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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringliche Charakterstudie
Sechs Jahre mussten vergehen, bis Paul Thomas Anderson nach seiner eigenwillig schönen Romanze "Punch-Drunk Love" im Jahr 2007 einen neuen Film in die Kinos bringen konnte. Dafür wird er dieser der langen Zeit der Vorbereitung (und Geldgebersuche) gerecht: Anderson, der sich zuvor schon mit seinen großartigen, aber im Produktionsaufwand doch...
Veröffentlicht am 4. Mai 2012 von Silke Hettich (Media-Mania)

versus
38 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen There Will Be Blood - und jede Menge Zähflüssigkeit
Mit seinem neuesten Film realisierte Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia", Magnolia - Arthaus Premium Edition (2 DVDs)) den Upton Sinclair-Roman "Oil!" von 1927, in dem dieser von der rücksichtslosen Karriere eines Unternehmers im kalifornischen Ölgeschäft des frühen 20. Jahrhunderts berichtet.
Im Film heißt dieser Mann Daniel...
Veröffentlicht am 29. Juli 2008 von Askadar


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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend und tiefgründig... There Will Be Blood, 19. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood [Blu-ray] (Blu-ray)
Eigentlich ist "There Will Be Blood" komplett an mir vorbeigerauscht und ich wusste im Vorfeld lediglich, dass Daniel Day Lewis darin mitspielt.

Da ich diesen aber als "Bösewicht" in "Gangs of New York" wirklich klasse finde, habe ich mich komplett unvoreingenommen an "There Will Be Blood" gewagt. Und was soll ich sagen? Für diese Entscheidung klopfe ich mir jetzt noch auf die Schulter!

In dieser Rezension möchte ich beschreiben, wie der Film auf mich gewirkt hat und die Story nur grob anschneiden, da die Szenen, die mich persönlich am meisten bewegt haben, am besten jeder selbst erleben sollte.
An Bild- und Tonqualität der Blu-Ray hatte ich übrigens zu keinem Zeitpunkt etwas auszusetzen.

Nun zum Wesentlichen:

"There Will Be Blood" handelt von einem Mann, der im Kalifornien des jungen 20. Jahrhunderts, sein Leben für Reichtum und Macht geben würde, allerdings auf dem Weg dorthin seine Menschlichkeit mehr und mehr verliert. Ohne Skrupel und Respekt bahnt er sich den Weg zu seinen Zielen, bis ein anderer, ebenfalls von Machtträumen besessener Mann, seinen Weg kreuzt. Nur, dass dieser seine unchristlichen Ziele unter dem Deckmantel der Frömmigkeit zu erreichen versucht und eigene Pläne schmiedet.
Beide Männer werden zu erbitterten Feinden, sind jedoch mehr oder weniger voneinander abhängig. Es entbrennt ein persönlicher Krieg, der allerdings zu Lasten der Menschen geht, die ihnen folgen, die sie brauchen und lieben...

Es ist unfassbar, wie es Daniel Day Lewis durch sein schauspielerisches Talent schafft, diesen Film zu einem wahrhaften Erlebnis zu machen. Als macht- und geldhungriger Öltycoon, der nur in seltenen Momenten seinen Menschenhass vergisst, um so etwas wie Gefühle zu zeigen, ist er so authentisch, dass man meinen könnte, er spielt das alles nicht, sondern er IST der "nette" Mr. Plainview!

Paul Dano als religiöser Fanatiker mit zweifelhaften Absichten und Gegenspieler von Daniel Day Lewis, spielt seine Figur ebenfalls grandios. Vor allem seine Mimik ist beeindruckend und beängstigend zugleich, und er spielt diese -in meinen Augen- schwierige Rolle extrem glaubhaft, sodass beide Schauspieler "There Will Be Blood" zusammen mit seinen grandiosen Bildern und der emotionalen und nachdenklich stimmenden Geschichte, sowie der spärlich gesäten, aber 100% passenden Musikuntermalung zu etwas Einzigartigem machen.

"There Will Be Blood" unterhält von Anfang bis Ende durch extreme Spannung und mehrere unvergessliche (und unerwartete) Momente, die man so schnell nicht mehr aus dem Kopf kriegt.

Jeder, der packende Geschichten zum Mitfiebern und Nachdenken, sowie hingebungsvolle Schauspieler mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen!

