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5.0 von 5 Sternen Eindringliche Charakterstudie
Sechs Jahre mussten vergehen, bis Paul Thomas Anderson nach seiner eigenwillig schönen Romanze "Punch-Drunk Love" im Jahr 2007 einen neuen Film in die Kinos bringen konnte. Dafür wird er dieser der langen Zeit der Vorbereitung (und Geldgebersuche) gerecht: Anderson, der sich zuvor schon mit seinen großartigen, aber im Produktionsaufwand doch...
Veröffentlicht am 4. Mai 2012 von Silke Hettich (Media-Mania)

versus
38 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen There Will Be Blood - und jede Menge Zähflüssigkeit
Mit seinem neuesten Film realisierte Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia", Magnolia - Arthaus Premium Edition (2 DVDs)) den Upton Sinclair-Roman "Oil!" von 1927, in dem dieser von der rücksichtslosen Karriere eines Unternehmers im kalifornischen Ölgeschäft des frühen 20. Jahrhunderts berichtet.
Im Film heißt dieser Mann Daniel...
Veröffentlicht am 29. Juli 2008 von Askadar


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringliche Charakterstudie, 4. Mai 2012
Sechs Jahre mussten vergehen, bis Paul Thomas Anderson nach seiner eigenwillig schönen Romanze "Punch-Drunk Love" im Jahr 2007 einen neuen Film in die Kinos bringen konnte. Dafür wird er dieser der langen Zeit der Vorbereitung (und Geldgebersuche) gerecht: Anderson, der sich zuvor schon mit seinen großartigen, aber im Produktionsaufwand doch zurückgenommenen Ensemblefilmen "Boogie Nights" und "Magnolia" einige Fans unter Zuschauern wie Kritikern gemacht hatte, brachte mit "There will be blood" ein prosaisch erzähltes, doch bild- und tongewaltiges Epos auf die Leinwand und sicherte sich in zahlreichen Rankings zu den besten Filmen des Jahres den ersten Platz.

Neben der interessanten Inszenierung (die manch einer vielleicht als langatmig, andere jedoch im Gegenteil als wunderbar atmosphärisch empfinden werden), einer virtuosen Kamera und einem verstörend betörenden Score (für den Jonny Greenwood von Radiohead verantwortlich zeichnet) beeindrucken an "There will be blood" vor allem die schauspielerischen Leistungen. Dabei steht und fällt diese Charakterstudie selbstredend mit ihrem Hauptdarsteller: Zwei Jahre lang hat sich Daniel Day-Lewis auf seine Rolle als kaltschnäuziger "Oil-Man" vorbereitet, und sein zweiter Oscar als bester Hauptdarsteller galt ihm bereits vor der Preisverleihung als gesichert. Doch auch die Nebenrollen sind glänzend besetzt ' allen voran die des von Paul Dano verkörperten evangelikalen Predigers Eli, der sich nach und nach zum Plainview an Machthunger in nichts nachstehenden Antipoden entwickelt.

Das Drehbuch beruht teilweise auf Upton Sinclairs Roman "Oil!" von 1927. Anderson hat sein Epos jedoch der Gesellschaftskritik seiner Vorlage und jeglicher Moralisierung enthoben. Im Kampf von Öl-Kapitalismus und religiösem Fanatismus geht es hier nicht um spezifische historische Konstellationen, und Fragen nach Gut und Böse werden ad absurdum geführt. So ist es nur konsequent, dass "There will be blood" in ein geradezu groteskes Finale mündet, in dem sich die manische Skrupellosigkeit der Hauptfigur noch einmal mit der ihm eigenen Energie niederschlägt. Den titelgebenden Machtmenschen in Orson Welles Meisterwerk "Citizen Kane" (1941), das im Zusammenhang mit Andersons Film bisweilen herbeizitiert wird, weist sein bedeutungsvoll gehauchtes "Rosebud" auf dem Sterbebett doch noch als Mensch aus, der einst ein unschuldiges Kind war. Dagegen gipfelt der Nihilismus von "There will be blood" in einem zwischen Lächerlichkeit und Monstrosität grandiosen Zitat, mit dem Plainview den Showdown gegen Eli schließlich für sich entscheidet: "I drink your milkshake!" Was es damit genau auf sich hat, sollte sich jeder, der offen ist für außergewöhnliche Kinoerlebnisse, selbst anschauen'

