Kundenrezensionen


74 Rezensionen
5 Sterne:
 (50)
4 Sterne:
 (13)
3 Sterne:
 (5)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (2)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein "Club der toten Dichter", aber ebenso besonders!
Was für ein intensiver Film! Kraftvoll unterstützt von eindrucksvoller Musik ist er so überzeugend wie einst schon "Der Club der toten Dichter" es einst gewesen. Die ganz klar mögliche wohlwollende Mütterlichkeit in einem Manne, gepaart mit dem väterlich aufbegehrenden Drang nach individueller Freiheit macht Konrad Koch (Daniel Brühl) zu...
Veröffentlicht am 1. Februar 2012 von Mario Trutschel

versus
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Geschichtsklitterung
Einer der schönsten deutschen Filme der letzten Jahre. Herzerwärmend idealistische Aussage, tolle Bilder, drolliger Witz ohne Plattheiten, eine ganz hervorragende Besetzung, und eine sehr eingängige Inzenierung sorgen für beste Unterhaltung. Und wer es nicht besser weiß, denkt sogar, er würde trotz vieler Klischees und unrealistischer Szenen...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2012 von The Prisoner


‹ Zurück | 1 28 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein "Club der toten Dichter", aber ebenso besonders!, 1. Februar 2012
Von 
Mario Trutschel (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum (DVD)
Was für ein intensiver Film! Kraftvoll unterstützt von eindrucksvoller Musik ist er so überzeugend wie einst schon "Der Club der toten Dichter" es einst gewesen. Die ganz klar mögliche wohlwollende Mütterlichkeit in einem Manne, gepaart mit dem väterlich aufbegehrenden Drang nach individueller Freiheit macht Konrad Koch (Daniel Brühl) zu einem herausragenden Mann seiner Zeit, zu einem Lehrer und einem wirklichen Vater, einer nicht autoritären Leitfigur, denn seine Schüler gewinnt man nicht durch starrsinnigen Gehorsam, sondern durch Achtung, die auch einem Lehrer nicht kraft seines Amtes gehört, sondern durch sein Auftreten als Mensch unter Menschen, als Gleicher unter Gleichen, als Anerkennender unter Anerkannten. Dieser Film ist ein Appell an alle diese wundervollen Eigenschaften des freiheitlichen Humanismus. Absolut sehenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus dem Traum wurde Wirklichkeit..., 19. August 2011
Von 
Sebastian Janeck "sebastian2103" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum [Blu-ray] (Blu-ray)
Der junge Lehrer Konrad Koch soll in einem altehrwürdigen Gymnasium im Jahre 1874 Englisch unterrichten. Um seine Schüler für die fremde Sprache und Kultur zu begeistern, greift er zu ungewöhnlichen Lehrmethoden und bringt ihnen eine ganz neue Sportart nahe, die er in England kennen gelernt hat: Fußball. Statt Zucht, Disziplin und Gehorsam heißt es von nun an: Fairplay!

Ein Film über einen idealistischen Pädagogen, der den Kontakt zu seinen Schutzbefohlenen sucht - und findet. Das Figurenarsenal passt: Felix, ein reicher Schnösel, der in der Klasse das Sagen hat, Außenseiter Joost, drangsalierter Junge aus der Arbeiterklasse, und der ungelenke Otto, der so gar nicht turnen kann - und ausgerechnet dessen Vater (toll gespielt von Axel Prahl) macht als Sportgerätefabrikant beste Geschäfte. Fairplay und Gemeinschaftssinn will ein erwachsener, sensibel agierender Daniel Brühl seinen Schülern durch diesen neumodischen Sport, diese verpönte "Fusslümmelei", die er in Oxford lieben gelernt hat, beibringen. Damit Klassenschranken überwinden, Selbstbewusstsein, Liberalität und selbstständiges Denken fördern.

Auf eine vergangene, vermeintlich verstaubte Epoche macht Regiedebütant Sebastian Grobler Lust, entführt die Zuschauer mit dem sorgfältig ausgestatteten Historiendrama aus ihrem Alltag, erzählt von einer Zeit großer Umbrüche. Mit Einfühlungsvermögen wurden durch das Drehbuch zahlreiche Figuren mit Leben gefüllt, Klischees vermieden, humorvolle, auflockernde Sequenzen eingestreut und auch kleine Liebesgeschichten nicht vergessen.

