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21
3,5 von 5 Sternen
Barfuß auf Nacktschnecken
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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das französische Kino der Gegenwart liebt Märchen für Erwachsene über alles, spätestens seit vor 10 Jahren Die fabelhafte Welt der Amelie (2001) einen solchen Rappelerfolg an den Kinokassen verbuchen konnte. Barfuß auf Nacktschnecken könnte wiederum gut und gern Pippi Langstrumpf für Große heißen. Ist der Film in der Darstellung jener beiden Schwestern Lily und Clara einerseits liebenswert, pointiert und witzig, ist seine Psychologie andererseits allzu simpel gestrickt. Ein weiterer Minuspunkt: die übrigen Rollencharaktere sind über die Maßen mit Klischees behaftet und erscheinen wenig dreidimensional.

Doch fangen wir mit dem Positiven an! Diane Kruger und Ludivine Sagnier sind als Schauspielerinnen mehr als kompetent. Sie nutzen ihre Chance, reißen sich in ihren Hauptrollen den Film untern Nagel und liefern jeweils eine wunderbar nuancierte Leistung ab. Es macht Freude, diesem Schauspiel zuzusehen. Auch die Darsteller in Nebenrollen sind durch die Bank sicher im Sattel, allen voran Denis Menochet als Pierre. Die Regisseurin Fabienne Berthaud hat ihr Handwerk raus. Eine kunstvoll inszenierte Einstellung jagt die nächste: Lichtsetzung, Kamerawinkel, all das ist 1A, ob nun in der Natur oder in der Stadt - der Zuschauer wird ästhetisch reich belohnt und darf in schönen Bildern nur so schwelgen. Dieser Eindruck eines produktionstechnisch satten und damit handwerklich geglückten Filmschaffens allein ist schon die halbe Miete. Barfuß auf Nachtschnecken ist kein Film, der einen in nur einer Hinsicht verärgert oder einem als verschwendete Zeit vorkommen muss.

Es ist dennoch ein Film, der enttäuscht. Nach dem dramatischen Auftakt, nimmt er sich Zeit, das Verhältnis der Schwestern und die Beziehungen Lilys zur Restwelt zur Anschauung zu bringen. Aber nach zwanzig Minuten stellte ich mir bereits die Frage, was denn die Charaktere und ihre Geschichte nun so interessant und anrührend mache. Sicher, diese Lily war originell... Doch allzu sehr läuft es im Folgenden auf den lehrbuchartigen Antagonismus die Rationale (Kruger als Clara) versus die Durchgeknallte (Sagnier als Lily) hinaus - Psychologie vom Reißbrett. Die andere Figuren und die eigene Familiengeschichte sollen ihnen dazu die Tapete liefern und tun auch genau das. Spätestens als die ersten Konflikte der Schwestern ihren emotionalen Tribut fordern, erscheinen jedoch sowohl die Handlung stellenweise (darf ich natürlich nicht vorwegnehmen) unglaubwürdig als auch die beiden Charaktere als Geschwisterpaar unstimmig. Mal all die hohe Schauspielkunst beiseite gestellt, wirken Clara und Lily auf mich nicht wie zwei Menschen, die sich ein Leben lang kennen. Warum? Weil in dem Augenblick, wo die Auseinandersetzung mit dem jeweils Anderen sich verbal formuliert, die Analysen und Ratschläge wie aus der Ratgeberliteratur für frustrierte Mittelständler daher kommen. Zu guter Letzt leider auch... erschreckend banal.

Spätestens ab der Mitte des Films wird das Weitere dann völlig vorhersehbar. So sind wir schlussendlich ganz und gar im Märchenreich à la française: die Schwestern hauen in bester Hippiemanier in ihrer Villa Kunterbunt (im neuen Filmschaffen Frankreichs gehört das Landhaus längst zur Standardausstattung...) auf den Putz, finanzielle Sorgen gibt es sowieso nicht, und wer nicht bereits total verknöchert ist, legt sich auf die Wiese und schneidet sich von Liebe & Leben ne schöne große Scheibe ab. Tja, denkt man sich, während der Abspann über den Bildschirm flimmert, wenn's denn mal sooooo einfach wäre, und das meint sowohl das Innen wie das Außen.