Studiocanal hat in seiner Blu Cinemathek nun die Blu-ray zum Film neu aufgelegt. Das HD-Bild kann durch Schärfe, feine Detailzeichnung und ordentliche Schwarzwerte überzeugen. Auch der Ton ist gut, wenn man sich auch denkt, dass an manchen Stellen noch etwas mehr Klang herauszuholen gewesen wäre. Auch, wenn die deutsche Synchronfassung (DTS 5.1 oder DD 5.1) gut gelungen ist, sei jedem, der des Englischen mächtig ist, unbedingt die Originaltonspur (PCM 5.1 oder DD 5.1) empfohlen ' allein schon um den knarzenden Singsang zu hören, den Daniel Day-Lewis sich für die Rolle angeeignet hat.
Die Blu-ray-Features sind nicht allzu üppig, aber dafür ganz interessant: Neben Teaser, Trailer und englischer Hörfilmfassung gibt es drei zusätzliche Szenen. Außerdem finden sich noch zwei Kurzdokumentationen: eine über die Geschichte des Öls von rund 25 Minuten und eine, in dem zeitgenössische Fotografien dem Produktdesign des Films gegenübergestellt werden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht vor dem Covertext!, 29. März 2013
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood [Blu-ray] (Blu-ray)
Liest man diesen auf der Rückseite der Verpackung vermeint man beim Schauen tatsächlich, im falschen Film zu sein.

Was sieht man tatsächlich, ohne zu spoilern: Die degenerative Entwicklung eines von Zwängen besessenen Menschen, welcher keine Möglichkeit hat, sich mit anderen auszutauschen, was dazu führt, dass die paranoiden Zwänge am Ende vollends von ihm Besitz ergreifen.
Klingt zum Gähnen, ist jedoch unglaublich erzählt. Alles passt, Story, Bilder, Musik, Stimmung - einer der größten Filme des 21. Jahrhunderts, jetzt schon!

Vorsicht: Es gibt zahlreiche verstörende Momente, insbesondere das auf seine Weise fulminante Ende.

Gute Unterhaltung ist aus meiner Sicht jedenfalls nicht angesagt.
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35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Porträt eines Monomanen, 26. Juli 2009
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Lange habe ich damit gezögert, mir diesen Film zuzulegen, denn in vielen Rezensionen heißt es, "There Will Be Blood" sei langweilig und ohne rechte Struktur, doch ich kann nur sagen, dass diese Kritik ins Leere geht - ja mehr noch, dass dieser Film ein echtes Erlebnis ist, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Der Film beginnt mit einem Blick auf zwei karge, sonnenbeschienene Berge, an deren Fuß Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) mit verbissener Zähigkeit in einem Schacht nach Silber gräbt und es schließlich auch findet. Als er von der Leiter in die Grube abrutscht, bricht er sich ein Bein, doch verbissen und fanatisch gräbt er weiter, bis er schließlich genügend Silber zusammenhat und sich in das nächste Dorf quält. Vier Jahre später sehen wir Plainview in der Wüste, wie er mit einigen anderen Männern nach Öl bohrt, im Dreck lebt, Apparate entwirft, Schwerstarbeit leistet und sich des Säuglings eines Mannes annimmt, der bei den Bohrungen tödlich verunglückt. Immer weiter begleiten wir Plainview bei seiner entgegen aller Widrigkeiten hartnäckig vorangetriebenen Arbeit, die ihn nach und nach zu einem wohlhabenden Mann macht. Mehr als fünfzehn Minuten dauern diese Szenen, und während dieser Zeit wird kein einziges Wort gesprochen, wir hören nur das Stöhnen der Männer, das von Schmerz und Anstrengung zeugt, dazu die avantgardistische und verstörende Musik von Jonny Greenwood.

