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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ihr armen Geschöpfe ich kann nichts für euch tun"
Nach dem Ende des Films hält man stumm inne, atmet tief durch.
Was für ein meisterhafter, grossartiger Film.
So überragend, verstörend und tief erschütternd wie es leider nur wenige Filmperlen gibt.
Ein Film, dessen trügerisch ruhige Erzählweise, seine phantastischen Schauspielerleistungen, seine bis ins Mark...
Vor 8 Monaten von Rumburak veröffentlicht

versus
40 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Am Ende doch nur grau
Das Label FOX SEARCHLIGHT dient der 20th CENTURY FOX als Produktionsstätte für anspruchsvollere oder kleinere Filmproduktionen - man liegt hier also ein Jota neben der normalen Mainstream-Schiene der FOX Studios. So auch ALLES WAS WIR GEBEN MUSSTEN - ein kleiner Film in einer parallel-utopischen Gesellschaft, in der Menschen als Ersatzteillager gezüchtet...
Veröffentlicht am 18. Oktober 2011 von Dr. Gaius Baltar


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ihr armen Geschöpfe ich kann nichts für euch tun", 29. Juli 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles, was wir geben mussten (DVD)
Nach dem Ende des Films hält man stumm inne, atmet tief durch.
Was für ein meisterhafter, grossartiger Film.
So überragend, verstörend und tief erschütternd wie es leider nur wenige Filmperlen gibt.
Ein Film, dessen trügerisch ruhige Erzählweise, seine phantastischen Schauspielerleistungen, seine bis ins Mark menschenverachtende, perfide Hintergrund- Geschichte so tief in die Seele trifft, dabei vollkommen unkitschig und auf dämonische Weise auch nicht allzu weit hergeholt, daß er mich noch lange in der Nacht beschäftigte.
Viele Themen werden hier aufgegriffen : Themen um die Verantwortung des Menschen, die Herabwürdigung des menschlichen Lebens auf ein Stück Ware, auf ein im wahrsten Sinne des Wortes Ersatzteillager.
In betörenden, zutiefst herzzereissenden Passagen, die die Fragen nach der moralischen ethischen Verantwortung einer hochtechnisierten Gesellschaft stellt in der Wissenschaftler Gott spielen können, wird uns hier das Schicksal einer Gruppe von Jugendlichen nahe gebracht, die quasi in einer Parallelwelt, einem behüteteten Internat in den siebziger Jahren aufwachsen.
Von der Außenwelt vollkommen abgeschottet, wirkt dies anfangs wie eine idyllisch schöne englische Eton-College Atmosphäre. Musizierstunden, Sportunterricht, erste zärtliche Liebe zwischen den Schülern und Schülerinnnen.
Doch wird dieser Flm grollend wie ein Unwetter seinen verhängnisvollen Lauf nehmen, und dies in einer selbstverständlichen Beiläufigkeit, daß man des öfteren seinen Augen und Ohren nicht traut.
Von ihrer Geburt an, jedes der Kinder ist geklont, dient ihre "idyllische" Lebenswelt nur einem Zweck; der Vorbereitung auf ihr eigentliches Lebensziel, gennant die "Vollendung".
Junges starkes gesundes Menschenmaterial wird quasi herangezüchtet, um einer nie in Erscheinung tretenden, möglicherweise reichen sozialen Gesellschaftsschicht als Organspendenlager zu dienen.
So gelang es wissenschaftlich die Lebenserwartung von Priviligierten auf mindestens 100 Jahre hochzuschrauben.
Spätestens mit dem vierzigsten Lebensjahr werden den gesunden starken herangezüchteten Probanden lebenswichtige Organe aus den gesunden Körpern entnommen, und spätestens nach drei Spenden winkt die "Vollendung" ihres Daseins. Der Tod auf dem Operationstisch.
Eine Geschichte, die einem das Blut gefrieren läßt.
Weit ab von vielleicht ähnlich gelagerten Fimen wie "Flucht ins 23. Jahrhundert" oder "Coma" wird hier auf sämtliche Effekthascherei verzichtet.
Das Entsetzen beim Zuschauer entsteht durch die vollkommene Ergebenheit der Kinder, später Jugendlichen, jungen Erwachsenen in ihr scheinbar unausweichliches Schicksal.
Wir Zuschauer sehen die Welt, manchmal kamen mir Assoziationen an die "Amish- People " , nur durch die Augen der jugendlichen Protagonisten, die vom Säuglingsalter an, jede Eigenverantwortung, jede Entscheidungsfreiheit in ihrem Leben nicht entwickeln konnten , überhaupt nicht die Möglichkeit eines Zweifels, einer Rebellion in ihren Köpfen vorhanden ist.
Dogmatisch wurde ihnen ihre einzge Lebensberechtigung ins Denken geimpft.
