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Kundenrezensionen

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am 7. September 2010
Nachdem ich alle Bücher der Autorin gelesen hatte, war ich bereits sehr gespannt auf dieses mittelalterliche Buch über die Kinderkreuzzüge. Anfangs fand ich es etwas langatmig und nicht ganz so fesselnd wie die anderen Romane der Autorin. Sobald aber die vier Hauptpersonen sich endlich gefunden hatten, gewann das Buch m.M. an Spannung. Das Thema der Kinderkrezzüge, dem sich bis dahin noch nicht sehr viele Autoren gewidmet haben, ist zweifelsohne interessant. Man leidet mit den Kindern, die festen Glaubens den mühe- und leidvollen WEg nach Jerusalem auf sich nehmen, als Spielball der Politik missbraucht.
Neben dieser Thematik kommt jedoch auch der auf seine Kosten, den Ritterturniere, Minnehöfe und das Mittelalter im Allgemeinen faszinieren.
Ein gelungener Roman, den ich jedoch nicht unbedingt ein zweites Mal lesen muss.
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TOP 500 REZENSENTam 19. Juni 2010
Das neue Buch von Ricarda Jordan,hinter dessen Pseudonym sich die Schriftstellerin Sarah Lark verbirgt, beschäftigt sich ausgiebig mit den Kinderkreuzzügen im Jahre 1212,die vor allem von der katholischen Kirche verleugnet werden.Ob diese mit Wissen von Franz von Assisi-von Mitgliedern des Minoritenordens initiert wurden ist umstritten,die Autorin bezieht sich hier auf die ausgiebigen Schilderungen des umstrittenen Historikers Thomas Ritter. Hiernach sind tausende von Kindern dem Aufruf eines Jungen namens Nikolas, der Visionen von einen unblutigen Einzug in Jerusalem hatten , um die "Ungläubigen" dort zu bekehren hatte, gefolgt.Sie zogen von Köln über Koblenz, Mainz,Worms, Straßburg , Basel über die Alpen nach Genua,Pisa Florenz,Siena bis nach Rom. Ein zweiter Kreuzzug machten sich in Frankreich auf, von Paris nach Marseille. In der Hoffnung, dass sich dort das Meer für sie teilen würde und sie singend und betend ins gelobte Land einziehen können, machten sie sich auf den strapaziösen Weg, um am Ende zu unterliegen. Von diesen abertausenden von Kindern hat keines die Stadt Jerusalem gesehen . Viele starben an Hunger, Kälte oder Krankheiten, oder wurden in die Sklaverei verkauft.

Mit von der Partie sind in dieser Geschichte , die Ricarda Jordan um den Kinderkreuzug herum erfindet,zwei junge Frauen, die sich gegen ihre vorgezeichnete Zukunft wehren. Konstanze, die ihr Leben nicht in einem Kloster verbringen will und Gisela , die sich durch ihre Flucht einer arrangierten Ehe mit einem wesentlichen älteren Mann entzieht.Sie treffen aufeinander und meistern ihren Weg gemeinsam mit dem Tempelritter Armand und Malik, dem Sohn des Sultans von Alexandria.

Sehr anschaulich beschreibt Ricarda Jordan die Strapazen, denen die Teilnehmer des Kreuzzuges ausgesetzt waren. Die Überquerung der Alpen muss zu dieser Zeit das reinste Abenteuer gewesen sein, das so manchem das Leben kostete.Aber auch die anfängliche Begeisterung, mit denen die Kreuzzügler zu Anfang begrüßt wurden , schlug ins Gegenteil um und machte es vielen Teilnehmern der Reise schwer weiterzureisen.
Aber auch Schilderungen über Minnehöfe und Ritterturniere bindet die Schriftstellerin iin ihre Geschichte mit ein. Das sie das Ganze noch durch eine gefahrvolle Verschwörung würzt und auch die Liebe nicht zu kommen läßt, rundet dieses Buch noch ab.Der Schreibstil ist flüssig und teilweise sehr spannend.