Der Film lädt uns ein, Daniel Plainview, einen machtbesessenen Selfmademan auf seinem Weg zu Reichtum und menschlicher Vereinsamung zu begleiten; er erzählt eigentlich keine wirkliche Geschichte, sondern beleuchtet nur wichtige Episoden im Leben dieses Mannes, bis er schließlich in einer absurd-tragischen Situation abrupt endet.

"There Will Be Blood" ist lose an den Roman "Oil!" von Upton Sinclair angelehnt, einem jener Journalisten und Schriftsteller, die Anfang des letzten Jahrhunderts von Präsident Roosevelt als "Muckrakers" verunglimpft wurden, weil sie es wagten, die sozialen Kosten des Kapitalismus in ihren dem Naturalismus verhafteten Werken anzuprangern - etwas, das Dickens auf mildere Weise im 19. Jahrhundert für das industrialisierte England tat. Allerdings macht sich Regisseur Anderson den sozialkritischen Impetus Sinclairs nicht zueigen, sondern konzentriert sich auf den Charakter Plainviews, der als Musterbeispiel entschlossenen Unternehmertums auf der einen Seite Bewunderung erzeugt, wegen seiner Unfähigkeit, menschliche Bindungen aufzubauen, und der damit einhergehenden Skrupellosigkeit jedoch auch Abscheu hervorruft.

Am Anfang überwiegen noch die positiven Seiten in Plainviews Charakter: Wir sehen ihn, wie er mit seinem Sohn spielt und ihm das Ölgeschäft erklärt, wir sehen, wie durch ihn die Stadt Little Boston, deren Bewohner ursprünglich am Rande des Existenzminimums lebten, einen bescheidenen Aufschwung und die Segnungen der Zivilisation erfährt, aber wir erleben ihn auch als knallharten Verhandlungspartner, der sich nicht scheut, die unwissenden Bauern über den Löffel zu barbieren. In der Folge, vor allem mit dem Auftauchen seines Rivalen, Eli Sundays, eines bigotten, sektiererischen Predigers, überwiegen allerdings die Schattenseiten seines Charakters. Als sein Pflegesohn H.W. bei einer Bohrtumexplosion sein Gehör verliert, kümmert sich der Vater mehr um das Bohrloch als um seinen Sohn, der voller Panik nach ihm schreit; später weiß Plainview nicht, mit der Behinderung des Kindes umzugehen, und schiebt es kurzerhand in ein Internat ab. Am Lagerfeuer verrät er seinem Bruder in einem Anflug alkoholbedingter Aufrichtigkeit, dass er die Menschen hasse und anderen jeden Erfolg neide.

Sein Rivale Eli Sunday (Paul Deno) hingegen ist eine noch unambivalentere Figur, denn er erregt das Missfallen des Zuschauers von Anfang an. Ein unbedarfter Bauernsohn, wählt er den Weg des evangelikalen Erweckungspredigers, der die Menschen mit inszenierter Glaubensverzückung in seinen Bann schlägt. Von Plainview gedemütigt, sinnt er auf Rache, die er sich auch auf Umwegen verschafft.

Im Grunde sind sich beide Rivalen recht ähnlich insofern als es ihnen darum geht, monomanisch Macht und Einfluss über andere Menschen zu gewinnen, und auch die Gier nach Geld ist Sunday nicht fremd. Der Unterschied ist, dass Plainview erschreckend brutal zu Werke geht - in einem Verhandlungsgespräch droht er beispielsweise in einem Anfall von Wut seinem Gegenüber damit, sich nachts in sein Haus zu schleichen und ihm die Kehle durchzuschneiden -, während Sunday eher kriecherisch und feige ist - die Schläge und Tritte, die er von Plainview empfängt, reich er an seinen alten Vater weiter - und dabei an Uriah Heep aus "David Copperfield" erinnert.

Es sind zwei ausnahmslos gierige und egozentrische Menschen, die Anderson hier zeichnet, und das mag den Film für viele abstoßend machen, aber wenn ich mir die Welt so angucke, gibt es doch eine Menge Plainviews und Sundays.

