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87 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk? - Absolut!
Wer Pink Floyd nur von den späten LPs "A Momentary Lapse Of Reason" und "The Division Bell" kennt muss sich bei "Ummagumma" (1969) klar sein, dass Pink Floyd hier erst anfangen, wo Zeitgenossen wie die Beatles, Stones, Beach Boys oder Grateful Dead bei ihren kühnsten Klangexperimenten aufhörten. Erklärtes Ziel der Band war, die überkommenen...
Veröffentlicht am 6. März 2004 von martinschott1975

versus
19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten
Tja, Ummagumma... kann man dieses Album eigentlich irgendwie fair bewerten? Genaugenommen betrachten wir zwei völlig unterschiedliche Kunstwerke. Die erste CD enthält lange Live-Versionen von vier Floyd-Klassikern, eingespielt im Frühjahr 1969. Ohne Frage sind diese Aufnahmen großartig, besser als die jeweiligen Studioversionen. Da es von den Floyds...
Veröffentlicht am 25. Februar 2010 von Niesfisch


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87 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk? - Absolut!, 6. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
Wer Pink Floyd nur von den späten LPs "A Momentary Lapse Of Reason" und "The Division Bell" kennt muss sich bei "Ummagumma" (1969) klar sein, dass Pink Floyd hier erst anfangen, wo Zeitgenossen wie die Beatles, Stones, Beach Boys oder Grateful Dead bei ihren kühnsten Klangexperimenten aufhörten. Erklärtes Ziel der Band war, die überkommenen Klischees der Popmusik wie radiotaugliche 3-Minuten-Songs und eingängige Refrains noch weiter aufzuweichen als auf den bisherigen Alben. Das ist den Pink Floyd auch meisterhaft gelungen.
Vom funkensprühenden Psychedelic-Pop des genialen Debütalbums "The Piper At The Gates Of Dawn" schlugen die Floyd eine Entwicklung hin zu bis ins kleinste Detail ausgetüftelten musikalischen Epen ein, die nur noch flüchtig den Eindruck spontaner Jam-Sessions erweckten. Die "Studio"-CD des Doppelalbums "Ummagumma" ist mit ihren Bandeffekten und Einspielungen denn auch mehr ein "Film zum Hören" als jedes andere Werk der Band in den 60er Jahren.
Die "Studio"-CD umfasst fünf Kompositionen, zwei von Roger Waters, je eine von den weiteren Bandmitgliedern. Gemäß den verschiedenen Temperamenten der vier Künstler beinhaltet die CD vier stark unterschiedliche Klangwelten. Keyboarder Rick Wright kreiert mit einer düsteren Piano-Improvisation für seinen "Sysyphus" eine Höllenvision, einen vom Synthesizer getragenen paradiesischen Garten, ehe er dem Drama mit einer regelrechten Klangmauer aus Orgel und Synthesizer ein monumentales Ende setzt.
Bassist Roger Waters versetzt den Hörer mit "Grantchester Meadows" in die hochsommerliche Szenerie einer blühenden Flusswiese. Der lediglich von zwei akustischen Gitarren und Waters leisem Gesang getragene Song windet sich dabei so träge-gemütlich wie der besungene Strom - die Zeit scheint stillzustehen, der Hörer wird durch viele atmosphärische Effekte wie Vogelgezwitscher, dem Summen von Bienen, dem entfernteren Lärm spielender Kinder zum Teil des Werkes, das eher einem Gemälde als einem Song zu gleichen scheint. Diese Richtung wird auch durch den zweiten Waters-Song aufgegriffen, denn der radebrechende Titel "Several Species Of Small Furry Animals..." ist die exakte Beschreibung dessen, was man zu hören bekommt. Die Kakophonie aus Effekten und elektronischen Verfremdungen ist nicht nur technisch höchst beeindruckend, sondern auch ein in dieser Kompromisslosigkeit einmaliges Experiment. Und Waters als pathetische, unverständliche Reden schwingender Pikte ist einfach urkomisch. :-)
Eher introvertiert macht Gitarrist David Gilmour mit seinem Epos "The Narrow Way" weiter. Hier dominiert freilich Gilmours Gitarre die Szenerie, mal akustisch-verträumt als trippige Bluesrock-Parodie ("Part One"), mal düster und bis zur Unkenntlichkeit verzerrt ("Part Two"). Das Finale "Part Three" hingegen weist mit seinem ausufernden Gitarrensolo bereits auf einen Weg hin, den Gilmour und die Band in späteren Jahren stilistisch beschreiten sollten. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil Gilmour hier erstmals Tonangebend war und die übrigen Floyd ihren musikalischen Beitrag unter seiner Führung leisteten.
