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am 4. Oktober 2005
Im Jahre der Veröffentlichung bezeichneten Kritiker das Album als Kniefall vor der Punk-Bewegung und bezogen sich vor allem auf die zurückgenommene Produktion und die rockigen Gitarren. Ich bin der Ansicht dass diese Erklärung dem Konzept hinter "Animals" nicht gerecht wird und zu kurz greift, gerade weil wir mit einem zeitlichen Abstand von mehr als 20 Jahren das Ende der Story kennen.
Es kann kein Zufall sein dass in den späten 70er Jahren zahlreiche Bands mit Wurzeln in den 60ern versuchten, neue Wege zu gehen, ihr Image loszuwerden und demzufolge wieder begannen, musikalisch zu experimentieren (vgl. die LPs der Rolling Stones, The Who und Black Sabbath aus dieser Zeit). Auch Roger Waters schien mitte der 70er Jahre zu spüren, dass Pink Floyd nach den Welterfolgen "The Dark Side Of The Moon" und "Wish You Were Here" und triumphalen Tourneen zu einem Markenzeichen zu degenerieren drohten, zu einer Band, die auf ein bestimmtes Image festgelegt war, um weiterhin Platten zu produzieren, die sich zwar glänzend verkaufen würden, musikalisch und literarisch jedoch bedeutungslos wären. Im Bestreben den Sound der Gruppe weiterzuentwickeln verwandelte sich Waters in einen berüchtigten Kontrollfreak, der die Nerven der übrigen Bandmitglieder einer andauernden Zerreißprobe aussetzte. Es galt sich von einigen Markenzeichen zu trennen, die Pink Floyd zur Supergruppe gemacht hatten: anstatt der Sphärenklänge von "Shine On..." (einem Track, der bei aller harmonischen Perfektion immer auch etwas betulich klingt) konfrontiert "Dogs", das Herzstück von "Animals", den Hörer vom ersten Moment an mit einer kalten, trostlosen und harten Klangwelt.
Unbescheiden kategorisiert Roger Waters die Menschheit als Hunde, Schweine und Schafe und lässt seinem Sarkasmus freien Lauf. Im Aufbau repräsentiert "Animals" das exakte Gegenstück von "Wish You Were Here": wie beim Vorgänger findet sich ein zweigeteilter Song als Intro und Outro der LP, doch die drei zentralen Tracks sind überlang und monumental, während Teil 1 und 2 von "Pigs On The Wing" akkustisch, leise und je nur eineinhalb Minuten lang sind. Radiotaugliche Nummern? - Fehlanzeige!
"Pigs" (Schweine) sind bei Orwells Novelle "Animal Farm", die Waters als lose Vorlage diente, bekanntlich die herrschende Spezies. Textlich räumt Waters ihnen demzufolge mit "Pigs (Three different ones)" den breitesten Raum ein, zumindest was ihre Typifizierung angeht. Nebenbei machte Waters hier mit Mary Whitehouse eine hartnäckige Kritikerin der Floyd und der Popkultur der 60er unsterblich. Musikalische Höhepunkte setzt der atmospärisch dichte, aus einem einfachen, ständig kreisenden und sich steigerndem Motiv von Gilmour bestehende Mittelteil und des Ende mit dem treibenden, dominierenden Bass und einem flammenden Gitarrensolo (eines von Gilmours besten).
"Sheep" versetzt den Hörer zunächst auf eine scheinbar idyllische, saftige Weide, in bester Floyd-Tradition blöken Schafe und zwitschern Lerchen, während Rick Wrights Intro (eine absolute Sternstunde des Keyboarders) an dunkle Wolken gemahnt, die sich am Horizont zusammenziehen, ehe sich die Spannung in Gilmours Power-Riff und Waters Schreien entlädt. Härter rockten Pink Floyd seit "The Nile Song" vom "More"-Soundtrack nicht mehr. Der Mittelteil von "Sheep" beinhaltet eine bittere Satire auf Psalm 23: Das Glaubensbekenntnis der Schafe als zeitlose Mahnung gegen blinde Gefolgschaft, geistige Apathie und Indifferenz.