An Originalmotiven in und um Braunschweig wurde gedreht, der exzellente Kameramann hält seine Bilder klar und hell, während das gesamte Ensemble eindeutig mit Spaß bei der Sache ist.

Das gerade erwähnte Bild sowie natürlich auch der Ton kommen auf der blu ray noch besser zur Geltung. Einfach nur top!

Auf der blu ray erhält man als Bonusmaterial u. a. einen Audiokommentar mit dem Regisseur sowie drei Jung-Darstellern, ein umfangreiches Making of, Nicht verwendeten Szenen, Outtakes sowie einer Fotogalerie.

Fazit:

Ein freundschaftlicher Kick, dem man gerne zusieht. Unbedingt zu empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Well done boys!", 30. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum (DVD)
Es dauert eine ganze Weile, bis der junge Englischlehrer Konrad Koch die Schüler der Untertertia des Martino-Katharineums in Braunschweig mit diesem Ausspruch bedenken kann. Bis dahin ist es ein weiter und schwerer Weg, aber Koch ist ein Querdenker und Pionier, der nicht so schnell aufgibt.

Wir schreiben das Jahr 1874. Deutschland ist ein Kaiserreich und setzt in der Erziehung der Kinder voll auf Disziplin und Gehorsam. Als Konrad Koch, der neue Englischlehrer an das Katharineum in Braunschweig kommt, verstehen die Schüler die Welt nicht mehr. Koch schlägt nicht, hält nichts von den traditionellen Weltbildern und scheint sogar noch freundlich zu sein. Helfen tut ihm das jedoch nicht. Schnell muss Koch erkennen, dass er Geschichtslehrer Dr. Bosch(Thomas Thieme), den Vorsitzenden des Schulrates, Richard Hartung(Justus von Dohnany), dessen Sohn Felix(Theo Trebs), Teile der Lehrerschaft, sowie Eltern und Schüler gegen sich hat. Lediglich der schrullige Pädagoge und Schulleiter Gustav Merfeld(Burghart Klaußner) bringt dem jungen Lehrer Sympathien entgegen. Koch, der jahrelang in England gelebt hat, versucht mit einem Trick, die Mauern des Unverständnis zu durchbrechen. Er holt seinen Fußball aus dem Koffer, um den Schülern das "Spiel von der Insel" nahe zu bringen. Das ändert alles. Während sich die Schüler rückhaltlos für das Spiel begeistern, erkennen Lehrkörper und Eltern, dass dieser "Affensport" nicht nur "weibisches Getrete" ist, sondern zudem den sittlichen Verfall und den Beginn einer sozialistischen Revolution in sich trägt.

So kämpft Koch gegen Windmühlen und sture "bloody Germans". Doch Konrad Koch gibt nicht so schnell auf. Da ist schließlich noch das einzige Arbeiterkind Joost(Adrian Moore), sowie eine Klasse von Fußballverrückten Schülern, die auf ihn setzen. Koch hat einen Traum: Fußball könnte mal eine ganz große Sache werden...

Was für ein wunderbarer Film! Ob es so, oder so ähnlich war...wen interessiert das schon. Diese Geschichte vom Beginn des Fußballs in Deutschland ist einzigartig gut gelungen und über jeden Zweifel erhaben. Sebastian Grobler hat es geschafft, einen Film über "den" deutschen Sport zu machen, der keine großen Spielszenen enthält und doch mehr über Fußball aussagt, als die versammelten Highlights einer ganzen Bundesligasaison. Wie die Idee des Fairplay, der Freundschaft, des Respekts vor dem Gegner und dem Nachjagen gemeinsamer Ziele Kinder verbindet, die ansonsten nur wenig miteinander gemein haben, das ist ganz großes Kino. Vor historischen Schauplätzen und mit einer Crew, die augenscheinlich in ausufernder Spielfreude bei der Arbeit war, hat Grobler einen perfekten Film auf die Rolle gebannt.

