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Kundenrezensionen

30
3,2 von 5 Sternen
Pat Garrett jagt Billy the Kid
Format: DVDÄndern
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49 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Februar 2006
Lange erwartet und doch nicht zufriedenstellend:
Zuerst: Es ist die ursprüngliche, alte Synchronisation aud den 70ern. Der Film wurde um 1988 für die Turner Version neu synchronisiert. Ein ähnlicher Diskussionspunkt sorgte auch schon bei den Dollar-Veröffentlichungen für Gesprächsstoff. Die ursprüngliche Synchro ist um Längen besser als die Turner Variante. Es ist ein Unterschied ob jemand meint "dann näh ich sie mir lieber zu" oder gesagt wird "dann näh dir die Hose lieber zu." ( Filmkenner wissen wovon ich rede ).
Aber:
Warum befindet sich auf der 88er Version nur die englische und eine ungarische Tonspur? Auch diese Version gab es oft genug synchronisiert im TV.
Das Pat und Billy Special ist nicht auffindbar(oder ist der Audiokommentar damit gemeint?)
Einer Special Edition wäre ein animiertes Menü gerecht geworden.
In der neuen 2005er Schnittfassung sind die ersten Minuten auf englisch. Auch diese Teile lagen in deutsch vor, die „Hühnerszene“ sogar in der alten Ur-Fassung, welche der neueren Synchronisation schon immer weit überlegen war...Eine unnötige Fahrlässigkeit, die von Desinteresse zeugt. Auch weitere Szenen sind in Englisch gehalten, teils neue, teils alte Szenen die bereits in der Turner Version und sogar auch schon in der Urversion in deutsch vorlagen.(Beispiel Dialog zwischen Alias und Billy in Ft. Sumner)
Die Möglichkeit eine Untertitelversion anzuwählen in der eben nur diese Szenen untertitelt sind fehlt natürlich.
Zusätzlich ist zu erwähnen das in der Szene Billy bei Bob Olinger eine deutliche Asynchronität auftaucht...peinlich peinlich...
Die Fahrlässigkeit für diesen Umgang mit so einem Meisterwerk erhält gerade noch drei Sterne. Dies ist allein dem Film zu verdanken. Jeder andere Film wäre bei so einer DVD-Umsetzung komplett durchgefallen!
Vielleicht lernt die DVD Industrie: Solche Filme werden zu 99% von Filmkennern gekauft.
Vielleicht müssen die Käufer einsehen:
Es geht nicht um liebevoll restauriertes Filmgut sondern nur um ein schnelles Geschäft!
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70 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. März 2006
Einfach nur unglücklich!
Es scheint, als wollte der Verleih mit seiner Veröffentlichung den chaotischen Begleitumständen der Dreharbeiten zu diesem Film Tribut zollen. Dabei hätte es wirklich eine tolle DVD werden können!