Hier ist der Film ein traurig, hilflos wütend machendes Beispiel dafür wie sehr gerade auch Menschen im Kindesalter für falsche Ziele manipuliert, zu willenlosen Werkzeugen umfunktioniert, geprägt werden können.
Sie aktzeptieren voll und ganz ihr Schicksal.
Ja selbst die Liebe, die stärkste, individuelle Kraft des Menschen ist hier machtlos,das gelerne System zu durchbrechen.
Warum wehren sich die Jugendlichen nicht, warum begehren sie gegen ihr nur scheinbar unabwendbares Schicksal nicht auf?
Gleiche Frage könnte man anderweitig stellen: Warum wurden in Hitlers Eliteschule "Napola" Menschen für den heroischen letzten Kampf im Krieg hergezüchtet, und gingen noch euphorisch ins letzte sinnlose Gefecht? Was trieb japanische Kamikaze -Flieger ihr junges Leben, ihre Liebe für eine unsinnige Tat zu opfern, was ist mit Kindersoldaten, Sebstmordattentätern?
Stets ist es die jahrelang, seit Kindheit an infiltrierte Gewissheit das Richtige und Einzig Mögliche zu tun, was jeden individuell, archaischen Lebenswillen untergraben kann.
Das Nicht Erkennen einer Alternative, einer Möglichkeit jahrzentelang eingeübtes Denken zu durchbrechen, das macht gerade diesen Film so schmerzhaft.
Und man könnte unsere drei Jugendlichen an den Schultern rütteln, vor Fassungslosigkeit, wenn hier stolz berichtet wrd, daß es einem Freund auch nach der dritten Organentnahme noch einigermaßen gut geht.
Hier wird, wie ein grosser Haufen Lämmer, junges Leben, junge Seelen, junge Generationen zur Schlachtbank geführt.
Willenlos, und fremdgesteuert überzeugt für eine gute, für die einzig mögliche Sache zu sterben.
Dies macht den Film so verstörend und meisterhaft. Ebenfalls ein hervorragender Schachzug des Films die eigentlichen Verantwortlichen, die Strippenzieher dieser furchtbaren Vorgänge im Hintergund zu lassen.
Wir können den Bildern nicht trauen, denn nur in kurzen Andeutungen wird uns die weitverzweigte Organisation dieser Vorgänge verdeutlicht.
"Im Hinterland werden jetzt neue Legebatterien gebaut".
Big Brother bleibt eine bedrohlich unbekannte Konstante. Nie direkt offengelegt, und damit umso präsenter und bedrohlicher.
Wie weit ist unsere Gesellschaft noch von dieser pervertierten Züchtung eines zweckgebundenen, künstlich hergestellten gleichwohl lebenden, fühlenden Geschöpfes entfernt?
Fazit: Ein unvergleichlich erschütterndes, kraftvolles Meisterwerk.
In seiner ruhigen Inszenierung, seiner niederschmetternden Aussagekraft, seinen überragenden Bildern und Schauspielern einer der ganz grossen Filme der letzten Jahre.
Er treibt einem die Tränen in die Augen,macht ratlos und ist unvergesslich.
Das traurige schmerzvolle Lächeln des Mädchens durch das verglaste OP-Fenster, der letzte Augenaufschlag des Jungen auf dem Operationstisch. Dies trifft mehr ins Herz , als vieles bisher Gesehene.
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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schönheit der Traurigkeit, 4. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Alles, was wir geben mussten (DVD)
Das ist er, mein Film des Jahres 2011 - trotz gigantischer Mitbewerber wie "Somewhere" oder "Melancholia" ist "Alles was wir geben mussten" doch der melancholischste Film von allen. Ich muss mir regelrecht verbieten, ihn nicht öfter anzuschauen, weil seine Wirkung so stark ist, dass ich Angst habe, sie abzunutzen.
Wenn Traurigkeit und Dramatik zu sehr im Vordergrund stehen, empfinde ich sie sehr schnell als Holzhammer- und Tränendrüsen-Bedienung. Effekthascherei. Gefühlszüchtung. Bei dieser Art Film ist das anders. Hier spricht keine Bitterkeit über die Schlechtigkeit des Lebens und der Menschen, sondern eine tiefe Liebe zu ihnen, eine rein empfundene Freude über die Schönheit in einem Leben, das doch so viele Schattenseiten hat. Ein großes "Ja" trotz so vieler "Neins".
Die Bilder, die Musik, die Schauspieler sind perfekt (Keira Knightley habe ich außer in "Abbitte" selten so faszinierend gesehen, und die allgemeine Begeisterung für Andrew Garfield und Carey Mulligan konnte ich erst nach diesem Film nachvollziehen). Auch die Kinderdarsteller sind hervorragend ausgewählt, selten habe ich erlebt, dass Kind- und Erwachsenenfiguren so gut zusammenpassen.

