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168 von 174 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterbewerteter Meilenstein der Floyd
Im Jahre der Veröffentlichung bezeichneten Kritiker das Album als Kniefall vor der Punk-Bewegung und bezogen sich vor allem auf die zurückgenommene Produktion und die rockigen Gitarren. Ich bin der Ansicht dass diese Erklärung dem Konzept hinter "Animals" nicht gerecht wird und zu kurz greift, gerade weil wir mit einem zeitlichen Abstand von mehr als 20...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2005 von Martin Schott

versus
50 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein alter Pink Floyd - Liebhaber
Als ein alter Pink Floyd Liebhaber (bin quasi mit der Musik groß geworden), wollte ich mir die aktuelle
Version - aus reiner Neugier - anhören. Ich besitze die erste Harvest-Pressung aus den 80-gen
und die EMI (Austria-Pressung) - "Shine On" Sonderausgabe (digitally remastered) aus dem Jahre 1992.

Hier meine Kritikpunkte an der...
Veröffentlicht am 28. Februar 2012 von Henryk


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168 von 174 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterbewerteter Meilenstein der Floyd, 4. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
Im Jahre der Veröffentlichung bezeichneten Kritiker das Album als Kniefall vor der Punk-Bewegung und bezogen sich vor allem auf die zurückgenommene Produktion und die rockigen Gitarren. Ich bin der Ansicht dass diese Erklärung dem Konzept hinter "Animals" nicht gerecht wird und zu kurz greift, gerade weil wir mit einem zeitlichen Abstand von mehr als 20 Jahren das Ende der Story kennen.
Es kann kein Zufall sein dass in den späten 70er Jahren zahlreiche Bands mit Wurzeln in den 60ern versuchten, neue Wege zu gehen, ihr Image loszuwerden und demzufolge wieder begannen, musikalisch zu experimentieren (vgl. die LPs der Rolling Stones, The Who und Black Sabbath aus dieser Zeit). Auch Roger Waters schien mitte der 70er Jahre zu spüren, dass Pink Floyd nach den Welterfolgen "The Dark Side Of The Moon" und "Wish You Were Here" und triumphalen Tourneen zu einem Markenzeichen zu degenerieren drohten, zu einer Band, die auf ein bestimmtes Image festgelegt war, um weiterhin Platten zu produzieren, die sich zwar glänzend verkaufen würden, musikalisch und literarisch jedoch bedeutungslos wären. Im Bestreben den Sound der Gruppe weiterzuentwickeln verwandelte sich Waters in einen berüchtigten Kontrollfreak, der die Nerven der übrigen Bandmitglieder einer andauernden Zerreißprobe aussetzte. Es galt sich von einigen Markenzeichen zu trennen, die Pink Floyd zur Supergruppe gemacht hatten: anstatt der Sphärenklänge von "Shine On..." (einem Track, der bei aller harmonischen Perfektion immer auch etwas betulich klingt) konfrontiert "Dogs", das Herzstück von "Animals", den Hörer vom ersten Moment an mit einer kalten, trostlosen und harten Klangwelt.
Unbescheiden kategorisiert Roger Waters die Menschheit als Hunde, Schweine und Schafe und lässt seinem Sarkasmus freien Lauf. Im Aufbau repräsentiert "Animals" das exakte Gegenstück von "Wish You Were Here": wie beim Vorgänger findet sich ein zweigeteilter Song als Intro und Outro der LP, doch die drei zentralen Tracks sind überlang und monumental, während Teil 1 und 2 von "Pigs On The Wing" akkustisch, leise und je nur eineinhalb Minuten lang sind. Radiotaugliche Nummern? - Fehlanzeige!
"Pigs" (Schweine) sind bei Orwells Novelle "Animal Farm", die Waters als lose Vorlage diente, bekanntlich die herrschende Spezies. Textlich räumt Waters ihnen demzufolge mit "Pigs (Three different ones)" den breitesten Raum ein, zumindest was ihre Typifizierung angeht. Nebenbei machte Waters hier mit Mary Whitehouse eine hartnäckige Kritikerin der Floyd und der Popkultur der 60er unsterblich. Musikalische Höhepunkte setzt der atmospärisch dichte, aus einem einfachen, ständig kreisenden und sich steigerndem Motiv von Gilmour bestehende Mittelteil und des Ende mit dem treibenden, dominierenden Bass und einem flammenden Gitarrensolo (eines von Gilmours besten).
"Sheep" versetzt den Hörer zunächst auf eine scheinbar idyllische, saftige Weide, in bester Floyd-Tradition blöken Schafe und zwitschern Lerchen, während Rick Wrights Intro (eine absolute Sternstunde des Keyboarders) an dunkle Wolken gemahnt, die sich am Horizont zusammenziehen, ehe sich die Spannung in Gilmours Power-Riff und Waters Schreien entlädt. Härter rockten Pink Floyd seit "The Nile Song" vom "More"-Soundtrack nicht mehr. Der Mittelteil von "Sheep" beinhaltet eine bittere Satire auf Psalm 23: Das Glaubensbekenntnis der Schafe als zeitlose Mahnung gegen blinde Gefolgschaft, geistige Apathie und Indifferenz.
Kritiker wenden gegen "Animals" häufig ein, dass das Album traurig und depressiv wirke, der misanthropische Weltentwurf eines verbitterten und verbissenen, alternden Rockstars sei. Ich halte dem entgegen, dass Waters auch schon auf TDSOTM und WYWH Entfremdung, Paranoia und Gier thematisiert hatte - keine "schönen" Themen, wenngleich in Sphärenmusik verpackt. Außerdem und wichtiger noch, "Animals" bietet ein echtes "Happy End": das Aufbegehren der Schafe endet im Triumphzug, kaum sind die letzten mächtigen Akkorde von "Sheep" verhallt, endet die Platte im tröstlichen "Pigs On The Wing" - also Erlösung durch Liebe, kann es ein versöhnlicheres Ende geben?
Für Fans, die erst mit den beiden Vorgänger-LPs zu Pink Floyd gestoßen waren, war "Animals" sicher ein Schock. Aber das Ziel der Band und insbesondere Waters war es, mit "Animals" das Patina der Unschuld und Berechenbarkeit abzulegen, das Pink Floyd nach ihren Welterfolgen in den 70ern angesetzt hatten. Nun sollte ein neues Kapitel in der Bandgeschichte aufgeschlagen werden - wie wir heute wissen, mit großem Erfolg.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das politische Vermächtnis, 27. November 2007
Von 
Marc Colling "luxkling" (Dalheim Luxemburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
Nachdem PF 1975 mit "Wish you were here" ihrem Gründer Syd Barrett ein Denkmal gesetzt hatten, verloren sich die Bandmitglieder für über ein Jahr aus den Augen. Erst Anfang 1977 setzten sich Roger Waters und David Gilmour wieder zusammen, um ein Nachfolgewerk vorzubereiten. Doch Waters kam mit einem fast fertigen Konzeptwerk zu Gilmour. In der Ära Thatcher war ihm, dem stets politisch interessierten, einiges in seinem Land ein Dorn im Auge. Und so entstand seine Idee die Menschen in Hunde, Schafe und Schweine zu unterteilen.