Der Film wird in zwei Versionen gezeigt:
Einmal in einer im Jahr 1988 restaurierten Fassung, die sich bereits von der Kinoversion deutlich unterscheidet, und jetzt in einer neuen Version, die wiederum aus deutlichen Veränderungen im Vergleich zu der 1988er Fassung besteht.
In der neuen Version ist eine Szene mit Garrets Ehefrau eingefügt und die Szenen, wo sich Garrett mit mehreren Prostituierten vergnügt, erweitert worden. Dafür ist eine andere Szene entfernt und die berühmte Szene mit dem Floß woanders postiert worden. Auch der Schluß ist anders ausgefallen. Im Ganzen sind dies durchaus sinnvolle Änderungen.
Die Restaurateure waren der Auffassung, daß diese neue Version Peckinpahs Vorstellungen am Ehesten entsprach. Aber das kann man letzten Endes nicht beurteilen. Denn der Film litt von Anfang an unter den Streitereien zwischen Peckinpah und dem Studio sowie an der Tatsache, daß der Film in sehr kurzer Zeit zusammengeschnitten werden mußte, so daß die unbestreitbaren Schwächen des Films nicht mehr behoben werden konnten. Dies kann auch die jetzige Fassung nicht.
Im sehr anschaulichen Audiokommentar, der von Peckinpah-Experten gesprochen wird, wird dies auch zugestanden. In diesem Kommentar werden die ganzen Schwierigkeiten, die es in der Produktion und Postproduktion des Films gegeben hatte, eingehend geschildert. Es lohnt sich sehr, diesen Kommentar anzuhören (wie so häufig aber leider ohne Untertitel).
Die beiden Dokumentationen zum Film, die aus Erinnerungen von Kristopherson und einer engen Mitarbeiterin von Peckinpah bestehen, sind dabei eine gute Ergänzung. Hier wird noch einmal vor Augen geführt, wie verheerend die Dreharbeiten zum Teil verlaufen waren.
Es ist dabei erstaunlich, daß der Film trotz dieser Begleitumstände ein großartiges Werk geworden war. Hätte Peckinpah genug Zeit gehabt und dann auch mehr Sorgfalt bei den dramaturgischen Schwächen walten lassen (insbesondere bei der mißratenen Paco-Episode) wäre der Film wahrscheinlich sogar in den Olymp der großen Western-Klassiker aufgestiegen, und zwar in die Liga von DER SCHWARZE FALKE oder SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD.

Insofern ist auch die vorliegende neu geschnittene Fassung nicht der endgültige Film - den wird es wohl nicht mehr geben.

Nur - und hier schließe ich mich der Kritik der Vorgänger an - hat der Verleih bei der Synchronisation wirklich Mist gebaut. Die 1988er-Version hat gar keine Synchronisation und die Synchronisation der neuen Version wiederum ist schlicht danebengeraten. Insbesondere die Szene, wo Kristopherson während seines Gefängnisausbruchs singt, hört sich in der deutschen Fassung furchtbar an. Und die neuen Szenen noch nicht einmal mit Untertiteln zu belegen, ist auch keine glückliche Leistung.
Ziemlich fahrlässig, das Ganze.

Als Manko ist übrigens auch zu werten, daß das Bild der 1988er-Version teilweise Brandlöcher und Kratzer enthält.
Außerdem wäre es der Vollständigkeit wegen auch sinnvoll gewesen, die Kinofassung mitzuveröffentlichen, da man dann letztendlich eine gute Vergleichsmöglichkeit mit allen bekannten Versionen gehabt hätte.

Im Ganzen ist einfach bedauerlich, daß einer der besten Peckinpah-Filme eine solch unglückliche Veröffentlichung hinsichtlich der Synchronisation erfahren mußte.
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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Februar 2006
Ich will mich kurz fassen, da diese DVD es nicht wert ist, soviel Zeit zu verschwenden. Ich habe nur großartiges von diesem Peckinpah-Streifen gehört und daran will ich auch nicht zweifeln. Der Film war mir beim ersten Mal sehen fast ein bisschen zu gemächlich, aber er war wunderbar poetisch und mit großer Charakterischer Tiefe und Tragik, dieser Film wäre ein Hochgenuss gewesen... aber nicht so! Die neu eingefügten Szenen sind in Englisch, aber nicht mal automatisch untertitelt. Wer sich bei "Zwei glorreiche Halunken" der Synchro wegen ärgert, soll sich das mal ansehen. Hinzu kommen die lieblosen Menüs, Audiokommentare, ebenfalls ohne Untertitel. Wer soll da noch was verstehen? Leute, die viel Wert auf Details in Dialogen legen, trifft das, wie ein Faustschlag ins Gesicht! Eine Schande. Die anderen zeitgleich erschienen Peckinpahwestern sind auch allesamt großartig, aber ähnlich lieblos behandelt, nur konnte man bei "Sacramento", "Wild Bunch" und "Cable Hogue" die Filme noch vollständig auf Deutsch sehen. Immerhin stimmen die Extras, aber die machen das "Filmvergnügen" auch nicht besser. Zudem handelt es sich nicht, um die eigentlich beabsichtigte Fassung. Die wäre dann nämlich 124 Minuten lang und ebenfalls ist nur ein kleiner Teil von Peckinpahs Auftritt als Sargmacher zu sehen(, der Auftritt ist in der 1988er Fassung drin, aber dort fehlt ebenfalls die deutsche Synchro).
Fazit: Die DVD ist eine Schande!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Juni 2012
"Billy, they don't like you to be so free"