"There Will Be Blood" hat seine 2 Oscars definitiv verdient und mich dazu gebracht, auch mal abseits der ausgetretenen und stagnierenden (Hollywood-) Pfade, nach Filmen dieser Güte zu suchen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein psychedelischer Alptraum, ein cineastischer Traum, 1. März 2014
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Über die konkreten Inhalte will ich zu diesem Meisterwerk nicht mehr viele Worte verlieren, das ist hier schon zu Genüge getan worden.
Was mir persönlich auch nach Jahren des ersten Anschauens noch im Kopf festgebrannt blieb, ist eine besonders von der fast schon beängstigend überragenden Schauspielleistung des Hauptdarstellers und der entwicklungssynchron zum Charakter und der Geschichte des Protagonisten vorallem musiktechnischen Untermalung getragene düstere Darstellung eigentlich uramerikanischer Themen und Motive, die bis heute das Weltgeschehen dominieren. Selten hat es bei mir ein Film geschafft, trotz zunächst augenscheinlicher Längen dermaßen zu fesseln. Im Grunde genommen kann man schon fast sagen, dass der "amerikanische Traum" sich stellenweise im Film, gerade auch durch die Musik untermalt, fast schon als Bohrkopf langsam immer mehr steigernd ins eigene Befinden vortastet. Dabei wird sich nicht in Schwarz-Weiß-Manie lediglich nur auf dieses eine Thema und schon gar nicht oberflächlich konzentriert. Vielmehr sehe ich das Gesehene als Versuch an, die Begehrnisse, Tugenden, Ziele, gesellschaftlichen Normen und besonders damit einhergehend die Widersprüche einer jungen Nation als nackte unverklärte, der Wahrheit wohl eher entsprechenden Version zu zeigen. Ich glaube daher auch nicht, dass wie hier öfters kommentiert, die Primärabsicht des Autors darin lag zu zeigen, dass es jeder mit nur genügend Fleiß nach ganz oben schaffen kann.

Ohne Daniel Day Lewis und die grandiose Art und Weise der Musikinszenierung wäre dieses Werk garantiert nicht das, was es geworden ist und wofür es gelobt wurde. Auch das muss nochmal betont werden, ein Umstand, der aber für die meisten Filme wohl in etwa gilt. Das Werk funktioniert also dann auch nur, wenn man sich auf den Protagonisten wirklich einlässt und mit Geduld vielleicht auf den ersten Blick langweiligere Passagen auf sich wirken lässt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Schauspielerische Leistung, 17. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood [Blu-ray] (Blu-ray)
Ein epischer Film, der eindrucksvoll die Anfänge und Gefahren der Ölförderung in Kalifornien aufzeigt. Neben den interessanten Landschaftaufnahmen überzeugen vor allem die Darsteller, die den Konflikt zwischen religiösem Wahn und Kommerzstreben auf der einen Seite und einer katastrophalen "Vater-Sohn-Beziehung" auf der anderen Seite gekonnt inszenieren. Die Blu Ray überzeugt auf der ganzen Linie.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Slapsgiving mit Daniel Day Lewis - Groß!, 30. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Ich habe mir den Film gekauft, weil er schwierig und anstrengend aussah, eine Dauer von zweieinhalb Stunden hat und weil ich gelesen hatte, dass in der ersten Viertelstunde kaum ein Wort gesprochen wird. Alles schien auf anspruchsvolles Kino für Kenner hinzudeuten. Wurde ich enttäuscht? Nein.

Oder vielleicht doch ein kleines bisschen, denn so furchtbar anstrengend oder langwierig, wie in anderen Rezensionen bemängelt, war er dann doch nicht. Ich hatte Tarkowskijsche Ausmaße erwartet, bekam stattdessen aber einen durchaus fordernden und dennoch relativ "normalen" Film zu sehen.

Zur Story dürfte schon alles gesagt worden sein. There will be blood ist eine Charakterstudie über den "Oil-Man" Daniel Plainview, einen ehrgeizigen Öl-Unternehmer zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der von niederen Empfindungen gegenüber Anderen geplagt wird und zwischen diesen negativen Emotionen, seinem gierigen Gewinnstreben und der Liebe zu seinem Adoptivsohn hin und hergerissen ist. Hinzu kommen Plainviews Auseinandersetzungen mit dem jungen Kirchenmann Eli Sunday, der selbst mehr im Hintergrund bleibt, aber eine große Rolle für den Film spielt.

