat. Und so verhält es sich mit Tarantino. Er ist ein großer Künstler im Medium Film, der interessant, reizvoll, besonders ist, weil er mir keine Überfrachtung aus anderen Kunstformen mitzubringen scheint. Selten hab ich einen Film aufgrund seiner unaufgeregten Details so originell gefunden. Fazit: ohne eine Zusammenfassung dieses dem Caper-Movie zuzurechnenden Films zu verraten: Fünf Sterne fürs Handwerk.
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am 2. Juni 2015
Bobby Womack's weltberühmter Song "Across 110th Street" steht wie ein Motto über Quentin Tarantinos von vielen Kinogängern mit gemischten Gefühlen betrachteten Film "Jackie Brown", den ich persönlich, um das gleich vorwegzunehmen, für das bemerkenswerteste, interessanteste und einfach schönste Werk unter den vielen interessanten Filmen Tarantinos halte.

Wie üblich in den "frühen" Tarantino-Filmen gibt es eine ganze Reihe Protagonisten, die miteinander, über einander hinweg, aneinander vorbei und frontal aufeinander zu agieren, sprechen, denken, taktieren, lieben, nerven, vögeln und morden - wobei letzteres hier eine für Tarantino eher untergeordnete Rolle spielt, aber dazu später mehr.

Kern und treibende Kraft (sozusagen "Kernkraft") ist natürlich Jackie Brown selbst, eine nicht sonderlich erfolgreiche Stewardess in ihren vierziger Jahren, die schon lange verstanden hat, dass Jungmädchenträume nur Chimären sind und ihr Leben bei ehrlicher Betrachtung wohl eher als gescheitert bezeichnet werden muss - zumindest im Hinblick auf Geld, Liebe, Spaß und andere mehr oder weniger entscheidende Attribute, denen wir alle, die wir als Glücksritter angetreten sind, hinterherhetzen; bis wir schlau, doof, reich, arm, verrückt, frustriert, tot sind - oder eine Kombination aus all dem, und am Ende blinken vor dem strahlend blauen Super-Cinemascope-Los-Angeles-Himmel zwei dürre Worte in candy-apple-red: GAME OVER.

Pam Grier, die in den frühen 70ern bekannte "Blaxploitation"-Ikone, verleiht Ihrer Jackie Brown in unnachahmlich dezenter und glaubwürdiger Weise nicht nur Züge ihres eigenen Lebens, sondern spiegelt vor allem unsere eigenen, des Zuschauers Enttäuschungen und Zukunftsängste, zugleich aber auch unsere trotzige Hoffnung und das verbissene Weitermachen in das attraktive, sehr lebendige, sehr wache Antlitz ihrer von den Stürmen des Lebens heftig geschüttelten Figur.

Mit Jackie verbunden ist der Handfeuerwaffenhändler, Zuhälter, Drogenschmuggler und Möchtegern-Big-Shot Ordell Robbie, auf seine Weise eine ebenso vom Leben eingeschüchterte, verzweifelte, überdrüssige und sich geradezu zwanghaft auflehnende Figur.

Samuel L. Jackson gibt hier eine der spannendsten und hintergründigsten Darstellungen seiner gesamten Karriere, einen Laberhannes und Angeber, einen tragisch selbst an seinem sehr speziellen eigenen Ethos scheiternden Clown, einen vorgeblichen "Jack-of-all-Trades" der doch tatsächlich gerade mal ein drogenabhängiges Schmarotzerflittchen (Melanie Ralston / Briget Fonda), eine völlig abgehalfterte Altprostituierte (Simone / Hattie Winston), ein fast schwachsinniges oder sich zumindest schwachsinnig gebendes Landei (Sheronda / LisaGay Hamilton) und ein paar Kleingangster, vor allem den grandios fehlbesetzten Robert de Niro als unterdurchschnittlich intelligenten Eierdieb Louis Gara, einigermaßem bei der Stange halten kann.

Verlierer, Dummschwätzer und Angeber allenthalben, die vor allem damit beschäftigt sind, sich gegenseitig übers Ohr zu hauen und sich auf diese Weise zumindest noch einen kleinen Rest an Selbstachtung zu erhalten, und wenn's auch nur eine Illusion sein sollte.

