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Kundenrezensionen

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am 19. Mai 2012
Eigentlich ist "There Will Be Blood" komplett an mir vorbeigerauscht und ich wusste im Vorfeld lediglich, dass Daniel Day Lewis darin mitspielt.

Da ich diesen aber als "Bösewicht" in "Gangs of New York" wirklich klasse finde, habe ich mich komplett unvoreingenommen an "There Will Be Blood" gewagt. Und was soll ich sagen? Für diese Entscheidung klopfe ich mir jetzt noch auf die Schulter!

In dieser Rezension möchte ich beschreiben, wie der Film auf mich gewirkt hat und die Story nur grob anschneiden, da die Szenen, die mich persönlich am meisten bewegt haben, am besten jeder selbst erleben sollte.
An Bild- und Tonqualität der Blu-Ray hatte ich übrigens zu keinem Zeitpunkt etwas auszusetzen.

Nun zum Wesentlichen:

"There Will Be Blood" handelt von einem Mann, der im Kalifornien des jungen 20. Jahrhunderts, sein Leben für Reichtum und Macht geben würde, allerdings auf dem Weg dorthin seine Menschlichkeit mehr und mehr verliert. Ohne Skrupel und Respekt bahnt er sich den Weg zu seinen Zielen, bis ein anderer, ebenfalls von Machtträumen besessener Mann, seinen Weg kreuzt. Nur, dass dieser seine unchristlichen Ziele unter dem Deckmantel der Frömmigkeit zu erreichen versucht und eigene Pläne schmiedet.
Beide Männer werden zu erbitterten Feinden, sind jedoch mehr oder weniger voneinander abhängig. Es entbrennt ein persönlicher Krieg, der allerdings zu Lasten der Menschen geht, die ihnen folgen, die sie brauchen und lieben...

Es ist unfassbar, wie es Daniel Day Lewis durch sein schauspielerisches Talent schafft, diesen Film zu einem wahrhaften Erlebnis zu machen. Als macht- und geldhungriger Öltycoon, der nur in seltenen Momenten seinen Menschenhass vergisst, um so etwas wie Gefühle zu zeigen, ist er so authentisch, dass man meinen könnte, er spielt das alles nicht, sondern er IST der "nette" Mr. Plainview!

Paul Dano als religiöser Fanatiker mit zweifelhaften Absichten und Gegenspieler von Daniel Day Lewis, spielt seine Figur ebenfalls grandios. Vor allem seine Mimik ist beeindruckend und beängstigend zugleich, und er spielt diese -in meinen Augen- schwierige Rolle extrem glaubhaft, sodass beide Schauspieler "There Will Be Blood" zusammen mit seinen grandiosen Bildern und der emotionalen und nachdenklich stimmenden Geschichte, sowie der spärlich gesäten, aber 100% passenden Musikuntermalung zu etwas Einzigartigem machen.

"There Will Be Blood" unterhält von Anfang bis Ende durch extreme Spannung und mehrere unvergessliche (und unerwartete) Momente, die man so schnell nicht mehr aus dem Kopf kriegt.

Jeder, der packende Geschichten zum Mitfiebern und Nachdenken, sowie hingebungsvolle Schauspieler mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen!

"There Will Be Blood" hat seine 2 Oscars definitiv verdient und mich dazu gebracht, auch mal abseits der ausgetretenen und stagnierenden (Hollywood-) Pfade, nach Filmen dieser Güte zu suchen.
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am 27. Juli 2010
Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) ist ein besessener "Öl-Mann". Mit nichts und zunächst alleine baut er in der Zeit der ersten Ölförderungen eine eigene Firma auf. Daneben zieht er einen Sohn groß, den er adoptiert hatte, weil dessen wirklicher Vater bei Öl-Arbeiten ums Leben gekommen war. Diese Tatsache verheimlicht er aber, weil er seinen Sohn als Marketing-Instrument missbraucht, so seriöser wirken will, wenn er einfachen Bauern die Förderrechte an ihrem Land abschwatzt. Zu einem Widersacher, der letztlich mit ihm aus finanziellen Gründen aber gemeinsame Sache machen will, wird ein "Hardcore-Prediger" (Paul Dano). Dem einen geht es darum ein Öl-Magnat zu sein, dem anderen ein großer Mann Gottes. Sie sind jedoch nicht besonders ehrbar, denn letztlich ist die Motivation beider Macht und Geld und daher scheuen sie auch nicht vor Betrug und menschenverachtenden Handlungen zurück.

