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94 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung und (!) Lesegenuss für Liebhaber nordländischer Kriminalkommissar-Melancholie.
Das Umschlagklappen-Zitat von Anne Holt kann ich guten Gewissens unterzeichnen. In Sachen Skandinavien-Krimis dieser Krimi ein ab-so-lutes (!) Highlight. Trüb- bis tiefsinnig skandinavische Melancholie prägt die Handlung. Ein Hauptkommissar, der alles andere als "einfach gestrickt" und dennoch sympathisch wie kaum ein anderer ist. Ein Mörder, der bereits...
Veröffentlicht am 26. September 2008 von Apicula

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die ersten 5 waren besser ...
Der Autor gehört aktuell zu meinen Favoriten. "Der Erlöser" ist nun das erste der Reihe, das einige Längen hat. Zudem wirkte die Geschichte zu sehr konstruiert. Hoffe die nächsten sind wieder besser.
Vor 17 Monaten von Juri veröffentlicht


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94 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung und (!) Lesegenuss für Liebhaber nordländischer Kriminalkommissar-Melancholie., 26. September 2008
Von 
Apicula "Biene" (Apiculis) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (#1 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Das Umschlagklappen-Zitat von Anne Holt kann ich guten Gewissens unterzeichnen. In Sachen Skandinavien-Krimis dieser Krimi ein ab-so-lutes (!) Highlight. Trüb- bis tiefsinnig skandinavische Melancholie prägt die Handlung. Ein Hauptkommissar, der alles andere als "einfach gestrickt" und dennoch sympathisch wie kaum ein anderer ist. Ein Mörder, der bereits entlarvt, dennoch kaum zu fassen ist um nicht zu sagen (spoilern!): Ein Unsichtbarer. Schließlich noch die Opfer, die als Figuren in einem undurchsichtigen Spiel langsam Konturen gewinnen, jedoch ebenso schnell "erlöst" werden. Sie alle haben etwas mit der Heilsarmee, oder deren Realitäten (Immobilien und Finanzen) zu tun.

Aber es ist besser Sie wissen vorher so wenig wie möglich über den Verlauf der Handlung. "Der Erlöser" ist nun wirklich kein Krimi, bei dem man anfangs auch nur irgendetwas ahnt, noch vorhersehen kann.

Nicht zuletzt eine etwas ausführliche Bemerkung zum "Leseerlebnis". Dieser Autor, also Joe Nesboe, besitzt das seltene Talent den Leser so tief in die Geschichte hineinzuziehen, dass man - mitten im Sommer! - beinahe anfängt zu frösteln. So eindrücklich schildert er die Kälte, die zur Zeit der Handlung von "Der Erlöser" in Oslo das Geschehen prägt. Genauso eindrücklich erinnere ich mich noch - nach weit mehr als einem Jahr - an den Vorgänger-Roman "Das fünfte Zeichen". Damals spielte die Handlung im Sommer - und die Bilder sich bei mir eingebrannt haben, zeigen mir noch immer eine Szene, die sich auf einer heißen Dachterrasse abspielt.

In "Der Erlöser" herrscht jedenfalls eisige Kälte vor. Nicht nur in der Stadt! Auch zwischen Harry Holes neuem Chef und ihm herrscht eine Art Eiszeit. Dabei hat Harry seine Trennung von Rakel (die man nun getrost als "Ex" bezeichnen darf) beinahe schon verarbeitet. Alkohol spielt zwar auch noch eine Rolle in seinem Leben, aber meist nur, wenn er bei den AA's über seine Vergangenheit redet. Oder wenn er mit seinem Ex-Chef, dem sympathischen Bjarne Moeller zu tun hat.

(Achtung! Die Handlung knüpft einige Monate nach den Geschehnissen von "Das fünfte Zeichen" an. Es ist aber nicht zwingend notwendig diesen Vorgänger-Roman zu kennen. Nur wenn Sie "Den Erlöser" gelesen haben, ist die Spannung für "Das Fünfte Zeichen" vermutlich futsch.)