Daniel Brühl ist auf dem Weg ein ganz Großer im Deutschen Filmgeschäft zu werden; wenn er das nicht schon ist. Mit Thomas Thieme, Axel Prahl, Burghart Klaußner, Justus von Dohnany und Kathrin von Steinburg sind alle Nebenrollen glanzvoll besetzt. Wenn die Lehrer des Katharineum vor Kochs Schultafel stehen und dort die Mannschaftsausstellung plus Taktikpfeilen sehen und dann vermuten, es handele sich um die Seeschlacht von Trafalgar, dann bleibt in Groblers Produktion kein Auge trocken. Herrlich frisches, ambitioniertes Kino, dass dennoch einen Schuss "Old School" verkörpert. Wenn sie mich fragen, bleibt mir zum Schluss nur eins zu sagen: Absolut, komplett, unbedingt, ausnahmslos empfehlenswert! Unbedingt anschauen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das kickende Klassenzimmer, 6. August 2011
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum (DVD)
Gleich vorweg: "Der ganz große Traum" ist sorgfältig ausgestattetes, von allen Beteiligten sehr gut gespieltes und mit viel Herz und Humor inszeniertes, grundsympathisches Kino. Gerade der Mut, eine Geschichte hochemotional in einem leicht märchenhaften Tonfall zu erzählen, ist in Deutschland nicht unbedingt selbstverständlich. Allerdings hat der Zuschauer von Beginn an das Gefühl, dies alles irgendwie schon einmal gesehen zu haben, und dem ist auch so: Im "ganz großen Traum" stecken allseits bekannte Schulgeschichten wie Die Feuerzangenbowle (das altehrwürdige Gymnasium mit einem schrulligen Direktor) und Kästners Das fliegende Klassenzimmer (ein unkonventioneller Lehrer verhilft seinen Schülern, ihren Platz im Leben und sich selbst zu finden, im Gegenzug helfen sie auch ihm). Auch die geistige Selbstbestimmung aus Der Club der toten Dichter - Special Edition taucht wieder auf, nur dass den Katalysator nicht romantische Gedichte darstellen, sondern (für eine Untertertia, also achte Klasse auch passender) das Fußballspiel. Und in Punkto "Anfänge des Fußballs" ist die Geschichte dann originell zu nennen.
Der echte Konrad Koch war zwar kein Englischlehrer, aber er war ein Pionier, was die Einführung der Ballspiele in Deutschland betraf, weil er vor allem um ihren pädagogischen Wert wusste: Der Wegbereiter des Fußballspiels in Deutschland: Prof. Dr. Konrad Koch 1846 - 1911 Eine Biografie. Der historische Koch war erschrocken, wie wenig Zeit sich seine Schüler für Betätigung im Freien nahmen, was vor allem auch mit den immer enger und voller werdenden Städten Deutschlands im Zeitalter der Industrialisierung zu tun hatte. Er führte nicht nur Fußball in Deutschland ein, sondern experimentierte auch mit Baseball, Cricket und entwickelte den Vorläufer des Handballs.
Der "ganz große Traum" will nun keine Geschichtsstunde liefern, sondern erzählt relativ frei, basierend auf der historischen Geburtsstunde des Fußballs in Deutschland, eine Geschichte von Emanzipation, freiem Denken und Spielen und vor allem von Fairplay und Teamgeist. Die Figur des Konrad Koch symbolisiert dabei ein anderes Deutschland: Er ist ein Mensch, welcher fern von Disziplin und "bloody german Gehorsam" Mut und Eigenverantwortung in Verbindung mit Respekt vor jedem Menschen in seinen Schülern grundlegen will. Für diese positive Botschaft werden auch die ganz großen Gefühle nicht gescheut und ebenso wird mit Karikaturen (der verknöcherte Pauker Bosch und der dumpfe Großindustrielle Hartung) und bei den Schülern mit Typen (der verkannte Proletarier, der unterschätzte Kaufmannssohn, der eigentlich nette Streber) gearbeitet. Durch die sympathische Zeichnung aller Figuren und die schnörkellose Inszenierung bleibt dies alles bis zum Schluss spannend und höchst unterhaltsam anzuschauen. Sehenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Man fühlt sich an Mighty Ducks und Der Club der toten Dichter erinnert, 29. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum (DVD)
Während der Film noch lief, fühlte ich mich einerseits an Filme wie Mighty Ducks oder Der Club der toten Dichter erinnert, viele Elemente aus diesen Top-Filmen fanden sich hier in Der ganz grosse Traum wieder. Oft ost es dann so, dass es den Filmen nicht gelingt, an diese Filme anzuknüpfen, was diesem Film mit Daniel Brühl locker gelingt. Ich empfand den Film außerdem als wirklich wichtig, denn wer weiß überhaupt, wie der Fußball nach Deutschland gekommen ist? Der Film unterhält also nicht nur, sondern bringt Dir auch noch etwas Geschichte bei. Man merkt außerdem, dass viel Wert auf die kleinen Details gelegt wurde, das kommt im Film jedenfalls so bei mir an.