Den von manchen hier erhobenen Vorwurf, das sich fügende Verhalten der Charaktere sei unrealistisch und nicht nachvollziehbar, kann ich nicht teilen. Für einen Film, wie wir ihn gewöhnt sind, mag die Handlung von "Die Insel" logischer erscheinen. Versetzt man sich jedoch wirklich in einen Menschen, der komplett ohne Eltern oder elternähnliche Figuren aufwächst, ausschließlich unter Menschen mit ähnlicher Lebenserwartung, einen Menschen, der erst spät und nur ein paar Jahre lang erfährt, wie das Leben für normale Personen aussieht, dann scheint es logisch, dass sich die Klone ihrem Schicksal ergeben. Kämpfen kann man nur, wenn man sich ein Ziel vorstellen kann.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend still..., 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Alles, was wir geben mussten (DVD)
... erzählt Mark Romanek die Geschichte von Kathy(Carey Mulligan), Ruth(Keira Knightley) und Tommy(Andrew Garfield). Nach der Romanvorlage von Kazuo Ishiguro aus dem Jahr 2005 hat Romanek die bewegende Geschichte in Szene gesetzt. In einer fiktiven Vergangenheit führt uns die Story ins Internat Hailsham, in den 70er Jahren. Die Kinder dort scheinen in einer normalen Schule unterrichtet zu werden. Doch sehr früh müssen sie erfahren, dass ihr Leben nur einem einzigen Zweck dient: Sie sollen ihre lebenswichtigen Organe spenden, um damit anderen Menschen das Leben zu retten. Sobald sie erwachsen sind, stehen ihnen mehrere Organentnahmen bevor, ehe sie die "Vollendung" erreichen. Nur zu diesem Zweck leben sie.

Tommy passt nicht so recht in den Internatalltag. Der Junge ist jährzornig, schwierig und wird schnell zum Außenseiter degradiert. Nur Kathy zeigt ihm ihre Zuneigung. Als die Kinder älter werden, ist es jedoch die resolute Ruth, die Tommy für sich gewinnt. Als Teenager dürfen sie Hailsham das erste Mal verlassen und lernen die "wirkliche Welt" kennen. Dann trennen sich ihre Wege. Aber das Schicksal sorgt dafür, dass sich die drei Internatsinsassen wiedersehen werden. In einer Zukunft, die keinerlei Hoffnung für sie bereitzuhalten scheint...

-Alles was wir geben mussten- wird in Rückblenden, aus der Sicht von Kathy, erzählt. Der Film behandelt ein Thema, mit dem Romanautor Ishiguro einerseits schonungslos, hart und offen umgeht, andererseits aber komplett ohne Schock- oder abstoßende Szenarien auskommt. Vielmehr konzentriert sich Ishiguro auf die Charaktere von Ruth, Kathy und Tommy. Durch tiefe Einblicke in ihr Gefühlsleben sorgt er dafür, dass wir auch ohne brutale Organentnahmeszenen ganz genau erkennen, in welcher Hölle sich diese drei Menschen befinden. Mark Romanek hat es sehr gut hinbekommen, diese leisen und doch so eindringlichen Töne in Bilder zu fassen. Dabei ist -Alles, was wir geben mussten- ganz sicher kein Schocker- oder Actionfilm geworden. Vielmehr hat Romanek eine absolut gelungene "Autorenkino-Verfilmung" hinbekommen. Wer den Blick aufs Detail liebt und auch gern einmal zwischen den Zeilen liest, der wird bei diesem Film voll und ganz auf seine Kosten kommen.

