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VINE-PRODUKTTESTERam 2. Oktober 2009
der Film ist nie in deutschen Kinos angelaufen - was angesichts der Thematik und Besetzung schon erstaunt. An der Qualität kann es auch kaum gelegen haben - vielleicht ist dieser Film zu still? zu wenig reißerisch? Viggo Mortensen spielt einen Literatur-Professor namens Halder in der Zeit des Dritten Reiches. Er ist ein Mann des Geistes, er liebt Proust, er liebt Mahler (immer wieder kehrendes Motiv im Film!) und er hat jüdische Freunde - wie z.B. den Psychonalytiker Maurice Glückstein. Er hat das "Pech" durch einen Roman, den er verfasst hat, die Aufmerksamkeit der Nazis auf sich zu ziehen: Sein Roman handelt davon, dass es "Liebe" sein kann, jemanden umzubringen. Die romantisch gemeinte Botschaft wird von Nazis sofort in ihrem ideologischen Wert (Euthanasie) erkannt. Der wenig politische Professor wird - ohne größere Gewissensbisse - zum intellektuellen Aushängeschild der Nazis.

Viggo Mortensen spielt keineswegs den Bilderbuch-Nazi, wie es das Cover nahelegt. Vielleicht hat man ihn sogar noch nie weicher gesehen als in diesem Film. Er schafft es in grandioser Weise den Nazi-Intellektuellen mit seinen Selbstverstümmelungen, Realitätsverlusten und seiner Empfänglichkeit für Komplimente und Ehren zu verkörpern. Er tut nichts Böses - allerdings auch nichts Gutes - auch wenn ihm, anders als anderen, eine Empfindsamkeit geblieben ist. Gerade hierin liegt m.E. die Qualität des Films: Mortensen ist kein Held, kein Opfer, kein Bestie - er ist einfach ein schrecklich normaler Intellektueller zu Zeiten den Nationalsozialismus, der viel zu spät bereit ist, etwas zu riskieren.

Prof. Halder hört im Film immer wieder Gramophon-verzerrt die Musik Gustav Mahlers. Zum ersten mal live hört er sie im Konzentrationslager auf der Suche nach seinem Freund Maurice. Beklemmender ist die die Welt der Kunst und Ideen selten in die (filmisch vermittelte) Realität eingebrochen.
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am 24. Februar 2011
Das obrige Zitat steht auf der Hülle des nur im englischen Original erhältlichen Films. Wie wahr.

Johann Halders "Verbrechen" ist, dass er der Versuchung, auch einmal Lob und Anerkennung zu erhalten, nicht wiederstehen konnte.
Der Film beginnt mit einem Blick auf seinen Alltag- kochen, putzen, Kinder bändigen, kranke Mutter versorgen, depressive Frau tolerieren, den Nörgeleien des Schwiegervaters standhalten, an der Uni lehren...ein ganz normales, nerviges Leben in dem das einzige Licht am Horizont in der Gestalt seines Freundes Maurice (Jason Isaacs)erscheint, eines jüdischen Analytikers, der alles tut was Halder verwehrt ist.

Mortensen (Halder) spielt diese Rolle sehr sanft, mit Humor und Demut, jede Geste, jede Bewegung stimmt.
Im Hörsaal erleben wir einen anderen Halder: Er zitiert Proust in fließendem, leidenschaftlichen Französisch, es ist offensichtlich wie sehr er seinen Stoff liebt. Leider ist es der Tag der Bücherverbrennung, und der Dekan informiert ihn, dass Proust nun auf dem Index steht. Ein weiterer Schlag für einen, der schon viel einstecken musste. Wen wundert es da, das er von den Avancen einer Studentin fasziniert ist? Und als die Nazis, denen er eigentlich mit Spott und einer gewissen Verachtung gegenübersteht, seinen Roman über Euthanasie aus Liebe! zur Propaganda nutzen wollen (was sie natürlich gut verpacken und verschleiern), wer kann nicht seine heimliche Genugtuung verstehen? Halder erliegt der Versuchung, langsam, mit Zweifeln und einer sehr nachvollziehbaren Unbeholfenheit.