Das alles ist nicht nur fast, sondern tatsächlich wie im richtigen Leben - und zeigt Regisseur und Autor Quentin Tarantino auf der Höhe seiner Kunst, gelernt bei Hitchcock, Altman, Shepard und Jarmusch, ohne diese auch nur eine Sekunde lang ungewollt zu tradieren, oder zu karikieren, oder auch in ihre Grenzen zu verweisen.

Und die Kirsche auf diesem sahnigen, gehaltvollen Kuchen mit Chilli und blauen Bohnen ist der leider viel zu selten zu sehende Robert Forster in der Rolle des Max Cherry: Cool, augenzwinkernd, beginnend altersweise, kontrolliert, intelligent, voller emotionaler Tiefe - und eben auch ein Scheiternder, ein Gefangener in seinen eigenen Lebensumständen, der in Jackie Brown die vielleicht letzte, vielleicht größte Liebe seines Lebens trifft - und wieder verliert, denn zwei solche Alpha-Tiere, die sich immer als Beta-Tiere aufgeführt haben, die Alpha-Tiere spielen, können einen komplexen und komplizierten Plan zur Verbesserung ihres Lebensstandards entwickeln und durchführen - aber auf Dauer eben doch nicht miteinander auskommen.

Ja, es gibt eine echte Handlung in diesem Film, einen echten Plot, und ja, ich rede um diesen heißen Brei herum - nicht, weil der Plot des Films schlecht wäre oder weil ich krampfhaft sog. "Spoiler" vermeiden will, sondern weil es gerade in diesem Film aller Gewitztheit des mehrfach in sich verdrehten Plots zum Trotz eben eigentlich gar nicht auf ihn ankommt - wichtiger, noch wichtiger als in allen anderen Tarantino-Filmen, ist hier das "Menschlich=Allzumenschliche".

Selbst die bei Tarantino immer streng stilisierte, plötzlich aufflammende und ebenso plötzlich verschwindende Gewalt tritt in diesem Film in den Hintergrund - wenn ich das richtig erinnere, gibt es hier "nur" vier Tote, alle kurz und schmerzlos erschossen, alle Taten auf Kumpanei mit dem Zuschauer angelegt, der wohl denken soll "Na macht nix, eh kein Verlust für die Menschheit", alle gerade in ihrer Nebensächlichkeit grausam, anti-human und im wahren=schlechten Sinn des Wortes "beiläufig".

Das Konzept des "beiläufigen Todes" ist typisch Tarantino und in allen seinen Filmen zu finden: schnoddrig und schwarzhumorig in "Pulp Fiction", überdreht und blank in "Death Proof", comicartig und balletös in "Kill Bill", zentral und klaustrophobisch in "CSI Vegas: Grave Digger", alternativgeschichtlich und grotesk in "Inglourious Basterds" und im totalen overkill scheiternd in "Django Unchained".

Hier, in Jackie Brown, ist dieses Konzept perfekt, glatt, gedankenlos, fast schon unwichtig - und macht dabei doch in aller grellen Deutlichkeit klar, dass jeder Tod, und sei er noch so klein, unwiderruflich und für alle Zeiten ein Loch ins Universum brennt.

Ein großer Film mit großen Schauspielern von einem großen Filmemacher:

"take my advice, it's either live or die
you got to be strong if you want to survive" (Bobby Womack)

Gerade dreht Tarantino einen weiteren Western, oder was immer er dafür halten mag, und ich bin fast versucht zu schreiben: Schade!

Was würde wohl geschehen, wenn Tarantino sich eines Romans oder ineinander geschachtelter Stories von Charles Bukowski oder Mickey Spillane annähme? Hemingway oder James Ellroy?
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am 30. Dezember 2012
Jackie Brown - Dieser Film war schon lange auf meiner Liste. Nun war er als Steelbook günstiger, als in der normalen Fassung, da habe ich zugegriffen!

Das Steelbook
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Es gibt ja einige, die sich ausschließlich Steelbooks kaufen. Das kann ich nicht ganz verstehen. Ich habe einige Steels, aber die waren meist günstiger, als die Normalpackung. Ich bin jetzt so eingestellt, dass ich Filme, die ich besonders gut finde, als Steelbook kaufe. Die werden dann auch optisch schön aufgestellt und nicht einfach ins Regal geschoben.