Joe Nesboe erschuf wieder einmal einen Norwegischen Kriminalroman von Gottes Gnaden, der genau diese Bezeichnung verdient. Es handelt sich tatsächlich um einen Krimi UND um einen Roman. Spannender Lesegenuss für Fans der norwegischen oder schwedischen Kriminalkommissar-Berufs-Melancholiker.

Die aktuell (November 2014) komplette Harry Hole-Serie erschien in der folgenden Reihenfolge:
Der Fledermausmann
Kakerlaken
Rotkehlchen
Die Fährte
Das fünfte Zeichen
Der Erlöser
Schneemann
Der Leopard
Die Larve (2011)
Koma (2013)

.
PS. Wenn Ihnen Meine Bewertung(/Rezension) gefallen hat, oder bei der Entscheidung geholfen hat, würde ich mich über eine Bewertung sehr freuen.
Nur auf diese Art kann der Rezensent erfahren, ob die Mühe sich gelohnt hat. (Dankeschön ;-)
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bring sie ins Loch, Dirty Harry ..., 3. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Man laeuft Gefahr, sich bei der Rezension eines Nesbo Krimis zu wiederholen. Ich moechte im vorliegenden Fall auch gar nicht explizit auf den Inhalt eingehen, denn das ist schon (zu) ausfuehrlich an anderen Stellen geschehen. Deshalb nur so viel, um den Appetit anzuregen: Intelligent sind die Romane von Nesbo. Und spannend. Und ungewoehnlich. Ohne Ausnahme. Und dennoch frage ich mich jedes Mal, wenn ich einen Nesbo ausgelesen habe: Lohnt es sich, den naechsten auch zu lesen. Ja, verdammt, es lohnt sich. Denn es gibt immer wieder neue Formen der Spannung, andere Aspekte des Verbrechens, zuvor nicht wahrgenommene Facetten der Persoenlichkeiten, anders ausgerichtete Betrachtungsweisen des Verbrechens, die Nesbo dem Leser von Fall zu Fall offeriert. Keiner seiner Romane ist wie der andere, jeder scheint den Leser aufs neue in seinen Bann zu ziehen und man moechte keinen der bisher erschienenen Faelle missen. Denn neben dem Verbrechen/den Verbrechen, um deren Aufklaerung willen wir uns durch die Seiten hecheln, sind es die hervorragend gezeichneten und teilweise abgrundtief empfundenen Charakere mit all ihren menschlichen Staerken und Schwaechen, die einen Nesbo ausmachen. Das die Handlungen nicht gradlinig verlaufen und uns alle Aufmerksamkeit abverlangen, wenn sie sich wieder einmal zur Erhoehung der Spannung verzweigen, ist typisch fuer Nesbo. Gradlinig ist hier gar nichts. Auch nicht bei den "Guten", den Gesetzeshuetern, bei denen es keine Zweifel daran gibt, dass es sich um Menschen mit Ecken und Kanten handelt, die genauso wie du und ich versuchen, dem taeglichen "Wahnsinn" zu trotzen. Neben den klassischen Elementen des Krimis mengt Nesbo seinen Geschichten Informationen unter, die zusaetzlich fuer Bereicherung sorgen. Im vorliegenden Fall ist es die Heilsarmee, deren Auslaeufer wir in Deutschland zwar kennen, deren tatsaechliche Strukturen uns jedoch erst nach dem vorliegenden Fall ein Stueck naeher gebracht wurden. Und im Nachspann unbedingt noch zu erwaehnen: die geniale Uebersetzunsarbeit von Guenther Frauenlob, der aus einem daenischen Kriminalroman einen deutschen Lesegenuss macht. Also: Kaufen und verschlingen.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter Schatten, 14. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Selten entgehen Serienhelden einer gewissen Langeweile, weil sie sich Fall für Fall durchs Leben kämpfen und einem zu vertraut werden. Jo Nesbos Harry Hole gehört nicht dazu. Dass verdankt er einem Autor, der ihn nicht nur mit einem schillernden Charakter ausgestattet hat, der sich vielmehr darauf versteht, die Verbrechen so geschickt zu verschlüsseln, dass sie, selbst wenn es an die Aufdeckung geht, überraschende Haken schlagen. Niemand kann ein Ende wie hier so überzeugend vertreten wie Nesbos Harry Hole. Dass er nicht nur vom Alkohol gezeichnet ist, sich Anweisungen seiner Vorgesetzten durch stoisches Überhören zu widersetzen weiß, kennt man aus früheren Romanen. In Der Erlöser verliebt er sich beinah wieder, widersteht der Versuchung jedoch im letzten Moment, weil er einen Schatten zu spüren glaubt. Die persönliche Tragödie geschieht nebenher. Harry Hole schwimmt die ganze Zeit gegen den eigenen Strom an. Er weiß, wenn er sich nicht mehr bewegt, wird er untergehen. Das dunkle Geheimnis einer Vergewaltigung, die am Anfang beschrieben wird, wächst zum bleiernen Gefühl der Erniedrigung an, mit dem sich die Opfer durchs Leben schleppen. Nesbo braucht die Tat nicht auszustellen, um Gewalt an sich zu stilisieren. Er beschreibt sie als ein Verbrechen, von dem man nicht erlöst wird. Dass er die Handlung ausgerechnet ins Milieu der Heilsarmee verlegt, verschafft ihr zusätzliche Brisanz. Unter den scheinbar Gutmütigen toben sich die Abgründe ebenso aus, wie in der normalen Welt. Auch hier geht es um Einfluss, Macht, lässt man sich bestechen. Mit Der Erlöser wirft Jo Nesbo wiederum einen scharfen Blick auf seine Welt. Seine Antwort ist nicht unbedingt konsensfähig, bei weitem nicht Besserwisserisch. Sein Harry Hole ist zu schwach, um sich zum Helden aufzuschwingen. Er lebt von Tag zu Tag. Wie wir mit Nesbo von Fall zu Fall.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harry Hole's sechster Fall - Spannende Unterhaltung, 27. August 2007
Von 
G. Bogner (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Als der junge Heilsarmee Offizier Robert Karlsen aus offener Straße erschossen wird, wird bald klar dass es sich hier um die Tat eines Profis handelte. Durch einen Zufall findet der Killer heraus, dass er das falsche Opfer erschossen hat und ist fortan wild entschlossen seinen Auftrag doch noch auszuführen. Harry hat nicht nur mit dem Führungsstil eines neuen Vorgesetzten zu kämpfen, sondern auch mit dem Ende seiner Beziehung zu Rakel. Da ist es schon sehr erfreulich als er bei den Ermittlungen einer jungen Frau aus der Heilsarmee näher kommt. Leider wird dann sein Partner Halvorsen schwer verletzt und Harry erleidet bei Nachforschungen in Kroatien wieder mal einen Rückfall in die Alkoholsucht. Dennoch schafft er es am Ende die wahren Hintergründe der Tat aufzudecken.