Was die Besetzung des Films angeht, so bleiben wirklich keine Wünsche offen. Mulligan, Kneightley und Garfield spielen das Schicksalstrio dermaßen gut, dass einem jede Einstellung unter die Haut geht. Dazu gibt es in Nebenrollen Sally Hawkins und Charlotte Rampling zu bewundern. Mehr kann man kaum erwarten.

-Alles was wir geben mussten- ist ein stiller Film geworden. Still, beeindruckend, aufwühlend und mit Bildern angefüllt, die einen an den Stillstand der Zeit glauben lassen. Ganz sicher kein Film für jeden Zuschauer. Wer jedoch auf inhaltvolle Romanverfilmungen steht, der dürfte an Mark Romaneks Film seine wahre Freude haben...
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42 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die umgekehrte Truman-Show, 27. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Alles, was wir geben mussten (DVD)
Der Vergleich wird manchen auf den ersten Blick überraschen, aber beim zweiten Hinsehen wird vielleicht klar, warum man diesen Film als die pessimistische Variante der Truman-Show bezeichnen könnte. Wie dort sind auch hier die Hauptfiguren, zwei Mädchen und ein Junge, die gemeinsam in einem englischen Internat auf dem Lande aufwachsen, Gefangene einer gigantischen Illusion. Dort ist es das Idyll eines bürgerlichen Lebens, hier das einer Schule in malerischer Umgebung. Am Ende scheint ein Ausweg möglich, aber wenn die Hilfe ausgerechnet von Unheilsbotin Charlotte Rampling kommen soll, verheißt das wenig Gutes...

Für mich war dieses fesselnde Liebes- und Existenzdrama mit einem so noch nicht gesehenen Thema die bisher größte Überraschung dieses Kinojahres; und das liegt einerseits an dem vollkommen sprachlos machenden Finale, aber auch an der famosen Besetzung, denn sowohl Carey Mulligan, Keira Knightley und Boy A Andrew Garfield als auch die adäquat besetzten Jungdarsteller, die deren Rollen im Kindesalter spielen, treffen jeden Ton in Dialog und Mimik und lassen den Zuschauer in jeder Szene mitgehen.
Die Handlung, die von utopischen Alptraum-Visionen des Kinos wie 2022 ... die überleben wollen oder Flucht ins 23. Jahrhundert vage inspiriert sein mag, ist in der Selbstverständlichkeit und Lakonik, mit der die Utopie in eine uns vermeintlich bekannte Gegenwart verfrachtet wird, ein echter Schocker. Weniger ist manchmal mehr: Wenn sich hier die Zukunftswelt mit ihren Gesetzen fast ausschließlich in Dialogen und nicht in technischen Spielereien oder computergenerierten Hintergründen manifestiert, wirkt das intensiver als jeder Spezialeffekt. Diese Wirkung ist natürlich ein Verdienst vor allem der Buchvorlage von Kazuo Ishiguro, der wir auch den (nicht schlechten) deutschen Filmtitel (Original: "Never Let Me Go") verdanken, aber die Regie von Mark Romanek (One Hour Photo) setzt dessen Vorlage wirklich kongenial um. Man kann leider nichts vom Inhalt verraten, ohne dieses faszinierend-verstörende Filmerlebnis zu sabotieren, denn die erste von zwei entscheidenden tragischen Weichenstellungen ist die wichtigere und offenbart sich bereits im ersten Drittel des Films. Wer es wie ich schafft, diesen Film zu sehen, ohne davon etwas zu ahnen, wird sicher noch mehr gepackt und geschüttelt.

Abschließend sollte nicht verschwiegen werden, dass dieser Film sich nicht für Zuschauer eignet, die zu Depressionen und Defätismus neigen, denn die Geschichte, die hier erzählt wird, ist zutiefst demoralisierend und die unaufgeregte, poetisch-schlichte, effektarme, fast beiläufige Erzählweise, gepaart mit der beklemmend resignativen Grundhaltung der Figuren, macht alles nur noch schlimmer.