Billy the Kid sieht sich der neuen Zeit ausgesetzt: New Mexico ist - wie so viele ehemalige Territorien der USA, bevor sie eigene Staaten wurden - dabei, sich zu zivilisieren. Das bedeutet, daß die "herrschende Klasse", repräsentiert durch den Großrancher Chisum und den Gouverneur des Gebietes, nicht mehr dulden kann, daß Räuberbanden sich zum Beispiel in Fort Sumner ein zwar einfaches, dafür aber freies und unbehelligtes Leben einrichten. Die Regierung heuert einen ehemaligen Gefährten Billys, eben jenen Pat Garrett, an, um den Outlaw entweder zum Aufegeben zu bewegen oder aber - auszuschalten. Garrett trifft Billy in Fort Sumner und fordert ihn auf, die Gegend zu verlassen. "Sonst?" fragt Billy. "Komme ich und werde Dich töten." antwortet Pat. Dies ist der Auftakt zu einem Abgesang auf die Freundschaft und die Wahl, frei und ungebunden zu sein oder sich zu arrangieren und Teil einer größeren Maschinerie zu sein, die sich "Bürgergesellschaft" nennt. Billy weiß, wie er sich entscheiden muß und es beginnt eine Verfolgungsjagd, die nicht nur diese beiden einstigen Freunde aufeinanderhetzt, sondern eine Menge Leute, die einmal mit ihnen geritten sind, das Leben kostet.

Was soll man sagen? Sam Peckinpah war sich zu 100 Prozent sicher, wo seine Sympathien liegen. Denn was er hier schuf - ob gewollt oder "passiert" - ist nicht nur der Spätwestern par excellence, sondern auch ein Abgesang auf eine viel zu kurze Ära, die gerade um 1973 zu Ende ging und so gern mit "Sommer der Liebe" betitelt wird. Peckinpah setzt die letzten Tage der Outlaws in New Mexico analog zu diesen Jahren, die noch einmal einen Aufbruch, eine Freiheit zu verheißen schienen. Die Querverweise sind vielschichtig: Die Musik dieses Films ist, wie vielleicht in keinem Western zuvor, integraler Bestandteil der Handlung. Komponiert und eingespielt hat sie eine der Ikonen der Gegenkultur der 60er Jahre - Bob Dylan. Und dieser Bob Dylan spielt im Film eine der seltsamsten Figuren im an seltsamen Figuren wahrlich nicht armen Peckinpah-Kosmos. Sein "Alias", wie er sich nennt, ist ein komischer Kauz, ein ehemaliger Gemischtwarenverkäufer, flink mit dem Messer, der die Schürze an den Nagel hängt und sich Billy anschließt, nachdem er diesen sich hat aus dem Gefängnis befreien sehen, was einen seiner alten Freunde das Leben kostet.

Warum diese Ausführlichkeit zu dieser Figur? Man kann der Meinung sein, daß diese Figur die eigentliche Hauptfigur des Filmes ist, denn in ihr kommen alle Möglichkeiten, Verweise und Subebenen der Handlung (die im Grunde keine ist) zusammen: Verrat, Eigennutz, Indifferenz. Und die Lust am Untergang, schließt sich dieser Kerl doch gerade dann den Banditen an, als deren Zeit nicht nur sichtbar zuende geht, sondern offensichtlich auch die Unterstützung schwindet, die sie einst genossen. Dies sind die großen Themen dieses Films. Vielleicht ist dieser ganze Film ein "Alias"? Ganz sicher steckt in dieser Figur der Schlüssel zum Inneren dessen, worum es Peckinpah geht. Wie der Bürgersohn Robert Zimmerman, alias Bob Dylan, sich zu einer Zeit der Zivilgesellschaft verweigerte, die den Krieg (Vietnam) industrialisiert hatte, tritt der Krämer "Alias" just in einem Moment aus der Gesellschaft aus, da diese sich aufmacht, "modern", also "zivilisiert" zu werden. Wohin diese Zivilisation dann führt, konnte man 1973 mit einem Blick in die abendlichen Hauptnachrichtensendungen ja beobachten.