Sehr spannend und wie immer flüssig geschrieben, verfolgt man Harry gerne dabei wie er seine Arbeit macht. Eine interessante, hintergründige Story die bis zuletzt fesselt und am Ende noch ein Überraschungsmoment bietet.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender Lesegenuss für Fans der norwegisch oder schwedischen Kriminalkommissar-Berufs-Melancholiker!, 10. September 2007
Von 
Apicula "Biene" (Apiculis) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (#1 REZENSENT)   
Das Zitat von Anne Holt kann ich guten Gewissens unterzeichnen. In Sachen Skandinavien-Krimis ist der "neue Nesboe" ein _ab-so-lutes_ Highlight. Trüb- bis tiefsinnig skandinavische Melancholie prägt die Handlung. Ein Hauptkommissar, der alles andere als "einfach gestrickt", und trotzdem sympathisch wie kaum ein anderer ist. Ein Mörder, der bereits entlarvt, dennoch kaum zu fassen ist um nicht zu sagen (spoilern!): Ein Unsichtbarer. Schließlich noch die "Opfer", die als Figuren in einem undurchsichtigen Spiel langsam Konturen gewinnen, aber ebenso schnell "erlöst" werden. Sie alle haben etwas mit der Heilsarmee, oder deren Realitäten (Immobilien und Finanzen) zu tun. -

Aber es ist besser Sie wissen vorher so wenig wie möglich über den Verlauf der Handlung. "Der Erlöser" ist nun wirklich kein Krimi, wo man anfangs auch nur irgendetwas ahnt, noch vorhersehen kann.