Für Freunde von 2022 ... die überleben wollen und Children of Men.
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40 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Am Ende doch nur grau, 18. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Alles, was wir geben mussten (DVD)
Das Label FOX SEARCHLIGHT dient der 20th CENTURY FOX als Produktionsstätte für anspruchsvollere oder kleinere Filmproduktionen - man liegt hier also ein Jota neben der normalen Mainstream-Schiene der FOX Studios. So auch ALLES WAS WIR GEBEN MUSSTEN - ein kleiner Film in einer parallel-utopischen Gesellschaft, in der Menschen als Ersatzteillager gezüchtet werden. Sie leben in Internaten und bekommen bis zur ihrer Auswertung ein bescheidenes Leben in Dörfern und auf Farmen. Bis sie eben spenden müssen - und meist nach der 3. Spende ins Gras beissen. Natürlich - welch Überraschung - haben diese Menschen eben auch Gefühle und lernen in ihrer kurzen Lebenszeit auch zarte Annäherungen der Liebe kennen. Doch sie bleiben völlig passive Menschen, haben wenig Antrieb, laufen nicht weg, ergeben sich ihrem Schicksal. Das mag der eine Zuschauer als äußerst traurig-schön und berührend finden, der andere mag sich durchaus zurecht auch fragen: Was will mir der Künstler hier erzählen? Passive Figuren, die in matten Farben ihr trist-passives Leben aushauchen, ohne Höhen - nur in dauerhaften Tiefen. Mit einer einzigen Überraschung: Sie haben ja auch eine Seele. Ja, das ist schön, das ist wahr. Aber mal abgesehen von der völlig makaber-perversen Grundidee bietet der Film nur einen einzigen Stimmungsbogen: Nämlich den nach unten. Es wendet sich nichts, es endet genau so wie man es vermutet, es gibt keine Hoffnung, nur grau, nur matt, nur getragenes Seufzen im Organspenderleid, Liebe ohne Chance, die Musik spielt auf, er haucht sein Leben aus und sie kommt danach dran. Tja..zurück bleibt ein Zuschauer, der ob dieser völligen Tristess ergriffen Tränen vergiest, weil ja ein Organspenderdrama eben doch ein ähnlich-vorhersehbares Ende wie einst TITANIC verspricht: Sie fanden sich, sie liebten sich - und schon ist die Lunge weg. So sicher wie der Eisberg die Liebe nicht zuläßt, so sicher versprechen mir die blassen Farben, die getragene Musik, die traurigen Blicke und die Momente kurzer, heiterer Unbedarftheit (Essen bestellen in einem Diner), das hier einfach gar nichts gut ist - alles ist tot. Wahrscheinlich ein kritischer Blick in unsere seelenlose Gesellschaft. Nun, wer es mag wird hier auf allen Ebenen traurig bedient. Mir war es zu platt, zu dauergewollt depressiv, zu spannungsarm, zu fragwürdig - und nur eine einzige Stimmung für ein Drama ist mir schlichtweg zu einfach. GATTACA ist in dieser Sache der bessere Film.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen tief ergreifend, großartig gespielt, 29. Juli 2013
Alles, was wir geben mussten habe ich nur mal im Fernsehen geguckt, weil ich die 3 Hauptdarsteller mag. Und der Film hat mich nicht enttäuscht.

Kathy, Ruth und Tommy werden in einem Internat groß. Eines Tages erfahren sie aber, dass sie nicht lange leben werden, weil sie nur als Organspender dienen sollen. Von da an verändert sich ihr Leben. Die drei verlieren sich mit dem Erwachsenwerden aus den Augen, treffen sich aber kurz vor Ruths letzter Organspende wieder.