Der Film ist schonungslos und sicher nah an der Realität, beeindruckt in der Geradlinigkeit, mit zerstörenden Bildern und einer - ob man sie nun gut findet oder nicht - beklemmenden und besonderen Film-Musik. Auch der rüde Kampf von Kapitalismus und Religion in dieser Zeit wird gut wiedergegeben. Die schauspielerische Leistung von Daniel Day-Lewis dürfte zudem als ausgezeichnet betrachtet werden können. Was man ggf. darstellen wollte, die Kälte, die Freudlosigkeit der Zeit, der tunnelhafte Blick und ähnliches brauchte ggf. die lang anhaltenden trostlosen und zwiespältigen Sequenzen, was aber nicht unbedingt fesselnd ist und so entstehen schon Längen. Was fehlt, ist eine Geschichte, die einen wirklich mitnimmt, die einen an den Film bindet.
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am 16. Februar 2012
Dieser Film von Paul Thomas Anderson (Magnolia) ist ein bildgewaltiges Porträt eines Egomanen par excellence zu Anfang des 19.Jahrhunderts in Kalifornien. Daniel Day Lewis verkörpert diesen Daniel Plainview,wie es nur wenige können. Seine Perfomance trägt diesen niemals langweiligen Film auch in den Szenen, wo minutenlang kein Wort gesprochen wird. Sein Gegenüber stellt Paul Dano dar. Wer ihn aus "Little Miss Sunshine" kennt, wird überrascht sein. War er dort schon sehr gut, ist er hier Day Lewis fast ebenbürtig. Leider sind die Szenen, wo beide aufeinandertreffen,recht spärlich gesät. Erst zum Ende hin wird es in dieser Hinsicht fulminant....

Die Bildsprache ist grandios und erinnert zuweilen an Terrence Malicks Meisterwerke (In der Glut des Südens,Der schmale Grat) und lässt einen atemlos vor dem Bildschirm sitzen. Großes Kino!!

Ebenso meisterhaft der Soundtrack! Jonny Greenwood (Radiohead) schuf einen minimalistischen aber unter die Haut gehenden Klangteppich,der sich selten,aber dafür umso wirkungsvoller in die Ohren brennt. There will be blood ist ein Film,der einen erstmal nicht mehr loslässt. Zu beeindruckend sind sowohl die Machart als auch die schauspielerischen Leistungen.