Pat und Billy waren Feunde, mehr noch: Pat war eine Vaterfigur für Billy. Fast alle, die in diesem Film aufeinander schießen und sich gegenseitig umbringen, kennen sich aus früheren Zeiten, in denen sie gemeinsame Sache machten. Und während sie töten, reflektieren sie, daß die alten Zeiten vorbei sind, daß IHRE Zeit vorbei ist. Peckinpah liebte die Outlaws und hasste Hollywood und das, wofür es seiner Meinung nach mittlerweile stand: Mainstream, Bürgerlichkeit, Zivilisiertheit. Peckinpah machte all das, was "man" nicht tut: er ließ Tiere töten für seine Filme, Vergewaltigungsszenen machte er schon mal dadurch glaubhaft, daß er mit den männlichen Schauspielern absprach, die Darstellerin eben zu vergewaltigen, er soff und ließ sich morgens vor dem Dreh dopen, um den Tag durchzustehen. Selbst mit indianischem Blut in den Adern, war er immer verliebt in die Außenseiter, die Verlierer, jene, über die die Zeit hinweg gegangen ist. Sein Großwestern und vielleicht opus magnum "The Wild Bunch" erzählt genau davon in zynischer, melancholischer und unfassbar brutaler Weise. Jener Film war 1969, also im Schlüsseljahr dessen, was man "68" nennt, erschienen. Er ist geprägt von Gewalt, aber diese Männer sind noch ein verschworener Haufen, der sich schließlich nahezu kollektiv entscheidet unterzugehen, da es für Männer wie sie keinen Platz und keine Zukunft mehr gibt. Hier nun, 4 Jahre später, hatte auch er den Niedergang der Hoffnungen der Hippies und "neuen Outlaws" gesehen, wie sich gerade die Szene in San Francisco definierte mit den großen "Outlaw"-Bands wie Grateful Dead, Jefferson Airplane, Quicksilver Messenger Service und vielen anderen. Die einst enge und freundschaftliche Szene war zerfallen, Kommerz und Materialismus hatten auch hier Einzug gehalten und der Zusammenhalt war weg. Das spiegelt sich deutlich in "Pat Garrett jagt Billy the Kid": Die Outlaws hier sehen nicht von ungefähr aus wie Hippies, leben auch genau so: freie Liebe, alles gehört allen usw. Was Peckinpah in seine Idee von Fort Sumner hineinimaginiert ist nichts weniger als die Idee, die Haight Ashbury von 1965 bis ca. 1967 verkörperte.

Was also 1969 noch mit einem Big Bang endete, indem sich der "Wilde Haufen" eben in einer selbstmörderischen Radikalität selbst auslöscht, indem sie es mit einer Übermacht aufnehmen, der sie nicht entkommen können, das verläuft sich 1973 mit den unglaublich traurigen Akkorden von Dylans "Knockin' on Heaven's door" und wehmütigen Blicken. Das Sterben ist hier immer noch blutig und in Zeitlupe dargestellt, doch ist die Beobachterposition der Kamera viel weiter weg. Die Tode hier sind einsame Tode und macnhmal hat man den Eindruck, daß die Sterbenden froh sind, daß es vorbei ist. Keine Gnade gewährt Peckinpah: nicht den Träumen, nicht der Freundschaft, nicht dem Westen und dem, was er bei John Ford war: Verheißung. Freiheit ist eben ein Wort, scheint er zu sagen, das zukünftig wohl nur noch in der Werbung taugt.