Eine "echte" Soloarbeit stellt wieder der abschließende, ebenfalls dreigeteilte Song "The Grand Vizier's Garden Party" von Drummer Nick Mason dar. Im Grunde ein überlanges Drumsolo, ist "Grand Vizier" dermaßen abgefahren, dass man sich das Werk durchaus als musikalische Vorführung in einer Opiumhöhle des mittleren Orients vorstellen kann, in die die Flöten des Intros wie zu einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht einladen.
Die "Live"-CD ist schlichtweg atemberaubend und gilt unter Fans als eine der besten Bühnenaufnahmen der Band - zu Recht. Pink Floyd gelang hier das Kunststück, den vier "klassischen" Songs von den ersten beiden LPs nicht nur eine neue individuelle Note zu verleihen, sondern die originalen Aufnahmen auch in punkto Dramatik und Komposition zu toppen. Alle vier Musiker setzen Maßstäbe und zeigen außergewöhnliche Leistungen - was für Live-Rock-LPs durchaus nicht selbstverständlich ist. Insbesondere "Careful With That Axe, Eugene" schlägt die ursprüngliche Version aus dem "Relics"-Sampler um Längen. Ziehe ich noch das 1971 entstandene Live-Video "Live at Pompeji" heran, so bin ich überzeugt, dass Pink Floyd Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre den Zenit ihrer Schaffenskraft erreicht hatten.
Es mag Platten geben, die avantgardistischer sind als "Ummagumma", gewiss. Doch darum geht es nicht. "Ummagumma" ist die beste Umsetzung der ursprünglichen Bandphilosophie, nach der die Musik, die Kreativität des Künstlers, im Zentrum des Interesses steht. Äußere Einflüsse wie der Druck, radiotaugliche und besonders eingängige Songs zu schreiben, haben hier außen vor zu bleiben. Damals wie heute hat "Ummagumma" nichts mit der Seichtigkeit der Hitparaden zu tun (obwohl sich das Album respektabel verkaufte). In "Ummagummas" kreativem Prozess fehlte die kritisch-ironische Brechung, die später zu einem Leitmotiv der Pink Floyd unter der Fuchtel von Roger Waters werden sollte, noch völlig. Das Album ist als experimentelle Musik zu sehen, die sich ihre Maßstäbe selbst erschafft. Genau das macht es zu einem der größten Werke von Pink Floyd.
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48 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausflug in die Avantgarde, 13. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
Die Doppel-Lp ,Ummagumma' ist das erste Juwel der Nach-Barrett-Phase, das ohne Einschränkungen jedem Fan (und allen, die es werden wollen) empfohlen werden kann.
LP 1 enthält Live-Tracks mit den vier Highlights der damaligen Zeit: ,Astronomy Dominé', ,Careful With That Axe, Eugene', ,Set The Controls For the Heart Of the Sun' und ,A Saucerful Of Secrets'. Alle Stücke haben Überlange und ufern in herrliche Sound-Impros aus, die den Hörer in eine spacig-gruselige Atmosphäre versetzen, seine Fantasie anregen und das Bewusstsein verändern. Alle Stücke klingen besser als die Originale auf den Platten, von denen sie stammen. Die Live-Arbeit hat sie wachsen und reifen lassen. Die junge Band hatte damals auch noch genug Zeit und Engagement, ihre Musik ständig zu verbessern. Die Musik ist ideal geeignet, gepflegt abzuhängen und in fremde Welten auszusteigen. Alles, was der Hörer braucht, ist Offenheit für seltsame Klänge und ein bisschen Geduld.
LP 2 führt den eingeschlagenen Weg weiter, allerdings nicht ohne Gefahr, in allzu avantgardistische Gefilde abzudriften. Jeder der einzelnen Jungs konzentrierte sich dabei sozusagen auf sein Soloprojekt, deshalb tragen die jeweiligen Stücke ein eigenes Gepräge.
Wright legt mit Sisyphos Part 1-4 die instrumentale Vertonung eines alten griechischen Mythos vor. Sisyphos ist der Mann, der als Strafe für seine Überheblichkeit in der Unterwelt immer wieder einen schweren Stein einen Hügel hinaufrollen muss, der dann wieder hinabrollt - intellektuell, avangardistisch und ziemlich ernst.
Waters konterkariert seinen Folksong ,Grantchester Meadows' mit Geräuschen von rauschenden Bächen, auffliegenden Rebhühnern, dem Bellen von Füchsen und legt mit ,Small Furry Animals ..' eine Hammer-Collage vor, die elektronisch erzeugte Klänge mit Geräuschen kombiniert. Was hier genau geschieht ist unklar - jedenfalls treffen sich kleine Pelztiere zu einer Versammlung im Wald, um dort der Rede eines Neandertalers zu lauschen. "And the wind cries Mary .." - völlig skurril und abgedreht, aber humorvoll und inspirativ.