Fazit: Ein Film, der das Zeug zum Klassiker hat! Absolut sehenswert !
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TOP 500 REZENSENTam 7. September 2015
Der Film "There Will Be Blood" ist zwar spannend bis zum Schluß, zeichnet aber ein durchweg düsteres Bild eines Öl-Mannes, bzw. Erfolgsmenschen, der seinen Sohn völlig vernachlässigt, vor Selbstjustiz nicht zurückschreckt und alles und jeden mit seinem Geld zu kaufen versucht. Zum Schluß bleibt der Protagonist selbst auf der Strecke und schreckt sogar für einer Tötung des Pastores nicht zurück. Menschen läßt er auch nicht an seinem eigenen Wohlstand teilhaben, sodaß der Hauptdarsteller für den Zuschauer völlig unnahbar bleibt. Als Pastor hätte ich dem jähzornigen und selbstverliebten Hauptdarsteller die Bibel über den Kopf gezogen und das Wort Gottes deutlich gemacht. Vielleicht wäre er dann auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt.
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am 1. März 2014
Über die konkreten Inhalte will ich zu diesem Meisterwerk nicht mehr viele Worte verlieren, das ist hier schon zu Genüge getan worden.
Was mir persönlich auch nach Jahren des ersten Anschauens noch im Kopf festgebrannt blieb, ist eine besonders von der fast schon beängstigend überragenden Schauspielleistung des Hauptdarstellers und der entwicklungssynchron zum Charakter und der Geschichte des Protagonisten vorallem musiktechnischen Untermalung getragene düstere Darstellung eigentlich uramerikanischer Themen und Motive, die bis heute das Weltgeschehen dominieren. Selten hat es bei mir ein Film geschafft, trotz zunächst augenscheinlicher Längen dermaßen zu fesseln. Im Grunde genommen kann man schon fast sagen, dass der "amerikanische Traum" sich stellenweise im Film, gerade auch durch die Musik untermalt, fast schon als Bohrkopf langsam immer mehr steigernd ins eigene Befinden vortastet. Dabei wird sich nicht in Schwarz-Weiß-Manie lediglich nur auf dieses eine Thema und schon gar nicht oberflächlich konzentriert. Vielmehr sehe ich das Gesehene als Versuch an, die Begehrnisse, Tugenden, Ziele, gesellschaftlichen Normen und besonders damit einhergehend die Widersprüche einer jungen Nation als nackte unverklärte, der Wahrheit wohl eher entsprechenden Version zu zeigen. Ich glaube daher auch nicht, dass wie hier öfters kommentiert, die Primärabsicht des Autors darin lag zu zeigen, dass es jeder mit nur genügend Fleiß nach ganz oben schaffen kann.

Ohne Daniel Day Lewis und die grandiose Art und Weise der Musikinszenierung wäre dieses Werk garantiert nicht das, was es geworden ist und wofür es gelobt wurde. Auch das muss nochmal betont werden, ein Umstand, der aber für die meisten Filme wohl in etwa gilt. Das Werk funktioniert also dann auch nur, wenn man sich auf den Protagonisten wirklich einlässt und mit Geduld vielleicht auf den ersten Blick langweiligere Passagen auf sich wirken lässt.
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am 7. März 2013
Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich jegliche Ansichten "There will be blood" sei ein Film einzig für Intellektuelle, als falsch betrachte. Sicherlich muss man eine gewisse Intelligenz besitzen um den Charakter des Daniel Plainview zu ergründen da dieser sehr detailliert und oftmals auch "zwischen den Zeilen" gezeichnet wird. Jedoch liegt der Schlüssel hierzu meiner Meinung nach nicht im Intellekt, sondern in der Fähigkeit sich ganz auf diesen Film und der Entwicklung des Daniel Plainview einzulassen. Ich habe "There will be blood" bis zu diesem Zeitpunkt viele Male gesehen und kann daher sagen: Wer diesen Film mit der Motivation ansieht, den Hauptcharakter zu verstehen und zu ergründen, der wird wirklich mit einem Meisterwerk an Filmkunst beschenkt!

Das ist aber nichts neues bei Paul Thomas Anderson, sei es "Magnolia" oder auch sein neuester Film "The Master" - er will keine actionreiche und auch nicht unbedingt spannende Story erzählen, sondern vielmehr die Entwicklung von Charakteren und die Auswirkungen deren Aufeinanderprallens darstellen. In seiner Fähigkeit die Figuren so realitätsnah und im Falle von Daniel Plainview auch so stark befremdlich zu zeichnen, liegt P.T.Andersons große Stärke. Unterstützt wird das schließlich immer wieder mit einem beeindruckenden Cast. Über Daniel Day-Lewis' Perfomance ist hier dementsprechend schon genug gesagt worden - outstanding! Um in diesem Zusammenhang einen Gedanken Quentin Tarantinos zu "There will be blood" wiederzugeben: Wenn Plainview in den ersten Szenen sein gefundenes Gold mit einem gebrochenen Bein über diese steinigen Berge (wohl auf seinen Ellenbogen vorwärts kriechend) in die nächste Stadt transportiert, so ist das schier unrealistisch - und doch, durch Daniel Day-Lewis' starke und entschlossene Perfomance weiß der Zuschauer, Daniel Plainview hat diesen Weg natürlich zurückgelegt!