Peckinpah reiht Bilder und Situationen aneinander, die einem Fluß gleich in ruhigem Tempo dahingleiten. Eine Handlung im engeren Sinne gibt es nicht, der Titel fasst den Inhalt praktisch genau zusammen. Aber WAS für Bilder er findet! Einige sind eines John Ford druchaus würdig und in allen steckt die abgrundtiefe Trauer dieses Mannes, Peckinpah, über den Verlust. Immer wieder werden wir Zeuge von Dämmerungen, v.a. Abenddämmerungen und Nächten, die die Figuren zu verschlucken scheinen, dann wieder stellt der Film in grell überbelichteten Bildern die Hitze der Wüste aus und in dieser Grelle die Gewalt: die eindringlichsten Tötungsszenen finden in der sengenden Sonne des Mittags statt. Offen, sichtbar, roh. Brutal und blutig.

Oh, wird nun mancher sagen, da spricht wohl ein Fan, der sich nicht mehr einkriegen kann. Stimmt, kann ich da nur antworten. Gibt es denn überhaupt etwas zu kritisieren an diesem Film? Jede Menge! Es ist ein Männerfilm (wie eigentlich alle Peckinpah-Filme), es ist ein Machofilm, es ist ein Film, der auch seine Lust an Gewalt und der Darstellung selbiger feiert. Aber es ist eben auch ein Western und innerhalb der Regeln des Genres ist er perfekt.

Zum Abschluß eine Anmerkung zu den diversen Fassungen: Hier liegt wohl die neuere vom ZDF in Auftrag gegebene Fassung vor, die Roger Spottiswoode, angeblich nach den Aufzeichnungen des Regisseurs, erstellt hat. Das ist löblich, wenn es denn so ist. Wer - wie ich - die ältere, von Warner ohne Peckinpahs Einverständnis geschnittene Fassung zuerst kannte, wird diese lieben und der neuen eher akademisches Interesse entgegenbringen (jaja, ich weiß, sowas zu sagen ist ein Frevel). So erklärt die neue Fassung einiges genauer, zeigt vor allem in dem vollkommen anderen Schluß Peckinpahs ganzes zynisches Weltbild. Doch nimmt sie auch viel von der seltsam schwirrenden und fast märchenhaften Atmosphäre, die der Warner-Schnitt durchaus hatte. Da muß dann ein jeder selber entscheiden, wie er es gern hätte. Die Geschichte von Peckinpahs legendären Kämpfen mit den Studios und den diversen Schnittfassungen seiner Filme ist endlos lang. Er war ein Bastard, Hollywood mochte ihn nicht und er mochte Hollywood nicht. Daß er schließlich ausgerechnet ein Liebling der Ostküstenintellektuellen wie der Großkritikerin Pauline Kael wurde, hätte er sich sicher niemals träumen lassen, da draussen in den Weiten des Westens...
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. März 2012
er ist ein Abgesang. Ein Lamento auf einen Horizont, der längst nicht mehr so weit ist wie er mal war, und einen Westen, der nicht mehr von Cowboys oder Indianern, sondern von Buchhaltern und Investoren beherrscht wird. In dem man nicht mehr sein kann, sondern funktionieren muss. Ein Versuch den letzten Moment einer Zeit die nicht mehr ist und nie mehr sein wird auszukosten, auch wenn es nur heißt das unvermeidliche weiter hinauszuzögern.

Dünne Story? Nein. Die Story ist heute noch so wichtig und so aktuell wie damals. Und es steht zu befürchten, dass die Geschichte sich wiederholen wird, denn wie sagte schon Pat Garrett:

Was du willst, und was du kriegst, sind zwei Paar Stiefel.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Pat Garrett sucht seinen alten Freund William H. Bonney aus Sattel-Tramp-Tagen auf, um ihn darüber zu informieren, das er nun sesshaft werden will und daher eine feste Anstellung angenommen hat. Billy freut sich aufrichtig über den Besuch und bittet Pat zu bleiben und mit ihm auf die vergangenen Zeiten zu trinken. Pat erklärt ihm das Problem: Die neue Stelle ist ein Sheriff-Posten und Billy sein erster Job. Denn Billy schert sich nicht allzu sehr um Gesetz und Ordnung, macht nur was ihm Spaß macht, hängt meistens mit seinen Kumpels herum und wenn er Geld braucht, besorgt er es sich eben irgendwie. Man könnte den Begriff Beschaffungskriminalität bemühen. Doch Garrett stellt ihm ein Ultimatum und wenn Billy bis dahin nicht das Land verlassen hat, tritt die Null-Toleranz-Regel in Kraft. Klare Ansage. Aber Billy ist so ein Typ der nicht viel darauf gibt was ihm andere sagen. Er will lieber in Ruhe gelassen werden und hört eher auf seinen Bauch und der sagt ihm: "Patty, du magst ja mein Mentor sein, aber die Ausbildungszeit ist vorbei und du hast mir gar nichts mehr zu sagen." Garrett zieht von dannen und klopft nach abgelaufener Frist gleich mal mit ein paar Gewehrsalven an die Tür, was Billy von dessen Ernsthaftigkeit in der Ankündigung überzeugt. Er ergibt sich erstmal. Die erste Runde ging an Pat. Aber aus William H. Bonney wäre nicht Billy the Kid geworden, wenn er nicht ausgesprochen talentiert im Umgang mit derartigen Situationen wäre und so erweist er sich bald als unkalkulierbarer Gegner.

Was nun folgt ist eine Aneinanderreihung von Shootouts, die in Stil und Inszenierung formvollendet als Blaupause dienten, für alles was in dieser Richtung folgen sollte. Peckinpah erzählt uns hier keine Geschichte mehr, er zeigt Situationen. Situationen die einer Kettenreaktion gleich aufeinander folgen, immer auswegloser werden und schlussendlich zu dem führen müssen, was von Anfang an vorbestimmt ist und unausweichlich war. Dabei schafft er Szenen die diese Ausweglosigkeit klar verbildlichen. Billy hat im Prinzip nie eine Chance und doch gelingt es ihm mehrfach der Lage Herr zu werden. Bis er müde ist, keine Lust mehr hat. Peckinpah ergreift deutlich Partei für seinen Outlaw, weil er selbst einer war (für Hollywood). Für ihn ist das Ende so lange okay, wie er es selbst in der Hand hat. Nachdem er von allen Freunden verraten wurde oder jene die ihm geblieben waren tot sind, ist es Billy einfach egal was mit ihm passiert. Für ihn zählen nur seine Prinzipien die besagen, das er da bleibt wo es ihm gefällt und er sich von dort auch nicht vertreiben lässt. Er hat längst begriffen das seine Zeit vorbei ist wenn er sich nicht ändern will. Und anders als sein Freund Pat will er das nicht. Mit den Konsequenzen kann er leben. Sam Peckinpah gibt alldem eine bis hierhin nie da gewesene Ästhetik. Eine Ästhetik derer sich nachher viele Regisseure von Walter Hill bis John Woo, bis hin zu neueren Epigonen mehr (erstere) oder weniger (letztere) gelungen bedienten. Viel weiter zu entwickeln gab es da nicht. Zu ausgereift, zu majestätisch, zu würdevoll sind seine Abgänge in Zeitlupe gefilmt, dabei kunstvoll montiert und immer berührend. Berührend weil Peckinpah echte Charaktere präsentiert, Charaktere die mit wenigen Pinselstrichen so hinreichend gezeichnet sind, das sie dem Zuschauer nicht egal sein werden, wenn es soweit ist. Bob Dylan's kongenialer Soundtrack untermalt das Ganze so perfekt und rund, das man von einer einzigen Todes-Symphonie sprechen kann, Hippie-Style. Das nahm viel von der Video-Clip-Ästhetik des folgenden MTV-Zeitalters vorweg. Vielleicht ist es gerade deshalb auch nicht verwunderlich, das Peckinpah's letzte Regie-Arbeit ein Musik-Video-Clip für Julian Lennon war ("Too Late For Goodbyes", 1984). Nach diesem Film hätte Sam Peckinpah keinen Film mehr drehen brauchen, sein Name wäre nur noch größer. Schön das er es trotzdem getan hat, wenn auch keinen Western mehr.

