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am 29. Oktober 2011
Es ist die Stimme der Mutter(Jessica Chastain), die das Gute verkörpert. Sie würde alles für ihre drei Söhne tun. Als einer, im Alter von 19 Jahren stirbt, ist das der Beginn von Terence Malicks -The Tree of Life-. Was dann 138 Minuten über den Bildschirm flimmert, ist kein Film im eingentlichen Sinne. Wenn sie sich vorstellen können, alle Erinnerungen ihres Lebens, lose und unsortiert; vielleicht so wie in dem sprichwörtlichen Film der an einem vorbeizieht, bevor man stirbt, auf eine Filmrolle zu knallen, und dabei die Stimmen der Hauptdarsteller "ihres eigenen Lebens" als Erzähler zu hören, dann sind sie ziemlich nah dran an -The -Tree of Life-. Dass, und wie dieser Film die Zuschauer spaltet, lässt sich allein schon daran erkennen, dass es bisher auf Amazon noch keine 3-Sterne-Bewertung gibt. Also: Ich werde versuchen, ihnen zu erklären, was sie erwartet und gleichzeitig eine Warnung an alle aussprechen, die diesem cineastischen Rundumschlag vermutlich nicht standhalten werden. Los gehts:

Jack wächst als ältester Sohn der Familie O'Brien auf. Die drei Söhne leiden unter dem strengen Vater(Brad Pitt) und genießen die umfassende Liebe ihrer fürsorgenden Mutter. Zusammen gehen sie von Anfang an durchs Leben. Jeder allein, aber doch ganz eng an die Geschwister und Eltern gebunden. Das geht manchmal gut, manchmal schlecht, und manchmal gar nicht. Vor allem Jack rebelliert gegen den Vater und tut Dinge, die ihm selbst zuwider sind. Als Kind kann er sich nichts davon erklären. Später, im Rückblick aus Sicht des Erwachsenen, wird ihm klar, was er erleben durfte...und was er verschenkt hat...

Terence Malick macht es nun mal nicht ohne Berge von Metaphern, Heerscharen von Symbolen, einer religiösen Botschaft, Zwiesprache mit Gott und der Geschichte der Erde und des Universums im Schnelldurchlauf mit Unterstützung von Chorälen, Sphärenklängen und Klassischer Musik. Zwischen explodierenden Galaxien und sterbenden Sauriern fragt man sich da: Ist das große Kunst? Ist das Stilbildend? Ist das vielleicht das ganz große ultimative Kino? Oder ist es Schrott? Ich habe keine Ahnung. Wer weiß, vielleicht erkennen sie den Kern des Pudels, oder aber: Es gibt gar keinen. Ich will ehrlich sein: Mir ist das auch egal. Was für mich bei -The Tree of Life- zählt, das sind Kameraeinstellungen, die eben nur Terence Malick bringt. Das sind Bilder von hypnotischer Kraft, die Lars von Trier oder Lasse Halström auch nur an ihren besten Tagen zustande bringen. Und es sind die Schauspielleistungen einer Jessica Chastain, die mythengleich die Figur der Urmutter und damit wichtigsten Figur in unser aller Leben, mit traumwandlerischer Sicherheit auf die Filmrolle bannt. Unterstützt wird sie dabei von einem ganz starken Schauspielensemble und eben Terence Malick, der alles anders macht, als andere.