Gilmour versucht sich zum ersten Mal selbständig als Composer und zeigt mit ,The Narrow Way', was an Qualitäten in ihm steckt. Es beginnt mit einer Folkpicking-Fahrt ins Grüne, die mehr und mehr in enge Gefilde gerät (klasse gemacht mit dem Slide!) und schließlich im tiefen dunklen Wald landet (die Musik wird verzerrt und düster). Schließlich endet die Fahrt und mündet in den Songteil, der wie eine Mischung aus ,House Of Rising Sun' und ,More'-Psychedelia daherkommt. Fantasieanregend und atmosphärisch ist das auf jeden Fall!
Mason benutzt seine Drums und verschiedene Percussions-Instrumente dazu, das Geplänkel während einer Garten-Party darzustellen, bei der sich immer wieder vorlaute Stimmen zu Wort melden, ohne wirklich etwas zu sagen zu haben. Das Experiment endet mit einem eher konventionellen Drum-Solo. Respekt!
Fans, die eher auf einprägsame Songs fliegen als auf Experimente, werden es wohl mit ,Ummagumma' nicht leicht haben. Anderen wird das Werk vielleicht den Zugang zu ähnlichen Versuchen in der sogenannten E-Musik öffnen (so wie damals viele E-Musik-Hörer anfingen, Rockmusik interessant zu finden). Die Platte kann den Horizont erweitern und trotzdem eine Menge Spaß machen.
Für mich war ,Ummagumma' für meine Musik-Sozialisation sehr wichtig, deshalb mag ich nicht ganz objektiv sein. Doch ich wünsche mir, dass sie jeder einmal gehört hat!
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34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pink Floyd mal ganz eigensinnig, 29. November 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
"Ummagumma" ist das Paradebeispiel englisch- experimentieller Popmusik. Wo die Beatles mit "Revolution Number Nine" und "Tomorrow Never Knows" aufhörten, fängt "Ummagumma" an. Die erste Hälfte des Doppelalbums enthält Live- Aufnahmen der Pink Floyd- Klassiker: "Astronomy Domine" ist eine Verbeugung vor ihrem Begründer- Gitarristen Syd Barrett wie es ebenso ein Freischwimmen von seinem Schatten ist: Gilmours Gitarrensolo wirkt durch den Wah- Wah- Einsatz aggressiv hardrockig. Musikalischer Nervenkitzel sind die ausgewiesenen Gruppenkompositionen "Careful With That Axe Eugene", dessen Dynamik von zarten Mellotron- und Gitarrenmelodien bis zu Roger Waters gewaltigem Aufschrei reicht, sowie das musikalische Kriegsschaubild "A Saucerful Of Secrets", das Gilmours Gitarrenexplosionen zu Nick Masons Drumloop kombiniert und in Richard Wrights schaurig schönen Orgeleinsatz kulminiert. "Set The Controls For The Heart Of The Sun" ist hingegen ist ein Wechselbad aus mantrischen Trommelritualen und einer darauffolgenden, im pianissimo getragenen Exkursion von Gitarre und Orgel zu Alice in electronic wonderland - märchenhaft! Ein skuriles Notizbuch ihrer musikalischen Ideen ist die zweite Albumhälfte: Hier und da etwas halbgar, aber immer anregend und in seiner atmosphärischen Vielfalt bestechend. Roger Waters liefert mit "Grantchester Meadows" eine schöne Folkballade und macht im Anschluß darauf mit Tonbandcollagen in "Several Species Of Small Fury Animals" Ausflüge in die musique concrete, während David Gilmour einige gutgelaunt akustische Countrybluesanklänge in "The Narrow Way" beisteuert. Richard Wright schickt uns dann durch ein musikalischen Wechselbad von paradiesischen Naturklängen und brutalsten Orgel- Clustern. Nick Mason beendet den Reigen mit aberwitzigen elektronischen Variationen seiner Schlagzeugetüden. Ein Album ohne Konkurrenz!(Jedoch ungeeignet für Gelegenheitshörer, die nur "We don't need no education.." kennen!)
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ummagumma - 1969, 19. Februar 2007
Von 
Child in time - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
Mit der "Ummagumma" hat es uns Pink Floyd wirklich nicht einfach gemacht. Sehr schwer verdaulich ist das Werk, besonders CD 2. Und ich sage das als eingefleischter Prog Rock-Fan, dem ansonsten kein Song kompliziert genug sein kann. Auf jeden Fall hat die Gruppe besonders mit diesem Werk den Prog Rock erst möglich gemacht. Ob Genesis jemals `Supper`s ready` oder Yes `Close to the edge` geschrieben hätten, ohne "Ummagumma"?