Sam Peckinpah`s letzter Western führt konsequent die Aussagen der Vorgängerwerke fort und bildet den Abschluß einer stilistischen Trilogie über Ethik, Freundschaft und traditionelle Werte, die mit "Major Dundee" ihren Anfang nahm und ihren Höhepunkt mit "The Wild Bunch" fand.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der väterliche Freund Pat Garrett konvertiert zum Gesetzeshüter und muss für seine schmierigen Vorgesetzten seinen früheren Kumpel "Billy the Kid" unschädlich machen. Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.

So mag es auch Peckinpah gegangen sein, der vermutlich wie viele damals keinen typischen "Western" mehr sehen konnte und noch dazu in einer schwierigen Scheidung steckte. So ist - neben der für Peckinpah typischen expliziten Darstellung der schmerzhaften Gewalt - auch Fatalismus das eigentliche Thema des Films - jeder weiß von Beginn an, wie es enden wird, aber keiner hat mehr die Kraft, sich dagegen aufzulehnen.

1972 war noch manches anders. Serienweise in einem Film Hühner in Großaufnahme und Zeitlupe mit zuckenden Hälsen zu zerfetzen, würde heute vermutlich nicht mehr allzu viel Begeisterung wecken. Man kann sich derzeit auch schwer vorstellen, dass ein schwabbelig aufgeschwemmter Kris Kristofferson noch eine größere Rolle bekäme.

Dafür haben die Westernfans seinerzeit nicht verstanden, was Bob Dylan eigentlich in einer Schieß*rgie zu schaffen hat - heute ist es unter anderem gerade seine skurrile Figur des Alias sowie die kongeniale Musik, die den Film hervorhebt.

Packinpah tanzte nicht gerade auf einer Glückssträhne. Das Studio griff ständig ein, seine Vision wurde von MGM gegen seinen Willen um eine gute Viertelstunde gekürzt. Diese Besprechung bezieht sich übrigens auf die "Turner" - Langfassung von 1991 im Format 2,35:1. Im Nachhinein verklagte Peckinpah das Studio, aber wie so oft kam bei dem mehrjährigen Prozess nicht mehr raus als nochmals viel Geld für Schwarzröcke.

Um den Erfolg zu garantieren, wurde nicht gespart - das betraf nicht nur die gute Technik im Breitwandformat, sondern vor allem das, wovon man sich Zuschauer im Zielniveau versprach: massenhaft Whisky, Berge von Leichen, fast ebenso viele fette, nackte Weiber und vor allem die berühmten Zeitlupen - Gemetzel: Wer das liebt, kommt auf seine Kosten - nicht nur bei den armen Hühnern. Eine glaubhafte Ästhetik des Todes wird man wohl eher in asiatischen Filmen finden.

Es half nicht viel - denn die Melancholie des Films, die fantastische Fotografie und die legendäre Musik Dylans, aber auch dessen beunruhigende Figur Alia, waren für das Massenpublikum unverträglich. Umgekehrt wollen Cineasten nicht mit spekulativen Fleischbergen, blöden Macho-Sprüchen und endlosem Gemetzel belämmert werden.

Aus heutigen Sehgewohnheiten heraus weist der Film auch erhebliche Längen auf. Das beginnt schon mit dem nicht enden wollenden Titel. Die zugrunde liegende Philosophie ist banal und individuell nicht mehr heldentauglich.

Wenn es einem gelingt, den Kopf abzuschalten, kann man - zumindest auf großer Leinwand - die fantastischen Bilder genießen. Ein Kritiker fand Ähnlichkeiten zu alten Gemälden, meines Erachtens gehen diese Bilder eher in geradezu schwelgerische Farbkompositionen, wirken ungeheuer emotional und ausdrucksstark. Eine besondere Verstärkung entsteht oft aus der Langsamkeit der Bewegungen.

