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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Un- und aussergewöhnlich
Gut Ding braucht Weile: Regisseur Paul Thomas Anderson ist dafür bekannt, nur wenige Filme zu produzieren und bereitet sich äußerst intensiv und ausgiebig auf jedes neue Projekt vor. Dabei scheint es, als möchte er (ähnlich wie Kubrick) jegliche Wiederholung vermeiden und sich mit jedem Film neu erfinden. So ist auch "There Will Be Blood" mit...
Vor 15 Monaten von Don Segafredo veröffentlicht

versus
38 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen There Will Be Blood - und jede Menge Zähflüssigkeit
Mit seinem neuesten Film realisierte Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia", Magnolia - Arthaus Premium Edition (2 DVDs)) den Upton Sinclair-Roman "Oil!" von 1927, in dem dieser von der rücksichtslosen Karriere eines Unternehmers im kalifornischen Ölgeschäft des frühen 20. Jahrhunderts berichtet.
Im Film heißt dieser Mann Daniel...
Veröffentlicht am 29. Juli 2008 von Azurprinz


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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen P.T. Anderson und seine Kunst des Filmemachens, 7. März 2013
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood [Blu-ray] (Blu-ray)
Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich jegliche Ansichten "There will be blood" sei ein Film einzig für Intellektuelle, als falsch betrachte. Sicherlich muss man eine gewisse Intelligenz besitzen um den Charakter des Daniel Plainview zu ergründen da dieser sehr detailliert und oftmals auch "zwischen den Zeilen" gezeichnet wird. Jedoch liegt der Schlüssel hierzu meiner Meinung nach nicht im Intellekt, sondern in der Fähigkeit sich ganz auf diesen Film und der Entwicklung des Daniel Plainview einzulassen. Ich habe "There will be blood" bis zu diesem Zeitpunkt viele Male gesehen und kann daher sagen: Wer diesen Film mit der Motivation ansieht, den Hauptcharakter zu verstehen und zu ergründen, der wird wirklich mit einem Meisterwerk an Filmkunst beschenkt!

Das ist aber nichts neues bei Paul Thomas Anderson, sei es "Magnolia" oder auch sein neuester Film "The Master" - er will keine actionreiche und auch nicht unbedingt spannende Story erzählen, sondern vielmehr die Entwicklung von Charakteren und die Auswirkungen deren Aufeinanderprallens darstellen. In seiner Fähigkeit die Figuren so realitätsnah und im Falle von Daniel Plainview auch so stark befremdlich zu zeichnen, liegt P.T.Andersons große Stärke. Unterstützt wird das schließlich immer wieder mit einem beeindruckenden Cast. Über Daniel Day-Lewis' Perfomance ist hier dementsprechend schon genug gesagt worden - outstanding! Um in diesem Zusammenhang einen Gedanken Quentin Tarantinos zu "There will be blood" wiederzugeben: Wenn Plainview in den ersten Szenen sein gefundenes Gold mit einem gebrochenen Bein über diese steinigen Berge (wohl auf seinen Ellenbogen vorwärts kriechend) in die nächste Stadt transportiert, so ist das schier unrealistisch - und doch, durch Daniel Day-Lewis' starke und entschlossene Perfomance weiß der Zuschauer, Daniel Plainview hat diesen Weg natürlich zurückgelegt!

Um noch auf den oft genannten Punkt der Langeweile einzugehen, welcher von Bewunderern des Films immer wieder verneint wurde. Auch hier muss ich sagen, dass es ein rein subjektives Empfinden ist und eng damit verbunden ist wie stark man sich auf "There will be blood" einlassen kann/will. Wer dies nicht kann oder will, dem muss dieser Film einfach langweilig vorkommen und das meine ich nicht negativ. Wer es allerdings schafft Interesse an dem Charakter des Daniel Plainview zu finden, dem wird hier niemals langweilig - im Gegenteil man will immer mehr über diese geheimnisvolle Person erfahren!