Kritiker wenden gegen "Animals" häufig ein, dass das Album traurig und depressiv wirke, der misanthropische Weltentwurf eines verbitterten und verbissenen, alternden Rockstars sei. Ich halte dem entgegen, dass Waters auch schon auf TDSOTM und WYWH Entfremdung, Paranoia und Gier thematisiert hatte - keine "schönen" Themen, wenngleich in Sphärenmusik verpackt. Außerdem und wichtiger noch, "Animals" bietet ein echtes "Happy End": das Aufbegehren der Schafe endet im Triumphzug, kaum sind die letzten mächtigen Akkorde von "Sheep" verhallt, endet die Platte im tröstlichen "Pigs On The Wing" - also Erlösung durch Liebe, kann es ein versöhnlicheres Ende geben?
Für Fans, die erst mit den beiden Vorgänger-LPs zu Pink Floyd gestoßen waren, war "Animals" sicher ein Schock. Aber das Ziel der Band und insbesondere Waters war es, mit "Animals" das Patina der Unschuld und Berechenbarkeit abzulegen, das Pink Floyd nach ihren Welterfolgen in den 70ern angesetzt hatten. Nun sollte ein neues Kapitel in der Bandgeschichte aufgeschlagen werden - wie wir heute wissen, mit großem Erfolg.
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am 6. Dezember 2014
Animals,erschienen Anfang 1977 war das 1.Album,bei dem Roger Waters das Ruder übernahm.(Gilmour wird nur bei dem 17 minütigen Dogs als Mitkomponist aufgeführt),ansonsten stammen alle Kompositionen von Roger Waters,der allerdings zu dieser Zeit so ziemlich auf dem Zenit seines Könnes war.Auch war es das 1.Album auf dem Rick Wrights Keyboardspiel deutlich in den Hintergrund tritt.Den Kern bilden 3 Stücke mit Laufzeiten zwischen 10 und 17 Minuten die eingerahmt sind von der akustischen zweiteiligen jeweils 1 minütigen Gitarrenballade Pigs on the wing.Aggressiver,rotziger und rockiger haben Pink Floyd allerdings nie geklungen,Sheep schaffte es sogar auf mehrere Best of Alben.Warum die Band dieses sehr wichige Album nach der Animals Tour 1977 immer ignorierte ist mir allerdings bis heute ein Rätsel,da es seinen berühmten Vorgängern in nichts nachsteht.Da es allerdings keinen als Single auskoppelbaren 5 Minuten Happen auf der Platte gab blieb es verkaufstechnisch weit hinter den Zahlen der beiden Vorgänger zurück.Trotzdem ein Highlight im Floyd Kosmos.
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am 23. November 2001
Daß "Wish You Were Here" ein geniales Konzeptalbum ist, ist allgemein bekannt. "Animals" kommt aber nahe heran und gefällt mir persönlich um einiges besser als z.B. "Dark Side Of The Moon".
"Animals" kann man nur in einem Stück hören. Es baut sich über 45 Minuten lang auf, angefangen bei dem Zwanzig-Minuten-Stück "Dogs", in der sich die Band alle Zeit der Welt nimmt, um das Stück auszuarbeiten. "Pigs (Three different Ones)" steigert das Tempo, das in "Sheep" seinen Höhepunkt findet, vor allem in den finalen Gitarenriffs, die wie befreiende Dur-Akkorde die eher düstere Platte zu einem strahlenden Abschluß bringen.
Ein genialer Spannungsbogen, der mit einem Höhepunkt abschließt. Eines der Stücke einzeln zu hören, hieße, ein Kunstwerk zu zerstören; ich habe das nie fertiggebracht. Ein Geheimtip. 5 aus 5.
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am 3. Juni 2009
Wenn man über Pink Floyd spricht, geht es immer um Meilensteine wie "Dark Side Of The Moon", "Wish You Were Here" oder "The Wall". Eines ihrer besten Alben wird meist völlig unterschlagen, dabei ist es durch und durch stimmig und kann mühelos mithalten. Es heißt schlicht "Animals".