Endlich ist er Jemand, wird hofiert und beachtet. Maurice und seine zunehmend schwierige Situation sind der einzige Schatten in dieser schönen neuen Welt. Und als der Freund ihn bittet, ihm aus dem Land zu helfen, zögert Halder. Zu lange, wie sich herausstellt. Doch als er herausfindet dass seine schöne, inzwischen schwangere Geliebte Maurice ausgeliefert hat, wacht er endlich auf. Im Konzentrationslager, in dem sich Maurice' Spur verliert, angesichts von unmenschlichen Bedingungen und Gewalt, einem Pandämonium in dem das Lagerorchester Mahler spielt, sagt Halder nur noch einen Satz: "It's real."

Ich hätte ihn während des Films schütteln mögen und empfinde heftiges Mitgefühl für diesen fiktiven Charakter- aber genau das ist der Punkt. Von aussen sieht man die Zusammenhänge, kann sagen: Warum hast du...? Aber in der Situation wären wir vermutlich genauso blind wie Halder es war. Bis zum bitteren Ende.

Ein Film, den man mehr als einmal sehen kann (und sollte), mit einem grandiosen Viggo Mortensen und einem intensiven Jason Isaacs. Das Englisch ist gut verständlich und es gibt auch englische Untertitel.
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am 15. September 2009
John Halder teaches literature, cares for his ill mother, feeds his depressive piano playing wife, his two children, tries to come to terms with his attraction to one of his students - all the while struggling to meet everybody's expectations, a form of silent desperation - sometimes not so silent, when he hears dance bands playing in his head, reflecting his mood, to a degree his conscience. He finds relief in drunken discussions with his best friend Maurice (Jason Isaacs) - a jew.

This scenario is set before the background of 1930s Germany, where Halder writes a compassionate novel about mercy killing, which attracts the Nazis. They ask Halder to write a paper on mercy death on humanitarian grounds - he complies, to cover the glitch in his CV (he's not a member of the party) becomes an honory member of the SS, leaves his wife, starts a new life - everything turns to the better, except for Maurice.

Halder is slowly drawn into the regime, into the propaganda which weighs heavily against his friendship to Maurice. At a certain point even to a question of survival, on both sides.

The film, like the play by CP Taylor on which is it based, asks a question not easily answered - is Halder a good or a bad man? Is the fact, that he doesn't actively promote the Nazi ideas, that he still does "good", but closes his eyes against the regime make him bad? Does his failure to do anything against the regime, thus "allowing" it to prosper make him guilty?

Halder's eyes open, slowly but at some point with the proverbial "bang" - and yet the question remains. It's a wake up call, not only for Halder but for everybody watching. The topic is as contemporary as it can get. Would you have done anything differently? ARE you doing anything differently when you see wrong being done today?

The performance of Viggo Mortensen as John Halder might well be his best in this (in my opion) underrated movie. His performance is striking and (as always) very intense. Jason Issacs likewise gives a convincing performance of Maurice's struggles. This movie deserves all the attention it can get.
The approach itself might not be new and in the flood of Nazi movies swapping over the big blue ocean, this slow and rather silent British production might be overlooked.