-The Tree of Life- ist ein Film für stille Stunden. Für Besinnung und Ruhe. Ein Schwergewicht, das nicht leicht zu konsumieren ist. Es gibt keine Action, keinen leicht erkennbaren Sinn hinter all diesen Bildern. Genau da liegen die Parallelen zwischen Malicks Film und dem "richtigen Leben". Ob das so ist oder nicht, ist nur eine Vermutung von mir; ich habe den Film jedenfalls so empfunden. Sie dürfen und müssen das natürlich mal wieder selbst entscheiden. Schalten sie nach zehn Minuten ab, schütteln sie den Kopf, oder ärgern sie sich, dass sie das Geld für die DVD oder die Leihgebühr in der Videothek "verzockt" haben. Doch wer weiß...vielleicht kommt es ja auch ganz anders. Mag sein, dass sie diese Bilder mögen. Eventuell an ihre Kindheit zurückdenken, oder sich nur ein paar Gedanken über den Sinn des Lebens machen. Wenn Malick das hinbekommen hat, dann hat das Medium Film seine Schuldigkeit getan. Und bitte...sagen sie hinterher nicht, ich hätte sie nicht gewarnt!
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am 23. Mai 2016
Die Hälfte der Zuschauer ist hingerissen, andere steht "vor einem geschlossenem Betonwerk". Ich selber war von Malicks Filmen immer fasziniert, auch dieser hat mich restlos mitgenommen. Er fängt an mit Gottes Frage an Hiob: "Wo warst du, da ich die Erde gründete? Sage an, bist du so klug! Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie eine Richtschnur gezogen hat? Worauf stehen ihre Füße versenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, da mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Kinder Gottes?" Gott meint an dieser Stelle wohl, denke ich mir zumindest, dass der Mensch nicht gleich ersehen kann, was es auf sich hat mit der Schöpfung, weil er erst später, als Teil derselben dazu gekommen ist. Der Film vollzieht dann Gottes Plan oder Atem nach, von der Entstehung des Universums bis in die 60er Jahre in die Familie des Regisseurs (dessen Brüder beide vor ihrer Zeit, einer infolge eines Unfalls, einer wohl durch Selbstmord starben). Wer keine religöses Gemüt hat, wird in Tree of Life nichts finden außer Langeweile. Für die religiös Veranlagten, ob sie nun zur Kirche gehen oder nicht, gibt es ein Wunder nach dem anderen zu sehen, alles wirkt überglänzt vom Geheimnis der Schöpfung, die so unerklärlich wie zauberhaft ist.
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am 27. April 2015
Malick bietet so ziemlich Alles auf, was sein verquastes Verständnis von einem gottgefälligen Leben unterstützen könnte. Die wirklich ungewöhnlich schönen Aufnahmen aus dem Weltall, den Wundern der Erde in ihren Erscheinungsformen und denen der Natur vermitteln ein großartiges Bild von der göttlichen Schöpfung. Es wird erkennbar, wie Alles Energie und unerschöpfliche Kraft ist. Das Großaufgebot an klassischer Musik spiegelt wieder, was geniale Menschen unter dem Eindruck dieser Wunder in Klänge umsetzen konnten. Aber schon die programmatisch gezielte, pompöse Wiedergabe christlich sakraler Tonschöpfungen machen den Missbrauch deutlich, den Malick mit diesem Film in fundamentalistisch missionarischer Absicht treibt. Die langen Bildfolgen himmelstürmender Architektur, die anscheinend an den Turmbau zu Babel erinnern sollen, wollen wohl die ehrgeizige Anmaßung menschlichen Leistungsvermögens zeigen. Vor diesem bombastischen Hintergrund sticht dann allerdings die Erzählung von einer Kindheit in einer typisch US-amerikanischen, bürgerlichen Familie geradezu kläglich ab. Ein aggressiver, gewalttätiger Vater, der zunächst von Selbstgerechtigkeit strotzt und, als er im Beruf scheitert, sich selbst gnadenlos verurteilt und abwertet, dominiert und drangsaliert als Patriarch seine Familie. Die sanfte, liebevolle Mutter erduldet und erleidet das Leben an der Seite dieses Machos, ohne für sich einstehen zu können. Unter dem Eindruck dieses Gespanns läuft Jack in der Haltung und mit der Miene eines geprügelten Hundes durch die Welt und rächt sich mit Missetaten aus dem Hinterhalt, für die er sich prompt wieder verurteilt. Es wird nicht erkennbar, dass die kirchlichen Handlungen und Glaubensbezeugungen zu mehr Reife und zu Einsichten in die Irrtümer und Missverständnisse der Protagonisten führten. Die ständige geflüsterte Zwiesprache mit einem eingebildeten Gott soll den Zuschauer für eine christliche Frömmigkeit einnehmen, die vor dem Zustand und der Wirklichkeit dieser Welt längst als völlig gescheitert entlarvt wurde. Das mystifizierte Gewusel der Generationen in leerer Landschaft zum Finale täuscht vor, als hätte Jack etwas von Wahrheit begriffen. Malick sitzt hier Illusionen auf, die spätestens auf seinem Sterbebett wie Seifenblasen zerplatzen werden. Hier wird in die Irre verführt und die guten Darsteller lassen sich dazu als Werkzeuge missbrauchen.
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TOP 1000 REZENSENTam 11. Dezember 2011
>>> ZUM FILM <<<
Seit Regie-Guru Terrence Malick nach Jahrzehnten der selbstgewählten Regie-Abstinenz im Jahr 1998 plötzlich wieder in die Öfffentlichkeit trat und mit Der schmale Grat aus dem Stand heraus ein Meisterwerk abgeliefert hat, das seinesgleichen sucht, hat der Gute bei mir eine Art Freifahrtschein. Folglich sah ich ihm auch die eher spröde aber zumindest sehr authentisch wirkende Pocahontas-Verfilmung The New World nach. Nicht zu vergessen: Wie bei seinem 1998er Meisterwerk schwelgt Malick auch bei letzterem Film oftmals in traumhaften Bildern, die so manche THE NEW WORLD-Länge erträglich machen.