Gilmour gefielen die Kompositionen ausgesprochen gut, was man heute, mit dem Wissen von weiteren 30 Jahren, nur noch ungläubig bestaunen kann. Doch 1977 hatte Gilmour ein bisschen die Motivation in PF verloren, und es war ihm zu diesem Zeitpunkt nur Recht, dass Waters die Verantwortung übernahm. Richard Wright spielte hier schon überhaupt keine Rolle mehr, und gab dies auch später in Interviews unumwunden zu. "Roger kam, legte mir die Noten auf das Klavier, und ich spielte wie ein Studiomusiker meinen Part. Kompositorisch konnte ich absolut nichts zum Album beitragen."

Und trotzdem wurde "Animals" ein Riesenerfolg, trotz Kritikerschelte. Die Fans mochten das Album, welches bis heute zwar immer noch unterbewertet wird, aber doch noch mit einigen der besten Kompositionen von PF aufwarten kann. Da Gilmour eigentlich nur noch an den Arrangements mitarbeitete, hatte er auch reichlich Zeit seine Soli zu spielen. Und genau hier liegt die Stärke des Albums: Gilmour's Gitarrensoli sind dermassen genial zu dieser düsteren Musik passend, dass das ganze Album einen nochmals schwärzeren Touch bekommt.

Sicherlich war mit "Animals" der absolute Zenith erreicht, denn das 1980 erscheinende "The Wall" ist nur noch ansatzweise in punkto Kreativität mit früheren Werken zu vergleichen. Da ändern auch die astronomischen Verkaufszahlen nichts dran.

Am Rande gibt es noch eine kleine Geschichte zum aufblasbaren Stoffschwein auf dem Batterygelände: das Schwein riss sich am zweiten Tag von seinen Stahlseilen los und der Flughafen Heathrow musste deswegen mehrere Stunden gesperrt werden. Wer für den Schaden aufkommen musste, ist bis heute nicht bekannt.......
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46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterschätztes Meisterwerk, 23. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
Daß "Wish You Were Here" ein geniales Konzeptalbum ist, ist allgemein bekannt. "Animals" kommt aber nahe heran und gefällt mir persönlich um einiges besser als z.B. "Dark Side Of The Moon".
"Animals" kann man nur in einem Stück hören. Es baut sich über 45 Minuten lang auf, angefangen bei dem Zwanzig-Minuten-Stück "Dogs", in der sich die Band alle Zeit der Welt nimmt, um das Stück auszuarbeiten. "Pigs (Three different Ones)" steigert das Tempo, das in "Sheep" seinen Höhepunkt findet, vor allem in den finalen Gitarenriffs, die wie befreiende Dur-Akkorde die eher düstere Platte zu einem strahlenden Abschluß bringen.
Ein genialer Spannungsbogen, der mit einem Höhepunkt abschließt. Eines der Stücke einzeln zu hören, hieße, ein Kunstwerk zu zerstören; ich habe das nie fertiggebracht. Ein Geheimtip. 5 aus 5.
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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterschätztes, dreckiges Meisterwerk, 3. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
Wenn man über Pink Floyd spricht, geht es immer um Meilensteine wie "Dark Side Of The Moon", "Wish You Were Here" oder "The Wall". Eines ihrer besten Alben wird meist völlig unterschlagen, dabei ist es durch und durch stimmig und kann mühelos mithalten. Es heißt schlicht "Animals".

Wie von Pink Floyd inzwischen gewohnt handelt es sich um ein Konzeptalbum. Der Mensch wird in drei Kategorien eingeteilt: Hund, Schwein und Schaf. Für jede Kategorie genau ein Song, desweiteren zwei kurze Stücke die das Album einleiten und abschließen. Hierbei präsentieren sich die Herren um Gilmour und Waters so dreckig und erdig wie nie zuvor. Vorbei sind die Zeiten des sphärischen Rocks, und manches wird auf Animals bereits angedeutet, was später auf The Wall vollendet wird.

Wenn man das Album ganz ohne Worte beschreiben will, genügt ein Blick auf das inzwischen legendäre Albumcover. Es fängt die schmutzige, rauhe Atmosphäre des Albums perfekt ein.

Waters' Lyrics sind so zynisch und brilliant wie eh und je. Wenn auch hier keine so markanten Gitarrensolos enthalten sind wie z.B. bei "Time" oder später "Comfortably Numb", entfaltet Gilmour hier eine ungeheure Wucht, seine Gitarre klagt und treibt die Songs voran, besser hat er nie gespielt.

#1 Pigs On The Wing Pt. 1 - akustisch, sparsam instrumentiert, leitet das Album ein
#2 Dogs - geballte 17 Minuten, geniale Lyrics, famose, marternde Gitarren und ein grandioses Finale
#3 Pigs - Schweinegrunzen leitet dieses herrlich zynische Stück ein, toller Bass
#4 Sheep - beschaulich fängt es an, Wright läuft zur Höchstform auf, dann entfesseln sie einen Orkan
#5 Pigs On The Wing P1. 2 - wiederum akustisch, mit einem Schimmern von Hoffnung läuft das Album aus

Animals steht für das rauhe, das zynische und unbequeme Pink Floyd. Keine sphärischen Synfonien, aber noch immer unverkennbar Floyd, handwerklich überragend, klingt es noch heute kraftvoll und frisch. Ein zu Unrecht unterschätztes, gnadenlos gutes Album.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Album!, 19. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
Animals steht in der Tat im Schatten der 'drei Großen' (WYWH, the Wall, DSoTM), aber so recht verständlich ist das kaum. Animals zeigt Pink Floyd auf allerhöchstem musikalischen und kompositorischem Niveau. Pink Floyd mussten nachlegen, immerhin hatten sie sich selbst mit DSoTM und WYWH große Fußstapfen geschaffen. Wenn man nun auf die CD-Hülle guckt könnte man vermuten, dass die Band versuchte in sicheren Gewässern zu schwimmen und quasi hier WYWH II zu veröffentlichen: Beide Alben haben fünf Songs und der letzte schließt jeweils den Kreis zum erstem. Hört man allerdings in das Album rein, so merkt man schon nach kurzer Zeit die Unterschiede. Wie bereits oft erwähnt ist Animals rockiger als die Vorgänger und gitarrenlastiger. Aber natürlich ist hier auch noch eine Menge Artrock drin; ein gewöhnliches Rockalbum ist Animals sicher nicht. Die Melancholie von WYWH ist einer trotzigen Verbitterung gewichen. Das schlägt sich auch deutlich in den Texten nieder in denen Waters einige seine besten Verse von sich gibt, wenn er zum Beispiel gegen die Eiserne Lady wettert ('You radiate cold shafts of broken glass') oder Mary Whitehouse, eine 'Moralwächterin', welche Pink Floyd wegen unsittlichem Verhalten in der britischen Öffentlichkeit anprangerte, angreift. Ein bisschen ausgelutscht ist die Idee des Konzeptes natürlich schon (und war sie auch 1977 schon) Menschen mit Tieren zu vergleichen, immerhin war Animal Farm auch damals schon geschrieben, aber was Waters, der alle Texte schrieb, daraus gemacht hat ist schon sehenswert.
Pigs on the Wing I und II haben eher Intro- bzw. Outrocharakter und dauern jeweils nicht einmal 1,5 Minuten. Die restlichen Songs haben es aber massiv in sich. Dogs ist ein 17-minütiges Monument in dem Pink Floyd eindrucksvoll beweisen, dass niemand bessere Longtracks schreiben konnte. Pigs und Sheep stehen in der Qualität in nichts nach. Die Kreativität mit der Pink Floyd hier nacheinander bemerkenswerte Melodien, geniale Basslinien und vor allem Gitarrensoli vom Feinsten präsentieren ist kaum zu überbieten. Das alles wird bester Pink-Floyd-Manier sorgfältigsten auf den Tonträger gebracht und mit netten Details versehen (so echot zB. Dogs in Sheep nach ... ). Die Produktion ist zwar sicher nicht bahnbrechend, wie die von DSoTM aber sehr solide.
Wer also Pink Floyd mag kann hier nichts falsch machen. Und wer einsteigen will eigentlich auch nicht. Also kaufen ...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das dritte Meisterwerk in Folge, 8. Oktober 2014
Von 
Alexander Gärtner (www.freak-alex-band.com) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Animals (remastered) (Audio CD)
Nachdem Pink Floyd mit "Dark Side of the Moon" die musikalische Weltherrschaft angetreten und diesen Anspruch zwei Jahre später mit "Wish you were here" bestätigt hatten, brach die Punkbewegung über England herein und stempelte die altgedienten Stadionbands als aussterbende Dinosaurier ab. Johnny Rotten von den Sex Pistols ließ sich öffentlichkeitswirksam in einem "I hate Pink Floyd"- Shirt ablichten. Dabei begrüßten Roger Waters und Nick Mason den frischen Wind der Punks ausdrücklich und nahmen die Kritik zum Anlass, den bombastischen Bandsound stark zu verschlanken. Außerdem schwenkte die Band textlich von introspektiver Nabelschau auf beißende Sozialkritik um: George Orwells kommunismuskritische Allegorie "Animal Farm" wurde auf das kapitalistische England umgedeutet. In der Folge ist das rau klingende "Animals" zwischen den glattproduzierten "Wish you were Here" und "The Wall" eine Anomalie in der Pink Floyd- Discographie.

Fürs Songwriting überarbeitete man zwei überlange Tracks, die bereits 1974 live präsentiert worden waren, die es jedoch bislang nicht auf ein Studioalbum geschafft hatten: "Raving and Drooling" wurde zu "Sheep", "You've got to be crazy" wurde zu "Dogs". Dazu schrieb Roger den neuen, ebenfalls überlangen Song "Pigs" und eine kurze zweiteilige Akustikballade namens "Pigs on the Wing", welche die drei anderen Tracks einrahmte - ein Stilmittel, das bereits auf "Wish you were here" erfolgreich eingesetzt worden war. Fürs Artwork wurde erneut Storm Thorgerson von Hipgnosis verpflichtet; mit dem fliegenden Schwein über dem Battersea- Kraftwerk gelang ihm ein weiterer unsterblicher Cover- Klassiker nach der Kuh von "Atom Heart", dem Ohr von "Meddle", dem Prisma von "Dark Side" und dem brennenden Mann von "Wish you were here".

Der Mut von Pink Floyd, ihren Sound zu verschlanken, ohne die Kompositionen zu verkürzen, muss bewundert werden. Man hätte die Songs problemlos mit zusätzlichen Gitarren, Keyboards, Klangeffekten, Backgroundchören oder Orchesterpassagen zukleistern können. Darauf diesmal weitgehend zu verzichten ist die eigentliche Kunst, die das Album zu einem weiteren Meisterwerk macht. Bandintern markiert "Animals" nicht so einen großen Schritt hin zu Rogers Alleinherrschaft wie man vermuten könnte. Rick hatte ein Drogenproblem und war kreativ ausgebrannt, was er mit seinem Soloalbum "Wet Dream" bewies. David hingegen hat wiederholt klargemacht, dass er den muskalischen Löwenanteil des 17- minütigen "Dogs" geschrieben hat - fast das halbe Album. Auf diesem Track spielt er auch eines seiner besten Soli überhaupt. Manche Fans der monumentalen Vorgängeralben waren von "Animals" enttäuscht, aber ich gebe dem Album dieselben fünf Sterne wie den Vorgängern.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Eingruppierung der Menschheit in - Hunde, Schweine und Schafe!, 7. Juni 2011
Von 
Alexander Hoefer "Animus" (Pähkinäkolo) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
Nach dem fulminanten Erfolg von - Wish you were here - und der großen medialen Verärgerung - mittlerweile gab die Band auch keine Interviews mehr - setzten Pink Floyd gerade was die Radiotauglichkeit ihrer Songs betraf noch mal einen drauf, und produzierten mit - Animals - eine Platte, auf der sich neben zwei anderthalb Minutenlange Kurzsongs - Pigs On The Wing - auch mit - Dogs, Pigs und Sheep - drei Lieder befanden, die die 10 Minutenmarke sprengten.

Roger Waters legte für - Animals - das literarische Werk - Animal Farm - von Orwell zugrunde, und teilt die Menschen aufgrund ihres Charakters in drei Tierarten ein, nämlich Hunde, Schweine und Schafe. Anders als in Orwells Roman sieht er bei - Animals - zu Recht die Schweine als führende Rasse an, die über alles und jeden regiert.

Als Schafe bezeichnet er in diesem Zusammenhang die Menschen, die sich von den geldgierigen Hunden schamlos ausnützen lassen, und die aufgrund ihres Intellekts und ihrer daraus entstandenen Gleichgültigkeit, weder eine eigene Meinung haben, noch bestimmte Dinge des täglichen Lebens hinterfragen, und statt dessen schön brav dem Strom hinterher schwimmen, wie es sich für einen anständigen und angepassten Bürger in unserer Gesellschaft gehört. Gerade unsere entsetzlich deutsche Vereinsmeierei und widerliche Vetternwirtschaft prangert Pink Floyd hier zu Recht ganz heftig an, denn nur wer hier schön brav den "Duckmäuser" - oder wie es auch mal Wolfgang Niedecken von BAP bezeichnete "Pausenclown" macht - wird es in unserer hinterhältigen und verlogenen Gesellschaft auch zu etwas bringen. Anstand und Ehrlichkeit, oder vielleicht auch Aufrichtigkeit zählen dabei nicht mehr, natürlich auch nicht mehr bei den Schafen, die ja mittlerweile emotional so weit abgestumpft sind, dass ihnen alles um sie herum ohnehin egal und gleichgültig ist.

Animals - ist also heute sogar noch wesentlich aktueller und authentischer als 1977, denn die Menschheit hat vor allem auf der sozialen Ebene absolut nichts dazugelernt, oder besser gesagt absolut nichts an ihrer Kälte verloren. Die Menschen sind also in der Tat, so wie es auf Animals musikalisch vorgetragen wird - richtig "dumme Schafe", die sich von den Medien leiten und verleiten oder besser gesagt völlig vereinnahmen und manipulieren lassen, bzw. tatsächlich blind jedem dahergelaufenen "Möchtegernstar" oder trivialen "Dummschwätzer" hinterherlaufen, ohne wirklich darüber nachzudenken, ob das ganze überhaupt Sinn hat (macht) oder nicht; und, was noch viel schlimmer ist, im Anschluss daran auch noch, absolut treu und schön brav die Weichen dafür stellen, dass genau diese Menschen an die jeweiligen verantwortlichen Positionen in der Politik und der Kirche kommen.

Auch wenn - Animals - bei den Fans immer etwas im Schatten stand, oder nicht ganz so hoch angesehen war, wie die anderen großen Alben seiner Zeit, steht es bei mir, gerade aufgrund seiner gesellschaftlich mehr als berechtigt scharfen Kritik, und seiner Authentizität bzgl. der Gegenwart ganz weit oben. Selten hatte eine Musikgruppe den Mut dieses kalte und häufig auch unmenschliche soziale Miteinander, sowie den systematischen Zerfall unserer kapitalistischen Raffgiergesellschaft so scharf und direkt anzugreifen wie Pink Floyd.

Genützt, um etwas mehr menschliches Bewusstsein auf der Welt zu schaffen, hat es zwar nicht viel. Aber wenn zumindest alle diejenigen, die - Animals - ihr Eigen nennen, den Mut haben, sich vor einer solchen emotional kalten Gesellschaft zu distanzieren, dann gibt es auf dieser Welt doch noch ein paar Menschen, die ihren Bezug zu Werten wie Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Toleranz noch nicht verloren haben.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos., 22. April 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
"Animals" hat es echt in sich. Drei Übertracks eingerahmt von Intro und Outro. Und diese drei Haupttracks (alle im zweistelligen Minutenbereich) sind so vielschichtig, bedienen so viele Stimmungen und sind allesamt auf sehr hohem Level, dass ich bis heute für mich nicht sagen kann, welcher dieser Songs mir definitiv am besten gefällt: "Dogs", "Pigs" oder "Sheep"!
Auch darf man sich ruhig die ehrliche Frage stellen, mit welchem dieser besungenen Charaktere man sich am ehesten identifizieren kann. Denn hier werden ja nicht einfach Tiere besungen, sondern Waters beschreibt die für ihn drei menschlichen Hauptcharaktere in diesen Liedern.
Wie die Songs arrangiert sind gefällt mir sehr gut, gerade auch die sphärischen Parts von "Dogs" und "Sheeps" entfalten voll ihre Wirkung, obwohl das Album insgesamt rockiger ist. Und alleine das geniale Intro von "Sheep" ist den Kauf dieses Albums eigentlich schon wert.
Kurzum ein Konzeptalbum, wie es nur von Pink Floyd kommen kann. Auch sieht man an "Animals", wie die generelle Kreativität im Musikgeschäft abgenommen hat, oder um mich etwas diplomatischer auszudrücken: Wie sich die Kreativität im Laufe der vielen Jahre seit Erscheinen verändert hat. Solch lange Stücke, wie sie ja nicht nur auf geniale Weise von PF umgesetzt wurden, sondern auch z.B. von Yes passen heutzutage anscheinend nicht mehr ins gängige Schema. Wenn ich heutige "lange" Stücke höre, so ist das Stück an sich meistens nach paar Minuten zu Ende und dann kommt erstmal eine mehrminütige "obercoole" Stumm-Pause bevor es dann meistens mittelmäßig mit dem Stück zu Ende geht. Solche künstlich in die Länge gezogenen "Ergüsse" gab es früher eher nicht, und da sind wir wieder beim Thema Kreativität...!
Gerade auch deswegen sollten solche Alben wie eben "Animals" nicht in Vergessenheit geraten, denn diese Qualität ist und bleibt zeitlos!
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lecker..., 4. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
Nach den genialen Vorgängeralben „Dark Side Of The Moon“ und „Wish You Were Here“ dachten viele Leute, Pink Floyd können unmöglich das hohe Niveau halten. Sie konnten es und meiner Meinung nach, ist es sogar kurzweiliger als WYWH. Während angesprochenes Album eher ruhig war, mit toller Produktion und hervorragenden Sounds beeindruckte, ist „Animals“ rockig und dreckig (für Pf-Verhältnisse) und weniger mit Technik beladen.