Lassen sie sich ins Mittelalter entführen und erleben sie das Abenteuer des Kinderkreuzzuge mit. Bis auf einige Längen am Ende der Geschichte, hat mir dieses Buch gut gefallen.
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TOP 500 REZENSENTam 16. Februar 2012
Seit 'Wolfgang Hohlbeins ' Die Templerin' bin ich begeistert von Kreuzzügen, Tempelrittern bei denen Frauen eine tragende Rolle spielen. In diesem Fall hat sich die Bestseller-Autorin Sarah Lark, die sonst eher für ihre Neuseeland-Schmöker bekannt ist, ausgiebig mit den Kreuzzügen von Kindern 1212 beschäftigt. Dabei setzt die Autorin auf Informationen des Umstrittenen Historikers Thomas Ritter. Ausführlich geht sie auf den Jungen Nikolas, dem rund 30.000 Kinder aus ganz Deutschland nach Jerusalem gefolgt sind. In dem Glauben, dass sich ihnen das Wasser wie bei Moses teilt und ihre Gebete die Heiden vom Christentum überzeugen, folgen sie ihm. Es ist eine Hoffnung, denn sonst haben zahlreiche Kinder nichts.

Um der Geschichte etwas Abwechslung zu bieten, hat sich Ricarda Jordan entschieden vier unterschiedliche Protagonisten einzubauen. Dadurch ist für jeden Leser mindestens eine Figur enthalten, mit der er sich identifizieren kann. Konstanze, die als Außenseiterin einerseits stark und doch schüchtern ist; Gisela, die freche Adlige, die weiß, wie man mit Männern flirtet; Armand, der geheimnisvolle und bezaubernde Mann; und Malik, der südländische, romantische Märchenprinz. So verschieden, wie ihre Herkunft oder Charakterzüge, so gleich ist ihr Zusammenhalt.
Anschaulich lässt die Autorin die einzelnen Schicksale sich langsam entfalten, um sie im Verlauf zusammenzuführen. Durch die Perspektiv-Wechsel auf den ersten Seiten, gelingt ihr dies ausnahmslos gut. Es ist ein gelungener Einsteig, denn dadurch bekommt der Leser die Möglichkeit ohne Probleme ein abgerundetes Bild jeder einzelnen Person zu bekommen. Meinungen, Gedanken und Handlungen werden dadurch klar verständlich und nachvollziehbar.

Die Reise versucht sie mit all ihren Strapazen einzufangen, lässt dabei jedoch die Protagonisten nur bedingt leiden. Während zahlreiche andere Kinder erfrieren, zusammenbrechen, hungern oder jeden Kilometer zu Fuß zurücklegen, lässt sie die Hauptfiguren hoch zu Ross sitzen, wenn auch mit ermüdeten Kindern vor und hinter sich. Zeitgleich sorgt die Mitgift von Gisela dafür, dass nie groß Hunger entsteht, und ist es doch mal knapp, gibt es etwas zum Fischen in der Nähe. Die wirklichen Strapazen werden nur bei den anderen Nebendarstellern sichtbar und gehen in meinen Augen unter.

Konstanze dachte, dass Giselas Geld nicht allzu lange reichen würde, wenn sie weiter so großzügig damit umging. Schon jetzt scharten sich rund fünfzehn Kinder um die kleine Adelige. (Zitat S. 168)

Die Emotionen kann Ricarda Jordan hingegen perfekt festhalten. Die anfängliche Euphorie, die späteren Zweifel, all das ist authentisch. Die Hoffnung, die Enttäuschung und Ängste, sie sind regelrecht greifbar.

Dies in Kombination mit dem lebendigen Stil, der das Mittelalter aufleben lässt, nicht altertümlich wirkt. Stattdessen verwendet sie eine moderne Sprache, die den Leser die gesellschaftlichen Schichten, die Schauplätze und die komplette Situation 1212 erstklassig nachvollziehen lässt. Kreativ und flüssig achtet sie auf eine wunderbare Satzlänge, einfach, aber bildhafte Worte, und die Vermeidung von Wiederholungen.

Die Seiten fliegen dahin. Doch mit zunehmender Seitenzahl bekommt der Leser das Gefühl, dass es einfach zu lang wird. Mir persönlich hätte es gereicht, wenn die Autorin die Kreuzzüge in Genua hätte enden lassen, und nicht immer noch eine Etappe drauf gesetzt hätte. Dadurch zieht es sich leicht in die Länge. Um den Leser jedoch nicht zu langweilen, setzt sie auf einen Komplott, der im Ansatz sehr interessant ist.
Zielorientiert kommt auch Ricarda Jordan zum Ende ihres Werkes. Und damit konnte sie mich überhaupt nicht überzeugen. Keine Überraschung, vorhersehbar seit vielen Seiten, hätte man sich doch eine kleine Wendung gewünscht.