Um noch auf den oft genannten Punkt der Langeweile einzugehen, welcher von Bewunderern des Films immer wieder verneint wurde. Auch hier muss ich sagen, dass es ein rein subjektives Empfinden ist und eng damit verbunden ist wie stark man sich auf "There will be blood" einlassen kann/will. Wer dies nicht kann oder will, dem muss dieser Film einfach langweilig vorkommen und das meine ich nicht negativ. Wer es allerdings schafft Interesse an dem Charakter des Daniel Plainview zu finden, dem wird hier niemals langweilig - im Gegenteil man will immer mehr über diese geheimnisvolle Person erfahren!

Ich hoffe das ich hiermit einen etwas anderen Blickwinkel auf "There will be blood" werfen konnte und möchte nochmals darauf hinweisen, dass die Anerkennung eines Films meiner Meinung nach nicht direkt von dem vorhandenen Intellekt abhängt - sondern vielmehr eine Bewertung ist, welche jeder für sich selbst treffen kann und soll.
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am 20. August 2008
"There Will Be Blood" ist gewiss keine leichte Filmkost. Er ist eher ein düsteres Kammerspiel, ein Ritt in den Seelenabgrund und Paul Andersons gelungenes Portrait über die Gier eines machtbesessenen, egomanischen Kapitalisten - der am Ende alles verloren hat, was Menschlichkeit ausmacht.

Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) stolpert Anfang des 20. Jh. in Kalifornien anstatt über Silber auf Öl. Dank dieses Fundes kann er seinen persönlichen American Dream ausleben mit viel Geld und vor allem viel Macht. Große Flächen Land kauft er auf, um dort nach Öl zu bohren. In dem Moment, wo er das ersehnte Schwarze Gold endlich findet. Geschieht ein schrecklicher Unfall und sein Adoptivsohn und "Partner" H. W., verliert bei dem Unfall sein Gehör. Doch seine Gier nach noch mehr, lässt ihn zu einem kaltblütigen Geschäftsmann werden. Der es nicht duldet, dass sich jemand in seinen Weg stellt. Dies bekommt auch bald sein Sohn zu spüren, denn er abschiebt. Der selbst-ernannte Prediger Elias Sunday (Paul F. Dano) entpuppt sich als einziger zu seinem größten Widersacher, aber auch zu seinem größten Verbündeten auf dem Trip in Richtung Abgrund.

"There Will Be Blood" ist das Psychogramm eines Menschen, der in seiner Gier nach Reichtum und Macht seine Integrität aufgibt und zum rücksichtslosen Monster wird. Mit den ersten völlig wortlosen 15 Minuten des Films, wird der Zuschauer mitgenommen auf einen Trip in den menschlichen Abgrund. Zunächst wirkt er faszinierend, dieser Daniel Plainview - er wirkt ergeizig und engagiert, aber vor allem menschlich. Am Ende dieses 180 Minuten Werkes erscheint der selbe Mann nur noch als höllische Fratze, der an all der einsamen Macht zu ersticken droht. Die Bilder in diesem Film sind eindrucksvoll und radikal zugleich. Eine staubige, farblose und gefühllose Welt wird für den Zuschauer projeziert. Frauen sind in diesem Film Mangelware, dieser Film ist geprägt von ruchlosen Kapitalisten oder verblendeten, christlichen Fundamentalisten - zwei Seiten die beide ihren Wahn ausleben.
Anderson erschafft auf der Seite der Kapitalisten langsam aber stetig sein Monster - Daniel Day-Lewis. Umgeben von Eintönigkeit entwickelt dieser eine wirklich oskarverdiente Vorstellung, die den Zuschauer mit voller Wucht trifft. Sein Gegenpart Paul F. Dano scheint zunächst weit weg von jeglichem kapitalistischen Ansinnen. Er träumt von seiner Kirche und von seiner Gemeinde. Am Ende sind beide in der gleichen Hölle angekommen.