Als 2011 nun THE TREE OF LIFE erschien, griff ich daher blind zu und kaufte mir die Disc - in Erwartung eines faszinierenden, ungewöhnlichen, wunderschön gefilmten und hoffentlich fesselnden Werks des Regie-Meisters. Doch nahezu alle Hoffnungen, die ich vor der Erstsichtung hatte, wurden bitter enttäuscht!
Schon nach recht kurzer Filmdauer hat sich die Befürchtung eingestellt (und in der weiteren Folge bewahrheitet), dass es Terrence Malick mit THE TREE OF LIFE erstmals nicht gelingen würde, bei mir positive Spuren zu hinterlassen.
Dieses negative Gefühl wurde von Minute zu Minute stärker, da Malick eine deutlich umrissene Handlung inkl. eines klassischen Spannungsaufbaus zugunsten eines Werks über Bord wirft, in dem Metapher auf Metapher folgt. Wäre das Kernthema des Films klein und überschaubar, hätte diese sehr ungewöhnliche Vorgehensweise vielleicht funktionieren können. THE TREE OF LIFE behandelt jedoch grundsätzliche, allumfassende Themen: den Glauben; die Liebe; die Entstehung des Universums, der Erde und des Lebens; ja, sogar den Sinn des Lebens. All diese Themen zusammen wären schon in einem herkömmlich erzählten Film nicht für jeden Zuschauer einfach zu verarbeiten. So ist es beinahe folgerichtig, dass THE TREE OF LIFE mit all seinen vagen Andeutungen, seinen mataphorischen Sätzen und Bildern, sowie den angerissenen und nicht zu Ende erzählten Handlungssträngen auf ganzer Länge scheitern muss!

Vermutlich weiß nur Terrence Malick selbst, was er mit dem Film aussagen möchte. Auf mich wirken jedoch viele Bilder und Sätze, die womöglich eine Bedeutung haben oder gar bedeutend sein sollen, geradezu willkürlich und nebensächlich. Es mag sein, dass ich aufgrund der sehr speziellen Erzählweise nicht alles verstanden habe, was mir Mr. Malick mitteilen wollte. Ich würde Terrence Malick daher gerne folgende Frage stellen: "Wäre es nicht besser gewesen, den Zuschauer ein wenig mehr an die Hand zu nehmen, statt ihn mit jeder neuen Szene wieder bzw. weiter ins Grübeln zu bringen?". Ich für meinen Teil fühlte mich durch die vollkommene Interpretationsfreiheit zunächst überfordert und irgendwann gelangweilt.

Als ständig grübelnder Zuschauer hofft man letztlich nur, dass irgendwann noch der Groschen fällt oder dass zumindest noch eine Szene kommt, die ein wenig Licht ins spannungsarme und metaphorische Dunkel bringt - und man wird erneut enttäuscht, denn irgendwann ist der Film - einfach so - zu Ende und der Abspann erscheint.

Interessant dürfte an dieser Stelle sein, dass selbst Sean Penn eine deutliche Kritik an der Erzählweise des Films geübt hat. Auch sind Aussagen von ihm belegt, in denen er sich fragt, was er in dem Film konkret mache und in welchem Kontext sein Handlungen stünden. So hätte ihm nicht einmal Terrence Malick sagen können, wie er in seiner Rolle hätte agieren sollen.
Ein Darsteller mit tiefen Stirnfalten und ein Regisseur - zumindest phasenweise - ohne Plan. Noch Fragen...?