Nicht zuletzt eine etwas ausführliche Bemerkung zum "Leseerlebnis". Dieser Autor, also Joe Nesboe, besitzt das seltene Talent den Leser so tief in die Geschichte hineinzuziehen, dass man - mitten im Sommer! - beinahe anfängt zu frösteln. So eindrücklich schildert er die Kälte, die zur Zeit der Handlung von "Der Erlöser" in Oslo das Geschehen prägt. Genauso eindrücklich erinnere ich mich noch - nach weit mehr als einem Jahr - an den Vorgänger-Roman "Das Fünfte Zeichen". Damals spielte die Handlung im Sommer - und die Bilder sich bei mir eingebrannt haben, zeigen mir noch immer eine Szene, die sich auf einer heißen Dachterrasse abspielt. - - - In "Der Erlöser" herrscht eine eisige Kälte vor. Nicht nur in der Stadt, weil tiefster Winter! Auch zwischen Harry Holes neuem Chef und ihm herrscht eine Art Eiszeit. Dabei hat Harry seine Trennung von Rakel (die man nun getrost als "Ex" bezeichnen darf) beinahe schon verarbeitet. Alkohol spielt zwar auch noch eine Rolle in seinem Leben, aber meist nur, wenn er bei den AA's über seine Vergangenheit redet. Oder wenn er mit seinem Ex-Chef, dem sympathischen Bjarne Moeller zu tun hat.

(Achtung! Die Handlung knüpft einige Monate nach den Geschehnissen von "Das Fünfte Zeichen" an. Es ist aber nicht zwingend notwendig diesen Vorgänger-Roman zu kennen. Nur wenn Sie "Den Erlöser" gelesen haben, ist die Spannung für "Das Fünfte Zeichen" vermutlich futsch.)

Joe Nesboe erschuf wieder einmal einen Norwegischen Kriminalroman von Gottes Gnaden, der genau diese Bezeichnung verdient. Es handelt sich tatsächlich um einen Krimi UND um einen Roman. Spannender Lesegenuss für Fans der norwegisch oder schwedischen Kriminalkommissar-Berufs-Melancholiker!
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Allerfeinsten, 8. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Okay, ich lese nicht allzu viele Thriller. Die von Simon Beckett haben mir ganz gut gefallen. Von Joe Nesboe war ich bislang eher enttäuscht. Einen der Vorgängerromane, die den Schwerstalkoholismus in Südostasien thematisiert haben, konnte ich nur die ersten 30 Seiten durchhalten.

Aber: "Der Erlöser" ist eine Klasse für sich. Nüchtern. Intelligent. Ein Plot, der sich zu lesen lohnt. Und dann dieser Spannungsaufbau: Je mehr man liest, desto mehr wird man hineingesogen. Spätestens nach der Hälfte wird das Lesen jeder Seite zum schmerzhaften Empfinden, dass man dieses Buch irgendwann durchhaben wird.

Genießt jede Seite! Wegen der geschilderten klimatischen Bedingungen am besten in der kalten Jahreshälfte. Zur Not könnt Ihr alle anderen Thriller verheizen. Denn das ist der beste aller Zeiten! (meines Erachtens)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trotz leichter Schwächen ein guter KrimiRoman ..., 11. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Hauptkommissar Harry Hole hat gut zu tun. Im Oslo der Vorweihnachtszeit wird Robert Karlsen, ein hochrangiges Mitglied der Heilsarmee, erschossen. Schnell wird klar, dass es einen Zusammenhang zwischen der Heilsarmee, Robert Karlsens Biografie und einem kroatischen Berufskiller gibt. Dieser Killer trägt den Spitznamen "Der Erlöser". Warum Kroatien? Warum Jon Karlsen? Und wie setzt man die Puzzleteile wieder zusammen?

Harry Hole gräbt in den wirtschaftlichen und persönlichen Tiefen der Heilsarmee, plagt sich mit seiner eigenen Geschichte herum und jagt den Erlöser. Denn der hat herausgefunden, dass sein Auftrag noch nicht erledigt ist. Seiner Mittel beraubt, wird seine Jagd immer skrupelloser und fordert weitere Opfer.