Leicht lesbar wie Hohlbeins Buch macht die Geschichte, um die vier Abenteurer doch kleiner Schwächen Spaß. Mehr Strapazen seitens der Protagonisten und ein etwas überraschender Schluss, und das Buch hätte mich rund um überzeugt.
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am 21. August 2011
Da ich selbst ein großer Fan von Mittelalterromanen bin und dadurch sämtliche historische Romane verschlinge, war auch "Der Eid der Kreuzritterin" sozusagen ein Pflichtprogramm zum Lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Kinderkreuzzüge sind ein noch kaum verwendetes Buchthema und dadurch wird auch das Buch sehr interessant. Zu Beginn ist es etwas langatmig, jedoch ist die "Biografie" der Hauptpersonen unerlässlich, da sonst die Reaktionen der einzelnen Personen im weiteren Romanverlauf nicht nachvollziehbar wären. Das Buch ist emotional und gut geschrieben, man kann sich gut in die einzelnen Personen hineinversetzen und kann die Strapazen und Leiden der Kinder förmlich miterleben. Es ist "einfach" geschrieben, es werden kaum Fremdbegriffe verwendet, man kann also gut viele Seiten auf einmal lesen, ohne müde zu werden. Für mich ein durchaus lesenswertes Buch, wenn man sich ein wenig für Geschichte, das Mittelalter, Minnetum und Rittertugenden interessiert.
WEr nicht gern liest, dem kann ich auch das Hörbuch empfehlen. Gut gelesen und wiedergegeben, wenn auch der Buchbeginn im Hörbuch deutlich gekürzt wurde, sowie einige Kapitel im weiteren Verlauf

Für mich also ein durch und durch gelungenes Buch und somit 5* verdient
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am 11. Februar 2013
Das Buch beginnt spannend, aber irgendwann löst sich die Spannung und es ist eigentlich klar, wie es enden wird. Trotzdem wird dieses Ende lange hinausgezögert, ohne dass wirklich retardierende Elemente enthalten sind.
Die Autorin behandelt hier den sogenannten Kinderkreuzzug. Zwar ist es historisch mehr als strittig, ob es sich dabei wirklich um "Kinder" bzw. wirklich um einen "Kreuzzug" gehandelt hat, aber hier ist sicherlich genug Raum für die dichterische Freiheit. Wo diese aber meine Meinung nach überspannt wird, ist bei den Ursachen für den Kreuzzug. Vor allem stört hier, dass die Autorin mit aller Gewalt versucht, Franz von Assisi eine große Schuld daran zuzuschieben. Schließlich lässt sie ihn am Ende sogar (für die Handlung völlig unnötig) persönlich auftreten und dabei eine sehr schlechte Figur machen. Hier stellt sich schon die Frage, ob die Intention der Dame hauptsächlich daran lag, Kritik an der Kirche bzw. an einem berühmten Heiligen zu üben. Wenn das ihre Intention war, dann hätte sie andere Personen aus dem Umfeld der Kreuzzugessbewegung wählen müssen (es gäbe hier wahrlich genug Stoff!). Mir ist völlig unverständlich, warum die an sich fesselnde Handlung durch solche unpassende und aufgesetzt wirkende Spitzen unnötig verwässert wird. Es wirkt fast so, als fühle sich die Autorin verpflichtet, in einem Mittelalterroman quasi als Topos möglichst viel Kritik am Christentum zu äußern (siehe auch die wenig nachvollziehbare Konstanze-Handlung). Dies stört zunehmend beim Lesen.
Außerdem scheint die Autorin zu sehr von mittelalterlicher Dichtung beeinflusst: Der beste Ritter bekommt die schönste Frau, der edelste Ritter siegt beim Turnier, umso höher der Stand, umso besser der Charakter … . Dies erwartet man, wenn man zeitgenössische höfische Literatur liest, nicht aber in einem historischen Roman.
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Im Frühsommer des Jahres 1212 haben mehrere junge Hirten „Besuch“ von einem Engel, der sie zu einem friedlichen Kreuzzug nach Jerusalem aufruft. Zwei junge Hirten folgen diesem Ruf, bei dem einen handelt es sich um den Franzosen Stephan, der andere ist der neunjährige Nikolaus aus dem Kölner Umland. Ihm gelingt es, einen Kinderkreuzzug mit mehreren tausend Kreuzrittern zu mobilisieren, die seinen Visionen Glauben schenken und mit ihm gen Jerusalem ziehen.