Ich hoffe das ich hiermit einen etwas anderen Blickwinkel auf "There will be blood" werfen konnte und möchte nochmals darauf hinweisen, dass die Anerkennung eines Films meiner Meinung nach nicht direkt von dem vorhandenen Intellekt abhängt - sondern vielmehr eine Bewertung ist, welche jeder für sich selbst treffen kann und soll.
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38 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen There Will Be Blood - und jede Menge Zähflüssigkeit, 29. Juli 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Mit seinem neuesten Film realisierte Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia", Magnolia - Arthaus Premium Edition (2 DVDs)) den Upton Sinclair-Roman "Oil!" von 1927, in dem dieser von der rücksichtslosen Karriere eines Unternehmers im kalifornischen Ölgeschäft des frühen 20. Jahrhunderts berichtet.
Im Film heißt dieser Mann Daniel Plainview (Oscar-prämiert: Daniel Day-Lewis). Seine Karriere nimmt ihren Ausgang im Jahre 1898, zu einer Zeit, in welcher der große Klondike-Goldrausch bereits vorbei ist und nur noch wenige Enthusiasten nach Gold und Silber schürfen. Doch aus der Suche nach Silber wird das Entdecken eines umfangreichen Erdölvorkommens: Nachdem Plainview erste Gewinne erwirtschaften konnte und den sozialen Aufstieg bewerkstelligt hat, begibt er sich 1911 in das Wüstenkaff Little Boston, dessen Untergrund einen hochwertigen Ölschatz zu beherbergen scheint, dessen er sich zusammen mit seinem minderjährigen Sohn bemächtigen will. In Gestalt des Laienpredigers Eli Sunday (Paul Dano) tritt ihm allerdings ein ausgesprochener Gutmensch und sein fortan erbittertster Widersacher entgegen...

"There Will Be Blood" wartet mit zahlreichen Kontrasten auf. Allein schon die Bildsprache könnte gegensätzlicher nicht sein: Ein ums andere Mal finstere Erdlöcher und die bedrohliche Dunkelheit der Nacht, dann wieder gleißendes Tageslicht, das eine zumeist trostlos-karge, wüstenartige Landschaft ausleuchtet; die Kameraleute haben hier ohne Frage sehr gute Arbeit geleistet.

Dennoch mangelt es dem Film im Ganzen an einer guten Portion inhaltlicher Dynamik; seine epische Dauer trägt dazu bei, dass viele vermeidbare Längen Einzug halten, die nicht durch mitreißende Handlungsbausteine "gestopft" wurden. Plainview bei seinen diversen Verhandlungen mit anderen "Oil men" zu beobachten, ermüdet irgendwann doch sehr. Einzig sein Sohn, der zwischenzeitlich durch einen Unfall ertaubt ist, verleiht der Handlung an manchen Stellen eine gewisse Anspannung - seine Leinwandpräsenz zwischen Lethargie und Auflehnung ist beachtlich. Dass Daniel Day-Lewis mindestens ebenso bemerkenswert agiert, ist auch klar. Er versieht seine Rolle mit einem Höchstmaß an Authentizität und als Zuschauer fühlt man sich beinahe schon eingeschüchtert von der dominanten, impulsiven Besessenheit, mit der Plainview seine akribisch gesetzten Ziele sukzessive verwirklicht.

Dennoch bleibt die schwelgerische Erzählweise des Films zu bemängeln; im Ganzen fehlt einfach der gewisse Biss, die gewisse Wendung, eine deutlichere Aussage. So bleibt der Film unbefriedigend, zumal der Konflikt mit dem Prediger zwar eine moralische Komponente in Plainviews Leben einbringt, sein Charakter aber dennoch auf beinahe schon unheimliche Weise abstoßend und kalt verbleibt. Es ist diese offenkundig unsympathische Art, die einen als Zuschauer davor zurückschrecken lässt, sich mit der Hauptfigur des Films näher befassen zu wollen.