In einer klaren und verständlichen Sprache schildert Nesbø die Ermittlungen im Mordfall Karlsen. Es macht Spaß, Harry auf seinem Weg zu folgen und in Teilen auch mit ihm zu leiden. Wie seine Alkoholabhängigkeit beschrieben wird, liest sich schon großartig. Ob man Harry daraufhin mag oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Ganz nebenbei lernt man die Stadt Oslo kennen. Mit seinen schönen und seinen schattigen Seiten, seinen Drogenumschlagplätzen und seiner Umgebung.

Zu Beginn fiel es mir schwer, die handelnden Personen auseinander zu halten. Insbesondere, wenn die Rede auf die Heilsarmee kam. Aber im Laufe des Romans legte sich meine Verwirrung. Die Charaktere sind liebevoll herausgearbeitet, wenn auch im Einzelfall etwas klischeehaft. Die Person Harry Holes jedoch ist für mich herausragend. Und wahrscheinlich für mich auch ein Grund, die Serie weiterzulesen.

Leichte Logikfehler in der Handlung sind mir aufgefallen. Der Weg zur Lösung kam mir zu kompliziert, zu konstruiert und mit Zufällen gepflastert daher. Das Finale jedoch ist spannend und überraschend.
Die mehrfachen Hinweise auf "Das fünfte Zeichen" hätte sich Nesbø sparen können. Diesen Roman werde ich nun nicht mehr lesen. Aber es gibt ja Nachfolgebände.

Trotzdem ist das Buch lesenswert. Es ist ungewöhnlich und eine Mischung zwischen Krimi und Roman. Die tollen Charaktere machen die Faszination der Harry-Hole-Reihe aus. Von mir gibt es knappe vier Sterne dafür.

Jo Nesbø, 1960 in Oslo geboren, arbeitete nach einem Studium zum Diplom-Kaufmann und Finanzanalysten zunächst als Börsenmakler und Journalist. Seine weiteren Passionen sind das Fußballspielen und das Musikmachen. In beiden Disziplinen hat er es zu einigem Erfolg gebracht. Mehr dazu finden Sie auf seiner sehr informativen, offiziellen Webseite.
Seit Mitte der 90er Jahre schreibt Nesbø Romane, die schnell erfolgreich wurden. Auch Kinderbücher stammen inzwischen aus seiner Feder. Sein "Rotkehlchen" (2000) wurde vom Publikum gar zum besten norwegischen Krimi aller Zeiten gewählt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oslo im Winter und Norwegischer Kommissar zum Liebgewinnen, 9. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Oslo im Dezember - So wie man sich den Winter dort halt vorstellt: Alles ist zugefroren, und staendig ist es duester, die Einwohner in dicke Kleidung vermummt und in Vorweihnachts-/Einkaufseile. Dann geschieht ein Mord an einem Angestellten der norwegischen Heilsarmee, der den Leser durchweg neue Vermutungen ueber den Taeter anstellen laesst. Viel geht es auch um die christliche Ideologie der Heilsarmee (vor allem Barmherzigkeit gegenueber der Menschheit und Keuschheit vor der Ehe), und langsam wird deutlich, dass der Schein truegt.

Immer dichter zieht sich das Netz um einen kroatischen Auftragsmoerder (zu "Besuch" in Norwegen) zusammen, von dessen Vergangenheit man u.a. ueber die serbische Invasion in seinem Dorf und seine damit traumatische Kindheit erfaehrt, eine kleine, interessante Nebenstory.

Im Mittelpunkt steht Jo Nesbo's Serienheld Kommissar Harry Hole: dies ist sein 6. Fall (fuer mich war's sein erster und garantiert nicht letzter). Als (Fast-)Ex-Alkoholiker, Einzelgaenger und brillianter Ermittler bedient er so ziemlich jedes Klischee des skandinavischen Kommissars, und ist doch so erfrischend anders und symphatisch. Er vergeht gluecklicherweise nie im Selbstmitleid und hat einen supertrockenen Humor und ein gutes, grosses Herz. Wie er seinen neuen, uebertriebenermassen autoritaeren Vorgesetzten bis aufs Aeusserste reizt ist so witzig und einfallsreich, dass man als Leser mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht dasitzt.

