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Kundenrezensionen

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am 13. Dezember 2005
Die Doppel-Lp ,Ummagumma' ist das erste Juwel der Nach-Barrett-Phase, das ohne Einschränkungen jedem Fan (und allen, die es werden wollen) empfohlen werden kann.
LP 1 enthält Live-Tracks mit den vier Highlights der damaligen Zeit: ,Astronomy Dominé', ,Careful With That Axe, Eugene', ,Set The Controls For the Heart Of the Sun' und ,A Saucerful Of Secrets'. Alle Stücke haben Überlange und ufern in herrliche Sound-Impros aus, die den Hörer in eine spacig-gruselige Atmosphäre versetzen, seine Fantasie anregen und das Bewusstsein verändern. Alle Stücke klingen besser als die Originale auf den Platten, von denen sie stammen. Die Live-Arbeit hat sie wachsen und reifen lassen. Die junge Band hatte damals auch noch genug Zeit und Engagement, ihre Musik ständig zu verbessern. Die Musik ist ideal geeignet, gepflegt abzuhängen und in fremde Welten auszusteigen. Alles, was der Hörer braucht, ist Offenheit für seltsame Klänge und ein bisschen Geduld.
LP 2 führt den eingeschlagenen Weg weiter, allerdings nicht ohne Gefahr, in allzu avantgardistische Gefilde abzudriften. Jeder der einzelnen Jungs konzentrierte sich dabei sozusagen auf sein Soloprojekt, deshalb tragen die jeweiligen Stücke ein eigenes Gepräge.
Wright legt mit Sisyphos Part 1-4 die instrumentale Vertonung eines alten griechischen Mythos vor. Sisyphos ist der Mann, der als Strafe für seine Überheblichkeit in der Unterwelt immer wieder einen schweren Stein einen Hügel hinaufrollen muss, der dann wieder hinabrollt - intellektuell, avangardistisch und ziemlich ernst.
Waters konterkariert seinen Folksong ,Grantchester Meadows' mit Geräuschen von rauschenden Bächen, auffliegenden Rebhühnern, dem Bellen von Füchsen und legt mit ,Small Furry Animals ..' eine Hammer-Collage vor, die elektronisch erzeugte Klänge mit Geräuschen kombiniert. Was hier genau geschieht ist unklar - jedenfalls treffen sich kleine Pelztiere zu einer Versammlung im Wald, um dort der Rede eines Neandertalers zu lauschen. "And the wind cries Mary .." - völlig skurril und abgedreht, aber humorvoll und inspirativ.
Gilmour versucht sich zum ersten Mal selbständig als Composer und zeigt mit ,The Narrow Way', was an Qualitäten in ihm steckt. Es beginnt mit einer Folkpicking-Fahrt ins Grüne, die mehr und mehr in enge Gefilde gerät (klasse gemacht mit dem Slide!) und schließlich im tiefen dunklen Wald landet (die Musik wird verzerrt und düster). Schließlich endet die Fahrt und mündet in den Songteil, der wie eine Mischung aus ,House Of Rising Sun' und ,More'-Psychedelia daherkommt. Fantasieanregend und atmosphärisch ist das auf jeden Fall!
Mason benutzt seine Drums und verschiedene Percussions-Instrumente dazu, das Geplänkel während einer Garten-Party darzustellen, bei der sich immer wieder vorlaute Stimmen zu Wort melden, ohne wirklich etwas zu sagen zu haben. Das Experiment endet mit einem eher konventionellen Drum-Solo. Respekt!
Fans, die eher auf einprägsame Songs fliegen als auf Experimente, werden es wohl mit ,Ummagumma' nicht leicht haben. Anderen wird das Werk vielleicht den Zugang zu ähnlichen Versuchen in der sogenannten E-Musik öffnen (so wie damals viele E-Musik-Hörer anfingen, Rockmusik interessant zu finden). Die Platte kann den Horizont erweitern und trotzdem eine Menge Spaß machen.
Für mich war ,Ummagumma' für meine Musik-Sozialisation sehr wichtig, deshalb mag ich nicht ganz objektiv sein. Doch ich wünsche mir, dass sie jeder einmal gehört hat!
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am 6. März 2004
Wer Pink Floyd nur von den späten LPs "A Momentary Lapse Of Reason" und "The Division Bell" kennt muss sich bei "Ummagumma" (1969) klar sein, dass Pink Floyd hier erst anfangen, wo Zeitgenossen wie die Beatles, Stones, Beach Boys oder Grateful Dead bei ihren kühnsten Klangexperimenten aufhörten. Erklärtes Ziel der Band war, die überkommenen Klischees der Popmusik wie radiotaugliche 3-Minuten-Songs und eingängige Refrains noch weiter aufzuweichen als auf den bisherigen Alben. Das ist den Pink Floyd auch meisterhaft gelungen.
Vom funkensprühenden Psychedelic-Pop des genialen Debütalbums "The Piper At The Gates Of Dawn" schlugen die Floyd eine Entwicklung hin zu bis ins kleinste Detail ausgetüftelten musikalischen Epen ein, die nur noch flüchtig den Eindruck spontaner Jam-Sessions erweckten. Die "Studio"-CD des Doppelalbums "Ummagumma" ist mit ihren Bandeffekten und Einspielungen denn auch mehr ein "Film zum Hören" als jedes andere Werk der Band in den 60er Jahren.
Die "Studio"-CD umfasst fünf Kompositionen, zwei von Roger Waters, je eine von den weiteren Bandmitgliedern. Gemäß den verschiedenen Temperamenten der vier Künstler beinhaltet die CD vier stark unterschiedliche Klangwelten. Keyboarder Rick Wright kreiert mit einer düsteren Piano-Improvisation für seinen "Sysyphus" eine Höllenvision, einen vom Synthesizer getragenen paradiesischen Garten, ehe er dem Drama mit einer regelrechten Klangmauer aus Orgel und Synthesizer ein monumentales Ende setzt.
Bassist Roger Waters versetzt den Hörer mit "Grantchester Meadows" in die hochsommerliche Szenerie einer blühenden Flusswiese. Der lediglich von zwei akustischen Gitarren und Waters leisem Gesang getragene Song windet sich dabei so träge-gemütlich wie der besungene Strom - die Zeit scheint stillzustehen, der Hörer wird durch viele atmosphärische Effekte wie Vogelgezwitscher, dem Summen von Bienen, dem entfernteren Lärm spielender Kinder zum Teil des Werkes, das eher einem Gemälde als einem Song zu gleichen scheint. Diese Richtung wird auch durch den zweiten Waters-Song aufgegriffen, denn der radebrechende Titel "Several Species Of Small Furry Animals..." ist die exakte Beschreibung dessen, was man zu hören bekommt. Die Kakophonie aus Effekten und elektronischen Verfremdungen ist nicht nur technisch höchst beeindruckend, sondern auch ein in dieser Kompromisslosigkeit einmaliges Experiment. Und Waters als pathetische, unverständliche Reden schwingender Pikte ist einfach urkomisch. :-)
Eher introvertiert macht Gitarrist David Gilmour mit seinem Epos "The Narrow Way" weiter. Hier dominiert freilich Gilmours Gitarre die Szenerie, mal akustisch-verträumt als trippige Bluesrock-Parodie ("Part One"), mal düster und bis zur Unkenntlichkeit verzerrt ("Part Two"). Das Finale "Part Three" hingegen weist mit seinem ausufernden Gitarrensolo bereits auf einen Weg hin, den Gilmour und die Band in späteren Jahren stilistisch beschreiten sollten. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil Gilmour hier erstmals Tonangebend war und die übrigen Floyd ihren musikalischen Beitrag unter seiner Führung leisteten.
Eine "echte" Soloarbeit stellt wieder der abschließende, ebenfalls dreigeteilte Song "The Grand Vizier's Garden Party" von Drummer Nick Mason dar. Im Grunde ein überlanges Drumsolo, ist "Grand Vizier" dermaßen abgefahren, dass man sich das Werk durchaus als musikalische Vorführung in einer Opiumhöhle des mittleren Orients vorstellen kann, in die die Flöten des Intros wie zu einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht einladen.
Die "Live"-CD ist schlichtweg atemberaubend und gilt unter Fans als eine der besten Bühnenaufnahmen der Band - zu Recht. Pink Floyd gelang hier das Kunststück, den vier "klassischen" Songs von den ersten beiden LPs nicht nur eine neue individuelle Note zu verleihen, sondern die originalen Aufnahmen auch in punkto Dramatik und Komposition zu toppen. Alle vier Musiker setzen Maßstäbe und zeigen außergewöhnliche Leistungen - was für Live-Rock-LPs durchaus nicht selbstverständlich ist. Insbesondere "Careful With That Axe, Eugene" schlägt die ursprüngliche Version aus dem "Relics"-Sampler um Längen. Ziehe ich noch das 1971 entstandene Live-Video "Live at Pompeji" heran, so bin ich überzeugt, dass Pink Floyd Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre den Zenit ihrer Schaffenskraft erreicht hatten.
Es mag Platten geben, die avantgardistischer sind als "Ummagumma", gewiss. Doch darum geht es nicht. "Ummagumma" ist die beste Umsetzung der ursprünglichen Bandphilosophie, nach der die Musik, die Kreativität des Künstlers, im Zentrum des Interesses steht. Äußere Einflüsse wie der Druck, radiotaugliche und besonders eingängige Songs zu schreiben, haben hier außen vor zu bleiben. Damals wie heute hat "Ummagumma" nichts mit der Seichtigkeit der Hitparaden zu tun (obwohl sich das Album respektabel verkaufte). In "Ummagummas" kreativem Prozess fehlte die kritisch-ironische Brechung, die später zu einem Leitmotiv der Pink Floyd unter der Fuchtel von Roger Waters werden sollte, noch völlig. Das Album ist als experimentelle Musik zu sehen, die sich ihre Maßstäbe selbst erschafft. Genau das macht es zu einem der größten Werke von Pink Floyd.
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am 29. November 2000
"Ummagumma" ist das Paradebeispiel englisch- experimentieller Popmusik. Wo die Beatles mit "Revolution Number Nine" und "Tomorrow Never Knows" aufhörten, fängt "Ummagumma" an. Die erste Hälfte des Doppelalbums enthält Live- Aufnahmen der Pink Floyd- Klassiker: "Astronomy Domine" ist eine Verbeugung vor ihrem Begründer- Gitarristen Syd Barrett wie es ebenso ein Freischwimmen von seinem Schatten ist: Gilmours Gitarrensolo wirkt durch den Wah- Wah- Einsatz aggressiv hardrockig. Musikalischer Nervenkitzel sind die ausgewiesenen Gruppenkompositionen "Careful With That Axe Eugene", dessen Dynamik von zarten Mellotron- und Gitarrenmelodien bis zu Roger Waters gewaltigem Aufschrei reicht, sowie das musikalische Kriegsschaubild "A Saucerful Of Secrets", das Gilmours Gitarrenexplosionen zu Nick Masons Drumloop kombiniert und in Richard Wrights schaurig schönen Orgeleinsatz kulminiert. "Set The Controls For The Heart Of The Sun" ist hingegen ist ein Wechselbad aus mantrischen Trommelritualen und einer darauffolgenden, im pianissimo getragenen Exkursion von Gitarre und Orgel zu Alice in electronic wonderland - märchenhaft! Ein skuriles Notizbuch ihrer musikalischen Ideen ist die zweite Albumhälfte: Hier und da etwas halbgar, aber immer anregend und in seiner atmosphärischen Vielfalt bestechend. Roger Waters liefert mit "Grantchester Meadows" eine schöne Folkballade und macht im Anschluß darauf mit Tonbandcollagen in "Several Species Of Small Fury Animals" Ausflüge in die musique concrete, während David Gilmour einige gutgelaunt akustische Countrybluesanklänge in "The Narrow Way" beisteuert. Richard Wright schickt uns dann durch ein musikalischen Wechselbad von paradiesischen Naturklängen und brutalsten Orgel- Clustern. Nick Mason beendet den Reigen mit aberwitzigen elektronischen Variationen seiner Schlagzeugetüden. Ein Album ohne Konkurrenz!(Jedoch ungeeignet für Gelegenheitshörer, die nur "We don't need no education.." kennen!)
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am 19. Februar 2007
Mit der "Ummagumma" hat es uns Pink Floyd wirklich nicht einfach gemacht. Sehr schwer verdaulich ist das Werk, besonders CD 2. Und ich sage das als eingefleischter Prog Rock-Fan, dem ansonsten kein Song kompliziert genug sein kann. Auf jeden Fall hat die Gruppe besonders mit diesem Werk den Prog Rock erst möglich gemacht. Ob Genesis jemals `Supper`s ready` oder Yes `Close to the edge` geschrieben hätten, ohne "Ummagumma"?

CD 1 ist genial. Ob `Astronomy domine`, `Careful with that axe, Eugene`, `Set the controls...` oder `Saucerful of secrets`, besser geht es nicht, hier wird Musikgeschichte geschrieben, der Prog Rock ist erfunden. Der Sound ist aus heutiger Sicht natürlich arg verstaubt. Das Werk stammt aus dem Jahr 1969, der Sythesizer war noch nicht in die Musik eingeführt. Wenn man das alles bedenkt ist es ein Wahnsinn, was die 4 aus ihren Instrumenten rausholen. 5 Sterne.

CD 2 ist sehr durchwachsen. Hier wird es sogar mir manchmal zu viel des guten. Es wird experimentiert bis zum Überdruß. Manche Stücke kann man kaum noch als Musik bezeichnen. Am besten gefallen mir noch von Rick Wright `Sysyphus` und von Dave Gilmour `The narrow way`. 3 Sterne.

Insgesamt betrachtet, ist "Ummagumma" eines der wichtigten Alben der Musikgeschichte (für mich zumindestens). Wer weiß, ob es Genesis, Yes, Marillion, IQ, Pallas usw. ohne dieses Album gegeben hätte?! Floyd hat es hier nur manchmal einfach übertreiben. 4 gute Sterne vergebe ich.
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am 6. Januar 2012
Bevor ich zur Musik komme, ein Wort zur Klangqualität dieser Ausgabe: Lang hat es gedauert, bis dieses (Vinyl- wie CD-) Doppelalbum so wunderbar, so transparent, so kraftvoll klingend zu haben war bzw. ist. Wer nur ältere CD-Editionen besitzt und von diesen (wie ich) enttäuscht war, darf hier mit zwei Händen zugreifen!

Zur Musik: Cream hatten ein Jahr davor damit begonnen, ein Doppelalbum mit einer Live- und einer Studioplatte herauszubringen ("Wheels Of Fire"), und die Floyd setzten das fort. Vier Stücke, die sich zum Teil erheblich von den Studioversionen unterscheiden, bietet die Live-Platte, und was mit diesen Nummern herüber kommt, zählt zum Epochalsten, das damals veröffentlicht wurde. Eine Unzahl von Krautrockern holte sich hier seine Kicks, und dass auf Lieblingsalbenlisten einer Reihe von Musikern solcher Bands (seinerzeit im "Musikexpress" veröffentlicht) dieses Doppelalbum meistens am ersten oder zweiten Platz zu finden war, braucht niemand als Zufall werten. Dass eine Reihe von namhaften Musikkritikern in den Folgejahren jede neue Floyd-Scheibe an diesem Album maß und 1973 im deutschen "Sounds" die heute grenzenlos bejubelte "Dark Side Of The Moon" mit Verweis auf "Ummagumma" sogar verrissen wurde (ist wirklich passiert, Leute!), spricht da erst recht für sich. Alleine schon "Astronomy Domine" macht deutlich, dass die Vier damals eine der innovativsten und unverwechselbarsten Gruppen überhaupt waren, und dieser Track war obendrein noch eine würdige Hommage an den verloren gegangenen Bandgründer. Meines Erachtens spielten in GB 1969 nur noch Caravan, Soft Machine, Van der Graaf Generator und King Crimson in dieser Liga, die alle aber den Namen und das Management (und auch das voll unterstützende Label) der Floyd nicht hatten. Alles in allem eine der allerbesten Live-Platten, die es im Psychedelic- und Prog-Bereich jemals gab, diese ersten der beiden Platten.

Am zweiten Album schieden sich schon immer irgendwie die Geister. Fest steht, dass die Gruppe, von rund der Hälfte der "Atom Heart Mother" einmal abgesehen, sonst nie wieder so experimentell und kompromisslos musiziert hat. Wrights "Sisyphus" hat ein hinreißendes Motiv, und Waters Vokalexperimente haben Esprit. Verhalten wirkt Masons Beitrag, aber es ist Gilmours "The Narrow Way", das mich schon immer am meisten begeistert hat: Riff und Melodie grandios, und aus der Gitarre alles herausgeholt, was anno '69 (nach Hendrix' "Electric Ladyland" und "Truth" von Jeff Beck, beide '68) möglich, und ein schön philosphischer Text mit leichten Bergpredigt-Anklängen. Ein Beweis auch dafür, wie gut David nach seinem Einstieg während der Aufnahmen zum Zweitling "A Saucerful Of Secrets" mittlerweile integriert war.

Für meine Begriffe haben Pink Floyd nie wieder ein derart gelungenes Album gemacht, bei aller Wertschätzung für "Dark Side" und "Wish You Were Here", den weltweit favorisierten Alben der Band, und so mancher Alben dazwischen und danach, die ich auch alle gut finde.
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am 9. Oktober 2005
Aus der Zeit vor Dark Side of the Moon, als die Band noch nicht das Geheimrezept für kommerziellen Erfolg 'entdeckt' hat, will sagen: Hier legt man noch keinen Wert auf eine große Zahl von Plattenverkäufen.

Die Platte besteht aus einem Live- und einem Studioteil; Anmerkungen zum Liveteil spare ich mir und konzentriere mich auf die meiner Meinung nach wesentlich interessantere Studiohälfte.

Meine Vorredner haben eigentlich schon das Wichtigste darüber gesagt, nur noch soviel: ich hätte mir gewünscht, das die Gruppe diesen eingeschlagenen, experimentellen Pfad weiter beschritten hätte, anstatt sich auf gepflegten Wohlklang einzuschiessen.

Das Ausloten neuer Klangformen und Stimmungen (vor allem auf der zweiten, der Studio-CD) wird hier von jedem der vier Bandmitglieder einzeln verfolgt und auf die Spitze getrieben; der Hörer wird dabei nicht geschont und es ist eigentlich unmöglich, diese Platte mal eben so beiläufig oder als Hintergrundmusik zu hören.

An manchen Stellen klingt die Gruppe wie King Crimson in ihren düstersten Momenten, man höre sich nur Sysyphus an, erinnert in manchen Passagen schon beinahe zwingend an die Stimmung in 'The Devil's Triangle' aus dem 'In the Wake of Poseidon-Album', das ein Jahr nach Ummagumma erschienen ist - wobei die Frage erlaubt ist, wer hat sich hier von wem inspirieren lassen? Umma Gumma ist eines der frühen Alben, auf denen Natur- und sonstige Geräusche als Stilmittel zur Stimmungserzeugung genutzt werden - hier dargestellt auf Granchester Meadows, worauf u.a. Vögel und Insekten zu hören sind.
Auch andere Effekte wie revers laufendes Schlagzeug kommen auf dem Album zum Einsatz - die Experimentierfreude hier scheint keine Grenzen zu kennen...

Mein persönlicher Lieblingstitel des Albums hier ist das 3-teilige The Narrow Way aus der Feder David Gilmours'.

Die Spannung, wie sie auf Ummagumma erzeugt wurde, gelang der Band m.E. nach nur noch einmal auf dem Folgealbum 'Meddle', meinem zweiten Favoriten der Gruppe...danach allmähliches Abdriften in die musikalische Beliebigkeit, daran änderten auch die kommerziellen Erfolge von 'Dark side of the moon' und 'The Wall' letzlich nichts...
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TOP 1000 REZENSENTam 28. August 2014
Das 1969 erschienene Pink Floyd-Doppelalbum "Ummagumma" (ein Begriff,der damals in GB von Jugendlichen gerne für "Liebe machen" gebraucht wurde,vielleicht mit "Poppen" gut übersetzt,allerdings ging der Begriff Rock n Roll auch in diese Richtung,sodaß unklar ist,was davon PF meinten,vielleicht beides ;-)) besteht aus zwei Teilen.
Scheibe eins besteht aus unglaublich gelungenen Live-Mitschnitten.Diese wird zu Recht allgemein sehr hoch eingeschätzt.
Sie ist (nicht nur) für mich das Beste,was von der Gruppe je an Live-Scheiben offiziell veröffentlicht wurde.
Selbst die Studio-Versionen können da nicht mithalten,das gilt insbesondere für das atemberaubende,schon gruselige Atmosphäre zaubernde "Careful With That Axe,Eugene".
Die Live-Scheibe erschafft geradezu magische Momente,ist ein echter Gewinn;und das schreibt jemand,der mit Live-Veröffentlichungen nur selten warm wird.
Allein diese erste rauschhaft-psychedelische Hälfte langt schon für 5 Sterne und rechtfertigt den Kauf ganz locker.
So einig sich Hörer,Fans und Kritiker beim Bejubeln des Live-Teils sind,so unterschiedlich oder zumindest zwiespältig wird der Studioteil wahrgenommen.
Er besteht aus Solo-Stücken der vier Musiker David Gilmour,Roger Waters,Richard Wright und Nick Mason.
Die Meinungen zu den Tracks reichen von avantgardistisch über interessant,experimentell bis unhörbar.
Einig sind sich wohl so ziemlich alle Hörer,daß das Material (von vielen wird es nur als das wahrgenommen,nicht als "richtige" Musik) extrem fordernd und abgefahren ist.
Die Musiker selbst bezeichneten dieses "jeder darf mal"-Projekt als eher mißglücktes Experiment.
Ich persönlich halte die Studio-Tracks für zumindest unglaublich interessant und im besten Sinne inspirierend.
Die Begriffe psychedelisch,abgefahren,sphärisch,rauschhaft,atmosphärisch sind auch hier sicher zutreffend.
Der Aussage,daß vieles dort schräg,wirr,provozierend unkonventionell daherkommt,kann ich mich anschließen,der Kritik daran allerdings nicht.
Zur Erläuterung meiner Gefühle vielleicht ein visueller Vergleich:
Ich stehe in einer Galerie vor dem Bild eines jungen Künstlers,das aus vermeintlich wirren,ungeordneten Farbzusammenstellungen besteht und kann meinen Blick davon nicht abwenden,weil es mich gleichzeitig verwirrt und doch in höchstem Maße interessiert,ja fesselt.Nun erklärt mir ein Kunstkenner,daß das ein wertloses,künstlerisch unbedeutendes Werk ohne echte Substanz sei und zeigt mir ein Bild daneben,welches wunderschön ist,auf eine Art,wie ich es aber schon häufiger erlebt habe.Auf dem mir empfohlenen Bild ist alles perfekt,auch aus Sicht des Kunstkenners,dennoch wandert mein Blick immer wieder zum "wirren" Bild hinüber.Welches ist nun besser?
Ich meine,daß Pink Floyd mit der Studioseite von "Ummagumma" etwas sehr schräges,jedoch überaus interessantes,inspirierendes geschaffen haben.
Wer sich damit partout nicht anfreunden kann,kann es ja als überdrehtes Bonusmaterial zu einer der besten Live-Scheiben aller Zeiten ansehen. Wie auch immer..."Ummagumma" bleibt mMn ein absolutes "Must Have".

Die Aufnahmequalität ist für 1969 sehr gut,allerdings bin ich heilfroh,daß ich noch eine leidlich erhaltene Schallplatte besitze,denn die digitalen Veröffentlichungen empfinde ich alle als enttäuschend.
Die erste CD-Serie war ohnehin mehr als mäßig,auch die neuen 2011er Remasters sind nicht sonderlich gelungen (dazu noch die üble Verpackung !),auch der 94er Remaster von Ummagumma überzeugt nicht;dazu habe ich mehrfach gelesen,daß bei dieser Ausgabe sogar Kürzungen bei Ein-und Ausblendungen vorgenommen wurden.Ich habe das gar nicht mehr kontrolliert,der enttäuschende Klang dieser CD reichte mir schon.
Leider sind neuere Vinyl-Pressungen auch nicht die Lösung,da diese auf neuen Masterings beruhen und die Pressungen oft grottig sind.Es ist ein Elend!
Japan-Pressungen von Ummagumma habe ich leider noch nicht gehört.
Trotz des leidigen Themas Remastering bleibt "Ummagumma" ein Album,das man dem aufgeschlossenen,offenen Psychedelic-/Progressive-Rock Hörer nur wärmstens empfehlen kann;allein das atemberaubende,fesselnde Live-Album ist den Kauf wert.
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am 30. August 2013
Nach dem großen Werk "Atom Heart Mother" von Pink Floyd kann ich nun auch seit einiger Zeit "Ummagumma" mein Eigen nennen. Nun, nach dem ersten Durchhören war ich doch etwas verwirrt und erstaunt zugleich. Das Album besteht aus 2 CDs, wobei jede CD eigentlich ein eigenständiges Album darstellt! CD 1 enthält 4 überlange, angerockte, langsame Live-Stücke der Band, die sehr mystisch, psychedelisch und extrem eindringlich klingen. Diese Songs gehen sehr tief in das Unterbewusstsein! Hier braucht der Hörer einige Durchläufe um sich aus heutiger Sicht in die Klänge und in die Musik einzufinden! Sehr genial!!!!!! CD 2 besteht aus einer Vielzahl meist kleinen instrumentalen, bedrohlichen und unheimlichen Kompositionen, welche dem Hörer eine harte Nuss zu knacken geben! Alles klingt sehr fremdartig, gespenstisch und sehr experimentell. Die Grundlagen der Kompositionen sind meist sehr harmonisch, jedoch wird diese Harmonie zeitweise bewusst zerstört oder verzerrt und erzeugt so Widersprüche! Hier geht es weniger um Musik, sondern mehr um Stimmungen zu erzeugen, die angsteinflößend und voller Spannungen sind. Wer dieses einmal verstanden hat, kann mit dieser zweiten CD evtl. besser klar kommen! Der Zugang zur dieser 2.CD ist ein völlig anderer wie bei einer normalen Musik-CD, denn hier wird der Begriff oder die Bedeutung von Musik völlig neu definiert! CD 2 wird oft kritisiert und findet meist weniger Beachtung. Für mich ist sie jedoch unverzichtbar und macht "Ummagumma" erst vollständig! Zudem wäre sie ein wundervoller Soundtrack für einen alten schwarz/weiß-Gruselschocker. Ich persönlich höre CD 2 weitaus öfter, denn sie stellt für mich die Essenz des Albums dar und zeigt "Pink Floyd" von der ausgeprägtesten, experimentellsten Seite! CD 2 sollte als Ganzes gehört und betrachtet werden, denn nur zusammenhängend entfalten die Songs und die Klangwerke eine einzigartige Stimmung! Die verwendeten Klänge auf "Ummagumma" sind heute vollkommen ausgestorben, deshalb sollte sich der Hörer viel Zeit für dieses Album nehmen! Es ist auch ein unheimlich komplexes Werk! Man findet irgendwann hinein oder lässt es auf Nimmerwiedersehen in eine dunkle Kiste verschwinden. Das vollständige Werk lässt sich mit der heutigen Musik in keiner Weise vergleichen. So ein gewagtes Album wird es vermutlich nie wieder geben! Das Cover ist unverwechselbar und soo passend zur Musik! Legt die CDs ein, zündet bei Dunkelheit eine Kerze an und legt euch aufs Sofa. Lasst euch in eine fremde Welt entführen! Das Album ist wegen der Fremdartigkeit nicht jederzeit konsumierbar. Es braucht Dunkelheit, oder zumindest gedämpftes Licht und man sollte sich in einer gewissen Stimmung befinden. Das Album sollte dann am Stück genossen werden, so wird es zu einem wahren Trip. Selbst Menschen, die dem Album Aufgrund der Fremdartigkeit nicht viel abgewinnen können, bestätigen mir eine heilende Wirkung auf den Geist! Einige Fragmente aus diesem tollen Album kannte ich noch aus meiner frühsten Kindheit ( 1970??? ), allerdings verblassten diese Erinnerungen im laufe der Dekaden. Durch Zufall hörte ich es vor einiger Zeit nach all den Jahren wieder und da überkamen mich ganz unerwartet diese alten Gefühle und Erinnerungen, was mich dann auch sofort fesselte! Für mich ist diese wunderbare Platte ein wiedergefundener Schatz und eine sehr schöne Kindheitserinnerung! Trotz aller Dunkelheit und bedrohlichen anklängen verströmt dieses Werk Behaglichkeit und eine große Ruhe aus! Wenn ich mir die heutigen Alben so anhöre, dann denke ich immer wieder daran, was damals für unterhaltsame und gewagte Alben erschienen sind! Besonders die frühen Pink Floyd-Alben zwischen 1969-71 sind für mich ein pures Hörerlebnis! Zu dieser Zeit musste meines Erachtens ein Album noch eine hohe Unterhaltungsqualität vorweisen! Musikhören sollte wie ein Abenteuer sein und genau dieses fehlt den heutigen Alben! Trotz des alters wirkt "Ummagumma" keineswegs angestaubt auf mich. Ganz im Gegenteil, dieser Future-Sound wartet in ferner Zukunft auf seine Wiederentdeckung. Eher klingen die heutigen modernen Alben im Vergleich mit "Ummagumma" wie ein totaler musikalischer Rückschritt. Auf jeden Fall ist "Ummagumma" ganz großes Kino für meine Ohren! Ich liebe dieses Album wie kein anderes! Wer dieses Album aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet, wird sehr viel Freude damit haben, anderen wird es immer ein Rätsel bleiben. So experimentell und hell lodernd hat sich die Band nie wieder gezeigt! Auf dem nachfolgenden Album "Atom Heart Mother" konnte die Band noch einmal einen Teil dieser Magie transportieren, dann erlosch das Licht! Ohne "Ummagumma" hätte es z.b. den berühmten Stil von "The Cure" nie gegeben. Auch "Depeche Mode" fühlen sich eher mit "Pink Floyd" verbunden als mit "Kraftwerk". Viele Künstler sind und waren von diesem Album begeistert und beeinflusst! Jedem Käufer sollte bewusst sein, das dieses Werk absolut einzigartig ist und man vor dem Anhören dieser CDs alle gewohnten musikalischen Klänge hinter sich lassen muss! Diese Musik stammt nicht von dieser Welt, sondern vom äußersten Rand des Universums! Als habe die Band kosmische Klänge und Geräusche aus Lichtjahre entfernten Galaxien aufgenommen! Während der Entstehung des Albums müssen sich die Bandmitgliedern in einer ganz speziellen Energie befunden haben, egal ob mit oder ohne Drogen! Es sind vermutlich jene Energien, mit denen auch andere Künstler absolute Meisterwerke schufen! "Pink Floyd" ist hier ein extrem spirituelles, bewusstseinserweiterndes Album gelungen, welches beim Hören unbekannte Bilder und Filme im inneren erzeugt! Noch nie hat mich ein Album so gefesselt wie dieses, denn es verbreitet eine atemberaubend mystische, unheimliche, aber warme Atmosphäre! Diese Songs nutzen niemals ab und man kann immer wieder etwas neues in ihnen entdecken. Es ist ein völlig zeitloses Werk, welches die Menschen in 100 Jahren noch begeistern dürfte. Natürlich hat auch dieses Album für mich leichte Schwachstellen, die aber absolut verzeihlich sind und die nicht weiter ins Gewicht fallen. So stößt mir der deplatzierte, etwas nervige Song "Astronomy Domine" auf. Diesem Song fehlt das hypnotische und mystische. Auch "Several Species Of Small.... finde ich etwas überdreht und beschert mir weder Musik noch eine gewisse Stimmung, aber ist am ende dann doch irgendwie interessant. "Ummagumma" ist meine große musikalische Liebe und deshalb vergebe ich mindestens 10 Sterne. Wer herausfordernde Musik schätzt und wer sich mal richtig die Zähne ausbeißen will, dem kann ich dieses komplexe Werk ans Herz legen. Am ende wird man es lieben oder hassen.

Zu meinem Leid befinden sich im Booklet und auf der Innenseite dieser CD-Ausgabe nicht mehr die Originalfotos von der LP von 1969. Ein Album ist ein Zeitdokument und sollte deshalb völlig unangetastet bleiben. Diese Originalfotos sind untrennbar mit der Musik verbunden. Veränderungen sind wie das Salz in der Suppe, aber nicht hier. Das auch die CDs in eine billige Pappschachtel gequetscht werden müssen, ist eine Frechheit.

Wer zu diesem Album noch etwas Ergänzendes sucht, sollte sich die Pink Floyd-DVD "Live at Pompeji" unbedingt zulegen! Ein großartiges Konzert in einer fremdartigen Umgebung voller Sand und Vulkane! "Ummagumma" und "Live at Pompeji" gehören einfach zusammen! Nick Masons Schlagzeugspiel ist einfach atemberaubend und das satte Orgelspiel von Richard Wright tut sein übriges! Hier sind Musik-Götter am Werk!
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am 29. Juli 2000
Das Album ist psychedelische Rein-und Hochkultur. Beim ersten Hören nervt es unter Umständen, beim darauffolgenden endeckt man die seltenen und schönen Tonfolgen die aus mehr oder weniger schwerer Dunkelheit in sensible harmonische Gefilde münden(z.B. Sysyphus).Teilweise chaotisch und bedeutungsschwer und dann wieder wunderbar leicht und hell( Grantchester Meadows). Bei Grantchester Meadows spürt man die Sonne auf der Haut und das Plätschern des Flußes, es ist eine Reise in diese Waldlichtung. Diese Platte ist ein teilweise zeitloses und avangardistisches Werk, in meine Augen die künstlerischte Platte die Pink Floyd gemacht hat.
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am 15. Juni 2008
Eines der seltsamsten Alben von Pink Floyd, wenn nicht sogar das seltsamste. Die Studio-CD kann ich nicht vernünftig bewerten. Wrights 'Sysyphus'-Beitrag ist fuer mich bisher immernoch der spannendste. Traeumerisch, aber auch total verstoerend, disharmonisch, ja gar voellieg kakophonisch. Waters 'Grantchester Meadows' laesst sich am besten als mit voegelgezwitscher untermalten Psychedelic-Hippie-Greenpeace-Brit-Gitarren-Pop-Rock bezeichnet. Gilmours Beitrag geht wie zu Anfang bei ihm sehr ueblich in die stark-(langweilig-)bluesige Ecke. Zu Masons Teil fällt mir gar nix ein...

Kommen wir zum eigentlich spannenden Teil von Ummagumma: Der Live-CD.

Auf spaeteren 90er-Jahre-Livealben waren Pink Floyd nur noch wenig rebellisch-provizierend-improvisierend. Das Gegenteil gilt fuer 'Ummagumma Live'. Kommt das hier achtminuetige 'Astronomy Domine' noch sehr Barret-like daher, folgt in meinen Augen der Psychedelic-Klassiker schlechthin: 'Careful With That Axe, Eugene' in der unnachahmlichen Liveversion. Pulsierend-schwelgerisch kommt es daher mit pumpendem Bass, ins Gehirn einfressender Orgel und seltsam-verhaltenen Drums. Das Stueck kommt wirklich aus einer anderen Welt. In einer solchen Welt befinde ich mich sonst nur, wenn ich ueber 40° Fieber hab. Und das ist hier mal ueberaus positiv gemeint. Es bilden sich Assioziationen im Kopf, die beim Hoeren dieses praechtigen Titels einfach nicht verschwinden. Dieses mythologisch-angehauchte Psychedelic-Stueckchen ist einfach ein Ohrenschmaus. Diese solierende, aegytpisch-orientalische Wright-Orgel, die man so kein zweites mal gehoert hat. Und dann das gefluester mit anshliessendem Ausbruch. Hier schreit sich Roger Waters die Seele - Entschuldigung - den Teufel aus dem Leib. Und dann psychodelisiert die 'krachend-jaulende' Gitarre, die Drums poltern, der Bass pulsiert staendig in seinem monotonem Rhytmus weiter. Wieviel LSD muss man nehmen, um so ein Stueck aufnehmen zu koennen? Und dann noch diesen 'auspustenden' Ausklang zu finden, und auch noch Live! Pink Floyd forever! Mein Lieblings-Stueck des Psychedelic-Rock! Und bei der angeprochenen orientalischen Orgel muss man noch nichtmal an schlechte Abenteuerfilme denken. Somdern einfach an eine ganz andere Welt. 'Set The Controls For The Heart Of The Sun' ist im Vergleich zum Original wesentlich abgespaceter. Vor allem der ausladende Mittelteil ist auf dem Studio-Original nicht zu hoeren. Nun kommen wir zur endgueltigen Version von 'A Saucerful Of Secrets'. In der Studio-Version kommt es noch sehr mau daher. Hier beginnt es etwas verstoerend, irgendwie auch indianisch-anmutend, um spaeter total in voellig durchgeknallte Disharmonien abzudriften. Einfach geil, wie Wright auf sein Piano haut, Gilmour die ganze Zeit auf der Gitarre rumkratzt, und Waters wie ein verrueckter mal ausnahmsweise das Becken krachen laesst. Alles ueber Masons polterndem Drum-Geklopfe. Dann die langsame Ueberleitung in den harmonischen Teil, mitsamt schebenden Orgeln, gekroent von dem erhebenden Gesang eines nie wieder so aufgetretenen David Gilmours. So gegensaetzlich kann ein einziges Stueck an.

An dieser Stelle moechte ich nochmal jedem Floyd-Herz die 'Live At Pompeii'-DVD an selbiges legen, die alle hier enthaltenen Stuecke(ausgenommen das hier 'schwaechste' 'Astronomy Domine') auf den Schirm bringt. Die griechische-mytholigische Optik passt einfach hervorragend zu diesem Sound. Außerdem wird einem eine interessante Version von 'Echoes' geboten, sowie der nette Spass mit 'Mademoiselle Nobbs'. Ausserdem ist Roger Waters 'Careful With That Axem, Eugen'-Gebruelle nochmal ne Spur authentischer, und wie David Gilmour bei 'A Saucerful Of Secrets' die Haare im Gesicht haengen muss man einfach gesehen haben.

Kaufpflicht fuer Leute, die bei Psychedelic-Musik mitreden wollen.
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