Wieso gebe ich dem Film / der Blu-Ray nun trotzdem 2 Sterne?
Zum einen ist die technische Umsetzung auf Blu-Ray sehr gelungen. Und auch, wenn THE TREE OF LIFE inhaltlich für mich eine große Enttäuschung ist, so sind die Bilder beinahe durchgehend wunderschön. Teilweise haben sie mich geradezu aus den Socken gehauen. Und ich will ehrlich sein: Wären nicht die traumhaft schönen Bilder gewesen, wäre THE TREE OF LIFE einer der wenigen Filme gewesen, die ich vorzeitig aus dem Player genommen hätte.

>>> ZUR BLU-RAY <<<
Bild & Ton (gesehen auf 50 Zoll-Display / gehört mit 7.1 Set) sind beide überragend. Der Zuschauer bekommt beinahe durchgängig referenzwürdige Bilder zu sehen und Töne zu hören.
So macht es auch großen Spaß, die wunderschön gefilmten Szenen oder computeranimierten Aufnahmen von Sternen, Planeten, etc. anzuschauen. Hier kann man sich als Fan solcher Bilder schon beinahe berauschen lassen und wird aufgrund der gebotenen Qualität vermutlich oftmals staunend vor dem Fernseher sitzen.
Ebenso auffällig ist die wirklich hervorragend aufgebaute Surroundatmosphäre - und das will bei einem reinen Dialogfilm schon etwas heißen. Ebenso umwerfend ist die Qualität des klassischen Soundtracks, der die teilweise imposanten Bilder perfekt unterstützt.
Von den Extras ist insbesondere "Die Hintergründe" erwähnenswert. Der Zuschauer wird darin zwar nicht näher über die Aussage des Films aufgeklärt, jedoch kommen mehrere Schauspieler und Regiekollegen von Malick zu Wort. Auffällig ist - wie übrigens bei jedem Terrence Malick-Film: Der Guru selbst gibt weder Interviews noch erläuternde Statements ab. Besonders hier wäre es aus meiner Sicht angebracht gewesen, wenn er ein paar Worte zum Film verloren hätte.

>>> FAZIT <<<
Für Filmkunst-Freunde und hartgesottene Terrence Malick-Fans ist THE TREE OF LIFE ein MUSS. Alle anderen - und das werden nach diesem Film mehr sein als davor - sollten sich den Kauf von THE TREE OF LIFE sehr gut überlegen. Immerhin entschädigen die Malick-typischen, einzigartig schönen Bilder zumindest ein wenig für den sehr enttäuschenden Inhalt. Für mich persönlich glt: Terrence Malick hat den Bonus, den er bei mir hatte, mit diesem Film aufgebraucht.

Btw bin ich gespannt, wie viele Leser der Rezension nun kommentarlos auf "nicht hilfreich" klicken... mich würde es nicht wundern, wenn es viele Malick-Fans tun, und dabei "nicht hilfreich" mit "subjektiv andere Meinung" verwechseln. Daher bitte ich jeden kritischen Leser, was ich normalerweise nicht mache, zu seinem Klick auch einen Kommentar abzugeben. Einfach aus Interesse und um zu verstehen, weshalb meine Rezension in den Augen meiner Kritiker nicht hilfreich ist.
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am 30. September 2013
Worum geht es in dem Film, werden Sie vielleicht auch des öfteren von einem Bekannten gefragt.
Worum geht es also in "The Tree of Life?"- Ich sage, diese Frage ist nebensächlich.
"Tree of Life" muß nicht verstanden, sondern empfunden werden.
Ich kann ihnen nur so viel sagen, daß hier ein Kinomagier am Werk ist, ein Visionär der Bilder, der Emotionen, der Sie mit auf eine unvergleichliche Reise nimmt.
Eine Reise von einem kleinen Kind über das Erwachsenenwerden, bs hin zu einem frühen Tod.
Eine Reise zu metaphorischen Fragen um die Entstehung des Universums selbst, einen Sinnenrausch hin zum Wahren, Schönen, Guten.
Terence Malick versucht eine bombastische (manche meinen auch bombastisch gescheiterte ) Sicht auf die Menschheit in ihrem Geboren werden und Dahingehen, gespiegelt im Entstehen des Sonnensystems und im unerschütterlichen Glauben an die Liebe und die religiöse Kraft, an die Mystik der Natur, an das Verwoben sein der schöpferischen Dinge ineinander und miteinander.
Wie ein unerschütterlicher Egomane, einem "Fitzcarraldo" in Werner Herzogs Film gleich, stemmt er diesen Grundgedanken von alles umfassender Liebe und Geborgenheit in der Schöpfung über den Berg der Zweifler, Theoretiker, und man könnte ihm himmelschreiende Naivität vorwerfen.
Man könnte aber auch das machen, wozu der Film gedacht ist; sich hineinfallen, mitreissen lassen in einer unvergleichlichen, manchmal Tränen in die Augen treibenden Symphonie der Schönheit, der Poesie.
Tief bewegend ist das schillernde Kunstwerk, läßt alle Regeln einer logischen Geschichte weit hinter sich, und gibt genau dieses Gefühl der Ahnung von einem Grösseren, hehren, unfassbar kosmischen und dabei so leisen, filigranen Sein.
So wie man die Ergriffenheit bei einem Musikstück nicht in Worte fassen kann, so wirkt Malicks Film unterbewusst, trägt den Zuschauer auf den einzelnen Kompositionen aus Bildern und Musik weit in andere Bewusstseinsebenen und macht das, was Kino heute noch so selten macht: er läßt einen wie ein Kind staunen.
Schauspieler wie Brad Pitt, Sean Penn nehmen sich vollkommen zurück und so sind auch ihre dialogarmen Szenen, in denen der Film vielleicht am ehesten in der Realität verwurzelt ist, vielleicht noch am nächsten an einem herkömmlichen Handlungsstrang.
Ein Vater, der nicht auf seinen kleinen Sohn emotional eingehen kann, eine Mutter, die quasi die Schönheit, die Unschuld der ganzen Welt verkörpert, eine Vision über den Unfalltod hinaus, eine leise Stimme aus dem Off, die die Menschheit zur ewigen Liebe auffordert.
Wem das hier Geschriebene jetzt schon zuviel Tobak ist, dem sei der Film nicht empfohlen.
Wer alle Sinne offenhält, Saiten der Seele bereit ist zum Klingen zu bringen, der wird mit einem Film belohnt, der vollkommen unkitschig ist, denn er spiegelt die tiefsten Überzeugungen des Regiemeisters.
Bis zum letzten Bild kann er so überragend kraftvoll inszenieren, weil er von seinen Aussagen überzeugt ist und somit ist hier nichts falsch, aufgesetzt oder überflüssig.
Wenn in einer überragenden Bilderflut das gesamte Universum entsteht und am Ende der Szene in spektakulärer Kamerarückfahrt die Adern eines Herbstblattes gezeichnet werden, wenn phantastisch gefilmte Wasserfälle musikalisch unterlegt mit der begeisternden Melodie von Smetanas "Moldau" einfach die Schönheit, das Mysterium des Daseins feiern, dann möchte das Kind in einem in die Hände klatschen und die Seele ist berührt.