Mein Resümee läuft aus diesen Gründen auf 3 von 5 Punkten hinaus: Der Film ist zwar außergewöhnlich, aber insgesamt auch zu sperrig und unausgewogen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Reale Abbildung einer Epoche mit Härte und Trostlosigkeit, 27. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) ist ein besessener "Öl-Mann". Mit nichts und zunächst alleine baut er in der Zeit der ersten Ölförderungen eine eigene Firma auf. Daneben zieht er einen Sohn groß, den er adoptiert hatte, weil dessen wirklicher Vater bei Öl-Arbeiten ums Leben gekommen war. Diese Tatsache verheimlicht er aber, weil er seinen Sohn als Marketing-Instrument missbraucht, so seriöser wirken will, wenn er einfachen Bauern die Förderrechte an ihrem Land abschwatzt. Zu einem Widersacher, der letztlich mit ihm aus finanziellen Gründen aber gemeinsame Sache machen will, wird ein "Hardcore-Prediger" (Paul Dano). Dem einen geht es darum ein Öl-Magnat zu sein, dem anderen ein großer Mann Gottes. Sie sind jedoch nicht besonders ehrbar, denn letztlich ist die Motivation beider Macht und Geld und daher scheuen sie auch nicht vor Betrug und menschenverachtenden Handlungen zurück.

Der Film ist schonungslos und sicher nah an der Realität, beeindruckt in der Geradlinigkeit, mit zerstörenden Bildern und einer - ob man sie nun gut findet oder nicht - beklemmenden und besonderen Film-Musik. Auch der rüde Kampf von Kapitalismus und Religion in dieser Zeit wird gut wiedergegeben. Die schauspielerische Leistung von Daniel Day-Lewis dürfte zudem als ausgezeichnet betrachtet werden können. Was man ggf. darstellen wollte, die Kälte, die Freudlosigkeit der Zeit, der tunnelhafte Blick und ähnliches brauchte ggf. die lang anhaltenden trostlosen und zwiespältigen Sequenzen, was aber nicht unbedingt fesselnd ist und so entstehen schon Längen. Was fehlt, ist eine Geschichte, die einen wirklich mitnimmt, die einen an den Film bindet.
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27 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörend-faszinierendes Oscar-Material, 20. August 2008
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
"There Will Be Blood" ist gewiss keine leichte Filmkost. Er ist eher ein düsteres Kammerspiel, ein Ritt in den Seelenabgrund und Paul Andersons gelungenes Portrait über die Gier eines machtbesessenen, egomanischen Kapitalisten - der am Ende alles verloren hat, was Menschlichkeit ausmacht.

Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) stolpert Anfang des 20. Jh. in Kalifornien anstatt über Silber auf Öl. Dank dieses Fundes kann er seinen persönlichen American Dream ausleben mit viel Geld und vor allem viel Macht. Große Flächen Land kauft er auf, um dort nach Öl zu bohren. In dem Moment, wo er das ersehnte Schwarze Gold endlich findet. Geschieht ein schrecklicher Unfall und sein Adoptivsohn und "Partner" H. W., verliert bei dem Unfall sein Gehör. Doch seine Gier nach noch mehr, lässt ihn zu einem kaltblütigen Geschäftsmann werden. Der es nicht duldet, dass sich jemand in seinen Weg stellt. Dies bekommt auch bald sein Sohn zu spüren, denn er abschiebt. Der selbst-ernannte Prediger Elias Sunday (Paul F. Dano) entpuppt sich als einziger zu seinem größten Widersacher, aber auch zu seinem größten Verbündeten auf dem Trip in Richtung Abgrund.

"There Will Be Blood" ist das Psychogramm eines Menschen, der in seiner Gier nach Reichtum und Macht seine Integrität aufgibt und zum rücksichtslosen Monster wird. Mit den ersten völlig wortlosen 15 Minuten des Films, wird der Zuschauer mitgenommen auf einen Trip in den menschlichen Abgrund. Zunächst wirkt er faszinierend, dieser Daniel Plainview - er wirkt ergeizig und engagiert, aber vor allem menschlich. Am Ende dieses 180 Minuten Werkes erscheint der selbe Mann nur noch als höllische Fratze, der an all der einsamen Macht zu ersticken droht. Die Bilder in diesem Film sind eindrucksvoll und radikal zugleich. Eine staubige, farblose und gefühllose Welt wird für den Zuschauer projeziert. Frauen sind in diesem Film Mangelware, dieser Film ist geprägt von ruchlosen Kapitalisten oder verblendeten, christlichen Fundamentalisten - zwei Seiten die beide ihren Wahn ausleben.
Anderson erschafft auf der Seite der Kapitalisten langsam aber stetig sein Monster - Daniel Day-Lewis. Umgeben von Eintönigkeit entwickelt dieser eine wirklich oskarverdiente Vorstellung, die den Zuschauer mit voller Wucht trifft. Sein Gegenpart Paul F. Dano scheint zunächst weit weg von jeglichem kapitalistischen Ansinnen. Er träumt von seiner Kirche und von seiner Gemeinde. Am Ende sind beide in der gleichen Hölle angekommen.