Die Schauspieler sind durchgehend gut besetzt, in einer Nebenrolle beispielsweise Axel Prahl. Wo ich etwas Bedenken hatte, war Daniel Brühl, den kennt man sonst aus Filmen so er den netten jungen Mann spielt, sagen wir, wie es ist, ein Milchgesicht eben, ohne dass ich das böse meine. Ich hatte zu Anfang gedacht, dass der Herr Brühl in der Rolle wohl fehlbesetzt sein wird, aber weit gefehlt. Ich wurde da eines Besseren belehrt, denn Daniel Brühl spielt hier eine grandiose Rolle und passt absolut zu diesem Film.

Wenn Du also Interesse an der Geschichte hast und gerne Fußball schaust, dann empfehle ich dir die DVD. Übrigens sind die Extras auch genial, ein über 30 minütiges MakingOf, Interviews mit den Darstellern, Deletet Scene und, und, und '
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aller Anfang ist schwer, 13. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum (DVD)
"Der ganz große Traum" lief gerade im TV. Ich habe ihn durch Zufall eingeschaltet und bin einfach hängengeblieben,
weil er mich so fasziniert hat.
Ich glaube nicht das viele Leute wissen, wie und wann das alles mit dem Volkssport Fußball begann. Der Film gibt darüber
einen tollen Einblick, auch mit welchen Hürden der Lehrer Herr Koch (er hat das Spiel aus England mitgebracht) im Jahr 1874
zu kämpfen hatte. Man erhält durch den Film wunderbare Informationen und dabei ist er auch noch super unterhaltsam und das
für die ganze Familie. Man muss kein Fußballfanatiker sein, um den Film zu verstehen. Hier geht es nur um das Spiel selber
und nicht um Regeln oder sonst was.
Zudem erhält der Zuschauer auch einen interessanten Einblick in das damalige deutsche Leben und in die doch sehr unterschiedlichen
Lebensweisen. Auch in Deutschland gab es im Jahr 1874 krasse Gegensätze zwischen arm, reich und privilegiert.

Fazit: Ein klasse deutsche Produktion mit einem herausragenden Daniel Brühl. Ein sehenswerter Film, den ich mir gern noch einmal anschauen werde.

*****
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebevolle Ausstattung und eine humorvoll-spannende Fußballgeschichte, 10. Juni 2012
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum (DVD)
Ein kleines Stück deutscher Fußballgeschichte wurde hier mit Daniel Brühl als engagierter Lehrer Konrad Koch mit viel Aufwand und Liebe zum Detail und mit der nötigen künstlerischen Freiheit verfilmt.

1874 soll in Deutschland erstmals ein Fußball von den aufgeweckten Knaben des Braunschweiger Gymnasiums über den Rasen gerollt und getreten worden sein. Die Leidenschaft für das Spiel, mit dem der Englischlehrer Koch seinen Schülern den Begriff "fair play" praktisch erläutern wollte, stößt jedoch bei den übrigen Pädagogen und Erziehungsberechtigten auf Empörung und Misstrauen. Ist diese englische Barbarei nicht ein Angriff auf die treu gepflegten deutschen Tugenden wie Disziplin und Ordnung?

Humorvoll und mit jugendlicher Frische wird die Geschichte des humanitären Erziehungsexperiments an einer konservativen Bildungseinrichtung gezeigt. Dabei neigt die Darstellung ein wenig zur Übertreibung und die gezeigten Einzelschicksale der Schüler neigen etwas zum Kitsch. Aufgefangen werden derartige Kleinigkeiten jedoch von den Darstellungen der engagierten jungen Schauspieler, die hervorragend von Daniel Brühl als Junglehrer unterstützt werden. Die Eigendynamik, die sich aus der praktischen Englischstunde entwickelt, wird mit kleineren und größeren Gesten dargestellt. Die starren Pädagogen stehen der scheinbar plötzlich auftretenden Aufmüpfigkeit ihrer sonst so homogenen Schulerschar zunächst fassungslos gegenüber. Anstatt die Entwicklung ihrer Zöglinge selbstkritisch zu hinterfragen, versuchen sie durch Verbote zum Altbewährten zurück zu kehren. Manche Veränderungen kann man indes nicht aufhalten und schon gar nicht die Leidenschaft des Fußballspieles...