Kein schlechter Film, sicher, leider auch kein guter. Noch am nächsten Tag wird man das Gefühl nicht los, dass hieraus etwas hätte werden können, was es definitiv nicht wurde. Schade!
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. August 2011
Barfuß auf Nacktschnecken ist ein gekonnt in Szene gesetzter Film, der durch seine Liebe zum Detail lebt. Die Geschichte ist simple und schnell erzählt: Die Mutter von Clara und Lily stirbt an einem plötzlichen Hirnschlag. Lily, die geistig behindert ist und mit ihrer Mutter in einem Landhaus lebte, ist nun auf sich allein gestellt. Schwester Clara versucht zunächst Pariser-Alltag, Eheleben und die Pflege für Lily unter einen Hut zu bekommen. Ihr gelingt der Spagat nicht und entscheidet sich zum Wohl ihrer Schwester Lily, aufs Land zu ziehen. Clara entdeckt durch Lily ihr Leben neu und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Wie bereits erwähnt, lebt der Film durch seine wundervollen Bilder. Die Farbgebung, die Motive der Natur und die grandiosen Schauspieler verführen den Zuschauer für kurze Zeit in ihre Welt. An dieser Stelle muss man zugeben, dass die Franzosen wissen, wie man gute Filme produziert. Die simple Geschichte wurde in eine wundervolle Umgebung eingebettet und lebt durch Emotionen. Ich selber habe im Kino an vielen Stellen lachen müssen, aber zugleich stimmt der Film einen nachdenklich.

Ein weiter Pluspunkt von 'Pieds Nus Sur Limaces' (Barfuß auf Nacktschnecken) ist die Musik. Die Musikauswahl ist perfekt getroffen wurden und instrumentale Lieder ergänzen sich perfekt mit musikalischen Neuzeitstücken. Thomas Dybdhals 'I need love baby, love, not trouble' ist wie für den Film gemacht. Zuhören ist das Lied im Trailer, aber auch im Film. Suchtgefahr!

Fazit, wer eine Schwäche für französische Filme und eindrucksvolle Bilder hat, sollte sich Barfuß auf Nacktschnecken auf keinen Fall entgehen lassen. Es ist eine Hymne an das Landleben, an den Familienzusammenhalt und an das Leben.

Wenn ich könnte, würde ich 10 Sterne vergeben. Empfehlenswert!
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28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es gibt immer mal wieder Filme, die mich darin bestärken, daß es sich lohnt, stundenlang mit Bahn und Bus zu einem Programm- oder Arthauskino zu fahren, obwohl ich ein großes Multiplexkino, welches aber leider fast ausschließlich die üblichen Hollywood-Mainstream-Produktionen zeigt, nahezu direkt vor der Tür habe.

"Barfuß auf Nacktschnecken" ist mal wieder so eine kleine Perle.

Lily ist "anders".
Die junge Frau Anfang 20 ist einerseits sehr sinnlich und geht mit ihrem Körper und ihrer Sexualität ausgesprochen freizügig um, andererseits aber auch sehr kindlich geblieben.
So läuft sie, wenn sich gerade niemand um sie kümmert, auch draußen ungeniert im Nachthemd herum und erscheint alleine nahezu lebensuntüchtig.
Sie ist sehr naturverbunden und umgibt sich mit allerlei Tieren, aus deren Fell sie nach ihrem Tod kleine kunsthandwerkliche Dinge herstellt.
Als ihre Mutter stirbt, entschließt sich ihre ältere Schwester Clara, die mit ihrem Mann in der Stadt lebt, für eine Weile zu Lily aufs Land zu ziehen, um sich um sie zu kümmern.
Aber anstatt unter Anleitung der angepassten und beherrschten großen Schwester auf ähnliche Art "erwachsen" zu werden, zeigt vielmehr die kleine Lily ihrer Schwester, worauf es im Leben ankommt:
Mit ihrem feinen Gespür für die psychischen Belange anderer erkennt Lily ganz intuitiv, daß Clara unglücklich ist und ihr Leben vor lauter Angepasstheit und dem ständigen Bestreben, zu gefallen und allen Erwartungen zu entsprechen, zu versäumen riskiert.
Ganz allmählich drehen sich die Verhältnisse um:
Clara beginnt, das Hineinleben in den Tag zu genießen und Lily ist es, die sich zur Abwechslung mal um die große Schwester kümmert.