Daniel Day Lewis spielt mehr als gut, wie alle anderen Schauspieler passt er perfekt und füllt seine Rolle optimal aus. Es wird vieles nur angedeutet in diesem Film und Konzentration ist gefragt.
So funktioniert There will be blood als Charakterportrait und als kritische Abhandlung über die großen "Stärken" Amerikas: Unternehmertum und Religion. Welch unheilvolle Allianz beide unter Umständen eingehen können, spiegelt sich in den Charakteren von Plainview und Eli Sunday.

Insgesamt stimmt meiner Meinung nach alles an dem Film. Die Bilder sind überlebensgroß, die Schauspieler (ich beziehe mich auf die englische Originalversion) unglaublich, die Musik...ja, die Musik. Hier zeigt sich ein gespaltenes Bild (bei Amazon). Es fiel irgendwo der Satz, dass die Musik wirkt, als gehöre sie zu einem anderen Film. Das ist anfangs gar nicht mal so falsch. Als Zuschauer ist man zuerst verwirrt: Wie soll diese dissonante Streicher-Instrumentenstimmmusik zu den heroischen Öl-Förderungsbildern passen? Aber spätestens ab der Hälfte des Films weiß man es besser und am Ende ist klar, dass es nur diese Musik für diesen Film geben kann. Ein pathosgeschwängerter Hollywood-Score wäre ganz eindeutig fehl am Platz.

Bevor ich mich weiter in Lobhuldigungen ergehe: Wenn Sie anspruchsvolle Filme und schwierige Charaktere mögen, dazu einem Setting in der amerikanischen Geschichte nicht abgeneigt sind und sich wirklich mal Zeit und Platz im Kopf für einen Film nehmen möchten, greifen Sie zu! Ich habe ihn gestern gesehen, denke den ganzen heutigen Tag daran und kann es kaum erwarten, ihn nocheinmal anzuschauen. Mit das Beste seit langer Zeit.
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27 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörend-faszinierendes Oscar-Material, 20. August 2008
Von 
Amigo Del Sol "ADS" (Fürstentum Lippe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
"There Will Be Blood" ist gewiss keine leichte Filmkost. Er ist eher ein düsteres Kammerspiel, ein Ritt in den Seelenabgrund und Paul Andersons gelungenes Portrait über die Gier eines machtbesessenen, egomanischen Kapitalisten - der am Ende alles verloren hat, was Menschlichkeit ausmacht.

Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) stolpert Anfang des 20. Jh. in Kalifornien anstatt über Silber auf Öl. Dank dieses Fundes kann er seinen persönlichen American Dream ausleben mit viel Geld und vor allem viel Macht. Große Flächen Land kauft er auf, um dort nach Öl zu bohren. In dem Moment, wo er das ersehnte Schwarze Gold endlich findet. Geschieht ein schrecklicher Unfall und sein Adoptivsohn und "Partner" H. W., verliert bei dem Unfall sein Gehör. Doch seine Gier nach noch mehr, lässt ihn zu einem kaltblütigen Geschäftsmann werden. Der es nicht duldet, dass sich jemand in seinen Weg stellt. Dies bekommt auch bald sein Sohn zu spüren, denn er abschiebt. Der selbst-ernannte Prediger Elias Sunday (Paul F. Dano) entpuppt sich als einziger zu seinem größten Widersacher, aber auch zu seinem größten Verbündeten auf dem Trip in Richtung Abgrund.

"There Will Be Blood" ist das Psychogramm eines Menschen, der in seiner Gier nach Reichtum und Macht seine Integrität aufgibt und zum rücksichtslosen Monster wird. Mit den ersten völlig wortlosen 15 Minuten des Films, wird der Zuschauer mitgenommen auf einen Trip in den menschlichen Abgrund. Zunächst wirkt er faszinierend, dieser Daniel Plainview - er wirkt ergeizig und engagiert, aber vor allem menschlich. Am Ende dieses 180 Minuten Werkes erscheint der selbe Mann nur noch als höllische Fratze, der an all der einsamen Macht zu ersticken droht. Die Bilder in diesem Film sind eindrucksvoll und radikal zugleich. Eine staubige, farblose und gefühllose Welt wird für den Zuschauer projeziert. Frauen sind in diesem Film Mangelware, dieser Film ist geprägt von ruchlosen Kapitalisten oder verblendeten, christlichen Fundamentalisten - zwei Seiten die beide ihren Wahn ausleben.
Anderson erschafft auf der Seite der Kapitalisten langsam aber stetig sein Monster - Daniel Day-Lewis. Umgeben von Eintönigkeit entwickelt dieser eine wirklich oskarverdiente Vorstellung, die den Zuschauer mit voller Wucht trifft. Sein Gegenpart Paul F. Dano scheint zunächst weit weg von jeglichem kapitalistischen Ansinnen. Er träumt von seiner Kirche und von seiner Gemeinde. Am Ende sind beide in der gleichen Hölle angekommen.