Fazit:
Meiner Meinung nach zählte "There Will Be Blood" zusammen mit "No Country for Old Men" zu den verdienten Oskarfavoriten in diesem Jahr. Daniel Day-Lewis spielt einfach höllisch gut. Auch Paul F. Dano als christlicher Fanatiker gefällt mir richtig gut. Der Film ist gewiss keine leichte Kost. Aber das Zusammenspiel zwischen den Schauspielern, Drehbuch und den eindrucksvollen Bildern ist ein sympathieloses Portrait, dass man einfach gesehen haben muss. Kleines Manko: Das Bonusmaterial auf der DVD ist mit 15 Minuten ziemlich mager ausgefallen. Selbst für einen wie mich, der eher einen sekundären Wert auf das Zusatzmaterial legt, für rund 20 Euro ist das ziemlich schwach, also lieber abwarten wenn es die DVD günstiger zu haben ist. Der Film an sich verdient sich aber trotzdem volle 5 Sterne.
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Slapsgiving mit Daniel Day Lewis - Groß!, 30. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Ich habe mir den Film gekauft, weil er schwierig und anstrengend aussah, eine Dauer von zweieinhalb Stunden hat und weil ich gelesen hatte, dass in der ersten Viertelstunde kaum ein Wort gesprochen wird. Alles schien auf anspruchsvolles Kino für Kenner hinzudeuten. Wurde ich enttäuscht? Nein.

Oder vielleicht doch ein kleines bisschen, denn so furchtbar anstrengend oder langwierig, wie in anderen Rezensionen bemängelt, war er dann doch nicht. Ich hatte Tarkowskijsche Ausmaße erwartet, bekam stattdessen aber einen durchaus fordernden und dennoch relativ "normalen" Film zu sehen.

Zur Story dürfte schon alles gesagt worden sein. There will be blood ist eine Charakterstudie über den "Oil-Man" Daniel Plainview, einen ehrgeizigen Öl-Unternehmer zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der von niederen Empfindungen gegenüber Anderen geplagt wird und zwischen diesen negativen Emotionen, seinem gierigen Gewinnstreben und der Liebe zu seinem Adoptivsohn hin und hergerissen ist. Hinzu kommen Plainviews Auseinandersetzungen mit dem jungen Kirchenmann Eli Sunday, der selbst mehr im Hintergrund bleibt, aber eine große Rolle für den Film spielt.

Daniel Day Lewis spielt mehr als gut, wie alle anderen Schauspieler passt er perfekt und füllt seine Rolle optimal aus. Es wird vieles nur angedeutet in diesem Film und Konzentration ist gefragt.
So funktioniert There will be blood als Charakterportrait und als kritische Abhandlung über die großen "Stärken" Amerikas: Unternehmertum und Religion. Welch unheilvolle Allianz beide unter Umständen eingehen können, spiegelt sich in den Charakteren von Plainview und Eli Sunday.

Insgesamt stimmt meiner Meinung nach alles an dem Film. Die Bilder sind überlebensgroß, die Schauspieler (ich beziehe mich auf die englische Originalversion) unglaublich, die Musik...ja, die Musik. Hier zeigt sich ein gespaltenes Bild (bei Amazon). Es fiel irgendwo der Satz, dass die Musik wirkt, als gehöre sie zu einem anderen Film. Das ist anfangs gar nicht mal so falsch. Als Zuschauer ist man zuerst verwirrt: Wie soll diese dissonante Streicher-Instrumentenstimmmusik zu den heroischen Öl-Förderungsbildern passen? Aber spätestens ab der Hälfte des Films weiß man es besser und am Ende ist klar, dass es nur diese Musik für diesen Film geben kann. Ein pathosgeschwängerter Hollywood-Score wäre ganz eindeutig fehl am Platz.