Wie von Pink Floyd inzwischen gewohnt handelt es sich um ein Konzeptalbum. Der Mensch wird in drei Kategorien eingeteilt: Hund, Schwein und Schaf. Für jede Kategorie genau ein Song, desweiteren zwei kurze Stücke die das Album einleiten und abschließen. Hierbei präsentieren sich die Herren um Gilmour und Waters so dreckig und erdig wie nie zuvor. Vorbei sind die Zeiten des sphärischen Rocks, und manches wird auf Animals bereits angedeutet, was später auf The Wall vollendet wird.

Wenn man das Album ganz ohne Worte beschreiben will, genügt ein Blick auf das inzwischen legendäre Albumcover. Es fängt die schmutzige, rauhe Atmosphäre des Albums perfekt ein.

Waters' Lyrics sind so zynisch und brilliant wie eh und je. Wenn auch hier keine so markanten Gitarrensolos enthalten sind wie z.B. bei "Time" oder später "Comfortably Numb", entfaltet Gilmour hier eine ungeheure Wucht, seine Gitarre klagt und treibt die Songs voran, besser hat er nie gespielt.

#1 Pigs On The Wing Pt. 1 - akustisch, sparsam instrumentiert, leitet das Album ein
#2 Dogs - geballte 17 Minuten, geniale Lyrics, famose, marternde Gitarren und ein grandioses Finale
#3 Pigs - Schweinegrunzen leitet dieses herrlich zynische Stück ein, toller Bass
#4 Sheep - beschaulich fängt es an, Wright läuft zur Höchstform auf, dann entfesseln sie einen Orkan
#5 Pigs On The Wing P1. 2 - wiederum akustisch, mit einem Schimmern von Hoffnung läuft das Album aus

Animals steht für das rauhe, das zynische und unbequeme Pink Floyd. Keine sphärischen Synfonien, aber noch immer unverkennbar Floyd, handwerklich überragend, klingt es noch heute kraftvoll und frisch. Ein zu Unrecht unterschätztes, gnadenlos gutes Album.
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VINE-PRODUKTTESTERam 27. November 2007
Nachdem PF 1975 mit "Wish you were here" ihrem Gründer Syd Barrett ein Denkmal gesetzt hatten, verloren sich die Bandmitglieder für über ein Jahr aus den Augen. Erst Anfang 1977 setzten sich Roger Waters und David Gilmour wieder zusammen, um ein Nachfolgewerk vorzubereiten. Doch Waters kam mit einem fast fertigen Konzeptwerk zu Gilmour. In der Ära Thatcher war ihm, dem stets politisch interessierten, einiges in seinem Land ein Dorn im Auge. Und so entstand seine Idee die Menschen in Hunde, Schafe und Schweine zu unterteilen.

Gilmour gefielen die Kompositionen ausgesprochen gut, was man heute, mit dem Wissen von weiteren 30 Jahren, nur noch ungläubig bestaunen kann. Doch 1977 hatte Gilmour ein bisschen die Motivation in PF verloren, und es war ihm zu diesem Zeitpunkt nur Recht, dass Waters die Verantwortung übernahm. Richard Wright spielte hier schon überhaupt keine Rolle mehr, und gab dies auch später in Interviews unumwunden zu. "Roger kam, legte mir die Noten auf das Klavier, und ich spielte wie ein Studiomusiker meinen Part. Kompositorisch konnte ich absolut nichts zum Album beitragen."

Und trotzdem wurde "Animals" ein Riesenerfolg, trotz Kritikerschelte. Die Fans mochten das Album, welches bis heute zwar immer noch unterbewertet wird, aber doch noch mit einigen der besten Kompositionen von PF aufwarten kann. Da Gilmour eigentlich nur noch an den Arrangements mitarbeitete, hatte er auch reichlich Zeit seine Soli zu spielen. Und genau hier liegt die Stärke des Albums: Gilmour's Gitarrensoli sind dermassen genial zu dieser düsteren Musik passend, dass das ganze Album einen nochmals schwärzeren Touch bekommt.

Sicherlich war mit "Animals" der absolute Zenith erreicht, denn das 1980 erscheinende "The Wall" ist nur noch ansatzweise in punkto Kreativität mit früheren Werken zu vergleichen. Da ändern auch die astronomischen Verkaufszahlen nichts dran.