Regisseur des Films Mark Romanek machte mit diesem Film erst seinen zweiten Spielfilm, nach One Hour Photo. Dieser Film scheint relativ unbekannt zu sein, da ich noch nie etwas von ihm gehört habe. Dies ist sehr schade, denn er ist wirklich gut.
Romanek spricht in diesem Film natürlich ein heikles Thema an. Kinder die lediglich erwachsen werden nur um als Organspender zu dienen. Diese Thematik allein gibt dem Film fast die gesamte Zeit über eine gewisse Traurigkeit. Diese wird noch von der bewegenden Geschichte, die auch um das Thema Liebe nicht herum kommt, und die tristen Bilder noch verstärkt.
Die Geschichte hat mir hier wirklich gut gefallen. Anfangs ist Organspende nämlich noch gar nicht das Thema des Films. Man verfolgt nur 3 Kinder, die langsam zu Teenagern werden und wird dann genauso plötzlich wie die Kinder mit der Realität konfrontiert. Dann wird eine wirklich schöne Liebesgeschichte erzählt, die zu keiner Zeit plump wirkt. Mit viel Feingefühl inszeniert Romanek hier eine Geschichte über Liebe, ein kurzes Leben und Verlust.
Diese gute Geschichte wird hier in sehr tristen, farbarmen Bildern präsentiert, die super die Stimmung des Films transportieren.
Am besten, neben der Geschichte, fand ich aber die Darsteller. Romanek hat sich hier 3 der besten Jungdarsteller Hollywoods geschnappt, die hier mal zeigen, was sie drauf haben. Carey Mulligan (Drive) als eher schüchterne Kathy, die von einer Beziehung mit Tommy träumt und die einzige ist, die ihr Leben im Griff hat, spielt den zerbrechlichen Part des Trios wirklich sehr gut und findet ein gutes Maß zwischen Standhaftigkeit und Zerbrechlichkeit. Keira Knightley (Stolz & Vorurteil) ist hingegen eine selbstbewusste Frau, die sich immer durchsetzen will, manchmal zu weit geht und der unberechenbare Pol ist. Andrew Garfield (The Social Network) ist in bestimmten Belangen eine Mischung aus beiden Damen. Er wirkt oft zerbrechlich, machte auf mich einen autistischen Eindruck, muss aber manchmal seine angestaute Wut rauslassen.
Alle drei spielen hier wirklich gut und liefern wohl eine der besten Performances ihrer noch jungen Karrieren. Jeder hat hier seinen Moment und kann einmal ganz besonders glänzen. Zudem haben sie es wirklich geschafft, dass ich mit ihnen mitfiebere. Ich habe mit ihnen getrauert und mich mit ihnen gefreut.

Fazit:
Alles, was wir geben mussten ist ein tief ergreifendes Drama mit sehr guten Darstellern und einer herzergreifenden Geschichte.
Wenn man diesen Film gesehen hat, bleibt er erstmal etwas hängen. Und man sollte ihn sich ruhig mal angucken.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Enttäuschende Umsetzung einer interessanten Theorie, 29. Juli 2013
Von 
Volker Pinkernelle "pinkyempelde" (Ronnenberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alles, was wir geben mussten (DVD)
Die Grundidee ist ebenso simpel wie verblüffend: Geklonte Kinder werden als Ersatzteillager für Organgspenden wohlbehütet und abgeschottet von der Außenwelt in einem Internat aufgezogen. Natürlich wird angesichts des späteren Verwendungszwecks auf eine gesunde Lebensweise besonders geachtet. Das Warum wird den Kindern erst mit beginnender Pubertät langsam klar: Spätestens mit 30 hat man "vollendet", nachdem man je nach Konsistenz drei bis vier Organe spenden konnte.
Nach der Internatszeit genießen die jungen Erwachsenen, die sich nur langsam in der richtigen Welt zurechtfinden, zunehmende Freiheiten - fast wie im richtigen Leben - mit sexuellen Erfahrungen, Liebeskummer und Ausflügen mit dem Auto. An dieser Stelle habe ich allerdings bereits mein erstes Logikproblem: Wer finanziert einem als Organspender konzipierten Klon den Führerschein und warum?
Das Ganze ist angesiedelt im England der siebziger und achtziger Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts, ist also kein Endzeitspektakel in einem Orwell'schen Überwachungsstaat mit Gehirnwäsche etc. Und genau deshalb stellt sich die Frage, warum sich die Protagonisten wehrlos in ihr vorbestimmtes Schicksal fügen und keiner von ihnen einen Ausbruchsversuch startet. Stattdessen klammern sie sich an das Gerücht vom "Aufschub", der gewährt werden soll, wenn sich zwei nachweislich Liebende gefunden haben. Dass dies bei zwei Freundinnen und einem potenziellen männlichen Widerpart zu einer beinahe klassischen Dreiecksgeschichte mit anschließenden Spannungen führt, kommt nicht unerwartet. Vergeblich jedoch wartet der Zuschauer darauf, dass zumindest Hauptfigur Kathy irgendwann laut "Stop!" ruft, "bis hierher und nicht weiter!" und möchte ihr am liebsten zurufen: "Pack Deine Sachen und hau ab aus dieser unwirklichen Welt. Und auch wenn es am Ende aussichtslos sein mag, versuch' es wenigstens!"
So ist "Alles, was wir geben mussten" zwar ein beklemmender, aber letztlich doch vorhersehbarer Film. Schade, denn aus einer interessanten Idee wurde hier zuwenig gemacht. Wenn man cinema.de glauben darf, ist das aber nur ein Manko des Filmes und nicht der Romanvorlage (die ich nicht kenne): "Warum Aufsässigkeit und Freiheitsdrang bei Kathy & Co. nicht dazugehören, wirkt in Kazuo Ishiguros Romanvorlage plausibel. Im Film leider nicht."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend, 24. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Nach dem Buch musste ich unbedingt den Film sehen.
Zum Glück habe ich das Buch gelesen so habe ich feiles besser verstanden.
Der Film und die Geschichte sind einfach ergreifend und Gut.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen welche eine Bestie die ich erblickte und siehe da: es war der Mensch, 10. August 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Alles, was wir geben mussten (DVD)
kein Tier würde je einem anderen so etwas antun.
Bis auf den Menschen.