Man mag sich darüber streiten, ob das Ende dieses großartigen Filmes ebenso gelungen ist wie der Rest. Ich für meinen Teil finde, dass die beiden Rivalen in ihrem letzten Zusammentreffen wie Zerrbilder ihrer selbst agieren, was zum Teil sicher auf die Verachtung zurückzuführen ist, die der Regisseur für seine zwei Figuren empfinden mochte, doch die Aussage, die Anderson damit macht, ist eindeutig.

Ein besonderer Reiz dieses Filmes liegt auch in der Filmmusik, die überwiegend von Jonny Greenwood komponiert wurde (es gibt allerdings auch Musik von Brahms und anderen). Die Musik unterstreicht die fehlende Balance im Charakter Plainviews aufs trefflichste, wobei sie dem Ohr nicht immer, dem Bauch aber durchweg einen Gefallen tut.

Einziger großer Makel an der DVD ist die Verpackung, die doch recht billig und instabil geraten ist, da sie nicht plasti-elasti, sondern pappig ist. Doch dies hat nichts mit dem Film zu tun, und meine Bewertungen gelten in erster Linie immer dem Inhalt, so dass ich diesem grandiosen Epos fünf Sterne gebe und noch einmal die Empfehlung ausspreche, dass man sich diesen Film nicht entgehen lassen sollte. Da ist nichts mit Langerweile!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Un- und aussergewöhnlich, 2. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood [Blu-ray] (Blu-ray)
Gut Ding braucht Weile: Regisseur Paul Thomas Anderson ist dafür bekannt, nur wenige Filme zu produzieren und bereitet sich äußerst intensiv und ausgiebig auf jedes neue Projekt vor. Dabei scheint es, als möchte er (ähnlich wie Kubrick) jegliche Wiederholung vermeiden und sich mit jedem Film neu erfinden. So ist auch "There Will Be Blood" mit keinem seiner mir bekannten Vorgängerfilme zur vergleichen. Ich finde, die Mühe hat sich gelohnt: Insbesondere der ungewöhnliche, neuartige Soundtrack, die tollen Kameraeinstellungen und ein grenzgenialer Daniel Day-Lewis in der Hauptrolle machen den Film zum unkonventionellen Erlebnis. Man muss sich allerdings etwas in Geduld üben, denn der lange Streifen nimmt erst in der zweiten Hälfte allmählich an Fahrt auf. Wer durchhält wir belohnt mit einem Stück Filmkunst, dessen Eindrücke lange im Gedächtnis haften bleiben (zumindest erging es mir so). ds
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen großartig gespielt, geschrieben und inszeniert... ein Meisterwerk!, 7. April 2013
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood [Blu-ray] (Blu-ray)
There will be Blood habe ich mir eigentlich nur angeguckt, weil er hochgelobt wird und Daniel Day-Lewis den Oscar als Bester Hauptdarsteller gewonnen hat. Mich hat Paul Thomas Andersons Werk aber wirklich gut unterhalten.

Daniel Plainview entdeckt eine Ölader in Kalifornien und baut sich geschickt durch Listen und eine spitze Zunge ein kleines Vermögen auf. Als er seine Ländereien und seine Ölpipelines ausbauen will, sieht er sich unerwarteten Gegnern und der Kirche konfrontiert.

There will be Blood ist mein erster Film von Paul Thomas Anderson (Magnolia) und er hat mich sofort begeistert.
Anderson erzählt mit diesem Film die Geschichte des amerikanischen Traums: ein Mann wird durch harte Arbeit Millionär. Er zeigt aber natürlich auch die schwarzen Seiten dieses Lebens und Traums. Anderson hat bei diesem Film das Drehbuch geschrieben und Regie geführt und dies wirklich meisterhaft.
Die Geschichte hat Thomas sehr geschickt aufgebaut. Er fängt ganz ruhig mit wenigen Dialogen an und steigert die Spannung indem er immer mehr Hindernisse in den Weg seines Hauptcharakters legt. Er konfrontiert hier gekonnt Daniel Day-Lewis mit echten Situationen, die er auch noch spannend inszeniert und dargestellt hat.
Der Film wurde für die Beste Kamera mit dem Oscar bedacht und dies auch zurecht. Anderson schafft zusammen mit seiner unorthodoxen Musik einige spannende Momente. Er baut die Spannung immer wieder auf und lässt die Situation dann gekonnt explodieren. Durch die sehr gute, authentische Atmosphäre des Films, die Spannung und den großartigen Hauptdarsteller habe ich die 2 ' Stunden Laufzeit nicht wirklich gespürt.
Daniel Day-Lewis (Lincoln) übernimmt mit seiner Präsenz den gesamten Bildschirm und entwickelt seinen Charakter meisterhaft weiter. Vom ruhigen Ölschürfer am Anfang bis hin zum alkoholisierten, wirren Millionär ist einfach meisterhaft gespielt. Sehr gut spielt auch Paul Dano (Little Miss Sunshine) als Gläubiger. Er ist der Prediger, der Lewis immer wieder im Weg steht. Wenn Dano seine 2 Predigten hält, ist er der Star dieser Situationen und sorgt so sogar für 3 Höhepunkte. Auch er hätte für seine Rolle für einen Oscar nominiert werden sollen.