I have only one critisism compared to the original play - though it might be understandable, since on stage you can use other methods to make the audience see certain things. The play is more subtle, where the approach of the movie is that of a sledge hammer - it doesn't make it bad, though.
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Es gibt sicherlich dutzende Filme über das dritte Reich und die Nazis! Einer der neueren und sehr subtilen Streifen ist "Good" mit US-Star Viggo Mortensen ("Herr der Ringe", "A History Of Violence") in der Titelrolle als John Halder. Übrigens ist der Film die Adaption eines Bühnenstückes.
Der fiktive Halder ist Professor an einer Universität und kein Nazi. Er hat eine demente Mutter, eine depressive Frau, zwei Kinder und einen meckernden Nazischwiegervater. In der Uni beginnen sie gewisse Bücher zu verbrennen und sein Lehrstoff wird eingeschränkt. Da wird er ins quasi allerheiligste eingeladen dem Vorzimmer bzw. Büro Adolf Hitlers. Dort möchte eine strenger Mensch mit ihm über einen Roman sprechen den er vor Jahren geschrieben hat. Es ist eie Liebesdrama in dem ein Mann seine Frau tötet, da diese unheilbar krank ist. Hitler & Co. gefällt das Thema und wollen einen Bericht von ihm dazu mit Blick auf die Menschlichkeit. Sie benutzen seine Geschichte für den Massenmord an Kranken. Halder dachte erst es gibt Ärger, doch kaum er sich versieht hat er Erfolg, neue Nazifreunde, Geld und eine junge Studentin wird seine neue Frau. Nur Halders Freund aus dem 1. Weltkrieg, ein jüdischer Professor ist natürlich kritisch. Es hilft nichts, der brave Halder ist auf einmal in der Partei und dann in der SS. Er will zwar seinem Freund noch helfen zu fliehen, aber die Nazis deportieren ihn und andere nach einem Zwischenfall in Paris. Halder ist aufgrund "Ja-Sagens und die Klappe halten" zu einer Waffe bzw. Werkzeug der Nazis geworden!
Nach ein paar Minuten ist es klar, worauf der Film hinaus läuft, es macht keinen "Spaß" in zu sehen, es ist aber wichtig um die Zeit zu verstehen. Hat doch jeder Mal gedacht: "Mir wäre das nie passiert!" Hier wird gezeigt, wie aus einem guten und aufgeschlossenen Mann ein Mitglied eines unmenschlichen Systems von Mörder und Verrückten wurde, ohne selbst an den ganzen Propagandamist der Nazis zu glauben.
Die Ausstattung und die Darsteller, allen voran Mortensen sind echt gut. Eine Schande das dieser Film nicht in deutschen Kinos lief und schon seit zwei Jahren auf eine Veröffentlichung auf DVD/ Blu-ray in unserem Land warten musste. Sicherlich ist die Geschichte nicht immer rund und die teils sprunghafte, episodenhafte Handlung stört, doch das hier müsste ebenso wie "Die Welle" eine Pflicht in deutschen Klassenzimmern sein.
Das Bild der Blu-ray ist gut, aber nicht überragend, hier würde auch die DVD genügen. Als Bonus gibt es eine Stunde Interviews mit den Darstellern, von denen recht viele zu Wort kommen und keinen üblichen Promotion Mist erzählen.
Mitläufertum, den Mund halten und nichts sagen sind leider "Fähigkeiten" von uns Deutschen die auch im Jahre 2011 noch viel zu sehr aktiv sind!
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am 14. März 2012
Der Führer selbst findet Gefallen an einem Buch des Literaturprofessors John Halder und schickt seine Schergen aus, um diesen für seine Sache zu gewinnen. John Halders Buch über aktive Sterbehilfe hat er vor acht Jahren geschrieben und entstand aus den Erfahrungen mit seiner demenzkranken Mutter. Mit Distanz und Sorge betrachtet er die Entwicklung in seinem Land. Die Annäherungsversuche der NSDAP lassen sich aber nicht lange abwehren. Halder muss Farbe bekennen.

Die dramatische Geschichte wird einfühlsam erzählt. Schlüssige Handlungen und Dialoge feilen an den Profilen der Protagonisten. Die Sogwirkung des allgegenwärtigen totalitärem System wird fein heraus gearbeitet. Gut ausgestattete Szenarien verwöhnen das Auge und generieren Atmosphäre. Regie und Schauspielern ist ein sehenswerter Film gelungen.
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am 2. Februar 2016
Achtung, Spoiler!
Diesen Film zu bewerten fällt mir ungewöhnlich schwer. Das liegt wohl daran, dass der Film das, was er vermitteln möchte – „Stell dir vor, du wachst auf und bist ein Nazi!“ -, in meinen Augen nicht vermitteln kann. Eigentlich möchte ich schreiben: „Themenverfehlung!“, denn die „vielen kleinen Kompromisse“, die den Antihelden dieses Films, John Halder, angeblich so tief in die Nazi-Szene hineinrutschen lassen, dass es keinen Weg zurück mehr gibt, sind in Wahrheit große Kompromisse. Dieser Mann ist kein Nazi, er ist kein Teufel, das ist schon richtig, aber er ist auch nicht gut, weder zu Beginn des Films noch am Ende. Stattdessen ist er in hohem Maße Opportunist, ein schwacher und rückgratloser Mensch, ein Vogelstrauß, der denkt, dass, wenn er den Kopf in den Sand steckt, alles gut ist. Im Grunde ein nicht sonderlich sympathischer Charakter. Die Schlussszene im KZ mutet geradezu absurd an. „It is real!“, erkennt Halder mit großen Augen. Ach nein, wirklich? Soll ich ihm etwa ernsthaft abnehmen, dass er nicht längst hätte sehen können, wenn er nur hätte sehen wollen. Schließlich kann er die Hetze gegen Juden am Beispiel des sozialen Abstiegs seines besten Freundes Maurice hautnah miterleben. Der erfolgreiche jüdische Psychoanalytiker erfährt eine Diskriminierung nach der anderen: Berufsverbot; Aberkennung der Bürgerrechte (zB Wahlrecht); Aberkennung des Mensch-Seins.
Dieser Halder ist kein guter, braver Intellektueller, der einiger kleiner Kompromisse wegen in die Nazi-Falle stolpert. Er wacht nicht eines Tages auf und ist ein Nazi. Vielmehr lässt er sich in die Richtung treiben, die ihm beruflichen Erfolg und eine neue Liebe bringt, Anerkennung und Ruhm. Sein Gewissen betäubt er durch Wegschauen (er blendet das, was geschieht, mit Musik aus). Ein unerfreulicher Zeitgenosse.

