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am 16. Oktober 2015
Diese im Jahr 1972 veröffentlichte Aufnahme des Tristan scheint insgesamt eher ein Schattendasein unter den auf dem Markt erhältlichen Einspielungen dieses großen Meisterwerkes von Richard Wagner zu führen. Als erste Wahl gelten allgemein eher die Aufnahmen von Furtwängler, Böhm (1966 in Bayreuth) und Carlos Kleiber. Unter Wagnerianern erfreut sich insbesondere Karajans 1952 in Bayreuth aufgenommener Tristan mit Martha Mödl und Ramon Vinay trotz starker Schwächen bei der Klangqualität großer Beliebtheit. Diese Studioaufnahme scheint dagegen eher das Schicksal der bei Decca wieder neu aufgelegten Solti-Einspielung zu teilen, welcher ebenfalls nie der durchschlagende Erfolg der legendären Gesamtaufnahme des Rings des Nibelungen vergönnt war.

Tatsächlich ist es sehr schwer, ein Urteil zu fällen, das dieser vorliegenden Aufnahme wirklich umfassend gerecht wird. Insgesamt kann man in meinen Augen klar sagen, dass es sich um eine bedeutende und durchweg sehr gut besetzte Aufnahme mit vielen großartigen, teilweise sogar einmaligen Momenten handelt. Allerdings gibt es auch Aspekte, mit denen ich persönlich auch nach häufigem Anhören nicht ganz glücklich werde; diese lassen sich jedoch besser als Eigenarten und weniger als wirkliche Schwächen bezeichnen.
Zunächst ist Karajans Dirigat anzusprechen, das durch teilweise sehr breite Tempi geprägt ist. Das Spiel der Berliner Philharmoniker ist wie in Karajans Ring-Aufnahme durchweg vom Feinsten. Gerade der zweite Akt ist überwiegend von einer geradezu überweltlichen Klangschönheit geprägt. Die Klangqualität dieser Aufnahme ist ebenfalls sehr gut und bleibt kaum hinter modernen Digitalaufnahmen zurück. Im dritten Akt entfesselt Karajan teilweise ungeheure Klanggewalten, was durch die eher gedehnt wirkenden Tempi teilweise dazu führt, dass man sich von der schieren Gewalt des Orchesters regelrecht erschlagen fühlt. Immer wieder erhebt sich eine geradezu monströse, undurchdringliche Orchesterwand, die freilich gerade an exponierten Stellen ihre höchst beeindruckende Wirkung nicht verfehlt, einen vielmehr geradezu erschaudern lässt - man höre sich etwa die Stelle an, an welcher Isolde wieder zu dem bereits sterbenden Tristan zurückkehrt („Tristan Geliebter!....Die Leuchte verlischt…“), welche hier zu einer regelrechten klanglichen Supernova gerät - , wobei dies gerade für Hörer, die etwa die im Dirigat deutlich stimmigere Aufnahme von Carlos Kleiber im Ohr habe, zunächst irritierend oder befremdlich wirken wird.

Auch mit Jon Vickers als Tristan habe ich persönlich meine Probleme. Er singt die Partie zwar technisch herausragend, sehr störend sind jedoch teilweise die grob fehlerhaft ausgesprochenen oder falsch betonten Vokale (exemplarisch, gewiss etwas übertrieben: „Starbän wir nun ungätrännt“). Auch mit dem Klang seiner sehr schweren, rauen Stimme muss man sich erst anfreunden. Dennoch – und auch hier zeigt sich die Zwiespältigkeit dieser Aufnahme – kann gerade seine Leistung im dritten Akt nur in höchsten Tönen gelobt werden. Hier wirft er quasi alles in die Partie und singt sich buchstäblich um Leib und Seele. Dabei gelingt es ihm, die Stimme stets kontrolliert zu führen und auch bei hochemotionalem Sprechgesang nicht in Schreien oder Brüllen zu verfallen. Auch die heftigsten Ausbrüche („Verflu - cht sei furchtbarer Trank! ....“) bewältigt er mit seiner mächtigen Stimme immer noch singend. Jeder andere Tenor wäre wohl bei Karajans Dirigat hoffnungslos verloren gewesen und sogar völlig untergegangen, Vickers dagegen zieht mit und liefert eine beeindruckende Darbietung des Tristan. Vergleichbares an Leidenschaft und Intensität findet man sonst nur beim legendären Max Lorenz, der den Tristan im dritten Akt allerdings buchstäblich ohne Rücksicht auf Verluste und mit großen interpretatorischen Freiheiten sang, dabei freilich stimmlich auch mal übers Ziel hinausschoss. Dies Leistung von Vickers ist umso höher einzustufen, wenn man bedenkt, dass bei einer Studioaufnahme die Spontanität einer Darbietung vor echtem Publikum auf der Bühne eines großen Hauses kaum gegeben ist und einige Szenen teilweise mehrfach durchgespielt werden müssen. Hier ist es dann sicher besonders schwer, die Spannung aufrecht zu erhalten.