Bevor ich mich weiter in Lobhuldigungen ergehe: Wenn Sie anspruchsvolle Filme und schwierige Charaktere mögen, dazu einem Setting in der amerikanischen Geschichte nicht abgeneigt sind und sich wirklich mal Zeit und Platz im Kopf für einen Film nehmen möchten, greifen Sie zu! Ich habe ihn gestern gesehen, denke den ganzen heutigen Tag daran und kann es kaum erwarten, ihn nocheinmal anzuschauen. Mit das Beste seit langer Zeit.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dass dies wohl ein großartiger Film sein mag,, 1. August 2009
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
wird sich dem Betrachter der DVD nur schwerlich erschließen: Denn "There will be blood" braucht die große Leinwand - Das ist ein Film, der ganz stark auf große, weite Bilder vertraut, etwas, was einem das beste Heim-"Kino" nie liefern kann. Diese kargen Wüsten-Landschaften, ein brennendes Ölloch, Gesichter, auf die plötzlich die Sonne fällt - man hat nur eine Ahnung, wie es wirklich ausschaut. Wie es sich für den Regisseur von "Magnolia" gehört, wird auch hier wieder eine schön schräge Geschichte, schön schräg erzählt. Von einem sich immer mehr in seiner Wut in seinem Wahnsinn verzehrenden Ölsucher, der die Menschen ausnutzt, immer einsamer und immer reicher wird. Leute geht ins Kino!!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düsteres Amerika getauft im schwarzen Blut, 4. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Keine charismatischen Figuren, düstere Bilder, kurze prägnante Dialoge, ein großartiger Daniel Day-Lewis, ein widerlicher Paul Dano und ein Film für keinen glücklichen Fernsehabend. Ein Meisterwerk der visuell zu beeindrucken weiß. Filmkunst auf ganzer Linie. Das Werk von Anderson ist so beängstigend wie beeindruckend. Der Zuschauer ist nach dem Film geplättet und lässt den Abspann passieren und denk sich ... Gott sei dank hab ich zu dieser Zeit nicht gelebt. Die Qualität der DVD ist sehr gut und dem Preis angemessen.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Kino durch die Schauspieler, nicht die Special Effects, 8. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Ehm, ja. Eigentlich kann man den Film nicht wirklich bewerten, weil er so was eigenes hat, das so ein bisschen vom Mainstream abweicht. Er gehört zu diesen Meisterwerken, die man zwar nur einmal sieht, die aber dafür umso länger im Gedächtnis bleiben.

Auf den Film bin ich eigentlich nur durch ne Oscarverleihung vor ein paar Jahren gekommen, allerdings hab ich bei den Ausschnitten was ganz anderes erwartet. Mehr so eine Art Action-Western-Film, irgendeine Fehde zwischen zwei Familien oder whatever. Auch wegen dem Titel.
Dabei geht's 'nur' um's Ölbohren Ende des 19. Jhds (und "blood" steht in diesem Zusammenhang meistens auch für das Öl demnach) bzw. um einen einzelnen Mann, wie er ganz allein angefangen hat, selbst einen Schacht gegraben und ganz unten nach etwas gesucht und es auch gefunden hat, und sich so seinen Traum von Unabhängigkeit schafft. Er gründet ein Unternehmen, bohrt, entwickelt, wird fündig, expandiert, zieht sein eigenes Ding durch und lässt nicht locker. Und irgendwo dort auf diesem Weg gerät er mit einem einzigen jungen Mann, einem exzentrischen Prediger, in Konflikt, welcher ihn bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Am Ende jedoch nehmen sich beide nicht viel.

Ich weiß gar nicht, welche Moral der Film am Ende zeigen soll. Es gibt eher viele kleine Dinge, die durch die Story schimmern, und eines der kräftigesten ist wohl, dass Geld nicht glücklich macht, sondern einsam, verbittert, verrückt, paranoid und hasserfüllt. Und dass man alle Menschen, die einem lieb sind, von sich stößt und verletzt.

