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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Chance für Nichtexperten?, 8. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich es gewagt habe, dieses Buch von Horst Rauchfuß als Nicht-Chemiker und Nicht-Molekularbiologe zu lesen -- die Liste der Nicht-Xs könnte man sicher noch verlängern -- habe ich doch das Bedürfnis, für potentielle andere Leser hier meinen Eindruck festzuhalten.

KEINE LEICHTE KOST

Um es gleich vorweg zu sagen, für einen Fachfremden ist dieses Buch keine leichte Kost, um nicht zu sagen, streckenweise mühsam. Dieses Buch begnügt sich nicht nur mit reiner 'Prosa' sondern unterwirft sich der Mühe, alle wichtigen biochemischen Sachverhalte mittels hervorragender Formelbildern und formelhaften Darstellungen der zugehörigen chemischen Reaktionswegen sehr klar zu veranschaulichen. Immer auch direkt verwoben mit den einschlägigen Fachartikeln, die am Schluss eines jeden Kapitels übersichtlich aufgelistet werden. Dies muss man wissen, wenn man sich auf eine Lektüre einlassen will. Aber die Mühe lohnt sich!

EXTREM BREITES WISSEN

In diesem Buch trifft man auf den Wissens- und Erfahrungsschatz von gut 3 Jahrzehnten intensiver Beschäftigung mit der Frage, wie es denn zur Bildung jener zellulärer Strukturen kommen konnte, die nach heutigem Wissen die Basis sämtlicher biologischer Lebensprozesse auf unserer Erde bilden, also die Frage nach der 'Biogenese'. Praktische alle wichtigen theoretischen Ansätze werden vorgestellt und in Zusammenhänge eingeordnet. Die Fraglosigkeit vieler populärer Darstellungen zu Themen der Biogenese findet hier eine erfrischend nüchterne, detaillierte, und trotz ihrer großen Sachlichkeit zugleich sehr spannende Darstellungsweise. Fast immer wird dabei der unvollendete Charakter der meisten Experimente und samt deren Modellbildungen zur Sprache gebracht. Das Faszinierende an diesen sich über viele Millionen Jahre erstreckenden Prozessen zwischen Erdentstehung (vor ca. 4.6 Mrd. Jahre) und Auftreten erster Zellen (vor ca. 3.46 Mrd. Jahren) ist gerade nicht die gewünschte Einfachheit, sondern die überall herrschende Komplexität im Zusammenspiel von abertausenden Faktoren, die dann -- irgendwie -- zu jenen Strukturen 'findet', die wir dann heute als 'Formen des Lebens' kennen.

REFLEXIONEN

Das sehr Erfreuliche an diesem Buch ist, dass die 'wissenschaftlichen Fakten nicht nur isoliert auftreten (es gibt Bücher über Genetik, da findet sich auf 1000 Seiten nicht eine einzige Seite Reflexion!) sondern eingebettet sind in historische, systematische und methodologische Überlegungen, durch die sich die Komplexität des Phänomens auch für einen Nichtspezialisten aus unterschiedlichen Sichten besser einordnen lässt (das Kapitel mit der Überschrift 'Mittelalter' hat allerdings überwiegend nicht mit mittelalterlichen Themen zu tun sondern umfasst auch noch Personen aus der Zeit der Renaissance und Aufklärung). Auch stellt sich Rauchfuß immer wieder der Herausforderung, den Gebrauch der jeweiligen Terminologie -- wie z.B. im Fall des Begriffs 'Leben' -- in seinen unterschiedlichen Verwendungen zu dokumentieren. Gerade im Falle solcher theoretischer Zentralbegriffe wird aber auch schnell greifbar, wie unsicher und unklar eine Art übergreifende Theoriebildung zu all diesen Phänomenen ist. Die unterschiedlichen Eigenschaftslisten, die mit dem Begriff 'Leben' verknüpft werden, sind alles andere als 'zwingend'.

ASTROBIOLOGIE

Zwar kommt das Wort 'Astrobiologie' im Titel des Buches nicht vor, aber wichtige neuere Erkenntnisse der Astrobiologie über kosmische Randbedingungen zur Entstehung möglichen Lebens auf oder außerhalb der Erde werden angesprochen und erklärt (z.B. Verfügbarkeit wichtiger Metalle für Lebensprozesse, bewohnbare Zonen in unserem Sonnensystem und in unserer Galaxie).

KÜNSTLICHES LEBEN

Unter anderem gibt es auch einen kleinen Abschnitt zum Thema 'Künstliches Leben (KL)', der Versuch, Modelle von Lebensprozessen im Computer zu simulieren. Hier fällt mir als Forscher im Bereich künstlicher Intelligenz natürlich auf, dass die Frage nach künstlichem Leben leicht in Gefahr ist, 'zu konkret' gedacht zu werden. Um 'Leben' oder gar 'Bewusstsein' zu simulieren braucht man weder Moleküle noch einen biologischen Körper. Aber diese Thematik führt über eine kurze Buchbesprechung hinaus.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios, 14. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein von vorne bis hinten unglaublich professionell recherchiertes Buch, dessen Qualitäten die einer Weiterbildung weit überschreiten. Wissenschaftlich gesehen sehr gute, objektive Bewertung, deren Ergebnisse aus rein logischer Sicht arg überzeugend wirken.
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Chemische Evolution und der Ursprung des Lebens
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