Fazit:
Meiner Meinung nach zählte "There Will Be Blood" zusammen mit "No Country for Old Men" zu den verdienten Oskarfavoriten in diesem Jahr. Daniel Day-Lewis spielt einfach höllisch gut. Auch Paul F. Dano als christlicher Fanatiker gefällt mir richtig gut. Der Film ist gewiss keine leichte Kost. Aber das Zusammenspiel zwischen den Schauspielern, Drehbuch und den eindrucksvollen Bildern ist ein sympathieloses Portrait, dass man einfach gesehen haben muss. Kleines Manko: Das Bonusmaterial auf der DVD ist mit 15 Minuten ziemlich mager ausgefallen. Selbst für einen wie mich, der eher einen sekundären Wert auf das Zusatzmaterial legt, für rund 20 Euro ist das ziemlich schwach, also lieber abwarten wenn es die DVD günstiger zu haben ist. Der Film an sich verdient sich aber trotzdem volle 5 Sterne.
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38 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen There Will Be Blood - und jede Menge Zähflüssigkeit, 29. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Mit seinem neuesten Film realisierte Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia", Magnolia - Arthaus Premium Edition (2 DVDs)) den Upton Sinclair-Roman "Oil!" von 1927, in dem dieser von der rücksichtslosen Karriere eines Unternehmers im kalifornischen Ölgeschäft des frühen 20. Jahrhunderts berichtet.
Im Film heißt dieser Mann Daniel Plainview (Oscar-prämiert: Daniel Day-Lewis). Seine Karriere nimmt ihren Ausgang im Jahre 1898, zu einer Zeit, in welcher der große Klondike-Goldrausch bereits vorbei ist und nur noch wenige Enthusiasten nach Gold und Silber schürfen. Doch aus der Suche nach Silber wird das Entdecken eines umfangreichen Erdölvorkommens: Nachdem Plainview erste Gewinne erwirtschaften konnte und den sozialen Aufstieg bewerkstelligt hat, begibt er sich 1911 in das Wüstenkaff Little Boston, dessen Untergrund einen hochwertigen Ölschatz zu beherbergen scheint, dessen er sich zusammen mit seinem minderjährigen Sohn bemächtigen will. In Gestalt des Laienpredigers Eli Sunday (Paul Dano) tritt ihm allerdings ein ausgesprochener Gutmensch und sein fortan erbittertster Widersacher entgegen...

"There Will Be Blood" wartet mit zahlreichen Kontrasten auf. Allein schon die Bildsprache könnte gegensätzlicher nicht sein: Ein ums andere Mal finstere Erdlöcher und die bedrohliche Dunkelheit der Nacht, dann wieder gleißendes Tageslicht, das eine zumeist trostlos-karge, wüstenartige Landschaft ausleuchtet; die Kameraleute haben hier ohne Frage sehr gute Arbeit geleistet.

Dennoch mangelt es dem Film im Ganzen an einer guten Portion inhaltlicher Dynamik; seine epische Dauer trägt dazu bei, dass viele vermeidbare Längen Einzug halten, die nicht durch mitreißende Handlungsbausteine "gestopft" wurden. Plainview bei seinen diversen Verhandlungen mit anderen "Oil men" zu beobachten, ermüdet irgendwann doch sehr. Einzig sein Sohn, der zwischenzeitlich durch einen Unfall ertaubt ist, verleiht der Handlung an manchen Stellen eine gewisse Anspannung - seine Leinwandpräsenz zwischen Lethargie und Auflehnung ist beachtlich. Dass Daniel Day-Lewis mindestens ebenso bemerkenswert agiert, ist auch klar. Er versieht seine Rolle mit einem Höchstmaß an Authentizität und als Zuschauer fühlt man sich beinahe schon eingeschüchtert von der dominanten, impulsiven Besessenheit, mit der Plainview seine akribisch gesetzten Ziele sukzessive verwirklicht.