Diesem Kinderkreuzzug gehört auch der junge Ritter Armand de Landes aus Akkon an, der dem Templerorden nahesteht und in deren Auftrag er den Kreuzzug begleiten soll. Denn die Templer vermuten hinter den Visionen von Nikolaus politische Machenschaften, die von Papst Innozenz III. ausgehen sollen. Desweiteren begleiten auch die junge Adlige Gisela mit ihrer Magd Dimma und dem Knecht Ruppert den Kreuzzug. Gisela flieht vor der Zwangsheirat mit Odwin von Guntheim, einem alten, zur Gewalt neigenden Adligen. Und auch die junge Novizin Konstanze nutzt die Chance, welche ihr der Kreuzzug bietet, um aus den Zwängen des Klosterlebens zu entfliehen und vielleicht so ihren in jungen Jahren geweihsagten König zu finden, der sie zur Frau nehmen wird.

Sehr anschaulich, bildhaft und farbenprächtig beschreibt die Autorin den mühsamen, beschwerlichen Weg des Kinderkreuzzugs mit all seinen Gefahren, dem Hunger und den Krankheiten, die sich die Kinder und Heranwachsenden auf ihrer Reise Richtung Jerusalem ausgesetzt sehen. Ihr Weg führt sie anfangs durchs Rheinland und weiter über Basel bis hinauf zum Brenner-Pass nach Genua.

Auf ihrer langen Reise sind sie auf die Mildtätigkeit der Bürger in den Dörfern und Städten angewiesen, die sie mit Lebensmitteln versorgen. Doch der Sommer 1212 ist von der Dürre überschattet und so sind die mildtätigen Gaben der Einwohner nicht immer ausreichend und viele Kreuzzügler sterben an Hunger und Krankheiten. Auch eilt ihnen nicht immer der beste Ruf voraus, da sich unter den Kindern auch viele Tagediebe befinden, die vor Raub nicht zurückschrecken und so bleiben ihnen auch viele Stadttore verschlossen.

Nach einer mehr als mühseligen Überwindung des Brenners, der viele Todesopfer fordert, kommen sie extrem dezimiert in Genua an. Dort soll sich das Meer teilen, so die Weissagung von Nikolaus, damit der Kinderkreuzzug trockenen Fußes nach Jerusalem einziehen kann.

Hauptakteure des Romans sind die lebenslustige, pferdevernarrte und mutige Gisela, sowie die realistisch denkende, heilkundige Konstanze und der junge Ritter Armand, der sich fast augenblicklich in Gisela verliebt und sie sich in ihn. Allerdings hat er hier einen gefährlichen Rivalen: Ruppert der Knecht. Dieser glaubt fest an die Prophezeiungen von Nikolaus und ist somit überzeugt, in Jerusalem ein Lehen zu erhalten und die Ritterwürde zu erlangen. So buhlt er um die Zuneigung von Gisela und versucht mit allen Mitteln, seinen Rivalen Armand zu beseitigen. Zu einem späteren Zeitpunkt tritt auch noch der Prinzensohn Malik al-Kamil auf die Romanbühne, der sich als der geweihsagte König für Konstanze erweist.

Leider sind alle diese Figuren sehr eindimensional und leicht voraussehbar angelegt, was dem Roman etwas den Überraschungseffekt nimmt. Allerdings entschädigt die sehr interessant und unterhaltsam angelegte Geschichte dafür und der flüssige Schreibstil von Ricarda Jordan (Sarah Lark) sorgt über die 544 Seiten hinweg dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

Fazit: Wenn man über die eindimensional gezeichneten Figuren hinwegsieht, ist der historische Roman mit seiner sehr interessanten Geschichte unterhaltsam und farbenprächtig erzählt.
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am 5. Mai 2012
Wieder so ein Buch, bei dem der Titel nicht ganz mit der Geschichte übereinstimmt, denn die beiden weiblichen Protagonistinnen sind keineswegs Kreuzritterinnen, da sie den Eid nicht abgelegt haben. Andererseits könnte der Titel natürlich auch auf eine der Nebenfiguren bezogen sein, doch das würde meiner Meinung nach nicht viel Sinn ergeben. Aber kommen wir lieber zum eigentlichen Thema. Der Stoff der Geschichte ist an sich interessant, denn die Kinderkreuzzüge sind ein spannendes, wenn auch kompliziertes Thema, da es mit den historischen Fakten nicht ganz belegbar beziehungsweise erklärbar ist, wie genau sie damals zustande gekommen sind. Daher sind Romane zu diesem Thema immer mehr Fiktion als historisch belegte Werke.