Dieses Steelbook von Jackie Brown sieht wirklich super aus. Mattschwarz und Pam Grier (Jackie Brown) zielt mit der Waffe auf uss. Das sieht einfach super aus.

Der Film
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Der Film ist ein Gangsterstreifen, der ohne Film Geballer und ohne Special FX auskommt und trotzdem, oder gerade deshalb zu den besseren gezählt werden darf.
Jackie Brown ist als Stewardess eine kleine Geldschmugglerin, die Angst um ihr Leben haben muss, weil ihr Boss und Auftraggeber, dem Waffenhändler Ordell (wahnsinnig gut: Samuel L. Jackson), keine Pannen durchgehen lässt. Sie wurde von der Polizei geschnappt und gerät nun in die Zwickmühle.

Die Machart des Films, die Msuik und der 80er-Jahre Charme vermitteln während des ganzen Films eine sehr gute Atmosphäre. Der Film ist intelligent und doch merkt man oft deutlich die Handschrift von Quentin Tarrantino, was durchaus positiv ist.

Mein Fazit
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Kaufen, kaufen, kaufen!
Der Film ist genial, in dieser Version sogar überarbeitet und eine schönere Edition im Regal kann ich mir kaum vorstellen.
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am 12. Februar 2005
Weniger Blut, mehr Handlung. Das soll nicht heißen, dass ich Jackie Brown besser finde als Pulp Fiction oder From Dusk Till Dawn. Jackie Brown ist ein toller Film mit einem tollen Thema und tollen Darstellern. Ordell (l. Jackson) ist ein Waffenhändler, Jackie (Grier) ist eine Stewardess, Luis (De Niro) ist ein ehemaliger Heftling, Max (Forster) ist ein Kautionsvermittler und Natalie (Fonda) ist das Stradhässchen. Und was haben all diese Personen gemeinsam? Sie sind hinter einer halben Million in Bar her. Auch in diesem Film exestiert sinnlose Brutalität, wie man es aus Pulp Fiction oder Natural Born Killers gewohnt ist, für solche Heinis die einen Film nur nach der Gewalt beurteilen. Vielleicht verwirrt der Film einen, wenn man ihn das erste mal sieht. Mich hat er eindeutig verwirrt. Und übrigens: Der Film ist kein bisschen langweilig. Redet euch nicht so einen Schwachsinn ein, Leute.
Die Musik ist wiedermal 1A! Nicht so gut wie in Pulp Fiction, aber trotzdem der Hammer! Extras gibt es in Hülle und Fülle. Ein Interview mit De Niro und Tarantino, 2 Trailer, solche Sachen die mit anderen Filmen verglichen werden und noch mehr. An der Ton und Bilqualität kann man nicht meckern, echt guter Sound. Gute Übersetzung mit Original Ton.
Also einfach eine gelungene DVD mit einem spitzen Film und guter Ausstattung!
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am 2. September 2005
Wie bei der SZ-Cinemathek so üblich, wird man auch hier wieder nur den Film ohne jegliches Bonusmaterial veröffentlichen, die DVD-Hülle in Karton mit unüblichem Format. Echte Fans greifen da lieber zur viel umfangreicheren Collectors Editon, die (bislang leider nur) in England und den USA erhältlich ist. Einziger Nachteil dieser Fassung ist die fehlende deutsche Synchro. Allerdings ist der Film eh nur in der Originalfassung ein wirkliches Vergnügen. Verusuchen sie ebay oder Importhändler im Internet. Allerdings: Der Preis €9,90 ist fair und wen nur der Film interessiert (ohne Bonusmaterial, Widescreen und DTS) ist hier gut bedient.
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am 8. Juni 2016
JACKIE BROWN ist eigentlich ein typischer Tarantino ... aber:
Hier kommt kaum Spannung auf, die Dialoge zünden nicht, die Inszenierung wirkt seltsam hölzern und die Schauspieler zeigen unterdurchschnittliche Leistungen, was vermutlich an einer schwammigen Regiearbeit liegt.
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am 21. Januar 2016
Der dritte Film von Quentin Tarantino kam drei Jahre nach dem legendären „Pulp Fiction“. Die Erwartungen an „Jackie Brown“ waren dementsprechend hoch. Ich als Tarantino-Fanatiker muss jedoch eingestehen, dass ich erst jetzt „Jackie Brown“ gesehen habe. Ich weiß nicht genau warum ich erst jetzt dazu kam. Irgendwie vermutete ich eine ähnliche Story wie bei „Kill Bill“, doch selbst dann hätte mich das nicht abgehalten, denn ich liebe „Kill Bill“… Wie dem auch sei, besser spät als nie! Und kurz vor seinem neunten Film, „The Hateful Eight“ dachte ich mir: „Jetzt aber!“ Und obwohl ich wusste, dass mir „Jackie Brown“ sicherlich gefallen würde, war ich dennoch überrascht. Ein typischer Tarantino und doch wieder was ganz Anderes. „Jackie Brown“ gehört zum Genre der Heist-Movies und erzählt die Geschichte der Stewardess Jackie, die für einen großen Waffenhändler Geld schmuggelt.