Fazit:
There will be Blood ist ein großartig gespieltes Drama, das sehr gut geschrieben und gefilmt ist. Wenn man mit Dramen etwas anfangen kann und eine sehr gute schauspielerische Leistung sehen möchte, wird man hier mehr als fündig und sollte unbedingt mal reinschauen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen P.T. Anderson und seine Kunst des Filmemachens, 7. März 2013
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood [Blu-ray] (Blu-ray)
Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich jegliche Ansichten "There will be blood" sei ein Film einzig für Intellektuelle, als falsch betrachte. Sicherlich muss man eine gewisse Intelligenz besitzen um den Charakter des Daniel Plainview zu ergründen da dieser sehr detailliert und oftmals auch "zwischen den Zeilen" gezeichnet wird. Jedoch liegt der Schlüssel hierzu meiner Meinung nach nicht im Intellekt, sondern in der Fähigkeit sich ganz auf diesen Film und der Entwicklung des Daniel Plainview einzulassen. Ich habe "There will be blood" bis zu diesem Zeitpunkt viele Male gesehen und kann daher sagen: Wer diesen Film mit der Motivation ansieht, den Hauptcharakter zu verstehen und zu ergründen, der wird wirklich mit einem Meisterwerk an Filmkunst beschenkt!

Das ist aber nichts neues bei Paul Thomas Anderson, sei es "Magnolia" oder auch sein neuester Film "The Master" - er will keine actionreiche und auch nicht unbedingt spannende Story erzählen, sondern vielmehr die Entwicklung von Charakteren und die Auswirkungen deren Aufeinanderprallens darstellen. In seiner Fähigkeit die Figuren so realitätsnah und im Falle von Daniel Plainview auch so stark befremdlich zu zeichnen, liegt P.T.Andersons große Stärke. Unterstützt wird das schließlich immer wieder mit einem beeindruckenden Cast. Über Daniel Day-Lewis' Perfomance ist hier dementsprechend schon genug gesagt worden - outstanding! Um in diesem Zusammenhang einen Gedanken Quentin Tarantinos zu "There will be blood" wiederzugeben: Wenn Plainview in den ersten Szenen sein gefundenes Gold mit einem gebrochenen Bein über diese steinigen Berge (wohl auf seinen Ellenbogen vorwärts kriechend) in die nächste Stadt transportiert, so ist das schier unrealistisch - und doch, durch Daniel Day-Lewis' starke und entschlossene Perfomance weiß der Zuschauer, Daniel Plainview hat diesen Weg natürlich zurückgelegt!

Um noch auf den oft genannten Punkt der Langeweile einzugehen, welcher von Bewunderern des Films immer wieder verneint wurde. Auch hier muss ich sagen, dass es ein rein subjektives Empfinden ist und eng damit verbunden ist wie stark man sich auf "There will be blood" einlassen kann/will. Wer dies nicht kann oder will, dem muss dieser Film einfach langweilig vorkommen und das meine ich nicht negativ. Wer es allerdings schafft Interesse an dem Charakter des Daniel Plainview zu finden, dem wird hier niemals langweilig - im Gegenteil man will immer mehr über diese geheimnisvolle Person erfahren!

