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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Rückkehr des Sexismus
So hatte sich Natasha Walter als Feministin die Zukunft nicht vorgestellt. Die Gleichberechtigungspolitik stagniert und Sexismus ist stärker denn je in der Gesellschaft verankert, so sehr sogar dass biologischer Determinismus und die Reduzierung von Frauen auf ihre Rolle als Sexobjekte fröhliche Urständ feiern. Nur arbeiten viele Frauen mehr oder weniger...
Veröffentlicht am 24. Juli 2011 von Mario Pf.

versus
1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Buch über die Rolle der Frau in der Gesellschaft
Ich finde das Buch ganz gut, wenn ich es auch an einigen Stellen sehr einseitig geschrieben finde. Und dramatisierend. Es hatte wirklich auch seine Längen, wodurch ich Schwierigkeiten hatte, es an einem Stück zu lesen. Ich teile die Meinung der Autorin nur teilweise, finde aber das Buch regt zum Nachdenken über die Erziehung der eigenen Kinder an.
Veröffentlicht am 8. August 2011 von H. B.


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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Rückkehr des Sexismus, 24. Juli 2011
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
So hatte sich Natasha Walter als Feministin die Zukunft nicht vorgestellt. Die Gleichberechtigungspolitik stagniert und Sexismus ist stärker denn je in der Gesellschaft verankert, so sehr sogar dass biologischer Determinismus und die Reduzierung von Frauen auf ihre Rolle als Sexobjekte fröhliche Urständ feiern. Nur arbeiten viele Frauen mehr oder weniger bewusst daran mit dass die Ideale des Feminismus heute beinahe ins Gegenteil verkehrt wurden und selbst in Großbritannien gerade promiske Celebrities, Nacktmodelle und Prostituierte als Verkörperungen des Feminismus gelten und scheinbar für nicht wenige junge Damen selbst aus der Mitte der Gesellschaft als Role Modell gelten.

Dennoch stand am Beginn von Walters eine sehr persönliche Erkenntnis dass die überwunden geglaubte Trennung in eine rosa- und bläulichfarbene Welt klammheimlich wieder Einzug in die Kinderzimmer gehalten hat und sich die Marketingexperten der Spielzeugkonzerne schamlos dieser Klischees bedient haben. Wenn ein Mädchen heute Gefallen an einer Rolle als Dornröschen findet sie im Spielwaren und Kostümsortiment bereits alles vor um mit der idealisierten Filmfigur zu verschmelzen und selbst zur lebenden Puppe zu werden. Würde es nur dabei bleiben, denn viele der Heranwachsenden richten sich dann am Role Modell Barbie aus und in einer von fortwährender Sexualisierung geprägten Gesellschaft, in der Kinder oft schon nicht mehr Kinder sein sollen und wollen, kann das natürlich auf lange Sicht nicht ohne Konsequenzen ausgehen, so dass Achtjährige mit einem bauchfreien Top mit der Aufschrift "Bitch" längst nicht mehr überraschen. So wird auch das Klagen mancher Lehrer und Schulleiter die heutigen 12jährigen würden sich kleiden wie frühere 16jährige verständlicher, denn die Gesellschaft tut wenig die heutige Jugend vor diesem enormen Sexualisierungsdruck und damit dem Wiederaufkommen des Sexismus in Schutz zu nehmen und das traf auch die Mutter Natasha Walter an einem wunden Punkt.

In ihre Reportage LIVING DOLLS versucht Natasha Walter am Beispiel Großbritanniens diesen gesellschaftlichen Wandel und seiner Konsequenzen nachzuzeichnen. Dabei hat sich Walter bei ihrer Kritik an der Sexualisierung der Gesellschaft nicht nur mit der sexuellen Verdinglichung der Mädchen und Frauen auseinandergesetzt sondern auch den weiterhin kultivierten Mythen, welche sie gegen Ende des Buchs zu dekonstruieren wagt. Zunächst beginnt sie ihren Streifzug jedoch im Londoner Nachtleben, das von jeder Anrüchigkeit befreit seit 2008 mit 300 Lapdance Clubs (in den 90ern war es gerade einmal eine handvoll) aufwarten kann. Doch selbst dort wo "Sex sells" eigentlich nicht zum Geschäftskonzept gehört und man sich noch dem unverfänglichen Verkauf von Alkohol gewidmet hat haben längst Events Einzug gehalten, deren Ziel es ist dem berauschten männlichen Publikum eine feucht-fröhliche Fleischbeschau zu liefern.