Die Story ist insgesamt recht simpel, wenn man es mal objektiv betrachtet: Jackie Brown schmuggelt Geld von Mexiko nach Amerika und wieder zurück. Als sie eines Tages jedoch geschnappt wird, kauft ihr Boss sie frei, um dann kurzen Prozess zu machen. Doch Jackie ist nicht dumm und schmiedet einen Plan, um aus der Sache raus zu kommen…

Wie gesagt ist die Story simpel, wenn auch an manchen Stellen etwas verschachtelt erzählt. Doch wie so oft geht es darum, wie eine Geschichte erzählt und dargestellt wird. Und das kann Tarantino wie kein anderer. Ist „Jackie Brown“ etwas lang? Ja. Hat der Film einige unnötig wirkende Szenen? Definitiv. Doch warum juckt mich das nicht? Weil ich an jedem Wort der Figuren hänge. Tarantino kann ein sinnloses Gespräch über einen Anzug, ein Familienbild oder ein Fernsehprogramm spannender inszenieren, als Michael Bay seine ganzen „Transformers“-Filme. Tarantino lässt sich für seine Szenen, für seine Figuren und deren Handlungen Zeit, manchmal zu viel, aber es wirkt nie künstlich, zumindest nicht für mich. Durch einige längere Sequenzen, die zunächst belanglos erscheinen, entwickeln sich Charakterzüge. Ich begreife alle Figuren innerhalb von Minuten. Die meisten Regisseure kümmern sich eher darum die Handlung voran zu treiben, mit vielen Schnitten und essenziellen Dialogen. Tarantino hingegen lässt die Kamera auf den Darstellern ruhen, lässt die Schauspieler auch mal improvisieren und kümmert sich später um die Handlung. Doch das nimmt dem Film keineswegs an Fahrt, im Gegenteil: Je länger man im Geschehen drin ist, desto intensiver werden die Beziehungen zwischen den Figuren und dennoch verliert Tarantino nicht die Handlung aus den Augen, sondern setzt sie nicht selten auch sehr künstlerisch um, wie etwa die versetzten Zeitebenen oder etwa ein geteiltes Bild, um zwei Handlungen parallel zu sehen.

Der Cast ist grandios, aber was erwartet man auch sonst? Pam Grier ist wundervoll als Jackie Brown, die trotz ihres Alters jede Menge Sexappeal hat und diesen auch bewusst einsetzt. Dazu ist sie clever, aber auch sensibel. Samuel L. Jackson, Tarantinos Liebling, spielt den eiskalten Boss Ordell. Klasse, wie immer. Ein Highlight ist aber vor allem Robert De Niro als gelangweilter und gestresster Louis, man musste ich lachen bei einigen Szenen! Robert Forster gibt den coolen Kautionsagenten und dann sind da noch kleine Nebenrollen, wie Chris Tucker und Michael Caine, der bitte wieder in einem Tarantino-Film mitspielen soll, wenns geht!

Auch die deutsche Synchronisation ist klasse, auch wenn man sich erst an Jackson's deutsche Stimme gewöhnen muss.