Die Rolle der Lily scheint Ludivine Sagnier auf den Leib geschrieben zu sein.
Die große Überraschung des Filmes ist aber Diane Krüger.
Während ich sie in anderen, überwiegend amerikanischen Filmen, immer recht eindimensional, hölzern und statisch fand, ist sie hier offensichtlich endlich mal an ein Drehbuch und eine Regisseurin geraten, die zu ihr passen und ihr ermöglichen, ihre Rolle wirklich mit Leben zu erfüllen.
So nimmt man ihr nicht nur die kühle und beherrschte Anwaltsgattin am Anfang des Filmes ab, sondern auch ihre Wandlung in eine lebenslustige junge Frau.

"Barfuß auf Nacktschnecken" ist ein federleichter Sommerfilm mit viel Herz und genau dem richtigen Maß an Tiefgang und gleichzeitig ein Plädoyer für Toleranz und eine Hymne an das Landleben, welches in poetischen, sonnendurchfluteten Bildern wunderschön eingefangen wird.

Das einzige, was man Regisseurin Fabienne Berthaud möglicherweise vorwerfen könnte, ist, daß sie bei der sehr Pippi Langstrumpf-artigen Darstellung der Lili teilweise etwas dick aufträgt.
Letztlich ist aber doch alles sehr stimmig und es bleibt daher bei knappen fünf Sternchen und einer klaren Empfehlung für alle Freunde des europäischen Kinos.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Mai 2011
Der Film entführt uns in die einfach (e) schöne Welt von Lily. Hier hat alles einen Sinn, selbst der plötzliche Tod der Mutter oder geliebter Tiere.

Barfuss auf Nacktschnecken berührt tief in der Seele, man hält inne in der schnellen Welt, erlebt einen Augenblick ganz im Hier und Jetzt, Entschleunigung pur!

Ich habe sehr nachdenklich und überrascht festgestellt, dass es ok ist, sich mal nicht um das große Ganze zu kümmern, sondern das auch die kleine innere Welt dramatisch und aufregend sein kann. Wann bist du das letzte Mal über eine Wiese gerollt oder hast einen Baum gespürt?

Wunder-voll und fesselnd! Authentisch! Mehr als sehenswert!
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am 2. Mai 2013
ein wundervolles 'Märchen' für alle, die selber gerne mal wieder ein wenig aus ihrem Trott ausbrechen würden, ist dies die ideale Anleitung zum Glücklichsein. Aber Spaß beiseite. Ludivine Sagnier spielt die etwas verrückte Lily mit einer Leidenschaft, die Freude macht und Diane Kruger als angepaßte Clara steht ihr in nichts nach, für diese Leistungen hätten wohl beide einen Oscar verdient. Ganz zu schweigen von den traumhaft schönen Bildern dazu.
Auch zu empfehlen ist der Erstling von Fabienne Berthaud 'Frankie', der hier in der Special Edition mitgeliefert wird. Hier spielt auch Diane Kruger mit, ein Model, das in der Psychatrie landet, schonungslos und hart, ganz anders als 'Nacktschnecken', auch ist die Digicam gewöhnungsbedürftig, aber auf alle Fälle äußert sehenswert.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. August 2012
Vorweg: Film- nicht DVD-Kritik