Die Isolde von Helga Dernesch, die Karajan auch schon als Brünnhilde für seine Ring-Einspielung engagiert hatte, kann als rundum gelungen bezeichnet werden. Gerade Hörer, denen Birgit Nilsson als Isolde „zu“ hochdramatisch und vielleicht zu sehr nach der Brünnhilde klingt, werden hier eine interessante Alternative finden. Auch die übrigen Rollen sind bis in die kleinen Partien hinein wie bei Karajan üblich mit Sängern der ersten Garde besetzt (Peter Schreier als Hirte, Bernd Weikl als Melot). Karajans Tristan ist somit ein großer Gewinn, teilweise allerdings Geschmackssache; die wirklich unangefochtene Spitzenaufnahme ist jedoch auch dem großen Meister unter den Dirigenten hier wohl nicht gelungen.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Juni 2011
Herbert von Karajans einziger Studio-Tristan von 1972 kann insgesamt die einheitlichste Besetzung aller Studioaufnahmen der Oper vorweisen. Trotzdem ergreift sie mich persönlich weniger als die Furtwängler-Aufnahme und reißt mich weniger mit als etwa die Böhm-Einspielung.

Das liegt nicht an Jon Vickers: Er vereint die Kraft von Lauritz Melchior mit der Sensibilität von Ludwig Suthaus, ist ein intelligenter, mitreißender Tristan. Zu keiner anderen Rolle passte seine sehr voluminöse, aber in der Höhe nicht glänzende, sondern eher rauhe, fast brüchige Stimme so perfekt wie zu dieser. Kaum ein Interpret hat die Fieberphantasien des dritten Aktes so verinnerlicht, mit so magnetischer Wirkung gestaltet. Etwas störend wirkt nur seine sehr offene und breite Aussprache der Vokale, insbesondere das "i" und "e" (Iiisoldäää). Deshalb bleibt Suthaus zwar mein persönlicher Lieblings-Tristan, trotzdem ist Vickers einer der wenigen ganz großen Darsteller dieser so extrem schwierigen Rolle.

Helga Dernesch ist eine jugendlich lyrische Isolde. Auffällig ist v. a. die stimmliche Ähnlichkeit mit der Brangäne Christa Ludwig. Beide Sängerinnen haben dunkel timbrierte, runde und weiche Stimmen, wobei Dernesch etwas rauher, härter klingt, was sicher gut zu dem erfahreneren Charakter der Isolde passt. Trotzdem habe ich mich ab und zu bei dem Wunsch ertappt, die Sängerinnen wären umgekehrt besetzt worden, auch weil Dernesch neben dem unglaublich ausdrucksvollen Vickers teilweise etwas kühl wirkt. Außerdem ist sie ihm vom Stimmvolumen her nicht wirklich gewachsen.

Die jugendlich warmherzige Brangäne von Christa Ludwig stellt für mich dagegen das Ideal dar. Obwohl die Isolde immer ihre Traumrolle war, war sie als Brangäne zwei Jahrzehnte lang unverzichtbar. Walter Berry findet Kurwenal im dritten Akt zu großer Wirkung als fürsorglicher väterlicher Freund.

Karl Ridderbusch ist ein sehr lyrischer, melancholischer, sehr milder König Marke mit wunderschöner Stimme, und auch Peter Schreier macht als junger Seemann und Hirte seine beiden Auftritte unvergesslich.

Herbert von Karajan wählt wie in allen seinen späteren Aufnahmen sehr langsame Tempi - sogar langsamer als Furtwängler. Und während ich bei letzterem das Gefühl hatte, dass er die Sänger auf den Wogen der Musik trägt, sie frei aussingen lässt, wirken Karajans Tempi eher zäh. Ich hatte beim Hören immer wieder das Gefühl, dass auch die Sänger sich damit ausgesprochen unwohl fühlen und lieber erheblich schneller singen würden.

Zudem ist - ebenfalls typisch für Karajans spätere EMI-Aufnahmen - das Orchester im Verhältnis zu den Sängern sehr weit in den Vordergrund gerückt und klingt - typisch für die EMI - sehr (zu?) samtig rund.