Einander gegenübergestellt werden die Turnerei, welche fast militärisch anmutet und damals wohl ein wichtiger Teil des Schulalltags war, und das Fußballspiel, die als Sportart eine absolute Neuigkeit darstellte. Es lohnt sich dabei die Geschichte der Schrickers im Film zu beachten. Schricker sen. (Axel Prahl) Ist ein gutsituierter Geschäftsmann, der bei einer Vorstellung des Recks ein etwas peinlichen Auftritt hinlegt, wobei er darauf hinweist, dass er im Gegensatz zu seinem etwas pummeligen und unsportlichen Sohnes in jungen Jahren ein guter Turner gewesen sei. Schricker jun. Gelingt es jedoch beim Fußballspiel seine eigene Position bereits recht früh als Torwart zu festigen und er gewinnt an Selbstvertrauen. So verwirklicht er im väterlichen Betrieb seine Idee, eigens Fußbälle herzustellen, die sicherlich bald sehr gefragt sein werden

Als Extra ist das "Making of" sehr empfehlenswert, welches einen interessanten und humorvollen Eindruck hinterlässt. Der Film ist vorwiegend an Originalschauplätzen in Braunschweig gedreht wurden, die sorgfältig auf das 19. Jahrhundert getrimmt wurde. Hier wird Daniel Brühl von zwei Touristinnen angesprochen, welche sich für die Filmtechnik interessieren und nach dem Ansprechpartner fragen. Etwas irritiert muss der doch sehr bekannte Schauspieler feststellen, dass die Damen kein besonderes Interesse an ihm selbst haben, geschweige denn um ein Autogramm bitten. Doch Herr Brühl nimmt es mit Humor. Auch die heranwachsenden Schauspieler sind nicht schüchtern und geben Auskunft über ihre Arbeit und erklären, wie sie betreut werden, wie sie in ihre Rolle finden und welcher Stunt dann doch zu gewagt sein kann. Die erwachsenen Darsteller dagegen fragen sich angespannt, wie sie es verhindern können, ungewollt zu einer Parodie einer Wilhelm-Busch-Zeichnung zu neigen.
Fazit: Dieser Film ist garantiert keine langatmige Geschichtsstunde. Hier darf herzlich gelacht werden und natürlich fiebert man mit den Jungs mit, die ihre Leidenschaft für das Fußballspielen entdeckt haben!

Eine Frage bleibt indes: Warum scheint es fast unvermeidlich, in einem Film mit Daniel Brühl dessen nackten Hintern zu zeigen? Obwohl seltsam kurios, ist dieser Anblick jedoch auch dieses Mal wieder sehenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Wunder von Bern trifft auf die Feuerzangenbowle, 12. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum [Blu-ray] (Blu-ray)
Wieder einmal hat man mit diesem Film beweisen, dass man in Deutschland ausgezeichnete Filme machen. Voraussetzung dafür ist meiner Meinung nach, dass man dazu auch deutsche Geschichten nimmt. Die Geschichte von Fußballpionier Konrad Koch ist eben eine dieser Geschichten.

Wir schreiben dass Jahr 1874 und in einer Braunschweiger Schule wird Konrad Koch als neuer Lehrer vorgestellt. Koch hat in England studiert und passt eigentlich nicht wirklich ins reaktionäre deutsche Kaisereich. Eigentlich soll Koch in Braunschweig Englisch unterrichten, aber seine Schüler zeigen dafür nicht wirklich große Begeisterung. Diese Tatsache alleine ist ja schon ein Paukenschlag für ein Land das gerade im Aufschwung steckt.
Durch die fehlende Begeisterung für die englische Sprache unterrichtet Koch nun auch ein Spiel das sich Fußball nennt. Die Kinder sind fast ausnahmslos begeistert vom Spiel und haben richtig Spaß. Bei den Verantwortlichen stößt dieses komische Spiel aber auf sehr viel Missverständnis. Nun gehen die Probleme erst richtig los, aber mehr wird nun auch nicht verraten.

Der Film von Sebastian Grobler erzählt die Geschichte von Fußballkolonialisierung frech und charmant. Dabei wird er von einem sehr gut aufgelegten Schauspielerensemble unterstützt.
Für mich ist der Film eine Mischung aus den beiden in meiner Überschrift genannten Filmen. Ich und auch meine beiden fußballverrückten Jungs sind begeistert von diesem Film.