Clara (Diane Kruger) muss sich nach dem Tod ihrer Mutter um ihre geistig (oder psychisch) behinderte Schwester Lily (Ludivine Sagnier) kümmern. Schwere Aufgabe, denn auf den ersten Blick wirkt diese fasst normal.
Zur formalen Darstellung der beiden ungleiche Schwestern, verwendet Regisseurin Fabienne Berthaud zwei verschiedene Kameramethoden: Die Wackelkamera mit schnellen Schnitten für die emotionale und triebhafte Lily und die feste für die aufgeräumte, stabile Clara. Bereits bei der Zeichnung der Charaktere möchte man aufschreien. Einerseits ist Lily nicht allein überlebensfähig, andererseits verfügt sie über die ausgefeiltesten psychoanalytischen Fähigkeiten und vermag ihrer Schwester die (vermeidlichen) Fehler deren Lebensweges aufzuzeigen. Überhaupt verherrlicht die Regisseurin Lily bis zum Überdruss und stilisiert sie zur Sehnsuchtfigur, eine Art Minon mit verruchtem Touch - Heilige und Hure in einem - ähnlich den Frauenfiguren in "Betty Blue" / "37°2 le matin" oder in "Ein mörderischer Sommer" / "L'été meurtrier". Die Distanzlosigkeit zu ihrer Hauptfigur wird auch in einer Unmenge an Nahaufnahmen deutlich: viel Haar, Mund und Bein, bzw Po. Die Triebhaftigkeit wird außerdem durch eine Vielzahl von Essensszenen verdeutlicht. Zusammengenommen ist alles zeitweise nur schwer zu ertragen. Andererseits wird nicht glaubhaft vermittelt, dass das Leben Claras im Gegenzug so verdammenswert und unfrei ist, wie uns der Film suggerieren möchte. Die meisten anderen Charaktere (Claras Ehemann, ihre Schwiegermutter, die Jugendlichen des Dorfes, die Nachbarin, die Gäste in Paris) werden im Gegenzug negativ gezeichnet. Die romantische Ausstattung des Filmes (Rüschenunterhosen, kurze Kleidchen), wirkt teilweise ebenso aufgesetzt wie die skurrilen Elemente (Knitting-Art im Wald, Pantoffeln u.Ä. aus toten Tieren).
Nur in wenigen Momenten vermochte mich der Film zu überzeugen. Die stärkste Szene war die Badeszene, in der Claras Handeln einerseits völlig nachvollziehbar ist, man andererseits dennoch entsetzt von der Heftigkeit ihrer Reaktion ist.