Zusammengefasst ist dies also eine insbesondere von den Sängerleistungen her hervorragende Aufnahme, aber wegen der zähen Tempi und des etwas mulmigen Klangs bleiben meine favorisierten Aufnahmen immer noch die unter Furtwängler und Böhm.
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TOP 1000 REZENSENTam 19. November 2012
Die Studioaufnahme stammt aus dem Jahr 1972. Sie ist technisch sauber und bietet einen guten Klang. Karajan interpretiert eindringlich und langsam - nicht immer aber m.E. öfters mal zu langsam und dabei nicht intensiver werdend, sondern leicht nervend. An mehreren Stellen wird er auch sehr dramatisch, aber es ist kein übergreifendes Konzept zu erkennen, wann das passiert. So wirkt das ganze etwas uneinheitlich. Wie auf vielen anderen Aufnahmen ist auch hier zu beklagen, dass an vielen Stellen die Sänger zu sehr vom dramatischen Orchester zugedeckt werden. Tristan und Isoldes Liebesschwüre in Akt 2 müssen sehr gegen das Orchester ankämpfen und der Liebestod ist eher im Hintergrund zu hören.

Helga Dernesch als Isolde hat eine recht tief angelegte Stimme (und ist später in der letzten Phase ihrer Karriere auch ins Mezzofach gewechselt). Das gefällt mir persönlich bei Isolde eigentlich und ich vermisse nicht die hohen, strahlenden Töne. Es fehlt ihr aber in der Tiefe Wucht, Kraft und Präsenz. Sie hat ein schönes Timbre (das sie auch ein bisschen verdiartig nicht über- aber doch betont einsetzt), wirkt aber für diese Rolle oft etwas zu wenig präsent. Ihre Interpretation ist innig angelegt. Sie versucht die Seele Isoldes auszuleuchten. Man kann das merken, aber sie kommt nicht so richtig weit. Das bleibt im ganzen ein wenig oberflächlich.

Jon Vickers als Tristan kann im Prinzip mit viel mehr Kraft aufwarten. Sich an seine Partnerin anpassend hält er sich aber in Akt 1 und 2 recht zurück und bleibt trotzdem großer Stimmschönheit und einer fundamentalen Kraft einen Tick blass. Auch seine Emotionalität in Akt 2 bleibt etwas oberflächlich. Im ganzen 'singen' Dernesch und Vickers die Töne, sie stellen sie nicht mit sängerischen Mitteln dar. In den Monologen des dritten Aktes wird Vickers expressiver, dabei auch druckvoller und singt mit sehr schönen Bögen. Kein ganz hochklassiger, aber ein überzeugender Tristan.

Christa Ludwig ist eine sehr gute Brangäne. Sie singt rund und voll, schön fließend und verbreitet im Hintergrund viel geheimnisvolle Atmosphäre. Auch ihre Wucht und Präsenz ist etwas eingschränkt, aber das ist gut, um Dernesch nicht zuzudecken.

Walter Berry als Kurwenal kann mich nicht überzeugen. Berry hatte seine größten Erfolge in Wien in Mozartopern in eher heiteren Rollen. Er hat wohl auch anderes, schwereres überzeugend gesungen, aber viele meinen, dass sein Ausflug ins Wagnerfach nicht gelungen war. Dem kann man partiell zustimmen. Er hat eigentlich eine schöne, kräftige, wandlungsfähige Stimme dafür und sicher auch die nötige sängerische Intelligenz, aber zumindest hier bricht zuviel Wiener Schmäh und rollendes 'R' durch und der Kurwenal ist hier mehr der lustige Kumpel von Tristan als sein ihn verehrender, in den Tod folgender Freund (Berry müht sich in Akt 3 redlich und macht das technisch auch ganz richtig, aber den Grundausdruck kriegt er nicht ganz raus).

Auch Karl Ridderbusch als König Marke fand ich nicht überzeugend. Er bleibt für mich eher blass und personenlos. Noch mehr trifft für ihn zu, dass er die Rolle singt, aber nicht darstellt. Seine Stimme freilich klingt kräftig und schön.

Fazit: Ein sicher ordentlicher Tristan, den man gut hören kann und der durch seine zurückhaltende Art für Einsteiger in die ja zuweilen doch etwas forderne Musik vielleicht gar nicht verkehrt ist. Wirklich empfehlen kann ich die Aufnahme aber nicht.
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