Der Film bekommt von mir ganz klar die volle Punktzahl. Sehr unterhaltsame Geschichtsstunde für die ganze Familie und auch für Fußballhasser. Das Bild ist sehr gut, aber man ein wenig mehr Schärfe hätte vielleicht nicht geschadet. Das Jahr 1874 wurde hier aber exzellent und sehr detailreich umgesetzt. Der Ton ist gut, aber hier fehlen mir die technischen Voraussetzungen. Das Bonusmaterial kann man als solide bezeichnen. Es gibt einen Audiokommentar des Regisseurs und von drei der Kinder. Dazu kommen Outtakes, geschnittene Szenen, eine Bildergalerie und ein MAKING OF. Alles in alles ordentlich, aber ich hätte mir die ein oder andere Doku über Konrad Koch gewünscht. Die BLU RAY verfügt übrigens über ein Wendecover.

Trotz kleinerer Kritikpunkte bei der BLU RAY bekommt dieser Film von mir die volle Punktzahl. Tolles Familienkino mit großartigen Darstellern. Der Film ist auch nicht nur für Fußballfans ein Volltreffer.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Film dauert 90 Minuten und am Ende gewinnt der Zuschauer, 23. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum (DVD)
Der ganz große Traum - ein Film wie man so schön sagt, für die ganze Familie.
Ich muss sagen, mir hat der Film wirklich sehr sehr gut gefallen. Ob dies wirklich so oder nur irgendwie im Ansatz passiert ist, wird zur absoluten Nebensache. Man fiebert mit dem couragierten Lehrer Koch und seiner Klasse bis zur letzten Minute mit, dass sie die militärischen Herren der Schöpfung doch noch vom Wert des Fußballsports überzeugen können. Für mich persönlich stand aber doch eher im Mittelpunkt, was man zu Beginn noch als Einzelner und schließlich im Team erreichen kann, wenn man denn nur will. Man stelle sich nur vor, was unsere Nation ohne das Wunder von Bern wäre, ohne den Fußball generell.
Dieser Film hat mich in jeder Minute gut unterhalten, wir haben viel gelacht, wir haben mitgefiebert, wir haben uns köstlich amüsiert.
Genau das erwarte ich von einem Film. Da kann auch der ein oder andere Satz eines Schauspielers etwas steif vorgetragen werden. Über sowas sehe ich in diesem Fall mit großem Vergnügen hinweg.
Das Happy End gerät zwar zum SUPER HAPPY END, aber was soll's ;-)

Der ganz große Traum, ein Film mit viel Herz und Esprit, den es sich zu anschauen lohnt. Viel Spaß dabei!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Geschichtsklitterung, 31. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum (DVD)
Einer der schönsten deutschen Filme der letzten Jahre. Herzerwärmend idealistische Aussage, tolle Bilder, drolliger Witz ohne Plattheiten, eine ganz hervorragende Besetzung, und eine sehr eingängige Inzenierung sorgen für beste Unterhaltung. Und wer es nicht besser weiß, denkt sogar, er würde trotz vieler Klischees und unrealistischer Szenen etwas dabei lernen. Vier Sterne. Man muß ja nicht immer alles so genau nehmen...
Aber es stinkt mir, wenn so ein bedeutender Mann wie Konrad Koch, der die deutsche Sportkultur und damit die ganze Gesellschaft und Alltagskultur im Grunde mehr verändert hat, als alle Dichter und Philosophen, völlig falsch dargestellt wird. Unter anderem auch, damit die Botschaft ins ewiggleiche Muster historischer Selbstdemütigung passt: Deutsche waren ja schon immer engstirnig und Kriegstreiber, die Engländer dagegen locker und cool. Also kann das fortschrittliche Denken Kochs ja nicht hier entstanden sein, sondern er muß es in England gelernt haben. Das ist historisch etwa so korrekt, als würde man in einem Film über Michael Schuhmacher behaupten, er habe seine Begeisterung für den Rennsport als Taxifahrer in Paris entdeckt.
Freiheiten sind erlaubt, wenn es der Zugänglichkeit und Unterhaltung dient. Freiheiten sollten aber nicht dazu führen, daß gutgläubige Zuschauer aufgrund der hohen Filmqualität so einen Stuß glauben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 28 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der ganz große Traum
Der ganz große Traum von Daniel Brühl (DVD - 2011)
EUR 6,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen