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am 6. Oktober 2009
Natürlich ist Geschmack verschieden und gerade deswegen wundern mich auch diese Menge an 5 Sternen für den neusten Kluftinger nicht besonders. Schließlich findet sich ja auch ein Millionenpublikum für spaßiges aus den sogenannten Humorschubladen, die uns Künstler wie Barth, Pocher und Kollegen allwöchentlich präsentieren.

Dass nun aber ausgerechnet mein lieb gewonnener Kluftinger als vollkommen vertrottelter Ermittler vorgeführt wird, das hat er meiner bescheidenen Meinung nach nicht verdient.
Da wo in den Vorgängerromanen seine knuffigen Auftritte wohldosiert für die besonderen Momente sorgten, hatte ich nun den Eindruck, hier soll jemand fürs breite Publikum fernsehtauglich gemacht werden. Als ob den beiden Hauptautoren ein Stab von Redakteuren und Drehbuchschreibern mit lauter gut gemeinten Ratschlägen im Nacken saß, die Agatha Christie Geschichte aus dem Allgäu gleich fernesehtauglich zu schreiben, damit man bei der späteren Verfilmung nicht mehr soviel Arbeit mit Umschreiben und Kürzungen hat.

Nicht mehr das Allgäuer Lokalkolorit bestimmt die Geschichte, auch wenn es gebirgig steil ist und man vor lauter Schnee kaum noch Luft bekommen mag, nicht mehr ein um die Falllösung verbissener kauziger Kommissar, der eben manchmal über Alltäglichkeiten aus der modernen schnellen Außenwelt stolpert, eben weil er ein bodenständiger Typ ist, der sich weder um schnell wechselnde Moden Gedanken gemacht hat und diese auch nicht mitgemacht hat.
Vielmehr empfand ich es als ein blasses Duell von Kasper-Kluftinger mit Kasper-Langhammer, ein Wettbewerb um das blaue Wer-ist-doofer-Band, wer bastelt sich schneller ein Fettnäpfchen, um als dann auch noch zuerst hineinzutreten.
Ja, hungrig und gierig darf er ja sein nach seinen Kässpatzen und gewiss ist ein Frühstücksteller vom Kommissar immer etwas voller als die der anderen. Doch hier wird er als teutonischer Ballermannvielfraß dargestellt. Hat nur gefehlt, dass ee seinen Lieblingsstuhl im Speisesaal mit Badehandtuch reserviert.'
Die neue Kluftingerr-Persönlichkeit wirkt gekünstelt, vorhersehbar und somit für mich zu langweilig.
Und für eine Persiflage war es für mich ebenso zu wenig wie es auch als Agatha Christie Hommage nicht reicht.
Denn dafür waren die Verdächtigen zu blass und letztlich auch zu banal dargestellt.
Spannung und Verwirrspiel Fehlanzeige!

Aber wie gesagt: Geschmack ist verschieden. Meiner ist das nicht. Und so vergebe ich drei wohlwollende Punkte nur deswegen, weil ich es nicht besser schreiben kann und sich die Autoren ja dennoch bemüht haben, Ihr Publikum begeistern zu wollen.
Ach, wie gerne hätte ich ZEHN Punkte vergeben'. Hoffentlich beim nächsten Kluftinger!
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am 22. September 2009
Wer Kluftingers vorherige vier Fälle in der Reihenfolge der Entstehung gelesen hat, kann sicherlich die Weiterentwicklung des Stils von Klüpfel und Kobr erkennen.

"Milchgeld" zeigte bereits den Charme der Nachfolger, war aber handwerklich eben doch erkennbar das erste Stück des Autorenduos. Vor allem am Ende wirkten die Handlungsstränge nicht fließend zusammen laufend. Das änderte sich mit dem zweiten Fall. "Erntedank" führt gelungen verschiedene Charaktere ein, spielt mit dem Tollpatsch-Genie Kluftinger gekonnt über die gesamte Entwicklung des Falls und endet dramatisch und im Rückblick mit einem anfangs gut eingestreuten Hinweis zum Täter. "Seegrund" spielt auf dem selben Niveau mit einem anderen Thema und deshalb mindestens so gut wie Teil 2. Der vierte Teil "Laienspiel" versucht noch dramatischer zu werden - was auch weitgehend gelingt - ohne dabei Kluftingers Privatleben zu vernachlässigen, das halt zum rundum gelungenen Protagonisten gehört.

Rauhnacht ist jetzt etwas komplett Neues. Die Dramatik wurde der Komödie geopfert, möchte man beim Lesen des ersten Drittel meinen. Aber diese Komödie ist so schön überzeichnet. Sie regt von Seite zu Seite immer mehr zum Schmunzeln an. Die Verweise auf andere Klassiker von Agatha Christie sind gut eingebaut und letztendlich wird es zum Schluss dann doch noch altbekannt spannend. Nur das Ende lässt nun viel Platz für Phantasie. Letztendlich war dieses Buch für mich nicht ein typischer Kluftinger im Sinne von Fall 1 bis 4. Aber der Spaß entschädigte dafür voll und ganz. Den einen Punkt Abzug gibt es für die übermäßig strapazierte Figur des Doktors, der einem mit der Zeit gewaltig auf die Nerven gehen kann. An Kluftingers Stelle hätte ich... . Lassen wir das, er macht schon alles richtig.