Am Rande gibt es noch eine kleine Geschichte zum aufblasbaren Stoffschwein auf dem Batterygelände: das Schwein riss sich am zweiten Tag von seinen Stahlseilen los und der Flughafen Heathrow musste deswegen mehrere Stunden gesperrt werden. Wer für den Schaden aufkommen musste, ist bis heute nicht bekannt.......
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am 19. Juni 2007
Animals steht in der Tat im Schatten der 'drei Großen' (WYWH, the Wall, DSoTM), aber so recht verständlich ist das kaum. Animals zeigt Pink Floyd auf allerhöchstem musikalischen und kompositorischem Niveau. Pink Floyd mussten nachlegen, immerhin hatten sie sich selbst mit DSoTM und WYWH große Fußstapfen geschaffen. Wenn man nun auf die CD-Hülle guckt könnte man vermuten, dass die Band versuchte in sicheren Gewässern zu schwimmen und quasi hier WYWH II zu veröffentlichen: Beide Alben haben fünf Songs und der letzte schließt jeweils den Kreis zum erstem. Hört man allerdings in das Album rein, so merkt man schon nach kurzer Zeit die Unterschiede. Wie bereits oft erwähnt ist Animals rockiger als die Vorgänger und gitarrenlastiger. Aber natürlich ist hier auch noch eine Menge Artrock drin; ein gewöhnliches Rockalbum ist Animals sicher nicht. Die Melancholie von WYWH ist einer trotzigen Verbitterung gewichen. Das schlägt sich auch deutlich in den Texten nieder in denen Waters einige seine besten Verse von sich gibt, wenn er zum Beispiel gegen die Eiserne Lady wettert ('You radiate cold shafts of broken glass') oder Mary Whitehouse, eine 'Moralwächterin', welche Pink Floyd wegen unsittlichem Verhalten in der britischen Öffentlichkeit anprangerte, angreift. Ein bisschen ausgelutscht ist die Idee des Konzeptes natürlich schon (und war sie auch 1977 schon) Menschen mit Tieren zu vergleichen, immerhin war Animal Farm auch damals schon geschrieben, aber was Waters, der alle Texte schrieb, daraus gemacht hat ist schon sehenswert.
Pigs on the Wing I und II haben eher Intro- bzw. Outrocharakter und dauern jeweils nicht einmal 1,5 Minuten. Die restlichen Songs haben es aber massiv in sich. Dogs ist ein 17-minütiges Monument in dem Pink Floyd eindrucksvoll beweisen, dass niemand bessere Longtracks schreiben konnte. Pigs und Sheep stehen in der Qualität in nichts nach. Die Kreativität mit der Pink Floyd hier nacheinander bemerkenswerte Melodien, geniale Basslinien und vor allem Gitarrensoli vom Feinsten präsentieren ist kaum zu überbieten. Das alles wird bester Pink-Floyd-Manier sorgfältigsten auf den Tonträger gebracht und mit netten Details versehen (so echot zB. Dogs in Sheep nach ... ). Die Produktion ist zwar sicher nicht bahnbrechend, wie die von DSoTM aber sehr solide.
Wer also Pink Floyd mag kann hier nichts falsch machen. Und wer einsteigen will eigentlich auch nicht. Also kaufen ...
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am 22. April 2008
"Animals" hat es echt in sich. Drei Übertracks eingerahmt von Intro und Outro. Und diese drei Haupttracks (alle im zweistelligen Minutenbereich) sind so vielschichtig, bedienen so viele Stimmungen und sind allesamt auf sehr hohem Level, dass ich bis heute für mich nicht sagen kann, welcher dieser Songs mir definitiv am besten gefällt: "Dogs", "Pigs" oder "Sheep"!
Auch darf man sich ruhig die ehrliche Frage stellen, mit welchem dieser besungenen Charaktere man sich am ehesten identifizieren kann. Denn hier werden ja nicht einfach Tiere besungen, sondern Waters beschreibt die für ihn drei menschlichen Hauptcharaktere in diesen Liedern.
Wie die Songs arrangiert sind gefällt mir sehr gut, gerade auch die sphärischen Parts von "Dogs" und "Sheeps" entfalten voll ihre Wirkung, obwohl das Album insgesamt rockiger ist. Und alleine das geniale Intro von "Sheep" ist den Kauf dieses Albums eigentlich schon wert.
Kurzum ein Konzeptalbum, wie es nur von Pink Floyd kommen kann. Auch sieht man an "Animals", wie die generelle Kreativität im Musikgeschäft abgenommen hat, oder um mich etwas diplomatischer auszudrücken: Wie sich die Kreativität im Laufe der vielen Jahre seit Erscheinen verändert hat. Solch lange Stücke, wie sie ja nicht nur auf geniale Weise von PF umgesetzt wurden, sondern auch z.B. von Yes passen heutzutage anscheinend nicht mehr ins gängige Schema. Wenn ich heutige "lange" Stücke höre, so ist das Stück an sich meistens nach paar Minuten zu Ende und dann kommt erstmal eine mehrminütige "obercoole" Stumm-Pause bevor es dann meistens mittelmäßig mit dem Stück zu Ende geht. Solche künstlich in die Länge gezogenen "Ergüsse" gab es früher eher nicht, und da sind wir wieder beim Thema Kreativität...!
Gerade auch deswegen sollten solche Alben wie eben "Animals" nicht in Vergessenheit geraten, denn diese Qualität ist und bleibt zeitlos!
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am 4. Dezember 2006
Nach den genialen Vorgängeralben „Dark Side Of The Moon“ und „Wish You Were Here“ dachten viele Leute, Pink Floyd können unmöglich das hohe Niveau halten. Sie konnten es und meiner Meinung nach, ist es sogar kurzweiliger als WYWH. Während angesprochenes Album eher ruhig war, mit toller Produktion und hervorragenden Sounds beeindruckte, ist „Animals“ rockig und dreckig (für Pf-Verhältnisse) und weniger mit Technik beladen.