Man könnte das jetzt weiterführen und sagen, dass es zwar heißt, man sollte seinen Träumen nachjagen und versuchen, sie zu verwirklichen, aber man sollte aufpassen, wie weit man dafür geht und welchen Preis man bereit ist, dafür zu zahlen.

Obwohl beide Filme fundamental völlig verschieden sind, erinnert mich There Will Be Blood an Dead Man. Die Atmoshäre in beiden Filmen ist ähnlich. Ich kann gar nicht sagen, ob er für jedermann etwas ist, vermutlich eher nicht. Ich fand ich dennoch spannend, auch wenn nicht wirklich großartige Sachen passiert sind, keine Actionszenen oder dergleichen. Dafür war aber das Zusammenspiel der Akteure fesselnd genug, um mir den Film bis zum Schluss anzusehen.

Was vielleicht noch erwähnenswert ist, ist dass der Film so gut ohne Hintergrundmusik läuft, was ihm einen besonderen Touch gibt und noch mehr Gewicht auf die Schauspieler legt.

Daniel Day Lewis hat mal wieder gezeigt, wie grandios er seinen Job beherrscht.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schmerzvolle Genese der modernen und auf Öl gebauten Welt, 2. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Karl Marx hätte an diesem Film seine Freude gehabt, da es wohl kaum einem Streifen je gelungen ist die Genese der modernen industriellen Welt mit soviel schmerzvoll peinlicher Verstörung darzustellen. Ausgerechnet aus Hollywood kommt dieser manchmal fast irreal anmutende Film, der schon im Titel die Ambivalenz des Fundaments unserer Gesellschaft andeutet und sich de facto traut die Schattenseiten des Fortschritts zu thematisieren und grundsätzlich aufzeigt, wieviel Gewalt und destruktive Potentiale bei der Entstehung unserer konsumistischen Kultur im Spiel gewesen sind.
Nicht ausschließlich Öl, sondern Blut, wahlweise fremdes oder auch eigenes, diente als Geburtshelfer unserer Moderne, deren Leitidee nicht nur die Autonomie des Menschen, sondern auch die negative Seite einer zunehmenden Entfremdung von Natur, Welt, Mitmenschen und Selbst war.
Die Destruktion der gesamten Beziehungen, die ein Mensch nur zu irgendwas haben kann, machen dann auch deutlich, warum der Film mit wenig Dialogen auskommt und sich auf die einnehmende Sprache der fast schizophrenen und disharmonischen Musik verlässt. Wie ein schmutziger Ölteppich erklingt diese akustische Untermalung und kontrastiert drohend ahnungsvoll, die zum Teil wirklich schönen Landschaften, welche sukzessive durch die menschliche Willenskraft erschlossen werden.
Wie dreckig Öl eigentlich ist und mit welcher Rücksichtslosigkeit es gegen natürliche und auch menschliche Existenzbedingungen gefördert wird, kann man ja an der aktuellen Umweltkrise im Golf von Mexiko sehen. Bedeutet: Der Film ist so aktuell wie nie, auch wenn er die Botschaft im vermeintlich historischen Gewand aufführt und uns nur durch eigene Denkproduktion erlaubt, die Dialektik der Moderne, welche eben auch eine Dialektik zwischen Blut und Öl ist, zu erkennen.

Daniel Day-Lewis verkörpert dementsprechend auch mit einer unglaublichen Präsenz den paradigmatischen Charakter der monomanischen Seite des Menschen, der keinen Platz der Erde unbefleckt lassen kann und sich zynisch zum Herrscher der Welt und ihrer Möglichkeiten erklärt. Kann man diese Figur als die diabolische Metapher der zynischen Omnipotenz des modernen Kapitals verstehen? Sicherlich auch, denn dieses quasi-autonome Subjekt "Kapital" ist zur Übernatur des (post)modernen Menschen geworden, dessen Zwecke es zunehmend bestimmt und eine scheinbare Befriedigung seiner scheinbaren Bedürfnisse suggeriert. Nicht nur aus diesem Grund muss auch die falsche alte Religion, die paradigmatisch als Leitidee einer früheren und anderen Gesellschaftsform gelten kann, zu Tode kommen und der neuen religiösen Macht des Kapitals weichen, wie der Kampf zwischen Bibel-Fanatiker und Öl-Tycoon andeutet.
Wer wie viele schlichte Gemüter hier diese Ölparabel nach dem Unterhaltungsgrad anderer Kulturgüter bemisst, hat nicht verstanden, worum es auch nur im Ansatz bei diesem Werk gehen kann.