Eingerahmt von Waters’ kurzen Akusiksong „Pigs On The Wing“ finden sich drei der stärksten Pink Floyd Songs auf diesem Album wieder. „Dogs“ fängt mit akustischen Gitarren an, und ab und zu gesellt sich ein angsteinflössendes Keyboard hinzu. Nach einer Weile spielen Drums und Bass entspannt und unauffällig mit. David Gilmour klingt giftig und lässt ordentlich Dampf ab, seine Gitarre weint und schreit – er zieht sie in unglaubliche Höhen und entlockt Ihr wundervolle Melodien. Nach dem zweiten „Refrain“ wird es wieder leiser, akustische Gitarren paaren sich mit dem typischen E-Piano von Wright und passender Weise hört man im Hintergrund Hundegebell und Hundegejaule. Sehr geile Stelle. ^^ Ein kurzes Fill-In vom Schlagzeuger Nick Mason (der sehr wenig spielt) und wieder ein tolles Gitarrensolo von Gilmour, der hier noch giftiger wirkt als beim Solo davor!!! Die dritte Strophe - wieder mit tollen, gedoppelten Gesang von Gilmour – verschwimmt am Ende einfach in einer weitere, aber längere Ruhepause und tollen Keyboards von Wright. Alles sehr atmosphärisch, sehr düster… Danach werden einige Themen wieder aufgriffen – der Kreis schließt sich und ruckzuck sind 18 Minuten vorbei. Das war übrigens mein erster Floyd Song, den ich alleine von mir aus gehört habe.

Danach kommt das rockige „Pigs (Three Different Ones)“. Ein kurzer Grunz, ein leiser, dumpfer Schrei und schon fängt eine traumatisierende Orgel an, zu der sich ein von Gilmour gespielter Bass hinzugesellt. Wenn die Drums einsetzen fällt sofort auf, wie dumpf sich (nur) dieser Song anhört. (Ich stelle immer volle Höhen ein, damit er besser klingt) Der Refrain groovt mit ordentlich Cowbell und wieder ist es Gilmour der den Song mit seinen Soli prägt. Das soll aber nicht heißen, er spiele *nur* Soli und der Rest sei langweilig. Ganz im Gegenteil, aber wenn er zum Soli ansetzt und der Song weiterfließt, dann geht einfach die Sonne auf.

„Sheep“ fängt *natürlich* mit Schafgeräuschen an und dann setzt Wright mit dem geilsten Keyboard ein, das es gibt. Einfach nur ein Jazzpiano, ein wenig Stereoeffekt rauf – fertig. Wieder ein relativ harter Track mit *wieder* ^^ hervorragender Gitarre von Gilmour. Das ist auch der letzte Pink Floyd Song, in dem Wrights Keyboards mehr im Vordergrund stehen. Das Finale gehört zu den großartigsten und man neigt dazu, sich das Album gleich noch einmal anzuhören. Den Abschluss bildet „Pigs on the wing Pt. Two“.

Das Album lädt besonders dazu ein, es sich an regnerischen Tagen anzuhören. Man kann es nebenbei hören, aber man kann es auf bei einem Sechser Bier vor der Anlage genießen. Es ist für mich das letzte große Pink Floyd Album, danach folgte „The Wall“ und das halte ich schon für Roger Waters Solo mit Gilmour an der Gitarre.

Anspieltipps: durchhören!! (wenn es aber sein muss; den Anfang von „Sheep“)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitloses Meisterwerk, 14. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
"Animals" ist die letzte Floyd-Platte, welche ich als wahrhaft großartig einschätze.
Auf das Konzept dieses Albums ist ja schon ausführlich eingegangen worden, im Grunde unterteilt Waters die Menschen in Hunde, Schweine und Schafe, hält ihnen einen Spiegel vor's Gesicht.
Wichtiger als das Thema an sich erscheint mir jedoch dessen Umsetzung in musikalischer Hinsicht. Floyd schufen hier eine ebenso bedrohliche wie eindringliche Atmosphäre mit sehr finsteren Untertönen (man beachte auch das geniale Cover), eingefangen in ausufernden Gitarrensolos, energetischen Bass-Lines und dezenten Keybordklängen.
"Animals" ist wohlgemerkt kein anspruchsloses Album, kein leicht zugängliches. Wer triviale Allgemeinkost sucht, ist ganz bestimmt fehl am Platz. Manchmal muß man sich einem besonderen Werk etwas länger widmen, um dessen Schönheit für sich zu entdecken, um für den Aufwand "entschädigt" zu werden. Es lohnt sich allemal.
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Animals (remastered)
Animals (remastered) von Pink Floyd (Audio CD - 2011)
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