Ich bin mir sicher, dass der Film dennoch ein (überwiegend weibliches) Publikum finden und auch begeistern wird. Viele werden darin ein Aufruf zur Freiheit, zum Anderssein und Unangepastem sehen.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Dezember 2011
Lilly und Clara sind Schwestern. Clara ist Rechtsanwältin, mit einem Rechtsanwalt verheiratet, richtig etabliert. Aber das geht ein bisschen auf Kosten ihres Lebens. Sie musste - vor allem für ihre Eltern - immer eine perfekte Rolle spielen, weil ihre Schwester Lilly nicht richtig funktioniert, weil Lilly "verrückt", "bekloppt" ist, oder was immer die "normalen" Leute halt in solchen Fällen für Ausdrücke benutzen. Lilly ist "anders", sodass viele der sogenannten "normalen" Leute mit ihr Schwierigkeiten haben. Aber sie ist eine - eigenwillige - Künstlerin und auf ihre ganz besondere Weise auch eine Lebenskünstlerin, wenn man auch immer wieder um sie Angst haben muss.
Lilly sagt einmal zu ihrer Schwester: "Für unseren Vater galt nur Jura und Medizin. Du hast dich für Jura entschieden, ich für Medizin, aber auf der Seite der Kranken!" Dieser Film ist Medizin für die Seele.
Der Film "Barfuß auf Nacktschnecken" ist ein Märchenfilm, denn das Leben ist sehr schwer für Leute, die so wie Lilly sind, aber auch sehr schwer für Leute, die mit ihnen leben oder gar für sie Verantwortung tragen. Aber dieser Märchenfilm ist toll und zeigt, wie es funktionieren könnte. Ich finde es nicht schlimm, dass der Film eine Geschichte erzählt, die in der Realität meistens nicht so funktioniert. Das zeigt auch dieser Film selbst, weil es immer wieder zu unangenehmen und auch gefährlichen Situationen kommt und Lillys Traumwelt zu zerbrechen droht. Der Film zeigt aber, wie es sein könnte und wie wundervoll Leute wie Lilly für die Welt sein können, wenn man ihnen einfach zuhört und nicht versucht, sie zu "erziehen" (ok, sicherlich braucht Lilly Hilfe, aber es könnte auch so funktionieren wie in diesem tollen Film). Und es ist fantastisch, wie die "verrückte" Lilly es schafft, ihre "normale" Schwester aus ihrem eingeengten und hoffnungslosen Leben zu befreien. Nicht Clara rettet Lilly, sondern die "verrückte" Lilly rettet die vernünftige Clara. Die sogenannten "Normalen" können von den sogenannten "Verrückten" eine Menge lernen!
Und Diane Kruger und Ludivine Sagnier spielen die beiden gegensätzlichen Schwestern absolut überzeugend und fantastisch! Der Film ist sowohl im Hinblick auf die Landschaft als auch im Hinblick auf die wunderbaren Hauptdarstellerinnen eine Augenweide! Und "Lillys Büro"! Und ganz viele Sachen, die man unbedingt gesehen haben muss!
"Barfuß auf Nacktschnecken" ist ein außergewöhnlicher Film, der zeigt, dass Menschen, die für "verrückt" gehalten werden, etwas ganz besonderes sein können und die Welt bunter und schöner machen. Ein Film, der einen zum Lachen und zum Weinen bringt und den ich mir bestimmt noch öfter ansehen werde!
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Oktober 2011
Ich habe die Beschreibungen, auch die Rezensionen hier, die dieses Werk so überschwänglich loben, mehrmals aufmerksam gelesen und mir dabei überlegt, bin ich gar gefühllos oder womöglich dumm (Standartargument der Rezensions-Kommentare hier: "du hast den Film nicht verstanden!"), aber nein, im Endeffekt glaube ich das nicht.

Es liegt an der DVD. Dieser Film hält einfach nicht was er verspricht!
Ja, es gibt eine wundervolle Landschaft zu betrachten, die in manchen Szenen geradezu im Licht badet, einfach herrlich.
Da sind Schauspieler deren Können auf gar keinen Fall in Frage gestellt werden. Ludivine Sagnier vor allem, ist großartig.
Und die Musik ist sehr gut.

Aber die Geschichte, das "Märchen für Erwachsene"!!

Lily ist einfach in allem was sie tut oder lässt immer einen Tick zu infantil, zu egoistisch, zu "frech", zu morbide, als dass sie eine "Lotsin" für die große Schwester sein könnte.
Schau niemals einen Film an und erwarte immer schlüssige Logik und auf gar keinen Fall die nackte Realität (die haben wir jeden Tag 24 Stunden, da muss das im Film nicht unbedingt sein), aber das geht zu weit.

Man möchte sich an der bizarren Fantasie von Lily erfreuen, und manche ihrer "Kunstwerke" sind natürlich eine Augenweide, an der Botschaft .."nimm das Leben nicht gar so ernst, sonst ist es vorbei bevor Du etwas davon mitbekommen hast", die Hoffnung haben, es geht auch anders als immer schneller/bunter/rasanter.

Aber das was hier letztlich an Botschaft rüberkommt, würde, wenn auch nur ansatzweise "ernst genommen" jeder Form menschlichen Zusammenlebens unmöglich machen. ..Erst komme ich...dann ich... dann ganz lange nichts... und dann vielleicht Du!

Auch die Entwicklung der, durchaus sympathischen Darsteller (auch wenn Lily häufig ziemlich nervt), ist nicht wirklich nachzuvollziehen.
Man spürt sie nicht, sie berühren einen nicht wirklich, auch nicht Lily, und meine Frau und die beiden erwachsenen Kinder empfanden das ebenso.

Wir waren enttäuscht und habe uns letztlich über 90 Minuten vertane Zeit "geärgert"

Ich würde den Kauf nicht empfehlen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
... nur so funktioniert das Leben mit der geistesschwachen Lily(Ludivine Sagnier). Bis ihre Schwester Clara(Diane Kruger) das kapiert, vergehen qualvolle Wochen im herrlichen Landhaus von Claras und Lilys Mutter; Wochen die das Leben von Clara entscheidend verändern...

Clara lebt mit ihrem Mann, dem Anwalt Pierre(Denis Menochet), in der Stadt. Als sie die Nachricht erhält, dass ihre Mutter plötzlich verstorben ist, muss sie aufs Land, um dort die Angelegenheiten zu regeln. Vor allem geht es um ihre Schwester Lily. Die ist geistig zurückgeblieben, aber alles andere als lebensunlustig. Lily sammelt tote Tiere ein und hortet sie im Kühlschrank oder sie umhäkelt Baumstämme im Wald. Ihr bester Freund ist ein Puter und sie legt sich gern Schnecken auf die Arme. Außer ihrer Mutter kam niemand mit dem Unfug zurecht, den Lily den ganzen Tag über anstellt. Jetzt soll Lily, unter Aufsicht einer Nachbarin, allein leben. Das geht komplett in die Hose. So holen Clara und Pierre Lily in die Stadt. Ein Desaster folgt. Also lässt Clara ihren Job ruhen und zieht zu Lily aufs Land. Dort warten eine verdammt schwere Zeit und jede Menge Erkenntnisse auf Clara...

-Barfuß auf Nacktschnecken- ist ein anspruchsvolles Drama. Bei der Ansicht des Klappentextes vermutet man eher einen Film, der leicht und locker daherkommt. Das sorgt mit Sicherheit dafür, dass einige Zuschauer mit falschen Erwartungen an den Film herangehen. Fabienne Berthaud hat wunderbare Landschaftsbilder mit einer dichten Story verknüpft. Diane Kruger und Ludivine Sagnier liefern eine perfekte Zwei-Frau-Show ab. Vor allem Kruger, die mittlerweile in den großen Blockbustern spielt, zeigt hier ungeschminkt in einer schwierigen Rolle, dass sie eine hervorragende Schauspielerin ist.

Der Plot der Geschichte lebt vor allem davon, dass er unvorhersehbar ist. Berthaud spielt mit den Gedanken der Protagonisten und lässt Lily ohne wenn und aber verrückt sein. Wie der Rest der Welt damit zurecht kommt; das ist spannend zu beobachten. -Barfuß auf Nacktschnecken- war für mich nicht einfach zu schauen. Ich brauchte ein wenig, um in die Story zu kommen. Dann war es jedoch ein Vergnügen, diesem chaotischen, französischen Landleben beizuwohnen...
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. März 2013
Zwei junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Menschen, die anders denken oder fühlen als die Norm, werden oft ausgegrenzt, nicht verstanden. Der Film schafft es, den Zuschauer mit auf die Reise zu nehmen in die Welt der Andersfühlenden. Das ist zunächst fremd, doch immer mehr habe ich mich fragen müssen, ist meine Welt in Ordung oder ist sie in Ordnung gebracht worden und ist meine Prägung dafür verantwortlich. Wo beginnt die Norm und wer macht den Anfang...
Als Mama eines autistischen Kindes, bewegt mich dieser Film außerordentlich. Ich erliege seit Geburt meines Kindes der Faszination des Andersdenkens, des Anderssehens, des Andersfühlens und trotzdem bleibe ich in gewisser Weise ge-(be-)fangen in einem Käfig aus Prägung & Norm, weil wir es uns nicht leisten können, sich einfach in den Tag treiben zu lassen und zu wissen, egal, wohin wir treiben, kommen wir an... Die Realität ist anders, aber Träumen ist erlaubt und einen Teil davon kann ich mitnehmen.
Ein wunderbarer Film.
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