Es lohnt sich den fünften Kluftinger zu genießen.
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am 3. Oktober 2009
Ich muss mich hier den negativen Rezensionen anschließen. Leider. Für mich als Allgäuerin ist Kluftinger ja fast schon Pflicht. Am besten finde ich immer noch "Milchgeld" und "Erntedank". Obwohl mir die übrigen Bücher nicht sooo toll gefallen haben, fand ich sie vor allem wegen dem Lokalkolorit lesenswert. Wenn man sozusagen in der Gegend der Tatorte wohnt, macht das Lesen darüber noch viel mehr Spaß.

Aber bei "Rauhnacht" musste ich mich wirklich zwingen, bis zum Schluss durchzuhalten. Wie schon viele andere schreiben, ist die ganze Geschichte bei Agatha Christie abgekupfert. Was eigentlich nicht so schlimm wäre, weil es ja auch als Hommage gemeint sein könnte. Aber diese nicht enden wollenden Albernheiten zwischen Klufti und Langhammer sind inzwischen nur noch peinlich. Und "Rauhnacht" ist voll davon. Der eigentliche Krimi geht dabei völlig unter. Außerdem kommt Klufti nur noch wie ein Trottel daher. Sämtliche Klischees vom zurückgebliebenen Hinterwäldler werden gezogen. Bei allem Sinn für (derben) Humor, aber hier wird viel zu dick aufgetragen.

Es heißt ja eigentlich, dass sich Autoren von Buch zu Buch weiterentwickeln, aber bei Kobr/Klüpfel merke ich davon nichts. Die schießen mit diesem ganzen Slapstick meilenweit übers Ziel hinaus und degradieren ihre Hauptfigur zur Witzfigur. Schade! Wenn das so weitergeht, stehen die Kluftis bald nicht mehr im Krimiregal sondern bei den Witzbüchern über Allgäuer. Hoffentlich kommt das nächste Buch wieder ein bisschen mehr auf den Boden zurück. Eine letzte Chance gebe ich den beiden noch. Luaga ma amola :-)
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am 18. Dezember 2010
Habe mich nach Tiefenrausch und Milchgeld auf die Rauhnacht gestürzt - war leider etwas enttäuscht - die ganze Geschichte macht den Eindruck mit Gewalt konstruiert zu sein, das Thema -alle in einem geschlossenen Raum- strapaziert, es fehlt der Pfiff und das Verhältnis zwischen Klufti und Langhammer wird echt zu strapaziert (wie schon einer der Vorreztensenten bemerkt hat) das ist nicht mehr lustig, sondern nur peinlich. Schade, hoffe, dass es das nächste Mal wieder besser wird!
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am 3. November 2009
Auch ich muss mich leider den schlechten Kritiken anschließen. Ich habe alle Krimis des mittlerweile sehr medienpräsenten Autorenduos gelesen und für ziemlich gut befunden. "Rauhnacht" ist schlicht und ergreifend eine Zumutung.

Neben den bereits von anderen Lesern erwähnten Negativpunkten ist noch anzumerken, dass beim 2. Mal Lesen (war nicht einfach!!) klar wird, dass die ganze Geschichte widersprüchlich und ohne Sorgfalt geschrieben ist (mal sind die Menschen gespenstisch im Schnee mit ihren Verkleidungen, dann sind diese Menschen alle vom Personal - an anderer Stelle wird erwähnt, dass das Personal nicht verkleidet ist...) Darüber hinaus tauchen manche Sätze und Redewendungen mehrmals nahezu identisch auf.

Vielleicht war ja der Druck auf die Autoren zu hoch, möglichst schnell die bekannte Krimireihe fortzusetzen, oder das Duo hat sich (ghost) verstärkt... oder die bisherigen Bücher haben nebst Verfilmung schon genug eingespielt.