Ich hoffe das ich hiermit einen etwas anderen Blickwinkel auf "There will be blood" werfen konnte und möchte nochmals darauf hinweisen, dass die Anerkennung eines Films meiner Meinung nach nicht direkt von dem vorhandenen Intellekt abhängt - sondern vielmehr eine Bewertung ist, welche jeder für sich selbst treffen kann und soll.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvergesslich anders, 13. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood [Blu-ray] (Blu-ray)
Meist schaut man einen Film mit gewissen Erwartungen an. Etwa Nonstop-Bombast wie bei "James Camorans Avatar", oder die sympatisch bewegende Geschichte von "Forrest Gump".
"There will be blood" ist einer dieser Filme, die etwas von dem Zuschauer erwarten. Einige bemängeln, dass die Musik nervt, fehlendes Mitgefühl für die Darsteller, eine langsame Erzählweise und man ohne jegliche Erkenntnis oder "Botschaft" aus dem Film geworfen wird.
Aber genau das will der Film. Der Film will, dass man versteht wer Daniel ist und lässt einem doch wieder im
Unklaren darüber. Er unterhält fast allein duch seine Erzählweise. Ich persönlich sehe den Film als eine Charakterstudie. Wenn nicht gerade die fantastische Landschaft oder die Arbeit gezeigt wird, reduziert sich das Geschehen auf das reine Schauspiel. Fast wie eine Theaterbühne wirkt die Scene in der Kirche. Nacktes Holz, ein Kreutz, Eli und Daniel in der Mitte. Teilweise werden bei Schlüsselscenen ausschließlich die Gesichter gezeigt.

Und das ist auch gut so. Ich muss hier wohl nichts mehr über die Güte von Day-Lewis sagen.
Wer sich von diesem Werk abgeschreckt fühlt, wird sich erschrecken, wie furchteinflößend echt er seine Rolle spielt. Also Leute...Ich gebe zu, "There will be blood" ist definitiv kein Popcorn-Kino. Jedoch bleiben einem die epischen Bilder, die einzigartig-nervenzehrende Musik, das gierige Handeln Plainviews und nicht zuletzt eines der grandiosesten Finales aller Zeiten, auf Ewig ins Gehirn gebrannt.
Wer sich also einen echten Filmfan nennt, muss unbedingt etwas nachholen.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen One Man Show!!, 16. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Dieser Film von Paul Thomas Anderson (Magnolia) ist ein bildgewaltiges Porträt eines Egomanen par excellence zu Anfang des 19.Jahrhunderts in Kalifornien. Daniel Day Lewis verkörpert diesen Daniel Plainview,wie es nur wenige können. Seine Perfomance trägt diesen niemals langweiligen Film auch in den Szenen, wo minutenlang kein Wort gesprochen wird. Sein Gegenüber stellt Paul Dano dar. Wer ihn aus "Little Miss Sunshine" kennt, wird überrascht sein. War er dort schon sehr gut, ist er hier Day Lewis fast ebenbürtig. Leider sind die Szenen, wo beide aufeinandertreffen,recht spärlich gesät. Erst zum Ende hin wird es in dieser Hinsicht fulminant....

Die Bildsprache ist grandios und erinnert zuweilen an Terrence Malicks Meisterwerke (In der Glut des Südens,Der schmale Grat) und lässt einen atemlos vor dem Bildschirm sitzen. Großes Kino!!

Ebenso meisterhaft der Soundtrack! Jonny Greenwood (Radiohead) schuf einen minimalistischen aber unter die Haut gehenden Klangteppich,der sich selten,aber dafür umso wirkungsvoller in die Ohren brennt. There will be blood ist ein Film,der einen erstmal nicht mehr loslässt. Zu beeindruckend sind sowohl die Machart als auch die schauspielerischen Leistungen.