Dennoch bleibt die schwelgerische Erzählweise des Films zu bemängeln; im Ganzen fehlt einfach der gewisse Biss, die gewisse Wendung, eine deutlichere Aussage. So bleibt der Film unbefriedigend, zumal der Konflikt mit dem Prediger zwar eine moralische Komponente in Plainviews Leben einbringt, sein Charakter aber dennoch auf beinahe schon unheimliche Weise abstoßend und kalt verbleibt. Es ist diese offenkundig unsympathische Art, die einen als Zuschauer davor zurückschrecken lässt, sich mit der Hauptfigur des Films näher befassen zu wollen.

Mein Resümee läuft aus diesen Gründen auf 3 von 5 Punkten hinaus: Der Film ist zwar außergewöhnlich, aber insgesamt auch zu sperrig und unausgewogen.
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5.0 von 5 Sternen Ungewöhnlicher Film, 22. September 2014
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Dass dieser Film nichts für Jedermann ist, verstehe ich jetzt gut. Aber vielleicht hat das auch nicht mit Jedermann zu tun, sondern in welcher Stimmung man ist. Bei mir hat er schwer Eindruck gemacht und ich fand ihn keineswegs langweilig. Ich habe aufgrund der Länge ab der Mitte überlegt, ob ich ihn in zwei Teilen gucke, aber war dann doch zu gefesselt. Ich räume aber auch ein, dass ich auch nicht immer in der Laune wäre so einen Film anzuschauen.

Meisterwerk ist die richtige Bezeichnung. Und Meisterwerke sind nicht immer leicht zu konsumieren.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Kino durch die Schauspieler, nicht die Special Effects, 8. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Ehm, ja. Eigentlich kann man den Film nicht wirklich bewerten, weil er so was eigenes hat, das so ein bisschen vom Mainstream abweicht. Er gehört zu diesen Meisterwerken, die man zwar nur einmal sieht, die aber dafür umso länger im Gedächtnis bleiben.

Auf den Film bin ich eigentlich nur durch ne Oscarverleihung vor ein paar Jahren gekommen, allerdings hab ich bei den Ausschnitten was ganz anderes erwartet. Mehr so eine Art Action-Western-Film, irgendeine Fehde zwischen zwei Familien oder whatever. Auch wegen dem Titel.
Dabei geht's 'nur' um's Ölbohren Ende des 19. Jhds (und "blood" steht in diesem Zusammenhang meistens auch für das Öl demnach) bzw. um einen einzelnen Mann, wie er ganz allein angefangen hat, selbst einen Schacht gegraben und ganz unten nach etwas gesucht und es auch gefunden hat, und sich so seinen Traum von Unabhängigkeit schafft. Er gründet ein Unternehmen, bohrt, entwickelt, wird fündig, expandiert, zieht sein eigenes Ding durch und lässt nicht locker. Und irgendwo dort auf diesem Weg gerät er mit einem einzigen jungen Mann, einem exzentrischen Prediger, in Konflikt, welcher ihn bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Am Ende jedoch nehmen sich beide nicht viel.

Ich weiß gar nicht, welche Moral der Film am Ende zeigen soll. Es gibt eher viele kleine Dinge, die durch die Story schimmern, und eines der kräftigesten ist wohl, dass Geld nicht glücklich macht, sondern einsam, verbittert, verrückt, paranoid und hasserfüllt. Und dass man alle Menschen, die einem lieb sind, von sich stößt und verletzt.

Man könnte das jetzt weiterführen und sagen, dass es zwar heißt, man sollte seinen Träumen nachjagen und versuchen, sie zu verwirklichen, aber man sollte aufpassen, wie weit man dafür geht und welchen Preis man bereit ist, dafür zu zahlen.

Obwohl beide Filme fundamental völlig verschieden sind, erinnert mich There Will Be Blood an Dead Man. Die Atmoshäre in beiden Filmen ist ähnlich. Ich kann gar nicht sagen, ob er für jedermann etwas ist, vermutlich eher nicht. Ich fand ich dennoch spannend, auch wenn nicht wirklich großartige Sachen passiert sind, keine Actionszenen oder dergleichen. Dafür war aber das Zusammenspiel der Akteure fesselnd genug, um mir den Film bis zum Schluss anzusehen.

Was vielleicht noch erwähnenswert ist, ist dass der Film so gut ohne Hintergrundmusik läuft, was ihm einen besonderen Touch gibt und noch mehr Gewicht auf die Schauspieler legt.