Ein solches Event durfte Walter trotz kritischer Blicke der zuständigen PR-Leute tatsächlich besuchen. Für ein professionelles Fotoshooting und die schmale Chance durch ein britisches Männermagazin groß raus zu kommen galt es vor der grölenden Meute zu posieren und sich in letzter Konsequenz auch oben ohne zu präsentieren. Bei ihren Gesprächen mit angetretenen Bewerberinnen ist es Walter gelungen erhellende Einblicke in deren Motivation zu erlangen. Was sind die Gründe sich mit 18 anstatt eines Autos oder einer Weltreise eine Brust-Op zu wünschen, warum streifen sogar junge Mütter an den wenigen "freien" Tagen knapp und aufreizend bekleidet (wenn nicht gar im Playboy-Bunny-Kostüm) durch das Nachtleben?

Fragen über Fragen, die Walter auch mit Interviews von Glamour Modells, Sexarbeiterinnen, Herausgebern von Herrenmagazinen und PR-Agenten zu beantworten trachtet. Dabei stößt sie sich vor allem auch am in den letzten Jahren stark beschönigten Bild der Sexarbeit, bei dem die Faktoren Gewalt und Demütigung gerne ausgeklammert werden und so die Entstehung eines Trugbilds begünstigen, dass das alles für betroffene Frauen nicht so schlimm sei.

Den heutzutage so einfachen Zugang zu Pornografie nennt Natasha Walter als Hauptantriebsmotor für die fortlaufende Sexualisierung der Gesellschaft, welche ja nicht nur ein britisches Phänomen ist. Durch das Wegfallen aller Zugangshürden wird zugleich aber auch der scheinbar schon allgegenwärtigen Softpornografie Vorschub geleistet , welche schon längst so sehr gesellschaftlich akzeptiert ist dass sie gezielt für Werbemotive genutzt wird, um jungen Leuten ein Lebensgefühl und Idealvorstellungen zu vermitteln, die der Wirklichkeit allerdings nicht ferner sein könnten. Doch dieser Einfluss auf das Selbstwertgefühl und die Zahlen kosmetischer Operationen ist nicht der einzige Ausdruck dieses weit massiveren Problemkomplexes. Der Geschlechtsakt wird zunehmend entwertet und die Verurteiltungsrate bei Vergewaltigungen liegt (zumindest in Großbritannien) nur bei 6%.

Nachdem sich LIVING DOLLS vor allem mit den gesellschaftlichen Konsequenzen der Rückkehr des Sexismus auseinandergesetzt hat, widmet sich Natasha Walter im abschließenden Kapitel vor allem einer Dekonstruktion sexistischer Mythen und Stereotypen. Etwa dass Frauen schneller sprechen als Männer, wobei die Forschung nur einen insignifikanten Unterschied belegen kann, allerdings dass die Männer sogar eine unmerkliche Spur schneller sprechen würden.