Fazit: Ein Film, der das Zeug zum Klassiker hat! Absolut sehenswert !
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Virtuos, melancholisch, fesselnd - und seeehr anstrengend, 22. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Vieles ist dieser Film, manches nicht, ganz bestimmt aber streitbar. Ist "There Will Be Blood" langweilig? Ich glaube kaum; der Film, der nicht nur mit betörend kargen Bildern und grandiosen schauspielerischen Leistungen aufwartet, ist ein durchaus fesselndes Porträt eines Besessenen und seines fanatischen Gegenspielers. Darüber hinaus ist der oscardekorierte Streifen von Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia") aber auch anstrengend, aufreibend, verstörend und gelegentlich auch ziemlich nervtötend.

"There Will Be Blood" erzählt die Geschichte des Daniel Plainview, der zu Beginn des 19. Jh. vom Silbersucher zum "Ölmann" wird. Dieser Daniel Plainview, zu Beginn ein ebenso willensstarker wie menschlicher Charakter, wandelt sich im Laufe des Films zum Menschen-Hasser. Opfer und Ereignisse auf seinem Weg sind letztlich nicht mehr als Erfüllungsgehilfen dieses Films, dessen Botschaft ebenso einfach wie eindeutig ist. Schonungslos zeigt "There Will Be Blood" die Abgründe des menschlichen Geistes auf, führt dem Zuschauer den Wahnsinn des Fanatismus - sei er nun religiös, kapitalistisch oder sonst wie geartet - hautnah vor Augen.

Gnadenlos gut spielt Daniel Day-Lewis, der für seine Rolle als fast schon krankhafter Machtmensch zurecht den Oscar erhielt. Dennoch habe ich 150 lange Minuten vergeblich versucht diesen Daniel Plainview zu verstehen - am Ende blieb höchstens Bedauern. Seine rücksichtslose unmenschliche Art macht den Film zu dem sperrigen Werk, dass es geworden ist. Man muss bereit sein sich zweieinhalb Stunden dem irgendwie leeren auszuliefern, dem höhepunktslosen Leiden eines zu letzt doch etwas überstilisierten Charakters, der mir trotz seines gefühlslosen Erfolgsstrebens nie das Gefühl vermittelte ein Machtmensch zu sein, sondern vielmehr ein von der Welt enttäuschter, der den anderen lediglich ihren Ruhm, ihre Macht neidete, wie ein Kind das ein Spielzeug nur haben will, weil ein anderes es auch hat. Und doch ist es dieser Charakter, der den Film zu einem guten Stück ausmacht, der fesselt, der nicht mehr loslässt - auch wenn zeitweise nervt.

Darüber hinaus sind es vor allem die Bildsprache und der, nun ja, etwas skurrile, jedenfalls ungewöhnliche Soundtrack, die den Film (zumindest für mich) so unvergesslich machen. Die Bilder schlagen ständig von gleißend hell zu verwischt dunkel um, sind öde und prächtig, weit und beengt, kurzum beeindruckend. Untermalt wird all das von einem ungewöhnlichen Soundtrack (übrigens nur mit damals existierenden Instrumenten produziert), den ich als durchaus gelungen, wenn auch etwas befremdlich empfand, der aber bestimmt auch stören kann.

Fazit:

Unvorbereitet - also in Erwartung eines ganz "normalen" Filmes - sollte man sich diesem epochalen Drama jedenfalls nicht stellen, denn "There Will Be Blood" ist trotz des genialen Hauptdarstellers, trotz der tollen Bilder ein zäher, ein anstrengender und ein verdammt langer Film - 3,5 Sterne.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefsinniger, wahrhaftiger Film, 16. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Der Film hat mich beeindruckt wie kaum ein anderer aus dem modernen US-Kino. Er zeigt die zwei Pole Amerikas: Ehrgeiz und Frömmigkeit, oder weniger nett gesagt Geldgier und Bigotterie. Trotzdem werden die Protagonisten nicht verurteilt. Keine Schwarz-Weiß-Klischees zudem, wie sonst so häufig im US-Kino. Es kann hier weder Helden noch Gewinner geben.Es stimmt, daß der Film Längen hat. Er ist aber auch kein Action-Drama, sondern ein Epos, das über das musikalisch brillant untermalte Unbehagen volle Wirkung erzielt. Die Rollen waren bestens besetzt, die Bilder kriegt man so leicht nicht wieder aus dem Kopf.
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