Was das Buch einzigartig macht ist der tolle Schreibstil von Jo Nesbo. Da ist kein einziger Satz, keine einzige Seite ueberfluessig. Da sind die stimmungsvolle Beschreibung der Winterlandschaft und die einfuehlsame Zeichnung der Charaktere und deren Entwicklung. Der Plot ist gut nachvollziehbar und logisch, die Geschichte spannend.

Bleibt mir als Quereinsteiger nur noch die Frage was kommt als naechstes? Lese ich zuerst den Folgeroman "Schneemann" oder lieber erst die Vorgaengerromane? Tja, das ist so eine Sache bei den Serienkrimis, wenn man nicht mit dem Debutroman anfaengt...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harry Hole und der Auftragsmörder, 28. Juni 2009
Von 
Ewald Judt (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Mit "Der Erlöser" (Ullstein 26968- Frelseren", 2005) von Jo Nesbo liegt nunmehr der sechste und bisher beste Band der Kriminalromane mit Kommissar Harry Hole vor. Davor gab es die fünf durchwegs immer erfolgreicheren Romane: Der Fledermausmann" (Ullstein 25364 - "Flaggermusmannen", 1997), "Kakerlaken" (Ullstein 26646 - "Kakerlakkene", 1998), "Rotkehlchen" (Ullstein 25885 - "Rodstrupe", 2000), "Die Fährte" (Ullstein 25958 "Sorgenfri", 2002) und "Das fünfte Zeichen" (Claassen 2006 - "Marekors", 2004). Diesmal ermittelt Hauptkommissar Harry Hole, überraschenderweise dem Alkohol weitgehend abgeneigt, vor Weihnachten in den Reihen der Heilsarmee. Eines deren Mitglieder, ein junger Mann, Robert Karlsen, wird auf einem Platz während eines öffentlichen Konzerts erschossen. Für den kroatischen Auftragskiller - traumatisiert durch die Gräueltaten bei der Belagerung und Erorberung von Vukovar durch die Serben - sollte es sein letzter Mord sein. Mit Erschrecken stellt er fest, dass er den falschen Mann erwischt hat. Opfer sollte . wie er nach dem Mord meint - dessen Bruder, Jon Karlsen, sein, der dem Toten sehr ähnlich schaut. Um seine Mörderkarriere endlich hinter sich zu bringen, will er Jon Karlsen in einem zweiten Anlauf töten. Doch auch dies misslingt. Dann schlägt die Stunde für Harry Hole: Er muß das Motiv für den Mord an Robert Karlsen und den Mordanschlag auf Jon Karlsen eruieren. Und er muß den Auftragsmörder und seinen Auftraggeber finden. Bald ist klar, dass die Ursache im Vorleben der beiden Brüder liegen muß. Den Schlüssel zur Lösung liefert ihm sein Ex-Chef Bjarne Moller, der sich in die Alterspension nach Bergen zurückgezogen hat, dort aber nicht glücklich zu sein scheint. Dieser Schlüssel scheint das Geld der Heilsarmee zu sein. Parallel dazu versucht Christo Stankic nach dem missglückten Mordanschlag an Jon Karlsen diesen trotz polizeilicher Bewachung zu ermorden. Dabei kommt der junge Kollege von Hole, Kommissar Halvorsen, zu Tode. Als die Ermittlungen schließlich einen kroatischen Namen, der sich als falsch herausstellt, und die Telefonnummer eines Hotels in Zagreb ergeben, macht sich Hole dorthin auf den Weg. Erschüttert von dem, was er dort herausfindet, kehrt er nach Oslo zurück. In einem spannenden Finale kommt es zu einer Lösung des Falles, die dem Gerechtigkeitsgefühl von Hole noch am meisten entspricht. Der Plot erinnert ein wenig an Frederick Forsyth's Der Schakal", wo ein Attentäter trotz aller Widrigkeiten seinem vorgesehenen Opfer immer näher kommt - es allerdings einem kleinen Fehler zufolge nicht ermorden kann. Als Draufgabe kommt noch heraus, wer dem Prinzen", den kriminellen Kommissar Tom Waaler aus den Vorbänden der Harry Hole-Serie, die Mauer für dessen Aktivitäten gemacht hat. Denn, wie Harry Hole sagt, wo ein Prinz", da auch ein König". Alles in allem hat die bekannte norwegische Schriftstellerin Anne Holt recht, wenn sie meint: Ohne Zweifel der beste skandinavische Kriminalroman des Jahres". Wenngleich anders gelagert ist Harry Hole ein würdiger Nachfolger von Kommissar Wallander.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltklasse-Krimi!, 6. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
"Der Erlöser" ist für mich der bisher beste Krimi aus der Feder Jo Nesbøs. Zum einen, weil die Story ungemein gut erfunden ist (um es mit Harry Holes eigenen Worten zu sagen: "Stell dir eine Schlange vor, die ihren Schwanz frisst, eine sich selbst vernichtende Konstruktion, am Ende ist alles verschwunden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen.").
Zum anderen, weil Nesbø seinem Helden in diesem Buch eine persönliche Entwicklung gönnt; Harry wird - kurzgefasst - teamfähiger und insgesamt "kompatibler", ohne seine (liebgewordenen) Ecken und Kanten zu verlieren (mehrfach stellt Harry fest, dass das wohl am Alter liegen müsse...). Daher kann auch im vorliegenden Fall (jedenfalls im Schwerpunkt) "normale" Polizeiarbeit als Teamarbeit geschildert werden, während Harry in den vorangegangenen Bänden überwiegend als Alleingänger aufgetreten war - aus meiner Sicht bekommt das dem Buch außerordentlich gut.