Eingerahmt von Waters’ kurzen Akusiksong „Pigs On The Wing“ finden sich drei der stärksten Pink Floyd Songs auf diesem Album wieder. „Dogs“ fängt mit akustischen Gitarren an, und ab und zu gesellt sich ein angsteinflössendes Keyboard hinzu. Nach einer Weile spielen Drums und Bass entspannt und unauffällig mit. David Gilmour klingt giftig und lässt ordentlich Dampf ab, seine Gitarre weint und schreit – er zieht sie in unglaubliche Höhen und entlockt Ihr wundervolle Melodien. Nach dem zweiten „Refrain“ wird es wieder leiser, akustische Gitarren paaren sich mit dem typischen E-Piano von Wright und passender Weise hört man im Hintergrund Hundegebell und Hundegejaule. Sehr geile Stelle. ^^ Ein kurzes Fill-In vom Schlagzeuger Nick Mason (der sehr wenig spielt) und wieder ein tolles Gitarrensolo von Gilmour, der hier noch giftiger wirkt als beim Solo davor!!! Die dritte Strophe - wieder mit tollen, gedoppelten Gesang von Gilmour – verschwimmt am Ende einfach in einer weitere, aber längere Ruhepause und tollen Keyboards von Wright. Alles sehr atmosphärisch, sehr düster… Danach werden einige Themen wieder aufgriffen – der Kreis schließt sich und ruckzuck sind 18 Minuten vorbei. Das war übrigens mein erster Floyd Song, den ich alleine von mir aus gehört habe.

Danach kommt das rockige „Pigs (Three Different Ones)“. Ein kurzer Grunz, ein leiser, dumpfer Schrei und schon fängt eine traumatisierende Orgel an, zu der sich ein von Gilmour gespielter Bass hinzugesellt. Wenn die Drums einsetzen fällt sofort auf, wie dumpf sich (nur) dieser Song anhört. (Ich stelle immer volle Höhen ein, damit er besser klingt) Der Refrain groovt mit ordentlich Cowbell und wieder ist es Gilmour der den Song mit seinen Soli prägt. Das soll aber nicht heißen, er spiele *nur* Soli und der Rest sei langweilig. Ganz im Gegenteil, aber wenn er zum Soli ansetzt und der Song weiterfließt, dann geht einfach die Sonne auf.

„Sheep“ fängt *natürlich* mit Schafgeräuschen an und dann setzt Wright mit dem geilsten Keyboard ein, das es gibt. Einfach nur ein Jazzpiano, ein wenig Stereoeffekt rauf – fertig. Wieder ein relativ harter Track mit *wieder* ^^ hervorragender Gitarre von Gilmour. Das ist auch der letzte Pink Floyd Song, in dem Wrights Keyboards mehr im Vordergrund stehen. Das Finale gehört zu den großartigsten und man neigt dazu, sich das Album gleich noch einmal anzuhören. Den Abschluss bildet „Pigs on the wing Pt. Two“.

Das Album lädt besonders dazu ein, es sich an regnerischen Tagen anzuhören. Man kann es nebenbei hören, aber man kann es auf bei einem Sechser Bier vor der Anlage genießen. Es ist für mich das letzte große Pink Floyd Album, danach folgte „The Wall“ und das halte ich schon für Roger Waters Solo mit Gilmour an der Gitarre.