Wie oft erleben Sie das im Kino?
Parallelen zu "2001- Odyssee im Weltraum" sind nicht von der Hand zu weisen, aber davon abgesehen haben wir es hier mit einem Meister zu tun, der die Magie von Formen, von Bildkompositionen atemberaubend beherrscht und hier seinen ganz eigenen, hymnischen Zauber zelebriert.
Erwarten sie wirklich Antworten, herkömmliche Storylines?
Terence Malick tippt hier ihr Gefühl nur an, sodaß sie es in dem Bildersturm freien Lauf lassen können, hinein in einen übermenschlich phantastischen, hypnotischen Sog.
Gerade einmal eine Handvoll Filme hat der Regie- Exzentriker gedreht.
Darunter der delirierende Kriegsfilm "Der schmale Grat", der atemberaubende "The New World" (mein liebster Malick Film).
Stets zelebriert er in seinen Werken in genialen Bildern den Verlust von Unschuld, den Mißbrauch der reinen, unberührten Schönheit . Sechs Jahre arbeitete er nun an "The Tree of Life".
Es ist für viele sicherlich sein am schwersten zugänglicher Film, wenn man ihn rational bewältigen will.
Doch wenn Sie träumen, träumen Sie ebenfalls ohne Logik und Ratio, und wissen dennoch um tiefe wunderbare Zusammenhänge.
"The Tree of Life" ist ein zelluloid gewordenes Traumgebilde.
Nimmt man alle drei Filme zusammen, dann ist "The Tree of Life" vielleicht Malicks reinster Film, denn er handelt von der Schönheit und Unendlichkeit des Lebens selbst.
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am 14. Juni 2016
Einer der Filme die mein Leben nachhaltig verändern werden, es ist schon einmalig was hier einem geboten wird, die Bilder die Musik das Thema, man sollte ihn aufjeden Fall mehrmal anschauen, um den Sinn des Themas zu verstehen.
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am 18. Juni 2011
The Tree of Life ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme geworden.
Er ist anders als "durchschnittle Sonntagabend-Filme", und sicher nicht für jedermann geeignet. Der Film hat relativ wenig Handlung, wenig Dialoge, es geht hier mehr um die Emotionen und die Nachricht, die der Regisseur Terrence Malick rüberbringen will. Die Hintergrundmusik ist auch wunderschön zart, sie ist nicht auffällig, nicht aufdringlich wie bei vielen Filmen, und der Regisseur spielt viel mit der Stille. Außerdem wird aller Dialog und alle Informationen rausgelassen, die nicht wirklich nötig für die Geschichte sind.
Ein rießiges Lob solllte man den Schauspielern aussprechen, gerade dem jungen Hunter McCracken, dessen schauspielerische Leistung, gerade auch für sein Alter, unglaublich ist.
Wer Action braucht, oder einen Film sehen will, bei dem er nicht nachdenken muss, sollte die Finger von diesem Stück lassen. Ich würde "The Tree of Life" nur Leuten empfehlen, die etwas neuartiges, aber wunderschönes sehen möchten. Gerade der Anfang kann für manche langatmig sein, wenn Malick in einmaligen Bildern die Entstehung der Erde und des Lebens zeigt. Auch die mehr oder weniger religiösen Stellen im Film werden nicht jedem gefallen.
Von mir gibt es trotzdem 5 Sterne, weil ich den Film einfach einmalig und sehr gelungen finde, und weil ich froh bin, ihn gesehen zu haben. Noch ettliche Stunden später haben die Emotionen der Charaktere mich nicht losgelassen.
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An diesem Film spalten sich die Geister. Das erkennt man bereits an den bisher vorliegenden Bewertungen. Weshalb ich mich mit meiner in der Mitte einordne? Weil ich selber gespalten bin.
Ich habe das Werk mit einigen hundert Leuten im studentischen Kino angeschaut. Selten habe ich erlebt, dass während einer Vorstellung soviel Unruhe war und so viele Menschen vorzeitig gegangen sind. Es wurde geklatscht, als der Film zu Ende war.... und durchaus nicht aus Zustimmung. Ich würde mal sagen, dass 80-90 % einfach nur froh waren, als das Martyrium zu Ende war.Wie hat aber der Rest diesen Film wahrgenommen?