Dass Harry am Ende doch wieder den (bzw. eigentlich - ohne dadurch zuviel zu verraten: - die) Täter ganz alleine stellt, ist bei dessen Persönlichkeitsstruktur allerdings dann doch unvermeidlich; ebenso wie der Umstand, dass er den jungen Kollegen, den er in die Lehre genommen hat, in diesem Fall verliert, oder dass seine Liebesbeziehung(en) auch in diesem Buch unter einem unglücklichen Stern stehen.

Wie immer bei Nesbø ist der Weg bis zur Auflösung von vielen, auch abrupten, Perspektivwechseln gekennzeichnet, die dem Leser ein gewisses Maß an Konzentration abverlangen (denn nicht immer erkennt man auf den ersten Blick, aus welcher Perspektive gerade erzählt wird; und manches Mal führt Nesbo den Leser sehr geschickt in die Irre...).
Der Spannung tut das nach meiner Bewertung keinen Abbruch, wenn das Buch auch nicht ganz ohne Längen ist, so die dem eigentlichen Fall vorgelagerten Ermittlungen zu einem Drogentoten, bei dem der "Schwarze Metzner" - eine von Nesbo wohl erfundene Hunderasse - eine Rolle spielt, der dann wiederum aber später im Buch eine Spur zum gesuchten Auftragskiller liefert.

Ferner gibt es auch einige Dinge, die nicht so ganz plausibel sind. Ein Beispiel: Für den kroatischen Auftragskiller stellt der der Duft von WC-Steinen "das Aroma der Freiheit" dar, weswegen er ständig welche bei sich trägt - und damit riskiert, am spezifisch aufdringlichen Geruch (wieder-)erkannt zu werden. Und das, obwohl er die 'visage du pantomime' (auch eine Erfindung von Nesbo?) besitzt, also selbst von der Spezialistin Beate Lønn nur schwer identifiziert werden kann.

Aber das sind nur marginale Kritikpunkte an einem wirklich hochkarätigen Krimi, der vorbehaltlos zu empfehlen ist.

Hinweis zum Schluss: Ich empfehle dringend, die Bände 3 (Rotkehlchen), 4 (Die Fährte) und 5 (Das fünfte Zeichen) vor dem Erlöser (Band 6) zu lesen, denn ohne diese Lektüre bleiben zwei Nebenstränge des Erlösers unverständlich.
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