CD 1 ist genial. Ob `Astronomy domine`, `Careful with that axe, Eugene`, `Set the controls...` oder `Saucerful of secrets`, besser geht es nicht, hier wird Musikgeschichte geschrieben, der Prog Rock ist erfunden. Der Sound ist aus heutiger Sicht natürlich arg verstaubt. Das Werk stammt aus dem Jahr 1969, der Sythesizer war noch nicht in die Musik eingeführt. Wenn man das alles bedenkt ist es ein Wahnsinn, was die 4 aus ihren Instrumenten rausholen. 5 Sterne.

CD 2 ist sehr durchwachsen. Hier wird es sogar mir manchmal zu viel des guten. Es wird experimentiert bis zum Überdruß. Manche Stücke kann man kaum noch als Musik bezeichnen. Am besten gefallen mir noch von Rick Wright `Sysyphus` und von Dave Gilmour `The narrow way`. 3 Sterne.

Insgesamt betrachtet, ist "Ummagumma" eines der wichtigten Alben der Musikgeschichte (für mich zumindestens). Wer weiß, ob es Genesis, Yes, Marillion, IQ, Pallas usw. ohne dieses Album gegeben hätte?! Floyd hat es hier nur manchmal einfach übertreiben. 4 gute Sterne vergebe ich.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillianter Endsechziger-Geniestreich, heute eher verkannt, 6. Januar 2012
Von 
M. Robert Ganser "robertissimo" (Apetlon, Burgenland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bevor ich zur Musik komme, ein Wort zur Klangqualität dieser Ausgabe: Lang hat es gedauert, bis dieses (Vinyl- wie CD-) Doppelalbum so wunderbar, so transparent, so kraftvoll klingend zu haben war bzw. ist. Wer nur ältere CD-Editionen besitzt und von diesen (wie ich) enttäuscht war, darf hier mit zwei Händen zugreifen!

Zur Musik: Cream hatten ein Jahr davor damit begonnen, ein Doppelalbum mit einer Live- und einer Studioplatte herauszubringen ("Wheels Of Fire"), und die Floyd setzten das fort. Vier Stücke, die sich zum Teil erheblich von den Studioversionen unterscheiden, bietet die Live-Platte, und was mit diesen Nummern herüber kommt, zählt zum Epochalsten, das damals veröffentlicht wurde. Eine Unzahl von Krautrockern holte sich hier seine Kicks, und dass auf Lieblingsalbenlisten einer Reihe von Musikern solcher Bands (seinerzeit im "Musikexpress" veröffentlicht) dieses Doppelalbum meistens am ersten oder zweiten Platz zu finden war, braucht niemand als Zufall werten. Dass eine Reihe von namhaften Musikkritikern in den Folgejahren jede neue Floyd-Scheibe an diesem Album maß und 1973 im deutschen "Sounds" die heute grenzenlos bejubelte "Dark Side Of The Moon" mit Verweis auf "Ummagumma" sogar verrissen wurde (ist wirklich passiert, Leute!), spricht da erst recht für sich. Alleine schon "Astronomy Domine" macht deutlich, dass die Vier damals eine der innovativsten und unverwechselbarsten Gruppen überhaupt waren, und dieser Track war obendrein noch eine würdige Hommage an den verloren gegangenen Bandgründer. Meines Erachtens spielten in GB 1969 nur noch Caravan, Soft Machine, Van der Graaf Generator und King Crimson in dieser Liga, die alle aber den Namen und das Management (und auch das voll unterstützende Label) der Floyd nicht hatten. Alles in allem eine der allerbesten Live-Platten, die es im Psychedelic- und Prog-Bereich jemals gab, diese ersten der beiden Platten.

Am zweiten Album schieden sich schon immer irgendwie die Geister. Fest steht, dass die Gruppe, von rund der Hälfte der "Atom Heart Mother" einmal abgesehen, sonst nie wieder so experimentell und kompromisslos musiziert hat. Wrights "Sisyphus" hat ein hinreißendes Motiv, und Waters Vokalexperimente haben Esprit. Verhalten wirkt Masons Beitrag, aber es ist Gilmours "The Narrow Way", das mich schon immer am meisten begeistert hat: Riff und Melodie grandios, und aus der Gitarre alles herausgeholt, was anno '69 (nach Hendrix' "Electric Ladyland" und "Truth" von Jeff Beck, beide '68) möglich, und ein schön philosphischer Text mit leichten Bergpredigt-Anklängen. Ein Beweis auch dafür, wie gut David nach seinem Einstieg während der Aufnahmen zum Zweitling "A Saucerful Of Secrets" mittlerweile integriert war.

Für meine Begriffe haben Pink Floyd nie wieder ein derart gelungenes Album gemacht, bei aller Wertschätzung für "Dark Side" und "Wish You Were Here", den weltweit favorisierten Alben der Band, und so mancher Alben dazwischen und danach, die ich auch alle gut finde.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dunkle Reisen und sensible Sonnen, 29. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
Das Album ist psychedelische Rein-und Hochkultur. Beim ersten Hören nervt es unter Umständen, beim darauffolgenden endeckt man die seltenen und schönen Tonfolgen die aus mehr oder weniger schwerer Dunkelheit in sensible harmonische Gefilde münden(z.B. Sysyphus).Teilweise chaotisch und bedeutungsschwer und dann wieder wunderbar leicht und hell( Grantchester Meadows). Bei Grantchester Meadows spürt man die Sonne auf der Haut und das Plätschern des Flußes, es ist eine Reise in diese Waldlichtung. Diese Platte ist ein teilweise zeitloses und avangardistisches Werk, in meine Augen die künstlerischte Platte die Pink Floyd gemacht hat.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wegen des Live-Teils kaufpflicht!, 15. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
Eines der seltsamsten Alben von Pink Floyd, wenn nicht sogar das seltsamste. Die Studio-CD kann ich nicht vernünftig bewerten. Wrights 'Sysyphus'-Beitrag ist fuer mich bisher immernoch der spannendste. Traeumerisch, aber auch total verstoerend, disharmonisch, ja gar voellieg kakophonisch. Waters 'Grantchester Meadows' laesst sich am besten als mit voegelgezwitscher untermalten Psychedelic-Hippie-Greenpeace-Brit-Gitarren-Pop-Rock bezeichnet. Gilmours Beitrag geht wie zu Anfang bei ihm sehr ueblich in die stark-(langweilig-)bluesige Ecke. Zu Masons Teil fällt mir gar nix ein...

Kommen wir zum eigentlich spannenden Teil von Ummagumma: Der Live-CD.

Auf spaeteren 90er-Jahre-Livealben waren Pink Floyd nur noch wenig rebellisch-provizierend-improvisierend. Das Gegenteil gilt fuer 'Ummagumma Live'. Kommt das hier achtminuetige 'Astronomy Domine' noch sehr Barret-like daher, folgt in meinen Augen der Psychedelic-Klassiker schlechthin: 'Careful With That Axe, Eugene' in der unnachahmlichen Liveversion. Pulsierend-schwelgerisch kommt es daher mit pumpendem Bass, ins Gehirn einfressender Orgel und seltsam-verhaltenen Drums. Das Stueck kommt wirklich aus einer anderen Welt. In einer solchen Welt befinde ich mich sonst nur, wenn ich ueber 40° Fieber hab. Und das ist hier mal ueberaus positiv gemeint. Es bilden sich Assioziationen im Kopf, die beim Hoeren dieses praechtigen Titels einfach nicht verschwinden. Dieses mythologisch-angehauchte Psychedelic-Stueckchen ist einfach ein Ohrenschmaus. Diese solierende, aegytpisch-orientalische Wright-Orgel, die man so kein zweites mal gehoert hat. Und dann das gefluester mit anshliessendem Ausbruch. Hier schreit sich Roger Waters die Seele - Entschuldigung - den Teufel aus dem Leib. Und dann psychodelisiert die 'krachend-jaulende' Gitarre, die Drums poltern, der Bass pulsiert staendig in seinem monotonem Rhytmus weiter. Wieviel LSD muss man nehmen, um so ein Stueck aufnehmen zu koennen? Und dann noch diesen 'auspustenden' Ausklang zu finden, und auch noch Live! Pink Floyd forever! Mein Lieblings-Stueck des Psychedelic-Rock! Und bei der angeprochenen orientalischen Orgel muss man noch nichtmal an schlechte Abenteuerfilme denken. Somdern einfach an eine ganz andere Welt. 'Set The Controls For The Heart Of The Sun' ist im Vergleich zum Original wesentlich abgespaceter. Vor allem der ausladende Mittelteil ist auf dem Studio-Original nicht zu hoeren. Nun kommen wir zur endgueltigen Version von 'A Saucerful Of Secrets'. In der Studio-Version kommt es noch sehr mau daher. Hier beginnt es etwas verstoerend, irgendwie auch indianisch-anmutend, um spaeter total in voellig durchgeknallte Disharmonien abzudriften. Einfach geil, wie Wright auf sein Piano haut, Gilmour die ganze Zeit auf der Gitarre rumkratzt, und Waters wie ein verrueckter mal ausnahmsweise das Becken krachen laesst. Alles ueber Masons polterndem Drum-Geklopfe. Dann die langsame Ueberleitung in den harmonischen Teil, mitsamt schebenden Orgeln, gekroent von dem erhebenden Gesang eines nie wieder so aufgetretenen David Gilmours. So gegensaetzlich kann ein einziges Stueck an.

An dieser Stelle moechte ich nochmal jedem Floyd-Herz die 'Live At Pompeii'-DVD an selbiges legen, die alle hier enthaltenen Stuecke(ausgenommen das hier 'schwaechste' 'Astronomy Domine') auf den Schirm bringt. Die griechische-mytholigische Optik passt einfach hervorragend zu diesem Sound. Außerdem wird einem eine interessante Version von 'Echoes' geboten, sowie der nette Spass mit 'Mademoiselle Nobbs'. Ausserdem ist Roger Waters 'Careful With That Axem, Eugen'-Gebruelle nochmal ne Spur authentischer, und wie David Gilmour bei 'A Saucerful Of Secrets' die Haare im Gesicht haengen muss man einfach gesehen haben.

Kaufpflicht fuer Leute, die bei Psychedelic-Musik mitreden wollen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meilenstein und Meisterwerk, 27. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
Trotz all der großartigen Alben, die noch folgen sollten (man denke nur an Meddle, Atom Heart Mother, Dark Side of the Moon oder auch Wish You were Here - auch wenn Puristen da die Nase rümpfen), war dies doch schon ein echtes Meisterwerk. Auf den ersten beiden Seiten der ursprünglichen Vinyl-Fassung (jetzt auf CD 1) fanden sich vier der wohl besten Stücke der frühen Phase: "Astronomy Domine", "Careful with that axe, Eugene", "Set the Controls for the Hearts of the Sun" und "A Saucerful of Secrets". Alle in Versionen, die die der Studio-Alben z. T. weit übertrafen - etwas was man weiß Gott nicht von vielen Live-Alben sagen kann. Die Stücke sind atmosphärisch sehr dicht und wirken am besten bei Dunkelheit, erst dann entfalten sie so richtig ihren Reiz (abgesehen davon kann man mit dem Schrei auf "Careful with that axe, Eugene" auch ganz prima nervige, kleine Cousinen erschrecken ...). Das Highlight ist vielleicht "Set the controls ...", das am bedrohlichsten, psychedelischsten, düstersten rüberkommt und einen wirklich in seinen Bann schlägt. Duie zweite Seite ist Geschmackssache, da durften sich die Herren Waters, Wright, Gilmour und Mason mal so richtig austoben, was sie auch kräftig tun. Doch bei allem grenzwertigem Individualismus (der natürlich in die damalige Zeit passte) finden sich auch dabei zeitlos schöne Melodien ("Grantchester meadows") oder auch beeindruckend-pompöse Werke ("Sysyphus 1-4"). Insgesamt ein Meilenstein und Meisterwerk, das ich auch nach 20 Jahren immer wieder gerne höre.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen innovatives PF-Album, 9. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
Aus der Zeit vor Dark Side of the Moon, als die Band noch nicht das Geheimrezept für kommerziellen Erfolg 'entdeckt' hat, will sagen: Hier legt man noch keinen Wert auf eine große Zahl von Plattenverkäufen.

Die Platte besteht aus einem Live- und einem Studioteil; Anmerkungen zum Liveteil spare ich mir und konzentriere mich auf die meiner Meinung nach wesentlich interessantere Studiohälfte.

Meine Vorredner haben eigentlich schon das Wichtigste darüber gesagt, nur noch soviel: ich hätte mir gewünscht, das die Gruppe diesen eingeschlagenen, experimentellen Pfad weiter beschritten hätte, anstatt sich auf gepflegten Wohlklang einzuschiessen.

Das Ausloten neuer Klangformen und Stimmungen (vor allem auf der zweiten, der Studio-CD) wird hier von jedem der vier Bandmitglieder einzeln verfolgt und auf die Spitze getrieben; der Hörer wird dabei nicht geschont und es ist eigentlich unmöglich, diese Platte mal eben so beiläufig oder als Hintergrundmusik zu hören.

An manchen Stellen klingt die Gruppe wie King Crimson in ihren düstersten Momenten, man höre sich nur Sysyphus an, erinnert in manchen Passagen schon beinahe zwingend an die Stimmung in 'The Devil's Triangle' aus dem 'In the Wake of Poseidon-Album', das ein Jahr nach Ummagumma erschienen ist - wobei die Frage erlaubt ist, wer hat sich hier von wem inspirieren lassen? Umma Gumma ist eines der frühen Alben, auf denen Natur- und sonstige Geräusche als Stilmittel zur Stimmungserzeugung genutzt werden - hier dargestellt auf Granchester Meadows, worauf u.a. Vögel und Insekten zu hören sind.
Auch andere Effekte wie revers laufendes Schlagzeug kommen auf dem Album zum Einsatz - die Experimentierfreude hier scheint keine Grenzen zu kennen...

Mein persönlicher Lieblingstitel des Albums hier ist das 3-teilige The Narrow Way aus der Feder David Gilmours'.

Die Spannung, wie sie auf Ummagumma erzeugt wurde, gelang der Band m.E. nach nur noch einmal auf dem Folgealbum 'Meddle', meinem zweiten Favoriten der Gruppe...danach allmähliches Abdriften in die musikalische Beliebigkeit, daran änderten auch die kommerziellen Erfolge von 'Dark side of the moon' und 'The Wall' letzlich nichts...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunst ? Wahnsinn ? - Genial !, 7. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
Als 8jähriger - 1970 - hab ich das Album von meinem Bruder über die UNIVERSUM Kompaktanlage mit Kopfhörern rauf und runter gehört. Für meine musikalische Auffassung war das Doppelalbum wegweisend und bleibt bis heute neben MEDDLE und ATOM HEART MOTHER für mich persönlich das BESTE was PINK FLOYD in Ihrer experimentellen Phase geschaffen haben. Auch der Soundtrack MORE und der Soundtrack OBSCURED BY CLOUDS sind genial.

Die aufgeführten Alben sind in meiner persönlichen Rangliste vor den vollkommenen Alben DARK SIDE OF THE MOON und WISH YOU WERE HERE. Das soll nicht heißen, das ich die beiden Überflieger nicht zu schätzen weiß.

Aber zurück zu UMMAGUMMA, ich weiß nicht mehr, wie oft ich die Platte gedudelt habe. Unzählige male...und immer wieder Sysyphus, Granchester Meadows, Several species of small furry animals...und The Narrow Way. Total abgedrehte Musik, absolut fesselnd. Dieses Doppelalbum sorgte dafür, das z.B. so Alben wie GENESIS-TRESSPASS & FOXTROTT, YES-CLOSE TO THE EDGE & YESSONGS & TALES FROM TOPOGRAPHIC OCEANS und viele weitere experimentelle Alben sofort richtig aufgefasst wurden. Je schräger und experimenteller umso besser.

Für mich ist UMMAGUMMA Kunst und Wahnsinn und Genialität in einem. Kunst ist auch das Plattencover von HIPGNOSIS. Das Frontcover mit David Gilmour, daneben die fette Glasflasche und Bild(Portrait) mit der Aufschrift GIGI auf der Rückseite das TOUR-EQUIPMENT - FETT ausgebreitet. Ein Vorgeschmack darauf, welch ein Rock DINOSAURIER da aufwächst.

ATOM HEART MOTHER und auch MEDDLE haben noch ein wenig was von dieser schrägen Atmospähre, dann wurde die Musik glatt, sauber, strukturierter und kommerzieller. Der kommerzielle Erfolg von DARK SIDE OF THE MOON legt dafür Zeugnis ab.
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