Andererseits ist dieser Film wirklich gut (abgesehen vom doch sehr überspitzten, unglaubwürdigen, fast schon grotesk lächerlichen Ende, für das ich einen Stern abziehe). Er zeigt einen charakterlich schwachen Mann, antriebslos, ohne nennenswerten Erfolg. An der Universität, an der er lehrt, kommt er nicht voran. In seinem Privatleben reibt er sich zwischen der dementen Mutter und der depressiven Ehefrau auf. Während sein bester Freund Maurice das Leben genießt, läuft er im unbefriedigenden Hamsterrad, beruflich wie auch privat. Viggo Mortensen spielt diesen John Halder überzeugend und beeindruckend, eine formidable Darstellung. Stimme, Mimik, Haltung – alles verdeutlicht das biegsame Rückgrat dieses Mannes. Er mag Hitler nicht, er nennt ihn einen Witz, aber als die Nazis eines Buches wegen, das er geschrieben hat, auf ihn aufmerksam werden, als sich ihm plötzlich ein neues, besseres, befriedigenderes Leben bietet, greift er zu. Beförderung, eine junge Geliebte, Anerkennung. Wer Nazis als Freunde hat, aus dem wird etwas. Halder lässt es sich gerne gefallen, hofiert zu werden. Er tauscht das alte Leben gegen ein neues, Familie gegen Geliebte, seinen Freund gegen Nazi-Freunde. Er ist ein Opportunist durch und durch.

Sehr gut auch die übrigen Schauspieler/innen, allen voran Jason Isaacs als Maurice. Er ist ein anderer Typ als Halder, sehr viel stärker und selbstbewusster. Er denkt zunächst, er könnte Hitler „aussitzen“, er weigert sich, seine Heimat zu verlassen, aber er erkennt nach und nach die Richtung, in die alles läuft (und verzweifelt an der Passivität und Schönrederei seines Freundes). Zwei seiner Szenen werden mir noch lange in Erinnerung bleiben: Jene am Badestrand, wo er auf Halders Anmerkung, ihn würde nichts an Deutschland binden, er könne ins Ausland gehen und dort praktizieren, sehr gekränkt und bitter reagiert (eine beklemmende Sequenz). Und jene in seiner einst so schönen, nun heruntergewirtschafteten Wohnung, in der er Halder bewirtet, verzweifelt bemüht, den Schein zu wahren, und in der er sich schließlich dazu durchringt, seinen Freund zu BITTEN (was ihm nicht leicht fällt), ihm eine Fahrkarte nach Paris zu besorgen (herzzerreißend, wie er dabei versucht, seine Würde zu bewahren).