Egal wie dem auch sei, ich denke, das war's dann mit Kluftinger - schade eigentlich!
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am 29. September 2009
Meine Befürchtung nach dem letzten Kluftinger-Band war, dass das Autorenduo auch bei "Rauhnacht" verstärkt auf Action und aufsehenerregende Fälle setzen würde. Diese Befürchtung wenigstens hat sich nicht bewahrheitet. "Rauhnacht" ist in den Grundzügen ein geradezu klassischer Krimi im Stil beispielsweise von Agatha Christi. Diese klassischen Elemente - der Mord im vornehmen Hotel, der abgeschlossene Täterkreis, die Abschottung von der Außenwelt - im Allgäuer Millieu wiederzusehen, ist nicht ohne Charme. Auch die Pointe, wie der Mord geplant und umgesetzt wurde, besitzt durchaus Witz und Originalität.
Unter dezenter Beimischung der Eigenarten des Kommissar Kluftinger und des Doktor Langhammer hätte sich ein herrlicher Kluftinger-Krimi in gewohnter Qualität ergeben können. Leider aber wimmelt das Buch von den überdreht grotesken Eskapaden dieser beiden Hauptfiguren. Ein absonderliches Fiasko reiht sich an das nächste, insgesamt ergibt sich ein geradezu slapstick-artiger Eindruck. Der Lausbuben-Unfug der beiden ist nicht ironisch-witzig sondern unglaubwürdig und platt. Der Streich von Kommissar Kluftinger am Doktor im Massage-Raum ist beispielsweise nur als peinlich und dumm zu bewerten.
Und alles in allem fehlt es dem Buch dann doch an der notwendigen inneren Spannung, die Handlung dümpelt fade vor sich hin. Selbst die Pointe lässt sich schon weit vor Ende des Buches erahnen.
Als erstes Buch der Reihe hätte mich dieser Krimi sicher nicht zum Kluftinger-Fan werden lassen.
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am 14. September 2009
Sehnsüchtig erwartete ich den fünften Band der Kommissar Kluftinger Reihe, da ich die vorhergehenden 4 Krimis sehr gut fand.
Leider fand ich Rauhnacht sehr enttäuschend und ausgesprochen langweilig. Agatha Christie läßt grüßen!
Die Wortduelle zwischen dem Mediziner Langhammer und Kommissar Kluftinger, die für mich in den früheren Romanen sehr reizvoll waren, nervten mich nur noch. Aus dem kauzigen Kommissar Kluftinger wurde ein Volltrottel gemacht und damit ist für mich die Figur des Kluftingers nicht mehr glaubwürdig und somit uninteressant geworden.
Der Ausdruck "Priml", bald auf jeder Seite zu lesen, nervte mich zusehends.
Schade, von einem Krimi hätte ich mehr Handlung und mehr Spannung erwartet.
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am 27. September 2009
Da ich die Bände 1-4 wirklich mit großem Vergnügen gelesen habe, hab ich mir auch gleich nach Erscheinen Rauhnacht zugelegt. Leider wurden meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllt. Spannung mäßig, den Täter habe ich bei der Hälfte vom Buch schon richtig vermutet, leider auch überhaupt nicht lustig zu lesen, der Humor aus Erntedank fehlte vollkommen. Die ständigen Frotzeleien zwischen Kluftinger + Langhammer gehen einfach nur noch auf die Nerven, erinnerte mich zeitweise wirklich an Lausbubenstreiche oder Kinderbücher. Bitte wenn Fortsetzung geplant, dann mit mehr Niveau und Anspruch.
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am 10. Oktober 2009
Leider muss ich mich einigen Rezensionen anschließen. Nachdem ich den vierten Teil inhaltlich und von der Darstellung des Kommissars völlig überzogen fand, war ich äußerst gespannt auf den fünften Teil.
Gut, dass Kluftis Peinlichkeiten weniger Stellenwert haben, trotzdem fällt es einem schwer, ihm den taktisch ausgeklügelten, kombinationssicheren Kommissar abzunehmen, während die Rolle des "Volltrottels" diesesmal von Dr. Langhammer dankend übernommen wird.

Den Plott fand ich vorhersehbar und zu "einfach", das Buch hatte für mich nur wenige Überraschungen parat und wie Silly schon bemerkte, fehlte es am Allgäuer Couleur, an Skurrilität und der liebevollen Art, allgäuer Eigenarten in den Roman einzuweben.
Meine Favoriten sind daher Erntedank und Seegrund.

Rauhnacht kann ich mir als (Laien)spiel auf der Bühne am besten vorstellen.
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am 2. Dezember 2010
Nachdem ich alle bisherigen Kluftinger Krimis mit Begeisterung gelesen habe, hab ich sehnsüchtig auf den vielversprechenden Titel Rauhnacht gewartet.
Leider hat der Krimi dann gar nichts mit den Rauhnächten zu tun, ausser dass er in dieser Zeit spielt. Aber keine Einbindung von Brauchtum oder Lokalkolorit wie ich es erwartet hatte.
Statt dessen ein Szenario das altbekannt und vordem sehr viel besser dargestellt wurde. Da hätten wir zum einen den Mord im von innen verschlossenen Zimmer und dann das eingeschneite und von der Außenwelt abgeschnittene Hotel.
Seit Agatha Chritie ist diese Situation nicht nur von ihr sehr viel spannender dargestellt worden. Hier tauchen altbekannte Krimihelden zwar andeutungsweise wieder auf, so Kluftinger als Poirot und der Doktor als Sherlock Holmes Watson aber damit enden auch schon die sich bietenden Möglichkeiten.
Stattdessen endlose Seiten nur bestimmt vom ständigen Geplänkel zwischen Kluftinger und seinem Kontrahenten Dr. Langhammer, der zur Unglaubwürdigkeit überzeichnet wird.
Statt Spannung gähnende Langeweile und ich musste mich aufraffen weiter zu lesen.
Erst ganz zum Schluss gelingt es den Autoren das Ruder rumzureißen und so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen, leider nicht genug um das ganze Buch zu retten.
Ich bereue das Geld ausgegeben zu haben.
11 Kommentar|28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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