Fazit:
Meiner Meinung nach zählte "There Will Be Blood" zusammen mit "No Country for Old Men" zu den verdienten Oskarfavoriten in diesem Jahr. Daniel Day-Lewis spielt einfach höllisch gut. Auch Paul F. Dano als christlicher Fanatiker gefällt mir richtig gut. Der Film ist gewiss keine leichte Kost. Aber das Zusammenspiel zwischen den Schauspielern, Drehbuch und den eindrucksvollen Bildern ist ein sympathieloses Portrait, dass man einfach gesehen haben muss. Kleines Manko: Das Bonusmaterial auf der DVD ist mit 15 Minuten ziemlich mager ausgefallen. Selbst für einen wie mich, der eher einen sekundären Wert auf das Zusatzmaterial legt, für rund 20 Euro ist das ziemlich schwach, also lieber abwarten wenn es die DVD günstiger zu haben ist. Der Film an sich verdient sich aber trotzdem volle 5 Sterne.
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am 29. Juli 2008
Mit seinem neuesten Film realisierte Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia", Magnolia - Arthaus Premium Edition (2 DVDs)) den Upton Sinclair-Roman "Oil!" von 1927, in dem dieser von der rücksichtslosen Karriere eines Unternehmers im kalifornischen Ölgeschäft des frühen 20. Jahrhunderts berichtet.
Im Film heißt dieser Mann Daniel Plainview (Oscar-prämiert: Daniel Day-Lewis). Seine Karriere nimmt ihren Ausgang im Jahre 1898, zu einer Zeit, in welcher der große Klondike-Goldrausch bereits vorbei ist und nur noch wenige Enthusiasten nach Gold und Silber schürfen. Doch aus der Suche nach Silber wird das Entdecken eines umfangreichen Erdölvorkommens: Nachdem Plainview erste Gewinne erwirtschaften konnte und den sozialen Aufstieg bewerkstelligt hat, begibt er sich 1911 in das Wüstenkaff Little Boston, dessen Untergrund einen hochwertigen Ölschatz zu beherbergen scheint, dessen er sich zusammen mit seinem minderjährigen Sohn bemächtigen will. In Gestalt des Laienpredigers Eli Sunday (Paul Dano) tritt ihm allerdings ein ausgesprochener Gutmensch und sein fortan erbittertster Widersacher entgegen...

"There Will Be Blood" wartet mit zahlreichen Kontrasten auf. Allein schon die Bildsprache könnte gegensätzlicher nicht sein: Ein ums andere Mal finstere Erdlöcher und die bedrohliche Dunkelheit der Nacht, dann wieder gleißendes Tageslicht, das eine zumeist trostlos-karge, wüstenartige Landschaft ausleuchtet; die Kameraleute haben hier ohne Frage sehr gute Arbeit geleistet.

Dennoch mangelt es dem Film im Ganzen an einer guten Portion inhaltlicher Dynamik; seine epische Dauer trägt dazu bei, dass viele vermeidbare Längen Einzug halten, die nicht durch mitreißende Handlungsbausteine "gestopft" wurden. Plainview bei seinen diversen Verhandlungen mit anderen "Oil men" zu beobachten, ermüdet irgendwann doch sehr. Einzig sein Sohn, der zwischenzeitlich durch einen Unfall ertaubt ist, verleiht der Handlung an manchen Stellen eine gewisse Anspannung - seine Leinwandpräsenz zwischen Lethargie und Auflehnung ist beachtlich. Dass Daniel Day-Lewis mindestens ebenso bemerkenswert agiert, ist auch klar. Er versieht seine Rolle mit einem Höchstmaß an Authentizität und als Zuschauer fühlt man sich beinahe schon eingeschüchtert von der dominanten, impulsiven Besessenheit, mit der Plainview seine akribisch gesetzten Ziele sukzessive verwirklicht.