Einmal zumindest sollte man diesen Film gesehen haben.

film-jury 3* A0557 29.3.2011

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1962 Sacramento
1971 Wer Gewalt sät
1972 Getaway [Blu-ray]
1973 Pat Garrett jagt Billy the Kid
1977 Steiner - Das Eiserne Kreuz
1978 Convoy

Sam Peckingpah starb am 28.12.1984 in Inglewood, USA
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Habe die gesamte Peckinpah-Box gekauft, weil alle 4 Filme ja super gut sind.
Grosses Ärgernis aber bei "Pat Garrett"...eine deutsche Fassung mit eingefügten Original-Szenen. Prima - denn es steht ja auf dem Cover drauf, dass diese Szenen deutsch untertitelt sind.
Pustekuchen - es fängt zwar gut an. Da werden dann einige deutsche Untertitel eingeblendet, etwa, wenn die Leute an einem Saloon vorbeilaufen, dann kommt die Übersetzung unten am Bildrand "Saloon"...leider würde aber bei den Dialogen die Untertitelung völlig vergessen.
Eine sehr dilettantische Arbeit, muss ich schon sagen.
Man muss also sobald eine solche Szene kommt, entweder mit den Englischkenntnissen klar kommen, oder aber entnervt jedesmal ins Menü gehen und x-mal navigieren, bis man die Untertitelungen hat. Oder aber den Film ganz in deutsch untertiteln...aber da wird man ja genauso verrückt....
Schade, schade...
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29 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. März 2006
Habe mir diesen völlig unterschätzten Pekinpah Klassiker zusammen mit "Wild Bunch" auf Scheibe gekauft, sobald sie nun endlich erhältlich waren. Bei "Wild Bunch" war ich ja wenigstens noch postiv überrascht, das nicht die leicht gekürtzte 3 SAT - TV Version von 2004 auf der DVD enthalten war.

Aber hier wird mir übel. Warum, weshalb, wieso ... ist mir als Filmkenner eigentlich egal. Aber, ich glaubte wenigstens bei diesem Film die altbekannte deutsche VHS - Synchronisation mit neu eingefügten Szenen im englischen Originalton zu bekommen. Was mich persönlich nicht stört, lasse bei solchen Filmen immer durchweg die Untertitel mitlaufen. Allerdings, - dann diese absolut grausige Tonspur zu hören, macht mich echt nur noch irgendwie wütend.

Habe ja wirklich einige schlimme neue Tonspuren in den vergangenen Jahren bei Neuauflagen von Filmen auf DVD ertragen müssen (siehe hierzu meine Rezension zu:"Robin Hood" - Langfassung, "der Sinn des Lebens", - und "Stalingrad" - Special Edition usw. usf.). Aber diese Synchrofassung hier ist mit Abstand die schlimmste von allen.

Nochmal der Hinweis an alle DVD Hersteller: bringt die Filme (wenn schon, denn schon) als Doppel - DVD raus, - 1x mit dem bekannten VHS Mono, Stereo Ton. Und (von mir aus für alle DTS Freaks), - 1x neu synchronisiert mit Raumklangeffekten usw., - aber das hier ist eine Beleidigung für jeden Filmkenner. Und bei dem Preis auch eine völlige Abzocke. Zum Glück hatte ich diesmal meine alte Kopie noch.
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27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. März 2006
jahrelang wartet man geduldig das dieser film endlich auf dvd erscheint und dann wird er derart verstümmelt das ich es bis jetzt noch nicht geschafft habe ihn auch nur einmal durch zu schauen!!was hat sich warnerbros nur dabei gedacht ihn neu zu synchronisieren?und dann auch noch mit hirnrissigen dialogen!nein,das tut den ohren schon sehr weh!wenn ich die szene -wo billy in dem schuppen mit seiner gang sitzt und von garrett beschossen wird- sehe,daß hat doch so überhaupt nichts mehr mit dem original zu tun!wo ist das kartenspiel?!nur gut das die ARD das original vorraussichtlich am 19.06.06 um 0h noch mal zeigt!
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