Und man schämt sich fast, wozu Menschen bereit sind - und auch wenn es hier nur Fiktion ist: es erschüttert.

Ein Melodram, welches gänzlich ohne laute Knalleffekte ala "die Insel" auskommt - aber dennoch bis ins Herz trifft.

Ich habe den Film unvorbereitet gesehen und habe einige Tage benötigt, ihn zu "verdauen".
Denn die Idee ist nicht so abwegig.
Manche Menschen sind nur allzu schnell dazu bereit, moralische Bedenken, Ethik und Mitgefühl über Bord gehen zu lassen, wenn ihr eigenen Wohl gefährdet ist.
Ich denke an Filme "Das Leben meiner Schwester" oder "Gattica" - oder eben auch "die Insel".
Alle vier vorliegenden Filme haben einen starken eugenischen Bezug.

zum Film:
wie schon geschrieben: ein Film der leisen Töne. Gelegentlich wirkt es etwas plump - die Schauspieler gar schwerfällig.
Aber am Ende doch sehr subtil und vorsichtig.

FSK12: nun, ich denke, da hat die Jugendschutzkommision wieder einmal einen richtigen Fehlgriff getan. JA - wenn es um erotische oder Gewaltverherrlichung geht, mag der Film frei ab 12 sein - aber die psychische Komponente ist alles andere als "frei ab 12" (ich bin mehr als 3x so alt und ich war schockiert). Wenn 12jährige den Film überhaupt begreifen....

auf meiner 10teiligen Bewertungsskala bringt der Film gute 9 Punkte - vor allem wegen der glaubwürdigen Darbietung der Schauspieler.
Ob ich ihn mir jedoch ein zweites Mal ansehe: ich weiß noch nicht...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen beeindruckende Story - Umsetzung mäßig, 31. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Alles, was wir geben mussten (DVD)
Zunächst: die Aussagekraft des Films hat mich stark beeindruckt. Hinterher frage ich mich, ob ich mit dem Buch nicht besser gefahren wäre, allerdings kannte ich es bis dato nicht.

Mir geht es weniger darum, das alle Details jederzeit nachvollziehbar sind. So ist die Zucht von Klonen wirtschaftlich sicher Unsinn, da es genug "Spender" gäbe, die ein derart koruptes Unternehmen auf der Welt einsammeln könnte. Was mich schockiert hat, ist die Erkenntnis, dass die Menschen quasi alles tun, solange man sie in ein gut organisiertes System presst. So erscheint es einem zunächst völlig irrsinnig, wie sich die Klone in ihr Schicksal fügen. Doch bedenkt man allein die deutsche Geschichte des letzten Jahrhunderts, wird schnell klar, dass wir uns bis zum äußersten manipulieren lassen.

Leider werden diese inhaltlich Aspekte im Film nur wenig umgesetzt oder beleuchtet. Mit dem Schwerpunkt auf die Liebesbeziehung des Hauptdarsteller wird m.E. das enorme Potential der Geschichte verschenkt. Wer einen Liebesfilm sehen will, sucht sich sicher nicht diesen Film aus.

Trotz dieser Schwächen, der Film ist besonders mit den zwei Frauen stark besetzt und beeindruckend gespielt. Die Kaltblütigkeit der "Aufseher" bzw. des ganzen Systems kommt gerade durch diese Selbstverständlichkeit in beklemmend realistischer Weise zum Ausdruck. Das ganz erinnert mich sofort an die Gedankenlosigkeit, mit der wir Nutztiere halten und essen.

Fazit: 3 Sterne für eine anspruchsvolle Geschichte, deren filmische Umsetzung ihr Potential m.E. weit unterschreitet.
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