Irres Machwerk !
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein gut gemachter, aber kein "guter" Film, 14. Juli 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Ein Film über den Aufstieg, das Leben und das skrupellose Treiben des Ölförderers Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) in den USA von 1898 bis etwa 1930. Der Film setzt dabei Schwerpunkte bei der Suche und Erschließung der Fördergebiete, dem Konflikt zwischen Plainview und dem ortsansässigen selbsternannten Kirchenprediger sowie das Verhältnis zu seinem Ziehsohn.

Optisch ist der Film hervorragend inszeniert: Die Bilder sind schlicht und karg wie die Landschaft, Kostüme und Szenerie sind absolut stimmig und es gibt keine sichtbaren Spezialeffekte (glücklicherweise!).
Eine 5.1 Anlage braucht man nicht, denn Soundeffekte gibt es eigentlich keine - die Bilder sprechen für sich und das ist hier auch gut so. Bei der gelegentlich eingesetzten Musik erlebt man hingegen Überraschungen: Manchmal sind es schlichte aber wirkungsvolle treibende Trommeln, die das Bild untermalen, manchmal dachte ich hingegen, dass der durchdringende, nervige Dauerton von der Serie "LOST" geklaut wurde.
Alles in allem ein sehr intensiver, hautnaher Film, der extrem durch die wahrlich grandiose schauspielerische Leistung von Daniel Day Lewis getragen wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob man den Charakter mag oder aber (sehr wahrscheinlich) zutiefst verabscheut. Aus meiner Sicht wurde diese Leistung wirklich zu Recht mit dem Oscar prämiert.

Wirklich begeistern konnte mich "There will be Blood" dennoch nicht. Das liegt überwiegend daran, dass man sich lange fragt, worauf der Film hinaus will. Hat die Geschichte ein Ziel? Soll man am Ende eine Lehre daraus ziehen? Will der Film etwas aussagen? Oder soll man einfach nur das Leben eines Mannes begleiten? Man wartet auf etwas Größeres auf das der Film zusteuert, aber genau das bleibt leider aus.
Hinzu kommt, dass der Film mit 2 1/2 Stunden sehr lang geraten ist, in der Zeit aber für meinen Geschmack zu wenig wirklich fesselndes, interessantes passiert. Dadurch hat der Film ziemliche Längen und es war mir letztendlich nicht möglich den Film am Stück zu sehen. Dazu habe ich 3 Tage gebraucht.
Und bei einem Film der so lang geraten ist, sollte man dann auch noch ein paar Minuten mehr für einen "echten" Abschluss opfern. Der Film schließt stattdessen mit einem etwas "verstörenden" Ende. Gerade hier hätte ich gern gewusst, was anschließend mit Plainview passiert. Außerdem wäre es wünschenswert zu sehen, was aus seinem Ziehsohn geworden ist. (Hatte er Erfolg oder nicht?)

Kann ich "There will be Blood" empfehlen? Eingeschränkt. Wer sich für Filme begeistern kann, die ohne Knall-Bumm-Effekte auskommen, jenseits der CGI effektüberladenen Cinemawelt existieren und die hauptsächlich durch die Geschichte selbst getragen werden und dazu noch grandiose schauspielerische Leistung aufweisen, der ist hier genau richtig.
Würde ich den Film erneut sehen? Klares Nein. Ich bin zwar froh, dass ich ihn gesehen habe, aber einmal reicht mir völlig. Aus meiner Sicht handelt es sich zwar um einen wahrlich gut gemachten, aber keinen wirklich guten Film. Letztendlich war er mir schlicht zu lang(weilig).
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There Will Be Blood
There Will Be Blood von Upton Sinclair (DVD - 2011)
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