Wer über gute Englischkenntnisse verfügt, sollte sich den Film im Original anschauen, schon einmal deshalb, weil sowohl Viggo Mortensen als auch Jason Isaacs wunderschöne, ausdrucksstarke Stimmen haben. Sie sind beide ausgezeichnete Schauspieler. Es lohnt sich, ihnen nicht nur zuzuschauen, sondern auch zuzuhören.
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am 18. Juli 2015
Erst kam mir der Gedanke 'Bloß nicht noch ein Kriegsfilm'. Aber jetzt muss ich sagen - Hut ab! Es ist ein eher ruhiger Film. Aber nicht weniger eindringlich. Ein durchschnittlicher Mensch, wie du und ich, gerät in eine (Kriegs)Maschinerie ohne es zu merken, zu begreifen. Weder erkennt er die Ausmaße des ganzen, noch scheint er zu begreifen, was der Zuschauer schon bald erkennt. Er treibt lethargisch mit dem Strom, geht in eine Richtung, die er eigentlich nicht wünscht. Er tut es um einerseits um voranzukommen (was vor allem seine Frau will) und andererseits um einem Freund zu helfen.
Ich habe die ganze Zeit wenigstens auf ein Happy End gehofft - dieser Film hat leider keins...
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am 22. Juli 2011
Dieser Film basiert auf einem Theaterstück, aus dessen Grundidee man einen spannenden, philsophisch interessanten und psychologisch raffinierten Film hätte machen können. Herausgekommen ist ein weitgehend uninspirierter, arg banal inszenierter Film, dem es massiv an schlüssiger Entwicklung und logischem Zusammenhang der Handlung fehlt. Viele Dialoge sind zudem schrecklich belanglos und hölzern, die Figuren spielen sehr steif, jedes Schultheater hat mehr Esprit.
Und die Schlußszene im KZ ist fast schon grotesk albern, so daß nicht mal die Ernsthaftigkeit des Themas gewahrt bleibt.
Eine Wertung von 6.1 in der Internet Movie Database hatte mich schon nicht viel erwarten lassen, aber GOOD ist leider noch schlechter, sehr bedauerlich ...
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am 7. Februar 2011
Excellently written/adapted by John Wrathall (derived from CPTaylor's play). If traditionalist semioticians can look beyond linguistic contemporization and localization this is a feast for the aesthetician's eyes and the intellectualist's mind re temptation and redemption. Story movement is great and viewer involvement superb. It's simple: identify and cogitate. The Passion was contemporized frequently so 'modern' viewers would be enabled to understand what composers like J S Bach were talking about. This is the modern Passion of Hell. And in this case there is no redemption at the top of Calvary. View it and talk about it! Immerse yourselves.
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am 23. August 2011
Allen Vorrednern, die beeindruckt von dem Film waren, kann ich nur zustimmen. In mir klingt er - nach Tagen - noch immer nach. Ich möchte die positiven Meinungen hier nicht wiederholen, sondern ein paar Bemerkungen zu negativeren Stimmen.

Zu Duster - er schreibt:
- "Auf die Idee, einen erneuten Versuch zu unternehmen, kommt der SS-Professor natürlich nicht." Natürlich unternimmt Halder einen neuen Versuch UND kauft die Karten! - "Und davon abgesehen war es in der Realität so, dass man zu diesem Zeitpunkt die Juden hat bereitwillig ausreisen lassen, jedoch ohne Vermögen." Ja, das wird im Film auch angesprochen, nur will Glückstein das nicht! Er sagt selbst, man würde ihn mit 10 Mark gehen lassen.
- Zu den Liebesbeziehungen: Helen kommuniziert zunächst durchaus nicht, so als ob nichts gewesen wäre. Im Gegenteil: Sie rastet fast aus mit den Worten, sie hätte sich grad neu in ihn verliebt, weil er plötzlich seine Lethargie überwunden hätte (so ähnlich). Was übrigens auch das Verhältnis zu Anne erklärt, die daran großen Anteil hat.
- Zur Schlußszene: Halder gibt sich nicht als Inspektor aus, der das KZ inspiziert, um dort seinen jüdischen Freund zu finden, sondern er erwähnt das als "Nebenaufgabe", nämlich die Korrektheit der Berliner Akten an einem Einzelfall prüfen zu wollen.

Auf die Meinung von "The Prisoner" will ich nicht weiter eingehen, der widerspreche ich in jedem Punkt.

Im übrigen muß im Film nicht alles mit Worten erklärt werden - Mortensens Mimik ist oft aussagekräftig genug.
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