- Resümee -
Bei manchen Teilaspekten greift Natasha Walter je nach Interesse zwar zu kurz, doch ihre journalistische Bravourleistung ein eindrucksvolles Panorama der Rückkehr des Sexismus geschaffen zu haben wird dadurch kaum geschmälert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erschreckend wahr, 17. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bevor ich das Buch gelesen habe, dachte ich, nur ich wäre so sensibel und kritisch, wie heute mit den Errungenschaften der Emanzipation umgegangen wird. Vermeintliche Freiheiten sind keine Freiheiten, sondern "dienen" tatsächlich nur zur Belustigung, Sexualisierung der Frau und Reduzierung auf Ihr Äußeres. Noch schlimmer: viele, viele Frauen und Mädchen merken es nicht einmal. Gutes Buch, das aufrüttelt und das man seiner Tochter, Nichte, Enkelin etc. zum 12. Geburtstag schenken sollte.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gutes Pink Smashing, 19. April 2013
Von 
C. Pilz (Kärnten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
für alle, die neu zum Thema Sexismus dazu finden oder auch schon lange FeministINNen sind, Natasha Walter hat jede Menge zum Thema Selbstbestimmung zu sagen und bringt viele Beispiele und gute Argumentation. Liest sich voll gut :)
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sachlich, eloquent, aktuell, 14. September 2011
Dass sich in unserer offiziell egalitären Gesellschaft kaum eine Frau als Feministin bezeichnet, weil der damit assozierte Stereotyp nicht dem hyperfeminien Ideal entspricht, spricht eigentlich Bände. Entsprechend deckt Natascha Walter in "Living Dolls" auch keine Missstände auf, sondern fügt die unterschiedlichen Aspekte alltäglichen Sexismus (oder wie andere es nennen würden "hegemonialer Männlichkeit")im erste Teil ihres Buches zu einem unschönen Bild zusammen. Die frühste Festlegung kleiner Mädchen auf pink und rosa wird hier ebenso behandelt wie die Sexindustrie und weibliche Promisquität. Wo andere sich aber zur moralischen Instanz erheben würden, lässt Walter die unterschiedichen Akteur_Innen zu Wort kommen und argumentiert sachlich fernab jeglichen Männer-Bashings.
Im zweiten und meiner Meinung nach interessantesten Teil des Buches setzt sie sich kritisch mit dem aktuellen Trend auseinander, jegliche Ungleichheit zwischen weiblichen und männlichen Individuuen pauschal biologistisch ("Frauen/Männer sind halt von Natur aus so...") zu erklären. Hier greift sie die unterschiedlichen Gemeinplätze über vermeintlich natürliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern heraus, hinterfragt die ihnen zu grunde liegenden Methoden und Konzepte und führt im Gegenzug selbst unterschiedliche Studien an, die Behauptungen wie "Frauenhirne sind für Mathematik weniger geeignet" widerlegen. Dass die widergegebenen Ergebnisse mittels Fußnoten entsprechend belegt werden, versteht sich hier eigentlich von selbst. Dennoch bleibt der Text -vor allem für ein Sachbuch zu einem derart unerfreulichen Thema- ausgesprochen lesbar.
Interessant dürfte das Buch nicht nur als informative Argumentationshilfe für FeministInnen sein, sondern auch für jene, die dem allgemeinen Fatalismus ("Ist eben so.") noch nicht ganz verfallen sind und entsprechend nach anderen (plausibleren?) Erklärungsansätzen für die Unterschiede zwischen Männern und Frauen suchen. Vielleicht fühlt sich auch der ein oder andere Mann, dem rosa Cover zum Trotz, angehalten, sich mit "Living Dolls" auseinander zu setzen.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Einblick in die Thematik, 15. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Autorin beleuchtet das Thema des Sexismus ausführlich uns aus vielfältigen Perspektiven. Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, dass sie sich dabei auf die Situation in Großbritannien konzentriert, mit der ich mich bisher noch nicht so viel auseinander gesetzt habe.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Buch über die Rolle der Frau in der Gesellschaft, 8. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich finde das Buch ganz gut, wenn ich es auch an einigen Stellen sehr einseitig geschrieben finde. Und dramatisierend. Es hatte wirklich auch seine Längen, wodurch ich Schwierigkeiten hatte, es an einem Stück zu lesen. Ich teile die Meinung der Autorin nur teilweise, finde aber das Buch regt zum Nachdenken über die Erziehung der eigenen Kinder an.
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