Ich hatte mir von dem Buch viel erhofft, wurde allerdings ziemlich enttäuscht. Die Charaktere sind ziemlich flach, man wird nicht wirklich mit ihnen warm, da man kaum Einblicke auf ihr Innenleben bekommt und wenn doch, dann sind gewisse Gefühle und Handlungsweisen immernoch sehrschwer nachvollziehbar. Entweder bringt man erst gegen Ende ein wenig Sympathie für sie auf, oder die Charaktere verlieren mehr und mehr ihren Charme je weiter die Geschichte fortschreitet. Viele Dinge kamen mir wie Wiederholungen vor - natürlich war es schwer für so eine große Gruppe an Menschen Unterschlupf und Nahrung zu finden, aber nach einer gewissen Zeit hat man dann doch keine Lust mehr, es sich immer wieder anhören zu müssen, da man ja schon die Probleme kennt, also warum immer wieder darauf herumkauen, wenn man so viel anderes stattdessen mit reinbringen könnte?

Besonders negativ ist mir aufgefallen, dass - besonders die Protagonistinnen - sich über die Geschichte kaum bis garnicht entwickeln und so naiv bleiben, wie sie es schon am Anfang waren. Klar, sind Gisela und Konstanze relativ jung, aber wenn man überlegt, welch grausame Geschehnisse sie auf ihrer Wanderung erleben mussten, wäre es doch irgendwo logisch, dass sie frühzeitig erwachsen werden würden. Stattdessen hat man das Gefühl, dass die beiden genauso 'blond' bleiben, wie sie es zu Beginn schon waren. Auch die männlichen Protagonisten zeigen keine wirkliche Entwicklung, was auch daran liegt, dass wir von Anfang an, wenig über ihre Gedanken und Gefühle erfahren, außer vielleicht ein paar oberflächliche ebenfalls naive Anschnitte.

Die Charaktere wirken einfach nicht "echt" und schon garnicht realistisch. Man hätte sich nicht so sehr nur auf die Kinderkreuzzüge an sich versteifen sollen, sondern die Charaktere mehr ausbauen und auch realistischer gestalten sollen; das ist zumindest meine Meinung. Natürlich ist mir klar, das man ein so ernstzunehmendes Thema nicht nur kurz anscheiden kann, wenn man darauf seine Geschichte basieren lässt, doch ohne funktionierende Protagonisten wirkt die Geschichte einfach nicht.

Positiv sind zwei Sachen zu erwähnen:
Das Buch zeigt sehr schön die "schmutzigen und dunklen Seiten", die die damalige Zeit offenhielt - für Zartbesaitete daher vielleicht nicht geeignet, aber für Leser, die nichts gegen die, wenn auch dreckige", Wahrheit haben, eine interessante Sache.
Desweiteren fand ich die Verschwörung des Vatikans eine ziemlich gute Idee als Begründung für die Entstehung dieser Massenwanderung an Kindern bzw. Menschen.

Fazit: Wer sich sympathische Charaktere und eine gute Storyline erhofft, wird hier leider - meiner Meinung nach - eine Enttäuschung erfahren. Wer sich für das Thema interessiert, wird sicherlich auch an diesem Buch seine Freude haben können, doch für Menschen, denen es um authentische Figuren und nachvollziehbare menschliche Beziehungen geht, wird dieses Buch eher zum Kampf als zum Lesevergnügen. Alles in allem hätte ich mir mehr erhofft.
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am 6. September 2010
Historische Romane, besonders mit einer fesselnden Liebesgeschichte, erfreuen sich bei den meisten Frauen großer Beliebtheit. Was kann es da also besseres geben als gleich 2 Liebesgeschichten vor dem Hintergrund der Kinderkreuzzüge im 13. Jahrhundert in Deutschland? "Der Eid der Kreuzritterin" bietet sowohl eine interessante Rahmenhandlung als auch viel Gefühl. Warum das Buch für mich trotzdem kein Highlight am historischen Literaturhimmel ist, erfahrt ihr hier.