Dennoch bleibt die schwelgerische Erzählweise des Films zu bemängeln; im Ganzen fehlt einfach der gewisse Biss, die gewisse Wendung, eine deutlichere Aussage. So bleibt der Film unbefriedigend, zumal der Konflikt mit dem Prediger zwar eine moralische Komponente in Plainviews Leben einbringt, sein Charakter aber dennoch auf beinahe schon unheimliche Weise abstoßend und kalt verbleibt. Es ist diese offenkundig unsympathische Art, die einen als Zuschauer davor zurückschrecken lässt, sich mit der Hauptfigur des Films näher befassen zu wollen.

Mein Resümee läuft aus diesen Gründen auf 3 von 5 Punkten hinaus: Der Film ist zwar außergewöhnlich, aber insgesamt auch zu sperrig und unausgewogen.
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am 30. Juli 2010
Ich habe mir den Film gekauft, weil er schwierig und anstrengend aussah, eine Dauer von zweieinhalb Stunden hat und weil ich gelesen hatte, dass in der ersten Viertelstunde kaum ein Wort gesprochen wird. Alles schien auf anspruchsvolles Kino für Kenner hinzudeuten. Wurde ich enttäuscht? Nein.

Oder vielleicht doch ein kleines bisschen, denn so furchtbar anstrengend oder langwierig, wie in anderen Rezensionen bemängelt, war er dann doch nicht. Ich hatte Tarkowskijsche Ausmaße erwartet, bekam stattdessen aber einen durchaus fordernden und dennoch relativ "normalen" Film zu sehen.

Zur Story dürfte schon alles gesagt worden sein. There will be blood ist eine Charakterstudie über den "Oil-Man" Daniel Plainview, einen ehrgeizigen Öl-Unternehmer zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der von niederen Empfindungen gegenüber Anderen geplagt wird und zwischen diesen negativen Emotionen, seinem gierigen Gewinnstreben und der Liebe zu seinem Adoptivsohn hin und hergerissen ist. Hinzu kommen Plainviews Auseinandersetzungen mit dem jungen Kirchenmann Eli Sunday, der selbst mehr im Hintergrund bleibt, aber eine große Rolle für den Film spielt.

Daniel Day Lewis spielt mehr als gut, wie alle anderen Schauspieler passt er perfekt und füllt seine Rolle optimal aus. Es wird vieles nur angedeutet in diesem Film und Konzentration ist gefragt.
So funktioniert There will be blood als Charakterportrait und als kritische Abhandlung über die großen "Stärken" Amerikas: Unternehmertum und Religion. Welch unheilvolle Allianz beide unter Umständen eingehen können, spiegelt sich in den Charakteren von Plainview und Eli Sunday.

Insgesamt stimmt meiner Meinung nach alles an dem Film. Die Bilder sind überlebensgroß, die Schauspieler (ich beziehe mich auf die englische Originalversion) unglaublich, die Musik...ja, die Musik. Hier zeigt sich ein gespaltenes Bild (bei Amazon). Es fiel irgendwo der Satz, dass die Musik wirkt, als gehöre sie zu einem anderen Film. Das ist anfangs gar nicht mal so falsch. Als Zuschauer ist man zuerst verwirrt: Wie soll diese dissonante Streicher-Instrumentenstimmmusik zu den heroischen Öl-Förderungsbildern passen? Aber spätestens ab der Hälfte des Films weiß man es besser und am Ende ist klar, dass es nur diese Musik für diesen Film geben kann. Ein pathosgeschwängerter Hollywood-Score wäre ganz eindeutig fehl am Platz.