Ich bin nicht früher verschwunden, weil ich dasaß, gestaunt habe und mich immer wieder mal fragte: Was ist das denn?, schwankend zwischen Faszination und Abstempeln als intellektuell verpacktem Mist.

Es wird eine Geschichte von einer Kindheit in den 50iger Jahren in den USA erzählt. Ein Paar, verliebt, verheiratet und nacheinander mit drei Kindern. Einer der Jungen hält später Rückschau. Ein Vater der Strenge zeigt und es doch eigentlich gut meint? Doch er erntet Ablehnung, Rebellion. Unvermögen der Verständigung im System. Doch neben diesen Kindheitserinnerungen, die nicht als Spielfilm sondern sehr realistisch, fast dokumentarisch wirken, schweift der Film immer wieder in irreale, mitunter traumhaft anmutende Sequenzen ab. Im Handlungsverlauf, aber ebenso auch im Fokus auf ein größeres Ganzes. Das Universum, die Entstehung des Lebens, die Evolution. Als plötzlich lebensechte Saurier auf der Bildfläche auftauchen ist man doch sehr überrascht. Immer wieder ein Sternenhaufen und rezitierte biblische Zitate.

Für mich gibt sich der Film umfassend bildverliebt. Dem Handlungsverlauf ist phasenweise schwer zu folgen. Ein paar Mal fühlte ich mich emotional an "2001: Odyssee im Weltall" erinnert. Dann dachte ich jedoch im nächsten Moment: Stopp, man sollte Pflaumen nicht mit Kirschen vergleichen.

Brat Pitt und aber auch vor allem Sean Penn in ganz ungewohntem Agieren. Führe mal die hohe Zuschauerzahl im Kino auf diese beiden großen Namen zurück.

Fazit: Am 11.11.11 meine 777. Rezension, das hat schon was. Und irgendwie passt das auch zum besprochenen Film.
Der Regisseur mag sich etwas gedacht haben; ob das die Mehrheit der Zuschauer durchschauen (einschließlich mir), mag ich bezweifeln.
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am 11. Dezember 2015
Der Film ist nicht nach den "normalen" dramaturgischen Regeln aufgebaut und wirkt deswegen anders. Es geht meiner Meinungs nach weniger um eine Aussage oder Auflösung, die am Ende herauskommt oder klargestellt wird. Der Film ist vielmehr ein Gemälde, das man anschaut und auf sich wirken lassen muss bzw. seine Schlüsse zieht. Ähnlich der Situation, wenn man Kunst wie Bilder oder Fotos betrachtet.

Für mich geht es hier um das Ur-Prinzip, die Frage der alten Philosophen. Der Regisseur zeigt immer wieder Bilder (Bildläufe) aus der Urzeit und dann ist da die Geschichte der Familie. Sie folgt einfach einer Eintwicklung (Evolution), weil die Zeit eine Entwicklung fordert. So ist das Leben, die Wirklichkeit entwickelt sich. Die Geschichte wird eher als Banalität dargestellt. Irgendwo im mittleren Westen, sie könnte aber überall spielen. Sie tut es schließlich in jedem Leben eines Menschen, weil das Prinzip der Tree of Life ist. So ist es, so wird es immer sein. Was machen Menschen aus dieser Situation, wie sollen sie handeln? Wo ist Gott?

Ich glaube, der Film wäre auch ganz interessant für Leute, die mit Systemtheorie bzw. systemischen Ansatz zu tun haben.
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am 29. Dezember 2013
Terrence Malick ist hier ein Meisterwerk geglückt, welches den Zuschauer sicherlich auch noch in 100 Jahren tief berühren wird. Die spirituelle, transzendente Dimension, die sich in den existenziellen Fragestellungen des Lebens einer Familie ausdrückt, ist wunderbar zum Klingen gebracht worden: Wie sollen wir leben, geht es (primär) um Hingabe oder um Kampf? Was ist der Preis des Überlebenskampfes, was ist der Lohn der Sanftmut? Ist Schmerz unausweichlich? Wo finden wir Trost und am Ende Frieden? Die Bilder und treffenden Dialoge aktivieren die eigenen Kindheitserinnerungen in sicherlich vielen Zuschauern, man ist berührt und erschüttert über die Ambivalenz des Lebens: Das Kind, gefangen zwischen Liebe (Treue) und Hass gegenüber den eigenen Eltern. Die Erfahrung der Schuld beim ersten Diebstahl, die unerträgliche Spannung, wenn der Impuls des Bösen in uns aufsteigt. Mallick versteht es einfach grandios, all diese Emotionen und geistigen Bewegungen in Bild und Ton (Dialoge und Kommentare aus dem Off sowie die Musik) darzustellen. Natürlich muss man sehen: Hier ist der Zuschauer ganz anders gefordert, denn es braucht Muße und innere Stille, um die Bilder zu sich sprechen lassen zu können. Die anstrengende hochfrequente Hollywood-Taktung ist hier nicht gefragt, alle Regungen bekommen hier Raum und Zeit, sich differenziert entfalten zu können. Brad Pitt glänzt als – mal wieder – sagenhafter Schauspieler. Ebenso Sean Penn und Jessica Chastain und, nicht zu vergessen, die authentischen 3 Jungschauspieler in den "Kinderrollen". Hier kann man geistige Zusammenhänge, das menschliche Drama, in wunderbarer Weise schauend erfassen: Ein Lehrstück in (spiritueller) Geistesschulung!
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