Daniel Day Lewis hat mal wieder gezeigt, wie grandios er seinen Job beherrscht.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schmerzvolle Genese der modernen und auf Öl gebauten Welt, 2. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Karl Marx hätte an diesem Film seine Freude gehabt, da es wohl kaum einem Streifen je gelungen ist die Genese der modernen industriellen Welt mit soviel schmerzvoll peinlicher Verstörung darzustellen. Ausgerechnet aus Hollywood kommt dieser manchmal fast irreal anmutende Film, der schon im Titel die Ambivalenz des Fundaments unserer Gesellschaft andeutet und sich de facto traut die Schattenseiten des Fortschritts zu thematisieren und grundsätzlich aufzeigt, wieviel Gewalt und destruktive Potentiale bei der Entstehung unserer konsumistischen Kultur im Spiel gewesen sind.
Nicht ausschließlich Öl, sondern Blut, wahlweise fremdes oder auch eigenes, diente als Geburtshelfer unserer Moderne, deren Leitidee nicht nur die Autonomie des Menschen, sondern auch die negative Seite einer zunehmenden Entfremdung von Natur, Welt, Mitmenschen und Selbst war.
Die Destruktion der gesamten Beziehungen, die ein Mensch nur zu irgendwas haben kann, machen dann auch deutlich, warum der Film mit wenig Dialogen auskommt und sich auf die einnehmende Sprache der fast schizophrenen und disharmonischen Musik verlässt. Wie ein schmutziger Ölteppich erklingt diese akustische Untermalung und kontrastiert drohend ahnungsvoll, die zum Teil wirklich schönen Landschaften, welche sukzessive durch die menschliche Willenskraft erschlossen werden.
Wie dreckig Öl eigentlich ist und mit welcher Rücksichtslosigkeit es gegen natürliche und auch menschliche Existenzbedingungen gefördert wird, kann man ja an der aktuellen Umweltkrise im Golf von Mexiko sehen. Bedeutet: Der Film ist so aktuell wie nie, auch wenn er die Botschaft im vermeintlich historischen Gewand aufführt und uns nur durch eigene Denkproduktion erlaubt, die Dialektik der Moderne, welche eben auch eine Dialektik zwischen Blut und Öl ist, zu erkennen.

Daniel Day-Lewis verkörpert dementsprechend auch mit einer unglaublichen Präsenz den paradigmatischen Charakter der monomanischen Seite des Menschen, der keinen Platz der Erde unbefleckt lassen kann und sich zynisch zum Herrscher der Welt und ihrer Möglichkeiten erklärt. Kann man diese Figur als die diabolische Metapher der zynischen Omnipotenz des modernen Kapitals verstehen? Sicherlich auch, denn dieses quasi-autonome Subjekt "Kapital" ist zur Übernatur des (post)modernen Menschen geworden, dessen Zwecke es zunehmend bestimmt und eine scheinbare Befriedigung seiner scheinbaren Bedürfnisse suggeriert. Nicht nur aus diesem Grund muss auch die falsche alte Religion, die paradigmatisch als Leitidee einer früheren und anderen Gesellschaftsform gelten kann, zu Tode kommen und der neuen religiösen Macht des Kapitals weichen, wie der Kampf zwischen Bibel-Fanatiker und Öl-Tycoon andeutet.
Wer wie viele schlichte Gemüter hier diese Ölparabel nach dem Unterhaltungsgrad anderer Kulturgüter bemisst, hat nicht verstanden, worum es auch nur im Ansatz bei diesem Werk gehen kann.

Irres Machwerk !
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dass dies wohl ein großartiger Film sein mag,, 1. August 2009
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
wird sich dem Betrachter der DVD nur schwerlich erschließen: Denn "There will be blood" braucht die große Leinwand - Das ist ein Film, der ganz stark auf große, weite Bilder vertraut, etwas, was einem das beste Heim-"Kino" nie liefern kann. Diese kargen Wüsten-Landschaften, ein brennendes Ölloch, Gesichter, auf die plötzlich die Sonne fällt - man hat nur eine Ahnung, wie es wirklich ausschaut. Wie es sich für den Regisseur von "Magnolia" gehört, wird auch hier wieder eine schön schräge Geschichte, schön schräg erzählt. Von einem sich immer mehr in seiner Wut in seinem Wahnsinn verzehrenden Ölsucher, der die Menschen ausnutzt, immer einsamer und immer reicher wird. Leute geht ins Kino!!
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There Will Be Blood
There Will Be Blood von Upton Sinclair (DVD - 2011)
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