Anspieltipps: durchhören!! (wenn es aber sein muss; den Anfang von „Sheep“)
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am 28. Oktober 2011
Das Zauberelixir 'Remastering' sorgt für klingelnde Kassen, tut Alben aber eher selten gut. Animals dagegen gewinnt klanglich deutlich. Kann man bei 'Whish You...' noch streiten, ob man das 2011er Remaster braucht, ist es hier keine Frage. Einzelne Tonspuren sind von Grauschleiern und Rauschfahnen befreit, atmen jetzt frei durch und schon im Intro glänzen die Gitarrensaiten wie frisch aufgezogen.
Mit 'Dogs' fällt ein drastischer Gewinn an Basisbreite auf, ohne dass sich das akustische Zentrum flächig in die Breite zieht. Gilmours Gesang bleibt mittig fixiert, sein Mund wächst nicht zum Walfischmaul. Im Verlauf des Stückes rückt das Gitarrenspiel immer wieder in den Vordergrund. Klanglich so pieksauber, als sei es ein autarkes Ereignis, das dennoch im großen Ganzen eingebunden ist. Dann jaulen Hunde und Waters' Bassgitarre dröhnend auf 'der akustische Raum gibt eine enorme Tiefe frei. Das Ur-Album bleibt vergleichsweise zweidimensional, Ausschwingvorgänge sind nicht präsent. Die weit aufgezogenen Klanggemälde des 2011er Remaster klingen fast nach Surround, aber nicht so unnatürlich, nicht aufgebläht. Mich erinnert es an Waters''Amused To Death' mit seinen Q-Sound-Effekten. Überhaupt kommt mir nach so vielen Jahren einiges bekannt vor; kehren nicht Tonfolgen, Sequenzen später ähnlich, aber in anderer Ausrichtung, in Werken Alan Parsons wieder? Eine rhetorische Frage.
Pigs startet quiekend, das Keybord tönt schweinchenrosa, weich, pastellen und hell. Die rotzig gespielte Gitarre bildet einen harten Kontrast. Räumlich nutzt Pigs im Remaster mehr den Raum zwischen den Boxen und davor aus, der Schwerpunkt verlagert sich. Details sind konkreter, das gezielte Spiel mit der Phase wirkt intensiv auf den Zuhörer.
Sheep lebt durch den spielerischen Umgang mit Tempiwechseln, Klangfarben und Raum, mal Weitwinkel, mal Makro. Farben kommen mal bunt getupft (Keybord), dann wieder graubraun, erdig oder gleißend hell. Die Spannweite ist gegenüber der Ur-Version bemerkenswert gewachsen.

Mein Fazit: Remaster gelungen, Musik ohnehin 'State of the Art'. Und wenn Sie zu den vielen Pink Floyd-Anhängern zählen, die Animals noch nicht im CD-Regal haben, lohnt es sich zuzugreifen. Noch besser zu Vinyl (Test folgt). Mit dem Abstand der Jahre könnte es gut sein, dass Sie dieses Werk mehr faszinieren wird als manch anderes von Pink Floyd. Knut isberner
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am 14. August 2004
"Animals" ist die letzte Floyd-Platte, welche ich als wahrhaft großartig einschätze.
Auf das Konzept dieses Albums ist ja schon ausführlich eingegangen worden, im Grunde unterteilt Waters die Menschen in Hunde, Schweine und Schafe, hält ihnen einen Spiegel vor's Gesicht.
Wichtiger als das Thema an sich erscheint mir jedoch dessen Umsetzung in musikalischer Hinsicht. Floyd schufen hier eine ebenso bedrohliche wie eindringliche Atmosphäre mit sehr finsteren Untertönen (man beachte auch das geniale Cover), eingefangen in ausufernden Gitarrensolos, energetischen Bass-Lines und dezenten Keybordklängen.
"Animals" ist wohlgemerkt kein anspruchsloses Album, kein leicht zugängliches. Wer triviale Allgemeinkost sucht, ist ganz bestimmt fehl am Platz. Manchmal muß man sich einem besonderen Werk etwas länger widmen, um dessen Schönheit für sich zu entdecken, um für den Aufwand "entschädigt" zu werden. Es lohnt sich allemal.
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