Deutschland, 1212: Zwei junge Frauen fliehen vor ihrem Schicksal; die eine möchte nicht ihr Leben im Kloster verbringen, die andere ist mit der für sie arrangierten Ehe nicht einverstanden. So schließen sie sich dem immer größer werdenden Heer von Kindern an, die gemeinsam von Deutschland nach Jerusalem ziehen wollen, um die Stadt mit ihren Gebeten von den Heiden zu befreien. Zeitgleich machen sich auch der Ritter Armand und der Sarazenensohn Malik aus dem Orient auf, um herauszufinden, wer hinter den Kinderkreuzzügen steckt und was damit bezweckt werden soll...

Wie gesagt, die Rahmenhandlung klingt spannend. Über die Kinderkreuzzüge ist historisch gesehen nicht allzu viel bekannt und laut der Autorin sind sie eher "Themen für Geschichtenerzähler als für Wissenschaftler", da nur wenige Fakten existieren. Aus den wenigen Informationen hat Ricarda Jordan, alias Sarah Lark, aber eine spannende Geschichte gesponnen, die den Leser mitreißt. Sie versteht sich gut darauf, das mittelalterliche Flair zu vermitteln, denn die Beschreibungen der Landschaft und der mittelalterlichen Städte mit ihren Gauklern, Badestuben und bunten Märkten fand ich recht gelungen.

Leider blieben während des ganzen Buches die Figuren platt und eindimensional, ihre Handlungen waren vorhersehbar und kaum überraschend. So konnten mich die beiden Liebesgeschichten leider nicht so fesseln wie erwartet. Zum Weiterlesen hat mich da eher das traurige Schicksal der Kinder bei ihrer gefährlichen, entbehrungsreichen Reise nach Jerusalem motiviert.

Mein Fazit: Ricarda Jordan beschreibt vor einer farbenprächtigen Kulisse das Schicksal zweier mutiger junger Frauen. Leider bietet das Buch trotz interessanter Handlung nur eher durchschnittliche Unterhaltung.
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am 12. April 2012
Der Eid der Kreuzritterin: Historischer Roman

Ich habe schon einiges Von Ricarda Jordan gelesen und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Ricarda Jordan schildert mit diesem Buch einen von den Kinderkreuzzügen die im 13. Jahrhundert stattgefunden haben. Wie die Autorin schon darauf hinweist, das das Thema Kinderkreuzzüge sehr umstritten ist, hat sie es geschafft mich in ihren Bann zu ziehen.

In Köln begann alles. Durch den jungen Prediger der immer mehr Kinder in seinen Sog zog, wurden es von Stadt zu Stadt mehr. Das große Ziel war Jerusalem. Dort sollten die Ungläubigen bekehrt werden.
Viele Kinder sahen darin viel Hoffnung und eine Zukunft.
In all diesem Geschehen stehen 2 Frauen mit im Mittelpunkt. Diese beiden ebenso voller Hoffnung und Träume kümmerten sich auch liebevoll um die Kinder. Denn dieser Kreuzzug sollte sich sehr grausam und mühevoll gestalten. Hunderte kamen durch Hunger, Krankheiten sowie Verletzungen oder Abstürze ums Leben.
Es kommt natürlich auch für die Frauen zur großen Liebe, diese wird schön beschrieben und verleiht dem Buch noch das i Tüpfelchen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und es macht Spaß dem Geschehen zu folgen. Man kann sich die Geschichte bildlich ausmalen, wenn man seiner Fantasie freien Lauf lässt. Für mich ein schönes Buch.
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Ricarda Jordan oder auch Sarah Lark widmet sich in ihrem zweiten Buch der Thematik Kinderkreuzzug.
Die Geschichte beginnt zunächst in zwei Handlungssträngen. Einmal wird Giesla von Bärbach und dann Konstanze den Lesern vorgestellt. Bei dem Aufruf von Nikolaus treffen sich die beiden Frauen und werden zu Freundinnen.
Der Kreuzzug an sich ist sehr interessant beschrieben. Auch die Probleme, auf die die Kinder und Kreuzzügler stoßen wurden glaubwürdig herausgearbeitet.
Gegen Ende, als die Mission dann letztlich doch scheiterte, ging dem Buch auch die Spannung aus. Die rechtlichen ca. 100 Seiten gestalten sich als langatmig und man fragt sich, was kommt noch? Hier hätte man die Handlung ruhig etwas raffen können.
Ich persönlich hätte mir zudem noch eine Karte gewünscht, anhand derer ich die Wege der Kreuzzügler nachvollziehen könnte.

Alles in allem war es ein sehr spannendes Buch, das zum einen unterhaltsam, aber auch lehrreich war. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Ricarda Jordan.
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