Bevor ich mich weiter in Lobhuldigungen ergehe: Wenn Sie anspruchsvolle Filme und schwierige Charaktere mögen, dazu einem Setting in der amerikanischen Geschichte nicht abgeneigt sind und sich wirklich mal Zeit und Platz im Kopf für einen Film nehmen möchten, greifen Sie zu! Ich habe ihn gestern gesehen, denke den ganzen heutigen Tag daran und kann es kaum erwarten, ihn nocheinmal anzuschauen. Mit das Beste seit langer Zeit.
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am 14. Juli 2009
Ein Film über den Aufstieg, das Leben und das skrupellose Treiben des Ölförderers Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) in den USA von 1898 bis etwa 1930. Der Film setzt dabei Schwerpunkte bei der Suche und Erschließung der Fördergebiete, dem Konflikt zwischen Plainview und dem ortsansässigen selbsternannten Kirchenprediger sowie das Verhältnis zu seinem Ziehsohn.

Optisch ist der Film hervorragend inszeniert: Die Bilder sind schlicht und karg wie die Landschaft, Kostüme und Szenerie sind absolut stimmig und es gibt keine sichtbaren Spezialeffekte (glücklicherweise!).
Eine 5.1 Anlage braucht man nicht, denn Soundeffekte gibt es eigentlich keine - die Bilder sprechen für sich und das ist hier auch gut so. Bei der gelegentlich eingesetzten Musik erlebt man hingegen Überraschungen: Manchmal sind es schlichte aber wirkungsvolle treibende Trommeln, die das Bild untermalen, manchmal dachte ich hingegen, dass der durchdringende, nervige Dauerton von der Serie "LOST" geklaut wurde.
Alles in allem ein sehr intensiver, hautnaher Film, der extrem durch die wahrlich grandiose schauspielerische Leistung von Daniel Day Lewis getragen wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob man den Charakter mag oder aber (sehr wahrscheinlich) zutiefst verabscheut. Aus meiner Sicht wurde diese Leistung wirklich zu Recht mit dem Oscar prämiert.

Wirklich begeistern konnte mich "There will be Blood" dennoch nicht. Das liegt überwiegend daran, dass man sich lange fragt, worauf der Film hinaus will. Hat die Geschichte ein Ziel? Soll man am Ende eine Lehre daraus ziehen? Will der Film etwas aussagen? Oder soll man einfach nur das Leben eines Mannes begleiten? Man wartet auf etwas Größeres auf das der Film zusteuert, aber genau das bleibt leider aus.
Hinzu kommt, dass der Film mit 2 1/2 Stunden sehr lang geraten ist, in der Zeit aber für meinen Geschmack zu wenig wirklich fesselndes, interessantes passiert. Dadurch hat der Film ziemliche Längen und es war mir letztendlich nicht möglich den Film am Stück zu sehen. Dazu habe ich 3 Tage gebraucht.
Und bei einem Film der so lang geraten ist, sollte man dann auch noch ein paar Minuten mehr für einen "echten" Abschluss opfern. Der Film schließt stattdessen mit einem etwas "verstörenden" Ende. Gerade hier hätte ich gern gewusst, was anschließend mit Plainview passiert. Außerdem wäre es wünschenswert zu sehen, was aus seinem Ziehsohn geworden ist. (Hatte er Erfolg oder nicht?)

Kann ich "There will be Blood" empfehlen? Eingeschränkt. Wer sich für Filme begeistern kann, die ohne Knall-Bumm-Effekte auskommen, jenseits der CGI effektüberladenen Cinemawelt existieren und die hauptsächlich durch die Geschichte selbst getragen werden und dazu noch grandiose schauspielerische Leistung aufweisen, der ist hier genau richtig.
Würde ich den Film erneut sehen? Klares Nein. Ich bin zwar froh, dass ich ihn gesehen habe, aber einmal reicht mir völlig. Aus meiner Sicht handelt es sich zwar um einen wahrlich gut gemachten, aber keinen wirklich guten Film. Letztendlich war er mir schlicht zu lang(weilig).
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