Neben den grandiosen Darstellern ist aber Tarantino der Star des Films. Seine eigenwillige Kameraarbeit, die unkonventionelle Erzählstruktur und vor allem der Soundtrack, der ein Mix aus vielen verschiedenen Platten von Tarantino darstellt. Hier hat die Musik aber auch einen deutlich größeren Anteil am Film, als bei manch anderen seiner Filme. Max wird sogar von Jackie Brown's Musikgeschmack beeinflusst, was mir sehr gefällt.

Technisch ist das Bild klasse, der Ton ebenfalls, alles super.

Fazit: Tja, was soll ich groß über diesen Film schreiben? Ich habe „Jackie Brown“ gerade erst entdeckt und werde ihn sicherlich noch viele Male sehen. Ein grandioser Cast, eine ruhige, aber unglaublich packende Erzählweise und ein fabelhafter Soundtrack. Normalerweise würde ich jetzt etwas rum spinnen, auf welchem Platz er bei mir in der „Tarantino-Lieblings“-Liste liegt, doch in meinen Augen kann man Quentins Werke nicht miteinander vergleichen. Ich habe zwar meine Lieblinge („Kill Bill Vol. 1 + 2“ und „Django Unchained“), doch die anderen Streifen sind fast alle auf demselben Niveau. Ich liebe seine Arbeit mehr und mehr und „Jackie Brown“ ist nun ein weiterer Klassiker in meiner Sammlung geworden!
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am 13. Mai 2007
Jackie Brown hat bei Erscheinen einige Fans der grotesken Tarantino-typischen Szenen, die eine Art zweites Pulp Fiction erwarteten leicht enttäuscht in den Kinosesseln zurückgelassen. Auf langgezogene, völlig absurde Szenen (wie die Folterszene bei Reservoir dogs) hat der exzentrische Filmemacher zum Großteil verzichtet, dafür jedoch die Handlung in eine sehr geniale, bunte 70er Jahre Atmosphäre im Stile der Blaxploitation- Filme eingebettet.

Schon alleine die Schauspielerwahl mit Pam Grier in der Rolle der Jackie Brown hat bei Erscheinen des Films viele überrascht, zumal sie Jahrzente verschollen (bekannt war sie durch 70er Jahre Filme wie "Coffy")blieb, dann jedoch hier jedoch als Hauptperson voll überzeugen konnte. Unglaublich wie Tarantino es schafft Schauspieler auszugraben, an die keiner im Entferntesten mehr geglaubt hat und denen dann eine Rollen anzubieten, die diesen wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint (so John Travolta in Pulp Fiction oder David Carradine in Kill Bill).

Schon beim genialen Vorspann wird deutlich, welche Schauspielgrößen mal wieder engagiert wurden, das Staraufgebot steht dem von Pulp Fiction in nichts nach: Pam Grier, Samuel L. Jackson, Robert DeNiro, Michael Keaton...

Der Grund, warum der Film etwas, nennen wir es mal "zurückhaltender" ist als gewohnt, ist lediglich die Tatsache, dass es sich hier um eine Verfilmung des Buches "Rum Punch" von Elmore Leonard handelt. Das "zurückhaltend" ist natürllich immer relativ zu sehen, denn Tarantino bleibt Tarantino (ich erwähne dabei die Parkplatz- Szene mit Robert DeNiro und Bridget Fonda); außerdem ist auch das Buch nichts für schwache Nerven und bietet optimalen Stoff für eine Tarantino- Verfilmung.

Jackie Brown ist eine Stewardess in den Vierzigern, die für ihren Freund Ordell Robbie, einen knallharten Waffenhändler, Geld über die Grenze schmugelt. Einmal wird sie jedoch vom FBI am Flughafen mit 50000 Dollar Schwarzgeld erwischt. Das FBI ist bereit sie frei zu lassen wenn sie ihnen den Namen ihres Auftraggebers verrät; der jedoch würde Jackie umbringen, falls er davon erfahren würde. Jackie gelingt es auf geniale Weise zusammen mit dem Kautionsvermittler Max Cherry beide Seiten gegeneinander auszuspieln...

Die Handlung ist besonders im Buch sehr verzweigt, komplex und mit weitaus mehr Nebenhandlungen versehen; Tarantino konzentriert sich aufs Wesentliche und schafft jedem Einzelnen seiner Charaktere etwas Skurriles zu verleihen.

Ein wahrer Tarantino eben...
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